Apfelpektin
Zuletzt geprüft am
Ballaststoffe
Malus domestica · Apple Pectin · Pektin
Auf einen Blick
- Was es ist
- Ein wasserlösliches Ballaststoff-Polysaccharid aus veresterten Galacturonsäure-Einheiten, das in der Zellwand von Äpfeln vorkommt und mit Wasser eine viskose, gelartige Struktur bildet
- Herkunft
- Meist als Nebenprodukt der Apfelsaft- und Apfelmusherstellung aus Apfeltrester gewonnen
- Wirkform in Studien
- Die Wirkstärke von Pektin hängt nachweislich vom Veresterungsgrad und vom Molekulargewicht ab, siehe Wirkungstabelle. In den zitierten Humanstudien wurde überwiegend hochverestertes (high methoxy) Apfelpektin als Pulver verwendet, meist ohne Angabe des genauen Veresterungsgrads, teils in Getränken, Riegeln oder in Kombination mit anderen Fasern, Proteinen oder cholesterinsenkenden Arzneimitteln
- Übliche Studiendosis
- 3 bis 20 Gramm Apfelpektin pro Tag für die Wirkungen auf Cholesterinspiegel, Blutzucker und Magenentleerung
- Sicherheitshinweis
- Bei hohen Dosen sind Blähungen und Völlegefühl möglich. Pektin kann im Darm Mineralstoffe und gleichzeitig eingenommene Arzneimittel binden, siehe Abschnitt Sicherheit und Wechselwirkungen
Was diesem Stoff zugesprochen wird
Was die Studien hergeben.
Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.
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01
Cholesterinspiegel im Blut (Gesamt- und LDL-Cholesterin, zugelassene Angabe für Pektine)
Behördlich gesichertEinordnung und Einschränkungen
Zugelassene Angabe nach Verordnung (EU) Nr. 432/2012 auf Grundlage einer abgeschlossenen EFSA-Bewertung (EFSA Journal 2010;8(10):1747, EFSA-Frage-Nummern 818 und 4236). Pektine tragen zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut bei, Bedingung ist eine tägliche Aufnahme von 6 Gramm Pektinen. Rechtsgrundlage für die Mindestmenge ist der Anhang der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, für Nahrungsergänzungsmittel wird sie nach Artikel 8 der Richtlinie 2002/46/EG auf dem Etikett ausgewiesen. Unabhängig von der Zulassung zeigt die Humanstudienlage zu Apfelpektin ein uneinheitliches Bild bei stark unterschiedlichen, durchweg hohen Dosen. Brouns und Kollegen fanden 2012 in einer kontrollierten Cross-over-Studie bei mild hypercholesterinämischen Erwachsenen, dass hochverestertes Apfelpektin (DE-70) bei 15 Gramm pro Tag über 4 Wochen das LDL-Cholesterin um 7 bis 10 Prozent senkte, vergleichbar mit hochverestertem Zitruspektin, während niedrig verestertes Apfelpektin (DE-35) deutlich schwächer wirkte. Bei der in der EU-Verordnung festgelegten Mindestmenge von 6 Gramm pro Tag prüfte dieselbe Studie in einem zweiten, 3-wöchigen Studienteil jedoch ausdrücklich Zitruspektin und ein nicht näher als Apfel- oder Zitruspektin ausgewiesenes hochmolekulares Pektin, nicht Apfelpektin, mit einer LDL-Senkung von 6 bis 7 Prozent ohne Änderung des Gesamtcholesterins. Die Autoren fordern deshalb ausdrücklich, dass die generische EFSA-Angabe zu Pektinen eine Mindestcharakterisierung nach Veresterungsgrad und Molekulargewicht verlangen sollte. Weitere ältere Studien zu Apfelpektin allein oder in Kombination senkten das Cholesterin bei Tagesdosen des jeweiligen Präparats von 3 bis 34 Gramm, teils in Kombination mit Guarkernmehl, Erbsenprotein, Kleie oder dem Arzneimittel Cholestyramin, was die jeweiligen Einzeleffekte von Apfelpektin nicht sauber trennen lässt
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02
Blutzuckeranstieg nach der Mahlzeit (postprandiale Glykämie, zugelassene Angabe für Pektine)
Behördlich gesichertEinordnung und Einschränkungen
Zugelassene Angabe nach Verordnung (EU) Nr. 432/2012 auf Grundlage einer abgeschlossenen EFSA-Bewertung (EFSA Journal 2010;8(10):1747, EFSA-Frage-Nummer 786). Die Aufnahme von Pektinen im Rahmen einer Mahlzeit trägt dazu bei, dass der Blutzuckerspiegel nach der Mahlzeit weniger stark ansteigt, Bedingung sind 10 Gramm Pektine je angegebene Portion als Bestandteil der Mahlzeit. Die zugrundeliegende Humanstudienlage zu Apfelpektin stammt überwiegend aus kleinen, älteren Arbeiten mit Dosen zwischen 7 und 20 Gramm. In einer frei zugänglichen Studie an 22 gesunden Erwachsenen reduzierte Apfelpektin bei einer Perfusion mit 6 bis 15 Gramm pro Liter Testlösung die jejunale Glukoseaufnahme dosisabhängig und korreliert mit der Viskosität der Lösung. Bei 12 Menschen mit Typ-2-Diabetes senkte eine 4-wöchige Gabe von 20 Gramm Apfelpektin pro Tag die Fläche unter der Blutzuckerkurve nach einer Testmahlzeit von 34,8 auf 27,9 Millimol pro Liter, bei gleichzeitig um 43 Prozent verlängerter Magenentleerung. Eine kleine Studie mit nur 4 auswertbaren insulinpflichtigen Diabetikern fand unter 7 Gramm Apfelpektin einen um 35 Prozent geringeren postprandialen Insulinbedarf. Dem gegenüber steht eine Studie an gesunden Männern, in der der Blutzucker 180 Minuten nach einer Testmahlzeit mit 10 oder 15 Gramm Apfelpektin gegenüber Kontrolle sogar höher lag, was eher für eine zeitliche Verschiebung als für eine generelle Abflachung der Kurve spricht. Insgesamt eine kleine, uneinheitliche und methodisch ältere Studienlage bei durchweg hohen Dosen
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03
Geschwindigkeit der Magenentleerung nach der Mahlzeit
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Zwei kleine Studien derselben Arbeitsgruppe fanden bei fortgesetzter Einnahme von 20 Gramm Apfelpektin pro Tag über 4 Wochen eine deutlich verzögerte Magenentleerung, bei 7 gesunden Erwachsenen etwa eine Verdopplung der Halbwertszeit, bei 12 Menschen mit Typ-2-Diabetes eine Verlängerung um 43 Prozent, in beiden Fällen reversibel innerhalb weniger Tage nach Absetzen. Eine dritte Studie an 12 gesunden Männern fand die verzögerte Magenentleerung nur bei einer Einzeldosis von mindestens 10 Gramm Apfelpektin in einer festen Mahlzeit, nicht bei 5 Gramm. Alle drei Studien sind klein, älter und prüfen Dosen von 10 bis 20 Gramm
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04
Zusammensetzung der Darmflora und kurzkettige Fettsäuren
Nur Labor und TierEinordnung und Einschränkungen
Für isoliertes Apfelpektin als Nahrungsergänzung liegt keine kontrollierte Humanstudie zur Darmflora vor. Die vorliegende Evidenz stammt aus In-vitro-Fermentationen mit menschlichem Stuhlmaterial und aus Mäusestudien. In-vitro-Arbeiten zeigen, dass Apfelpektin bestimmte Bakteriengruppen fördert, darunter Eubacterium eligens, Faecalibacterium prausnitzii und, in einem Modell mit Stuhlproben von adipösen Spendern, Akkermansia und Megasphaera, sowie die Bildung von Buttersäure aus Stuhlinkubationen erhöht. Eine In-vitro-Arbeit fand außerdem, dass ein niedermolekulares Apfelpektin-Hydrolysat mehr kurzkettige Fettsäuren freisetzte als das native, hochmolekulare Ausgangsmaterial, was auf eine Molekulargewichts-Abhängigkeit auch dieser Wirkung hindeutet, wie sie bereits beim Cholesterineffekt beschrieben ist. In einer Mäusestudie mit fettreicher, faserfreier Diät verbesserte hochmolekulares Apfelpektin Körpergewicht, Glukosehomöostase und Darmbarriere stärker als eine niedermolekulare Variante. Eine Vergleichsstudie an Mäusen mit metabolischem Syndrom fand für Apfel-, Zitrus- und Pomelopektin jeweils unterschiedliche, mit unterschiedlichen Bakterienarten assoziierte Effekte. Die einzige Humanstudie mit thematischem Bezug prüfte nicht isoliertes Apfelpektin, sondern den Verzehr von 2 ganzen Äpfeln täglich über 2 Wochen bei 8 gesunden Erwachsenen und fand einen Anstieg von Bifidobakterien im Stuhl, ein In-vitro-Teil derselben Arbeit nutzte zusätzlich isoliertes Apfelpektin. Diese Studie erlaubt wegen der Verwendung der ganzen Frucht keine Aussage zu isoliertem Apfelpektin als Nahrungsergänzung
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05
Bindung von Blei im Rahmen der verbreiteten Entgiftungsbehauptung
Nur Labor und TierEinordnung und Einschränkungen
Die Behauptung, Apfelpektin binde Schwermetalle wie Blei und fördere deren Ausscheidung, stammt aus reinen Labor- und Tierdaten. Eine 2001 als Clinical Trial in einer russischen Arbeitsmedizinzeitschrift indexierte Arbeit zu Apfelpektin (Medetopekt) und Bleiaufnahme bei Arbeitern liegt vor, PMID 11508222, aber ohne Abstract und ohne frei zugänglichen Volltext, sodass sich Methodik und Ergebnisrichtung nicht prüfen ließen und die Stufe unverändert bleibt. In einer Rattenstudie reduzierte Calciumpektat die Bleiaufnahme und die Bleikonzentration in inneren Organen und im Oberschenkelknochen, war dabei aber der geprüften Vergleichssubstanz Calciumalginat unterlegen. Eine In-vitro-Sorptionsstudie fand die höchste Bleibindungskapazität bei niedrig verestertem Pektin, nicht spezifisch bei Apfelpektin. Eine neuere In-vitro-Vergleichsstudie zur Komplexbildung mit einer Mischung aus Kupfer-, Zink-, Cadmium- und Bleiionen fand für Apfelpektin eine schwächere Bindungskapazität als für niedrig verestertes Zuckerrübenpektin, Zitruspektin und Quittenpektin, Apfelpektin lag im unteren Mittelfeld der getesteten Pektinquellen. Die verfügbaren Labordaten stützen die Entgiftungsbehauptung für Apfelpektin damit nicht eindeutig, im Vergleich zu anderen Pektinquellen schneidet es eher schwächer ab
Studien im Detail
Cholesterinspiegel
Die zugelassene Angabe für Pektine verlangt 6 Gramm pro Tag, unabhängig von Herkunft, Veresterungsgrad oder Molekulargewicht. Genau diese fehlende Differenzierung ist der zentrale Kritikpunkt von Brouns und Kollegen (2012): In ihrer Cross-over-Studie an mild hypercholesterinämischen Männern und Frauen wirkte hochverestertes Apfelpektin (DE-70) bei 15 Gramm pro Tag ähnlich stark wie hochverestertes Zitruspektin (LDL-Senkung 7 bis 10 Prozent), niedrig verestertes Apfelpektin (DE-35) dagegen deutlich schwächer. Bei der exakten, in der Verordnung geforderten Menge von 6 Gramm pro Tag testete dieselbe Arbeit im zweiten Studienteil aber Zitruspektin und ein nicht als Apfel- oder Zitrusquelle ausgewiesenes hochmolekulares Pektin, nicht Apfelpektin. Für Apfelpektin bei genau 6 Gramm pro Tag liegt uns damit keine direkte Bestätigung vor.
Die übrigen Humanstudien zu Apfelpektin und Cholesterin sind älter (1978 bis 2012), klein (n zwischen 6 und 175) und häufig durch Kombinationen verunreinigt: Pirich und Kollegen prüften ein Fertiggetränk aus Apfelpektin und Guarkernmehl, Schwandt und Kollegen gaben Apfelpektin zusätzlich zum Lipidsenker Cholestyramin bei familiärer Hypercholesterinämie, Biesenbach und Kollegen prüften eine Guar-Apfelpektin-Mischung bei Typ-2-Diabetes, Matzkies und Kollegen kombinierten Apfelpektin mit Weizenkleie in einer Reduktionsdiät, und Sirtori und Kollegen testeten Riegel aus Apfelpektin zusammen mit Casein- oder Erbsenprotein. Einzig Grudeva-Popova und Kollegen (1997) prüften hochverestertes Apfelpektin als alleinige Faserquelle bei 47 Frauen mit Hyperlipoproteinämie und fanden eine Senkung des Cholesterins in den ersten 6 Wochen. In keiner dieser Arbeiten wird der Veresterungsgrad oder das Molekulargewicht des verwendeten Apfelpektins durchgängig angegeben.
Einschränkung: Die wirksamen Tagesdosen in diesen Studien liegen zwischen 3 und 34 Gramm des jeweiligen Präparats, weit über den Mengen im niedrigen Milligrammbereich, in denen Apfelpektin in manchen Nahrungsergänzungsmitteln als Nebenbestandteil vorkommt.
Blutzuckeranstieg nach der Mahlzeit
Die zweite zugelassene Angabe verlangt 10 Gramm Pektine je Portion als Bestandteil einer Mahlzeit. Die Humanstudien zu Apfelpektin stützen einen Effekt bei Dosen zwischen 7 und 20 Gramm, mit einem uneinheitlichen Bild: Schwartz und Kollegen (1988) fanden bei fortgesetzter Einnahme über 4 Wochen eine Verbesserung der Blutzuckerkurve bei Typ-2-Diabetikern, Poynard und Kollegen (1982) einen geringeren Insulinbedarf bei nur 4 Typ-1-Diabetikern. Flourie und Kollegen fanden 1984 in einer frei zugänglichen Perfusionsstudie eine dosisabhängige, mit der Viskosität korrelierte Reduktion der Glukoseaufnahme im Jejunum. In einer zweiten Arbeit derselben Gruppe (1985) an einer festen Testmahlzeit lag der Blutzucker 180 Minuten nach der Mahlzeit bei 10 und 15 Gramm Apfelpektin jedoch höher als in der Kontrollgruppe, vereinbar mit einer verzögerten statt einer abgeflachten Aufnahme.
Einschränkung: Keine dieser Studien prüft die in der Verordnung vorgesehene Portionsmenge von 10 Gramm im Rahmen einer regulären Mahlzeit direkt, die Stichproben sind mit 4 bis 22 Teilnehmenden durchweg klein.
Magenentleerung
Die verzögerte Magenentleerung ist der plausibelste Mechanismus hinter dem Blutzuckereffekt und ist in drei kleinen, älteren Studien bei Dosen von 10 bis 20 Gramm dokumentiert. Eine Einzeldosis von 5 Gramm reichte in der Arbeit von Flourie und Kollegen (1985) nicht aus, um die Magenentleerung messbar zu verändern.
Darmflora
Die Datenlage zu Apfelpektin und Darmflora besteht praktisch vollständig aus In-vitro-Fermentationen und Tierstudien. Mehrere Arbeiten zeigen übereinstimmend, dass Apfelpektin bestimmte butyratbildende und pektinabbauende Bakteriengruppen fördert, mit teils gegensätzlichen Effekten je nach Molekulargewicht: Ein niedermolekulares Hydrolysat erzeugte in einer Arbeit mehr kurzkettige Fettsäuren, in einer anderen Arbeit an Mäusen war umgekehrt das hochmolekulare native Apfelpektin wirksamer bei Körpergewicht und Glukosehomöostase. Eine direkte Vergleichsstudie an Mäusen mit metabolischem Syndrom fand für Apfel-, Zitrus- und Pomelopektin unterschiedliche, jeweils mit anderen Bakterienarten verknüpfte Effekte, was die Übertragung von Ergebnissen zwischen Pektinquellen zusätzlich einschränkt. Die einzige Arbeit mit einer echten Humankomponente (Shinohara und Kollegen, 2010) prüfte den Verzehr von 2 ganzen Äpfeln täglich, nicht isoliertes Apfelpektin, und erlaubt deshalb keine direkte Übertragung auf ein Nahrungsergänzungsmittel.
Bindung von Blei
Die verbreitete Behauptung, Apfelpektin binde Schwermetalle und unterstütze die Entgiftung, stützt sich ausschließlich auf Labor- und Tierdaten zu Pektin im Allgemeinen, nicht spezifisch auf gute Ergebnisse für Apfelpektin. Im direkten Quellenvergleich (Kurdil und Kollegen, 2025) band Apfelpektin die geprüften Metallionen schwächer als niedrig verestertes Zuckerrübenpektin, Zitruspektin und Quittenpektin. Auch die Rattenstudie von Khotimchenko und Kollegen (2006) fand Calciumpektat der Vergleichssubstanz Calciumalginat unterlegen.
Nicht als eigene Wirkung geführt: Fertigpräparat bei Durchfall im Kindesalter
Zwei placebokontrollierte Studien [26], [27] prüften ein Fertigpräparat aus Apfelpektin und Kamillenextrakt bei Kindern mit akutem, unspezifischem Durchfall. Beide Arbeiten sind wegen der festen Kombination mit Kamillenextrakt kein Beleg für Apfelpektin allein, und der Endpunkt betrifft eine akute Erkrankung, weshalb dieser Punkt nicht als eigene Wirkungszeile geführt wird.
Tier- und Laborstudien
Mehrere In-vitro-Fermentationsstudien mit menschlichem Stuhlmaterial [17, 18, 19, 22] und Mäusestudien [20, 21] zu Apfelpektin und Darmflora sind oben bei der jeweiligen Wirkung bereits eingeordnet, weil sie die einzige verfügbare Evidenz zu diesem Punkt darstellen. Aus diesen Zell- und Tierdaten folgt keine gesicherte Aussage für den Menschen.
Zwei Rattenstudien beziehungsweise In-vitro-Sorptionsstudien [23, 24] und eine In-vitro-Vergleichsstudie mehrerer Pektinquellen [25] zur Bleibindung sind ebenfalls oben bei der entsprechenden Wirkung eingeordnet. Auch hier gilt: Diese Daten erlauben keine Aussage über eine Wirkung beim Menschen, im Fall von Apfelpektin deuten die verfügbaren Vergleichsdaten sogar auf eine unterdurchschnittliche Bindungskapazität gegenüber anderen Pektinquellen hin.
Sicherheit und Wechselwirkungen
In den ausgewerteten Humanstudien zu Apfelpektin wurden bei Dosen von 6 bis 20 Gramm pro Tag über mehrere Wochen keine schwerwiegenden Nebenwirkungen berichtet, die Verordnung (EU) Nr. 432/2012 schreibt für beide zugelassenen Pektin-Angaben dennoch einen Warnhinweis vor: Verbraucher mit Schluckbeschwerden oder unzureichender Flüssigkeitszufuhr sind vor Erstickungsgefahr zu warnen, mit der Empfehlung, das Produkt mit reichlich Wasser einzunehmen, damit das Pektin sicher bis in den Magen gelangt.
Als lösliche, viskose Faser kann Pektin im Darm neben Cholesterin auch andere Stoffe binden. Aus der breiteren Pektin-Literatur zu Arzneimittel- und Mineralstoffwechselwirkungen ist bekannt, dass viskose Fasern die Aufnahme gleichzeitig eingenommener Wirkstoffe und Mineralstoffe verzögern oder verringern können, weshalb ein zeitlicher Abstand zur Einnahme von Arzneimitteln sinnvoll ist. Bei Mengen im niedrigen Milligrammbereich, einem Bruchteil der in Studien geprüften Dosen von mehreren Gramm, ist ein relevanter Effekt auf Arzneimittel- oder Mineralstoffaufnahme wenig wahrscheinlich, eine gezielte Interaktionsstudie zu solchen niedrigen Dosierungen liegt uns nicht vor.
Quellen zum Nachlesen
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01
Durchführungsverordnung der Kommission auf Grundlage abgeschlossener EFSA-Bewertungen · 2012
Verordnung (EU) Nr. 432/2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel, ausgenommen Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern
Europäische Kommission Amtsblatt der Europäischen Union
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02
Verordnung, Rechtsgrundlage für alle Angaben zu Nährstoffen und sonstigen Stoffen einschließlich der Mindestmengen im Anhang · 2006
Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel
Europäisches Parlament und Rat der Europäischen Union Amtsblatt der Europäischen Union
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03
Richtlinie, Artikel 8 regelt die Kennzeichnung von Nährstoffen und sonstigen Stoffen in Nahrungsergänzungsmitteln · 2002
Richtlinie 2002/46/EG zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Nahrungsergänzungsmittel
Europäisches Parlament und Rat der Europäischen Union Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften
- 04
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- 06
- 07
- 08
- 09
- 10
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11
Kontrollierte klinische Studie, n gleich 15, bei Typ-2-Diabetes, Kombinationspräparat aus Guarkernmehl und Apfelpektin · 1993
[The lipid lowering effect of a new guar-pectin fiber mixture in type II diabetic patients with hypercholesterolemia]
Biesenbach G, et al. Leber Magen Darm
Zur Zuschreibung: 01
- 12
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13
Kontrollierte klinische Studie, n gleich 12, bei Typ-2-Diabetes, 20 Gramm Apfelpektin pro Tag über 4 Wochen · 1988
Sustained pectin ingestion, effect on gastric emptying and glucose tolerance in non-insulin-dependent diabetic patients
Schwartz SE, Levine RA, Weinstock RS, Petokas S, Mills CA, Thomas FD. Am J Clin Nutr
- 14
-
15
Kontrollierte klinische Studie, n gleich 12, Testmahlzeit mit 5, 10 oder 15 Gramm Apfelpektin · 1985
Effect of increased amounts of pectin on a solid-liquid meal digestion in healthy man
Flourie B, Vidon N, Chayvialle JA, Palma R, Franchisseur C, Bernier JJ. Am J Clin Nutr
- 16
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- 18
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19
In-vitro-Fermentationsstudie, Apfelpektin und Homogalacturonan unterschiedlichen Molekulargewichts · 2021
Pectin and homogalacturonan with small molecular mass modulate microbial community and generate high SCFAs via in vitro gut fermentation
Zhao Y, Bi J, Yi J, Wu X, Ma Y, Li R. Carbohydr Polym
Zur Zuschreibung: 04
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20
Tierstudie, Mäuse, Vergleich von hoch- und niedermolekularem Apfelpektin · 2026
High-Molecular-Weight Pectin Alleviates Fiber-Free High-Fat Diet-Induced Obesity by Regulating the Colonic Microenvironment and Spatial Microbiota Distribution
Liu Y, Li B, Zhang T, Jiang Y, Li D. J Agric Food Chem
Zur Zuschreibung: 04
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26
Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie, n gleich 255, Fertigpräparat aus Apfelpektin und Kamillenextrakt bei Kindern, nicht Apfelpektin allein · 2006
Double-blind, randomized evaluation of clinical efficacy and tolerability of an apple pectin-chamomile extract in children with unspecific diarrhea
Becker B, Kuhn U, Hardewig-Budny B. Arzneimittelforschung
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27
Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie, n gleich 79, Fertigpräparat aus Apfelpektin und Kamillenextrakt bei Kindern, nicht Apfelpektin allein · 1997
[Double-blind comparison of an apple pectin-chamomile extract preparation with placebo in children with diarrhea]
de la Motte S, Böse-O'Reilly S, Heinisch M, Harrison F. Arzneimittelforschung
Bei H.P.N
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