Weißdorn Extrakt
Zuletzt geprüft am
Pflanzenextrakte
Crataegus laevigata, Crataegus monogyna · Crataegus · Hawthorn · Weißdornblätter mit Blüten · Hagedorn
Auf einen Blick
- Was es ist
- Extrakt aus dem Weißdornstrauch, reich an Flavonoiden (unter anderem Vitexin, Hyperosid, Isoquercitrin) und an oligomeren Procyanidinen. Je nach Pflanzenteil und Herstellungsweg entstehen daraus vollkommen verschiedene Zubereitungen, siehe Abgrenzung unten
- Herkunft
- Ein dorniger Strauch der Rosengewächse aus den gemäßigten Zonen Europas, Asiens und Nordamerikas. Verwendet werden Blätter mit Blüten, die Früchte oder eine Mischung aus beidem
- Wirkform in Studien
- Nahezu die gesamte belastbare Studienlage stammt aus zwei standardisierten Arzneimittelextrakten aus Blättern mit Blüten. WS 1442 (Crataegutt forte, Dr. Willmar Schwabe) ist ein Trockenextrakt aus Blättern mit Blüten im Verhältnis 4 bis 6,6 zu 1 mit Ethanol 45 Prozent, standardisiert auf 18,8 Prozent oligomere Procyanidine, das sind 84,3 mg je 450-mg-Tablette. LI 132 (Faros, Lichtwer Pharma) ist ein Extrakt im Verhältnis 3 zu 1, standardisiert auf 2,2 Prozent Flavonoide. Ein Fruchtextrakt, ein Fruchtsaftgetränk oder ein nicht standardisiertes Nahrungsergänzungsmittel ist damit nicht gleichzusetzen
- Übliche Studiendosis
- 160 bis 1800 mg standardisierter Extrakt aus Blättern mit Blüten täglich über 3 bis 16 Wochen in den Studien der Cochrane-Auswertung, 900 mg täglich über 6 bis 24 Monate in den beiden großen Studien mit harten Endpunkten, 250 bis 1200 mg täglich über 10 Wochen bis 6 Monate in den Blutdruckstudien
- Bekannt geworden durch
- Die europäische Überlieferung als Mittel für das Herz. Die deutsche Kommission E hat 1994 Extrakte aus Weißdornblättern mit Blüten für Erwachsene mit verminderter Herzleistung der Stufe zwei nach der New Yorker Einteilung freigegeben. Die Unions-Monographie des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA/HMPC/159075/2014, 2016) kennt für Weißdornblätter mit Blüten dagegen nur traditionelle Anwendungen, nämlich vorübergehende nervös bedingte Herzbeschwerden, leichte seelische Belastung und Schlafförderung. Eine traditionelle Anwendung beruht auf langjährigem Gebrauch, nicht auf Studien. Eine gut etablierte Anwendung bei verminderter Herzleistung führt die Monographie nicht, erhöhten Blutdruck ausdrücklich nicht als Anwendungsgebiet [20]
- Verträglichkeit
- In den vorliegenden Studien überwiegend gut vertragen. Häufigste gemeldete Ereignisse waren Schwindel und Magen-Darm-Beschwerden. In der größten Einzelstudie mit laufender Standardmedikation traten insgesamt mehr unerwünschte Ereignisse auf als unter Placebo, siehe Sicherheit
Was diesem Stoff zugesprochen wird
Was die Studien hergeben.
Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.
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01
Maximale Belastbarkeit auf dem Fahrradergometer, in der Zusammenfassung höher als unter Placebo, im Zusatz zu laufender Medikation ohne Unterschied
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
In der Cochrane-Auswertung von fünf Studien lag die Wattzahl im Mittel 5,35 Watt höher als unter Placebo. In den Studien, die den Extrakt zu laufender Medikation gaben, war der Unterschied nicht mehr belegt.
Ausführlicher Nachweis
Die Cochrane-Übersichtsarbeit von 2008 wertet 14 doppelblinde, plazebokontrollierte Studien mit zusammen 1110 Teilnehmenden aus, davon lieferten 10 Studien mit 855 Teilnehmenden auswertbare Daten [1]. Eingeschlossen wurden ausschließlich Einzelpräparate aus standardisiertem Extrakt aus Blättern mit Blüten, in allen Studien entweder WS 1442 oder LI 132, mit Tagesdosen von 160 bis 1800 mg über 3 bis 16 Wochen [1]. Zur maximalen Belastbarkeit steuerten fünf Studienarme Daten bei, gemessen auf dem Fahrradergometer mit einer Steigerung um 25 Watt alle zwei Minuten bis zum Abbruch. Der gewichtete mittlere Unterschied betrug plus 5,35 Watt bei einem 95-Prozent-Intervall von plus 0,71 bis plus 10,00 (p kleiner 0,02, n gleich 380), ohne Anzeichen für Uneinheitlichkeit zwischen den Studien (p gleich 0,27) [1]. Die Übersichtsarbeit selbst rechnet das in rund 9 Prozent Verbesserung gegenüber Placebo um [1]. Entscheidend ist die im Volltext dokumentierte Empfindlichkeitsanalyse, die das Abstract nicht nennt. In den Studien, in denen der Extrakt zusätzlich zu anderen Medikamenten gegeben wurde, betrug der Unterschied nur noch plus 2,9 Watt bei einem 95-Prozent-Intervall von minus 1,38 bis plus 7,18 (n gleich 282), war also nicht mehr belegt. Der gepoolte Vorteil entsteht rechnerisch in den Studien, bei denen unklar blieb, ob die Teilnehmenden überhaupt andere Medikamente einnahmen (plus 12,36 Watt, 95-Prozent-Intervall plus 3,72 bis plus 21,00, n gleich 98) [1]. Die Übersichtsarbeit benennt diese Unsicherheit selbst und schreibt, es bestehe ein Maß an Ungewissheit, ob der Nutzen dem Weißdorn-Extrakt allein zuzuschreiben sei [1]. Zur Methodik, ebenfalls aus dem Volltext, berichten 6 von 14 Studien eine angemessene Erzeugung der Zuteilungsfolge und nur 3 von 14 eine angemessene Verdeckung der Zuteilung [1]. Der Trichterdiagramm zeigt eine gewisse Unsymmetrie, für eine Aussage über Veröffentlichungsverzerrung sind es nach Angabe der Autoren zu wenige Studien [1]. Die Autoren geben an, für ergänzende unveröffentlichte Daten die Hersteller der Präparate angeschrieben zu haben, die die Studien möglicherweise auch finanziert haben [1]. Die Interessenerklärung der Übersichtsarbeit lautet "None known" [1]. Die größte einzelne Studie dieser Auswertung, eine Arbeit von 2002 mit 209 randomisierten Teilnehmenden, prüfte 1800 mg gegen 900 mg WS 1442 gegen Placebo über 16 Wochen und fand die belegte Zunahme der maximal tolerierten Wattzahl nur unter 1800 mg [6]. Diese Studie ist eine der von der Übersichtsarbeit ausgewerteten und zählt hier deshalb nicht als zweiter unabhängiger Bestand, sondern als eine ihrer Grundlagen. Geprüft wurden ausschließlich standardisierte Arzneimittelextrakte aus Blättern mit Blüten, kein Fruchtextrakt und kein nicht standardisiertes Nahrungsergänzungsmittel.
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02
Belastungstoleranz als Wattzahl mal Minute, höher als unter Placebo, gestützt auf zwei Studien ohne klare Angabe zur Begleitmedikation
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Zwei Studien mit zusammen 98 Personen fanden eine höhere Belastungstoleranz. In beiden blieb offen, welche anderen Medikamente die Teilnehmenden nahmen.
Ausführlicher Nachweis
Zur Belastungstoleranz, gemessen als Energieabgabe je Zeit in Watt mal Minute, lieferten in der Cochrane-Auswertung nur zwei Studien Daten (Hanak 1983 und Zapfe 2001). Der gewichtete mittlere Unterschied betrug plus 122,76 Watt mal Minute bei einem 95-Prozent-Intervall von plus 32,74 bis plus 212,78 (n gleich 98) [1]. Das Intervall ist sehr breit, die obere Grenze liegt beim Sechsfachen der unteren. Die Teilnehmerzahl dieser beiden Studien stimmt genau mit der Teilnehmerzahl der Empfindlichkeitsanalyse jener Studien überein, bei denen unklar blieb, ob andere Medikamente eingenommen wurden (n gleich 98) [1]. Die Übersichtsarbeit stellt diesen Zusammenhang nicht ausdrücklich her, die beiden Zahlen legen ihn aber nahe, und die Aussagekraft der Zeile ist entsprechend zu lesen. Beide Studien prüften standardisierte Arzneimittelextrakte aus Blättern mit Blüten, ihre Methodik bewertet die Übersichtsarbeit bei Hanak 1983 mit unklarer Zuteilungsfolge und unklarer Verdeckung [1].
Quellen: 1
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03
Druck-Frequenz-Produkt als Maß für den Sauerstoffverbrauch des Herzens unter gleicher Belastung
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
In fünf Studien mit zusammen 264 Personen niedriger als unter Placebo. Der Wert ist ein Rechenwert aus Blutdruck und Puls, kein für Betroffene spürbarer Endpunkt.
Ausführlicher Nachweis
Das Druck-Frequenz-Produkt ist der systolische Blutdruck in mmHg mal Herzfrequenz je Minute, geteilt durch 100, und gilt als Rechenwert für den Sauerstoffverbrauch des Herzens. In der Cochrane-Auswertung lieferten fünf Studien dazu Daten (Leuchtgens 1993, O'Connolly 1987, O'Conolly 1986, Weikl 1996, Zapfe 2001). Der gewichtete mittlere Unterschied betrug minus 19,22 mmHg je Minute bei einem 95-Prozent-Intervall von minus 30,46 bis minus 7,98 (n gleich 264) [1]. Die Autoren der später durchgeführten HERB-CHF-Studie ordnen genau diesen Endpunkt ausdrücklich ein und schreiben, die Veränderung des Druck-Frequenz-Produkts habe minimale klinische Bedeutung und keine bekannte prognostische Aussagekraft [4]. Zwei der fünf Studien sind Cross-over-Arbeiten aus den 1980er Jahren, drei von fünf berichten laut Methodiktabelle der Übersichtsarbeit keine angemessene Erzeugung der Zuteilungsfolge [1]. Geprüft wurden ausschließlich standardisierte Arzneimittelextrakte aus Blättern mit Blüten.
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04
Beschwerden wie Atemnot und Müdigkeit auf der Beschwerdenliste nach von Zerssen
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Zwei Studien mit zusammen 239 Personen berichteten weniger Beschwerden als unter Placebo. Es ist eine Selbsteinschätzung auf einem Fragebogen, keine gemessene Größe.
Ausführlicher Nachweis
Zur Beschwerdenliste nach von Zerssen lieferten in der Cochrane-Auswertung zwei Studien Daten (Leuchtgens 1993 sowie die beiden Dosisarme von Tauchert 2002). Der gewichtete mittlere Unterschied betrug minus 5,47 Punkte bei einem 95-Prozent-Intervall von minus 8,68 bis minus 2,26 (n gleich 239) [1]. Der Fragebogen erfasst selbst berichtete Beschwerden, nicht eine gemessene körperliche Größe. Die Studie von 2002 wies die Verringerung der Beschwerden für beide Dosisstufen aus, die Zunahme der maximal tolerierten Wattzahl dagegen nur für 1800 mg täglich [6]. Sie ist eine der von der Übersichtsarbeit ausgewerteten Studien und kein unabhängiger zweiter Beleg. Ihr Volltext lag uns nicht vor, die hier genannten Angaben stammen aus dem Abstract und aus der Beschreibung in der Übersichtsarbeit [1][6]. Geprüft wurde ausschließlich WS 1442, ein standardisierter Arzneimittelextrakt aus Blättern mit Blüten.
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05
Gehstrecke im Sechs-Minuten-Test bei Erwachsenen unter laufender Standardmedikation, ohne Unterschied zu Placebo
Nicht bestätigtEinordnung und Einschränkungen
Die einzige Studie, die diesen Endpunkt vorab festgelegt hat, fand keinen Unterschied zu Placebo. Sie war groß genug, um die von ihr selbst gesetzte Zielgröße von 40 Metern sicher zu erkennen.
Ausführlicher Nachweis
Die HERB-CHF-Studie randomisierte 120 Erwachsene mit einer linksventrikulären Auswurffraktion von höchstens 40 Prozent, die im Sechs-Minuten-Test zwischen 150 und 450 Metern gingen und die eine laufende Standardmedikation aus ACE-Hemmer oder Angiotensin-Rezeptor-Blocker, Betablocker und Diuretikum erhielten [4]. Sie nahmen 6 Monate lang zweimal täglich 450 mg WS 1442 (Crataegutt forte, Dr. Willmar Schwabe, Trockenextrakt aus Blättern mit Blüten, Verhältnis 4 bis 6,6 zu 1, Ethanol 45 Prozent, standardisiert auf 84,3 mg oligomere Procyanidine je Tablette) oder ein passendes Placebo ein [4][5]. Nach 6 Monaten lagen Daten von 54 Personen der Verumgruppe und 57 der Placebogruppe vor. Der vorab festgelegte Hauptendpunkt, die Veränderung der Gehstrecke, unterschied sich nicht (p gleich 0,61), und auch innerhalb der Gruppen war die Veränderung nicht belegt (Verum plus 14 Meter, Placebo plus 5 Meter) [4]. Das Effektmaß mit Intervall liefert die Cochrane-Übersichtsarbeit, die denselben Datensatz in seiner früheren Kongressfassung führt, mit einem gewichteten mittleren Unterschied von minus 8,00 bei einem 95-Prozent-Intervall von minus 34,49 bis plus 18,49 (n gleich 113) [1]. Die Einheit ist dort mit Minuten angegeben, gemeint sind Meter, das ist ein Schreibfehler der Übersichtsarbeit. Es handelt sich um dieselbe Studie und nicht um zwei unabhängige Belege, die Übersichtsarbeit führt sie als Aaronson 2004, die Vollveröffentlichung erschien 2009 [1][4]. Die Studie hat die klinisch bedeutsame Verbesserung vorab auf 40 Meter festgelegt und rechnet mit der tatsächlich beobachteten Streuung eine Trennschärfe von über 99 Prozent für genau diese 40 Meter nach, in der Untergruppe mit einer Auswurffraktion von höchstens 40 Prozent 93 Prozent [4]. Das Intervall schließt die vorab gesetzte Zielgröße von 40 Metern damit aus, deshalb ist hier nicht bestätigt und nicht Hinweise die richtige Stufe. Der Hersteller Dr. Willmar Schwabe stellte Prüfpräparat und Placebo kostenlos zur Verfügung, die Studie selbst wurde vom National Center for Complementary and Alternative Medicine gefördert, und die Autoren erklären, es bestehe kein Interessenkonflikt [4][5]. Zur Frage, ob dieses Feld seither neu bewertet wurde, haben wir mit den PubMed-Suchbegriffen "Crataegus" "heart failure" und "hawthorn" "heart failure" gesucht. Die jüngste systematische Übersichtsarbeit, die den Endpunkt einschließt, stammt von 2020 und wertet Nahrungsergänzungen bei eingeschränkter Herzleistung insgesamt aus [19]. Sie ordnet Weißdorn-Extrakt der Gruppe jener Mittel zu, die für eine Beurteilung klinischer Endpunkte zu klein oder zu wenig trennscharf untersucht seien, und hält fest, dass in der australischen Leitlinie allein Omega-3-Fettsäuren eine befürwortende Empfehlung erhielten [19]. Diese Übersichtsarbeit und die Cochrane-Auswertung decken dasselbe Feld ab und sind deshalb kein doppelter Beleg, sie sind eine ältere und eine neuere Bewertung. Für die hier gesetzte Stufe zählt nicht ihr Sammelurteil, sondern das Effektmaß mit Intervall am vorab festgelegten Hauptendpunkt der einen Studie, die ihn geprüft hat.
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06
Zeit bis zum ersten Ereignis am Herzen bei Erwachsenen mit einer Auswurffraktion von höchstens 35 Prozent unter laufender Medikation, ohne Unterschied zu Placebo
Nicht bestätigtEinordnung und Einschränkungen
Die mit Abstand größte Studie mit 2681 Teilnehmenden fand über zwei Jahre keinen Unterschied zu Placebo, weder beim Hauptendpunkt noch bei der Sterblichkeit.
Ausführlicher Nachweis
Die SPICE-Studie randomisierte 2681 Erwachsene (1338 Verum, 1343 Placebo) mit einer linksventrikulären Auswurffraktion von höchstens 35 Prozent auf 900 mg WS 1442 täglich oder Placebo über 24 Monate, jeweils zusätzlich zur laufenden Medikation [2]. Das Studienprotokoll beschreibt das Präparat als zwei Filmtabletten zu 450 mg Spezialextrakt aus Weißdornblättern mit Blüten, standardisiert auf 84,3 mg oligomere Procyanidine, gegeben zusätzlich zur Standardtherapie aus Diuretika, Digoxin oder Digitoxin, Betablockern und ACE-Hemmern, in rund 120 Prüfzentren in sieben europäischen Ländern [3]. Der vorab festgelegte Hauptendpunkt war die Zeit bis zum ersten Ereignis am Herzen. Sie betrug im Mittel 620 Tage unter WS 1442 und 606 Tage unter Placebo, die Ereignisraten lagen bei 27,9 gegenüber 28,9 Prozent, das Risikoverhältnis bei 0,95 mit einem 95-Prozent-Intervall von 0,82 bis 1,10 (p gleich 0,476) [2]. Für die Sterblichkeit am Herzen lag das Risikoverhältnis nach 24 Monaten bei 0,89 mit einem 95-Prozent-Intervall von 0,73 bis 1,09 (p gleich 0,269) [2]. Beide Intervalle schließen einen bedeutsamen Nutzen aus, deshalb steht die Zeile auf nicht bestätigt. In der Untergruppe mit einer Auswurffraktion von mindestens 25 Prozent berichtet die Arbeit eine Verringerung des plötzlichen Herztods um 39,7 Prozent (Risikoverhältnis 0,59, 95-Prozent-Intervall 0,37 bis 0,94, p gleich 0,025) [2]. Das ist eine Untergruppenauswertung an einem Nebenendpunkt bei nicht erreichtem Hauptendpunkt, sie trägt keine eigene Aussage. Der Volltext dieser Arbeit lag uns nicht vor, die Bewertung stützt sich auf das Abstract. Alle hier genannten Zahlen stehen im Abstract, das Feld zum Interessenkonflikt ist bei PubMed leer, und wer die Studie finanziert hat, war uns damit nicht prüfbar. Da es sich um einen Nullbefund handelt, würde eine Herstellerbindung die Aussage eher stützen als schwächen. Geprüft wurde WS 1442, ein standardisierter Arzneimittelextrakt aus Blättern mit Blüten, kein Fruchtextrakt und kein Nahrungsergänzungsmittel. Eine Suche mit den PubMed-Suchbegriffen "Crataegus" "cardiac events" und "hawthorn" "heart failure" ergab seit 2008 keine größere Studie und keine neuere Auswertung, die diesen Endpunkt erneut prüft. Die jüngste einschlägige Übersichtsarbeit von 2020 zählt Weißdorn-Extrakt zu den Mitteln, die für eine Beurteilung klinischer Endpunkte zu klein oder zu wenig trennscharf untersucht seien [19]. Diese Einordnung passt nicht zu einer Studie mit 2681 Teilnehmenden über 24 Monate, und die Übersichtsarbeit nennt die hier zitierte Arbeit nicht namentlich im Abstract. Für die Stufe dieser Zeile zählt deshalb das Risikoverhältnis mit Intervall am vorab festgelegten Hauptendpunkt und nicht das Sammelurteil der Übersicht.
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07
Maximale Sauerstoffaufnahme, Lebensqualität und Botenstoffe im Blut unter laufender Standardmedikation, ohne Unterschied zu Placebo
Nicht bestätigtEinordnung und Einschränkungen
In der HERB-CHF-Studie unterschied sich keiner dieser Werte von Placebo. Für diese Nebenendpunkte nennt die Arbeit keine Effektmaße mit Intervall.
Ausführlicher Nachweis
In derselben Studie an 120 Erwachsenen unter laufender Standardmedikation unterschieden sich nach 6 Monaten weder die maximale Sauerstoffaufnahme (p gleich 0,22) noch die anaerobe Schwelle (p gleich 0,67) noch der Lebensqualitätsfragebogen Minnesota Living with Heart Failure (p gleich 0,46) noch der EuroQol-5D-Fragebogen (p gleich 0,18) noch der Heart Failure Survival Score (p gleich 0,22) noch die Botenstoffe BNP (p gleich 0,25) und Noradrenalin (p gleich 0,50) [4]. Auch die Einschätzung der Beschwerden durch Ärztin oder Arzt und durch die Teilnehmenden selbst sowie die Einstufung nach der New Yorker Einteilung zeigten keinen Unterschied [4]. Beschränkt man die Auswertung auf die 82 Personen mit einer Auswurffraktion von höchstens 40 Prozent, bleibt es dabei [4]. Für diese Nebenendpunkte berichtet die Arbeit ausschließlich p-Werte und keine Effektmaße mit Konfidenzintervall, und sie hat für Mehrfachtestung nicht korrigiert, weil sie die Nebenendpunkte ausdrücklich als hypothesenbildend versteht [4]. Ein Effektmaß mit Intervall fehlt damit, die Genauigkeit des Nullbefundes lässt sich nicht beziffern. Die Autoren selbst schreiben, die beobachteten Effektstärken seien so klein, dass ein bedeutsamer Unterschied unwahrscheinlich erscheine [4]. Geprüft wurden alle genannten Werte gegen Placebo, ein Unterschied zeigte sich in keinem, deshalb steht die Zeile wie die beiden anderen Endpunkte derselben Studie auf nicht bestätigt.
Quellen: 4
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08
Linksventrikuläre Auswurffraktion, ein Unterschied nur nach nachträglicher Rechenkorrektur und in einer einzelnen kleinen Studie
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Ein Unterschied zeigte sich in zwei Auswertungen, entstand aber jeweils durch ein Absinken in der Placebogruppe. Die Autoren warnen selbst davor, das als Beleg zu lesen.
Ausführlicher Nachweis
In der HERB-CHF-Studie unterschied sich die Auswurffraktion in der unkorrigierten Auswertung nicht (p gleich 0,06), in der um den Ausgangswert bereinigten Auswertung dagegen zugunsten von WS 1442 (p gleich 0,04) [4]. Der Unterschied entsteht durch ein Absinken in der Placebogruppe bei unveränderter Verumgruppe, und dieses Absinken wird laut Volltext vor allem von jenen Teilnehmenden getragen, deren Ausgangswert in der Studienmessung über 40 Prozent lag, obwohl die klinische Vormessung höchstens 40 Prozent ergeben hatte [4]. Die Autoren führen das ausdrücklich auf eine mögliche Rückkehr zum Mittelwert zurück und schreiben, der Befund sei wegen der fehlenden Korrektur für Mehrfachtestung nicht als belastbarer Beleg für eine Wirkung zu lesen, sondern als Anlass für weitere Untersuchung [4]. Unabhängig davon liefert die Cochrane-Auswertung eine einzelne Studie (Eichstädt 2001) mit einem Gruppenunterschied von plus 1,70 Prozentpunkten bei einem 95-Prozent-Intervall von plus 0,88 bis plus 2,52 (n gleich 40) [1]. Die Übersichtsarbeit ordnet diesen Endpunkt selbst als Ersatzgröße ein, die nur schwach mit der Belastungstoleranz zusammenhängt, und stellt fest, klinische Endpunkte hätten nicht vorgelegen [1]. Beide Arbeiten prüften standardisierte Arzneimittelextrakte aus Blättern mit Blüten. Die 40 Teilnehmenden der einen und die 120 der anderen Studie tragen zusammen keine feste Aussage.
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09
Systolischer Blutdruck, sechs kleine Studien mit uneinheitlichen Ausgangswerten von normal bis erhöht
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Eine Zusammenfassung von sechs kleinen Studien mit zusammen 428 Personen fand 6,65 mmHg weniger als unter Placebo. In allen Zeitfenster-Auswertungen derselben Arbeit war der Unterschied nicht mehr belegt.
Ausführlicher Nachweis
Eine Meta-Analyse von 2025 fasst sechs randomisierte, plazebokontrollierte Studien mit zusammen 428 Teilnehmenden zusammen, veröffentlicht zwischen 2002 und 2021, mit Behandlungsdauern von 10 Wochen bis 6 Monaten und Tagesdosen von 250 bis 1200 mg [7]. Für den systolischen Blutdruck ergab die Auswertung des Gesamtdatensatzes einen mittleren Unterschied von minus 6,65 mmHg bei einem 95-Prozent-Intervall von minus 11,72 bis minus 1,59 [7]. Das Abstract derselben Arbeit druckt die untere Grenze irrtümlich als plus 1,59, im Ergebnisteil des Volltextes steht minus 1,59, und nur mit diesem Wert ist die dort behauptete statistische Belegtheit stimmig. In den beiden Untergruppenauswertungen nach Behandlungsdauer war der Unterschied dagegen nicht mehr belegt, über 4 bis 6 Monate minus 4,51 mmHg (95-Prozent-Intervall minus 11,38 bis plus 2,37) und über 10 Wochen bis 2 Monate minus 5,24 mmHg (95-Prozent-Intervall minus 10,94 bis plus 0,46) [7]. Die Ausgangswerte der sechs eingeschlossenen Studien sind uneinheitlich. Vier von ihnen untersuchten Erwachsene mit systolischen Ausgangswerten zwischen 146 und 154 mmHg, teils mit laufender blutdrucksenkender Medikation, teils ohne. Die beiden übrigen lagen darunter, bei Abbasi 2021 mit 133 mmHg systolisch und in der HERB-CHF-Studie mit 109 mmHg systolisch und 66 mmHg diastolisch, also im normalen Bereich [7]. In die Auswertung einer blutdrucksenkenden Wirkung geht damit auch eine Gruppe ein, die gar keinen erhöhten Blutdruck hatte. Eine der sechs eingeschlossenen Studien ist die HERB-CHF-Studie, deren Teilnehmende nach einer ganz anderen Größe ausgewählt wurden, nämlich einer Auswurffraktion von höchstens 40 Prozent, und bei der der Blutdruck nur ein Nebenwert war [7][4]. Die Meta-Analyse benennt als eigene Einschränkung, dass in nahezu jeder eingeschlossenen Studie entscheidende Angaben zum Präparat fehlten, namentlich die genaue Art, der verwendete Pflanzenteil, der Erntezeitpunkt, die Bedingungen und das Verhältnis der Extraktion sowie die genaue Zusammensetzung [7]. Damit ist gerade nicht gesagt, welche Zubereitung gewirkt hat. Nach der Bewertung mit dem Cochrane-Werkzeug für Verzerrungsrisiko wies eine Studie ein niedriges Risiko auf, bei allen übrigen bestanden Bedenken, vor allem wegen fehlender Angaben zum Zufallsverfahren [7]. Die Autoren erklären, es bestehe kein Interessenkonflikt [7]. Ihre eigene Schlussfolgerung ist zurückhaltend und verlangt größere, unabhängig durchgeführte Studien mit geringerem Verzerrungsrisiko [7]. Sie halten außerdem fest, dass die Pflanzenmonografie der Europäischen Arzneimittelagentur erhöhten Blutdruck ausdrücklich nicht als Anwendungsgebiet führt, auch wegen fehlender Wirksamkeitsbelege [7].
Quellen: 7
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10
Diastolischer Blutdruck, im Gesamtdatensatz ohne Unterschied zu Placebo, in den nach Dauer getrennten Auswertungen um rund 3 mmHg niedriger
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
In der Zusammenfassung aller sechs Studien war kein Unterschied belegt. In den nach Behandlungsdauer getrennten Auswertungen lag der Wert etwa 3 mmHg niedriger als unter Placebo.
Ausführlicher Nachweis
In derselben Meta-Analyse von 2025 ergab die Auswertung des Gesamtdatensatzes für den diastolischen Blutdruck einen mittleren Unterschied von minus 7,19 mmHg bei einem 95-Prozent-Intervall von minus 15,17 bis plus 0,79, also keinen belegten Unterschied zu Placebo [7]. In den nach Dauer getrennten Auswertungen war der Unterschied dagegen belegt, über 4 bis 6 Monate minus 3,13 mmHg (95-Prozent-Intervall minus 5,38 bis minus 0,88) und über 10 Wochen bis 2 Monate minus 3,47 mmHg (95-Prozent-Intervall minus 5,60 bis minus 1,34) [7]. Für den systolischen Wert verhält es sich genau umgekehrt, dort ist der Gesamtdatensatz belegt und die Untergruppen sind es nicht. Es sind dieselben sechs Studien in beiden Fällen, deshalb ist das kein Widerspruch, sondern zeigt, wie stark das Ergebnis von der gewählten Rechenweise abhängt. Die größte eigens auf den Blutdruck angelegte Einzelstudie randomisierte 79 Erwachsene mit Ausgangswerten von 145 bis 165 mmHg systolisch und 85 bis 95 mmHg diastolisch auf 1200 mg Extrakt täglich oder Placebo über 16 Wochen, 71 Prozent von ihnen nahmen mindestens ein blutdrucksenkendes Medikament, im Mittel 2,5 beziehungsweise 2,2 Präparate je Person [8]. Der diastolische Wert sank in der Verumgruppe von 85,6 auf 83,0 mmHg und stieg unter Placebo von 84,5 auf 85,0 mmHg, der Unterschied der Behandlungsantworten betrug 2,6 mmHg (p gleich 0,035) [8]. Für den systolischen Wert bestand kein Gruppenunterschied (p gleich 0,329) [8]. Ein Effektmaß mit Konfidenzintervall für den Gruppenunterschied berichtet die Arbeit nicht. Geprüft wurde Faros 600, also LI 132 von Lichtwer Pharma, ein Extrakt aus blühenden Trieben im Verhältnis 3 zu 1, standardisiert auf 2,2 Prozent Flavonoide, entsprechend 6 g getrockneter blühender Triebe je Tag [8]. Lichtwer Pharma UK finanzierte das Stipendium eines Mitautors und stellte die Präparate kostenlos zur Verfügung [8]. Die Vorläuferstudie derselben Arbeitsgruppe mit nur 500 mg Extrakt täglich über 10 Wochen fand bei 36 Teilnehmenden keinen belegten Unterschied zwischen den Behandlungen, die Varianzanalyse ergab lediglich eine Tendenz beim ruhenden diastolischen Wert (p gleich 0,081) [9]. Von deren 36 Teilnehmenden erhielten nur 19 den Weißdorn-Extrakt, davon ein Teil in Kombination mit Magnesium.
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11
Blutdruck unter einer festen Verbindung aus Weißdorn-Extrakt und Campher, in der Auswertung nicht gesenkt, sondern erhöht
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Eine Zusammenfassung von vier Studien mit 221 Personen fand unter dieser Kombination einen höheren Blutdruck als unter Placebo. Die Kombination wird genau dafür eingesetzt.
Ausführlicher Nachweis
Eine Meta-Analyse von 2019 wertet vier randomisierte, plazebokontrollierte Studien mit zusammen 221 Teilnehmenden zu einer festen Verbindung aus Weißdorn-Extrakt und Campher aus, die seit Jahrzehnten bei zu niedrigem Blutdruck eingesetzt wird [15]. Sowohl der systolische als auch der diastolische Blutdruck stiegen unter dieser Kombination gegenüber Placebo (p gleich 0,017 beziehungsweise p gleich 0,049) [15]. Effektmaße mit Konfidenzintervall nennt das Abstract nicht, der Volltext lag uns nicht vor. Diese Arbeit widerspricht der Meta-Analyse zum Blutdruck oben nicht, weil sie eine andere Zubereitung in einer anderen Bevölkerungsgruppe prüft, nämlich eine flüssige Kombination mit Campher bei Menschen mit zu niedrigem statt zu hohem Blutdruck, und weil sich die eingeschlossenen Studien nicht überschneiden. Die 2025 veröffentlichte Meta-Analyse zum Blutdruck schließt ausdrücklich nur Einzelpräparate ein und benennt die ältere Arbeit als Auswertung der Kombination mit Campher [7][15]. Der Befund zeigt aber, dass die Richtung einer Blutdruckwirkung von der Zubereitung abhängt und nicht dem Weißdorn allein zugeschrieben werden kann. Welcher Extrakttyp, welcher Pflanzenteil und welche Standardisierung in den vier Studien verwendet wurden, geht aus dem Abstract nicht hervor.
Quellen: 15
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12
Flussvermittelte Dilatation der Oberarmarterie, ohne Dosisabhängigkeit und ohne Unterschied zu Placebo
Nicht bestätigtEinordnung und Einschränkungen
Bei 21 Personen zeigte sich über drei Dosisstufen bis 5000 mg täglich kein Unterschied zu Placebo. Die Autoren schließen daraus, dass eine etwaige Blutdruckwirkung nicht über Stickstoffmonoxid läuft.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Cross-over-Studie mit vier Behandlungsabschnitten nahmen 21 auswertbare von 22 eingeschlossenen Erwachsenen mit einem Langzeitblutdruck zwischen 120 und 155 mmHg systolisch und 80 bis 95 mmHg diastolisch nacheinander Placebo sowie 1000, 1500 und 2500 mg Weißdorn-Extrakt zweimal täglich über je dreieinhalb Tage ein, mit mindestens dreieinhalb Tagen Auswaschphase [10]. Geprüft wurde ein Extrakt aus ganzen Blättern mit Blüten (Hawthorn Supreme Liquid Phyto-Caps, Gaia Herbs), gewonnen mit Getreidealkohol und Wasser, wobei rund 1000 mg Pflanzenmaterial eine Kapsel zu 250 mg ergeben, standardisiert auf 50 mg oligomere Procyanidine je Kapsel und mit Ultraviolett-Spektroskopie überprüft [10]. Die höchste geprüfte Tagesdosis entspricht damit 1000 mg oligomeren Procyanidinen, mehr als das Zehnfache der Menge in den Studien mit 900 mg WS 1442. Für den Hauptendpunkt, die flussvermittelte Dilatation in Prozent, zeigte sich keine Dosisabhängigkeit (p gleich 0,59), ebenso wenig für die absolute Änderung des Gefäßdurchmessers (p gleich 0,54), den ruhenden Durchmesser (p gleich 0,74), den systolischen (p gleich 0,33) und den diastolischen Blutdruck (p gleich 0,72) [10]. Auch eine Wechselwirkung mit dem Ausgangsblutdruck war nicht belegt (p gleich 0,16) [10]. Die Autoren schließen daraus, eine etwaige blutdrucksenkende Wirkung von Weißdorn laufe eher nicht über eine durch Stickstoffmonoxid vermittelte Gefäßerweiterung [10]. Die Arbeit berichtet ausschließlich p-Werte und keine Effektmaße mit Konfidenzintervall, die Genauigkeit des Nullbefundes lässt sich damit nicht beziffern. Geprüft wurden drei Dosisstufen gegen Placebo, ein Unterschied zeigte sich bei keiner, deshalb steht die Zeile auf nicht bestätigt. Die Einnahmedauer von dreieinhalb Tagen ist deutlich kürzer als die in allen Blutdruckstudien verwendeten mindestens 10 Wochen, was die Autoren selbst als Einschränkung nennen [10]. Extrakt und Placebo wurden von Gaia Herbs kostenlos zur Verfügung gestellt [10].
Quellen: 10
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Blutfettwerte, in beiden vorliegenden Studien ohne belegten Unterschied zwischen den Gruppen
Nicht bestätigtEinordnung und Einschränkungen
In einer Studie sank das LDL-Cholesterin innerhalb der Weißdorngruppe, gegenüber Placebo war der Unterschied nicht belegt. Ein Fruchtsaftgetränk veränderte die Blutfette nicht.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Studie nahmen 49 Erwachsene mit gestörtem Zuckerstoffwechsel und langjährig bestehender Verengung der Herzkranzgefäße 6 Monate lang dreimal täglich 400 mg einer mikronisierten Zubereitung aus Blüten und Blättern von Crataegus laevigata oder ein passendes Placebo ein, zusätzlich zu einer laufenden Statinbehandlung [12]. In der Weißdorngruppe sank das LDL-Cholesterin von 105 plus minus 28,5 auf 92,7 plus minus 25,1 mg/dl (p gleich 0,03) und das Nicht-HDL-Cholesterin von 131 plus minus 37,5 auf 119,6 plus minus 33 mg/dl (p kleiner 0,001) [12]. Das sind Vorher-Nachher-Vergleiche innerhalb der Gruppe. Die Arbeit hält im selben Abstract ausdrücklich fest, dass die Unterschiede zwischen den Gruppen nach 6 Monaten keine statistische Belegtheit erreichten [12]. Ein Effektmaß mit Konfidenzintervall für den Gruppenunterschied wird nicht berichtet, der Volltext lag uns nicht vor. In einer zweiten Arbeit, einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Cross-over-Studie an 61 auswertbaren Erwachsenen mit Gesamtcholesterin zwischen 5,7 und 7,5 mmol/l oder Blutdruckwerten zwischen 130 und 150 mmHg systolisch, tranken die Teilnehmenden 8 Wochen lang täglich drei Dosen zu 250 ml eines Getränks aus Fruchtextrakt von Crataegus pinnatifida oder ein zuckergleiches Placebo, getrennt durch 4 Wochen Auswaschphase [11]. Gesamtcholesterin und systolischer Blutdruck stiegen unter beiden Getränken belegt an, die Cholesterin-Unterfraktionen veränderten sich nicht, und ein Unterschied zwischen Weißdorn und Placebo zeigte sich für keinen der Werte [11]. Beide Getränke enthielten je Dose 78 kcal aus Zucker, was den Anstieg erklären dürfte und was die Autoren selbst als Grund nennen, eine Wiederholung ohne zusätzliche Kalorien zu fordern [11]. Diese zweite Arbeit prüft einen wässrigen Fruchtextrakt (255 mg Procyanidin B2, 218 mg Epicatechin, 50 mg Chlorogensäure je Liter) und damit eine andere Zubereitung aus einem anderen Pflanzenteil als die Herzstudien, ein Rückschluss auf standardisierte Blatt-mit-Blüten-Extrakte ist daraus nicht möglich [11]. Beide Arbeiten erklären, es bestehe kein Interessenkonflikt [11][12].
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14
Neutrophilen-Elastase als Entzündungsmarker im Blutplasma
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Eine einzelne Studie mit 49 Personen fand nach sechs Monaten niedrigere Werte als unter Placebo. Gemessen wurde ein Laborwert, keine für Betroffene spürbare Größe.
Ausführlicher Nachweis
In derselben Studie an 49 Erwachsenen mit gestörtem Zuckerstoffwechsel und langjährig bestehender Verengung der Herzkranzgefäße lag die Neutrophilen-Elastase nach 6 Monaten in der Weißdorngruppe niedriger als in der Placebogruppe [12]. Der Ausgangswert betrug in der Weißdorngruppe 35,8 (Interquartilsabstand 4,5) und in der Placebogruppe 31 (Interquartilsabstand 5,9) ng/ml, am Studienende 33,2 (4,7) gegenüber 36,7 (2,2) ng/ml (p kleiner 0,0001) [12]. Der Befund entsteht damit zu einem erheblichen Teil aus einem Anstieg in der Placebogruppe und nicht allein aus einem Absinken unter Weißdorn, und die Ausgangswerte der beiden Gruppen lagen nicht gleich. Es ist eine einzelne kleine Studie ohne Wiederholung, sie berichtet kein Effektmaß mit Konfidenzintervall, und der Volltext lag uns nicht vor. Gemessen wurde ein Laborwert im Blutplasma, kein Endpunkt, den Teilnehmende bemerken. Geprüft wurde eine mikronisierte Zubereitung aus Blüten und Blättern von Crataegus laevigata, 1200 mg täglich, zusätzlich zu Statinen [12]. Blutbild, C-reaktives Protein und Malondialdehyd veränderten sich nicht [12].
Quellen: 12
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15
Innere Anspannung und Ängstlichkeit, Unterschiede zu Placebo nur unter Kombinationspräparaten, mit dem Extrakt allein ohne Unterschied
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Zwei Studien fanden weniger Anspannung, prüften aber beide Weißdorn zusammen mit anderen Stoffen. Wo Weißdorn allein gegeben wurde, unterschied sich das Befinden nicht von Placebo.
Ausführlicher Nachweis
Eine doppelblinde, plazebokontrollierte Studie an 264 Erwachsenen mit einem Ausgangswert von 16 bis 28 Punkten auf der Hamilton-Angstskala prüfte über 3 Monate zweimal täglich zwei Tabletten eines festen Kombinationspräparats aus Extrakten von Crataegus oxyacantha und Eschscholtzia californica sowie Magnesium gegen Placebo (130 gegenüber 134 Personen) [13]. Der Gesamtwert der Hamilton-Skala sank um 10,6 gegenüber 8,9 Punkten (p gleich 0,005), der körperliche Teilwert um 6,5 gegenüber 5,7 Punkten (p gleich 0,054) und die Selbsteinschätzung um 38,5 gegenüber 29,2 Punkten (p gleich 0,005) [13]. Der Unterschied beträgt damit rund 1,7 Punkte auf einer Skala, deren Ausgangswerte bei 16 bis 28 lagen. Geprüft wurde ein Kombinationspräparat, die Menge des Weißdorn-Anteils, der verwendete Pflanzenteil und eine Standardisierung nennt das Abstract nicht, der Volltext lag uns nicht vor. Eine Aussage über Weißdorn allein ist daraus nicht abzuleiten. Eine zweite, 2025 veröffentlichte randomisierte Cross-over-Studie an 43 eingeschlossenen und 35 ausgewerteten Erwachsenen prüfte über 15 Tage eine Kautablette mit 400 mg Extrakt aus Scutellaria baicalensis, 40 mg Extrakt aus den Früchten von Crataegus laevigata, 56,3 mg Magnesium und 20 Mikrogramm Chrom gegen Placebo [14]. Die Ängstlichkeit auf der Eigenschafts-Teilskala des STAI fiel unter dem Präparat niedriger aus (38,15 gegenüber 40,22, p gleich 0,007), ebenso die Gesamtstimmungsstörung im POMS (47,35 gegenüber 49,25, p gleich 0,032) [14]. Im selben Versuch fielen jedoch die berichtete Schlafqualität (p gleich 0,027) und die Anspannung vor dem Einschlafen (p gleich 0,036) unter Placebo besser aus als unter dem Präparat, ebenso zwei von vier geprüften Denkleistungen [14]. Die Studie wurde von A. Vogel AG finanziert, ein Mitautor ist dort angestellt, und der Geldgeber war an Studienplanung und Manuskript beteiligt [14]. Auch hier ist der Weißdorn-Anteil ein Fruchtextrakt in einer Kombination, nicht der standardisierte Blatt-mit-Blüten-Extrakt der Herzstudien. Wo Weißdorn allein geprüft wurde, blieb der Befund aus. In der Studie an 79 Erwachsenen mit 1200 mg LI 132 täglich über 16 Wochen unterschied sich weder der Gesamtwert des Wohlbefindensfragebogens nach Bradley noch einer seiner Teilwerte für Niedergeschlagenheit, Ängstlichkeit, Energie und positives Befinden zwischen den Gruppen, die Autoren halten das ausdrücklich fest [8]. In der Vorläuferstudie mit 500 mg täglich über 10 Wochen bestand lediglich eine Tendenz zu weniger Ängstlichkeit (p gleich 0,094) [9].
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16
Oxidativer Stress und Entzündungswerte im Blut, mit dem Extrakt allein ohne Unterschied zu Placebo
Nicht bestätigtEinordnung und Einschränkungen
Unter dem standardisierten Extrakt veränderten sich weder Isoprostane noch das C-reaktive Protein. Ein Befund liegt nur für ein Getränk mit Vitamin C vor, das gegen Salzwasser verglichen wurde.
Ausführlicher Nachweis
In der HERB-CHF-Studie an 120 Erwachsenen unter laufender Standardmedikation unterschieden sich nach 6 Monaten weder die 8-Isoprostane im Blutplasma als Maß für oxidativen Stress (p gleich 0,12) noch das hochempfindlich gemessene C-reaktive Protein als Entzündungsmarker (p gleich 0,77) von Placebo [4]. Effektmaße mit Konfidenzintervall berichtet die Arbeit für diese Nebenendpunkte nicht, die Genauigkeit des Nullbefundes lässt sich damit nicht beziffern. Geprüft wurden beide Werte gegen Placebo, ein Unterschied zeigte sich in keinem, deshalb steht die Zeile auf nicht bestätigt. Der einzige uns vorliegende Positivbefund stammt aus einer gruppenweise randomisierten Studie an Schichtteams in einer heißen Arbeitsumgebung, die über 40 Tage täglich eine Tablette mit 130 mg Vitamin C plus 500 ml eines Weißdorn-Getränks mit 278,7 mg Flavonoiden erhielten, während die Vergleichsgruppe 500 ml leicht gesalzenes Wasser bekam [18]. Gegenüber der Vergleichsgruppe sanken der systolische Blutdruck um 7,41 mmHg, der diastolische um 7,93 mmHg und der auf Kreatinin bezogene, logarithmierte Wert des 8-Isoprostan-Prostaglandins F2alpha um 0,232 (jeweils p kleiner 0,05) [18]. Diese Arbeit trägt aus drei Gründen keine Aussage über Weißdorn allein. Es wurden Vitamin C und Weißdorn gemeinsam gegeben, die Vergleichsgruppe erhielt kein wirkstofffreies Scheingetränk, sondern gesalzenes Wasser, und randomisiert wurden vier Schichtteams und keine Einzelpersonen [18]. Der Weißdorn-Anteil ist als Getränk mit Flavonoidangabe beschrieben, ein Pflanzenteil und eine Standardisierung auf oligomere Procyanidine werden nicht genannt [18]. Die Autoren erklären, es bestehe kein Interessenkonflikt [18].
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Erweiterung der Blutgefäße durch einzelne Inhaltsstoffe
Nur Labor und TierEinordnung und Einschränkungen
An isolierten Gefäßen von Schwein und Ratte erweitern zwei Flavonoide aus Weißdorn die Gefäße. Die dafür nötigen Konzentrationen liegen weit über dem, was im menschlichen Blut erreicht wird.
Ausführlicher Nachweis
Eine Laborarbeit prüfte 21 in Weißdorn enthaltene Stoffe (Flavonoide, Glykoside, pentazyklische Triterpene) sowie aufnehmbare Abbauprodukte an drei Arten isolierter Blutgefäße von zwei Tierarten [17]. Isorhamnetin und Tamarixetin erweiterten Herzkranzgefäße vom Schwein (halbmaximale Konzentration 21,7 beziehungsweise 30,9 Mikromol je Liter), die Aorta der Ratte (16,7 und 23,3) sowie Gekrösearterien der Ratte (22,2 und 16,8) [17]. Die Arbeit hält im selben Abstract ausdrücklich fest, dass diese Werte über den üblichen Konzentrationen im menschlichen Blutplasma liegen, die im Bereich von Zehner- bis niedrigen Hunderter-Nanomol je Liter angegeben werden [17]. Das ist ein Abstand von etwa zwei Größenordnungen. Die Gefäßerweiterung war unabhängig von einer funktionierenden Gefäßinnenwand, sie hing nicht an Kaliumkanälen oder am cGMP-Signalweg, sondern beide Stoffe blockierten dosisabhängig die über L-Typ-Kalziumkanäle ausgelöste Gefäßverengung [17]. Es handelt sich ausschließlich um Versuche an isolierten Gefäßen, nicht am lebenden Tier und nicht am Menschen. Der Befund passt zu dem, was die Untersuchung der flussvermittelten Dilatation am Menschen gefunden hat, nämlich keine über Stickstoffmonoxid vermittelte Wirkung [10]. Welcher Extrakttyp, welcher Pflanzenteil und welche Standardisierung diese Konzentrationen im Menschen erzeugen könnte, prüft die Arbeit nicht.
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18
Verdauung, Magenfunktion und Magen-Darm-Beschwerden
Keine Studien gefundenEinordnung und Einschränkungen
Wir haben gesucht und keine Studie am Menschen gefunden.
Ausführlicher Nachweis
Eine gezielte Suche mit den PubMed-Suchbegriffen "Crataegus" "digestion" sowie mit den Suchbegriffen digestive, dyspepsia und gastric ergab mit Beschränkung auf Humanstudien keinen einzigen Treffer. Ohne diese Beschränkung fanden sich ausschließlich Arbeiten zur Pektin-Charakterisierung, zur Verdauung im Reagenzglas und zu Mehrkräuter-Zubereitungen im Tiermodell. Die überlieferte Zuschreibung, Weißdorn wirke über seine Gerbstoffe auf den Magen-Darm-Trakt, und die Verwendung der Frucht in der chinesischen Medizin zur Anregung der Verdauung sind uns damit bekannt, eine Humanstudie dazu liegt uns nicht vor.
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Durchblutung in Armen und Beinen und schmerzfreie Gehstrecke
Keine Studien gefundenEinordnung und Einschränkungen
Wir haben gesucht und keine Studie am Menschen gefunden.
Ausführlicher Nachweis
Eine gezielte Suche mit den PubMed-Suchbegriffen "Crataegus" "peripheral circulation" sowie mit den Suchbegriffen intermittent claudication und peripheral arterial disease ergab mit Beschränkung auf Humanstudien keinen einzigen Treffer zu einer Anwendung am Menschen. Der einzige Treffer der weiteren Suche war ein Übersichtsartikel zu Pflanzenmitteln allgemein. Die einzige uns vorliegende Messung der Gefäßfunktion am Menschen betrifft die flussvermittelte Dilatation der Oberarmarterie und blieb ohne Befund, siehe eigene Zeile.
Studien im Detail
Die zwei Ebenen der Studienlage
Zu Weißdorn liegen zwei ganz verschiedene Arten von Ergebnissen vor, und wer sie vermischt, kommt zwangsläufig zu einem falschen Bild.
Auf der ersten Ebene stehen die älteren, meist kleinen Studien mit Belastungs- und Beschwerdemessungen, zusammengefasst in der Cochrane-Übersichtsarbeit von 2008. Sie finden durchweg kleine Vorteile gegenüber Placebo. Auf der zweiten Ebene stehen zwei große, methodisch strengere Arbeiten mit vorab festgelegten Endpunkten, die 2008 und 2009 erschienen, also nach dem Suchzeitraum der Übersichtsarbeit. Beide fanden nichts, und beide gaben den Extrakt zusätzlich zu einer vollständigen, zeitgemäßen Standardmedikation.
Der Übergang zwischen beiden Ebenen ist bereits in der Übersichtsarbeit selbst angelegt und wird nur selten zitiert. Ihre Empfindlichkeitsanalyse trennt die eingeschlossenen Studien danach, ob die Teilnehmenden neben dem Extrakt andere Medikamente einnahmen. Gab es diese Begleitmedikation, betrug der Unterschied bei der maximalen Wattzahl nur noch plus 2,9 Watt bei einem Intervall von minus 1,38 bis plus 7,18. War die Begleitmedikation unklar, betrug er plus 12,36 Watt. Der gepoolte Vorteil von plus 5,35 Watt entsteht rechnerisch in der zweiten Gruppe. Die Autoren schreiben das selbst, sie nennen es ein Maß an Ungewissheit, ob der Nutzen dem Weißdorn allein zuzuschreiben sei.
Belastbarkeit, Beschwerden und Sauerstoffverbrauch des Herzens
Die Cochrane-Übersichtsarbeit von 2008 wertete 14 doppelblinde, plazebokontrollierte Studien mit zusammen 1110 Teilnehmenden aus, davon lieferten 10 Studien mit 855 Teilnehmenden auswertbare Zahlen [1]. Eingeschlossen wurden ausschließlich Einzelpräparate aus standardisiertem Extrakt aus Blättern mit Blüten. In allen Studien war das entweder WS 1442 oder LI 132, mit Tagesdosen von 160 bis 1800 mg über 3 bis 16 Wochen. Die Teilnehmenden waren überwiegend nach der Stufe zwei der New Yorker Einteilung ausgewählt, das Durchschnittsalter der Studien lag zwischen 50 und 74 Jahren.
Gefunden wurden vier kleine Vorteile gegenüber Placebo. Die maximale Wattzahl auf dem Fahrradergometer lag um 5,35 Watt höher, die Belastungstoleranz um 122,76 Watt mal Minute, das Druck-Frequenz-Produkt um 19,22 mmHg je Minute niedriger, und die selbst berichteten Beschwerden auf der Liste nach von Zerssen um 5,47 Punkte niedriger [1]. Alle vier Intervalle schließen die Null aus, alle vier beruhen auf zwei bis fünf Studien.
Zur Einordnung der Größe hilft der Vergleich, den die Übersichtsarbeit selbst zieht. Sie rechnet ihren Wattzahl-Befund in rund 9 Prozent Verbesserung gegenüber Placebo um und stellt daneben, dass ACE-Hemmer die Belastungsdauer in einer eigenen Zusammenfassung um rund 19 Prozent gegenüber 7 Prozent unter Placebo steigerten [1]. Die Wirkung ist also kleiner als die eines etablierten Medikaments, und sie ist nach der Empfindlichkeitsanalyse nicht mehr belegt, sobald ein solches Medikament daneben läuft.
Die methodische Qualität der eingeschlossenen Studien ist begrenzt. Nur 6 von 14 berichten eine angemessene Erzeugung der Zuteilungsfolge, nur 3 von 14 eine angemessene Verdeckung der Zuteilung [1]. Das Trichterdiagramm zeigt eine gewisse Unsymmetrie, für eine Aussage über Veröffentlichungsverzerrung sind es zu wenige Studien.
Die beiden großen Studien mit vorab festgelegten Endpunkten
Die HERB-CHF-Studie randomisierte 120 Erwachsene, ausgewählt nach einer linksventrikulären Auswurffraktion von höchstens 40 Prozent, einer Gehstrecke von 150 bis 450 Metern im Sechs-Minuten-Test und einer laufenden Medikation aus ACE-Hemmer oder Angiotensin-Rezeptor-Blocker, Betablocker und Diuretikum [4]. Sie erhielten 6 Monate lang 900 mg WS 1442 täglich oder Placebo. Der vorab festgelegte Hauptendpunkt, die Veränderung der Gehstrecke, unterschied sich nicht. Auch die maximale Sauerstoffaufnahme, sämtliche Lebensqualitäts- fragebögen, die Selbst- und Fremdeinschätzung der Beschwerden, die Botenstoffe im Blut und die Marker für oxidativen Stress und Entzündung zeigten keinen Unterschied [4].
Der einzige auffällige Wert war die Auswurffraktion in der um den Ausgangswert bereinigten Auswertung. Die Autoren ordnen ihn selbst ein. Er entsteht durch ein Absinken in der Placebogruppe, dieses Absinken geht vor allem auf jene Teilnehmenden zurück, deren Ausgangsmessung in der Studie höher ausfiel als die klinische Vormessung, und für Mehrfachtestung wurde nicht korrigiert. Ihr eigener Satz dazu ist, der Befund sei nicht als belastbarer Beleg zu lesen, sondern als Anlass für weitere Untersuchung [4].
Die SPICE-Studie prüfte dasselbe Präparat in derselben Tagesdosis an 2681 Erwachsenen über 24 Monate, ausgewählt nach einer Auswurffraktion von höchstens 35 Prozent, ebenfalls zusätzlich zur laufenden Medikation [2][3]. Der vorab festgelegte Hauptendpunkt war die Zeit bis zum ersten Ereignis am Herzen. Sie betrug 620 gegenüber 606 Tagen, das Risikoverhältnis lag bei 0,95 mit einem Intervall von 0,82 bis 1,10 [2]. Auch die Sterblichkeit am Herzen unterschied sich nicht. Die Häufigkeit unerwünschter Ereignisse war in beiden Gruppen vergleichbar.
Eine Untergruppenauswertung der SPICE-Studie berichtet für Teilnehmende mit einer Auswurffraktion von mindestens 25 Prozent eine Verringerung des plötzlichen Herztods um knapp 40 Prozent [2]. Das ist ein Nebenendpunkt in einer Untergruppe bei nicht erreichtem Hauptendpunkt. Solche Befunde sind ein Anlass für eine neue Studie und kein Ergebnis.
Einordnung: Die beiden Ebenen widersprechen sich nicht, sie beantworten verschiedene Fragen. Die älteren Studien fragen, ob Weißdorn eine Wattzahl und einen Beschwerdefragebogen verschiebt, und finden kleine Vorteile, überwiegend dort, wo die sonstige Medikation unklar ist. Die neueren fragen, ob Weißdorn zusätzlich zu einer vollständigen Standardmedikation eine Gehstrecke, eine Sauerstoffaufnahme oder die Zahl der Ereignisse am Herzen verändert, und finden nichts.
Blutdruck
Eine Meta-Analyse von 2025 fasst sechs randomisierte, plazebokontrollierte Studien mit zusammen 428 Teilnehmenden zusammen [7]. Die Ausgangswerte der sechs Studien sind uneinheitlich, HERB-CHF ging mit 109/66 mmHg ein, Abbasi 2021 mit 133 mmHg, andere mit bis zu 165 mmHg systolisch. Die Tagesdosen lagen zwischen 250 und 1200 mg, die Behandlungsdauer zwischen 10 Wochen und 6 Monaten.
Das Ergebnis ist uneinheitlich, und zwar innerhalb derselben Arbeit. Für den systolischen Blutdruck ist der Unterschied im Gesamtdatensatz belegt (minus 6,65 mmHg, Intervall minus 11,72 bis minus 1,59), in beiden nach Dauer getrennten Auswertungen aber nicht. Für den diastolischen Blutdruck ist es genau umgekehrt, dort ist der Gesamtdatensatz nicht belegt (minus 7,19 mmHg, Intervall minus 15,17 bis plus 0,79) und beide Zeitfenster sind es, mit rund 3 mmHg [7]. Es sind dieselben sechs Studien.
Die Autoren benennen die Grenzen ihrer Auswertung deutlich. In nahezu jeder eingeschlossenen Studie fehlten entscheidende Angaben zum Präparat, namentlich die genaue Art, der verwendete Pflanzenteil, der Erntezeitpunkt, die Bedingungen und das Verhältnis der Extraktion sowie die Zusammensetzung [7]. Damit ist gerade nicht gesagt, welche Zubereitung wirksam war. Eine der sechs Studien ist zudem die HERB-CHF-Studie, deren Teilnehmende nach der Auswurffraktion und nicht nach dem Blutdruck ausgewählt wurden und bei der der Blutdruck ein Nebenwert war.
Die einzelne Studie mit dem klarsten Blutdruckbefund randomisierte 79 Erwachsene auf 1200 mg LI 132 täglich über 16 Wochen [8]. 71 Prozent nahmen mindestens ein blutdrucksenkendes Medikament, im Mittel 2,5 beziehungsweise 2,2 Präparate je Person. Der diastolische Wert sank in der Weißdorngruppe um 2,6 mmHg mehr als unter Placebo. Für den systolischen Wert bestand kein Gruppenunterschied. Lichtwer Pharma UK, der Hersteller des geprüften Präparats, finanzierte das Stipendium eines Mitautors und stellte die Tabletten kostenlos zur Verfügung.
Gegen die Vorstellung einer einfachen, dem Weißdorn eigenen Blutdruckwirkung steht eine zweite Meta-Analyse. Sie wertet vier Studien mit 221 Teilnehmenden zu einer festen Verbindung aus Weißdorn-Extrakt und Campher aus, die seit Jahrzehnten bei zu niedrigem Blutdruck eingesetzt wird, und findet unter dieser Kombination einen höheren Blutdruck als unter Placebo [15]. Das ist kein Widerspruch zu den Studien oben, weil eine andere Zubereitung in einer anderen Bevölkerungsgruppe geprüft wurde und sich die eingeschlossenen Studien nicht überschneiden. Es zeigt aber, dass die Richtung von der Zubereitung abhängt.
Zum Wirkungsweg liegt ein klarer Negativbefund vor. Eine Cross-over-Studie mit vier Abschnitten prüfte an 21 Erwachsenen drei Dosisstufen bis zu 5000 mg täglich, das entspricht 1000 mg oligomeren Procyanidinen und damit dem Zehnfachen der Menge in den Herzstudien [10]. Weder die flussvermittelte Dilatation der Oberarmarterie noch der Gefäßdurchmesser noch der Blutdruck zeigten eine Dosisabhängigkeit. Die Autoren schließen daraus, eine etwaige blutdrucksenkende Wirkung laufe eher nicht über eine durch Stickstoffmonoxid vermittelte Gefäßerweiterung.
Blutfette, Entzündungswerte und Befinden
Eine Studie an 49 Erwachsenen prüfte über 6 Monate 1200 mg einer mikronisierten Zubereitung aus Blüten und Blättern zusätzlich zu einer laufenden Statinbehandlung [12]. Innerhalb der Weißdorngruppe sanken LDL- und Nicht-HDL-Cholesterin, zwischen den Gruppen erreichten die Unterschiede nach 6 Monaten keine statistische Belegtheit. Die Arbeit hält das selbst fest. Der einzige berichtete Gruppenunterschied betraf die Neutrophilen-Elastase, einen Laborwert im Blutplasma, und er entsteht zu einem erheblichen Teil aus einem Anstieg in der Placebogruppe.
Ein wässriges Fruchtextrakt-Getränk aus Crataegus pinnatifida, getrunken von 61 Erwachsenen über je 8 Wochen im Wechsel mit einem zuckergleichen Placebo, veränderte weder die Cholesterin-Unterfraktionen noch den Blutdruck gegenüber Placebo [11]. Gesamtcholesterin und systolischer Blutdruck stiegen unter beiden Getränken an, was bei 78 kcal Zucker je Dose und drei Dosen täglich nachvollziehbar ist. Die Autoren fordern selbst eine Wiederholung ohne zusätzliche Kalorien.
Zur beruhigenden Wirkung liegen zwei Studien mit Kombinationspräparaten vor. Eine Arbeit an 264 Erwachsenen mit einem Ausgangswert von 16 bis 28 Punkten auf der Hamilton-Angstskala prüfte über 3 Monate ein festes Präparat aus Weißdorn, Kalifornischem Mohn und Magnesium und fand einen Unterschied von rund 1,7 Punkten gegenüber Placebo [13]. Eine zweite Arbeit von 2025 prüfte über 15 Tage eine Kautablette mit 400 mg Scutellaria baicalensis, 40 mg Weißdorn- Fruchtextrakt, Magnesium und Chrom [14]. Ängstlichkeit und Stimmungsstörung fielen unter dem Präparat niedriger aus, Schlafqualität, Anspannung vor dem Einschlafen und zwei von vier geprüften Denkleistungen dagegen unter Placebo besser. Der Hersteller hat diese Studie finanziert, ein Mitautor ist dort angestellt, und der Geldgeber war an Planung und Manuskript beteiligt.
Aus beiden Arbeiten lässt sich keine Aussage über Weißdorn allein ableiten. Dort, wo Weißdorn allein geprüft wurde, blieb der Befund aus. Die Studie mit 1200 mg LI 132 über 16 Wochen fand weder im Gesamtwert des Wohlbefindensfragebogens noch in dessen Teilwerten für Niedergeschlagenheit, Ängstlichkeit, Energie und positives Befinden einen Unterschied [8].
Tier- und Laborstudien
Zur gefäßerweiternden Wirkung liegt eine Untersuchung an isolierten Gefäßen vor. Von 21 geprüften Inhaltsstoffen erweiterten Isorhamnetin und Tamarixetin Herzkranzgefäße vom Schwein sowie Aorta und Gekrösearterien der Ratte, mit halbmaximalen Konzentrationen zwischen 16,7 und 30,9 Mikromol je Liter [17]. Die Arbeit hält selbst fest, dass diese Konzentrationen über den üblichen Werten im menschlichen Blutplasma liegen, die sie mit Zehner- bis niedrigen Hunderter-Nanomol je Liter angibt. Das ist ein Abstand von etwa zwei Größenordnungen, und er ist der wichtigste Teil des Befunds.
Der Wirkungsweg lief in diesen Versuchen nicht über die Gefäßinnenwand, nicht über Kaliumkanäle und nicht über den cGMP-Signalweg, sondern über eine dosisabhängige Blockade der über L-Typ-Kalziumkanäle ausgelösten Gefäßverengung [17]. Das passt zu dem, was die Messung der flussvermittelten Dilatation am Menschen gefunden hat, nämlich keine über Stickstoffmonoxid vermittelte Wirkung [10].
Diese Laborbefunde begründen keine Wirkungsaussage für Menschen. Sie erklären aber, warum eine Wechselwirkung mit blutdrucksenkenden und herzwirksamen Medikamenten plausibel ist, siehe Sicherheit.
Abgrenzung, welche Zubereitung tatsächlich geprüft wurde
Das ist bei diesem Stoff die wichtigste Unterscheidung überhaupt, weil sie zwischen der Studienlage und dem Regal verläuft.
Die belastbare Studienlage zur Herzleistung stammt aus zwei standardisierten Arzneimittelextrakten aus Blättern mit Blüten. WS 1442 ist ein Trockenextrakt im Verhältnis 4 bis 6,6 zu 1 mit Ethanol 45 Prozent, standardisiert auf 18,8 Prozent oligomere Procyanidine, das sind 84,3 mg je 450-mg-Tablette [1][5]. LI 132 ist ein Extrakt im Verhältnis 3 zu 1, standardisiert auf 2,2 Prozent Flavonoide, wobei 1200 mg Extrakt 6 g getrockneter blühender Triebe entsprechen [8]. Die geprüften Tagesdosen liegen zwischen 160 und 1800 mg, in den beiden großen Studien einheitlich bei 900 mg.
Davon zu unterscheiden sind drei andere Dinge, die im Handel ebenfalls Weißdorn heißen.
Der Fruchtextrakt ist ein anderer Pflanzenteil mit anderem Inhaltsprofil. Die beiden Arbeiten dieses Eintrags, die Früchte prüfen, sind ein wässriges Getränk aus Crataegus pinnatifida [11] und eine Kautablette mit 40 mg Fruchtextrakt in einer Kombination [14]. Keine von beiden erlaubt einen Rückschluss auf standardisierte Blatt-mit-Blüten-Extrakte, und umgekehrt gilt dasselbe.
Die botanische Art wechselt zwischen den Studien. Crataegus laevigata, Crataegus monogyna, Crataegus oxyacantha, Crataegus curvisepala und Crataegus pinnatifida kommen alle vor, und die Meta-Analyse zum Blutdruck nennt es als eigene Einschränkung, dass die genaue Art in nahezu jeder eingeschlossenen Studie fehlt [7].
Das nicht standardisierte Nahrungsergänzungsmittel schließlich ist ein weiterer Fall. Eine Kapsel ohne Angabe von Pflanzenteil, Extraktverhältnis und Gehalt an oligomeren Procyanidinen oder Flavonoiden lässt sich mit keiner der hier zitierten Studien vergleichen, auch dann nicht, wenn die Milligrammzahl auf dem Etikett zufällig übereinstimmt. Eine Milligrammzahl ohne Extraktverhältnis sagt über die enthaltene Wirkstoffmenge nichts aus.
Sicherheit und Wechselwirkungen
In den vorliegenden Studien war die Einnahme standardisierter Extrakte aus Blättern mit Blüten überwiegend gut verträglich. Die Cochrane-Auswertung beschreibt die gemeldeten Ereignisse als selten, mild und vorübergehend, am häufigsten Schwindel und Magen-Darm-Beschwerden [1]. Fünf der eingeschlossenen Studien meldeten unter Weißdorn gar keine unerwünschten Ereignisse. Auch unter der höchsten geprüften Tagesdosis von 1800 mg über 16 Wochen waren die Ereignisse mild und seltener als unter Placebo [1][6].
Zwei Befunde stehen daneben und gehören genannt.
In der HERB-CHF-Studie traten unter Weißdorn insgesamt mehr unerwünschte Ereignisse auf als unter Placebo, 36 gegenüber 23 (p gleich 0,02) [4]. Die Autoren ordnen das ein. Es gab keinen Unterschied bei den Ereignissen am Herzen und in keiner einzelnen Kategorie, der Überschuss verteilte sich auf verschiedenartige Einzelereignisse, und ein pharmakologischer Grund ist dafür nicht erkennbar. Die Zahl der Krankenhausaufenthalte unterschied sich nicht belegt (23 gegenüber 14 Personen, p gleich 0,11) [4].
Eine nachträgliche Auswertung desselben Datensatzes prüfte, wann im Studienverlauf sich der Zustand der Teilnehmenden verschlechterte [5]. Über die gesamten 6 Monate gerechnet gab es keinen Unterschied (46,6 gegenüber 43,3 Prozent, Chancenverhältnis 1,14, Intervall 0,56 bis 2,35). Zu Studienbeginn lag das Risiko unter Weißdorn jedoch höher (Risikoverhältnis 3,9, Intervall 1,1 bis 13,7, nach Anpassung 6,4, Intervall 1,5 bis 26,5), und es sank im Verlauf, bis es nach 6 Monaten unter eins lag [5]. Das ist eine nachträgliche Auswertung ohne vorab festgelegten Endpunkt an 120 Personen mit 54 Ereignissen, die Autoren nennen die kleine Fallzahl und die nicht durchgehende Erfassung von Medikamentenänderungen selbst als Grenzen. Die weitaus größere SPICE-Studie fand über 24 Monate keinen solchen Frühbefund [2]. Für sich genommen trägt der Befund keine Aussage, er ist aber ein Grund, Weißdorn nicht als harmloses Beiwerk zu betrachten, wenn die Herzleistung eingeschränkt ist.
Zur Wechselwirkung mit Digoxin liegt eine kleine Untersuchung vor. Acht gesunde Freiwillige nahmen 10 Tage lang Digoxin allein und 21 Tage lang Digoxin zusammen mit 900 mg WS 1442. Keiner der gemessenen pharmakokinetischen Kennwerte unterschied sich (jeweils p größer 0,05) [16]. Acht Personen sind zu wenig, um daraus Entwarnung abzuleiten, und der Versuch lief an gesunden Menschen, nicht an denen, die beide Mittel tatsächlich nehmen.
Zwei Punkte ergeben sich aus dem, was oben steht. Wer blutdrucksenkende Mittel einnimmt, sollte die gleichzeitige Einnahme ärztlich abstimmen, weil sich die Wirkungen addieren können. Wer herzwirksame Medikamente einnimmt, insbesondere Digitalisglykoside oder Betablocker, sollte das ebenfalls tun, weil die Laborbefunde zur Kalziumkanal-Blockade und die überlieferte Anwendung eine Überlagerung nahelegen [17]. Die Cochrane-Auswertung schreibt ausdrücklich, Weißdorn-Extrakte seien aus ihrer Sicht keine idealen Kandidaten für den freien Verkauf, und Selbstmedikation bei eingeschränkter Herzleistung sei unangebracht [1].
Zu Schwangerschaft und Stillzeit liegt uns keine eigene geprüfte Quelle vor, eine ärztliche Rücksprache vor der Einnahme ist in diesem Fall grundsätzlich sinnvoll.
Quellen zum Nachlesen
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01
Cochrane-Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse, 14 doppelblinde plazebokontrollierte Studien, n gleich 1110, davon 10 Studien mit n gleich 855 in der Zusammenfassung · 2008
Hawthorn extract for treating chronic heart failure
Pittler MH, Guo R, Ernst E. Cochrane Database Syst Rev
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02
RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, multizentrisch, n gleich 2681, 24 Monate, WS 1442 900 mg täglich zusätzlich zur laufenden Medikation · 2008
The efficacy and safety of Crataegus extract WS 1442 in patients with heart failure, the SPICE trial
Holubarsch CJ, et al. Eur J Heart Fail
Zur Zuschreibung: 06
-
03
Studienprotokoll zur SPICE-Studie, beschreibt Präparat, Dosis und Begleitmedikation · 2000
Survival and prognosis, investigation of Crataegus extract WS 1442 in congestive heart failure (SPICE), rationale, study design and study protocol
Holubarsch CJ, et al. Eur J Heart Fail
Zur Zuschreibung: 06
- 04
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05
Nachträgliche Auswertung des HERB-CHF-Datensatzes, n gleich 120, kein vorab festgelegter Endpunkt · 2008
The effect of Crataegus oxycantha Special Extract WS 1442 on clinical progression in patients with mild to moderate symptoms of heart failure
Zick SM, Gillespie B, Aaronson KD. Eur J Heart Fail
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06
RCT, plazebokontrolliert, drei Arme (1800 mg, 900 mg, Placebo), n gleich 209, 16 Wochen, eine der Studien der Cochrane-Auswertung · 2002
Efficacy and safety of crataegus extract WS 1442 in comparison with placebo in patients with chronic stable New York Heart Association class-III heart failure
Tauchert M. Am Heart J
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07
Systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse, 6 randomisierte plazebokontrollierte Studien, n gleich 428, Einzelpräparate · 2025
Hawthorn (Crataegus spp.) Clinically Significantly Reduces Blood Pressure in Hypertension, A Meta-Analysis of Randomized Placebo-Controlled Clinical Trials
Szikora Z, et al. Pharmaceuticals (Basel)
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08
RCT, plazebokontrolliert, n gleich 79 (39 gegenüber 40), 16 Wochen, LI 132 1200 mg täglich, herstellerfinanziertes Stipendium · 2006
Hypotensive effects of hawthorn for patients with diabetes taking prescription drugs, a randomised controlled trial
Walker AF, et al. Br J Gen Pract
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09
Vorstudie, randomisiert, doppelblind, vier Arme (Magnesium, Weißdorn, Kombination, Placebo), n gleich 36, 10 Wochen, 500 mg täglich · 2002
Promising hypotensive effect of hawthorn extract, a randomized double-blind pilot study of mild, essential hypertension
Walker AF, et al. Phytother Res
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10
RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, Cross-over mit vier Abschnitten, n gleich 21, je dreieinhalb Tage je Dosisstufe · 2012
Effect of hawthorn standardized extract on flow mediated dilation in prehypertensive and mildly hypertensive adults, a randomized, controlled cross-over trial
Asher GN, et al. BMC Complement Altern Med
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11
RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, Cross-over, n gleich 61 auswertbar, je 8 Wochen, wässriger Fruchtextrakt als Getränk · 2024
Effects of Hawthorn Fruit Extract Drink in Chinese Patients With Mild Hypertension and/or Hyperlipidaemia, A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled, Crossover Study
Zeng W, et al. Dose Response
Zur Zuschreibung: 13
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RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, n gleich 49, 6 Monate, mikronisierte Zubereitung aus Blüten und Blättern, 1200 mg täglich · 2011
Crataegus laevigata decreases neutrophil elastase and has hypolipidemic effect, a randomized, double-blind, placebo-controlled trial
Dalli E, et al. Phytomedicine
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13
RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, n gleich 264, 3 Monate, festes Kombinationspräparat · 2004
Double-blind, randomised, placebo-controlled study to evaluate the efficacy and safety of a fixed combination containing two plant extracts (Crataegus oxyacantha and Eschscholtzia californica) and magnesium in mild-to-moderate anxiety disorders
Hanus M, Lafon J, Mathieu M. Curr Med Res Opin
Zur Zuschreibung: 15
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14
RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, Cross-over, n gleich 43 eingeschlossen und 35 ausgewertet, 15 Tage, Kombinationspräparat mit 40 mg Weißdorn-Fruchtextrakt je Tablette, herstellerfinanziert · 2025
Effects of a Scutellaria baicalensis/Crataegus laevigata, magnesium and chromium supplement on stressed individuals, A randomised, double-blind, placebo-controlled, crossover trial
Dodd F, et al. J Psychopharmacol
Zur Zuschreibung: 15
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Systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse, 4 randomisierte Studien, n gleich 221, feste Kombination aus Weißdorn-Extrakt und Campher · 2019
The combination of hawthorn extract and camphor significantly increases blood pressure, A meta-analysis and systematic review
Csupor D, et al. Phytomedicine
Zur Zuschreibung: 11
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Randomisierte Cross-over-Studie zur Wechselwirkung, n gleich 8 gesunde Freiwillige, WS 1442 900 mg täglich über 21 Tage · 2003
Interaction study between digoxin and a preparation of hawthorn (Crataegus oxyacantha)
Tankanow R, et al. J Clin Pharmacol
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Gruppenweise randomisierte kontrollierte Studie, 4 Schichtteams, 40 Tage, Kombination aus Vitamin C und Weißdorn-Getränk gegen leicht gesalzenes Wasser · 2024
Effect of vitamin C and hawthorn beverage formula on blood pressure and oxidative stress in heat-exposed workers, a cluster-randomized controlled trial
Du W, et al. Asia Pac J Clin Nutr
Zur Zuschreibung: 16
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Behördliche Unions-Monographie, ausschließlich traditionelle Anwendung, keine gut etablierte Anwendung · 2016
European Union herbal monograph on Crataegus spp., folium cum flore
Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC), European Medicines Agency EMA/HMPC/159075/2014, final, angenommen 17. Juni 2016