Cordyceps Sinensis-Extrakt
Zuletzt geprüft am
Pilze
Cordyceps sinensis, auch Ophiocordyceps sinensis, oft als Kulturstamm Cs-4 · Dong Chong Xia Cao · Chinesischer Raupenpilz · Chinese Caterpillar Fungus · Himalaya-Raupenpilz
Auf einen Blick
- Was es ist
- Extrakt aus dem Pilz Cordyceps sinensis (Ophiocordyceps sinensis), dem traditionell wildgesammelten Raupenpilz des tibetischen Hochlands, reich an Cordycepin, Adenosin, Polysacchariden und dem Zuckeralkohol Cordycepsäure (D-Mannitol), der bei Nahrungsergänzungsmitteln häufig als Standardisierungsmarker verwendet wird
- Herkunft
- Ein parasitischer Schlauchpilz, der Schmetterlingsraupen im Hochland Tibets und angrenzender Regionen befällt. Echtes wildgesammeltes Cordyceps sinensis ist wegen seiner Seltenheit extrem teuer und in Nahrungsergänzungsmitteln praktisch nicht zu finden, gehandelt wird fast ausschließlich fermentiertes Myzel aus Flüssigkultur
- Wirkform in Studien
- Uneinheitlich und in vielen der zugrunde liegenden chinesischen Studien gar nicht spezifiziert, im Abstract steht dann nur "Cordyceps-Präparate". Andere Arbeiten nennen ausdrücklich den patentierten Myzel-Stamm Cs-4 (etwa als CordyMax Cs-4) oder die kommerzielle Bailing-Kapsel, ein weiteres fermentiertes Myzelpräparat unter Markennamen. Cs-4, die Bailing-Kapsel und unspezifizierte Cordyceps-Präparate sind damit drei verschiedene Zubereitungen mit jeweils eigener Studienlage
- Übliche Studiendosis
- Meist 1 bis 3 g Pilzmaterial oder Extrakt täglich, akute Einzeldosen bis 1 g, eine Studie an Radsportlern nutzte 3 g CordyMax Cs-4 täglich
- Bekannt geworden durch
- Die traditionelle chinesische und tibetische Verwendung als stärkendes Tonikum bei Erschöpfung sowie für Lungen- und Nierenfunktion. Cordyceps militaris ist eine verwandte, aber eigene, leichter kultivierbare Pilzart mit eigenem Kompendium-Eintrag, der ähnliche Wirkungen zugeschrieben werden, siehe Abgrenzung unten
- Verträglichkeit
- In den vorliegenden kleinen Humanstudien überwiegend gut vertragen. In den Übersichtsarbeiten zu Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion wurden Nebenwirkungen nur in einem Teil der eingeschlossenen Studien systematisch erfasst
Was diesem Stoff zugesprochen wird
Was die Studien hergeben.
Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.
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01
Nierenfunktionswerte (Serumkreatinin, Kreatinin-Clearance, Proteinurie, Entzündungs- und Eiweißwerte) bei Erwachsenen mit eingeschränkter Nierenfunktion, als Zusatz zur Standardtherapie in drei unterschiedlichen klinischen Situationen, gemischtes Bild je nach Population und Endpunkt, positiv bei Kreatinin und Proteinurie ohne Dialyse, ohne Unterschied bei Kreatinin und LDL-Cholesterin unter Hämodialyse
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Bei eingeschränkter Nierenfunktion ohne Dialyse sanken Kreatinin und Eiweißverlust im Urin, unter Dialyse blieben Kreatinin und LDL unverändert. Alle drei Übersichten stützen sich auf überwiegend chinesische Studien und nennen ihre eigene Aussagekraft begrenzt.
Ausführlicher Nachweis
Drei systematische Übersichten mit überwiegend chinesischem Studienbestand und unterschiedlichen Populationen (ohne Dialyse gegenüber unter Hämodialyse gegenüber nach Transplantation). Die Übersicht zu Menschen nach Nierentransplantation ist von den beiden anderen sicher getrennt, ihre Population schließt die übrigen aus. Zwischen der ersten und der zweiten Übersicht ist eine Überschneidung dagegen nicht ausgeschlossen. Die erste durchsuchte die Literatur bis April 2014 zu chronischer Nierenerkrankung insgesamt und berichtet die hier genannten Zahlen für die Untergruppe ohne Dialyse, schließt Dialysepflichtige also nicht grundsätzlich aus. Studien vor April 2014 können damit in beiden Auswertungen stecken. Aus den frei zugänglichen Aufzeichnungen beider Arbeiten ist die Liste der eingeschlossenen Primärstudien nicht einsehbar, die Frage bleibt deshalb offen und ist im Offen-Block festgehalten. Ein Cochrane-Review aus 22 randomisierten Studien mit 1746 Teilnehmenden mit verminderter Nierenfunktion ohne Dialysepflicht fand unter zusätzlicher Gabe von Cordyceps-Präparaten gegenüber alleiniger konventioneller Therapie ein niedrigeres Serumkreatinin (14 Studien, 987 Teilnehmende, minus 60,76 Mikromol pro Liter, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 85,82 bis minus 35,71), eine höhere Kreatinin-Clearance (6 Studien, 362 Teilnehmende, plus 9,22 Milliliter pro Minute, 95-Prozent-Konfidenzintervall 3,10 bis 15,34) und weniger 24-Stunden-Proteinurie (4 Studien, 211 Teilnehmende, minus 0,15 Gramm pro 24 Stunden, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,24 bis minus 0,05), zusammen mit höherem Hämoglobin und Albumin. Die Cochrane-Autoren schreiben wörtlich, wegen suboptimaler Berichterstattung und methodischer Schwächen (hohes Bias-Risiko in 4, unklares in 18 der 22 Studien) seien keine definitiven Schlussfolgerungen möglich, Zhang und Kollegen 2014 [1]. Eine zweite Übersicht mit Meta-Analyse aus 12 randomisierten Studien mit 655 Teilnehmenden unter Hämodialyse fand unter zusätzlicher Gabe von Cordyceps sinensis oder seinen fermentierten Produkten gegenüber alleiniger konventioneller Behandlung niedrigeres C-reaktives Protein, höheres Serumalbumin, niedrigeres Malondialdehyd und höheres Hämoglobin, jedoch keine signifikante Verbesserung bei Serumkreatinin oder LDL-Cholesterin. Die Autoren bewerten die Evidenz nach GRADE als niedrig bis moderat und schreiben, sie reiche nicht aus, um eine Anwendung zu empfehlen, Bee Yean und Zoriah 2019 [6]. Eine dritte Übersicht mit Meta-Analyse aus 5 randomisierten Studien mit 447 Teilnehmenden nach Nierentransplantation unter Immunsuppression fand unter zusätzlicher Cordyceps-Gabe keinen Unterschied beim Transplantat- oder Patientenüberleben, aber Hinweise auf eine verbesserte Transplantatfunktion, weniger akute Abstoßungsepisoden sowie verbesserte Leberfunktionswerte, bei durchgehend unklarem Bias-Risiko in allen eingeschlossenen Studien, Hong und Kollegen 2015 [7]. Alle drei Übersichten stammen aus überwiegend chinesischen Studienpopulationen mit heterogenen, im jeweiligen Abstract nicht einzeln aufgeschlüsselten Zubereitungen (Kapseln, Pulver, teils unter Markennamen), die Wirkform ist damit nicht auf einen bestimmten Extrakt festgelegt und nicht ohne Weiteres mit einem unspezifizierten Cordyceps-Extrakt gleichzusetzen. Ein Dosisvergleich mit einem konkreten Präparat ist wegen der uneinheitlichen Dosisangaben in allen drei Übersichten nur eingeschränkt möglich. Alle drei Übersichten betreffen zudem Menschen mit deutlich eingeschränkten Ausgangswerten, nicht gesunde Menschen, was die Übertragbarkeit zusätzlich einschränkt.
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02
Maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) unter Cs-4, in beiden vorliegenden Studien ohne Veränderung und ohne Unterschied zu Placebo
Nicht bestätigtEinordnung und Einschränkungen
In zwei Studien mit 15 beziehungsweise 22 ausgewerteten Personen kein Unterschied zu Placebo, weder bei untrainierten Älteren noch bei Radsportlern.
Ausführlicher Nachweis
Zwei randomisierte, doppelblinde, plazebokontrollierte Studien mit demselben reinen Cs-4-Extrakt prüften diesen Endpunkt. Chen und Kollegen randomisierten 2010 zwanzig gesunde ältere Erwachsene (50 bis 75 Jahre) auf dreimal täglich drei Kapseln mit jeweils 333 mg Cs-4 oder Placebo über 12 Wochen. Fünf Personen brachen ab, ausgewertet wurden 15, acht unter Cs-4 und sieben unter Placebo [2]. Die maximale Sauerstoffaufnahme veränderte sich in keiner der beiden Gruppen, 1,95 auf 1,94 Liter pro Minute unter Cs-4 und 2,05 auf 2,04 unter Placebo [2]. Parcell und Kollegen ließen 2004 zweiundzwanzig männliche, ausdauertrainierte Radsportler 5 Wochen lang täglich 3 g CordyMax Cs-4 in Tablettenform oder Placebo einnehmen. Die maximale Sauerstoffaufnahme unterschied sich weder vor (59,1 plus minus 5,4 gegenüber 59,9 plus minus 5,9 ml/kg/min) noch nach der Einnahme (57,1 plus minus 5,8 gegenüber 60,1 plus minus 5,5 ml/kg/min) zwischen den Gruppen, ebenso wenig die Zeit in einem arbeitsbasierten Zeitfahrtest (61,4 plus minus 2,4 gegenüber 62,1 plus minus 4,0 Minuten) [3]. Beide Arbeiten kommen an diesem Endpunkt zum selben Ergebnis. Keine von beiden nennt ein Effektmaß mit Konfidenzintervall für den Gruppenunterschied, und die Stichproben sind mit 15 beziehungsweise 22 ausgewerteten Personen klein. Beide Arbeiten haben den Unterschied zu Placebo geprüft und keinen gefunden, ein Restvorbehalt bleibt wegen der kleinen Stichproben und des fehlenden Effektmaßes mit Konfidenzintervall bestehen.
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03
Metabolische Schwelle unter Cs-4, in einer Pilotstudie gegenüber dem eigenen Ausgangswert erhöht, im gruppenübergreifenden Test der Arbeit selbst ohne Unterschied
Nicht bestätigtEinordnung und Einschränkungen
Der Anstieg um 10,5 Prozent ist ein Vorher-Nachher-Wert innerhalb von acht Personen. Im gruppenübergreifenden Test derselben Arbeit blieb kein Unterschied zu Placebo.
Ausführlicher Nachweis
In der Pilotstudie von Chen und Kollegen stieg die metabolische Schwelle, oberhalb derer Laktat anfällt, unter Cs-4 in 12 Wochen um 10,5 Prozent von 0,83 plus minus 0,06 auf 0,93 plus minus 0,08 Liter pro Minute [2]. Der zugehörige p-Wert von 0,022 bezieht sich laut Fußnote der Ergebnistabelle ausdrücklich auf den Vergleich mit dem eigenen Ausgangswert, nicht auf einen Vergleich mit der Placebogruppe [2]. In der Placebogruppe blieb der Wert mit 1,03 auf 0,99 Liter pro Minute praktisch unverändert. Entscheidend ist, was die Autoren selbst berichten. Weil sie mehrere physiologische Größen gemessen haben, führten sie zusätzlich eine multivariate Varianzanalyse mit Hotelling-Lawley-Test zur Korrektur für Mehrfachvergleiche durch, und mit dieser Methode fanden sie zwischen den beiden Gruppen weder zu Beginn noch nach 12 Wochen einen Unterschied [2]. Hinzu kommt ein deutliches Ungleichgewicht der Ausgangswerte, 0,83 gegenüber 1,03 Liter pro Minute, bei acht gegenüber sieben ausgewerteten Personen. Der Befund trägt damit eine Veränderung innerhalb einer sehr kleinen Gruppe, der eigene Gruppenvergleich der Studie fand jedoch keinen Unterschied zu Placebo, deshalb steht die Stufe auf Nicht bestätigt. Parcell und Kollegen berichten diesen Endpunkt nicht, ein Vergleich zwischen den beiden Arbeiten ist an dieser Stelle deshalb nicht möglich [3].
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04
Ventilatorische Schwelle unter Cs-4, in einer Pilotstudie gegenüber dem eigenen Ausgangswert erhöht, in einer zweiten Studie ohne Unterschied zu Placebo
Nicht bestätigtEinordnung und Einschränkungen
Auch hier ein Vorher-Nachher-Wert in einer sehr kleinen Gruppe, im Test der Autoren ohne Unterschied zu Placebo. Eine zweite Studie an Radsportlern fand ebenfalls keinen.
Ausführlicher Nachweis
In derselben Pilotstudie stieg die ventilatorische Schwelle unter Cs-4 um 8,5 Prozent von 1,25 plus minus 0,11 auf 1,36 plus minus 0,15 Liter pro Minute [2]. Das Abstract nennt dafür keinen p-Wert, die Ergebnistabelle des Volltexts nennt p gleich 0,031, ebenfalls ausdrücklich als Vergleich mit dem eigenen Ausgangswert [2]. In der Placebogruppe fiel der Wert im selben Zeitraum von 1,62 auf 1,10 Liter pro Minute, ein ungewöhnlich großer Abfall, den die Arbeit nicht erklärt und der den Abstand zwischen den Gruppen wesentlich mitverursacht. Auch für diesen Endpunkt gilt der gruppenübergreifende Test der Autoren, der nach Korrektur für Mehrfachvergleiche zu keinem Zeitpunkt einen Unterschied zwischen den Gruppen fand [2]. Parcell und Kollegen fanden bei ausdauertrainierten Radsportlern ebenfalls keinen Unterschied der ventilatorischen Schwelle zwischen Verum und Placebo, ohne Zahlen oder Signifikanzwerte im Abstract [3]. Damit steht auf beiden Seiten ein fehlender Gruppenunterschied, geprüft und nicht gefunden, deshalb steht die Stufe auf Nicht bestätigt. Die beiden Arbeiten unterscheiden sich zudem in Population (untrainierte ältere Menschen gegenüber ausdauertrainierten jungen Radsportlern), Dauer (12 gegenüber 5 Wochen), bei ähnlicher Tagesdosis von rund 3 g, sie beantworten also ohnehin verschiedene Fragen.
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05
Rekrutierung von Stammzell-Markern im Skelettmuskel (CD34-positive und Pax7-positive Zellen) nach akuter hochintensiver Belastung, akute Einzeldosis bei jungen Erwachsenen
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Nach einmalig 1 g stiegen bei 14 jungen Erwachsenen die Zellmarker im Muskel früher an als unter Placebo. Gemessen wurden Gewebeproben, weder Kraft noch Erholung.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Cross-over-Studie erhielten 14 junge Erwachsene (24 plus minus 0,8 Jahre) vor einer hochintensiven Intervallbelastung auf dem Fahrradergometer eine akute Einzeldosis von 1 g reinem Cordyceps-sinensis-Extrakt oder 1 g Placebo (Maisstärke), mit Muskelbiopsien vor und nach der Belastung. Die Zahl CD34-positiver Zellen im Muskelgewebe war unter Cordyceps bereits 3 Stunden nach der Belastung um 51 Prozent höher als unter Placebo (p gleich 0,002), ein Anstieg, der unter Placebo erst nach 24 Stunden auftrat, begleitet von einer vierfach höheren Zahl doppelt CD34- und Pax7-positiver Zellen (p gleich 0,01). Eine andernorts nach Belastung beobachtete deutliche Zunahme geschädigter, nekrotischer Zellen im Muskelgewebe war unter Cordyceps abgeschwächt, Dewi und Kollegen 2024 [4]. Es handelt sich um eine einzelne kleine Studie mit einer akuten Einmalgabe von 1 g, gemessen wurden Zellmarker in Muskelbiopsien, kein funktioneller Leistungs- oder Erholungsendpunkt wie Kraft oder Muskelkater.
Quellen: 4
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06
Lungenfunktion (Sekundenkapazität FEV1, FEV1/FVC-Verhältnis) und Belastungsstrecke im 6-Minuten-Gehtest bei Erwachsenen mit dauerhaft eingeschränkter Atemfunktion, unter einem fermentierten Cordyceps-sinensis-Myzelpräparat als Zusatz zur Standardtherapie
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
27 chinesische Studien mit einem fermentierten Myzelpräparat zeigen bessere Atemwerte und eine längere Gehstrecke. Keine davon war verblindet, und die Einzelergebnisse gehen weit auseinander.
Ausführlicher Nachweis
Eine 2024 veröffentlichte Meta-Analyse prüfte die Bailing-Kapsel, ein aus fermentiertem Cordyceps-sinensis-Myzel hergestelltes, in China vermarktetes Präparat, als Zusatz zur Standardtherapie bei Erwachsenen mit dauerhaft eingeschränkter Atemfunktion. Eingeschlossen sind 27 randomisierte Studien mit zusammen 2622 Teilnehmenden, alle in China durchgeführt, mit Behandlungsdauern von 15 Tagen bis zu einem Jahr [5]. Die Effektmaße stehen im freien Volltext, nicht im Abstract. Gegenüber alleiniger Standardtherapie oder anderen traditionellen chinesischen Arzneimitteln war die Sekundenkapazität FEV1 höher (19 Studien, 1873 Teilnehmende, mittlere Differenz 0,32 Liter, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,22 bis 0,41), ebenso das FEV1/FVC-Verhältnis (21 Studien, 1910 Teilnehmende, mittlere Differenz 6,9 Prozentpunkte, 95-Prozent-Konfidenzintervall 5,47 bis 8,34) und die Strecke im 6-Minuten-Gehtest (273 Teilnehmende, mittlere Differenz 39,6 Meter, 95-Prozent-Konfidenzintervall 27,55 bis 51,65) [5]. Die Zahl akuter Verschlechterungsepisoden innerhalb eines Jahres war niedriger (345 Teilnehmende, mittlere Differenz minus 1,96, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 2,94 bis minus 0,98), die Lebensqualität im St. Georges Respiratory Questionnaire besser (7 Studien, 658 Teilnehmende, mittlere Differenz minus 13,44 Punkte, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 19,25 bis minus 7,62) [5]. Diese Zahlen sind mit erheblichen Vorbehalten zu lesen. Die Heterogenität zwischen den Studien ist bei drei der fünf Endpunkte extrem hoch (I-Quadrat 92 Prozent bei FEV1, 94 Prozent bei den Verschlechterungsepisoden, 97 Prozent bei der Lebensqualität), das heißt die Einzelergebnisse gehen weit auseinander. Keine der 27 Studien war verblindet, keine beschreibt eine verdeckte Zuteilung, und bei allen 27 ist das Risiko einer selektiven Ergebnisberichterstattung als unklar eingestuft [5]. Die Autoren berichten außerdem, der Trichterdiagramm-Test lasse eine erhebliche Verzerrung durch selektive Veröffentlichung möglich erscheinen [5]. Die Arbeit selbst nennt die Zahl der Studien zum 6-Minuten-Gehtest an zwei Stellen unterschiedlich, einmal drei und einmal vier, mit zwei verschiedenen Studienlisten. Die Bailing-Kapsel ist ein spezifisches fermentiertes Myzelpräparat, nicht identisch mit einem unspezifizierten Cordyceps-Extrakt, ein direkter Übertrag ist deshalb nicht möglich, und die Studienpopulation mit dauerhaft eingeschränkter Atemfunktion entspricht nicht gesunden Menschen. Die Autoren selbst fordern große, multizentrische Studien zur Bestätigung.
Quellen: 5
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07
Immunfunktion (Zellzahlen, Antikörper) bei gesunden Menschen
Keine Studien gefundenEinordnung und Einschränkungen
Wir haben gesucht und keine Studie an gesunden Menschen gefunden, nur eine an Menschen unter einer die Abwehr belastenden Therapie.
Ausführlicher Nachweis
Eine gezielte Suche zu Cordyceps sinensis und Immunfunktion beziehungsweise natürlichen Killerzellen, jeweils mit und ohne Beschränkung auf randomisierte Studien und Übersichtsarbeiten (unter anderem die Suchbegriffe immune function, natural killer cell activity, healthy volunteers), ergab bei gesunden Menschen keine einzige eigene Interventionsstudie. Gefunden wurde ausschließlich eine Meta-Analyse aus 12 randomisierten Studien mit 928 Teilnehmenden unter einer die Immunabwehr belastenden Chemo- oder Strahlentherapie des Brustkorbs, mit zusätzlicher Cordyceps-Gabe gegenüber alleiniger Standardbehandlung höheren Werten bei mehreren Immunzell- und Antikörper-Parametern (CD4, CD8, natürliche Killerzellen, Immunglobulin A, G und M) sowie weniger Nebenwirkungen der Standardbehandlung, Wang und Kollegen 2024 [11]. Diese Population lässt sich wegen der begleitenden belastenden Behandlung nicht auf gesunde Menschen übertragen. Anders als bei Cordyceps militaris, wo zwei kleine Studien Immun-Surrogatmarker direkt bei gesunden Erwachsenen prüften, liegt für Cordyceps sinensis keine vergleichbare Studie an gesunden Menschen vor, dieser Unterschied zwischen den beiden Arten ist hier ausdrücklich festgehalten und nicht aus dem Nachbareintrag übernommen.
Quellen: 11
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08
Blutfette (Cholesterin) und weitere Herz-Kreislauf-Risikofaktoren bei gesunden Menschen
Keine Studien gefundenEinordnung und Einschränkungen
Wir haben gesucht und keine Studie mit reinem Extrakt an gesunden Menschen gefunden, nur eine Kombination mit einem zweiten Pilz ohne Unterschied zu Placebo.
Ausführlicher Nachweis
Eine gezielte Suche zu Cordyceps sinensis und Cholesterin beziehungsweise Blutfettprofil ergab keine Interventionsstudie mit reinem Cordyceps-sinensis-Extrakt an gesunden Menschen. Eine gefundene randomisierte Studie prüfte ausschließlich Ganoderma lucidum (rund 3 g pro Tag) mit oder ohne zusätzliches Cordyceps sinensis (1 g pro Tag) bei 84 Erwachsenen mit für einen Typ-2-Diabetes typisch erhöhtem Blutzucker und weiteren Stoffwechselrisikofaktoren und fand für die zusammengefasste Wirkstoffgruppe gegenüber Placebo nach 16 Wochen keinen Unterschied beim glykierten Hämoglobin (Unterschied der Mittelwerte 0,13 Prozentpunkte, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,35 bis 0,60) oder beim Nüchternblutzucker; der Cordyceps-Anteil lässt sich aus dieser kombinierten Auswertung nicht gesondert herausrechnen, Klupp und Kollegen 2016 [12]. In der oben zitierten Übersicht bei Menschen unter Hämodialyse zeigte sich unter zusätzlicher Cordyceps-Gabe ebenfalls keine signifikante Verbesserung beim LDL-Cholesterin [6]. Zur häufig beworbenen blutdruck- und cholesterinsenkenden Wirkung von Cordyceps sinensis bei gesunden Menschen liegt uns damit weder eine eigenständige Human- noch eine belastbare Tierstudie am Gesamtorganismus vor.
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09
Sexuelle Funktion, Libido und Testosteronspiegel
Nur Labor und TierEinordnung und Einschränkungen
Nur Ratten- und Mäusestudien. Am Menschen nicht untersucht.
Ausführlicher Nachweis
In kastrierten männlichen Ratten verkürzte ein Cordyceps-sinensis-Extrakt die Latenzzeit bis zur Peniserektion und die Latenzzeit bis zum Aufreiten gegenüber unbehandelten Kontrolltieren, Ji und Kollegen 2009 [8]. In unreifen und geschlechtsreifen männlichen Mäusen erhöhte gefüttertes Cordyceps-sinensis-Myzel sowie daraus gewonnene Fraktionen (0,02 und 0,2 mg pro Gramm Körpergewicht, 1 bis 7 Tage) den Plasma-Testosteronspiegel gegenüber unbehandelten Tieren, ohne das Gewicht der Fortpflanzungsorgane deutlich zu verändern, Huang und Kollegen 2004 [9]. Beide Untersuchungen fanden ausschließlich an Nagetieren statt, keine an Menschen. Eine gezielte Suche nach Humanstudien zu Cordyceps sinensis und Libido, sexueller Funktion, erektiler Funktion oder Testosteron (auch im Tier- und Labor-Modus für den Humanfilter kontrolliert sowie ohne Beschränkung auf randomisierte Studien und Übersichtsarbeiten) ergab keinen einzigen Treffer am Menschen.
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10
Herzfunktion und Herzmuskel-Fibrosemarker im Tiermodell einer durch künstliche Hauptschlagader-Verengung ausgelösten Herzschwäche
Nur Labor und TierEinordnung und Einschränkungen
Nur ein Mausmodell, und geprüft wurde ein eigens gezüchteter Kulturpilz, nicht der übliche Extrakt.
Ausführlicher Nachweis
In Mäusen mit einer durch chirurgische Verengung der Hauptschlagader ausgelösten Herzschwäche besserte ein Pulver aus Hirsutella sinensis, dem in Kultur gezüchteten Nebenfruchtform-Pilz von Cordyceps sinensis, die Herzmuskelverdickung, die Kollagenfaser-Vermehrung im Herzgewebe und die Herzfunktion gegenüber unbehandelten Kontrolltieren. Auf molekularer Ebene senkte die Behandlung die Konzentration des fibrosefördernden Proteins TGF-beta 1 sowie von Kollagen Typ I und III im Herzgewebe, Fang und Kollegen 2021 [10]. Die Untersuchung fand ausschließlich an Mäusen statt, keine am Menschen, und nutzte einen eigens gezüchteten Nebenfruchtform-Pilz, nicht den in Nahrungsergänzungsmitteln sonst üblichen Cordyceps-Extrakt.
Quellen: 10
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Kognitive Leistung (Lern- und Gedächtnistests) und antioxidative Enzymaktivität im Gehirn bei beschleunigt gealterten Mäusen, in der bislang einzigen gefundenen Humanstudie mit einem Kombinationspräparat kein Unterschied zu Placebo
Nur Labor und TierEinordnung und Einschränkungen
Bessere Lern- und Gedächtnistests nur bei gealterten Mäusen. Die einzige Studie am Menschen prüfte ein Kombinationspräparat und fand keinen Unterschied zu Placebo.
Ausführlicher Nachweis
In Mäusen mit durch D-Galactose ausgelöster beschleunigter Zellalterung verkürzte ein Cordyceps-sinensis-Extrakt die Fluchtlatenz in einem Wasserlabyrinth-Test, verlängerte die Latenzzeit in einem Vermeidungstest und verringerte die Fehlerzahl gegenüber unbehandelten Kontrolltieren, als Maß für Lern- und Gedächtnisleistung. Gleichzeitig erhöhte der Extrakt die Aktivität der antioxidativ wirkenden Superoxid-Dismutase, Glutathion-Peroxidase und Katalase im Gehirn und senkte die Lipidperoxidation sowie die Aktivität der Monoaminoxidase, Ji und Kollegen 2009 [8]. Die Untersuchung fand ausschließlich an Mäusen statt, keine am Menschen. Eine gezielte Suche nach Humanstudien zu Cordyceps sinensis und Kognition ergab eine randomisierte, plazebokontrollierte Studie an 96 gesunden jungen Menschen (26,3 plus minus 3,21 Jahre) mit einem kommerziellen Kombinationspräparat aus Ophiocordyceps sinensis und Ganoderma lucidum über 30 Tage in zwei Dosierungen. In keiner der geprüften kognitiven Domänen (unter anderem Gedächtnis, Exekutivfunktion, Aufmerksamkeit, Verarbeitungsgeschwindigkeit) zeigte sich ein Unterschied zu Placebo, Tsuk und Kollegen 2017 [13]. Da es sich um ein Kombinationspräparat mit Ganoderma lucidum handelt, lässt sich der Cordyceps-Anteil daraus nicht gesondert beurteilen, weshalb hier weiterhin Nur Labor und Tier vergeben wird und nicht Nicht Bestätigt; die Studie wird aber als Kontext genannt, weil sie zeigt, dass auch für die Kombination keine Verbesserung nachweisbar war.
Studien im Detail
Nierenfunktion bei Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion
Zhang und Kollegen werteten 2014 in einem Cochrane-Review 22 randomisierte Studien mit 1746 Teilnehmenden aus, die Cordyceps als Zusatz zur konventionellen Therapie bei nicht dialysepflichtiger, eingeschränkter Nierenfunktion prüften. Serumkreatinin, Kreatinin-Clearance und 24-Stunden-Proteinurie verbesserten sich gegenüber alleiniger Standardtherapie, das Bias-Risiko war jedoch in vier Studien hoch und in achtzehn unklar, die Autoren sprechen ausdrücklich von fehlender Möglichkeit für definitive Schlussfolgerungen.
Bee Yean und Zoriah fanden 2019 in einer Meta-Analyse aus 12 randomisierten Studien mit 655 Teilnehmenden unter Hämodialyse unter zusätzlicher Cordyceps-Gabe niedrigeres C-reaktives Protein, höheres Serumalbumin und Hämoglobin sowie niedrigeres Malondialdehyd, jedoch keine signifikante Verbesserung bei Serumkreatinin oder LDL-Cholesterin. Die Evidenz wurde nach GRADE als niedrig bis moderat eingestuft.
Hong und Kollegen werteten 2015 in einem weiteren Cochrane-Review 5 randomisierte Studien mit 447 Teilnehmenden nach Nierentransplantation unter Immunsuppression aus. Cordyceps als Zusatz zeigte keinen Unterschied bei Transplantat- oder Patientenüberleben, aber Hinweise auf verbesserte Transplantatfunktion, weniger akute Abstoßungsepisoden und bessere Leberwerte, bei durchgehend unklarem Bias-Risiko.
Einordnung: Alle drei Übersichten betreffen Menschen mit bereits eingeschränkter Nierenfunktion in unterschiedlichen klinischen Situationen, nicht gesunde Menschen, und keine legt eine einheitliche Zubereitung fest.
Ausdauerleistung unter Cs-4
Chen und Kollegen randomisierten 2010 zwanzig gesunde ältere Erwachsene (50 bis 75 Jahre) auf rund 3 g Cs-4 täglich oder Placebo über 12 Wochen. Fünf Personen brachen ab, ausgewertet wurden 15, acht unter Cs-4 und sieben unter Placebo. Gegenüber dem jeweils eigenen Ausgangswert stieg unter Cs-4 die metabolische Schwelle um 10,5 Prozent (p gleich 0,022) und die ventilatorische Schwelle um 8,5 Prozent (p gleich 0,031). Die maximale Sauerstoffaufnahme veränderte sich in keiner der beiden Gruppen.
Die entscheidende Einzelheit dieser Arbeit steht nicht im Abstract, sondern im Volltext, und sie wird regelmäßig übersehen. Beide p-Werte beziehen sich laut Fußnote der Ergebnistabelle ausdrücklich auf den Vergleich mit dem eigenen Ausgangswert. Weil mehrere physiologische Größen gemessen wurden, führten die Autoren zusätzlich eine multivariate Varianzanalyse mit Hotelling-Lawley-Test zur Korrektur für Mehrfachvergleiche durch. Mit dieser Methode fanden sie zwischen den beiden Gruppen weder zu Beginn noch nach 12 Wochen einen Unterschied. Hinzu kommt ein deutliches Ungleichgewicht der Ausgangswerte und ein unerklärter, großer Abfall der ventilatorischen Schwelle in der Placebogruppe von 1,62 auf 1,10 Liter pro Minute.
Parcell und Kollegen fanden 2004 an 22 männlichen, ausdauertrainierten Radsportlern unter 3 g CordyMax Cs-4 täglich über 5 Wochen keinen Unterschied zu Placebo bei VO2peak, ventilatorischer Schwelle oder Zeitfahrleistung.
Einordnung: Beide Studien prüften denselben Cs-4-Extrakt, unterscheiden sich aber in Population und Dauer, bei ähnlicher Tagesdosis. Ein Gegensatz zwischen ihnen besteht nicht. An jedem Endpunkt, den beide berichten, steht auf beiden Seiten ein fehlender Gruppenunterschied. Was die Pilotstudie zeigt, ist eine Veränderung innerhalb einer Gruppe von acht Personen, nicht ein Unterschied zwischen den Gruppen.
Muskelregeneration nach akuter Belastung
Dewi und Kollegen zeigten 2024 in einer Cross-over-Studie an 14 jungen Erwachsenen, dass eine akute Einzeldosis von 1 g Cordyceps-sinensis-Extrakt vor hochintensiver Belastung die Rekrutierung von CD34- und Pax7-positiven Zellen im Skelettmuskel beschleunigte und die belastungsbedingte Zellschädigung im Muskelgewebe abschwächte. Gemessen wurden Zellmarker in Biopsien, kein Kraft- oder Erholungsendpunkt.
Lungenfunktion unter der Bailing-Kapsel
Ma und Jin werteten 2024 in einer Meta-Analyse 27 randomisierte Studien mit zusammen 2622 Teilnehmenden aus, alle in China durchgeführt. Geprüft wurde die Bailing-Kapsel, ein fermentiertes Cordyceps-sinensis-Myzelpräparat, als Zusatz zur Standardtherapie bei Erwachsenen mit dauerhaft eingeschränkter Atemfunktion. Die Sekundenkapazität FEV1 lag um 0,32 Liter höher (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,22 bis 0,41), das FEV1/FVC-Verhältnis um 6,9 Prozentpunkte (5,47 bis 8,34), die Strecke im 6-Minuten-Gehtest um 39,6 Meter (27,55 bis 51,65). Akute Verschlechterungsepisoden nahmen ab, die Lebensqualität verbesserte sich.
Diese Zahlen stehen im freien Volltext und nicht im Abstract, und sie sind mit erheblichen Vorbehalten zu lesen. Die Heterogenität zwischen den Studien ist bei drei der fünf Endpunkte extrem hoch, mit einem I-Quadrat von 92, 94 und 97 Prozent. Keine der 27 Studien war verblindet, keine beschreibt eine verdeckte Zuteilung, und bei allen 27 stufen die Autoren das Risiko einer selektiven Ergebnisberichterstattung als unklar ein. Sie berichten außerdem selbst, das Trichterdiagramm lasse eine erhebliche Verzerrung durch selektive Veröffentlichung möglich erscheinen. Die Arbeit nennt die Zahl der Studien zum 6-Minuten-Gehtest an zwei Stellen unterschiedlich, mit zwei verschiedenen Studienlisten. Die Autoren fordern selbst größere, multizentrische Studien.
Tier- und Laborstudien
Zur sexuellen Funktion, Libido und zum Testosteronspiegel liegen ausschließlich Tierdaten vor. Ji und Kollegen zeigten 2009, dass ein Cordyceps-sinensis-Extrakt in kastrierten Ratten die Latenzzeit bis zur Peniserektion verkürzte. Huang und Kollegen zeigten 2004, dass gefüttertes Cordyceps-sinensis-Myzel und daraus gewonnene Fraktionen den Plasma-Testosteronspiegel in männlichen Mäusen erhöhten.
Zur Herzfunktion liegt eine Tierstudie vor: Fang und Kollegen zeigten 2021, dass ein Pulver aus Hirsutella sinensis, dem Kulturpilz von Cordyceps sinensis, in einem chirurgischen Mäusemodell der Herzschwäche Herzmuskelverdickung und Fibrose reduzierte und die Herzfunktion besserte.
Zur kognitiven Leistung und antioxidativen Enzymaktivität zeigten Ji und Kollegen 2009 an beschleunigt gealterten Mäusen verbesserte Lern- und Gedächtnisleistungen sowie höhere Aktivität von Superoxid-Dismutase, Glutathion-Peroxidase und Katalase im Gehirn unter einem Cordyceps-sinensis-Extrakt. Beim Menschen prüfte einzig eine Studie an 96 gesunden jungen Erwachsenen ein Kombinationspräparat aus Ophiocordyceps sinensis und Ganoderma lucidum über 30 Tage und fand in keiner kognitiven Domäne einen Unterschied zu Placebo, Tsuk und Kollegen 2017. Der Cordyceps-Anteil lässt sich aus dieser Kombination nicht gesondert beurteilen.
Diese Tier- und Laborbefunde begründen keine Wirkungsaussage für Menschen.
Abgrenzung, Cordyceps sinensis gegenüber Cordyceps militaris
Cordyceps sinensis (botanisch Ophiocordyceps sinensis, oft als Kulturstamm Cs-4 verwendet) und Cordyceps militaris sind zwei verschiedene Pilzarten mit eigener, nicht austauschbarer Studienlage. Cordyceps sinensis ist der traditionell in Tibet und China wildgesammelte Pilz, dessen Humanstudien vor allem Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion sowie, in kleinen Pilotstudien, Ausdauerleistung und Muskelregeneration betreffen. Cordyceps militaris ist leichter kultivierbar und hat eine eigene, vor allem auf Immunfunktion und, in jüngeren Arbeiten, ebenfalls auf Ausdauerleistung ausgerichtete Humanstudienlage, siehe der eigene Kompendium-Eintrag dazu.
Ein weiterer Unterschied liegt in der Zubereitungsform: Ein großer Teil der hier zitierten Cordyceps-sinensis-Studien nutzt keinen wilden Fruchtkörper, sondern fermentiertes Myzel, teils unter dem patentierten Stamm Cs-4, teils als kommerzielle Bailing-Kapsel, teils ohne nähere Angabe im Abstract. Cs-4, die Bailing-Kapsel und ein unspezifiziertes Cordyceps-Präparat sind damit drei verschiedene Zubereitungen mit jeweils eigener, nicht ohne Weiteres austauschbarer Studienlage.
Sicherheit und Wechselwirkungen
In den vorliegenden kleinen Humanstudien war die orale Einnahme von Cordyceps sinensis als Kapsel-Extrakt gut verträglich. In den Übersichtsarbeiten zu Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion wurden Nebenwirkungen nicht in allen eingeschlossenen Studien systematisch erfasst.
Cordyceps sinensis gilt als immunmodulierend, in mehreren der oben zitierten Studien wurde es Menschen unter Immunsuppression nach Nierentransplantation zusätzlich zur bestehenden Medikation gegeben, mit dem Ziel, die Dosis der Immunsuppressiva zu senken, ohne die Abstoßungsrate zu erhöhen. Bei einer bestehenden Einnahme von das Immunsystem unterdrückenden oder das Immunsystem stimulierenden Medikamenten ist deshalb ärztliche Rücksprache sinnvoll.
Zu Schwangerschaft und Stillzeit liegt uns keine eigene geprüfte Quelle vor, eine ärztliche Rücksprache vor der Einnahme ist in diesem Fall grundsätzlich sinnvoll.
Quellen zum Nachlesen
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RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, n gleich 20, 50 bis 75 Jahre, Cs-4 rund 3 g pro Tag, 12 Wochen · 2010
Effect of Cs-4 (Cordyceps sinensis) on exercise performance in healthy older subjects. A double-blind, placebo-controlled trial.
Chen S, et al. J Altern Complement Med
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RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, n gleich 22, männliche Radsportler, CordyMax Cs-4 3 g pro Tag, 5 Wochen · 2004
Cordyceps Sinensis (CordyMax Cs-4) supplementation does not improve endurance exercise performance.
Parcell AC, et al. Int J Sport Nutr Exerc Metab
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Meta-Analyse aus 12 RCTs, n gleich 928, Zusatz zu Chemo- oder Strahlentherapie des Brustkorbs · 2024
Adjuvant treatment with Cordyceps sinensis for lung cancer. A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials.
Wang C, Wang J, Qi Y. J Ethnopharmacol
Zur Zuschreibung: 07
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RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, n gleich 84, Ganoderma lucidum mit/ohne Cordyceps sinensis, 16 Wochen · 2016
A double-blind, randomised, placebo-controlled trial of Ganoderma lucidum for the treatment of cardiovascular risk factors of metabolic syndrome.
Klupp NL, et al. Sci Rep
Zur Zuschreibung: 08
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RCT, plazebokontrolliert, n gleich 96, Kombinationspräparat mit Ganoderma lucidum, 30 Tage · 2017
Clinical Effects of a Commercial Supplement of Ophiocordyceps sinensis and Ganoderma lucidum on Cognitive Function of Healthy Young Volunteers.
Tsuk S, et al. Int J Med Mushrooms
Zur Zuschreibung: 11
Bei H.P.N
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