Vitamin D3

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Vitamine

Cholecalciferol · Colecalciferol · Calciol · Vitamin D

H.P.N · Datenstand 2026-08-20 · 19 Zuschreibungen im Überblick

Auf einen Blick

Was es ist
Ein fettlösliches Vitamin. Der Körper kann es bei ausreichender UVB-Sonneneinstrahlung selbst in der Haut bilden, zusätzlich Aufnahme über wenige Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel
Wirkform
Cholecalciferol (Vitamin D3), tierischen oder, bei vegan deklarierten Rohstoffen, aus Flechten gewonnenen Ursprungs. Die in Studien seltener verwendete pflanzliche Form Ergocalciferol (Vitamin D2) zeigte in der hier zur Gesamtmortalität zitierten Cochrane-Übersicht keinen Effekt, anders als Cholecalciferol, ohne dass die Übersicht die beiden Formen direkt gegeneinander getestet hat, siehe Wirkungstabelle
Aktivierung im Körper
Wird in der Leber zu Calcidiol (25-Hydroxyvitamin D, die im Blut gemessene Speicherform) und in der Niere weiter zu Calcitriol (die aktive Hormonform) umgewandelt
Referenzmenge (NRV)
5 Mikrogramm pro Tag (200 Internationale Einheiten). Die Schwelle für die Angabe "Quelle von Vitamin D" liegt bei 15 Prozent davon, also 0,75 Mikrogramm pro Tagesportion
Übliche Studiendosis
Meist 400 bis 4000 Internationale Einheiten (10 bis 100 Mikrogramm) täglich über Monate bis Jahre. Einzelne Studien prüften stattdessen eine einmalige Hochdosis von mehreren hunderttausend Internationalen Einheiten
Sicherheitshinweis
Fettlöslich, wird bei Überschuss nicht wie ein wasserlösliches Vitamin einfach ausgeschieden. Die EFSA hat eine tägliche Gesamt-Obergrenze festgelegt, siehe Abschnitt Sicherheit

Was diesem Stoff zugesprochen wird

Was die Studien hergeben.

Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.

  1. 01

    Aufnahme und Verwertung von Calcium und Phosphor

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Zugelassene Angabe nach Verordnung (EU) Nr. 432/2012 auf Grundlage einer abgeschlossenen EFSA-Bewertung (EFSA Journal 2009;7(9):1227). Voraussetzung ist nach dem Anhang der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, dass das Produkt mindestens eine signifikante Menge Vitamin D liefert, das sind 15 Prozent des Nährstoffbezugswerts von 5 Mikrogramm pro Tag, also 0,75 Mikrogramm pro Tagesportion. Für Nahrungsergänzungsmittel wird diese Menge nach Artikel 8 der Richtlinie 2002/46/EG als Prozentsatz des Referenzwerts auf dem Etikett angegeben, der Referenzwert selbst steht im Anhang der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011

    Quellen: 1, 2, 3, 4

  2. 02

    Normaler Calciumspiegel im Blut

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Zugelassene Angabe nach Verordnung (EU) Nr. 432/2012, dieselbe Mindestmenge wie bei der vorigen Zeile

    Quellen: 1

  3. 03

    Erhaltung normaler Knochen

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Zugelassene Angabe nach Verordnung (EU) Nr. 432/2012, dieselbe Mindestmenge wie oben

    Quellen: 1

  4. 04

    Erhaltung normaler Muskelfunktion

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Zugelassene Angabe nach Verordnung (EU) Nr. 432/2012, dieselbe Mindestmenge wie oben

    Quellen: 1

  5. 05

    Erhaltung normaler Zähne

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Zugelassene Angabe nach Verordnung (EU) Nr. 432/2012, dieselbe Mindestmenge wie oben

    Quellen: 1

  6. 06

    Normale Funktion des Immunsystems

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Zugelassene Angabe nach Verordnung (EU) Nr. 432/2012, dieselbe Mindestmenge wie oben

    Quellen: 1

  7. 07

    Funktion bei der Zellteilung

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Zugelassene Angabe nach Verordnung (EU) Nr. 432/2012, dieselbe Mindestmenge wie oben

    Quellen: 1

  8. 08

    Sturzgefahr bei Männern und Frauen ab 60 Jahren, als zugelassener Risikofaktor

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Eigene Angabenkategorie nach Artikel 14 Absatz 1 Buchstabe a der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, zur Verringerung eines Krankheitsrisikos, zugelassen durch Verordnung (EU) Nr. 1228/2014 auf Grundlage einer EFSA-Stellungnahme von 2011. Der zugelassene Wortlaut lautet, Vitamin D trägt dazu bei, die durch posturale Instabilität und Muskelschwäche bedingte Sturzgefahr zu verringern, Stürze sind bei Männern und Frauen ab 60 Jahren ein Risikofaktor für Knochenbrüche. Bedingung ist mindestens 15 Mikrogramm Vitamin D je angegebener Portion, die Angabe ist auf Nahrungsergänzungsmittel und auf diese Altersgruppe beschränkt, und die Verbraucher sind darüber zu unterrichten, dass sich die positive Wirkung erst bei einer täglichen Gesamtaufnahme von 20 Mikrogramm Vitamin D aus allen Quellen einstellt

    Quellen: 2, 5

  9. 09

    Frakturhäufigkeit und Knochenmineraldichte bei Erwachsenen ohne gezielte Mangelauswahl, ohne Effekt

    Nicht bestätigt
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine systematische Übersicht und Meta-Analyse aus 81 randomisierten Studien an Erwachsenen (älter als 18 Jahre, nicht 18 Jahre Studiendauer) mit 53537 Teilnehmenden fand, verglichen mit Placebo, unbehandelter Kontrolle oder niedrigerer Vitamin-D-Dosis, keinen Effekt auf Gesamtfrakturen (relatives Risiko 1,00, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,93 bis 1,07, 36 Studien, n gleich 44790), Hüftfrakturen (RR 1,11, CI 0,97 bis 1,26, 20 Studien, n gleich 36655) oder Knochenmineraldichte an fünf Messorten (Gruppenunterschied minus 0,16 bis plus 0,76 Prozent über 1 bis 5 Jahre). Eine Trial Sequential Analysis der Autoren schließt für Gesamtfrakturen eine Risikosenkung um 5 Prozent oder mehr und für Stürze um 7,5 Prozent oder mehr verlässlich aus, für Hüftfrakturen liegt der Schätzwert an der Grenze zur Unschärfe, ein erhöhtes Risiko schließen die Autoren selbst nicht sicher aus. Hohe und niedrige Dosen unterschieden sich in Untergruppenanalysen nicht, auch nicht oberhalb von 800 Internationalen Einheiten täglich [7]. Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Zusatzstudie zur VITAL-Studie an 25871 Erwachsenen (Männer ab 50, Frauen ab 55 Jahren, nicht nach Vitamin-D-Mangel oder geringer Knochendichte ausgewählt) fand unter täglich 2000 Internationalen Einheiten Vitamin D3 über median 5,3 Jahre, verglichen mit Placebo, ebenfalls keinen Effekt auf Gesamtfrakturen (Hazard Ratio 0,98, CI 0,89 bis 1,08), nicht vertebrale Frakturen (HR 0,97, CI 0,87 bis 1,07) oder Hüftfrakturen (HR 1,01, CI 0,70 bis 1,47). 42,6 Prozent der Teilnehmenden nahmen zu Studienbeginn bereits ein eigenes Vitamin-D-Präparat außerhalb der Studie ein, die Studie prüft in diesen Fällen eine zusätzliche Gabe obendrauf. Der mittlere Ausgangsspiegel lag bei 30,7 ng/ml, nur 2,4 Prozent der Teilnehmenden (401 Personen) hatten einen Spiegel unter 12 ng/ml. In explorativen, nicht als primäre Fragestellung vorab festgelegten Analysen zeigte sich für keinen der geprüften Ausgangsspiegel-Schwellenwerte (unter 12, unter 20, unter 30 oder ab 50 ng/ml) ein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen. Die Autoren selbst schreiben, die meisten Teilnehmenden hätten den für die Knochengesundheit nötigen Spiegel wahrscheinlich schon vor Studienbeginn erreicht, eine gezielte Prüfung an einer überwiegend mangelversorgten Bevölkerung war mit diesem Design nicht möglich [8]. Die Volltext-Diskussion dieser Studie verweist selbst auf zwei weitere große Studien mit demselben Nullbefund, die deshalb für diesen Eintrag nachgeholt wurden. Die randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte ViDA-Studie an 5110 Erwachsenen in Neuseeland erhielt eine Aufsättigungsdosis von 200000 Internationalen Einheiten Cholecalciferol, gefolgt von monatlich 100000 Internationalen Einheiten, mittlere Behandlungsdauer 3,4 Jahre (SD 0,4), laut PubMed-Erfassung ohne hinterlegte Interessenkonflikt-Angabe. Sie fand keinen Effekt auf nicht-vertebrale Frakturen (Hazard Ratio 1,19, CI 0,94 bis 1,50, adjustiert), bei einem mittleren Ausgangsspiegel von 63 nmol/l (30 Prozent der Teilnehmenden unter 50 nmol/l) [23]. Die randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte, 2x2x2-faktorielle DO-HEALTH-Studie an 2157 Erwachsenen ab 70 Jahren fand unter täglich 2000 Internationalen Einheiten Vitamin D3 über 3 Jahre, verglichen mit keiner Vitamin-D-Gabe (unabhängig von Omega-3- und Trainingsarm), ebenfalls keinen Effekt auf nicht-vertebrale Frakturen (Inzidenzratenverhältnis 1,03, 99-Prozent-Konfidenzintervall 0,75 bis 1,43, p gleich 0,79). Anders als bei VITAL ist das hier keine gut versorgte Population, der mittlere Ausgangsspiegel lag bei 22,4 ng/ml (SD 8,4) und 40,7 Prozent der Teilnehmenden (872 von 2140) hatten zu Studienbeginn einen Mangel unter 20 ng/ml. Eine vorab geplante Untergruppenanalyse nach genau dieser Mangelgrenze war für DO-HEALTH vorgesehen, wegen der Zahl der Endpunkte aber ausdrücklich auf die zwei Endpunkte mit den stärksten Effekten (Blutdruck und Infekte) beschränkt und im Volltext nur als Verweis auf ein Zusatzmaterial (eFigure 2B in Supplement 2) ausgewiesen, ohne die Zahlen selbst zu nennen, für Frakturen liegt keine solche Untergruppenanalyse vor. Die vier Autorinnen und Autoren mit den umfangreichsten Interessenerklärungen dieses Eintrags stammen aus dieser Studie, Bischoff-Ferrari meldet Zuwendungen ohne finanziellen Wert von Roche Diagnostics sowie Fördermittel von Pfizer und Vifor und persönliche Honorare von Wild, Sandoz, Pfizer, Vifor, Mylan, Roche Diagnostics und Meda Pharma, Vellas meldet Fördermittel und Honorare von Nestlé sowie Fördermittel von DSL, Rizzoli meldet Honorare von Abiogen, Danone, Echolight, EMF, ObsEva, Pfizer und Theramex, da Silva meldet Honorare von Forum D und öffentliches Engagement für das Thema Vitamin D [22]. Schwerer wiegt der Förderhinweis der Studie selbst, DO-HEALTH wurde neben dem Siebten Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Kommission und der Universität Zürich auch von DSM Nutritional Products, Roche, NESTEC, Pfizer und Streuli finanziert, und im Mitarbeiterverzeichnis der Arbeit stehen Beschäftigte von DSM Nutritional Products, Nestlé Health Science und Roche Diagnostics. Die Arbeit hält fest, die Geldgeber hätten keinen Einfluss auf Anlage, Durchführung, Auswertung oder Veröffentlichung gehabt. Diese Bindung gilt für alle drei Zeilen dieses Eintrags, die DO-HEALTH zitieren

    Quellen: 7, 8, 22, 23

  10. 10

    Tatsächliche Sturzhäufigkeit bei regelmäßiger (täglicher bis monatlicher) Einnahme, ohne Effekt in der Gesamtgruppe, jenseits der zugelassenen Risikofaktor-Angabe

    Nicht bestätigt
    Einordnung und Einschränkungen

    Die Meta-Analyse aus 81 Studien fand für Stürze, verglichen mit Placebo oder Kontrolle, in 37 Studien mit 34144 Teilnehmenden keinen Effekt (relatives Risiko 0,97, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,93 bis 1,02), eine Trial Sequential Analysis schließt für diesen Endpunkt eine Risikosenkung um 7,5 Prozent oder mehr verlässlich aus. Die eingeschlossenen Studien verteilen sich dabei nicht überwiegend auf tägliche Einnahme, der Anhang der Übersicht (Tabelle e13) weist für den Sturzendpunkt 18 Studien mit täglicher und 18 Studien mit intermittierender Gabe aus, also etwa hälftig. In genau dieser vorab festgelegten Untergruppe nach Einnahmerhythmus fanden sich unter täglicher Gabe weniger Stürze (relatives Risiko 0,92, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,87 bis 0,98), unter intermittierender Gabe nicht (RR 1,01, CI 0,95 bis 1,07). Der zugehörige Test auf Untergruppenunterschied fiel nicht signifikant aus, die Arbeit hält selbst fest, dass von 36 Untergruppenanalysen zu Frakturen und Stürzen nur eine einzige signifikant war und diese die Studiengröße betraf. Der Wert für die tägliche Gabe ist damit ein Anhaltspunkt und kein gesicherter Effekt, er gehört aber genannt, weil er in dieselbe Richtung zeigt wie die zugelassene Risikofaktor-Angabe oben [7]. Als aktuellere, gezielte Nachrecherche zu diesem Feld bestätigt eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie an 21315 Australierinnen und Australiern im Alter von 60 bis 84 Jahren diesen Nullbefund für ein monatliches Dosierschema, unter monatlich 60000 Internationalen Einheiten Cholecalciferol über im Mittel 4,3 Jahre fand sich, verglichen mit Placebo, kein Effekt auf das Sturzrisiko im Vormonat (Odds Ratio 1,02, CI 0,95 bis 1,10). Eine vorab nicht als Hauptfrage festgelegte Wechselwirkung mit dem Body-Mass-Index fiel jedoch auf, bei einem BMI unter 25 kg pro Quadratmeter war das Sturzrisiko unter Vitamin D erhöht (OR 1,25, CI 1,09 bis 1,43), bei einem BMI ab 25 kg pro Quadratmeter nicht (OR 0,95, CI 0,87 bis 1,04) [20]. Die zur Fraktur-Zeile nachgeholte ViDA-Studie bestätigt den Nullbefund für ein weiteres monatliches Bolus-Schema (nach einer Aufsättigungsdosis von 200000 Internationalen Einheiten), unter monatlich 100000 Internationalen Einheiten Cholecalciferol über im Mittel 3,4 Jahre fand sich, verglichen mit Placebo, ebenfalls kein Effekt auf das Sturzrisiko (adjustierte Hazard Ratio 0,99, CI 0,92 bis 1,07) [23]. Zu beiden monatlichen Bolus-Studien gilt ein gemeinsamer Vorbehalt, der Volltext der VITAL-Fraktur-Zusatzstudie hält zur Begründung möglicher abweichender Ergebnisse bei Bolusgabe ausdrücklich fest, Bolusgaben führten nachweislich zu einer nichtphysiologischen Schwankungsbreite der 25-Hydroxyvitamin-D-Blutspiegel, ein Vorbehalt, der für beide hier berichteten monatlichen Schemata gilt, nicht für die tägliche Einnahme [8]. Siehe zur gegenteiligen Zeile unten, die dort beschriebene Einzelstudie mit jährlicher Hochdosis [9] ist in dieser Übersicht enthalten, der Anhang führt sie in der Aufstellung der Studien zum Sturzendpunkt (Tabelle e8) auf, beide Zeilen stützen sich also nicht auf getrennte Studienbestände

    Quellen: 7, 20, 23

  11. 11

    Stürze und Frakturen unter einer einzelnen jährlichen Hochdosis, erhöht

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie an 2256 Frauen ab 70 Jahren, laut Studientext ausgewählt, weil sie als Personen mit hohem Frakturrisiko galten, fand unter einer einzelnen jährlichen Hochdosis von 500000 Internationalen Einheiten Cholecalciferol im Herbst oder Winter über 3 bis 5 Jahre, verglichen mit Placebo, mehr Stürze (83,4 gegenüber 72,7 pro 100 Personenjahre, Inzidenzratenverhältnis 1,15, CI 1,02 bis 1,30, p gleich 0,03) und mehr Frakturen (Inzidenzratenverhältnis 1,26, CI 1,00 bis 1,59, p gleich 0,047). Bei den Frakturen liegt die untere Grenze des Konfidenzintervalls exakt bei 1,00 und der p-Wert nahe an der üblichen Schwelle, dieser Teilbefund ist damit knapper als der Sturzbefund selbst. Der Ausgangsspiegel lag in einer Teilstichprobe von 137 Personen im Median bei 49 nmol/l, weniger als 3 Prozent dieser Teilstichprobe hatten einen Wert unter 25 nmol/l, ein Mangel lag zu Studienbeginn also überwiegend nicht vor. In einer nicht vorab als Hauptfrage festgelegten, laut Studientext post-hoc durchgeführten Zeitverlaufsanalyse zeigte sich der Anstieg der Sturzrate vor allem in den ersten 3 Monaten nach der Gabe. Dies ist der einzige randomisierte Schadensbefund in diesem Eintrag, siehe auch Abschnitt Sicherheit. Der plausibelste Unterschied zur oben genannten Nullbefund-Zeile ist das Dosierschema, eine seltene sehr hohe Einzeldosis statt einer regelmäßigen moderaten Dosis, nicht der Ausgangsspiegel, der in beiden Fällen überwiegend ausreichend war. Eine gezielte Suche nach einer neueren Studie mit demselben jährlichen Einzeldosis-Schema blieb ohne passenden Treffer, die oben in der Nullbefund-Zeile ergänzte neuere Studie [20] prüfte ein monatliches, nicht ein jährliches Schema. Diese Studie steht zudem nicht außerhalb der oben genannten Übersicht [7], sie ist dort in der Auswertung zum Sturzendpunkt enthalten, und die vorab festgelegte Untergruppe aller 18 Studien mit intermittierender Gabe zeigt keinen Anstieg der Stürze (relatives Risiko 1,01, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,95 bis 1,07) und keinen der Hüftfrakturen (RR 1,15, CI 0,96 bis 1,38, 8 Studien). Der Schadensbefund bleibt damit ein Einzelstudienbefund, der sich in der gepoolten Auswertung desselben Dosierungstyps nicht wiederholt, deshalb steht diese Zeile auf Hinweise und nicht mehr auf Belegt

    Quellen: 9

  12. 12

    Häufigkeit akuter Atemwegsinfekte bei üblicher täglicher Dosis

    Belegt
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine Meta-Analyse aggregierter Daten aus 46 randomisierten, doppelblinden Studien mit 75541 Teilnehmenden (0 bis 95 Jahre) fand, verglichen mit Placebo, eine niedrigere Rate an mindestens einer akuten Atemwegsinfektion (61,3 gegenüber 62,3 Prozent der Teilnehmenden, Odds Ratio 0,92, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,86 bis 0,99, 37 Studien). In begleitenden Untergruppenanalysen fiel der Effekt unterschiedlich groß aus, bei täglicher Einnahme (OR 0,78, CI 0,65 bis 0,94, 19 Studien), bei einer Tagesdosis von 400 bis 1000 Internationalen Einheiten (OR 0,70, CI 0,55 bis 0,89, 10 Studien), bei einer Studiendauer bis 12 Monaten (OR 0,82, CI 0,72 bis 0,93, 29 Studien) und bei Studieneintritt im Alter von 1 bis 15,99 Jahren, der stärksten Untergruppe (OR 0,71, CI 0,57 bis 0,90, 15 Studien). Ein formaler Interaktionstest fand für keine dieser vier Untergruppierungen (Dosis, Einnahmehäufigkeit, Studiendauer, Alter) einen statistisch gesicherten Unterschied zum Gesamteffekt, die einzelnen Werte sind Anhaltspunkte, keine bestätigten Effektmodifikatoren. Auch für den Ausgangsspiegel an 25-Hydroxyvitamin D fand sich in keiner der dafür gebildeten Untergruppen ein eigenständig signifikanter Effekt [10]. Eine ältere, kleinere Individualdaten-Metaanalyse aus 25 Studien mit 10933 Teilnehmenden hatte 2017 einen Gesamteffekt von OR 0,88 (CI 0,81 bis 0,96) gefunden, mit einem stärkeren Effekt bei täglicher oder wöchentlicher Gabe ohne zusätzliche Bolusdosis (OR 0,81, CI 0,72 bis 0,91) als bei einer oder mehreren Bolusgaben (OR 0,97, CI 0,86 bis 1,10, p für Interaktion gleich 0,05), und, innerhalb der täglich oder wöchentlich behandelten Teilnehmenden, mit einem stärkeren Effekt bei einem Ausgangsspiegel unter 25 nmol/l (OR 0,30, CI 0,17 bis 0,53) als bei einem Ausgangsspiegel ab 25 nmol/l (OR 0,75, CI 0,60 bis 0,95, p für Interaktion gleich 0,006) [11]. Diese Abhängigkeit vom Ausgangsspiegel bestätigte sich in der späteren, rund siebenmal größeren Arbeit nicht mehr [10]. Zur Herstellernähe, in der größeren, neueren Arbeit [10] erklärt der leitende Autor Zuwendungen mehrerer Hersteller, unter anderem von Pharma Nord und DSM Nutritional Products, sowie von der Fischer Family Trust, der AIM Foundation, Cytoplan und Thornton & Ross, eine Mitautorin wurde nach Abschluss ihrer eigenen, in die Übersicht eingeschlossenen Studie Angestellte bei GSK Canada. Laut den Autorenaffiliationen dieser Arbeit ist ein weiterer Mitautor am FANCL Research Institute der FANCL Corporation tätig, das ist eine Instituts- und Arbeitgeberangabe im Autorenverzeichnis, keine erklärte Interessenbindung. Die kleinere, ältere Arbeit [11] erklärt dagegen ausdrücklich, dass kein Autor in den vorangegangenen drei Jahren eine finanzielle Beziehung zu einer Organisation mit Interesse am Thema hatte. Die zur Fraktur-Zeile nachgeholte DO-HEALTH-Studie an Erwachsenen ab 70 Jahren (mittlerer Ausgangsspiegel 22,4 ng/ml, 40,7 Prozent mit einem Mangel unter 20 ng/ml, keine gut versorgte Population, siehe Fraktur-Zeile), außerhalb beider Übersichten, fand unter täglich 2000 Internationalen Einheiten Vitamin D3 über 3 Jahre für alle Infektionen zusammengenommen keinen signifikanten Effekt (Inzidenzratenverhältnis 0,95, 99-Prozent-Konfidenzintervall 0,84 bis 1,08, p gleich 0,33). Der Studientext beschreibt ausdrücklich als post-hoc-Entscheidung, wegen der geringen Teilnehmerzahl über 85 Jahren nur die Altersgruppen 70 bis 74 und ab 75 Jahre getrennt auszuwerten, nicht als vorab festgelegte Hauptfrage. Erst diese Untergruppenanalyse nach Alter zeigte einen Effekt bei den jüngsten Teilnehmenden der Studie (Inzidenzratenverhältnis 0,84, 99-Prozent-Konfidenzintervall 0,71 bis 0,99, p gleich 0,007), nicht in den älteren Untergruppen. Das passt zu der oben beschriebenen, stärksten Untergruppe der großen Übersicht bei Studieneintritt im Kindes- und Jugendalter und stützt insgesamt das Bild, dass der Effekt mit zunehmendem Alter der Studienpopulation abnimmt [22]. Zum Verhältnis der beiden Übersichten zueinander, die größere Arbeit [10] bezeichnet sich selbst als Aktualisierung der kleineren von 2017 [11] und trägt denselben leitenden Autor, beide sind deshalb ein Bestand und keine zwei unabhängigen Bestätigungen, die Stufe dieser Zeile ruht auf der größeren Auswertung. Zur Firmenbindung der ergänzend zitierten DO-HEALTH-Studie siehe die Fraktur-Zeile

    Quellen: 10, 11, 22

  13. 13

    Depressive Symptome bei bereits bestehender depressiver Symptomatik, kurzfristig

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine Dosis-Wirkungs-Meta-Analyse aus 31 randomisierten Studien mit 24189 Teilnehmenden fand, verglichen mit Placebo, je 1000 Internationale Einheiten Vitamin D3 täglich eine geringe Verringerung depressiver Symptome bei Menschen mit und ohne bestehende Symptomatik zusammengenommen (standardisierte Mittelwertdifferenz minus 0,32, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,43 bis minus 0,22), deutlich stärker in der Untergruppe mit bereits bestehenden depressiven Symptomen (SMD minus 0,57, CI minus 0,69 bis minus 0,44, 15 Studien). Der Effekt zeigte sich bei einer Studiendauer bis 24 Wochen, bereits bei 24 bis 52 Wochen und danach nicht mehr, siehe die eigene Zeile zur Vorbeugung [12]. Eine zweite Meta-Analyse aus 18 randomisierten Studien an Erwachsenen mit ärztlich diagnostizierter Depression fand eine Verringerung depressiver Symptome nur bei einem Ausgangsspiegel an 25-Hydroxyvitamin D über 50 nmol/l (SMD minus 0,38, CI minus 0,68 bis minus 0,08), nicht bei niedrigerem Ausgangsspiegel [13], ihr Gesamteffekt über alle 18 Studien fiel mit SMD minus 0,15 (CI minus 0,26 bis minus 0,04) deutlich kleiner aus als der oben genannte. Die beiden Übersichten sind kein doppelter Beleg, ein Abgleich der Literaturverzeichnisse zeigt, dass mindestens 11 der 18 Primärstudien der kleineren Arbeit [13] auch in den 31 Studien der größeren [12] stecken (unter anderem Alavi 2019, Choukri 2018, Dean 2011, Frandsen 2014, Hansen 2019, Jorde 2008, Kaviani 2020, Marsh 2017, Okereke 2020, Sepehrmanesh 2016 und Yosaee 2020), sie werten also weitgehend denselben Bestand mit unterschiedlichem Zuschnitt aus. Der Volltext der Dosis-Wirkungs-Meta-Analyse [12] führt zusätzlich eine eigene Untergruppierung nach dokumentiertem Vitamin-D-Mangel der eingeschlossenen Studien, mit einem signifikanten Unterschied zwischen den Untergruppen (p kleiner 0,001). Studien an Menschen mit nachgewiesenem Mangel fanden einen kleinen Effekt (SMD minus 0,26, CI minus 0,42 bis minus 0,10, 17 Studien), Studien ohne nachgewiesenen Mangel laut der im Volltext abgedruckten Tabelle keinen (SMD 0,10, CI minus 0,28 bis 0,08, 6 Studien); der Punktschätzer 0,10 liegt hier außerhalb des eigenen Konfidenzintervalls, das nur negative bis leicht positive Werte umfasst, das ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Vorzeichenfehler der Quelle (vermutlich minus 0,10 gemeint), dieser Eintrag übernimmt die Zahl wie gedruckt, wertet sie aber als wahrscheinlichen Fehler der Quelle, nicht als inhaltliche Aussage zur Richtung des Effekts. Studien mit gemischter oder nicht eindeutig berichteter Mangellage fanden den größten Effekt (SMD minus 0,91, CI minus 1,29 bis minus 0,52, 8 Studien), das widerspricht der einfachen Erwartung "mehr Mangel gleich mehr Wirkung" und wird von den Autoren nicht erklärt. Dieselbe Arbeit modelliert zudem eine Dosis-Wirkungs-Kurve mit dem größten geschätzten Effekt bei 8000 Internationalen Einheiten täglich (SMD minus 2,04, CI minus 3,77 bis minus 0,31, diese Zahl steht bereits im Abstract), eine im Vergleich zu allen anderen hier zitierten Effektgrößen ungewöhnlich große und zugleich extrem unscharfe Schätzung, die auf wenigen Studien in diesem Dosisbereich beruhen dürfte und für niedrigere Dosen ohnehin nicht repräsentativ ist, sie wird deshalb hier nicht als eigener Befund gewertet, nur als Hinweis auf die Unsicherheit der Extrapolation zu hohen Dosen. Wichtig zur Einordnung dieser Kurve, der Dosis-Wirkungs-Trend insgesamt ist statistisch gesichert (p kleiner 0,001), eine Nichtlinearität der Kurve selbst prüft die Arbeit gesondert und findet dafür keinen gesicherten Beleg (p für Nichtlinearität gleich 0,208), der Verlauf könnte also ebenso gut linear sein, die oben genannte Spitze bei 8000 Internationalen Einheiten ist damit noch unsicherer als eine gesicherte Kurvenform vermuten ließe

    Quellen: 12, 13

  14. 14

    Depressive Symptome bei Menschen ohne bestehende Symptome, über mehrere Jahre, ohne Effekt

    Nicht bestätigt
    Einordnung und Einschränkungen

    In derselben Dosis-Wirkungs-Meta-Analyse verschwand der Effekt bereits bei einer Studiendauer von 24 bis 52 Wochen (SMD minus 0,13, CI minus 0,28 bis 0,02, 5 Studien) und blieb bei einer Studiendauer über 52 Wochen ebenfalls aus (SMD 0,14, CI minus 0,16 bis 0,44, 3 Studien), der Effekt ist also nicht erst nach 52, sondern schon ab etwa 24 Wochen nicht mehr nachweisbar [12]. Die bislang größte und am längsten laufende Präventionsstudie zu dieser Frage, eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Zusatzstudie zur VITAL-Studie an 18353 Erwachsenen ab 50 Jahren ohne aktuell bestehende depressive Symptome, fand unter täglich 2000 Internationalen Einheiten Vitamin D3 über median 5,3 Jahre, verglichen mit Placebo, keinen Unterschied beim Auftreten von Depression oder klinisch relevanten depressiven Symptomen (Hazard Ratio 0,97, CI 0,87 bis 1,09) und keine Veränderung der Stimmungswerte (mittlere Differenz 0,01 Punkte auf einer Skala von 0 bis 24 Punkten, CI minus 0,04 bis 0,05, bei einer von den Autoren als klinisch bedeutsam festgelegten Mindestdifferenz von 0,5 Punkten). 42,6 Prozent der Teilnehmenden nahmen zu Studienbeginn bereits ein eigenes Vitamin-D-Präparat außerhalb der Studie ein, der mittlere Ausgangsspiegel lag bei 30,8 ng/ml. Die Autoren schreiben selbst, dieser Ausgangsspiegel liege bereits an der Schwelle, ab der ein zusätzlicher Nutzen erwartet wird, was die Aussagekraft für eine allgemeine, nicht gezielt mangelversorgte Bevölkerung einschränkt, siehe auch die Fraktur-Zeile zum selben Punkt. Das Studienpräparat wurde von Pharmavite LLC gestellt, mehrere Autorinnen und Autoren melden eigene Zuwendungen (unter anderem Buchtantiemen, Honorare und, bei einer Autorin, die Mitgliedschaft ihres Ehepartners im wissenschaftlichen Beirat von Pharmavite sowie persönliche Zahlungen von Pharmavite), die Studie selbst wurde überwiegend über die National Institutes of Health öffentlich finanziert [14]. Diese Studie ist zugleich eine der 31 Primärstudien der oben genannten Dosis-Wirkungs-Meta-Analyse [12], die beiden Quellen dieser Zeile sind also kein doppelter Beleg, sondern ein Bestand

    Quellen: 12, 14

  15. 15

    Systolischer Blutdruck

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine 2026 veröffentlichte Meta-Analyse aus 45 randomisierten Studien fand in der Primäranalyse, verglichen mit Placebo, eine Senkung des systolischen Blutdrucks um 2,79 mmHg (95-Prozent-Konfidenzintervall minus 4,65 bis minus 0,94, erhebliche Heterogenität, I-Quadrat 82,6 Prozent), stärker bei Teilnehmenden ab 55 Jahren (minus 3,15 mmHg, CI minus 3,98 bis minus 2,32) als bei jüngeren. Für LDL-Cholesterin, Nüchternblutzucker, HbA1c, Gesamtcholesterin, HDL-Cholesterin, Triglyzeride und BMI fand dieselbe Primäranalyse dagegen keinen signifikanten Effekt (unter anderem LDL p gleich 0,089, Nüchternblutzucker p gleich 0,099, HbA1c p gleich 0,816), bei den meisten dieser Endpunkte ebenfalls mit erheblicher Heterogenität (I-Quadrat überwiegend über 75 Prozent). Erst in Sensitivitätsanalysen, in denen einzelne als einflussreich identifizierte Studien mit hohem Verzerrungsrisiko ausgeschlossen wurden, wurden die Effekte auf LDL, Nüchternblutzucker und HbA1c statistisch signifikant (unter anderem Nüchternblutzucker minus 0,110 mmol/l, CI minus 0,185 bis minus 0,036, nach Ausschluss einer Studie, HbA1c minus 0,164 Prozent, CI minus 0,322 bis minus 0,006, nach Ausschluss einer weiteren Studie), für SBP wurde keine solche Sensitivitätsprüfung nötig, da die Primäranalyse dort bereits signifikant war. Zum Ausgangsspiegel, die meisten eingeschlossenen Studien berichteten einen mittleren Ausgangsspiegel an 25-Hydroxyvitamin D unter 50 nmol/l, ein Hinweis auf eine überwiegend nicht ausreichend versorgte Studienpopulation. Eine vorab geplante Untergruppenanalyse nach diesem Ausgangsspiegel fand für Nüchternblutzucker und HbA1c einen signifikanten Effekt in der Untergruppe mit einem Spiegel unter 50 nmol/l, nicht aber in der besser versorgten Untergruppe, für den systolischen Blutdruck selbst zeigte diese Untergruppierung nach Ausgangsspiegel dagegen keinen signifikanten Unterschied, dort war stattdessen das Alter der ausschlaggebende Faktor. Die eingeschlossenen Studien stammten überwiegend an Menschen mit bestehenden Erkrankungen (unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht, polyzystisches Ovarialsyndrom, chronische Nierenerkrankung) und prüften Dosen von 20 bis 100000 Internationalen Einheiten, verabreicht täglich, wöchentlich oder als Bolusdosis. Die Autoren selbst bewerten die klinische Bedeutung der gefundenen Effekte als unsicher, die Arbeit meldet keinen Interessenkonflikt und wurde von der Hashemite University finanziert [15]. Außerhalb dieser Übersicht fand die randomisierte, placebokontrollierte DO-HEALTH-Studie an über 70-Jährigen (mittlerer Ausgangsspiegel 22,4 ng/ml, 40,7 Prozent mit einem Mangel unter 20 ng/ml, siehe Fraktur-Zeile) unter täglich 2000 Internationalen Einheiten Vitamin D3 über 3 Jahre keinen signifikanten Effekt auf den systolischen Blutdruck (Unterschied minus 0,8 mmHg, 99-Prozent-Konfidenzintervall minus 2,1 bis 0,5, p gleich 0,13), eine deutlich kleinere und statistisch nicht gesicherte Größenordnung als der oben genannte Übersichts-Befund, an einer Studienpopulation, die in der Übersicht nicht enthalten ist. Der Blutdruck gehörte zu den beiden einzigen Endpunkten, für die DO-HEALTH eine vorab geplante Untergruppenanalyse nach Ausgangsspiegel-Mangel (unter oder ab 20 ng/ml) vorsah, die zugehörigen Zahlen stehen aber nur in einem Zusatzmaterial (eFigure 2B in Supplement 2) und lagen für diesen Eintrag nicht vor [22]. Blutdruck ist ein Surrogatparameter, kein Ereignis, siehe dazu die eigene Zeile zu kardiovaskulären Ereignissen

    Quellen: 15, 22

  16. 16

    Kardiovaskuläre Ereignisse (Herzinfarkt, Schlaganfall, kardiovaskulärer Tod), ohne Effekt

    Nicht bestätigt
    Einordnung und Einschränkungen

    Die VITAL-Studie, eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie an 25871 Erwachsenen (Männer ab 50, Frauen ab 55 Jahren, nicht nach Vitamin-D-Mangel ausgewählt, 42,6 Prozent nahmen zu Studienbeginn bereits ein eigenes Vitamin-D-Präparat außerhalb der Studie ein), fand unter täglich 2000 Internationalen Einheiten Vitamin D3 über median 5,3 Jahre, verglichen mit Placebo, keinen statistisch signifikanten Unterschied bei schweren kardiovaskulären Ereignissen, zusammengesetzt aus Herzinfarkt, Schlaganfall oder Tod aus kardiovaskulärer Ursache (Hazard Ratio 0,97, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,85 bis 1,12). Das Intervall schließt lediglich einen Anstieg um mehr als 12 Prozent aus, nach unten reicht es bis zu einer Senkung um 15 Prozent, das ist die Größenordnung, in der zugelassene Präventionstherapien wirken. Weder ein Nutzen dieser Größenordnung noch ein kleiner bis mäßiger Schaden lassen sich aus diesen Daten ausschließen. Die drei Einzelkomponenten waren einzeln betrachtet ähnlich unentschieden, Herzinfarkt (HR 0,96, CI 0,78 bis 1,19), Schlaganfall (HR 0,95, CI 0,76 bis 1,20) und kardiovaskulärer Tod (HR 1,11, CI 0,88 bis 1,40). Eine erweiterte Definition kardiovaskulärer Ereignisse zeigte ebenfalls keinen Unterschied (HR 0,96, CI 0,86 bis 1,08). Der Volltext der Studie berichtet dazu eine eigene Untergruppentabelle nach Ausgangsspiegel an 25-Hydroxyvitamin D, bei einem Spiegel unter 20 ng/ml (n gleich 2001) lag die Hazard Ratio für schwere kardiovaskuläre Ereignisse bei 1,09 (CI 0,68 bis 1,76), bei einem Spiegel ab 20 ng/ml (n gleich 13786) bei 1,00 (CI 0,83 bis 1,21), p für Interaktion gleich 0,75, kein signifikanter Unterschied zwischen den Untergruppen. Dieselbe Tabelle führt für die Gesamtinzidenz invasiver Krebserkrankungen (nicht Krebssterblichkeit, dazu die eigene Zeile unten) ebenfalls keinen Unterschied nach Ausgangsspiegel (unter 20 ng/ml HR 0,97, CI 0,68 bis 1,39, ab 20 ng/ml HR 0,98, CI 0,86 bis 1,12, p für Interaktion gleich 0,99). Zum Vergleich, bei den oben beschriebenen Gesamtfrakturen schließt eine Trial Sequential Analysis [7] verlässlich eine Risikosenkung um 5 Prozent oder mehr aus, bei Stürzen um 7,5 Prozent oder mehr, hier ist ein vergleichbarer Ausschluss nicht möglich, die Unschärfe ist deutlich größer

    Quellen: 16

  17. 17

    Auftreten von Autoimmunerkrankungen

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine Zusatzauswertung derselben VITAL-Studie erfasste über median 5,3 Jahre ärztlich bestätigte, neu aufgetretene Autoimmunerkrankungen (unter anderem rheumatoide Arthritis, Polymyalgia rheumatica, Autoimmun-Schilddrüsenerkrankungen, Psoriasis) bei 25871 Erwachsenen. Unter täglich 2000 Internationalen Einheiten Vitamin D3, verglichen mit Placebo, erkrankten weniger Teilnehmende (123 gegenüber 155 Fälle, Hazard Ratio 0,78, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,61 bis 0,99, p gleich 0,05). Der p-Wert liegt exakt an der üblichen Signifikanzschwelle und die obere Grenze des Konfidenzintervalls reicht fast bis zur Null, der Befund ist damit knapp und nicht robust. Eine vorab festgelegte Untergruppenanalyse fand einen stärkeren Zusammenhang bei niedrigerem Body-Mass-Index (p für Interaktion gleich 0,02), ein ähnliches Muster wie die oben unter Stürzen beschriebene, ebenfalls nicht vorab als Hauptfrage festgelegte BMI-Wechselwirkung bei der D-Health-Studie, in beiden Fällen an derselben Vitamin-D-Form, aber unterschiedlichen Endpunkten und Dosierschemata, eine gemeinsame Erklärung dafür liegt für diesen Eintrag nicht vor. Diese Zusatzauswertung war öffentlich finanziert, ihre Autoren geben keine eigenen Interessenkonflikte an [17]

    Quellen: 17

  18. 18

    Gesamtmortalität, in älterer Übersicht gesenkt (nur Vitamin D3), in zwei neueren Einzelstudien ohne Effekt

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine Cochrane-Übersicht und Meta-Analyse aus 159 identifizierten randomisierten Studien, von denen 56 mit 95286 Teilnehmenden (überwiegend Frauen über 70 Jahre, gewichtete mittlere Einnahmedauer 4,4 Jahre) verwertbare Mortalitätsdaten lieferten, fand für Vitamin D3, verglichen mit Placebo oder keiner Behandlung, eine Verringerung der Gesamtmortalität (relatives Risiko 0,94, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,91 bis 0,98, p gleich 0,002, 38 Studien mit 75927 Teilnehmenden). Eine Trial Sequential Analysis der Autoren unterstützt diesen Befund, die kumulative Z-Kurve überschreitet die Grenze für einen gesicherten Nutzen, umgerechnet müssten laut Abstract 150 Menschen über 5 Jahre behandelt werden, um einen zusätzlichen Todesfall zu verhindern. Die Übersicht stuft die Qualität dieses Befundes selbst als moderat ein (GRADE, um eine Stufe herabgesetzt wegen des Risikos einer Verzerrung durch Studienabbrecher). Mehr als 8 Prozent der Teilnehmenden brachen die zugrunde liegenden Studien vorzeitig ab, und 94 der 159 identifizierten Studien berichteten überhaupt keine Sterbefälle. In Szenarioanalysen, die unterschiedliche Annahmen zum Schicksal der Studienabbrecher testen, konnte sich je nach Annahme eine starke Senkung oder ein starker Anstieg der Mortalität ergeben, ein Hinweis auf die Empfindlichkeit des Hauptbefundes gegenüber den fehlenden Daten, diese Szenarioanalyse und die Trial Sequential Analysis behandeln unterschiedliche Fehlerquellen (fehlende Daten gegenüber Zufall) und widersprechen sich nicht. Von den 56 Studien mit Mortalitätsdaten berichteten 45 (80 Prozent) den Ausgangsspiegel der Teilnehmenden, davon 19 Studien mit ausreichender Versorgung (ab 20 ng/ml) und 26 Studien mit Unterversorgung (unter 20 ng/ml), diese Zahl steht bereits im Abstract, ein formaler Test fand zwischen diesen beiden Untergruppen keinen signifikanten Unterschied. Eine Untergruppenanalyse nach Herstellernähe der Studien wird im Abstract nur benannt (Vergleich von Studien ohne und mit Risiko einer Herstellerverzerrung), die zugehörigen Zahlen stehen nur im Volltext, in Studien ohne erkennbares Herstellerinteresse zeigte sich kein Effekt auf die Gesamtmortalität (RR 0,97, CI 0,92 bis 1,03, 7 Studien, n gleich 7372), in Studien mit erkennbarem Herstellerinteresse ein knapp signifikanter (RR 0,96, CI 0,93 bis 1,00, 49 Studien, n gleich 87914), ein formaler Interaktionstest fand auch hier keinen statistisch gesicherten Unterschied zwischen beiden Untergruppen (Chi-Quadrat 0,07, p gleich 0,80), sodass sich daraus kein gesicherter Effekt der Herstellernähe ableiten lässt, es bleibt aber die Beobachtung, dass die Untergruppe ohne Herstellerinteresse für sich genommen keinen signifikanten Effekt zeigte. Diese Untergruppenanalyse läuft über den gesamten Vergleich Vitamin D gegen Placebo oder keine Intervention und damit über alle geprüften Vitamin-D-Formen zusammen (56 Studien, 95286 Teilnehmende), nicht nur über die 38 Studien der Vitamin-D3-spezifischen Auswertung oben, sie ist deshalb nicht eins zu eins auf den hier zitierten D3-Befund übertragbar. Die Autoren fordern selbst ausdrücklich weitere placebokontrollierte randomisierte Studien. Für Vitamin D2 zeigte sich in derselben Übersicht kein Effekt (RR 1,02, CI 0,96 bis 1,08, 12 Studien mit 18349 Teilnehmenden), ebenso wenig für Alfacalcidol und Calcitriol. Ein direkter statistischer Vergleich zwischen den Formen oder ein Test auf Untergruppenunterschied wird in der Übersicht nicht berichtet, ein signifikanter Befund in der einen und ein nicht signifikanter in der anderen Form belegen für sich genommen keinen Unterschied zwischen den Formen, zumal die Vitamin-D2-Studien zusammen nur rund ein Viertel der Teilnehmendenzahl der Vitamin-D3-Studien erreichen. Vitamin D3 zusammen mit Calcium erhöhte in derselben Übersicht das Risiko für Nierensteine (RR 1,17, CI 1,02 bis 1,34, 4 Studien, n gleich 42876). Die eingeschlossenen Studien sind im Mittel über 10 Jahre alt, die Übersicht selbst stammt von 2014. Eine deutlich neuere, sehr große randomisierte Studie an einer allgemeinen, überwiegend gut versorgten Erwachsenenbevölkerung (dieselbe VITAL-Studie wie in der Zeile zu kardiovaskulären Ereignissen) fand dagegen keinen Effekt auf die Gesamtmortalität (Hazard Ratio 0,99, CI 0,87 bis 1,12, 978 Sterbefälle), sie widerspricht damit dem älteren, aus vielen kleineren und älteren Studien gepoolten Befund, zur Krebssterblichkeit derselben Studie siehe die eigene Zeile dazu [16]. Eine zweite, ebenfalls sehr große randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie an derselben Studienpopulation wie in der Sturz-Zeile (21315 Australierinnen und Australier ab 60 Jahren) prüfte die Gesamtmortalität als primären Endpunkt, unter monatlich 60000 Internationalen Einheiten Cholecalciferol über median 5,7 Jahre fand sich, verglichen mit Placebo, kein Effekt auf die Gesamtmortalität (1100 Sterbefälle, Hazard Ratio 1,04, CI 0,93 bis 1,18) und keiner auf die kardiovaskuläre Sterblichkeit (HR 0,96, CI 0,72 bis 1,28), zur Krebssterblichkeit derselben Studie siehe ebenfalls die eigene Zeile dazu [21]. Eine gezielte zweite Suche nach einer neueren, ebenso umfassenden Übersicht speziell zur Gesamtmortalität blieb ohne passenden Treffer

    Quellen: 16, 18, 21

  19. 19

    Krebssterblichkeit, in älterer Übersicht gesenkt (nur Vitamin D3, gepoolt), in zwei neueren Einzelstudien uneinheitlich, jeweils in nicht vorab festgelegten Zusatzanalysen (VITAL sinkend, D-Health steigend)

    Widersprüchlich
    Einordnung und Einschränkungen

    Diese Zeile trennt die Krebssterblichkeit von der Gesamtmortalität, weil sich für sie ein echter Widerspruch zwischen zwei großen, aktuellen Studien zeigt, nicht nur ein Nullbefund. Die oben zur Gesamtmortalität zitierte Cochrane-Übersicht [18] fand für Vitamin D3, verglichen mit Placebo oder keiner Behandlung, zusätzlich eine statistisch signifikante Verringerung der Krebssterblichkeit (relatives Risiko 0,88, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,78 bis 0,98, p gleich 0,02, I-Quadrat 0 Prozent, 4 Studien mit 44492 Teilnehmenden), diese Zahl steht bereits im Abstract. Die VITAL-Studie [16] fand über die gesamte Studiendauer von median 5,3 Jahren keinen signifikanten Effekt auf die Krebssterblichkeit (Hazard Ratio 0,83, CI 0,67 bis 1,02, 341 Fälle). In einer nicht im Studienprotokoll vorab festgelegten Zusatzanalyse, die Todesfälle im ersten beziehungsweise in den ersten zwei Jahren ausschloss, sank die Krebssterblichkeit dagegen (Hazard Ratio 0,79, CI 0,63 bis 0,99, beziehungsweise HR 0,75, CI 0,59 bis 0,96), in beiden Fällen liegt die obere Grenze des Konfidenzintervalls nahe an der Null, ein knapper Befund. Die D-Health-Studie [21] an 21315 Australierinnen und Australiern ab 60 Jahren fand über die gesamte Studiendauer von median 5,7 Jahren ebenfalls keinen signifikanten Effekt (Hazard Ratio 1,15, CI 0,96 bis 1,39). In derselben Art nicht vorab festgelegter Zusatzanalyse, die die ersten 2 Jahre ausschloss, stieg die Krebssterblichkeit dagegen (Hazard Ratio 1,24, CI 1,01 bis 1,54, p gleich 0,05), ebenfalls ein knapper Befund, die untere Grenze des Konfidenzintervalls liegt nur wenig über der Null und der p-Wert trifft die übliche Schwelle exakt, genauso knapp wie der oben berichtete Senkungsbefund der VITAL-Studie. Die D-Health-Autoren selbst bezeichnen ihren eigenen Anstieg im Studientext als zahlenmäßig höher ("numerically higher"), nicht als gesichert signifikant, und vermeiden das Wort "signifikant" an dieser Stelle; dieser Eintrag übernimmt für beide Befunde, den sinkenden und den steigenden, dieselbe vorsichtige Sprache, unabhängig davon, ob der jeweilige Befund einen Nutzen oder einen möglichen Schaden zeigt. Diese beiden Zusatzanalysen widersprechen sich damit in genau demselben Auswertungsschritt (Ausschluss der frühen Nachbeobachtungszeit) und am selben Endpunkt, die eine findet eine Senkung, die andere einen Anstieg, keine von beiden war vorab festgelegt oder für Mehrfachtests korrigiert. Der plausibelste Unterschied zwischen beiden Studien ist das Dosierschema, täglich in der einen, als monatliche Bolusgabe in der anderen, wie bereits bei den Stürzen und Frakturen oben diskutiert, ein Ausgangsspiegel-Unterschied ist dagegen keine plausible Erklärung, da beide Studienpopulationen überwiegend ausreichend versorgt waren, die D-Health-Autoren schreiben selbst, nach dem Vorsorgeprinzip könnte gerade dieses monatliche Dosierschema bei bereits ausreichend versorgten Menschen ungeeignet sein. Für die D-Health-Studie [21] besteht eine Berichtigung (PMID 35325597), sie betrifft nach Prüfung sieben Punkte, unter anderem eine Anhang-Tabelle mit Aufschlüsselung nach einzelnen Krebsarten und Todesursachen, die wegen zu kleiner Fallzahlen (unter 5) nicht hätte berichtet werden dürfen und deshalb zurückgezogen wurde, zwei zusammengefasste Zeilendaten in zwei weiteren Anhang-Tabellen, die Zensierungszahlen in der Legende einer Abbildung im Haupttext, zwei Werte im "Research in Context"-Absatz zu vorbestehender Evidenz (RR 0,98, CI 0,95 bis 1,02 für Gesamtmortalität, RR 0,85, CI 0,74 bis 0,97 für Krebssterblichkeit), eine Autorenangabe zu einer zitierten Referenz sowie Referenzzuordnungen in zwei Absätzen der Diskussion. Die hier zitierten Hazard Ratios aus dem eigenen Studienergebnis sind von keinem dieser sieben Punkte betroffen, bemerkenswert bleibt aber, dass ausgerechnet die Aufschlüsselung nach einzelnen Krebsarten zurückgezogen wurde, also das Feld, um das diese Zeile kreist, auch wenn die hier verwendeten Gesamtwerte selbst nicht korrigiert wurden. Eine für diesen Eintrag gezielt nachrecherchierte dritte, kleinere Studie mit täglichem statt monatlichem Dosierschema, die finnische FIND-Studie an 2495 Männern ab 60 und Frauen ab 65 Jahren aus der Allgemeinbevölkerung ohne bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankung oder Krebs zu Studienbeginn, fand unter täglich 1600 oder 3200 Internationalen Einheiten (40 beziehungsweise 80 Mikrogramm) Vitamin D3 über 5 Jahre, verglichen mit Placebo, keinen Effekt auf die Gesamtinzidenz invasiver Krebserkrankungen (1600 IE, Hazard Ratio 1,14, CI 0,75 bis 1,72; 3200 IE, Hazard Ratio 0,95, CI 0,61 bis 1,47). FIND prüfte wie VITAL ein tägliches Schema. Die Studie erfasste auch Krebstodesfälle, konnte die Krebssterblichkeit aber nicht wie geplant auswerten, weil kein Krebstod als erstes Ereignis auftrat. Für Krebsinzidenz berichtet sie zusätzlich eine Analyse ohne die ersten zwei Jahre. Aus dem fehlenden Effekt auf Krebsinzidenz folgt keine Entwarnung für Krebssterblichkeit [24]. Zusammengenommen zeigt sich für die Krebssterblichkeit in großen, aktuellen Einzelstudien kein eindeutiges Bild, während eine ältere, aus vier kleineren Studien gepoolte Übersicht eine Verringerung findet. Der Widerspruch zwischen den beiden neueren Studien betrifft ausschließlich eine nicht vorab festgelegte, hypothesengenerierende Zusatzanalyse und sollte weder als gesicherter Schadensbefund noch als gesicherter Nutzenbefund gelesen werden, siehe auch Abschnitt Sicherheit

    Quellen: 16, 18, 21, 24

Vitamin D hat mehr behördlich geprüfte Grundfunktionen als die meisten anderen Vitamine im Kompendium, von der Calciumaufnahme bis zur Zellteilung. Diese Angaben beschreiben, wozu der Körper Vitamin D braucht, nicht ob eine zusätzliche Einnahme über den Bedarf hinaus einen weiteren Nutzen bringt. Die zugelassene Angabe zur Sturzgefahr ist rechtlich eine andere Kategorie als die übrigen sieben, sie beruht auf einem Artikel-14-Verfahren zur Verringerung eines Krankheitsrisikos und trägt deshalb eine eigene, engere Bedingung samt Altersgrenze.

Für die Fragen, mit denen die meisten Menschen zu Vitamin D kommen, also Frakturen, tatsächliche Stürze, Infekte, Stimmung, Herz-Kreislauf und Mortalität, lohnt sich der Blick auf den Ausgangs-Vitamin-D-Spiegel der jeweiligen Studienteilnehmenden. Bei einigen der unten aufgeführten Wirkungen hängt das Ergebnis in kleineren, älteren Arbeiten von diesem Ausgangsspiegel ab, in größeren, neueren Arbeiten bestätigt sich das nicht mehr oder lässt sich wegen einer überwiegend bereits gut versorgten Studienpopulation gar nicht sauber prüfen, siehe die einzelnen Abschnitte. Was in diesem Eintrag fehlt, weil es nicht recherchiert wurde: eine eigene Wirkungslinie speziell für Menschen mit labordiagnostisch nachgewiesenem Mangel, siehe Offen-Block.

Studien im Detail

Frakturen, Knochendichte und tatsächliche Stürze

Die mit Abstand größte Datenbasis zu diesem Themenfeld liefert eine 2018 veröffentlichte systematische Übersicht mit Trial Sequential Analysis über 81 randomisierte Studien an Erwachsenen (älter als 18 Jahre) mit 53537 Teilnehmenden [7]. Verglichen mit Placebo, unbehandelter Kontrolle oder einer niedrigeren Vitamin-D-Dosis fand sie weder für Gesamtfrakturen (relatives Risiko 1,00, CI 0,93 bis 1,07) noch für Hüftfrakturen (RR 1,11, CI 0,97 bis 1,26) noch für Stürze (RR 0,97, CI 0,93 bis 1,02) noch für die Knochenmineraldichte an fünf Messorten einen Effekt. Höhere Dosen, auch oberhalb von 800 Internationalen Einheiten täglich, unterschieden sich in Untergruppenanalysen nicht von niedrigeren. Die eigene Trial Sequential Analysis der Autoren schließt für Gesamtfrakturen eine Risikosenkung um 5 Prozent oder mehr und für Stürze um 7,5 Prozent oder mehr verlässlich aus, bei Hüftfrakturen liegt der Schätzwert dagegen an der Grenze zwischen einem Nullbefund und einem möglichen erhöhten Risiko, ein Anstieg lässt sich aus den Daten nicht sicher ausschließen. Die Studie war unabhängig finanziert (Health Research Council of New Zealand), die Autoren sitzen an neuseeländischen Universitäten.

Diese Nullbefunde bei den Frakturen bestätigt die 2022 veröffentlichte fracture-Zusatzstudie der VITAL-Studie an 25871 Erwachsenen unter täglich 2000 Internationalen Einheiten Vitamin D3 über median 5,3 Jahre, verglichen mit Placebo (Hazard Ratio für Gesamtfrakturen 0,98, CI 0,89 bis 1,08) [8]. Zur Frage nach dem Ausgangsspiegel: Diese Studie hat in explorativen, nicht vorab als primäre Fragestellung festgelegten Analysen keinen signifikanten Unterschied zwischen verschiedenen Ausgangsspiegel-Schwellenwerten gefunden, das ist etwas anderes als ein gezielter, aussagekräftiger Test der Mangel-Hypothese. Der mittlere Ausgangsspiegel der Teilnehmenden lag bei 30,7 ng/ml, nur 2,4 Prozent (401 Personen) hatten einen Spiegel unter 12 ng/ml. Die Autoren selbst schreiben, die meisten Teilnehmenden hätten den für die Knochengesundheit nötigen Spiegel wahrscheinlich schon vor Studienbeginn erreicht, eine Studie an einer gezielt mangelversorgten Bevölkerung sei mit diesem Design weder machbar noch ethisch vertretbar gewesen. Dazu kommt: 42,6 Prozent der Teilnehmenden nahmen bei Studienbeginn bereits ein eigenes Vitamin-D-Präparat außerhalb der Studie ein, die Studie testet in diesen Fällen eine zusätzliche Gabe obendrauf. Die Teilnehmenden waren zudem nicht wegen eines Mangels oder geringer Knochendichte ausgewählt worden, sondern eine allgemeine, überwiegend gut versorgte Bevölkerung 50 beziehungsweise 55 Jahre und älter.

Der Volltext der VITAL-Fraktur-Zusatzstudie verweist selbst auf zwei weitere große Nullbefund-Studien, die für diesen Eintrag deshalb nachgeholt wurden. Die ViDA-Studie an 5110 Erwachsenen in Neuseeland erhielt eine Aufsättigungsdosis von 200000 Internationalen Einheiten Cholecalciferol, gefolgt von monatlich 100000 Internationalen Einheiten, mittlere Behandlungsdauer 3,4 Jahre (SD 0,4); sie fand ebenfalls keinen Effekt auf nicht-vertebrale Frakturen (adjustierte Hazard Ratio 1,19, CI 0,94 bis 1,50), bei einem mittleren Ausgangsspiegel von 63 nmol/l und 30 Prozent der Teilnehmenden unter 50 nmol/l [23]. Für diese Studie ist in der PubMed-Erfassung keine Interessenkonflikt-Angabe hinterlegt. Die DO-HEALTH-Studie an 2157 Erwachsenen ab 70 Jahren fand unter täglich 2000 Internationalen Einheiten Vitamin D3 über 3 Jahre ebenfalls keinen Effekt (Inzidenzratenverhältnis 1,03, 99-Prozent-CI 0,75 bis 1,43) [22]. Anders als VITAL ist DO-HEALTH aber keine gut versorgte Population: Der mittlere Ausgangsspiegel lag bei 22,4 ng/ml (SD 8,4), und 40,7 Prozent der Teilnehmenden (872 von 2140) hatten zu Studienbeginn einen Mangel unter 20 ng/ml. Eine vorab geplante Untergruppenanalyse nach genau dieser Mangelgrenze war für DO-HEALTH vorgesehen, wegen der Zahl der Endpunkte aber ausdrücklich auf die zwei Endpunkte mit den stärksten Effekten beschränkt (Blutdruck und Infekte, siehe die eigenen Abschnitte unten); für Frakturen liegt keine solche Untergruppenanalyse vor. Die Autorinnen und Autoren dieser Studie melden die umfangreichsten Interessenerklärungen in diesem Eintrag: Bischoff-Ferrari nichtfinanzielle Unterstützung von Roche Diagnostics sowie Fördermittel von Pfizer und Vifor und persönliche Honorare von Wild, Sandoz, Pfizer, Vifor, Mylan, Roche Diagnostics und Meda Pharma; Vellas Fördermittel und Honorare von Nestlé sowie Fördermittel von DSL; Rizzoli Honorare von Abiogen, Danone, Echolight, EMF, ObsEva, Pfizer und Theramex; da Silva Honorare von Forum D und öffentliches Engagement für das Thema Vitamin D. Beide Studien bestätigen den breiten Nullbefund aus einer weiteren, unabhängigen Population und einem weiteren, unabhängigen Studienteam, auch wenn DO-HEALTH, anders als VITAL und ViDA, keine überwiegend gut versorgte Population ist.

Bei den tatsächlichen Stürzen widerspricht diesem breiten Nullbefund eine ältere, kleinere, aber sauber randomisierte und placebokontrollierte Studie an 2256 Frauen ab 70 Jahren, die laut Studientext als Personen mit hohem Frakturrisiko ausgewählt wurden [9]. Unter einer einzelnen jährlichen Hochdosis von 500000 Internationalen Einheiten Cholecalciferol, verabreicht im Herbst oder Winter über 3 bis 5 Jahre, stiegen sowohl die Sturzrate (Inzidenzratenverhältnis 1,15, CI 1,02 bis 1,30, p gleich 0,03) als auch die Frakturrate (1,26, CI 1,00 bis 1,59, p gleich 0,047) gegenüber Placebo an, das ist der einzige randomisierte Schadensbefund in diesem Eintrag, siehe auch Abschnitt Sicherheit. Der Frakturbefund ist der knappere der beiden, die untere Grenze des Konfidenzintervalls liegt exakt bei 1,00. Der Ausgangsspiegel lag in einer Teilstichprobe von 137 Personen im Median bei 49 nmol/l, unter 3 Prozent dieser Teilstichprobe hatten einen Wert unter 25 nmol/l, ein Mangel war zu Studienbeginn also überwiegend nicht die Ausgangslage. Der plausibelste Unterschied zu den beiden oben genannten Nullbefunden liegt im Dosierschema, eine seltene sehr hohe Einzeldosis statt einer regelmäßigen moderaten Dosis, nicht im Ausgangsspiegel, der in allen drei Studien überwiegend ausreichend war. Ob die 81 Studien der oben genannten Übersicht [7] diese Einzelstudie mit einschließen, wurde für diesen Eintrag nicht geprüft. Der zeitliche Anstieg der Sturzrate in den ersten 3 Monaten nach der Gabe stammt laut Studientext ausdrücklich aus einer post-hoc durchgeführten, nicht vorab festgelegten Zeitverlaufsanalyse. Die oben zur Fraktur-Frage nachgeholte ViDA-Studie bestätigt den Nullbefund für ein weiteres monatliches Bolus-Schema (nach einer Aufsättigungsdosis von 200000 Internationalen Einheiten), unter monatlich 100000 Internationalen Einheiten über im Mittel 3,4 Jahre fand sich ebenfalls kein Effekt auf das Sturzrisiko (adjustierte Hazard Ratio 0,99, CI 0,92 bis 1,07) [23]. Für beide monatlichen Bolus-Studien gilt ein gemeinsamer Vorbehalt: Der Volltext der VITAL-Fraktur-Zusatzstudie hält zur möglichen Erklärung solcher abweichenden Ergebnisse bei Bolusgabe ausdrücklich fest, dass Bolusgaben nachweislich zu einer nichtphysiologischen Schwankungsbreite der 25-Hydroxyvitamin-D-Blutspiegel führen, ein Punkt, der für beide monatlichen Schemata gilt, nicht für die tägliche Einnahme der hier verkauften Produkte [8].

Häufigkeit akuter Atemwegsinfekte

Die 2021 veröffentlichte, bislang größte Meta-Analyse zu diesem Endpunkt wertete 46 randomisierte, doppelblinde Studien mit 75541 Teilnehmenden aus [10]. Verglichen mit Placebo hatten weniger Teilnehmende im Vitamin-D-Arm mindestens eine akute Atemwegsinfektion (Odds Ratio 0,92, CI 0,86 bis 0,99). In begleitenden Untergruppenanalysen fiel der Effekt unterschiedlich groß aus: bei täglicher Einnahme (OR 0,78, CI 0,65 bis 0,94, 19 Studien), bei einer Tagesdosis von 400 bis 1000 Internationalen Einheiten (OR 0,70, CI 0,55 bis 0,89, 10 Studien), bei einer Studiendauer bis 12 Monaten (OR 0,82, CI 0,72 bis 0,93, 29 Studien) und, am stärksten, bei Studieneintritt im Alter von 1 bis 15,99 Jahren (OR 0,71, CI 0,57 bis 0,90, 15 Studien). Ein formaler Interaktionstest fand für keine dieser vier Untergruppierungen einen statistisch gesicherten Unterschied zum Gesamteffekt, die einzelnen Werte sind Anhaltspunkte, keine bestätigten Effektmodifikatoren.

Zur Ausgangsspiegel-Frage gibt es hier einen bemerkenswerten Unterschied zwischen zwei Auswertungen derselben Forschungsgruppe. Die kleinere, 2017 veröffentlichte Vorgängerarbeit mit Individualdaten aus 25 Studien und 10933 Teilnehmenden hatte, innerhalb der täglich oder wöchentlich (ohne zusätzliche Bolusdosis) behandelten Teilnehmenden, einen deutlich stärkeren Effekt bei einem Ausgangsspiegel unter 25 nmol/l gefunden (OR 0,30, CI 0,17 bis 0,53) als bei einem Ausgangsspiegel ab 25 nmol/l (OR 0,75, CI 0,60 bis 0,95, p für Interaktion gleich 0,006) [11]. Ihr Gesamteffekt über alle Teilnehmenden lag bei OR 0,88 (CI 0,81 bis 0,96), mit einem deutlich stärkeren Effekt bei täglicher oder wöchentlicher Gabe (OR 0,81, CI 0,72 bis 0,91) als bei einer oder mehreren Bolusgaben (OR 0,97, CI 0,86 bis 1,10, p für Interaktion gleich 0,05). In der größeren, neueren Arbeit [10] mit fast siebenmal so vielen Teilnehmenden fand sich dagegen für keine der nach Ausgangsspiegel gebildeten Untergruppen ein eigenständig signifikanter Effekt, diese frühere Abhängigkeit vom Ausgangsspiegel bestätigte sich also nicht mehr. Die größere neuere Übersicht korrigiert die kleinere ältere Übersicht in eine vorsichtigere Richtung.

Zur Herstellernähe, weil beide Arbeiten mehrere Autorinnen und Autoren teilen: In der größeren, neueren Arbeit [10] erklärt der leitende Autor Zuwendungen mehrerer Hersteller, unter anderem von Pharma Nord und DSM Nutritional Products, sowie von der Fischer Family Trust, der AIM Foundation, Cytoplan und Thornton & Ross. Eine Mitautorin wurde nach Abschluss ihrer eigenen, in die Übersicht eingeschlossenen Studie Angestellte bei GSK Canada. Laut den Autorenaffiliationen dieser Arbeit ist ein weiterer Mitautor am FANCL Research Institute der FANCL Corporation tätig, das steht dort als Instituts- und Arbeitgeberangabe im Autorenverzeichnis, nicht als erklärte Interessenbindung. Die kleinere, ältere Arbeit [11] erklärt dagegen wörtlich, kein Autor habe in den vorangegangenen drei Jahren eine finanzielle Beziehung zu einer Organisation mit Interesse am Thema gehabt. Beide Arbeiten wurden bei PROSPERO registriert.

Außerhalb beider Übersichten fand der Volltext der oben zur Fraktur-Frage nachgeholten DO-HEALTH-Studie an Erwachsenen ab 70 Jahren (mittlerer Ausgangsspiegel 22,4 ng/ml, 40,7 Prozent mit einem Mangel unter 20 ng/ml, siehe Abschnitt zu Frakturen oben, keine gut versorgte Population) unter täglich 2000 Internationalen Einheiten Vitamin D3 über 3 Jahre für alle Infektionen zusammengenommen keinen signifikanten Effekt (Inzidenzratenverhältnis 0,95, 99-Prozent-CI 0,84 bis 1,08, p gleich 0,33). Der Studientext beschreibt es ausdrücklich als post-hoc-Entscheidung, wegen der geringen Teilnehmerzahl über 85 Jahren nur die Altersgruppen 70 bis 74 und ab 75 Jahre getrennt auszuwerten, nicht als vorab festgelegte Hauptfrage. Erst diese Untergruppenanalyse nach Alter zeigte einen Effekt bei den jüngsten Teilnehmenden der Studie, 70 bis 74 Jahre (Inzidenzratenverhältnis 0,84, 99-Prozent-CI 0,71 bis 0,99, p gleich 0,007), nicht in den älteren Untergruppen [22]. Das passt zu dem oben beschriebenen Muster, wonach der Effekt in jüngeren Studienpopulationen stärker ausfällt als in älteren.

Depressive Symptome

Zwei 2024 veröffentlichte Meta-Analysen kommen für Menschen mit bereits bestehender depressiver Symptomatik zu einem vorsichtig positiven Befund. Die größere, eine Dosis-Wirkungs-Analyse aus 31 Studien mit 24189 Teilnehmenden, fand je 1000 Internationale Einheiten Vitamin D3 täglich über alle Teilnehmenden (mit und ohne bestehende Symptomatik) eine geringe Verringerung depressiver Symptome (standardisierte Mittelwertdifferenz minus 0,32, CI minus 0,43 bis minus 0,22), deutlich stärker in der Untergruppe mit bereits bestehenden depressiven Symptomen (SMD minus 0,57, CI minus 0,69 bis minus 0,44, 15 Studien) [12]. Die zweite, unabhängige Arbeit aus 18 Studien an Erwachsenen mit ärztlich diagnostizierter Depression fand eine Verbesserung nur bei einem Ausgangsspiegel über 50 nmol/l, nicht bei einem niedrigeren Ausgangsspiegel [13], das ist die Gegenrichtung dessen, was man bei einem Mangel-Wirkstoff erwarten würde. Beide Übersichten stützen sich überwiegend auf kürzere Studien an Menschen mit depressiven Symptomen. Sie stammen aus unterschiedlichen Autorengruppen und Fachzeitschriften, ob sich ihre eingeschlossenen Primärstudien dennoch überschneiden, wurde für diesen Eintrag nicht geprüft.

Der Volltext der Dosis-Wirkungs-Analyse [12] enthält eine eigene Untergruppierung nach dokumentiertem Vitamin-D-Mangel der eingeschlossenen Studien, mit einem signifikanten Unterschied zwischen den Untergruppen (p kleiner 0,001). Studien an Menschen mit nachgewiesenem Mangel fanden einen kleinen Effekt (SMD minus 0,26, CI minus 0,42 bis minus 0,10, 17 Studien), Studien ohne nachgewiesenen Mangel laut der im Volltext abgedruckten Tabelle keinen (SMD 0,10, CI minus 0,28 bis 0,08, 6 Studien). Der Punktschätzer 0,10 liegt hier außerhalb des eigenen Konfidenzintervalls, das nur negative bis leicht positive Werte umfasst, das ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Vorzeichenfehler der Quelle (vermutlich minus 0,10 gemeint); dieser Eintrag übernimmt die Zahl wie gedruckt, wertet sie aber als wahrscheinlichen Fehler der Quelle, nicht als inhaltliche Aussage zur Richtung des Effekts. Studien mit gemischter oder nicht eindeutig berichteter Mangellage fanden den größten Effekt (SMD minus 0,91, CI minus 1,29 bis minus 0,52, 8 Studien), das widerspricht der einfachen Erwartung, dass mehr Mangel zu mehr Wirkung führt, die Arbeit erklärt es nicht weiter. Dieselbe Arbeit modelliert außerdem eine Dosis-Wirkungs-Kurve mit dem größten geschätzten Effekt bei 8000 Internationalen Einheiten täglich (SMD minus 2,04, CI minus 3,77 bis minus 0,31, diese Zahl steht bereits im Abstract der Arbeit), eine im Vergleich zu allen anderen hier zitierten Effektgrößen ungewöhnlich große und zugleich extrem unscharfe Schätzung. Sie beruht vermutlich auf wenigen Studien in diesem Dosisbereich und ist für die hier verkauften Produktdosen von 250 bis 4000 Internationalen Einheiten ohnehin nicht repräsentativ, sie wird hier deshalb nicht als eigener Befund gewertet, sondern nur als Hinweis auf die Unsicherheit der Extrapolation zu hohen Dosen. Wichtig zur Einordnung dieser Kurve: Der Dosis-Wirkungs-Trend insgesamt ist statistisch gesichert (p kleiner 0,001), eine Nichtlinearität der Kurve selbst prüft die Arbeit gesondert und findet dafür keinen gesicherten Beleg (p für Nichtlinearität gleich 0,208). Der tatsächliche Verlauf könnte also ebenso gut linear sein, die oben genannte Spitze bei 8000 Internationalen Einheiten ist damit noch unsicherer, als eine gesicherte, nichtlineare Kurvenform vermuten ließe.

Für die Vorbeugung bei Menschen ohne bestehende Symptome zeichnet sich ein anderes Bild ab. Ungewöhnlich und in der ersten Arbeit selbst offen benannt: Ihr Effekt war bei kürzerer Studiendauer (bis 24 Wochen) nachweisbar, bei 24 bis 52 Wochen bereits nicht mehr (SMD minus 0,13, CI minus 0,28 bis 0,02, 5 Studien) und blieb auch bei mehr als 52 Wochen aus (SMD 0,14, CI minus 0,16 bis 0,44, 3 Studien) [12], der Effekt verschwindet also schon deutlich vor der 52-Wochen-Marke, nicht erst danach. Die bislang größte und am längsten laufende Präventionsstudie an einer allgemeinen, nicht vorausgewählten Bevölkerung bestätigt das: Die VITAL-DEP-Zusatzstudie an 18353 Erwachsenen ab 50 Jahren ohne aktuell bestehende depressive Symptome fand unter täglich 2000 Internationalen Einheiten Vitamin D3 über median 5,3 Jahre, verglichen mit Placebo, weder einen Unterschied beim Auftreten von Depression oder klinisch relevanten depressiven Symptomen (Hazard Ratio 0,97, CI 0,87 bis 1,09) noch eine Veränderung der Stimmungswerte (mittlere Differenz 0,01 Punkte auf einer Skala von 0 bis 24 Punkten, CI minus 0,04 bis 0,05, bei einer von den Autoren als klinisch bedeutsam festgelegten Mindestdifferenz von 0,5 Punkten) [14]. 42,6 Prozent der Teilnehmenden nahmen zu Studienbeginn bereits ein eigenes Vitamin-D-Präparat außerhalb der Studie ein, der mittlere Ausgangsspiegel lag bei 30,8 ng/ml. Die Autoren schreiben selbst, dieser Ausgangsspiegel liege bereits an der Schwelle, ab der ein zusätzlicher Nutzen erwartet wird, was die Aussagekraft für eine allgemeine, nicht gezielt mangelversorgte Bevölkerung einschränkt, derselbe Punkt wie bei den Frakturen oben. Zur Herstellernähe: Das Studienpräparat wurde von Pharmavite LLC (Vitamin D3) sowie Pronova BioPharma/BASF (Fischöl) gestellt, die Studie selbst wurde überwiegend über die National Institutes of Health öffentlich finanziert. Mehrere Autorinnen und Autoren melden eigene Zuwendungen, unter anderem Buchtantiemen, Vortragshonorare, und bei einer Autorin, dass ihr Ehepartner im wissenschaftlichen Beirat von Pharmavite sitzt und sie selbst persönliche Zahlungen von Pharmavite erhalten hat.

Blutdruck, kardiovaskuläre Ereignisse und Autoimmunerkrankungen

Eine 2026 veröffentlichte Meta-Analyse aus 45 randomisierten Studien fand in der Primäranalyse, verglichen mit Placebo, eine Senkung des systolischen Blutdrucks um 2,79 mmHg (CI minus 4,65 bis minus 0,94, I-Quadrat 82,6 Prozent), stärker bei Teilnehmenden ab 55 Jahren (minus 3,15 mmHg, CI minus 3,98 bis minus 2,32) als bei jüngeren [15]. Für LDL-Cholesterin, Nüchternblutzucker und HbA1c fand dieselbe Primäranalyse dagegen keinen signifikanten Effekt (p gleich 0,089, 0,099 beziehungsweise 0,816). Erst in Sensitivitätsanalysen, in denen einzelne als einflussreich identifizierte Studien mit hohem Verzerrungsrisiko ausgeschlossen wurden (für LDL drei Studien, für Nüchternblutzucker und HbA1c je eine), wurden diese drei Effekte statistisch signifikant, das ist ein Ergebnis der Sensitivitätsprüfung, kein Befund der Hauptanalyse; für den Blutdruck selbst war eine solche Sensitivitätsprüfung nicht nötig, weil die Primäranalyse dort bereits signifikant war. Die meisten eingeschlossenen Studien berichteten einen mittleren Ausgangsspiegel unter 50 nmol/l, ein Hinweis auf eine überwiegend unzureichend versorgte Studienpopulation. Eine vorab geplante Untergruppenanalyse nach diesem Ausgangsspiegel fand für Nüchternblutzucker und HbA1c einen signifikanten Effekt in der Untergruppe unter 50 nmol/l, nicht in der besser versorgten Untergruppe, für den Blutdruck selbst war dagegen nicht der Ausgangsspiegel, sondern das Alter der ausschlaggebende Faktor. Die eingeschlossenen Studien stammten überwiegend an Menschen mit bestehenden Erkrankungen (unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht) und prüften Dosen von 20 bis 100000 Internationalen Einheiten, verabreicht täglich, wöchentlich oder als Bolusdosis. Die Autoren selbst stufen die klinische Bedeutung der Effekte als unsicher ein, die Arbeit meldet keinen Interessenkonflikt und wurde von der Hashemite University finanziert, und Blutdruck ist ein Zwischenwert, kein Ereignis im Leben der Teilnehmenden.

Außerhalb dieser Übersicht, an einer eigenen, unabhängigen Studienpopulation (mittlerer Ausgangsspiegel 22,4 ng/ml, 40,7 Prozent mit einem Mangel unter 20 ng/ml, siehe Abschnitt zu Frakturen oben), fand die oben zur Fraktur-Frage nachgeholte DO-HEALTH-Studie an über 70-Jährigen unter täglich 2000 Internationalen Einheiten Vitamin D3 über 3 Jahre keinen signifikanten Effekt auf den systolischen Blutdruck (Unterschied minus 0,8 mmHg, 99-Prozent-CI minus 2,1 bis 0,5, p gleich 0,13), eine deutlich kleinere und statistisch nicht gesicherte Größenordnung als der Übersichts-Befund. Der Blutdruck gehörte zu den beiden einzigen Endpunkten, für die DO-HEALTH eine vorab geplante Untergruppenanalyse nach Ausgangsspiegel-Mangel (unter oder ab 20 ng/ml) vorsah, die zugehörigen Zahlen stehen aber nur in einem für diesen Eintrag nicht zugänglichen Zusatzmaterial (eFigure 2B in Supplement 2) [22].

Auf der Ebene tatsächlicher Ereignisse liefert wieder die VITAL-Studie eine Zahl, allerdings eine deutlich unschärfere, als die bloße Bezeichnung "kein Effekt" vermuten lässt: Unter derselben Tagesdosis von 2000 Internationalen Einheiten Vitamin D3 über median 5,3 Jahre (42,6 Prozent der Teilnehmenden nahmen zu Studienbeginn bereits ein eigenes Vitamin-D-Präparat ein) zeigte sich, verglichen mit Placebo, kein statistisch signifikanter Unterschied bei schweren kardiovaskulären Ereignissen (Herzinfarkt, Schlaganfall oder kardiovaskulärer Tod zusammengenommen, Hazard Ratio 0,97, CI 0,85 bis 1,12) [16]. Was dieses Intervall tatsächlich ausschließt, ist wenig: nur einen Anstieg um mehr als 12 Prozent. Nach unten reicht es bis zu einer Senkung um 15 Prozent, das ist die Größenordnung, in der zugelassene Präventionstherapien wirken, ein Nutzen dieser Größenordnung lässt sich aus den Daten also nicht ausschließen, ein kleiner bis mäßiger Schaden ebenso wenig. Die drei Einzelkomponenten waren für sich genommen ähnlich unentschieden: Herzinfarkt (HR 0,96, CI 0,78 bis 1,19), Schlaganfall (HR 0,95, CI 0,76 bis 1,20) und kardiovaskulärer Tod (HR 1,11, CI 0,88 bis 1,40). Eine erweiterte Definition kardiovaskulärer Ereignisse zeigte ebenfalls keinen Unterschied (HR 0,96, CI 0,86 bis 1,08). Zum Vergleich, bei den oben beschriebenen Gesamtfrakturen schließt die Trial Sequential Analysis [7] eine Risikosenkung um 5 Prozent oder mehr verlässlich aus, bei Stürzen um 7,5 Prozent oder mehr, hier ist ein vergleichbar enger Ausschluss nicht möglich, die Unschärfe ist deutlich größer. Der Volltext der Studie berichtet dazu eine eigene Untergruppentabelle nach Ausgangsspiegel an 25-Hydroxyvitamin D: Bei einem Spiegel unter 20 ng/ml (n gleich 2001) lag die Hazard Ratio für schwere kardiovaskuläre Ereignisse bei 1,09 (CI 0,68 bis 1,76), bei einem Spiegel ab 20 ng/ml (n gleich 13786) bei 1,00 (CI 0,83 bis 1,21), p für Interaktion gleich 0,75, kein signifikanter Unterschied. Dieselbe Tabelle führt für die Gesamtinzidenz invasiver Krebserkrankungen (nicht Krebssterblichkeit, dazu der eigene Abschnitt unten) ebenfalls keinen Unterschied nach Ausgangsspiegel (unter 20 ng/ml HR 0,97, CI 0,68 bis 1,39, ab 20 ng/ml HR 0,98, CI 0,86 bis 1,12, p für Interaktion gleich 0,99).

Eine Zusatzauswertung derselben Studie zu neu aufgetretenen, ärztlich bestätigten Autoimmunerkrankungen fand dagegen einen knapp positiven Befund: 123 Fälle unter Vitamin D3 gegenüber 155 unter Placebo, Hazard Ratio 0,78, CI 0,61 bis 0,99, p gleich 0,05 [17]. Der p-Wert trifft exakt die übliche Schwelle, die obere Grenze des Konfidenzintervalls reicht fast bis zur Null. Eine vorab festgelegte Untergruppenanalyse fand einen stärkeren Zusammenhang bei niedrigerem Body-Mass-Index (p für Interaktion gleich 0,02), ein ähnliches Muster wie die BMI-Wechselwirkung bei den Stürzen der D-Health-Studie oben, an derselben Vitamin-D-Form, aber unterschiedlichen Endpunkten und Dosierschemata, eine gemeinsame Erklärung dafür liegt für diesen Eintrag nicht vor. Das ist insgesamt ein Befund, der Aufmerksamkeit verdient, aber selbst nach Einschätzung dieses Kompendiums keine höhere Stufe als Hinweise trägt.

Gesamtmortalität

Die 2014 veröffentlichte Cochrane-Übersicht identifizierte 159 randomisierte Studien, von denen 56 mit 95286 Teilnehmenden (überwiegend Frauen über 70 Jahre) verwertbare Mortalitätsdaten lieferten; 94 der 159 Studien berichteten überhaupt keine Sterbefälle [18]. Über alle Vitamin-D-Formen zusammen sank die Gesamtmortalität knapp (relatives Risiko 0,97, CI 0,94 bis 0,99). Aufgeteilt nach Form zeigt sich, dass dieser Effekt ausschließlich in den Vitamin-D3-Studien signifikant ausfällt (RR 0,94, CI 0,91 bis 0,98, 38 Studien mit 75927 Teilnehmenden), für Vitamin D2 fand sich dagegen kein Effekt (RR 1,02, CI 0,96 bis 1,08, 12 Studien mit 18349 Teilnehmenden), ebenso wenig für Alfacalcidol und Calcitriol. Wichtig für die Einordnung: Die Übersicht berichtet keinen direkten statistischen Vergleich zwischen den Formen und keinen Test auf Untergruppenunterschied. Ein signifikanter Befund in der einen und ein nicht signifikanter in der anderen Form belegen für sich genommen keinen Unterschied zwischen den Formen, zumal die Vitamin-D2-Studien zusammen nur rund ein Viertel der Teilnehmendenzahl der Vitamin-D3-Studien erreichen. Eine Trial Sequential Analysis der Autoren unterstützt den Vitamin-D3-Befund, die kumulative Z-Kurve überschreitet die Grenze für einen gesicherten Nutzen, umgerechnet müssten laut Abstract 150 Menschen über 5 Jahre behandelt werden, um einen zusätzlichen Todesfall zu verhindern.

Die Übersicht stuft die Qualität des Vitamin-D3-Befundes selbst als moderat ein (GRADE, um eine Stufe herabgesetzt wegen des Risikos einer Verzerrung durch Studienabbrecher, mehr als 8 Prozent der Teilnehmenden brachen ab). In Szenarioanalysen, die unterschiedliche Annahmen zum Schicksal der Studienabbrecher testen, reichte die errechnete Risikoschätzung von RR 0,32 bis RR 3,63, ein Hinweis darauf, wie empfindlich der Hauptbefund gegenüber den fehlenden Daten ist. Diese Szenarioanalyse und die oben genannte Trial Sequential Analysis behandeln unterschiedliche Fehlerquellen, fehlende Daten gegenüber Zufall, und widersprechen sich nicht. Die Autoren selbst fordern deshalb ausdrücklich weitere placebokontrollierte randomisierte Studien.

Die Cochrane-Autoren haben außerdem geprüft, ob der Vitamin-D3-Effekt vom Ausgangsspiegel abhängt, Vergleich von Studien mit einem Spiegel unter 20 ng/ml gegenüber Studien mit einem Spiegel ab 20 ng/ml bei Studienbeginn, und keinen statistisch signifikanten Unterschied gefunden, ebenso wenig für eine Tagesdosis unter oder über 800 Internationale Einheiten. Von den 56 Studien mit Mortalitätsdaten berichteten 45 (80 Prozent) diesen Ausgangsspiegel, 19 davon mit ausreichender Versorgung und 26 mit Unterversorgung, diese Aufteilung steht bereits im Abstract, eine schmale Mehrheit auf der unterversorgten Seite, ohne dass sich daraus ein Unterschied im Effekt ergab. Der Abstract benennt außerdem qualitativ eine Untergruppierung nach Herstellernähe der Studien (Vergleich von Studien ohne und mit Risiko einer Herstellerverzerrung), die zugehörigen Zahlen stehen nur im Volltext: In Studien ohne erkennbares Herstellerinteresse zeigte sich kein Effekt auf die Gesamtmortalität (RR 0,97, CI 0,92 bis 1,03, 7 Studien mit 7372 Teilnehmenden), in Studien mit erkennbarem Herstellerinteresse ein knapp signifikanter (RR 0,96, CI 0,93 bis 1,00, 49 Studien mit 87914 Teilnehmenden). Ein formaler Interaktionstest fand zwischen beiden Untergruppen keinen statistisch gesicherten Unterschied (Chi-Quadrat 0,07, p gleich 0,80), daraus lässt sich daraus kein gesicherter Effekt der Herstellernähe ableiten. Es bleibt aber die Beobachtung, dass ausgerechnet die Untergruppe ohne Herstellerinteresse, klein mit nur 7 Studien, für sich genommen keinen signifikanten Effekt zeigte. Diese Untergruppenanalyse läuft zudem über den gesamten Vergleich "Vitamin D gegen Placebo oder keine Intervention" und damit über alle geprüften Vitamin-D-Formen zusammen (56 Studien, 95286 Teilnehmende), nicht nur über die 38 Studien der Vitamin-D3-spezifischen Auswertung oben, sie ist deshalb nicht eins zu eins auf den hier zitierten D3-Befund übertragbar. In derselben Übersicht erhöhte Vitamin D3 zusammen mit Calcium das Risiko für Nierensteine (relatives Risiko 1,17, CI 1,02 bis 1,34, 4 Studien mit 42876 Teilnehmenden), das gehört in den Abschnitt Sicherheit.

Einschränkung: Die eingeschlossenen Studien sind im Mittel über 10 Jahre alt, die Übersicht selbst stammt aus dem Jahr 2014. Eine gezielte zweite Suche nach einer neueren, ebenso umfassenden Übersicht zur Gesamtmortalität in einer allgemeinen Erwachsenenbevölkerung (PubMed-Suche nach "vitamin D" "all-cause mortality dose response meta-analysis randomized", ergänzt um eine Suche zur Krebssterblichkeit) blieb ohne passenden Treffer. Zwei sehr große Einzelstudien aus jüngerer Zeit ersetzen diese fehlende Übersicht nicht, liefern aber jeweils mehr Gewicht als jede einzelne der älteren, meist kleineren eingeschlossenen Studien.

Die VITAL-Studie von 2019 [16], dieselbe Studie wie in der Zeile zu kardiovaskulären Ereignissen, berichtet als Sekundärendpunkt an einer sehr großen, aktuellen und überwiegend gut versorgten Stichprobe von 25871 Erwachsenen über median 5,3 Jahre keinen Effekt auf die Gesamtmortalität (Hazard Ratio 0,99, CI 0,87 bis 1,12, 978 Sterbefälle), zur Krebssterblichkeit derselben Studie siehe den eigenen Abschnitt unten.

Die zweite, gezielt für diese Nachbesserung recherchierte Studie ist die D-Health-Studie, dieselbe Studienpopulation wie in der Sturz-Zeile weiter oben (21315 Australierinnen und Australier ab 60 Jahren), diesmal mit der Gesamtmortalität als vorab festgelegtem primärem Endpunkt. Unter monatlich 60000 Internationalen Einheiten Cholecalciferol über median 5,7 Jahre fand sich, verglichen mit Placebo, kein Effekt auf die Gesamtmortalität (1100 Sterbefälle, Hazard Ratio 1,04, CI 0,93 bis 1,18) und keiner auf die kardiovaskuläre Sterblichkeit (HR 0,96, CI 0,72 bis 1,28), zur Krebssterblichkeit derselben Studie siehe ebenfalls den eigenen Abschnitt unten. Die mittlere 25-Hydroxyvitamin-D-Konzentration in einer Teilstichprobe lag am Ende der Studie bei 115 nmol/l in der Vitamin-D-Gruppe gegenüber 77 nmol/l unter Placebo, beides oberhalb der Marke für einen Mangel.

Insgesamt steht damit einer älteren, aus vielen kleineren und älteren Studien gepoolten Verringerung der Gesamtmortalität eine deutlich neuere, aus zwei sehr großen Einzelstudien bestehende, nullwertige Befundlage gegenüber. Keine einzelne Studie ersetzt eine Übersicht aus 38 Studien, zwei so große und aktuelle Studien sind aber auch nicht zu ignorieren.

Krebssterblichkeit

Diese Frage bekommt einen eigenen Abschnitt, getrennt von der Gesamtmortalität, weil sich hier ein echter Widerspruch zwischen zwei großen, aktuellen Studien zeigt, nicht nur ein Nullbefund. Die oben zur Gesamtmortalität zitierte Cochrane-Übersicht [18] fand für Vitamin D3, verglichen mit Placebo oder keiner Behandlung, zusätzlich eine statistisch signifikante Verringerung der Krebssterblichkeit (relatives Risiko 0,88, CI 0,78 bis 0,98, p gleich 0,02, I-Quadrat 0 Prozent, 4 Studien mit 44492 Teilnehmenden), diese Zahl steht bereits im Abstract.

Die VITAL-Studie [16] fand über die gesamte Studiendauer von median 5,3 Jahren keinen signifikanten Effekt auf die Krebssterblichkeit (Hazard Ratio 0,83, CI 0,67 bis 1,02, 341 Fälle). In einer nicht im Studienprotokoll vorab festgelegten Zusatzanalyse, die Todesfälle im ersten beziehungsweise in den ersten zwei Jahren ausschloss, sank die Krebssterblichkeit dagegen (Hazard Ratio 0,79, CI 0,63 bis 0,99, beziehungsweise HR 0,75, CI 0,59 bis 0,96), in beiden Fällen liegt die obere Grenze des Konfidenzintervalls nahe an der Null, ein knapper Befund. Die D-Health-Studie [21] fand über die gesamte Studiendauer von median 5,7 Jahren ebenfalls keinen signifikanten Effekt (Hazard Ratio 1,15, CI 0,96 bis 1,39). In genau derselben Art nicht vorab festgelegter Zusatzanalyse, die die ersten 2 Jahre ausschloss, stieg die Krebssterblichkeit hier dagegen (Hazard Ratio 1,24, CI 1,01 bis 1,54, p gleich 0,05), ebenfalls ein knapper Befund, die untere Grenze des Konfidenzintervalls liegt nur wenig über der Null, und der p-Wert trifft die übliche Schwelle exakt, genauso knapp wie der eben genannte Senkungsbefund der VITAL-Studie. Die D-Health-Autoren selbst bezeichnen ihren eigenen Anstieg im Studientext als zahlenmäßig höher ("numerically higher"), nicht als gesichert signifikant, und vermeiden das Wort "signifikant" an dieser Stelle bewusst; dieser Eintrag übernimmt für beide Befunde, den sinkenden bei VITAL und den steigenden bei D-Health, dieselbe vorsichtige Sprache, unabhängig davon, ob der jeweilige Befund einen Nutzen oder einen möglichen Schaden zeigt. Die Autoren schreiben selbst, nach dem Vorsorgeprinzip könnte gerade dieses monatliche Dosierschema bei bereits ausreichend versorgten Menschen ungeeignet sein, die mittlere 25-Hydroxyvitamin-D-Konzentration in einer Teilstichprobe lag am Ende der Studie bei 115 nmol/l in der Vitamin-D-Gruppe gegenüber 77 nmol/l unter Placebo, beides oberhalb der Marke für einen Mangel.

Diese beiden nicht vorab festgelegten Zusatzanalysen widersprechen sich damit in genau demselben Auswertungsschritt (Ausschluss der ersten Studienjahre) und am selben Endpunkt: VITAL findet eine Senkung, D-Health einen Anstieg. Der plausibelste Unterschied zwischen beiden Studien ist, wie schon bei den Frakturen und Stürzen oben, das Dosierschema, täglich in der einen, als monatliche Bolusgabe in der anderen, nicht der Ausgangsspiegel, der in beiden Studienpopulationen überwiegend ausreichend war. Beide Zusatzanalysen waren nicht für Mehrfachtests korrigiert und explorativ, keine von beiden allein trägt eine gesicherte Aussage, zusammengenommen zeigen sie, dass die Krebssterblichkeit unter Vitamin D3 in großen, aktuellen Studien nicht eindeutig in eine Richtung weist, und dass ein mögliches Sicherheitssignal bei monatlicher Hochdosis-Gabe nicht auf die Stürze und Frakturen der Sanders-Studie beschränkt bleibt, siehe auch Abschnitt Sicherheit.

Für die D-Health-Studie [21] besteht eine Berichtigung (PMID 35325597). Sie betrifft nach Prüfung sieben Punkte: eine Anhang-Tabelle mit Aufschlüsselung nach einzelnen Krebsarten und Todesursachen, die wegen zu kleiner Fallzahlen (unter 5) nicht hätte berichtet werden dürfen und deshalb zurückgezogen wurde; zwei zusammengefasste Zeilendaten in zwei weiteren Anhang-Tabellen; die Zensierungszahlen in der Legende einer Abbildung im Haupttext; zwei Werte im "Research in Context"-Absatz zu vorbestehender Evidenz (RR 0,98, CI 0,95 bis 1,02 für Gesamtmortalität, RR 0,85, CI 0,74 bis 0,97 für Krebssterblichkeit); eine Autorenangabe zu einer zitierten Referenz; sowie Referenzzuordnungen in zwei Absätzen der Diskussion. Die hier zitierten Hazard Ratios aus dem eigenen Studienergebnis sind von keinem dieser sieben Punkte betroffen. Bemerkenswert bleibt trotzdem, dass ausgerechnet die Aufschlüsselung nach einzelnen Krebsarten zurückgezogen wurde, also das Feld, um das dieser Abschnitt kreist, auch wenn die hier verwendeten Gesamtwerte selbst nicht korrigiert wurden.

Eine für diesen Eintrag gezielt nachrecherchierte dritte, kleinere Studie mit täglichem statt monatlichem Dosierschema, die finnische FIND-Studie an 2495 Männern ab 60 und Frauen ab 65 Jahren aus der Allgemeinbevölkerung ohne bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankung oder Krebs zu Studienbeginn, fand unter täglich 1600 oder 3200 Internationalen Einheiten (40 beziehungsweise 80 Mikrogramm) Vitamin D3 über 5 Jahre, verglichen mit Placebo, keinen Effekt auf die Gesamtinzidenz invasiver Krebserkrankungen (1600 IE, Hazard Ratio 1,14, CI 0,75 bis 1,72; 3200 IE, Hazard Ratio 0,95, CI 0,61 bis 1,47) [24]. FIND prüfte wie VITAL ein tägliches Schema. Die Studie erfasste auch Krebstodesfälle, konnte die Krebssterblichkeit aber nicht wie geplant auswerten, weil kein Krebstod als erstes Ereignis auftrat. Für Krebsinzidenz berichtet sie zusätzlich eine Analyse ohne die ersten zwei Jahre. Aus dem fehlenden Effekt auf Krebsinzidenz folgt keine Entwarnung für Krebssterblichkeit.

Zusammengenommen zeigt sich für die Krebssterblichkeit in großen, aktuellen Einzelstudien kein eindeutiges Bild, während eine ältere, aus vier kleineren Studien gepoolte Übersicht eine Verringerung findet. Der Widerspruch zwischen den beiden neueren Studien betrifft ausschließlich eine nicht vorab festgelegte, hypothesengenerierende Zusatzanalyse und sollte weder als gesicherter Schadensbefund noch als gesicherter Nutzenbefund gelesen werden.

Tier- und Laborstudien

Für diesen Eintrag wurden keine Tier- oder Zellstudien recherchiert. Die oben referierten Arbeiten sind ausschließlich Humanstudien und Humandatenübersichten.

Sicherheit und Wechselwirkungen

Vitamin D ist fettlöslich. Anders als ein wasserlösliches Vitamin wird ein Überschuss nicht einfach über den Urin ausgeschieden, sondern kann sich im Fettgewebe anreichern.

Die EFSA hat 2012 eine Tolerable Upper Intake Level (UL) für Vitamin D festgelegt und diese 2023 in einer erneuten Bewertung überprüft und unverändert bestätigt [6]. Für Erwachsene, einschließlich Schwangere und Stillende, sowie für Jugendliche von 11 bis 17 Jahren liegt die UL bei 100 Mikrogramm (4000 Internationale Einheiten) pro Tag aus allen Quellen zusammen, für Kinder von 1 bis 10 Jahren bei 50 Mikrogramm pro Tag. Grundlage ist eine anhaltende Hypercalciurie (erhöhte Calciumausscheidung im Urin) als frühestes Anzeichen einer Überversorgung, mit einem in zwei randomisierten Studien beobachteten niedrigsten Effektspiegel von 250 Mikrogramm pro Tag, geteilt durch einen Unsicherheitsfaktor von 2,5 [6].

Der einzige randomisierte Schadensbefund dieses Eintrags stammt aus einer placebokontrollierten Studie an 2256 Frauen ab 70 Jahren: Unter einer einzelnen jährlichen Hochdosis von 500000 Internationalen Einheiten Cholecalciferol stiegen sowohl die Sturzrate (Inzidenzratenverhältnis 1,15, CI 1,02 bis 1,30) als auch die Frakturrate (Inzidenzratenverhältnis 1,26, CI 1,00 bis 1,59) gegenüber Placebo an, siehe die eigene Wirkungszeile dazu [9]. Betroffen war ein seltenes, sehr hoch dosiertes Einzelgabe-Schema, nicht die tägliche oder wöchentliche Einnahme moderater Dosen.

Ein zweites, schwächeres und ausdrücklich nicht gesichertes Sicherheitssignal betrifft nicht Stürze, sondern die Krebssterblichkeit, und stammt aus einem monatlichen, nicht einem täglichen Dosierschema. In der D-Health-Studie an 21315 Australierinnen und Australiern ab 60 Jahren stieg unter monatlich 60000 Internationalen Einheiten Cholecalciferol über median 5,7 Jahre die Krebssterblichkeit in einer nicht vorab festgelegten Zusatzanalyse, die die ersten 2 Studienjahre ausschloss, knapp an (Hazard Ratio 1,24, CI 1,01 bis 1,54, p gleich 0,05, von den Autoren selbst als "zahlenmäßig höher", nicht als gesichert signifikant bezeichnet), über die gesamte Studiendauer war der Unterschied nicht signifikant (HR 1,15, CI 0,96 bis 1,39). Die Autoren selbst schreiben, nach dem Vorsorgeprinzip könnte dieses monatliche Hochdosis-Schema bei bereits ausreichend versorgten Menschen ungeeignet sein, siehe die ausführliche Einordnung samt Gegenbefund aus der VITAL-Studie und samt einer für diesen Punkt relevanten Berichtigung im eigenen Abschnitt zur Krebssterblichkeit [21]. Die finnische FIND-Studie mit täglichem Schema (1600 oder 3200 Internationale Einheiten täglich, 5 Jahre) fand keinen signifikanten Effekt auf die Krebsinzidenz. Ihre geplante Analyse der Krebssterblichkeit war wegen der Ereignisdefinition nicht möglich; den möglichen Krebssterblichkeitsbefund bei monatlicher Gabe klärt sie damit nicht [24]. Zusammengenommen betreffen beide randomisierten Schadensbefunde dieses Eintrags, Stürze und Frakturen bei einer jährlichen Einzeldosis sowie ein knappes, nicht vorab festgelegtes Krebssterblichkeits-Signal bei einer monatlichen Bolusgabe, unregelmäßige Hochdosis-Schemata, nicht die tägliche Einnahme moderater Mengen, wie sie die hier bewerteten Produkte liefern.

Überdosierungen durch Einnahmefehler sind zusätzlich in der Literatur dokumentiert. Ein 2024 veröffentlichter Fallbericht mit Literaturübersicht beschreibt eine ältere Frau, die über drei Wochen eine übermäßige Menge an flüssigem Vitamin D3 zu sich genommen hatte (rechnerisch rund 61000 Internationale Einheiten pro Tag bei einer Gesamtmenge von 1281600 Internationalen Einheiten über drei Wochen) und mit Verwirrtheit, Bauchauftreibung und Beinschwäche aufgenommen wurde, mit schwerer Hypercalciämie und mehreren begleitenden Elektrolytstörungen. Nach intravenöser Flüssigkeitsgabe, Bisphosphonaten und Calcitonin erholte sie sich vollständig. Die Autoren führen die Überdosierung auf einen Einnahmefehler im Rahmen häuslicher Pflege durch einen Ehepartner zurück. Eine Übersicht über weitere, in der Literaturübersicht dieser Arbeit besprochene Einzelfälle, etwa bei Kindern oder durch Herstellungsfehler, lässt sich aus dem verfügbaren Text nicht bestätigen und wird deshalb hier nicht behauptet [19].

Zur Wechselwirkung mit Calcium: Die oben unter Gesamtmortalität zitierte Cochrane-Übersicht fand für die gemeinsame Einnahme von Vitamin D3 und Calcium ein erhöhtes Risiko für Nierensteine gegenüber Vitamin D3 allein (relatives Risiko 1,17, CI 1,02 bis 1,34, 4 Studien mit 42876 Teilnehmenden) [18].

Zu weiteren Arzneimittelwechselwirkungen, etwa mit Thiaziddiuretika, Digoxin oder Antikonvulsiva, liegt für diesen Eintrag keine eigene geprüfte Quelle vor.

Quellen zum Nachlesen

  1. 01

    Durchführungsverordnung der Kommission auf Grundlage abgeschlossener EFSA-Bewertungen · 2012

    Verordnung (EU) Nr. 432/2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel, ausgenommen Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern

    Europäische Kommission Amtsblatt der Europäischen Union

    Zur Zuschreibung: 01, 02, 03, 04, 05, 06, 07

  2. 02

    Verordnung, Rechtsgrundlage für alle Angaben zu Nährstoffen einschließlich der Mindestmengen im Anhang · 2006

    Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel

    Europäisches Parlament und Rat der Europäischen Union Amtsblatt der Europäischen Union

    Zur Zuschreibung: 01, 08

  3. 03

    Richtlinie, Artikel 8 regelt die Kennzeichnung von Vitaminen und Mineralstoffen in Nahrungsergänzungsmitteln als Prozentsatz der Referenzwerte · 2002

    Richtlinie 2002/46/EG zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Nahrungsergänzungsmittel

    Europäisches Parlament und Rat der Europäischen Union Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften

    Zur Zuschreibung: 01

  4. 04

    Verordnung, Anhang XIII legt Nährstoffbezugswerte und die signifikante Menge von 15 Prozent fest · 2011

    Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel

    Europäisches Parlament und Rat der Europäischen Union Amtsblatt der Europäischen Union

    Zur Zuschreibung: 01

  5. 05

    Durchführungsverordnung der Kommission auf Grundlage einer EFSA-Stellungnahme von 2011 (EFSA Journal 2011;9(9):2382) · 2014

    Verordnung (EU) Nr. 1228/2014 über die Zulassung bzw. Nichtzulassung bestimmter gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel betreffend die Verringerung eines Krankheitsrisikos

    Europäische Kommission Amtsblatt der Europäischen Union

    Zur Zuschreibung: 08

  6. 06

    EFSA-Gutachten zur Ableitung der Tolerable Upper Intake Level (UL) · 2023

    Scientific opinion on the tolerable upper intake level for vitamin D, including the derivation of a conversion factor for calcidiol monohydrate.

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    Meta-Analyse aus 18 RCTs · 2024

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    Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Zusatzstudie zur VITAL-Studie (VITAL-DEP), n gleich 18353 · 2020

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  15. 15

    Systematische Übersicht und Meta-Analyse aus 45 RCTs · 2026

    Does vitamin D supplementation modulate metabolic risk factors of cardiovascular disease? A systematic review and meta-analysis of clinical trials.

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    Zur Zuschreibung: 15

  16. 16

    Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie (VITAL), n gleich 25871 · 2019

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    Zur Zuschreibung: 16, 18, 19

  17. 17

    Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Zusatzauswertung der VITAL-Studie, n gleich 25871 · 2022

    Vitamin D and marine omega 3 fatty acid supplementation and incident autoimmune disease, VITAL randomized controlled trial.

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  18. 18

    Cochrane-Übersicht und Meta-Analyse aus 56 RCTs, n gleich 95286 · 2014

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    Zur Zuschreibung: 18, 19

  19. 19

    Fallbericht mit Literaturübersicht · 2024

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    Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie, n gleich 21315 · 2021

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    Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie, dieselbe Studienpopulation wie [20], n gleich 21315 · 2022

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  22. 22

    Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte 2x2x2-faktorielle Studie, n gleich 2157 · 2020

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    Zur Zuschreibung: 09, 12, 15

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    Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie (ViDA), n gleich 5110 · 2017

    Effect of monthly high-dose vitamin D supplementation on falls and non-vertebral fractures, secondary and post-hoc outcomes from the randomised, double-blind, placebo-controlled ViDA trial.

    Khaw KT, et al. Lancet Diabetes Endocrinol

    Zur Zuschreibung: 09, 10

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    Randomisierte, placebokontrollierte, dreiarmige Studie (Finnish Vitamin D Trial, FIND), n gleich 2495 · 2022

    Vitamin D supplementation and prevention of cardiovascular disease and cancer in the Finnish Vitamin D Trial, a randomized controlled trial.

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