D-Ribose
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Weitere Stoffe
Ribose
Auf einen Blick
- Was es ist
- Ein natürlich vorkommender Einfachzucker mit fünf Kohlenstoffatomen, der als Baustein von ATP, RNA, NADH und weiteren energietragenden Molekülen dient. Als Nahrungsergänzung wird sie als freies, kristallines Pulver eingenommen, getrennt von der Ribose, die der Körper selbst laufend aus Glukose bildet
- Herkunft
- Der Körper stellt D-Ribose selbst über den Pentosephosphatweg aus Glukose her. Als Handelsware wird sie überwiegend durch mikrobielle Fermentation aus pflanzlicher Stärke gewonnen und als weißes, süß schmeckendes Pulver verkauft
- Wirkform in Studien
- Uneinheitlich. Die meisten Humanstudien prüfen eine orale Einnahme als Pulver, teils als alleiniger Stoff, teils in einer festen Kombination mit Kreatin und B-Vitaminen, mit Coenzym Q10 in Form von Ubichinol oder mit Nicotinamid. Eine kleinere Zahl älterer Arbeiten prüft eine mehrstündige intravenöse Infusion
- Übliche Studiendosis
- 2 bis 15 g täglich über wenige Tage bis 12 Wochen in den meisten oralen Humanstudien, in einer älteren Arbeit zu einem seltenen angeborenen Muskelenzym-Mangel einmalig bis zu 60 g täglich über eine Woche. Bei intravenöser Gabe 180 mg pro Kilogramm Körpergewicht und Stunde als mehrstündige Infusion
- Bekannt geworden durch
- Die Rolle der Ribose als Baustein der zellulären Energiewährung ATP, vermarktet vor allem für Sportler zur schnelleren Wiederauffüllung erschöpfter Energiespeicher und bei Menschen mit Herzbeschwerden zur Unterstützung der Energieversorgung des Herzmuskels
- Verträglichkeit
- In den meisten vorliegenden Studien mit Tagesmengen bis 15 g gut vertragen. Bei einer sehr hohen Tagesmenge von 60 g berichtete eine kleine Studiengruppe Durchfall und Beschwerden, die auf einen niedrigen Blutzucker hindeuten, siehe Sicherheit
Was diesem Stoff zugesprochen wird
Was die Studien hergeben.
Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.
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01
Patientenberichtete Symptombelastung im Fragebogen (KCCQ) und Auswurffraktion des Herzens per Echokardiographie, bei Menschen ab 50 Jahren mit einer Auswurffraktion von mindestens 50 Prozent und bestehenden Beschwerden
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
In einer unabhängig finanzierten Studie an randomisierten Teilnehmenden besserten sich Fragebogen-Score und Auswurffraktion gegenüber Placebo deutlich. Es ist die bisher einzige Studie, die D-Ribose allein und getrennt von einem weiteren Zusatzstoff auf diese Weise prüft.
Ausführlicher Nachweis
In einer vom National Institute on Aging der US-amerikanischen National Institutes of Health finanzierten randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Studie im 2x2-Design erhielten Erwachsene ab 50 Jahren mit einer Auswurffraktion von mindestens 50 Prozent und bestehenden Beschwerden über 12 Wochen täglich entweder 15 g D-Ribose-Pulver, 600 mg Ubichinol, beides oder Placebo [1]. Wegen einer durch die Covid-19-Pandemie bedingten Unterbrechung wurden von geplant 276 nur 153 Personen randomisiert, davon 37 in die alleinige D-Ribose-Gruppe (33 vervollständigt) und 39 in die Placebogruppe (38 vervollständigt) [1]. Im direkten Vergleich D-Ribose allein gegenüber Placebo stieg der klinische Summenwert des Kansas City Cardiomyopathy Questionnaire um 25,82 Punkte stärker, bonferroni-korrigiertes 95-Prozent-Intervall 11,64 bis 40,00, korrigiertes p kleiner 0,0001 [1]. Die Auswurffraktion stieg um 8,03 Prozentpunkte stärker, Intervall 3,69 bis 12,37, korrigiertes p kleiner 0,0001 [1]. Die Tatkraft-Unterskala (Vigor) stieg um 7,84 Punkte stärker, Intervall 3,49 bis 12,19, korrigiertes p kleiner 0,0001 [1]. Alle Autoren erklären keinen Interessenkonflikt [1]. Eine Randbeobachtung, die gegen ein einfaches Aufaddieren spricht, ist eine statistisch belegte gegenläufige Wechselwirkung zwischen Ubichinol und D-Ribose bei mehreren dieser Endpunkte, die Kombination beider Stoffe schnitt in der Studie schlechter ab als D-Ribose allein.
Quellen: 1
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02
Stoffwechselmarker im Blut (ATP-Gehalt, Laktat, natriuretisches Peptid BNP), in derselben Studie
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Der ATP-Gehalt stieg und der Marker für Herzbelastung BNP sank gegenüber Placebo. Beim Laktat widerspricht der Fließtext der Arbeit ihrer eigenen Ergebnistabelle. Es handelt sich um Laborwerte und nicht um eine unmittelbar erlebte Beschwerde.
Ausführlicher Nachweis
In derselben Studie [1] stieg der ATP-Gehalt in Blutzellen unter D-Ribose gegenüber Placebo um 1096,5 relative Lichteinheiten stärker, Intervall 533,8 bis 1659,2, korrigiertes p kleiner 0,0001. Das Laktat-zu-ATP-Verhältnis sank stärker, um 4,32 mal 10 hoch minus 4, einseitig getestet, korrigiertes p kleiner 0,0001. Der Laktatwert sank laut Tabelle 5 des Volltextes in der Spalte D-Ribose gegen Placebo um 0,68 mmol pro Liter stärker, Intervall minus 1,32 bis minus 0,04, korrigiertes p gleich 0,0330. Genau hier widerspricht der Fließtext derselben Arbeit seiner eigenen Tabelle. Er schreibt die Senkung um 0,68 der Ubichinol-Gruppe zu und nennt zusätzlich die Kombination als bedeutsam, obwohl deren korrigierter p-Wert in der Tabelle bei 0,1675 liegt. Übernommen ist hier die Tabelle, weil die Abschnitte zu ATP und zu BNP genau der Spaltenreihenfolge der Tabelle folgen, der Laktatabschnitt als einziger nicht. Von den vier hier genannten Laborwerten ist das der einzige, bei dem die Arbeit sich selbst widerspricht. Das natriuretische Peptid BNP, ein Marker für die Belastung des Herzens, sank um 58,64 pg pro Milliliter stärker, Intervall minus 100,4 bis minus 16,91, korrigiertes p gleich 0,0024. Alle vier Werte sind Laborwerte aus derselben, wenn auch unabhängig finanzierten Studie an kleiner Teilnehmerzahl wie in der Zeile oben.
Quellen: 1
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03
Diastolische Füllungsfunktion (Septal-E/e'-Verhältnis) und Gehstrecke im 6-Minuten-Gehtest, in derselben Studie ohne Unterschied zu Placebo
Nicht bestätigtEinordnung und Einschränkungen
Trotz Besserung bei Fragebogen und Auswurffraktion veränderten sich der Füllungsdruck des Herzens und die im Gehtest zurückgelegte Strecke gegenüber Placebo nicht.
Ausführlicher Nachweis
In derselben Studie [1] unterschied sich die Veränderung des Septal-E/e'-Verhältnisses, eines echokardiografischen Masses für den Füllungsdruck des Herzens, zwischen D-Ribose und Placebo nicht, minus 2,04, Intervall minus 7,11 bis 3,04, korrigiertes p gleich 0,9999. Die im 6-Minuten-Gehtest zurückgelegte Strecke unterschied sich ebenfalls nicht, plus 9,80 Meter, Intervall minus 31,72 bis 51,32, korrigiertes p gleich 0,9999. Beide Werte stammen aus derselben randomisierten, unabhängig finanzierten Studie wie oben, mit denselben Fallzahlen je Gruppe.
Quellen: 1
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04
Regionale Wandbewegung des Herzens unter Dobutamin-Belastungstest nach intravenöser Infusion, bei Menschen mit einer Auswurffraktion unter 50 Prozent und einer angiografisch nachgewiesenen Verengung der Herzkranzgefäße
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Nach intravenöser Infusion besserten sich mehr Herzwandabschnitte als unter Placebo, die Häufigkeit einer belastungsausgelösten Durchblutungsstörung insgesamt unterschied sich jedoch nicht.
Ausführlicher Nachweis
In einer von Bioenergy, Inc. und MGI Pharma, Inc. finanzierten randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Cross-over-Studie erhielten 28 eingeschlossene, 26 auswertbare Menschen mit einer mittleren Auswurffraktion von 30 plus/minus 8 Prozent (Spanne 16 bis 49 Prozent) und einer angiografisch oder durch Belastungstest nachgewiesenen Verengung der Herzkranzgefäße an zwei getrennten Tagen über 4,5 Stunden entweder eine 10-prozentige D-Ribose-Lösung mit 180 mg pro Kilogramm Körpergewicht und Stunde oder Placebo, jeweils gefolgt von einer Dobutamin-Stress-Echokardiografie [2]. Unter niedrig dosiertem Dobutamin war die Wandbewegungsantwort in 77 Prozent der Segmente unter D-Ribose und Placebo gleich, unter den übrigen, uneinheitlich reagierenden Segmenten besserten sich mehr unter D-Ribose als unter Placebo, 41 gegenüber 19 Segmenten, p gleich 0,006 [2]. Unter hoch dosiertem Dobutamin war die Wandbewegungsantwort in 83 Prozent der Segmente gleich, unter den restlichen zeigten mehr Segmente eine Durchblutungsstörung unter Placebo als unter D-Ribose, 36 gegenüber 26, p gleich 0,253, kein statistisch belegter Unterschied [2]. Insgesamt entwickelten 19 Personen unter Placebo und 13 unter D-Ribose eine belastungsausgelöste Durchblutungsstörung, ebenfalls ohne belegten Unterschied, p gleich 0,109 [2]. Die Autoren fassen selbst zusammen, D-Ribose habe die Kontraktionsantwort in noch lebensfähigem, in Ruhe gestörtem Herzmuskelgewebe verbessert, jedoch keinen belegten Effekt auf die Häufigkeit belastungsausgelöster Durchblutungsstörungen gehabt [2]. Die Segmentanalyse zählt mehrere Herzwandabschnitte je Person und ist damit keine einfache Zählung unabhängiger Beobachtungen. Die Firmenbindung steht in allen drei getrennten Feldern des Volltextes und in keinem Feld bei PubMed. Die Danksagung nennt als Förderer MGI Pharma, Inc. und Bioenergy, Inc., einen Hersteller von D-Ribose-Rohstoff. Die Affiliation führt den Koautor John A. St Cyr bei der Forschungsabteilung von Bioenergy, Inc. Und die Interessenerklärung des Volltextes sagt ausdrücklich, dass derselbe Autor Berater von Bioenergy, Inc. ist und Optionsscheine sowie Aktienoptionen dieser Firma hält, während alle übrigen Autoren keinen Konflikt erklären [2]. Die geprüfte Form ist eine mehrstündige intravenöse Infusion und keine orale Einnahme, wie sie als Nahrungsergänzung angeboten wird.
Quellen: 2
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05
Diastolische Füllungsparameter und Lebensqualität, bei Menschen mit einer dokumentierten Verengung der Herzkranzgefäße und eingeschränkter Pumpfunktion
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
In einer sehr kleinen Studie besserten sich Füllungsparameter des Herzens und ein Lebensqualitäts-Fragebogen unter D-Ribose gegenüber dem eigenen Ausgangswert. Ein direkter statistischer Vergleich gegen die Placebophase ist im zugänglichen Abstract nicht ausgewiesen.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten, doppelblinden Cross-over-Studie mit zwei je dreiwöchigen Behandlungsphasen und einwöchiger Auswaschphase dazwischen erhielten 15 Menschen mit chronisch dokumentierter Verengung der Herzkranzgefäße und eingeschränkter Pumpfunktion oral D-Ribose oder Placebo [3]. Unter D-Ribose stieg der Anteil der Vorhofkontraktion an der linksventrikulären Füllung von 40 plus/minus 11 auf 45 plus/minus 9 Prozent (p gleich 0,02), die linksatriale Größe sank von 54 plus/minus 20 auf 47 plus/minus 18 Milliliter (p gleich 0,02), und die E-Wellen-Dezelerationszeit verkürzte sich von 235 plus/minus 64 auf 196 plus/minus 42 (p gleich 0,002), jeweils als Vorher-Nachher-Vergleich innerhalb der Ribosephase [3]. Der Fragebogen zur Lebensqualität (SF-36) besserte sich von 417 plus/minus 118 auf 467 plus/minus 128 (p kleiner/gleich 0,01) [3]. Unter Placebo blieben nach Angabe der Autoren weder die echokardiografischen Werte noch die Lebensqualität verändert, ein direkter statistischer Test, der die Veränderung unter D-Ribose gegen die Veränderung unter Placebo vergleicht, ist im zugänglichen Abstract nicht angegeben, ein freier Volltext war zu dieser 2003 erschienenen Arbeit nicht auffindbar [3]. Die genaue Tagesdosis von D-Ribose nennt das Abstract nicht. Zu Interessenkonflikt und Förderung macht das Abstract keine Angabe, ein Koautor dieser Arbeit ist auch Koautor der oben beschriebenen, von Bioenergy Inc. finanzierten Infusionsstudie [2][3].
Quellen: 3
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06
Herzfrequenz-Blutdruck-Produkt im Fahrradergometer-Stresstest unter einer Kombination mit Kreatin, bei Menschen nach akutem Herzinfarkt mit begleitendem Bewegungsprogramm, maximale Belastbarkeit selbst ohne Unterschied
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Unter einer Kombination mit Kreatin stieg ein Rechenwert aus Herzfrequenz und Blutdruck am Ende der Belastung stärker als unter Placebo. Die selbst erreichte Watt-Zahl unterschied sich zwischen den Gruppen jedoch nicht.
Ausführlicher Nachweis
In einer sechsmonatigen, randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Studie erhielten 42 randomisierte Menschen (21 je Gruppe, 20 gegenüber 19 nach sechs Monaten ausgewertet) mit einem akuten Herzinfarkt in der Vorgeschichte (24 mit ST-Hebung, 18 ohne) täglich zwei Beutel eines Pulvers mit je 1 g Kreatin, 2,5 g D-Ribose, 0,33 mg Vitamin B1 und 0,42 mg Vitamin B6, zusammen also 2 g Kreatin und 5 g D-Ribose täglich, oder Placebo, zusätzlich zu einem begleitenden Ausdauer-Bewegungsprogramm [4]. Nach sechs Monaten war das Herzfrequenz-Blutdruck-Produkt am Belastungshöhepunkt in der Wirkstoffgruppe höher als in der Placebogruppe, 23375 plus/minus 4171 gegenüber 20611 plus/minus 3997 (p gleich 0,04), ebenso der Anstieg dieses Produkts während der Belastung, 15,75 plus/minus 4,09 gegenüber 13,35 plus/minus 3,25 (p gleich 0,03), und der chronotrope Index, 0,74 plus/minus 0,12 gegenüber 0,64 plus/minus 0,18 (p gleich 0,046) [4]. Die maximal tolerierte Belastung in Watt, das unmittelbar anschaulichste Mass, unterschied sich zwischen den Gruppen nach sechs Monaten dagegen nicht, 126 plus/minus 37 gegenüber 128 plus/minus 23 Watt (p gleich 0,43), obwohl sie sich innerhalb der Wirkstoffgruppe gegenüber dem eigenen Ausgangswert deutlich erhöhte (98 auf 126 Watt, p gleich 0,02) und innerhalb der Placebogruppe nicht deutlich (115 auf 128 Watt, p gleich 0,08) [4]. Dieser Unterschied zwischen einem belegten Vorher-Nachher-Anstieg innerhalb einer Gruppe und einem fehlenden direkten Gruppenunterschied betrifft genau die Watt-Zahl und nicht das Herzfrequenz-Blutdruck-Produkt. Die Autoren weisen selbst ausdrücklich darauf hin, dass keine gesicherte Evidenz vorliegt, wonach das Herzfrequenz-Blutdruck-Produkt ein verlässlicher Ersatzwert für die Belastungstoleranz ist [4]. Prüfpräparat und Placebo wurden vom Hersteller Giellepi S.p.A. Health Science kostenlos zur Verfügung gestellt, die Autoren erklären dennoch keine relevante Verbindung zu einer Firma mit finanziellem Interesse am Gegenstand der Arbeit [4]. Geprüft wurde ausschließlich die Kombination mit Kreatin und zwei B-Vitaminen, kein Beleg für D-Ribose allein.
Quellen: 4
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07
Spitzensauerstoffaufnahme und Beinermüdung im Laufband-Belastungstest, bei Menschen mit laborchemisch bestätigtem Fehlen des Muskelenzyms Myophosphorylase, ohne Unterschied zu Placebo
Nicht bestätigtEinordnung und Einschränkungen
In der bisher einzigen placebokontrollierten Studie bei dieser sehr kleinen, durch einen angeborenen Enzymmangel gekennzeichneten Gruppe zeigte sich kein Unterschied zu Placebo, bei nur fünf Teilnehmenden.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Cross-over-Studie erhielten 5 Menschen mit laborchemisch bestätigtem Fehlen des Muskelenzyms Myophosphorylase sieben Tage lang täglich 60 g D-Ribose oder Placebo, mit siebentägiger Auswaschphase [5]. Zwischen den Ausgangstests vor jeder Phase bestand kein Unterschied bei der maximalen Sauerstoffaufnahme oder der subjektiven Beinermüdung, und auch nach der siebentägigen Einnahme fand sich für beide Masse kein statistisch belegter Unterschied zwischen D-Ribose und Placebo [5]. Ein Effektmass mit Konfidenzintervall für diesen Gruppenvergleich nennt das Abstract nicht, weshalb die Stufe bei Hinweise bleibt und nicht auf nicht bestätigt angehoben wird. Ergänzend fasst eine 2014 aktualisierte Cochrane-Übersichtsarbeit zu Behandlungsversuchen bei genau diesem angeborenen Enzymmangel 13 eingeschlossene randomisierte Studien mit zusammen 85 Teilnehmenden zusammen und listet D-Ribose unter den Substanzen, für die sich kein Vorteil zeigte, neben Glukagon, Verapamil, Vitamin B6, verzweigtkettigen Aminosäuren, Dantrolen und hochdosiertem Kreatin [5][6]. Diese Studie ist eine der in der Übersichtsarbeit ausgewerteten Arbeiten und kein von ihr unabhängiger zweiter Beleg. Nebenwirkungen unter oraler D-Ribose bei dieser hohen Dosis von 60 g täglich waren nach Angabe der Übersichtsarbeit Durchfall und Beschwerden, die auf einen niedrigen Blutzucker hindeuten, darunter Schwindel und Heißhunger, siehe Sicherheit [6]. Weder Interessenkonflikt noch Förderung sind im Abstract der Einzelstudie angegeben, ein freier Volltext war nicht auffindbar [5].
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08
Anaerobe Sprintleistung und Stoffwechselmarker im wiederholten Wingate-Test bei trainierten Männern, ohne Unterschied zu Placebo bei den meisten Messgrößen
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Bei den meisten Kraft- und Stoffwechselwerten kein Unterschied zu Placebo, bei einer einzelnen sekundären Arbeitsleistungs-Kennzahl ein statistisch belegter Unterschied.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten, doppelblinden Studie erhielten 19 trainierte Männer, nach Körpermasse und anaerober Kapazität einander zugeordnet, fünf Tage lang täglich 10 g D-Ribose oder 10 g eines Traubenzucker-Placebos, verteilt auf zwei Einzelgaben [7]. Vor und nach der Einnahme absolvierten sie jeweils zwei 30-sekündige Wingate-Sprints im Abstand von drei Minuten Pause. Für Spitzenleistung, mittlere Leistung, Drehmoment, Ermüdungsindex, Laktat, Ammoniak, Glukose und Harnsäure zeigte sich keine statistisch belegte Wechselwirkung zwischen Zeitpunkt und Behandlung [7]. Eine Ausnahme betraf die Gesamtarbeit im zweiten Sprint nach der Einnahme, dort bestand eine belegte Wechselwirkung (p gleich 0,04), die Arbeitsleistung sank in der Placebogruppe (minus 18 plus/minus 51 Joule) und blieb in der D-Ribose-Gruppe nahezu unverändert (0,0 plus/minus 31 Joule) [7]. Die Autoren fassen im Fazit selbst zusammen, dass die orale D-Ribose-Gabe die anaerobe Belastungskapazität oder die geprüften Stoffwechselmarker bei dieser Studienanlage nicht beeinflusste [7]. Interessenkonflikt oder Förderung sind im Abstract nicht angegeben, ein freier Volltext war nicht auffindbar.
Quellen: 7
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09
Muskelkater und Marker der Muskelschädigung im Blut nach ungewohnter Sprungbelastung bei untrainierten jungen Männern
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Nach 15-g-Portionen vor und mehrfach nach der Belastung war der Muskelkater bei der zweiten, behandelten Belastung geringer als unter Placebo, ebenso mehrere Schädigungsmarker im Blut.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten Studie führten 21 untrainierte männliche Studenten eine ungewohnte Sprungbelastung (sieben Sätze mit je 20 Froschsprüngen) aus, wurden anschließend nach Ausgangswerten von Körpermasseindex und Muskelkater in eine D-Ribose-Gruppe (11 Personen) und eine Placebogruppe (10 Personen) eingeteilt und führten nach 14 Tagen Erholung dieselbe Belastung erneut aus [8]. Die D-Ribose-Gruppe nahm dabei 1 Stunde vor sowie 1, 12, 24 und 36 Stunden nach der zweiten Belastung je 15 g D-Ribose in Lösung ein, die Placebogruppe eine geschmacks- und kaloriengleiche Lösung aus Sorbit und Beta-Cyclodextrin [8]. Bei der zweiten Belastung war der auf einer Skala von 0 bis 10 erfasste Muskelkater in der D-Ribose-Gruppe niedriger als in der Placebogruppe (p kleiner 0,01) [8]. Nach 24 Stunden waren Kreatinkinase, Laktatdehydrogenase und Myoglobin im Blut in der D-Ribose-Gruppe niedriger als in der Placebogruppe (je p kleiner 0,01), ebenso der Marker für Lipidperoxidation Malondialdehyd (p kleiner 0,05) [8]. Bei der isokinetisch gemessenen Muskelkraft und den Markern für oxidativen Stress (Superoxiddismutase, Gesamtantioxidationskapazität) zeigte sich weder nach 24 noch nach 48 Stunden ein Unterschied zwischen den Gruppen [8]. Zu Beginn der ersten, unbehandelten Belastung unterschieden sich beide Gruppen beim Muskelkater nicht, der berichtete Gruppenunterschied betrifft also die zweite, behandelte Belastung [8]. Die Autoren erklären keinen Interessenkonflikt. Kleine Studie an einer einzelnen Belastungsform bei jungen, untrainierten Männern, eine Übertragung auf andere Trainingszustände oder Belastungsarten ist damit nicht gezeigt.
Quellen: 8
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10
Geistige Ermüdung in Konzentrationstests bei gesunden Erwachsenen, ohne Unterschied zu Placebo
Nicht bestätigtEinordnung und Einschränkungen
Bei der in dieser Studie gewählten, vergleichsweise niedrigen Tagesmenge zeigte sich kein Unterschied zu Placebo. Die Autoren selbst halten die Dosis im Rückblick für zu niedrig.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Drei-Wege-Cross-over-Studie erhielten 17 gesunde Freiwillige acht Tage lang täglich entweder 200 mg Koffein, 2000 mg D-Ribose oder Placebo, bevor sie ermüdende geistige Aufgaben (Uchida-Kraepelin-Test, Trail-Making-Test) je 30 Minuten durchführten [9]. Während der Aufgaben war die Leistung unter Koffein besser als unter Placebo, unter D-Ribose zeigte sich weder bei der Aufgabenleistung noch bei der subjektiv empfundenen Ermüdung, Motivation oder Schläfrigkeit ein Unterschied zu Placebo [9]. Die Autoren merken im eigenen Text ausdrücklich an, dass nach ihrer Studie erschienene Arbeiten eine höhere Dosierung von D-Ribose für einen klinischen Effekt nahelegen und aus der vorliegenden Studie deshalb keine Aussage zur Wirksamkeit von D-Ribose insgesamt abgeleitet werden könne [9]. Die Stufe bleibt deshalb bei Hinweise mit ausdrücklicher Unschärfe, statt den Befund als generelles Ausbleiben der Wirkung zu werten. Interessenkonflikt oder Förderung sind im Abstract nicht angegeben.
Quellen: 9
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11
Selbsteingeschätzte Energie, Schlaf, geistige Klarheit, Schmerzintensität und Wohlbefinden auf Analogskalen, bei Menschen mit andauernder schwerer Erschöpfung und Schmerzen im ganzen Körper, ohne Vergleichsgruppe
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
In einer offenen Studie ohne Placebogruppe besserten sich mehrere selbst eingeschätzte Beschwerden deutlich. Ein Vergleich gegen eine unbehandelte oder placebobehandelte Gruppe fehlt vollständig.
Ausführlicher Nachweis
In einer offenen, unkontrollierten Pilotstudie ohne Placebo- oder Vergleichsgruppe erhielten 41 Menschen mit andauernder schwerer Erschöpfung und, bei einem Teil von ihnen, Schmerzen im ganzen Körper über im Mittel etwa drei Wochen täglich 15 g D-Ribose (5 g dreimal täglich), insgesamt 280 g [10]. Auf visuellen Analogskalen zu Energie, Schlaf, geistiger Klarheit, Schmerzintensität und Wohlbefinden sowie in einer globalen Gesamteinschätzung besserten sich alle fünf Kategorien gegenüber dem eigenen Ausgangswert deutlich, mit einem mittleren Anstieg der Energie um 45 Prozent und des Wohlbefindens um 30 Prozent (p kleiner 0,0001) [10]. Etwa 66 Prozent der Teilnehmenden berichteten eine deutliche Besserung [10]. Da die Studie keine Placebo- oder unbehandelte Vergleichsgruppe führte, lässt sich ein Placebo- oder Erwartungseffekt von einer Wirkung der D-Ribose nicht trennen, sämtliche berichteten Besserungen sind Vorher-Nachher-Vergleiche ohne Kontrollgruppe. Ein Koautor dieser Arbeit ist auch Koautor der oben beschriebenen, von Bioenergy Inc. finanzierten Infusionsstudie, eine eigene Interessenerklärung enthält das Abstract nicht, ein freier Volltext war nicht auffindbar [2][10].
Quellen: 10
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12
Ausdauerleistung und Erholungsmarker bei mehrtägiger Intervallbelastung, Unterschied nur in einer nachträglich gebildeten Untergruppe mit niedrigerer Sauerstoffaufnahme
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
In der vorab geplanten Gesamtauswertung aller Teilnehmenden zeigte sich kein Unterschied zu Placebo. Erst eine nachträglich nach Fitness gebildete Untergruppe zeigte einen Vorteil.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten, doppelblinden Cross-over-Studie verglichen 26 gesunde Teilnehmende 10 g D-Ribose täglich mit 10 g Traubenzucker als Kontrolle, jeweils zwei Tage Aufsättigung gefolgt von drei Tagen mit täglich 60 Minuten hochintensiver Intervallbelastung auf dem Fahrrad [11]. In der vorab geplanten Auswertung aller 26 Teilnehmenden zeigte sich für keine der erfassten Messgrößen ein statistisch belegter Unterschied zwischen D-Ribose und Kontrolle [11]. Die Teilnehmenden wurden deshalb nachträglich anhand ihrer maximalen Sauerstoffaufnahme in zwei gleich große Untergruppen geteilt. In der Untergruppe mit niedrigerer Sauerstoffaufnahme war unter D-Ribose die relative mittlere Leistung stärker gestiegen als unter Kontrolle (p gleich 0,04), ebenso die absolute mittlere Leistung (p gleich 0,01) und die relative sowie absolute Spitzenleistung (p gleich 0,05 und p gleich 0,02), begleitet von einem geringeren Anstieg der Kreatinkinase (37 plus/minus 85 gegenüber 121 plus/minus 110 U/L, p gleich 0,03) und einer niedrigeren subjektiven Anstrengung [11]. In der Untergruppe mit höherer Sauerstoffaufnahme zeigte sich bei keiner dieser Größen ein Unterschied [11]. Da diese Untergruppenbildung erst nach dem Ausbleiben eines Effekts in der Gesamtgruppe erfolgte und nicht vorab geplant war, ist der Untergruppenbefund als hypothesenerzeugend und nicht als bestätigend zu werten. Einer der drei Autoren ist über seine Kontaktadresse mit einer Firma verbunden, die D-Ribose-Präparate vertreibt, und ist zugleich Koautor der oben beschriebenen, von Bioenergy Inc. finanzierten Infusionsstudie, die Arbeit selbst erklärt dennoch keinen Interessenkonflikt [2][11].
Quellen: 11
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13
NAD-Stoffwechsel, Nüchtern-Blutzucker, morgendliches Cortisol und ein Erschöpfungsfragebogen unter einer Kombination mit Nicotinamid bei gesunden Erwachsenen mittleren Alters
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Unter einer Kombination aus Nicotinamid und D-Ribose stieg ein NAD-Wert im Blut gegenüber Placebo. Erschöpfung, Konzentration, Blutzucker und Cortisol wurden dagegen nur gegen den eigenen Ausgangswert gerechnet und nicht gegen Placebo. Die Studie wurde von zwei Angestellten des Herstellers dieser Kombination mitverfasst.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten, dreifach verblindeten, plazebokontrollierten Cross-over-Pilotstudie erhielten gesunde Erwachsene mittleren Alters sieben Tage lang zweimal täglich 1520 mg einer festen Kombination aus Nicotinamid und D-Ribose oder Placebo [12]. Gegenüber Placebo stieg das oxidierte Coenzym NADP+ im Blut um 27 Prozent (p gleich 0,033), begleitet von einem Anstieg von Glutathion und energiereichen Phosphaten [12]. Dieser NADP+-Wert ist der einzige ausgewiesene Vergleich gegen Placebo. Alle übrigen Ergebnisse der Arbeit sind Vorher-Nachher-Rechnungen innerhalb eines Arms, denen der Volltext jeweils die getrennt gerechnete und nicht bedeutsame Veränderung des Placebo-Arms danebenstellt [12]. Das betrifft den Blutzucker, wo nicht der Nüchternwert gemessen wurde, sondern die Fläche unter der Kurve im Zuckerbelastungstest, die von Tag 1 auf Tag 8 sank (p gleich 0,013), ohne belegte Veränderung der Insulinausschüttung, und ebenso das morgendliche Speichel-Cortisol (p gleich 0,026) [12]. Im Erschöpfungsfragebogen (Checklist Individual Strength) berichteten die Teilnehmenden gegenüber dem eigenen Ausgangswert weniger Erschöpfung sowie bessere Konzentration und Motivation (p gleich 0,015, 0,018 und 0,012) [12]. Der Volltext hält dazu fest, dass sich auch die Placebogruppe in diesem Fragebogen besserte, an Tag 5 mit p gleich 0,049 ebenfalls im bedeutsamen Bereich, ein Vergleich der beiden Gruppen miteinander wird für den Fragebogen nicht berichtet [12]. Zwei der sechs Autorinnen und Autoren sind nach eigener Angabe Angestellte von Bioenergy Life Science, Inc., dem Hersteller der geprüften Kombination, und waren während der verblindeten Studienphase selbst verblindet [12]. Geprüft wurde ausschließlich die feste Kombination aus Nicotinamid und D-Ribose in einem festen Mengenverhältnis, kein Beleg für D-Ribose allein.
Quellen: 12
Studien im Detail
D-Ribose wird in der Forschung sowohl in Herzstudien als auch in Sportstudien geprüft, meist in kleinen, teils herstellernahen Arbeiten. Diese Recherche prüfte gezielt drei Dinge: die Affiliation und Förderung hinter den Studien, die saubere Trennung zwischen einer Veränderung innerhalb einer Gruppe und einem echten Placebo-Vergleich, und eine Beschreibung der untersuchten Personengruppe über den gemessenen Endpunkt statt über eine Diagnose.
Herzfunktion
Die mit Abstand sauberste und größte Studie ist die 2022 von Pierce und Kollegen veröffentlichte, vom National Institute on Aging finanzierte Studie an Erwachsenen ab 50 Jahren mit einer Auswurffraktion von mindestens 50 Prozent und bestehenden Beschwerden. Sie prüfte D-Ribose und Ubichinol getrennt und in Kombination gegen Placebo. Im Vergleich D-Ribose allein gegen Placebo besserten sich der Symptom-Fragebogen, die Auswurffraktion und mehrere Stoffwechselmarker im Blut deutlich, während sich die diastolische Füllungsfunktion und die im Gehtest zurückgelegte Strecke nicht unterschieden. Bemerkenswert ist eine belegte gegenläufige Wechselwirkung, die Kombination aus D-Ribose und Ubichinol schnitt bei mehreren Endpunkten schlechter ab als D-Ribose allein, ein Hinweis darauf, dass sich die Wirkungen zweier Zusatzstoffe nicht zwangsläufig addieren.
Eine 2009 von Sawada und Kollegen veröffentlichte, von Bioenergy, Inc. und MGI Pharma, Inc. finanzierte Studie prüfte eine intravenöse D-Ribose-Infusion bei Menschen mit eingeschränkter Pumpfunktion und angiografisch nachgewiesener Verengung der Herzkranzgefäße während einer Dobutamin-Stress-Echokardiografie. Auf Ebene einzelner Herzwandabschnitte besserte sich die Kontraktionsantwort unter D-Ribose häufiger als unter Placebo, die Häufigkeit einer belastungsausgelösten Durchblutungsstörung insgesamt unterschied sich jedoch nicht. Diese Studie zeigt zugleich ein wiederkehrendes Muster, dass die Förderung durch den Rohstoffhersteller nicht im strukturierten Interessenkonflikt-Feld, sondern nur in der Danksagung des Volltexts steht.
Eine 2003 von Omran und Kollegen veröffentlichte kleine Cross-over-Studie an 15 Menschen mit dokumentierter Verengung der Herzkranzgefäße und eingeschränkter Pumpfunktion berichtet Besserungen bei mehreren diastolischen Füllungsparametern und der Lebensqualität. Das zugängliche Abstract benennt diese Besserungen jeweils als Vorher-Nachher-Vergleich innerhalb der D-Ribose-Phase und stellt ihnen daneben fest, dass sich unter Placebo nichts veränderte, ein direkter statistischer Test zwischen den beiden Phasen ist darin nicht angegeben. Ein freier Volltext dieser 2003 erschienenen Arbeit war nicht auffindbar, weshalb dieser Punkt für eine unabhängige Prüfung offen bleibt.
Eine 2019 von Derosa und Kollegen veröffentlichte sechsmonatige Studie an Menschen mit einem akuten Herzinfarkt in der Vorgeschichte prüfte eine feste Kombination aus Kreatin, D-Ribose und zwei B-Vitaminen zusätzlich zu einem Bewegungsprogramm. Ein aus Herzfrequenz und Blutdruck berechneter Belastungswert unterschied sich am Ende der sechs Monate zwischen den Gruppen, die unmittelbar anschauliche maximal tolerierte Wattzahl dagegen nicht, obwohl sie sich innerhalb der Wirkstoffgruppe gegenüber dem eigenen Ausgangswert deutlich erhöht hatte. Genau dieser Unterschied zwischen einem Vorher-Nachher-Anstieg innerhalb einer Gruppe und einem ausbleibenden direkten Gruppenunterschied ist eine typische Fehlerquelle bei der Bewertung solcher Studien, hier jedoch von den Autoren selbst offen ausgewiesen und nicht verschleiert. Da geprüft wurde D-Ribose gemeinsam mit Kreatin, lässt sich der Beitrag der D-Ribose allein aus dieser Studie nicht herauslösen.
Angeborener Mangel des Muskelenzyms Myophosphorylase
Eine 1996 von Steele und Kollegen veröffentlichte, kleine placebokontrollierte Cross-over-Studie an fünf Menschen mit einem laborchemisch bestätigten, angeborenen Fehlen des Muskelenzyms Myophosphorylase fand nach einer Woche mit täglich 60 g D-Ribose keinen Unterschied zur Placebophase, weder bei der maximalen Sauerstoffaufnahme noch bei der Beinermüdung im Laufbandtest. Eine 2014 von Quinlivan und Kollegen aktualisierte Cochrane-Übersichtsarbeit zu Behandlungsversuchen bei genau diesem Enzymmangel wertet 13 randomisierte Studien mit zusammen 85 Teilnehmenden aus und listet D-Ribose unter mehreren geprüften Substanzen ohne belegten Vorteil. Die fünf Personen der Einzelstudie sind eine der in dieser Übersicht enthaltenen Arbeiten und kein von ihr unabhängiger zweiter Beleg.
Sportliche Leistung und Erholung
Eine 2003 von Kreider und Kollegen veröffentlichte Studie an 19 trainierten Männern fand nach fünftägiger Einnahme von 10 g D-Ribose täglich bei fast allen Kraft- und Stoffwechselwerten im wiederholten Sprinttest keinen Unterschied zu einem Traubenzucker-Placebo, mit einer einzelnen Ausnahme bei einer sekundären Arbeitsleistungs-Kennzahl im zweiten von zwei Sprints. Die Autoren selbst ziehen daraus keinen ergogenen Gesamtschluss.
Eine 2020 von Cao und Kollegen veröffentlichte Studie an 21 untrainierten jungen Männern prüfte D-Ribose rund um eine ungewohnte Sprungbelastung, die einen typischen verzögert einsetzenden Muskelkater auslöst. Bei der zweiten, mit D-Ribose oder Placebo begleiteten Belastung war der Muskelkater in der D-Ribose-Gruppe geringer, ebenso mehrere Blutmarker der Muskelschädigung, während sich die tatsächliche Muskelkraft nicht unterschied.
Eine 2017 von Seifert und Kollegen veröffentlichte Studie an 26 gesunden Teilnehmenden fand in der vorab geplanten Auswertung aller Teilnehmenden während einer mehrtägigen hochintensiven Intervallbelastung keinen Unterschied zwischen D-Ribose und Kontrolle. Erst eine nachträglich nach Fitnesslevel gebildete Untergruppe mit niedrigerer Sauerstoffaufnahme zeigte einen Vorteil bei Leistung und einem Muskelschädigungsmarker. Da diese Aufteilung erst nach dem ausgebliebenen Gesamteffekt gebildet wurde, ist der Befund als hypothesenerzeugend und nicht als bestätigend zu werten.
Geistige Ermüdung
Eine 2008 von Ataka und Kollegen veröffentlichte Studie an 17 gesunden Erwachsenen prüfte D-Ribose neben Koffein und Placebo bei ermüdenden Konzentrationsaufgaben. Während Koffein die Aufgabenleistung besserte, zeigte D-Ribose bei 2000 mg täglich keinen Unterschied zu Placebo. Die Autoren merken selbst an, dass eine höhere Dosis nötig sein könnte, und ziehen aus der eigenen Studie ausdrücklich keinen Schluss zur Wirksamkeit von D-Ribose.
Andauernde schwere Erschöpfung und Schmerzen im ganzen Körper
Eine 2006 von Teitelbaum und Kollegen veröffentlichte, offene Pilotstudie ohne Placebogruppe an 41 Menschen mit andauernder schwerer Erschöpfung und, bei einem Teil von ihnen, Schmerzen im ganzen Körper berichtet deutliche Besserungen bei Energie, Schlaf, geistiger Klarheit, Schmerzintensität und Wohlbefinden nach mehreren Wochen mit täglich 15 g D-Ribose. Da die Studie keine Vergleichsgruppe führte, lässt sich daraus kein von einem Placebo- oder Erwartungseffekt getrennter Beleg ableiten.
Kombination mit Nicotinamid
Eine 2022 von Xue und Kollegen veröffentlichte, kleine Pilotstudie an gesunden Erwachsenen mittleren Alters prüfte eine feste Kombination aus Nicotinamid und D-Ribose gegen Placebo. Gegenüber Placebo stieg einzig ein NAD-Wert im Blut, die Besserungen bei den übrigen Stoffwechselmarkern und im Erschöpfungsfragebogen sind Vorher-Nachher- Werte innerhalb der Wirkstoffgruppe. Zwei der Autorinnen und Autoren sind Angestellte des Herstellers dieser Kombination, was im Unterschied zu mehreren anderen hier zitierten Arbeiten offen im Interessenkonflikt-Feld steht.
Sicherheit und Wechselwirkungen
In den meisten vorliegenden Studien mit oralen Tagesmengen bis 15 g wurde D-Ribose gut vertragen, schwerwiegende Nebenwirkungen wurden nicht berichtet. Bei einer sehr hohen Tagesmenge von 60 g über eine Woche, wie sie in der Studie zum angeborenen Muskelenzym-Mangel eingesetzt wurde, berichtete die zusammenfassende Übersichtsarbeit Durchfall sowie Beschwerden, die auf einen niedrigen Blutzucker hindeuten, darunter Schwindel und Heißhunger.
Eine Studie zur intravenösen Infusion schloss Menschen mit einer Zuckerkrankheit, die Insulin oder blutzuckersenkende Tabletten benötigen, ausdrücklich aus, mit Verweis auf frühere Arbeiten, nach denen D-Ribose den Blutzuckerspiegel senken kann. In einer Studie zu einer Kombination aus Nicotinamid und D-Ribose sank die Fläche unter der Blutzuckerkurve im Zuckerbelastungstest nach sieben Tagen Einnahme gegenüber dem eigenen Ausgangswert, in der Placebogruppe blieb sie unverändert, ein direkter Vergleich der beiden Gruppen wird nicht berichtet. Wer blutzuckersenkende Medikamente einnimmt oder zu niedrigem Blutzucker neigt, sollte deshalb vor einer Einnahme ärztliche Rücksprache halten.
Zu Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sowie zu Schwangerschaft und Stillzeit liegt uns keine eigene geprüfte Humanstudie vor.
Quellen zum Nachlesen
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RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, Cross-over, n gleich 28 (26 auswertbar), intravenöse Infusion · 2009
Evaluation of the anti-ischemic effects of D-ribose during dobutamine stress echocardiography, a pilot study.
Sawada SG, Lewis S, Kovacs R, Khouri S, Gradus-Pizlo I, St Cyr JA, Feigenbaum H. Cardiovasc Ultrasound
Zur Zuschreibung: 04
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03
RCT, doppelblind, Cross-over, n gleich 15, oral, zwei 3-wöchige Phasen · 2003
D-Ribose improves diastolic function and quality of life in congestive heart failure patients, a prospective feasibility study.
Omran H, Illien S, MacCarter D, St Cyr J, Lüderitz B. Eur J Heart Fail
Zur Zuschreibung: 05
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04
RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, n gleich 42 randomisiert (21 vs 21), 6 Monate, Kombination mit Kreatin · 2019
A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Study to Evaluate the Effectiveness of a Food Supplement Containing Creatine and D-Ribose Combined with a Physical Exercise Program in Increasing Stress Tolerance in Patients with Ischemic Heart Disease.
Derosa G, Pasqualotto S, Catena G, D'Angelo A, Maggi A, Maffioli P. Nutrients
Zur Zuschreibung: 06
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07
RCT, doppelblind, n gleich 19, oral, 5 Tage · 2003
Effects of oral D-ribose supplementation on anaerobic capacity and selected metabolic markers in healthy males.
Kreider RB, Melton C, Greenwood M, Rasmussen C, Lundberg J, Earnest C, Almada A. Int J Sport Nutr Exerc Metab
Zur Zuschreibung: 08
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RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, Drei-Wege-Cross-over, n gleich 17, oral, 8 Tage · 2008
Effects of oral administration of caffeine and D-ribose on mental fatigue.
Ataka S, Tanaka M, Nozaki S, Mizuma H, Mizuno K, Tahara T, Sugino T, Shirai T, Kajimoto Y, Kuratsune H, Kajimoto O, Watanabe Y. Nutrition
Zur Zuschreibung: 10
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RCT, dreifach verblindet, plazebokontrolliert, Cross-over, Kombination mit Nicotinamid, 7 Tage · 2022
A Combination of Nicotinamide and D-Ribose (RiaGev) Is Safe and Effective to Increase NAD+ Metabolome in Healthy Middle-Aged Adults, A Randomized, Triple-Blind, Placebo-Controlled, Cross-Over Pilot Clinical Trial.
Xue Y, Shamp T, Nagana Gowda GA, Crabtree M, Bagchi D, Raftery D. Nutrients
Zur Zuschreibung: 13