Zink Bisglycinat

Zuletzt geprüft am

Spurenelemente

Zinkglycinat · Zink-Diglycinat · Chelatiertes Zink · Zinkbisglycinat

H.P.N · Datenstand 2026-08-21 · 25 Zuschreibungen im Überblick

Auf einen Blick

Was es ist
Ein essenzielles Spurenelement. Bisglycinat ist eine chelatierte Form, bei der ein Zink-Ion an zwei Moleküle der Aminosäure Glycin gebunden ist
Wirkform in Studien
In der Zink-Forschung werden überwiegend Sulfat, Gluconat, Acetat, Picolinat oder Oxid eingesetzt. Zwei kleine direkte Humanvergleiche prüften Bisglycinat beziehungsweise Glycinat gegen Gluconat, siehe die Wirkungszeile dazu
Übliche Studiendosis
Rund 10 mg elementares Zink pro Tag im Normal- und Mangelbereich bis über 90 mg pro Tag bei kurzzeitigen Lutschtabletten-Studien zur Erkältung, einzelne Lutschtabletten-Studien reichen bis 276 mg pro Tag. Referenzmenge (NRV) 10 mg pro Tag
Zusammenspiel
Steht im Zink-Kupfer-Antagonismus, eine hohe Zinkzufuhr senkt die Kupferaufnahme, siehe Sicherheit. Die behördlich gesicherte Angabe zur normalen Kollagenbildung gehört zu Vitamin C, nicht zu Zink
Verträglichkeit
Oral in üblichen Mengen gut verträglich. In Erkältungsstudien mit hohen Dosen traten unter Zink häufiger schlechter Geschmack, Übelkeit und andere leichte Nebenwirkungen auf als unter Placebo. Eine deutlich über den Bedarf hinausgehende Zufuhr über längere Zeit kann die Kupferaufnahme stören, siehe Sicherheit

Was diesem Stoff zugesprochen wird

Was die Studien hergeben.

Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.

  1. 01

    Normale Funktion des Immunsystems

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung

    Quellen: 1

  2. 02

    Schutz der Zellen vor oxidativem Stress

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung

    Quellen: 1

  3. 03

    Normale kognitive Funktion

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung

    Quellen: 1

  4. 04

    Erhaltung normaler Haut

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung

    Quellen: 1

  5. 05

    Erhaltung normaler Haare

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung

    Quellen: 1

  6. 06

    Erhaltung normaler Nägel

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung

    Quellen: 1

  7. 07

    Erhaltung normaler Knochen

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung

    Quellen: 1

  8. 08

    Erhaltung normaler Sehkraft

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung

    Quellen: 1

  9. 09

    Normale Fruchtbarkeit und Reproduktion

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung

    Quellen: 1

  10. 10

    Erhaltung normaler Testosteronspiegel im Blut

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung. Die Angabe beschreibt die normale Funktion, nicht eine zusätzliche Steigerung über den Normalwert hinaus, dazu die beiden folgenden Zeilen

    Quellen: 1

  11. 11

    Normale DNA-Synthese

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung

    Quellen: 1

  12. 12

    Rolle bei der Zellteilung

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung

    Quellen: 1

  13. 13

    Normale Eiweißsynthese

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung

    Quellen: 1

  14. 14

    Normaler Säure-Basen-Stoffwechsel

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung

    Quellen: 1

  15. 15

    Normaler Makronährstoffstoffwechsel

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung

    Quellen: 1

  16. 16

    Normaler Fettsäurestoffwechsel

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung

    Quellen: 1

  17. 17

    Normaler Vitamin-A-Stoffwechsel

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung

    Quellen: 1

  18. 18

    Dauer einer bereits bestehenden Erkältung unter unterschiedlichen Zinkformen und Anwendungswegen, uneinheitlich und nach Bias-Sensitivitätsanalyse nicht gesichert

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Der freie Volltext der aktuellen Cochrane-Übersicht umfasst 34 Studien mit 8526 Teilnehmenden. Bei Behandlung einer bestehenden Erkältung war die Dauer im Mittel 2,37 Tage kürzer (95-Prozent-Konfidenzintervall minus 4,21 bis minus 0,53; I² gleich 97 Prozent; 8 Studien, 972 Teilnehmende; niedrige Evidenzsicherheit) [2]. Diese acht Studien umfassten fünf Lutschtablettenstudien und drei intranasale Studien. Nach Ausschluss von Studien mit hohem oder unklarem Selektionsbias blieb kein statistisch gesicherter Effekt (minus 0,57 Tage, Konfidenzintervall minus 1,30 bis 0,16; I² gleich 0 Prozent; 3 Studien, 482 Teilnehmende). Die drei von Hemilä ausgewerteten Zinkacetat-Lutschtablettenstudien mit insgesamt 199 Teilnehmenden [4, 5] sind im aktuellen Cochrane-Pool enthalten und bilden keine unabhängige Bestätigung. Eine frühere Cochrane-Übersicht wurde wegen Datenfehlern und Textübernahmen aus einer Arbeit des Kritikers Harri Hemilä zurückgezogen [3]. Geschlucktes Bisglycinat wurde nicht geprüft

    Quellen: 2, 3, 4, 5

  19. 19

    Vorbeugung neuer Erkältungen durch präventive Zinkgabe, keine statistisch gesicherte Verringerung

    Nicht bestätigt
    Einordnung und Einschränkungen

    In einer zusätzlichen zweiten fachlichen Prüfung des freien Cochrane-Volltexts zeigten 9 Präventionsstudien mit 1449 Teilnehmenden keine statistisch gesicherte Verringerung des Erkältungsrisikos (Risikoverhältnis 0,93, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,85 bis 1,01, I² gleich 20 Prozent, niedrige Evidenzsicherheit). Auch die mittlere Zahl der Erkältungen über 5 bis 18 Monate unterschied sich nicht signifikant (mittlere Differenz minus 0,90, Konfidenzintervall minus 1,93 bis 0,12; I² gleich 96 Prozent; 2 Studien, 1284 Teilnehmende) [2]

    Quellen: 2

  20. 20

    Hinweise auf weniger entzündliche Aknelaesionen unter oraler oder topischer Zinkbehandlung bei heterogener und überwiegend schwacher Studienqualität

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine Meta-Analyse poolte orale und topische Zinkbehandlungen und fand für entzündliche Papeln eine standardisierte Mittelwertdifferenz von 0,730 (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,339 bis 1,122; 7 Studien, 745 Teilnehmende). Für orale Behandlung allein zeigte sich eine signifikante klinische Verbesserung mit einer Odds Ratio von 3,489 (Konfidenzintervall 1,048 bis 11,617), während das orale Pustelergebnis aus zwei alten Studien nicht signifikant war [6]. Im freien Volltext einer neueren systematischen Übersicht waren 4 von 6 als fair und 4 von 9 als schwach bewerteten Zinkstudien positiv. Die Arbeit beschreibt die Daten als heterogen und überwiegend qualitativ schwach, nicht als negativen Zinkbefund [7]. Beide Übersichten greifen wahrscheinlich vielfach auf dieselben älteren Primärstudien zurück. In einer zusätzlichen zweiten fachlichen Prüfung ließ sich daher kein Widerspruchssatz bilden

    Quellen: 6, 7

  21. 21

    Testosteronspiegel bei nachgewiesenem oder experimentell erzeugtem Zinkmangel

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine kontrollierte Ernährungsstudie an 11 jungen Männern zeigte, dass eine Zufuhr von 1,4 mg Zink pro Tag über 35 Tage mit 21,9 nmol/l Serum-Testosteron einherging, gegenüber 26,9 nmol/l bei 10,4 mg pro Tag [9]. Eine kleine kontrollierte Studie an 8 Männern unter Hämodialysebehandlung und mit niedrigem Plasma-Zinkspiegel fand nach Zinkgabe eine Normalisierung bei den beiden Teilnehmern mit initial erniedrigtem Testosteronwert [10]. Bei 116 postmenopausalen Frauen mit erniedrigtem Serum-Zinkspiegel erhöhte eine Zinkgabe den Testosteronspiegel gegenüber Kontrolle [11]. Eine systematische Übersicht umfasst 8 klinische und 30 tierexperimentelle Arbeiten und darf nicht als reine Humansynthese gelesen werden [8]. Die klinischen Befunde stützen einen Zusammenhang bei Zinkmangel. Quelle 8 enthält daneben auch Daten bei ausreichender Versorgung, die folgende Zeile prüft diesen Bestand getrennt

    Quellen: 8, 9, 10, 11

  22. 22

    Kein Testosteronanstieg unter ZMA bei bereits ausreichender Zinkversorgung

    Nicht bestätigt
    Einordnung und Einschränkungen

    Vierzehn gesunde, regelmäßig trainierende Männer mit einer Ausgangszufuhr von 11,9 bis 23,2 mg Zink pro Tag erhielten ein ZMA-Mischpräparat mit zusätzlichen 30 mg Zink sowie Magnesium und Vitamin B6. Serumzink stieg signifikant, Gesamt-Testosteron, freies Testosteron und Testosteronmetaboliten änderten sich nicht signifikant [19]. Der Befund betrifft ausreichend versorgte Männer, ist aber wegen der kleinen Stichprobe und des Mischpräparats kein reiner Zinkvergleich. Eine systematische Übersicht von 2023 schloss diese Studie ein und liefert keine neuere positive Studie in einer vergleichbar ausreichend versorgten Population [8]. Eine zusätzliche zweite fachliche Prüfung bestätigte die Richtung direkt am PubMed-Datensatz

    Quellen: 8, 19

  23. 23

    Schlafdauer und Insomnie-Risiko, in zwei Mendelschen Randomisierungen ohne Effekt für Zink

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Zwei Mendelsche Randomisierungsanalysen prüfen genetisch vorhergesagte Zinkspiegel und Schlafmerkmale. Sie teilen Luo L als Autor und verwenden dieselbe Zink-Expositions-GWAS von Evans 2013, während die Insomnie-Ergebnisdaten verschieden sind. Die erste fand für Zink keinen statistisch signifikanten Zusammenhang mit Insomnie [12]. Wegen fehlender genomweit signifikanter Instrumente verwendete sie einen gelockerten Schwellenwert von p kleiner 5 mal 10 hoch minus 6 und acht Zink-SNPs. Die im Haupttext dargestellten Sensitivitätsanalysen betreffen Magnesium, nicht Zink. Die zweite fand für Zink keinen kausalen Zusammenhang mit Schlafdauer oder Insomnie [13]. Beide Arbeiten prüfen keine Supplement-Einnahme und bilden keinen vollständig unabhängigen Doppelbeleg

    Quellen: 12, 13

  24. 24

    Bioverfügbarkeit von Zinkbisglycinat oder Zinkglycinat im direkten Vergleich zu Zinkgluconat

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine randomisierte offene Cross-over-Studie an 12 gesunden Frauen verglich einmalig je 15 mg Zink. Bisglycinat zeigte gegenüber Gluconat eine um 43,4 Prozent höhere Bioverfügbarkeit und beide Formen wurden als sicher und gut verträglich berichtet [20]. Eine sechswöchige Studie an 30 jungen Frauen mit je 10 Personen pro Gruppe gab 60 mg Zink täglich. Glycinat erhöhte Plasma-Zink stärker als Gluconat und Placebo [21]. Die Aussagekraft ist wegen kleiner ausschließlich weiblicher Stichproben, offener Durchführung der ersten Studie, unterschiedlicher Darreichungsformen und Industriebeziehungen begrenzt. Albion-Material wurde verwendet, bei Gandia bestand Herstellerbeteiligung und ein Autor von DiSilvestro hatte später ein kommerzielles Interesse. Die narrative Übersicht [14] wurde von Pharmavite finanziert und von Pharmavite-Mitarbeitenden beziehungsweise einer Praktikantin verfasst. Weitere kleine Formvergleiche ohne Bisglycinat zeigen höhere Aufnahme von Aspartat als Gluconat und Sulfat [15] sowie ähnliche Aufnahme von Citrat und Gluconat, jeweils höher als Oxid [16]. Quelle 16 wurde von Jungbunzlauer finanziert, das Unternehmen stellte die Testsubstanzen her

    Quellen: 14, 15, 16, 20, 21

  25. 25

    Allgemeine Verträglichkeit nach Einzeldosis von Bisglycinat und Gluconat, kein gezielter Vergleich von Magen-Darm-Beschwerden

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Die kleine offene Cross-over-Studie an 12 gesunden Frauen berichtete Bisglycinat und Gluconat nach einer Einzeldosis von 15 mg als sicher und gut verträglich [20]. Sie war nicht auf einen gezielten Vergleich von Magen-Darm-Beschwerden ausgelegt und ersetzt keine entsprechend gepowerte Verträglichkeitsstudie. Eine solche Studie wurde bei der aktuellen Suche nicht gefunden

    Quellen: 20

Wichtig zur Einordnung: Die behördlich gesicherten Funktionen beschreiben, wozu der Körper Zink braucht. Sie sagen nicht, dass eine zusätzliche Einnahme über den Bedarf hinaus einen weiteren Nutzen bringt. Das ist die Frage, die alle folgenden Zeilen stellen, und keine davon betrifft die EFSA-Funktionen selbst.

Der zweite Schwerpunkt dieses Eintrags ist die Salzform. Zink Bisglycinat wird beworben, weil es besonders bioverfügbar und magenfreundlich sein soll. Der Großteil der Zink-Forschung prüft andere Formen, überwiegend Sulfat, Gluconat, Acetat und Oxid. Zwei kleine direkte Humanvergleiche untersuchten Bisglycinat beziehungsweise Glycinat gegen Gluconat. Beide betrafen nur Frauen und weisen Industriebeziehungen auf [20, 21].

Studien im Detail

Erkältung: Behandlung und Vorbeugung

Die Studienlage zu Zink und Erkältung ist groß, aber uneinheitlich in der Bewertung, und ein Teil der älteren Literatur ist mit Vorsicht zu lesen. Die aktuellste Cochrane-Übersicht [2] fasst 34 Studien mit 8526 Teilnehmenden zusammen. Bei der Behandlung einer bereits bestehenden Erkältung fand sie eine im Mittel um 2,37 Tage kürzere Dauer, bei sehr hoher Heterogenität und niedriger Evidenzqualität nach GRADE. Bei der Vorbeugung zeigte sich keine statistisch gesicherte Verringerung. Wichtig für die Einordnung: 17 der 34 Studien nutzten Lutschtabletten mit lokaler Freisetzung im Rachen, nur eine einzige gab Zink als Kapsel. Eine frühere Cochrane-Übersicht aus dem Jahr 2013 [3] wurde 2015 von Cochrane selbst zurückgezogen, nachdem Fehler bei der Datenableitung und Übernahmen von Text und Daten aus einer 2011 veröffentlichten Übersicht des Kritikers Harri Hemilä festgestellt worden waren; sie wird deshalb in diesem Eintrag nicht als Beleg verwendet. Eine Forschungsgruppe hat dieselben 3 Studien zu hochdosierten Zinkacetat-Lutschtabletten (80 bis 92 mg pro Tag) zweimal ausgewertet, einmal zur Gesamtdauer [4], einmal symptomweise [5], das ist eine Studienbasis, keine zwei unabhängigen Bestätigungen.

Akne

Eine Meta-Analyse [6] berichtet Nutzen für entzündliche Aknelaesionen, mischt aber orale und topische Anwendungen. Die neuere Übersicht [7] enthält sowohl positive als auch negative Zinkstudien und bewertet den Bestand als heterogen und überwiegend qualitativ schwach. Sie liefert keinen direkten Widerspruch zur älteren Arbeit.

Testosteron

Die stärksten positiven Humanbelege zu Zink und Testosteron betreffen Menschen mit nachgewiesenem oder gezielt herbeigeführtem Zinkmangel: eine kontrollierte Zink-Depletionsstudie an jungen Männern [9], eine kleine Studie an Männern unter Hämodialysebehandlung mit niedrigem Zinkspiegel [10] und eine Studie an postmenopausalen Frauen mit niedrigem Zinkspiegel [11]. Eine systematische Übersicht [8] umfasst klinische und tierexperimentelle Daten. Bei ausreichend versorgten trainierenden Männern fand eine kleine Studie mit einem ZMA-Mischpräparat keinen Testosteronanstieg [19].

Schlaf

Zwei Mendelsche Randomisierungsanalysen [12, 13], die den genetisch vorhergesagten Zinkspiegel mit Schlafdauer und Insomnie in Zusammenhang setzen, finden für Zink keinen kausalen Effekt. Sie nutzen dieselbe Zink-Expositionsgrundlage und unterschiedliche Ergebnisdatensätze. Beide Arbeiten prüften keine Supplement-Gabe, sondern genetische Instrumente für den Blutspiegel.

Bioverfügbarkeit der Salzform

Die zentrale Zuschreibung an Bisglycinat ist die hohe Bioverfügbarkeit. Zwei kleine Humanstudien verglichen Bisglycinat oder Glycinat direkt mit Gluconat [20, 21]. Eine Studie fand nach Einzeldosis eine um 43,4 Prozent höhere Bioverfügbarkeit, die andere nach sechs Wochen einen stärkeren Anstieg von Plasma-Zink. Kleine Stichproben, ausschließlich Frauen und Industriebezüge begrenzen die Aussagekraft. Weitere Crossover-Studien vergleichen andere Salze [15, 16].

Tier- und Laborstudien

Keine eigene Recherche zu Tier- oder Zellmodellen für diesen Eintrag durchgeführt. Quelle 8 umfasst neben klinischen auch 30 tierexperimentelle Arbeiten. Diese wurden nicht als eigenständiger Wirksamkeitsbeleg verwendet.

Sicherheit und Wechselwirkungen

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat für Zink eine tolerierbare Gesamtzufuhr (Upper Level) von 25 mg pro Tag festgelegt, die US-amerikanischen National Academies legen ihre Obergrenze bei 40 mg pro Tag fest, die Weltgesundheitsorganisation nennt einen Referenzbereich von 6,7 bis 15 mg pro Tag [17]. Das entspricht dem 2,5- bis 4-fachen der EU-Referenzmenge (NRV) von 10 mg pro Tag. Bei sehr hoher Einzeleinnahme können Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen auftreten [17]. Mattigkeit und Abgeschlagenheit werden in Quelle 18 der sehr hohen oralen Einnahme zugeordnet.

Eine längere Zufuhr deutlich oberhalb dieser Werte stört die Kupferaufnahme. Eine ältere, weiterhin häufig zitierte Übersichtsarbeit nennt einen Bereich von 100 bis 300 mg Zink pro Tag, bei dem ein induzierter Kupfermangel mit Blutarmut und Neutropenie beschrieben wurde, und weist darauf hin, dass bereits Mengen näher am damaligen Tagesrichtwert von 15 mg pro Tag die Kupfer- und Eisenverwertung beeinträchtigen können [18].

Zink steht außerdem im Wechselspiel mit Eisen. Eine gleichzeitige, hochdosierte Einnahme kann die Eisenaufnahme aus der Nahrung verringern [17, 18]. Quelle 17 beschreibt Wechselwirkungen mit Chinolon- und Tetracyclin-Antibiotika. Für eine belastbare Medikamentenpassage soll noch eine offizielle oder primäre Quelle ergänzt werden.

Quellen zum Nachlesen

  1. 01

    Rechtsakt auf Grundlage abgeschlossener EFSA-Bewertungen · 2012

    Verordnung (EU) Nr. 432/2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel

    Europäische Kommission Amtsblatt der Europäischen Union

    Zur Zuschreibung: 01, 02, 03, 04, 05, 06, 07, 08, 09, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17

  2. 02

    Cochrane-Übersicht aus 34 Studien, n=8526 · 2024

    Zinc for prevention and treatment of the common cold.

    Nault D, et al. Cochrane Database Syst Rev

    Zur Zuschreibung: 18, 19

  3. 03

    Rückzugsmitteilung zu einer 2013 veröffentlichten Cochrane-Übersicht, zurückgezogen wegen Datenfehlern · 2015

    WITHDRAWN: Zinc for the common cold.

    Singh M, Das RR. Cochrane Database Syst Rev

    Zur Zuschreibung: 18

  4. 04

    Einzelpatientendaten-Meta-Analyse aus 3 RCTs, n=199 · 2016

    Zinc acetate lozenges for treating the common cold: an individual patient data meta-analysis.

    Hemilä H, et al. Br J Clin Pharmacol

    Zur Zuschreibung: 18

  5. 05

    Meta-Analyse derselben 3 RCTs, symptomweise ausgewertet · 2015

    The effectiveness of high dose zinc acetate lozenges on various common cold symptoms: a meta-analysis.

    Hemilä H, Chalker E. BMC Fam Pract

    Zur Zuschreibung: 18

  6. 06

    Systematische Übersicht und Meta-Analyse · 2020

    Serum zinc levels and efficacy of zinc treatment in acne vulgaris: A systematic review and meta-analysis.

    Yee BE, et al. Dermatol Ther

    Zur Zuschreibung: 20

  7. 07

    Systematische Übersicht aus 42 RCTs, n=3346 · 2023

    Safety and Effectiveness of Oral Nutraceuticals for Treating Acne: A Systematic Review.

    Shields A, et al. JAMA Dermatol

    Zur Zuschreibung: 20

  8. 08

    Systematische Übersicht aus 38 Arbeiten, davon 8 klinisch · 2023

    Correlation between serum zinc and testosterone: A systematic review.

    Te L, et al. J Trace Elem Med Biol

    Zur Zuschreibung: 21, 22

  9. 09

    Kontrollierte Ernährungsstudie, n=11 · 1992

    Effects of dietary zinc depletion on seminal volume and zinc loss, serum testosterone concentrations, and sperm morphology in young men.

    Hunt CD, et al. Am J Clin Nutr

    Zur Zuschreibung: 21

  10. 10

    Kontrollierte Studie, n=8 · 1977

    Reversal of uraemic impotence by zinc.

    Antoniou LD, et al. Lancet

    Zur Zuschreibung: 21

  11. 11

    Randomisierte kontrollierte Studie, n=116 · 2021

    Effect of Zinc on Testosterone Levels and Sexual Function of Postmenopausal Women: A Randomized Controlled Trial.

    Mazaheri Nia L, et al. J Sex Marital Ther

    Zur Zuschreibung: 21

  12. 12

    Mendelsche Randomisierung · 2025

    Causal relations of trace elements and nutrients with insomnia: A Mendelian randomization study.

    Luo L, Zhou D, Su Q. Medicine (Baltimore)

    Zur Zuschreibung: 23

  13. 13

    Zwei-Stichproben-Mendelsche-Randomisierung · 2025

    Genetically Supported Causality Between Micronutrients and Sleep Behaviors: A Two-Sample Mendelian Randomization Study.

    Zhang R, et al. Brain Behav

    Zur Zuschreibung: 23

  14. 14

    Narrative Übersicht, herstellerfinanziert · 2024

    Comparative Absorption and Bioavailability of Various Chemical Forms of Zinc in Humans: A Narrative Review.

    Devarshi PP, et al. Nutrients

    Zur Zuschreibung: 24

  15. 15

    Randomisierte Crossover-Studie, n=8 · 2023

    Preliminary Comparison of Fractional Absorption of Zinc Sulphate, Zinc Gluconate, and Zinc Aspartate after Oral Supple-Mentation in Healthy Human Volunteers.

    Piacenza F, et al. Nutrients

    Zur Zuschreibung: 24

  16. 16

    Randomisierte Crossover-Studie, n=15 · 2014

    Zinc absorption by young adults from supplemental zinc citrate is comparable with that from zinc gluconate and higher than from zinc oxide.

    Wegmüller R, et al. J Nutr

    Zur Zuschreibung: 24

  17. 17

    Übersichtsarbeit · 2024

    Zinc Toxicity: Understanding the Limits.

    Schoofs H, Schmit J, Rink L. Molecules

  18. 18

    Übersichtsarbeit · 1990

    Zinc toxicity.

    Fosmire GJ. Am J Clin Nutr

  19. 19

    Klinische Studie, n gleich 14, gesunde regelmäßig trainierende Männer, ZMA-Mischpräparat · 2009

    Serum testosterone and urinary excretion of steroid hormone metabolites after administration of a high-dose zinc supplement.

    Koehler K, et al. Eur J Clin Nutr

    Zur Zuschreibung: 22

  20. 20

    Randomisierte offene Cross-over-Studie, n gleich 12 Frauen, Einzeldosis 15 mg Zink · 2007

    A bioavailability study comparing two oral formulations containing zinc (Zn bis-glycinate vs. Zn gluconate) after a single administration to twelve healthy female volunteers.

    Gandia P, et al. Int J Vitam Nutr Res

    Zur Zuschreibung: 24, 25

  21. 21

    Sechswöchige Vergleichsstudie, n gleich 30 junge Frauen, 60 mg Zink pro Tag · 2015

    Moderately High Dose Zinc Gluconate or Zinc Glycinate, Effects on Plasma Zinc and Erythrocyte Superoxide Dismutase Activities in Young Adult Women.

    DiSilvestro RA, Koch E, Rakes L. Biol Trace Elem Res

    Zur Zuschreibung: 24

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