Zimtextrakt
Zuletzt geprüft am
Pflanzenextrakte
Cinnamomum verum J.Presl, Synonym Cinnamomum zeylanicum Blume (Ceylon-Zimt), und Cinnamomum cassia (L.) J.Presl, Synonym Cinnamomum aromaticum Nees (Cassia-Zimt), Familie Lauraceae · Zimtrindenextrakt · Cassia-Zimt · Ceylon-Zimt · Cinnamon Bark Extract · Echter Zimt
Auf einen Blick
- Was es ist
- Ein Extrakt aus der Rinde des Zimtbaums. Im Handel sind zwei botanisch unterschiedliche Arten verbreitet, die als Nahrungsergänzung nicht austauschbar sind, siehe die Abgrenzung im Abschnitt Sicherheit
- Herkunft
- Cassia-Zimt (Cinnamomum cassia) stammt überwiegend aus China, Vietnam und Indonesien und ist die weitaus häufigere Handelsware. Ceylon-Zimt (Cinnamomum verum) stammt überwiegend aus Sri Lanka und wird als teurere Spezialität gehandelt
- Wirkform in Studien
- In den meisten älteren placebokontrollierten Humanstudien zu Blutzucker und Blutfetten wurde, wo die Art überhaupt angegeben war, Cassia-Zimt in Kapselform geprüft. Neuere Studien zu Ceylon-Zimt sind einzeln vorhanden, aber deutlich seltener. Ein Teil der älteren Übersichtsarbeiten bündelt beide Arten ohne Trennung, in diesem Eintrag ist bei jeder Quelle vermerkt, welche Art geprüft wurde, soweit angegeben
- Übliche Studiendosis
- 0,5 bis 6 g Zimtpulver oder Zimtextrakt täglich über 4 bis 16 Wochen in den meisten Humanstudien zu Blutzucker, mit einem Mittel um 2 g pro Tag. Die beiden gefundenen reinen Ceylon-Zimt-Studien nutzten 750 mg beziehungsweise 1000 mg täglich über 12 bis 16 Wochen
- Bekannt geworden durch
- Die Verwendung als Küchengewürz seit der Antike sowie durch einzelne, viel zitierte Studien zur blutzuckersenkenden Wirkung aus den frühen 2000er Jahren
- Verträglichkeit
- In den ausgewerteten Studien insgesamt gut vertragen, mit vereinzelten milden Beschwerden wie Hautausschlag oder Magenbeschwerden ohne belegten Unterschied zur Placebogruppe. Bei Cassia-Zimt ist wegen seines Cumaringehalts eine Mengenbegrenzung zu beachten, siehe Sicherheit
Was diesem Stoff zugesprochen wird
Was die Studien hergeben.
Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.
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01
Nüchternblutzucker und Langzeitblutzucker (HbA1c) bei Typ-2-Diabetes, in einer älteren und einer neueren Übersichtsarbeit ohne Unterschied zur Kontrolle, in einer weiteren neueren Übersichtsarbeit gesenkt
WidersprüchlichEinordnung und Einschränkungen
Eine ältere Cochrane-Übersicht und eine neuere Dosis-Wirkungs-Analyse fanden keinen Unterschied zu Placebo, eine weitere neuere Übersichtsarbeit mit teils denselben Studien dagegen schon.
Ausführlicher Nachweis
Eine 2012 veröffentlichte Cochrane-Übersichtsarbeit wertete 10 randomisierte, placebokontrollierte Studien mit 577 Menschen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes aus, Zimt wurde in sieben der zehn Studien ausdrücklich als Cinnamomum cassia geführt, in einer als Cinnamomum burmanii, in zweien blieb die Art unbenannt, mittlere Tagesdosis 2 g über im Mittel 11 Wochen [1]. Für den Nüchternblutzucker fand sich kein statistisch gesicherter Unterschied zu Placebo (mittlere Differenz minus 0,83 mmol/L, 95-Prozent-Intervall minus 1,67 bis 0,02, p gleich 0,06, n gleich 388 aus 8 Studien, Heterogenität I-Quadrat 82 Prozent) [1]. Nach Herausnahme zweier methodisch schwacher Ausreißerstudien sank die Heterogenität auf 0 Prozent, das Ergebnis blieb ohne gesicherten Unterschied (mittlere Differenz minus 0,08 mmol/L, 95-Prozent-Intervall minus 0,34 bis 0,18, p gleich 0,55, n gleich 304 aus 6 Studien) [1]. Für HbA1c fand sich ebenfalls kein gesicherter Unterschied (mittlere Differenz minus 0,06 Prozentpunkte, 95-Prozent-Intervall minus 0,29 bis 0,18, p gleich 0,63, n gleich 405 aus 6 Studien), ebenso wenig für Seruminsulin [1]. Die Autorenschaft zieht ein zurückhaltendes Fazit, die verfügbare Evidenz stütze die Verwendung von Zimt bei Diabetes nicht, weitere Studien seien nötig, auch zu anderen Zimtarten als Cassia [1]. Eine spätere, öffentlich dokumentierte fachliche Nachprüfung dieser Cochrane-Arbeit bemängelte methodische Details der Datenauswertung (Vergleich von Endwerten statt Veränderungswerten in Teilen der Analyse), ohne die Kernaussage grundsätzlich zu widerlegen [1]. Eine 2023 veröffentlichte Dosis-Wirkungs-Meta-Analyse durchsuchte gezielt nach Cinnamomum zeylanicum, Cinnamomum verum und allgemein Cinnamon, ohne die Art der geprüften Einzelstudien im Abstract zu benennen, und fand über die Gesamtheit der Studien ebenfalls keinen gesicherten Effekt auf Nüchternblutzucker, HbA1c oder Gesamtcholesterin, wohl aber auf Triglyceride und LDL-Cholesterin, siehe eigene Zeilen. Auch diese Analyse legt die Art ihrer Primärstudien im Abstract nicht offen [3]. Die Autorenschaft schreibt selbst, die Zimtart sei zwischen den geprüften Primärstudien ein nicht kontrollierbarer Störfaktor [3]. Dem gegenüber steht eine 2025 veröffentlichte Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse über 28 randomisierte Studien und 3054 Teilnehmenden mit Typ-2-Diabetes, Suchstichtag 10. November 2022 [2]. Die Dosis-Wirkungs-Analyse stützt sich laut ihrem Volltext auf 14 Veröffentlichungen mit 15 Vergleichen, Suchstichtag ebenfalls November 2022, bei derselben Population und derselben Fragestellung [3]. Der kleinere Bestand liegt damit im Suchfenster des größeren. Welche 28 Studien die größere Arbeit im Einzelnen einschließt, ließ sich nicht nachschlagen, für sie gibt es über die PMID keinen frei zugänglichen Volltext. Dort sank der Nüchternblutzucker gegenüber Kontrolle (gewichtete mittlere Differenz minus 15,26 mg/dl, 95-Prozent-Intervall minus 22,23 bis minus 8,30, I-Quadrat 88 Prozent), ebenso HbA1c (minus 0,56 Prozentpunkte, 95-Prozent-Intervall minus 0,99 bis minus 0,13, I-Quadrat 94 Prozent) und, in der Untergruppe mit Kapselform, LDL-Cholesterin (minus 6,49 mg/dl, 95-Prozent-Intervall minus 12,69 bis minus 0,29, I-Quadrat 92 Prozent) [2]. Welche Zimtart die zugrunde liegenden Primärstudien überwiegend prüften, nennt das verfügbare Abstract nicht [2]. Der Widerspruch betrifft Nüchternblutzucker und HbA1c. Für LDL-Cholesterin trägt er nicht. Die Cochrane-Übersicht führt Blutfettwerte überhaupt nicht unter ihren Endpunkten, geprüft wurden dort Nüchternblutzucker, Blutzucker nach dem Essen, Nebenwirkungen, HbA1c, Seruminsulin und Insulinempfindlichkeit [1]. Die Dosis-Wirkungs-Analyse wiederum senkte das LDL-Cholesterin gesichert (mittlere Differenz minus 6,78 mg/dl, 95-Prozent-Intervall minus 11,35 bis minus 2,22, p gleich 0,004) [3], die 2025 veröffentlichte Übersichtsarbeit ebenfalls, dort in der Untergruppe mit Kapselform [2]. LDL-Cholesterin ist deshalb aus dem Zeilennamen genommen. Für Nüchternblutzucker und HbA1c dagegen prüfen alle drei Arbeiten denselben Endpunkt an vergleichbarer Population, mit gegensätzlichem Ergebnis und ohne dass sich die neuere positive Auswertung eindeutig auf eine andere, besser geprüfte Zimtart zurückführen lässt, das rechtfertigt die Stufe Widersprüchlich [1][2][3].
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02
Nüchternblutzucker bei Erwachsenen unter Ceylon-Zimt (Cinnamomum verum) speziell, in zwei neueren Studien uneinheitlich beschrieben
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Eine Studie mit ausdrücklichem Gruppenvergleich fand eine Senkung gegenüber Placebo, eine zweite berichtet eine Senkung nur gegenüber dem eigenen Ausgangswert, ohne diesen Vergleich klar von einem Placebo-Vergleich zu trennen.
Ausführlicher Nachweis
Eine 2025 veröffentlichte, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie an 150 Erwachsenen mit einem LDL-Wert zwischen 100 und 190 mg/dl gab 1000 mg Ceylon-Zimt-Extrakt (Cinnamomum zeylanicum) oder Placebo täglich über 12 Wochen [5]. Bei den 127 nach 12 Wochen ausgewerteten Teilnehmenden sank der Nüchternblutzucker unter Ceylon-Zimt stärker als unter Placebo (an den Ausgangswert angepasste mittlere Differenz 8,59 mg/dl, 95-Prozent-Intervall 0,59 bis 16,59, p gleich 0,036), in der Untergruppe mit Typ-2-Diabetes war der Effekt deutlicher (standardisierter Koeffizient minus 63, 95-Prozent-Intervall minus 102 bis minus 25, p gleich 0,002) [5]. Der primäre Endpunkt LDL-Cholesterin sank ebenfalls, aber ohne gesicherten Unterschied zu Placebo (an den Ausgangswert angepasste mittlere Differenz 6,05 mg/dl, 95-Prozent-Intervall minus 2,43 bis 14,52, p gleich 0,161) [5]. Diese Studie wurde von einem Gewürzhersteller (SDS Spices Pvt Ltd) finanziell unterstützt, der zwei Autoren für ihren Zeitaufwand entschädigte, die Autorenschaft erklärt, die Finanzierung habe Design, Auswertung oder Publikationsentscheidung nicht beeinflusst [5]. Eine zweite, 2025 veröffentlichte, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie an 210 Menschen mit Typ-2-Diabetes gab 250 mg oder 500 mg Ceylon-Zimt-Extrakt oder Placebo täglich über vier Monate, 186 schlossen die Studie ab [4]. Das verfügbare Abstract berichtet, Nüchternblutzucker und HbA1c seien in den Ceylon-Zimt-Gruppen gegenüber dem eigenen Ausgangswert signifikant gesunken, und nennt eine Regressionsanalyse, in der die Behandlungsgruppe ein signifikanter Prädiktor für die Veränderung beider Werte war [4]. Ob diese Regression den Unterschied zur Placebogruppe abbildet oder nur die Veränderung innerhalb der Verumgruppen, geht aus dem verfügbaren Abstract nicht eindeutig hervor, ein klar benannter Gruppenvergleich mit Effektmaß und Intervall fehlt dort [4]. Wegen dieser Unschärfe wird diese zweite Studie hier als Zusatzinformation und nicht als eigenständiger, sauber ausgewiesener Beleg gewertet. Beide Studien wurden in Sri Lanka an derselben Pflanzenart durchgeführt, teilen aber weder Studienort noch Autorenschaft vollständig und prüfen unterschiedliche Dosierungen, ein direkter Vergleich der Zahlen ist deshalb nicht möglich.
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03
Triglyceride und Gesamtcholesterin, in einer Meta-Analyse über 13 Studien gesenkt, Zimtart in den Einzelstudien überwiegend nicht benannt
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Eine Meta-Analyse über 13 Studien fand gesenkte Triglyzerid- und Gesamtcholesterinwerte gegenüber Kontrolle. Welche Zimtart die Einzelstudien überwiegend prüften, ist aus der verfügbaren Kurzfassung nicht ersichtlich.
Ausführlicher Nachweis
Eine 2017 veröffentlichte Meta-Analyse wertete 13 randomisierte kontrollierte Studien mit 750 Teilnehmenden zur Wirkung von Zimt auf Blutfettwerte aus [7]. Gegenüber Kontrolle sanken die Triglyzeride (gewichtete mittlere Differenz minus 23,91 mg/dl, 95-Prozent-Intervall minus 34,54 bis minus 12,40, p kleiner 0,01) und das Gesamtcholesterin (minus 13,92 mg/dl, 95-Prozent-Intervall minus 24,36 bis minus 3,48, p kleiner 0,01) [7]. Eine Meta-Regression fand keinen gesicherten Zusammenhang zwischen der Zimtdosis und der Veränderung der Blutfettwerte, wohl aber zwischen der Einnahmedauer und der Veränderung von Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin und Triglyzeriden, längere Einnahme war mit einer geringeren, teils sogar gegenläufigen Veränderung verbunden [7]. Das verfügbare Abstract benennt die Zimtart der 13 eingeschlossenen Studien nicht. Die 2025 veröffentlichte, größere Übersichtsarbeit zu Typ-2-Diabetes fand in der Untergruppe mit Kapselform ebenfalls gesenkte Triglyzeride (minus 19,75 mg/dl, 95-Prozent-Intervall minus 33,71 bis minus 5,80) und Gesamtcholesterin (minus 13,39 mg/dl, 95-Prozent-Intervall minus 24,71 bis minus 2,07), was in dieselbe Richtung weist [2]. Die 2023 veröffentlichte Dosis-Wirkungs-Analyse über 14 Veröffentlichungen senkte die Triglyzeride ebenfalls (mittlere Differenz minus 7,31 mg/dl, 95-Prozent-Intervall minus 12,37 bis minus 2,25, p gleich 0,005), fand für das Gesamtcholesterin aber keinen gesicherten Unterschied [3]. Bei den Triglyzeriden weisen damit alle drei Auswertungen in dieselbe Richtung, beim Gesamtcholesterin stehen zwei positiven Auswertungen eine ergebnislose gegenüber. Weil die Arbeiten die Zimtart ihrer Einzelstudien nicht vollständig ausweisen und das Gesamtcholesterin zwischen ihnen uneinheitlich ausfällt, bleibt die Stufe bei Hinweise und wird nicht auf Belegt angehoben.
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04
HDL-Cholesterin, in derselben Meta-Analyse über die Gesamtheit der Studien ohne Unterschied, in einer Sensitivitätsanalyse abhängig von einer einzelnen Studie
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Über 13 Studien kein gesicherter Unterschied zu Kontrolle, das Vertrauensintervall öffnet sich aber deutlich zu einer möglichen Zunahme, und eine einzelne Studie entscheidet in einer Zusatzanalyse über das Ergebnis.
Ausführlicher Nachweis
In derselben 2017 veröffentlichten Meta-Analyse über 13 Studien und 750 Teilnehmende fand sich für HDL-Cholesterin kein statistisch gesicherter Unterschied zwischen Zimt und Kontrolle (gewichtete mittlere Differenz 1,92 mg/dl, 95-Prozent-Intervall minus 0,03 bis 4,64, p gleich 0,21) [7]. Das Intervall schließt eine Zunahme von bis zu 4,64 mg/dl nicht aus und zeigt damit eher Unschärfe als ein sicheres Ausbleiben der Wirkung. In einer Sensitivitätsanalyse, bei der eine einzelne Studie aus der Berechnung genommen wurde, wurde der Unterschied signifikant (1,54 mg/dl, 95-Prozent-Intervall 1,16 bis 2,32, p kleiner 0,01), was zeigt, wie stark das Gesamtergebnis von einer einzelnen Arbeit abhängt [7]. Kein gesicherter Zusammenhang mit Dosis oder Einnahmedauer [7]. Das verfügbare Abstract benennt auch hier nicht, welche Zimtart die zugrunde liegenden Primärstudien überwiegend prüften. Die 2023 veröffentlichte Dosis-Wirkungs-Analyse berichtet für denselben Wert aus 10 Studien mit 11 Vergleichen dagegen einen gesicherten Anstieg (mittlere Differenz 1,53 mg/dl, 95-Prozent-Intervall 1,01 bis 2,05, p kleiner 0,001, I-Quadrat 44,0 Prozent) [3]. Beide Arbeiten beschreiben damit dieselbe Richtung und dieselbe Größenordnung von rund 2 mg/dl, die ältere ohne, die neuere mit statistischer Absicherung. Ein Anstieg von etwa 1,5 bis 2 mg/dl ist klinisch klein. Weil auch die neuere Arbeit die Zimtart ihrer Einzelstudien nicht durchgehend ausweist, bleibt die Stufe bei Hinweise.
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05
Diastolischer Blutdruck, in einer Meta-Analyse über 8 Studien gesenkt
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Über 8 kleine Studien mit zusammen 582 Teilnehmenden leicht, aber gesichert gesenkt. Die Zimtart der Einzelstudien ist in der verfügbaren Kurzfassung nicht benannt.
Ausführlicher Nachweis
Eine 2021 veröffentlichte Meta-Analyse wertete 8 randomisierte Studien mit 582 Teilnehmenden zur Wirkung von Zimt auf den Blutdruck aus [6]. Der diastolische Blutdruck sank gegenüber Kontrolle gesichert (gewichtete mittlere Differenz minus 0,93 mmHg, 95-Prozent-Intervall minus 1,55 bis minus 0,32, p gleich 0,003), der Effekt war sowohl in der Untergruppe mit längerer als auch mit kürzerer Einnahmedauer sowie bei hoher Dosis (über 1500 mg pro Tag) nachweisbar [6]. Der absolute Effekt von unter einem mmHg ist klein. Das verfügbare Abstract benennt die Zimtart der 8 eingeschlossenen Studien nicht.
Quellen: 6
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06
Systolischer Blutdruck, in derselben Meta-Analyse über alle Studien ohne Unterschied, nur bei mindestens achtwöchiger Einnahme gesenkt
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Über alle 8 Studien kein gesicherter Unterschied zu Kontrolle, nur in der Untergruppe mit mindestens achtwöchiger Einnahme eine kleine, gesicherte Senkung.
Ausführlicher Nachweis
In derselben Meta-Analyse über 8 Studien und 582 Teilnehmende fand sich für den systolischen Blutdruck über alle Studien kein statistisch gesicherter Unterschied zu Kontrolle (gewichtete mittlere Differenz minus 0,61 mmHg, 95-Prozent-Intervall minus 1,36 bis 0,14, p gleich 0,111) [6]. In der Untergruppe mit mindestens achtwöchiger Einnahmedauer war eine kleine Senkung gesichert (minus 1,25 mmHg, 95-Prozent-Intervall minus 2,22 bis minus 0,28, p gleich 0,012) [6]. Ein Nullbefund über die Gesamtheit der Studien mit anschließend positivem Teilbefund in einer vorab nicht unabhängig bestätigten Untergruppe ist unschärfer als ein durchgehend gesicherter Effekt, deshalb bleibt die Stufe bei Hinweise.
Quellen: 6
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07
Gedächtnis und Lernleistung in einem Alzheimer-Mausmodell
Nur Labor und TierEinordnung und Einschränkungen
Nur an Mäusen mit ausgelöster Alzheimer-ähnlicher Veränderung untersucht, nicht am Menschen.
Ausführlicher Nachweis
In einer Laborarbeit mit begleitendem Tiermodell hemmte das Zimt-Stoffwechselprodukt Natriumbenzoat in Mikroglia-Zellen von Mäusen die durch Lipopolysaccharide ausgelöste Bildung reaktiver Sauerstoffspezies [11]. Bei 5XFAD-Mäusen, einem Alzheimer-Mausmodell, dämpfte die orale Fütterung von Zimtpulver, ausdrücklich als Cinnamomum verum benannt, zusammen mit Natriumbenzoat die Aktivierung von p21rac und den oxidativen Stress im Hippocampus, verringerte die Amyloid-Beta-Last und schützte Gedächtnis- und Lernleistung gegenüber unbehandelten Tg-Mäusen [11]. Die Untersuchung fand ausschließlich an Zellkulturen und Mäusen statt, keine an Menschen. Eine gezielte Suche mit den Suchbegriffen Zimt und Gedächtnis (cinnamon AND memory) sowie Zimt und kognitive Funktion (cinnamon AND cognitive function) ergab keine einzige randomisierte oder kontrollierte klinische Studie am Menschen, siehe eigene Zeile.
Quellen: 11
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08
Gedächtnis und kognitive Leistung beim Menschen
Keine Studien gefundenEinordnung und Einschränkungen
Wir haben gesucht und keine Humanstudie gefunden, nur Übersichtsartikel und ein Tiermodell.
Ausführlicher Nachweis
Eine gezielte Suche mit den Suchbegriffen Zimt und kognitive Funktion (cinnamon AND cognitive function) sowie Zimt und Gedächtnis (cinnamon AND memory) ergab am Menschen keine einzige randomisierte oder kontrollierte Studie. Gefunden wurden ausschließlich narrative Übersichtsartikel zu pflanzlichen Wirkstoffen bei Alzheimer, die Zimt neben vielen anderen Pflanzen nennen, sowie das in der vorigen Zeile beschriebene Tiermodell. Eine eigene Humanstudie zu Zimt und einem kognitiven Endpunkt haben wir nicht gefunden.
Studien im Detail
Blutzucker und Langzeitblutzucker bei Typ-2-Diabetes
Die älteste und methodisch strengste verfügbare Übersichtsarbeit ist die 2012 veröffentlichte Cochrane-Analyse von Leach und Kumar. Sie wertete 10 randomisierte, placebokontrollierte Studien mit 577 Menschen mit Diabetes aus und dokumentiert für jede Studie die geprüfte Zimtart: sieben nutzten Cinnamomum cassia, eine Cinnamomum burmanii, zwei ließen die Art offen. Weder für den Nüchternblutzucker noch für HbA1c oder Seruminsulin fand sich ein statistisch gesicherter Unterschied zu Placebo, bei durchgehend engen, um den Nullwert liegenden Vertrauensintervallen. Die Autorenschaft zieht daraus ein zurückhaltendes Fazit und empfiehlt ausdrücklich, auch andere Zimtarten als Cassia zu untersuchen.
Zwei neuere Arbeiten mit Suchzeitraum bis November 2022 kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Eine Dosis-Wirkungs-Meta-Analyse fand ebenfalls keinen gesicherten Effekt auf Nüchternblutzucker, HbA1c oder Gesamtcholesterin, wohl aber auf Triglyzeride und LDL-Cholesterin, und schreibt selbst, die Zimtart der eingeschlossenen Studien sei ein nicht kontrollierbarer Störfaktor. Eine größere, im selben Jahr erschienene Übersichtsarbeit über 28 Studien und gut 3000 Teilnehmende fand dagegen für Nüchternblutzucker, HbA1c und, in der Untergruppe mit Kapselform, auch für LDL-Cholesterin einen gesicherten Vorteil gegenüber Kontrolle. Die Zimtart ihrer eingeschlossenen Studien nennt das verfügbare Abstract nicht, und die beiden Arbeiten mit demselben Suchstichtag teilen sich vermutlich einen erheblichen Teil ihres Studienbestands. Ein durchgängiges, artspezifisches Bild lässt sich aus diesen drei Übersichtsarbeiten nicht ableiten.
Ceylon-Zimt speziell
Für Cinnamomum verum, den Ceylon-Zimt, liegen zwei 2025 veröffentlichte, eigenständige randomisierte Studien vor, beide aus Sri Lanka. Die methodisch klarere der beiden, mit vom eigenen Ausgangswert getrenntem Gruppenvergleich, fand bei 1000 mg Ceylon-Zimt-Extrakt täglich über 12 Wochen eine gegenüber Placebo stärkere Senkung des Nüchternblutzuckers, deutlicher bei Teilnehmenden mit Typ-2-Diabetes, ohne gesicherten Effekt auf das primär geprüfte LDL-Cholesterin. Diese Studie wurde von einem Gewürzhersteller finanziell unterstützt. Die zweite Studie, mit 250 oder 500 mg täglich über vier Monate, berichtet eine Senkung von Nüchternblutzucker und HbA1c gegenüber dem eigenen Ausgangswert, das verfügbare Abstract trennt diesen Befund nicht eindeutig von einem Vergleich mit der Placebogruppe. Beide Arbeiten zusammen liefern einen Hinweis auf eine mögliche Wirkung von Ceylon-Zimt speziell, aber keinen sauber ausgewiesenen, unabhängig bestätigten Beleg.
Blutfette
Eine 2017 veröffentlichte Meta-Analyse über 13 Studien und 750 Teilnehmende fand gesenkte Triglyzerid- und Gesamtcholesterinwerte gegenüber Kontrolle, ohne gesicherten Effekt auf LDL- oder HDL-Cholesterin in der Hauptauswertung. Eine Sensitivitätsanalyse zeigte, dass der HDL-Befund stark von einer einzelnen Studie abhängt. Die Zimtart der eingeschlossenen Studien benennt das verfügbare Abstract nicht.
Blutdruck
Eine 2021 veröffentlichte Meta-Analyse über 8 kleinere Studien mit 582 Teilnehmenden fand eine kleine, aber gesicherte Senkung des diastolischen Blutdrucks, während sich der systolische Blutdruck über die Gesamtheit der Studien nicht gesichert veränderte und nur in der Untergruppe mit mindestens achtwöchiger Einnahme sank. Auch hier bleibt die geprüfte Zimtart im verfügbaren Abstract offen.
Gedächtnis und Gehirn
Zu einer gedächtnisfördernden oder das Gehirn schützenden Wirkung liegt uns keine einzige Humanstudie vor. Ein Labor- und Tiermodell zeigte, dass Zimt und sein Stoffwechselprodukt Natriumbenzoat in Mikroglia-Zellen von Mäusen oxidativen Stress dämpften und im Tiermodell Gedächtnis- und Lernleistung schützten, das ist ein Befund im Tiermodell und keine Aussage über eine Wirkung beim Menschen.
Sicherheit und Wechselwirkungen
Bei Zimtextrakt entscheidet die Pflanzenart über die Sicherheit, nicht nur über die Studienlage. Cassia-Zimt (Cinnamomum cassia) enthält Cumarin in deutlich höherer Menge als Ceylon-Zimt (Cinnamomum verum), eine 2026 veröffentlichte Übersichtsarbeit nennt bis zu 3,6 g Cumarin je Kilogramm bei Cassia-Zimt gegenüber bis zu 15 mg je Kilogramm bei Cinnamomum verum, ein Unterschied um mehr als das Zweihundertfache [10].
Cumarin gilt in hoher Dosis als leberschädigend, bei einem Teil der Bevölkerung auch unterhalb der bei Tieren ermittelten Schwelle [8]. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat 2004 auf dieser Grundlage eine tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI) von 0,1 mg Cumarin je Kilogramm Körpergewicht abgeleitet, das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung hat diesen Wert später anhand von Daten zu Menschen bestätigt, die Cumarin als Arzneistoff erhielten [8]. Eine deutsche Befragung zur Weihnachtszeit, in der Cassia-Zimt in Gebäck eine übliche Zutat ist, fand, dass Menschen mit hohem Verzehr an manchen Tagen bereits über den Lebensmittelkonsum an diese TDI heranreichen können [8]. Eine kontrollierte Vergleichsstudie an 24 gesunden Erwachsenen fand, dass Cumarin aus der Zimtmatrix (56 bis 66 Prozent relative Aufnahme je nach Zubereitung) ähnlich gut aufgenommen wird wie isoliertes Cumarin in einer Kapsel (63 Prozent), die TDI lässt sich damit auch auf den Verzehr von Zimt selbst anwenden und nicht nur auf isoliertes Cumarin [9].
Für ein Nahrungsergänzungsmittel mit Zimtextrakt bedeutet das: Bei einem aus Cassia-Zimt hergestellten Präparat ist die Cumarinmenge je Tagesportion und ihr Abstand zur TDI zu beachten, besonders bei zusätzlichem Verzehr von Zimt über die Nahrung. Bei einem aus Ceylon-Zimt hergestellten Präparat ist diese Sorge nach den vorliegenden Zahlen deutlich geringer ausgeprägt. Welche Art ein konkretes Präparat enthält, muss aus dessen Kennzeichnung hervorgehen, dieser Eintrag beschreibt die Studienlage zu Zimtextrakt allgemein und trifft keine Aussage über ein bestimmtes Produkt.
Menschen mit einer bestehenden Lebererkrankung sollten wegen der möglichen Cumarin-Belastung insbesondere bei Cassia-Zimt-Präparaten vor der Einnahme ärztliche Rücksprache halten. Da Zimt in mehreren Studien den Blutzucker senkte, ist bei gleichzeitiger Einnahme blutzuckersenkender Medikamente Vorsicht angebracht. Zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sowie zu Schwangerschaft und Stillzeit liegt uns keine eigene geprüfte Humanstudie vor.
Quellen zum Nachlesen
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02
Meta-Analyse, 28 RCTs, n gleich 3054 · 2025
Effects of cinnamon supplementation on metabolic biomarkers in individuals with type 2 diabetes, a systematic review and meta-analysis
de Moura SL, Gomes BGR, Guilarducci MJ, Coelho OGL, Guimarães NS, Gomes JMG. Nutr Rev
- 03
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04
RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, n gleich 210 (186 ausgewertet), 4 Monate, Cinnamomum zeylanicum · 2025
Efficacy and Safety of Cinnamomum zeylanicum (Ceylon cinnamon) for diabetes mellitus, a randomized, double blind, placebo-controlled clinical trial
Ranasinghe P, Galappatthy P, Constantine GR, Jayawardena R, Weeratunga HD, Premakumara S, Katulanda P. Diabetes Metab Syndr
Zur Zuschreibung: 02
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05
RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, n gleich 150 (127 ausgewertet), 12 Wochen, Cinnamomum zeylanicum 1000 mg/Tag · 2025
Effects of Cinnamomum zeylanicum (Ceylon cinnamon) extract on lipid profile, glucose levels and its safety in adults, a randomized, double-blind, controlled trial
Muthukuda D, de Silva CK, Ajanthan S, Wijesinghe N, Dahanayaka A, Pathmeswaran A. PLoS One
Zur Zuschreibung: 02
-
06
Meta-Analyse, 8 RCTs, n gleich 582 · 2021
What is the Impact of Cinnamon Supplementation on Blood Pressure? A Systematic Review and Meta-Analysis
Ghavami A, Haghighian HK, Roshanravan N, Ziaei R, Ghaedi E, Moravejolahkami AR, Askari G. Endocr Metab Immune Disord Drug Targets
- 07
- 08
- 09
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10
Narrative Übersichtsarbeit über mehr als 150 Studien · 2026
A critical appraisal of anti-hyperglycemic mechanisms, matrix-dependent bioavailability, and species-stratified safety of Cinnamomum spp. as functional food ingredients
Balkrishna A, Tripathi SK, Singh SK, Verma S, Arya V. Food Res Int
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11
Laborstudie und Tierstudie, Mikroglia-Zellkultur und Alzheimer-Mausmodell (5XFAD-Maus), Cinnamomum verum · 2015
Cinnamon and Its Metabolite Sodium Benzoate Attenuate the Activation of p21rac and Protect Memory and Learning in an Animal Model of Alzheimer's Disease
Modi KK, Roy A, Brahmachari S, Rangasamy SB, Pahan K. PLoS One
Zur Zuschreibung: 07
Bei H.P.N
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