Zink Bisglycinat
Zuletzt geprüft am
Spurenelemente
Zinkglycinat · Zink-Diglycinat · Chelatiertes Zink · Zinkbisglycinat
Auf einen Blick
- Was es ist
- Ein essenzielles Spurenelement. Bisglycinat ist eine chelatierte Form, bei der ein Zink-Ion an zwei Moleküle der Aminosäure Glycin gebunden ist
- Wirkform in Studien
- In der Zink-Forschung werden überwiegend Sulfat, Gluconat, Acetat, Picolinat oder Oxid eingesetzt. Zwei kleine direkte Humanvergleiche prüften Bisglycinat beziehungsweise Glycinat gegen Gluconat, siehe die Wirkungszeile dazu
- Übliche Studiendosis
- Rund 10 mg elementares Zink pro Tag im Normal- und Mangelbereich bis über 90 mg pro Tag bei kurzzeitigen Lutschtabletten-Studien zur Erkältung, einzelne Lutschtabletten-Studien reichen bis 276 mg pro Tag. Referenzmenge (NRV) 10 mg pro Tag
- Zusammenspiel
- Steht im Zink-Kupfer-Antagonismus, eine hohe Zinkzufuhr senkt die Kupferaufnahme, siehe Sicherheit. Die behördlich gesicherte Angabe zur normalen Kollagenbildung gehört zu Vitamin C, nicht zu Zink
- Verträglichkeit
- Oral in üblichen Mengen gut verträglich. In Erkältungsstudien mit hohen Dosen traten unter Zink häufiger schlechter Geschmack, Übelkeit und andere leichte Nebenwirkungen auf als unter Placebo. Eine deutlich über den Bedarf hinausgehende Zufuhr über längere Zeit kann die Kupferaufnahme stören, siehe Sicherheit
Was diesem Stoff zugesprochen wird
Was die Studien hergeben.
Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.
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01
Normale Funktion des Immunsystems
Behördlich gesichertEinordnung und Einschränkungen
Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung
Quellen: 1
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02
Schutz der Zellen vor oxidativem Stress
Behördlich gesichertEinordnung und Einschränkungen
Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung
Quellen: 1
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03
Normale kognitive Funktion
Behördlich gesichertEinordnung und Einschränkungen
Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung
Quellen: 1
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04
Erhaltung normaler Haut
Behördlich gesichertEinordnung und Einschränkungen
Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung
Quellen: 1
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05
Erhaltung normaler Haare
Behördlich gesichertEinordnung und Einschränkungen
Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung
Quellen: 1
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06
Erhaltung normaler Nägel
Behördlich gesichertEinordnung und Einschränkungen
Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung
Quellen: 1
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07
Erhaltung normaler Knochen
Behördlich gesichertEinordnung und Einschränkungen
Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung
Quellen: 1
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08
Erhaltung normaler Sehkraft
Behördlich gesichertEinordnung und Einschränkungen
Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung
Quellen: 1
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09
Normale Fruchtbarkeit und Reproduktion
Behördlich gesichertEinordnung und Einschränkungen
Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung
Quellen: 1
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10
Erhaltung normaler Testosteronspiegel im Blut
Behördlich gesichertEinordnung und Einschränkungen
Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung. Die Angabe beschreibt die normale Funktion, nicht eine zusätzliche Steigerung über den Normalwert hinaus, dazu die beiden folgenden Zeilen
Quellen: 1
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11
Normale DNA-Synthese
Behördlich gesichertEinordnung und Einschränkungen
Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung
Quellen: 1
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12
Rolle bei der Zellteilung
Behördlich gesichertEinordnung und Einschränkungen
Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung
Quellen: 1
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13
Normale Eiweißsynthese
Behördlich gesichertEinordnung und Einschränkungen
Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung
Quellen: 1
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14
Normaler Säure-Basen-Stoffwechsel
Behördlich gesichertEinordnung und Einschränkungen
Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung
Quellen: 1
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15
Normaler Makronährstoffstoffwechsel
Behördlich gesichertEinordnung und Einschränkungen
Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung
Quellen: 1
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16
Normaler Fettsäurestoffwechsel
Behördlich gesichertEinordnung und Einschränkungen
Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung
Quellen: 1
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17
Normaler Vitamin-A-Stoffwechsel
Behördlich gesichertEinordnung und Einschränkungen
Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung
Quellen: 1
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18
Dauer einer bereits bestehenden Erkältung unter unterschiedlichen Zinkformen und Anwendungswegen, uneinheitlich und nach Bias-Sensitivitätsanalyse nicht gesichert
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Der freie Volltext der aktuellen Cochrane-Übersicht umfasst 34 Studien mit 8526 Teilnehmenden. Bei Behandlung einer bestehenden Erkältung war die Dauer im Mittel 2,37 Tage kürzer (95-Prozent-Konfidenzintervall minus 4,21 bis minus 0,53; I² gleich 97 Prozent; 8 Studien, 972 Teilnehmende; niedrige Evidenzsicherheit) [2]. Diese acht Studien umfassten fünf Lutschtablettenstudien und drei intranasale Studien. Nach Ausschluss von Studien mit hohem oder unklarem Selektionsbias blieb kein statistisch gesicherter Effekt (minus 0,57 Tage, Konfidenzintervall minus 1,30 bis 0,16; I² gleich 0 Prozent; 3 Studien, 482 Teilnehmende). Die drei von Hemilä ausgewerteten Zinkacetat-Lutschtablettenstudien mit insgesamt 199 Teilnehmenden [4, 5] sind im aktuellen Cochrane-Pool enthalten und bilden keine unabhängige Bestätigung. Eine frühere Cochrane-Übersicht wurde wegen Datenfehlern und Textübernahmen aus einer Arbeit des Kritikers Harri Hemilä zurückgezogen [3]. Geschlucktes Bisglycinat wurde nicht geprüft
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19
Vorbeugung neuer Erkältungen durch präventive Zinkgabe, keine statistisch gesicherte Verringerung
Nicht bestätigtEinordnung und Einschränkungen
In einer zusätzlichen zweiten fachlichen Prüfung des freien Cochrane-Volltexts zeigten 9 Präventionsstudien mit 1449 Teilnehmenden keine statistisch gesicherte Verringerung des Erkältungsrisikos (Risikoverhältnis 0,93, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,85 bis 1,01, I² gleich 20 Prozent, niedrige Evidenzsicherheit). Auch die mittlere Zahl der Erkältungen über 5 bis 18 Monate unterschied sich nicht signifikant (mittlere Differenz minus 0,90, Konfidenzintervall minus 1,93 bis 0,12; I² gleich 96 Prozent; 2 Studien, 1284 Teilnehmende) [2]
Quellen: 2
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20
Hinweise auf weniger entzündliche Aknelaesionen unter oraler oder topischer Zinkbehandlung bei heterogener und überwiegend schwacher Studienqualität
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Eine Meta-Analyse poolte orale und topische Zinkbehandlungen und fand für entzündliche Papeln eine standardisierte Mittelwertdifferenz von 0,730 (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,339 bis 1,122; 7 Studien, 745 Teilnehmende). Für orale Behandlung allein zeigte sich eine signifikante klinische Verbesserung mit einer Odds Ratio von 3,489 (Konfidenzintervall 1,048 bis 11,617), während das orale Pustelergebnis aus zwei alten Studien nicht signifikant war [6]. Im freien Volltext einer neueren systematischen Übersicht waren 4 von 6 als fair und 4 von 9 als schwach bewerteten Zinkstudien positiv. Die Arbeit beschreibt die Daten als heterogen und überwiegend qualitativ schwach, nicht als negativen Zinkbefund [7]. Beide Übersichten greifen wahrscheinlich vielfach auf dieselben älteren Primärstudien zurück. In einer zusätzlichen zweiten fachlichen Prüfung ließ sich daher kein Widerspruchssatz bilden
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21
Testosteronspiegel bei nachgewiesenem oder experimentell erzeugtem Zinkmangel
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Eine kontrollierte Ernährungsstudie an 11 jungen Männern zeigte, dass eine Zufuhr von 1,4 mg Zink pro Tag über 35 Tage mit 21,9 nmol/l Serum-Testosteron einherging, gegenüber 26,9 nmol/l bei 10,4 mg pro Tag [9]. Eine kleine kontrollierte Studie an 8 Männern unter Hämodialysebehandlung und mit niedrigem Plasma-Zinkspiegel fand nach Zinkgabe eine Normalisierung bei den beiden Teilnehmern mit initial erniedrigtem Testosteronwert [10]. Bei 116 postmenopausalen Frauen mit erniedrigtem Serum-Zinkspiegel erhöhte eine Zinkgabe den Testosteronspiegel gegenüber Kontrolle [11]. Eine systematische Übersicht umfasst 8 klinische und 30 tierexperimentelle Arbeiten und darf nicht als reine Humansynthese gelesen werden [8]. Die klinischen Befunde stützen einen Zusammenhang bei Zinkmangel. Quelle 8 enthält daneben auch Daten bei ausreichender Versorgung, die folgende Zeile prüft diesen Bestand getrennt
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22
Kein Testosteronanstieg unter ZMA bei bereits ausreichender Zinkversorgung
Nicht bestätigtEinordnung und Einschränkungen
Vierzehn gesunde, regelmäßig trainierende Männer mit einer Ausgangszufuhr von 11,9 bis 23,2 mg Zink pro Tag erhielten ein ZMA-Mischpräparat mit zusätzlichen 30 mg Zink sowie Magnesium und Vitamin B6. Serumzink stieg signifikant, Gesamt-Testosteron, freies Testosteron und Testosteronmetaboliten änderten sich nicht signifikant [19]. Der Befund betrifft ausreichend versorgte Männer, ist aber wegen der kleinen Stichprobe und des Mischpräparats kein reiner Zinkvergleich. Eine systematische Übersicht von 2023 schloss diese Studie ein und liefert keine neuere positive Studie in einer vergleichbar ausreichend versorgten Population [8]. Eine zusätzliche zweite fachliche Prüfung bestätigte die Richtung direkt am PubMed-Datensatz
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23
Schlafdauer und Insomnie-Risiko, in zwei Mendelschen Randomisierungen ohne Effekt für Zink
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Zwei Mendelsche Randomisierungsanalysen prüfen genetisch vorhergesagte Zinkspiegel und Schlafmerkmale. Sie teilen Luo L als Autor und verwenden dieselbe Zink-Expositions-GWAS von Evans 2013, während die Insomnie-Ergebnisdaten verschieden sind. Die erste fand für Zink keinen statistisch signifikanten Zusammenhang mit Insomnie [12]. Wegen fehlender genomweit signifikanter Instrumente verwendete sie einen gelockerten Schwellenwert von p kleiner 5 mal 10 hoch minus 6 und acht Zink-SNPs. Die im Haupttext dargestellten Sensitivitätsanalysen betreffen Magnesium, nicht Zink. Die zweite fand für Zink keinen kausalen Zusammenhang mit Schlafdauer oder Insomnie [13]. Beide Arbeiten prüfen keine Supplement-Einnahme und bilden keinen vollständig unabhängigen Doppelbeleg
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24
Bioverfügbarkeit von Zinkbisglycinat oder Zinkglycinat im direkten Vergleich zu Zinkgluconat
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Eine randomisierte offene Cross-over-Studie an 12 gesunden Frauen verglich einmalig je 15 mg Zink. Bisglycinat zeigte gegenüber Gluconat eine um 43,4 Prozent höhere Bioverfügbarkeit und beide Formen wurden als sicher und gut verträglich berichtet [20]. Eine sechswöchige Studie an 30 jungen Frauen mit je 10 Personen pro Gruppe gab 60 mg Zink täglich. Glycinat erhöhte Plasma-Zink stärker als Gluconat und Placebo [21]. Die Aussagekraft ist wegen kleiner ausschließlich weiblicher Stichproben, offener Durchführung der ersten Studie, unterschiedlicher Darreichungsformen und Industriebeziehungen begrenzt. Albion-Material wurde verwendet, bei Gandia bestand Herstellerbeteiligung und ein Autor von DiSilvestro hatte später ein kommerzielles Interesse. Die narrative Übersicht [14] wurde von Pharmavite finanziert und von Pharmavite-Mitarbeitenden beziehungsweise einer Praktikantin verfasst. Weitere kleine Formvergleiche ohne Bisglycinat zeigen höhere Aufnahme von Aspartat als Gluconat und Sulfat [15] sowie ähnliche Aufnahme von Citrat und Gluconat, jeweils höher als Oxid [16]. Quelle 16 wurde von Jungbunzlauer finanziert, das Unternehmen stellte die Testsubstanzen her
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25
Allgemeine Verträglichkeit nach Einzeldosis von Bisglycinat und Gluconat, kein gezielter Vergleich von Magen-Darm-Beschwerden
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Die kleine offene Cross-over-Studie an 12 gesunden Frauen berichtete Bisglycinat und Gluconat nach einer Einzeldosis von 15 mg als sicher und gut verträglich [20]. Sie war nicht auf einen gezielten Vergleich von Magen-Darm-Beschwerden ausgelegt und ersetzt keine entsprechend gepowerte Verträglichkeitsstudie. Eine solche Studie wurde bei der aktuellen Suche nicht gefunden
Quellen: 20
Wichtig zur Einordnung: Die behördlich gesicherten Funktionen beschreiben, wozu der Körper Zink braucht. Sie sagen nicht, dass eine zusätzliche Einnahme über den Bedarf hinaus einen weiteren Nutzen bringt. Das ist die Frage, die alle folgenden Zeilen stellen, und keine davon betrifft die EFSA-Funktionen selbst.
Der zweite Schwerpunkt dieses Eintrags ist die Salzform. Zink Bisglycinat wird beworben, weil es besonders bioverfügbar und magenfreundlich sein soll. Der Großteil der Zink-Forschung prüft andere Formen, überwiegend Sulfat, Gluconat, Acetat und Oxid. Zwei kleine direkte Humanvergleiche untersuchten Bisglycinat beziehungsweise Glycinat gegen Gluconat. Beide betrafen nur Frauen und weisen Industriebeziehungen auf [20, 21].
Studien im Detail
Erkältung: Behandlung und Vorbeugung
Die Studienlage zu Zink und Erkältung ist groß, aber uneinheitlich in der Bewertung, und ein Teil der älteren Literatur ist mit Vorsicht zu lesen. Die aktuellste Cochrane-Übersicht [2] fasst 34 Studien mit 8526 Teilnehmenden zusammen. Bei der Behandlung einer bereits bestehenden Erkältung fand sie eine im Mittel um 2,37 Tage kürzere Dauer, bei sehr hoher Heterogenität und niedriger Evidenzqualität nach GRADE. Bei der Vorbeugung zeigte sich keine statistisch gesicherte Verringerung. Wichtig für die Einordnung: 17 der 34 Studien nutzten Lutschtabletten mit lokaler Freisetzung im Rachen, nur eine einzige gab Zink als Kapsel. Eine frühere Cochrane-Übersicht aus dem Jahr 2013 [3] wurde 2015 von Cochrane selbst zurückgezogen, nachdem Fehler bei der Datenableitung und Übernahmen von Text und Daten aus einer 2011 veröffentlichten Übersicht des Kritikers Harri Hemilä festgestellt worden waren; sie wird deshalb in diesem Eintrag nicht als Beleg verwendet. Eine Forschungsgruppe hat dieselben 3 Studien zu hochdosierten Zinkacetat-Lutschtabletten (80 bis 92 mg pro Tag) zweimal ausgewertet, einmal zur Gesamtdauer [4], einmal symptomweise [5], das ist eine Studienbasis, keine zwei unabhängigen Bestätigungen.
Akne
Eine Meta-Analyse [6] berichtet Nutzen für entzündliche Aknelaesionen, mischt aber orale und topische Anwendungen. Die neuere Übersicht [7] enthält sowohl positive als auch negative Zinkstudien und bewertet den Bestand als heterogen und überwiegend qualitativ schwach. Sie liefert keinen direkten Widerspruch zur älteren Arbeit.
Testosteron
Die stärksten positiven Humanbelege zu Zink und Testosteron betreffen Menschen mit nachgewiesenem oder gezielt herbeigeführtem Zinkmangel: eine kontrollierte Zink-Depletionsstudie an jungen Männern [9], eine kleine Studie an Männern unter Hämodialysebehandlung mit niedrigem Zinkspiegel [10] und eine Studie an postmenopausalen Frauen mit niedrigem Zinkspiegel [11]. Eine systematische Übersicht [8] umfasst klinische und tierexperimentelle Daten. Bei ausreichend versorgten trainierenden Männern fand eine kleine Studie mit einem ZMA-Mischpräparat keinen Testosteronanstieg [19].
Schlaf
Zwei Mendelsche Randomisierungsanalysen [12, 13], die den genetisch vorhergesagten Zinkspiegel mit Schlafdauer und Insomnie in Zusammenhang setzen, finden für Zink keinen kausalen Effekt. Sie nutzen dieselbe Zink-Expositionsgrundlage und unterschiedliche Ergebnisdatensätze. Beide Arbeiten prüften keine Supplement-Gabe, sondern genetische Instrumente für den Blutspiegel.
Bioverfügbarkeit der Salzform
Die zentrale Zuschreibung an Bisglycinat ist die hohe Bioverfügbarkeit. Zwei kleine Humanstudien verglichen Bisglycinat oder Glycinat direkt mit Gluconat [20, 21]. Eine Studie fand nach Einzeldosis eine um 43,4 Prozent höhere Bioverfügbarkeit, die andere nach sechs Wochen einen stärkeren Anstieg von Plasma-Zink. Kleine Stichproben, ausschließlich Frauen und Industriebezüge begrenzen die Aussagekraft. Weitere Crossover-Studien vergleichen andere Salze [15, 16].
Tier- und Laborstudien
Keine eigene Recherche zu Tier- oder Zellmodellen für diesen Eintrag durchgeführt. Quelle 8 umfasst neben klinischen auch 30 tierexperimentelle Arbeiten. Diese wurden nicht als eigenständiger Wirksamkeitsbeleg verwendet.
Sicherheit und Wechselwirkungen
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat für Zink eine tolerierbare Gesamtzufuhr (Upper Level) von 25 mg pro Tag festgelegt, die US-amerikanischen National Academies legen ihre Obergrenze bei 40 mg pro Tag fest, die Weltgesundheitsorganisation nennt einen Referenzbereich von 6,7 bis 15 mg pro Tag [17]. Das entspricht dem 2,5- bis 4-fachen der EU-Referenzmenge (NRV) von 10 mg pro Tag. Bei sehr hoher Einzeleinnahme können Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen auftreten [17]. Mattigkeit und Abgeschlagenheit werden in Quelle 18 der sehr hohen oralen Einnahme zugeordnet.
Eine längere Zufuhr deutlich oberhalb dieser Werte stört die Kupferaufnahme. Eine ältere, weiterhin häufig zitierte Übersichtsarbeit nennt einen Bereich von 100 bis 300 mg Zink pro Tag, bei dem ein induzierter Kupfermangel mit Blutarmut und Neutropenie beschrieben wurde, und weist darauf hin, dass bereits Mengen näher am damaligen Tagesrichtwert von 15 mg pro Tag die Kupfer- und Eisenverwertung beeinträchtigen können [18].
Zink steht außerdem im Wechselspiel mit Eisen. Eine gleichzeitige, hochdosierte Einnahme kann die Eisenaufnahme aus der Nahrung verringern [17, 18]. Quelle 17 beschreibt Wechselwirkungen mit Chinolon- und Tetracyclin-Antibiotika. Für eine belastbare Medikamentenpassage soll noch eine offizielle oder primäre Quelle ergänzt werden.
Quellen zum Nachlesen
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01
Rechtsakt auf Grundlage abgeschlossener EFSA-Bewertungen · 2012
Verordnung (EU) Nr. 432/2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel
Europäische Kommission Amtsblatt der Europäischen Union
Zur Zuschreibung: 01, 02, 03, 04, 05, 06, 07, 08, 09, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17
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Randomisierte offene Cross-over-Studie, n gleich 12 Frauen, Einzeldosis 15 mg Zink · 2007
A bioavailability study comparing two oral formulations containing zinc (Zn bis-glycinate vs. Zn gluconate) after a single administration to twelve healthy female volunteers.
Gandia P, et al. Int J Vitam Nutr Res
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21
Sechswöchige Vergleichsstudie, n gleich 30 junge Frauen, 60 mg Zink pro Tag · 2015
Moderately High Dose Zinc Gluconate or Zinc Glycinate, Effects on Plasma Zinc and Erythrocyte Superoxide Dismutase Activities in Young Adult Women.
DiSilvestro RA, Koch E, Rakes L. Biol Trace Elem Res
Zur Zuschreibung: 24
Bei H.P.N
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