Kamillen-Extrakt auf Theanin standardisiert

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Pflanzenextrakte

Matricaria chamomilla (Synonym Matricaria recutita) · Echte Kamille · German Chamomile

H.P.N · Datenstand 2026-08-21 · 9 Zuschreibungen im Überblick

Auf einen Blick

Was es ist
Extrakt aus den Blüten der Echten Kamille
Herkunft
Europa und Westasien, heute weltweit kultiviert. Traditionell als Tee und Extrakt verwendet
Wirkform in Studien
Orale Kamillenextrakt-Kapseln, meist auf Apigenin standardisiert, in einzelnen Studien auch als Kamillentee
Übliche Studiendosis
220 bis 1500 mg Extrakt pro Tag in den Kapselstudien, in einer Teestudie 3-mal 3 g Trockenkamille pro Tag als Aufguss
Zeit bis zur Wirkung
Die geprüften Effekte auf Schlaf und Angstsymptome beruhen auf durchgehender Einnahme über 2 bis 12 Wochen. Ein Akuteffekt einer Einzeldosis ist nicht belegt
Verträglichkeit
In den Studien meist gut verträglich. Bei Allergie gegen Korbblütler (Asteraceae, zum Beispiel Ambrosia oder Ringelblume) sind Hautreaktionen möglich

Was diesem Stoff zugesprochen wird

Was die Studien hergeben.

Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.

  1. 01

    Kleine mittlere Verbesserung der subjektiven Schlafqualität bei hoher Heterogenität und hohem Verzerrungsrisiko

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine systematische Übersicht mit Meta-Analyse schloss 10 klinische Studien mit Kamillenextrakt oder Kamillentee und 772 Teilnehmenden ein, die Meta-Analyse zum PSQI-Gesamtwert selbst stützte sich auf 5 Studien [1]. Der PSQI-Gesamtwert sank im Mittel um 1,88 Punkte (95-Prozent-Konfidenzintervall minus 3,46 bis minus 0,31), bei sehr hoher Heterogenität von I-Quadrat 88,4 Prozent. Neun der zehn eingeschlossenen Studien hatten nach der Bewertung der Autoren ein hohes Verzerrungsrisiko, die einzige Studie mit niedrigem Verzerrungsrisiko fand keinen signifikanten Unterschied. Einzelmesswerte wie Schlafdauer und Schlafeffizienz besserten sich nicht durchgehend. Wegen dieser methodischen Unsicherheit trägt der Befund nur die Stufe Hinweise

    Quellen: 1

  2. 02

    Angstsymptome bei diagnostizierter generalisierter Angststörung

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine Meta-Analyse fand nach 2 und 4 Wochen Kamillenextrakt eine Verbesserung auf der Hamilton-Angst-Skala (mittlere Differenz minus 1,43, 95-Prozent-KI minus 2,47 bis minus 0,39, beziehungsweise minus 1,79, 95-Prozent-KI minus 3,14 bis minus 0,43). Zwei zugrunde liegende Einzelstudien zeigen dieselbe Richtung, eine 8-Wochen-RCT (n gleich 57) und die randomisierte Erhaltungsphase einer zweiphasigen Langzeitstudie (n gleich 93 Responder aus zunächst 179 Teilnehmenden). Die Effekte sind klein. Eine zweite Netzwerk-Meta-Analyse zu 12 Heilpflanzen bei Angststörung speiste für Kamille nur eine einzige Primärstudie ein und fand ebenfalls keinen signifikanten Unterschied zu Placebo (mittlere Differenz 0,54, 95-Prozent-Kredibilitätsintervall minus 5,13 bis 6,25). Die Autoren dieser zweiten Analyse lehnen darin ausdrücklich die Lesart unwirksam ab, wörtlich, es gebe 'insufficient evidence to confirm the ineffectiveness of Chamomile'. Ob die eine dort eingespeiste Studie datenunabhängig von den Studien ist, die die erste Meta-Analyse trägt, lässt sich aus den Abstracts nicht klären, mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich um dieselbe RCT (Amsterdam 2009)

    Quellen: 2, 3, 4, 5

  3. 03

    Kein Unterschied zu Placebo bei Zustandsangst in drei zusammengefassten RCTs

    Nicht bestätigt
    Einordnung und Einschränkungen

    Dieselbe Meta-Analyse fasste 3 RCTs zusammen und fand gegenüber den jeweiligen Kontrollgruppen keinen signifikanten mittleren Unterschied (standardisierte Mittelwertdifferenz minus 0,15, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,46 bis 0,16, p gleich 0,42) [2]. Das Intervall lässt einen kleinen bis annähernd moderaten Nutzen zu, bei nur drei Studien ist die Präzision gering. Das Abstract nennt weder Populationen, Dosen, Darreichungsformen, Einnahmedauern noch Heterogenität und belegt keine akute Einzeldosis. Der Befund ist damit nicht bestätigt, die geringe Präzision schließt einen Nutzen aber nicht endgültig aus

    Quellen: 2

  4. 04

    Stimmung, depressive Symptome (Hamilton-Depressions-Skala)

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Exploratorische Sekundäranalyse derselben 8-Wochen-Studie wie bei der generalisierten Angststörung (n gleich 57) fand eine signifikant stärkere Abnahme des HAM-D-Gesamtwerts unter Kamille gegenüber Placebo (p kleiner 0,05). In der Untergruppe mit zusätzlicher bestehender depressiver Begleiterkrankung war der Unterschied nicht signifikant (p gleich 0,062)

    Quellen: 6

  5. 05

    Magen-Darm-Motilität im isolierten Gewebepräparat

    Nur Labor und Tier
    Einordnung und Einschränkungen

    Ein Ex-vivo-Organbadversuch an Meerschweinchen-Magengewebe zeigte für die isolierte Kamillenblüten-Extraktkomponente eines Mehrstoff-Präparats eine hemmende Wirkung auf die Motorik des oberen Magenanteils und eine steigernde Wirkung auf die Motorik des unteren Magenanteils [7]. Das Präparat wurde von Steigerwald Arzneimittelwerk unterstützt. Eine Humanstudie zur Verdauung mit Kamillenextrakt allein liegt nicht vor

    Quellen: 7

  6. 06

    Blutwerte zu oxidativem Stress

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Einfachblinde RCT bei Personen mit Typ-2-Diabetes (n gleich 64, 8 Wochen, Kamillentee statt Extrakt) fand gegenüber der Kontrollgruppe eine Zunahme der Gesamtantioxidationskapazität sowie der Enzyme Superoxiddismutase, Glutathionperoxidase und Katalase, dazu eine Abnahme von Malondialdehyd (alle p kleiner 0,05). Der Kopfbefund derselben Studie betraf glykämische Marker, glykiertes Hämoglobin, Insulinspiegel und HOMA-IR, und ist hier bewusst nicht aufgeführt, weil er unmittelbar auf eine Stoffwechselerkrankung bezogen ist. Aufgeführt sind nur die Werte zu oxidativem Stress. Kleine, nicht doppelblinde Studie an einer speziellen Population

    Quellen: 8

  7. 07

    Schutz von Immunzellen vor oxidativem Stress im Zellversuch

    Nur Labor und Tier
    Einordnung und Einschränkungen

    Zellversuch an Makrophagen (RAW 264.7) zeigte, dass ein wässriger Kamillenextrakt die Zellen vor durch Wasserstoffperoxid ausgelöstem Zellschaden bewahrte, über eine Aktivierung des Nrf2-Signalwegs und mehrerer antioxidativer Enzyme. Kein Beleg für eine Wirkung am Menschen

    Quellen: 9

  8. 08

    Geringere Entzündungs- und Schmerzwerte bei äußerlicher oder mukosaler Anwendung, nicht oral eingenommen

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine Meta-Analyse aus 11 randomisierten Studien zu topischer oder mukosaler Kamillenanwendung, unter anderem als Mundspülung, fand geringere Entzündungsgrade und Schmerzwertungen, allerdings bei unterschiedlichen Indikationen, Darreichungen und Vergleichsbehandlungen [10]. Eine einzelne RCT bei 72 Stomapatienten fand eine schnellere Abheilung von Hautläsionen unter Kamillenkompressen als unter 1-Prozent-Hydrocortison-Salbe [11]. Beide Befunde betreffen die äußerliche oder mukosale Anwendung, nicht die orale Einnahme des Extrakts

    Quellen: 10, 11

  9. 09

    Schmerzen bei primärer Dysmenorrhoe, Kamille allein und als Kombination unterschiedlich untersucht

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Ein Cochrane-Review zu Nahrungsergänzungsmitteln bei Regelschmerzen fasste 27 RCTs mit 3101 Teilnehmerinnen zu 12 Heilpflanzen und 5 weiteren Nahrungsergänzungsmitteln zusammen, Kamille war eine der geprüften Pflanzen [12]. Das verfügbare Abstract enthält kein eigenes Effektmaß für Kamille. Insgesamt bewerteten die Autoren die Evidenz als niedrig bis sehr niedrig, vor allem wegen sehr kleiner Stichproben. Eine kleine RCT mit 30 Teilnehmerinnen prüfte ein Kamille-plus-Theanin-Getränk gegen ein nur mit Kamille aromatisiertes Kontrollgetränk und fand während der Intervention einen geringeren Schmerzscore in der Kombinationsgruppe [13]. Das ist ein Kombinationspräparat und kein Beleg für Kamillenextrakt allein

    Quellen: 12, 13

Kamille wird verbreitet ein breites Spektrum an Wirkungen zugeschrieben, von Schlaf über Verdauung, Regelschmerzen bis Immunsystem. Am besten belegt ist der Effekt auf die Schlafqualität. Für kurzfristig gemessene Zustandsangst fand eine Meta-Analyse aus drei RCTs keinen signifikanten Unterschied zu Placebo, bei einem allerdings breiten Konfidenzintervall und geringer statistischer Power, dazu weiter unten mehr. Für Verdauung und Immunsystem liegen bislang nur Labor- und Zelldaten oder Studien zu Kombinationspräparaten vor, keine sauberen Humandaten zu Kamillenextrakt allein.

Studien im Detail

Schlafqualität

Kazemi und Kollegen werteten 2024 zehn klinische Studien mit insgesamt 772 Teilnehmenden aus, die Kamille in Form von Extrakt oder Tee bei Schlaf einsetzten. Für den PSQI-Gesamtwert, den am häufigsten erhobenen Summenwert für Schlafqualität, ergab die Meta-Analyse aus fünf Studien eine Verbesserung um 1,88 Punkte gegenüber Kontrollgruppen.

Einschränkung: Die Heterogenität zwischen den Studien war hoch. Nicht alle Teilmaße besserten sich: Die Zahl der nächtlichen Aufwachphasen verbesserte sich in den meisten Studien, Schlafdauer und Schlafeffizienz dagegen nicht durchgehend. Tagesmüdigkeit veränderte sich in keiner der drei Studien, die das prüften.

Angstsymptome bei generalisierter Angststörung

Die Meta-Analyse von Hieu und Kollegen (2019) fasst unter anderem Studien zu diagnostizierter generalisierter Angststörung zusammen. Nach 2 und 4 Wochen Kamillenextrakt zeigte sich auf der Hamilton-Angst-Skala eine kleine, aber statistisch signifikante Verbesserung.

Zwei Einzelstudien tragen diesen Befund. Amsterdam und Kollegen (2009) prüften 57 Teilnehmende mit leichter bis mittlerer generalisierter Angststörung über 8 Wochen doppelblind gegen Placebo und fanden einen signifikant größeren Rückgang des HAM-A-Gesamtwerts unter Kamille (p gleich 0,047). Mao und Kollegen (2016) prüften in einer zweiphasigen Studie zunächst 179 Teilnehmende offen mit Kamille über 12 Wochen; die 93 Responder wurden anschließend doppelblind auf Kamille oder Placebo randomisiert. Während dieser Erhaltungsphase blieben die Angstsymptom-Werte unter Kamille durchgehend niedriger als unter Placebo, der Unterschied bei der Rückfallhäufigkeit selbst wurde jedoch nicht statistisch signifikant.

Eine zweite Netzwerk-Meta-Analyse von Zhang und Kollegen (2022), die 29 RCTs zu 12 Heilpflanzen bei Angststörung vergleicht, speiste für Kamille nur eine einzige Primärstudie ein und fand dort keinen signifikanten Unterschied zu Placebo (mittlere Differenz 0,54, 95-Prozent-Kredibilitätsintervall minus 5,13 bis 6,25). Die Autoren lehnen darin ausdrücklich die Lesart unwirksam ab, wörtlich: "insufficient evidence to confirm the ineffectiveness of Chamomile". Ob diese eine eingespeiste Studie datenunabhängig von den Studien ist, die Hieus direkte Meta-Analyse trägt, lässt sich aus den Abstracts nicht sicher klären. Es handelt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um dieselbe RCT von Amsterdam und Kollegen (2009), dann sind beide Auswertungen keine zwei unabhängigen Datensätze, sondern zwei Lesarten desselben Materials, und das erklärt einen Teil der Diskrepanz zwischen minus 1,43 und plus 0,54.

Akute Zustandsangst

Für kurzfristig gemessene Zustandsangst (State Anxiety) fand dieselbe Meta-Analyse von Hieu und Kollegen in drei zusammengefassten RCTs keinen signifikanten Unterschied zu Placebo (standardisierte Mittelwertdifferenz minus 0,15, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,46 bis 0,16, p gleich 0,42). Das Intervall schließt einen kleinen bis moderaten Nutzen nicht sicher aus, bei nur drei zusammengefassten Studien ist die Präzision gering. Das Abstract macht zudem keine Angaben zu Einnahmedauer oder Darreichungsform dieser drei Studien, die Annahme einer raschen Wirkung einer Einzeldosis lässt sich daraus also nicht ableiten. Die Autoren selbst formulieren zurückhaltend: "Little evidence is there to show its effect on anxiety and insomnia. Larger RCTs are needed." Für diesen Messwert ist die Wirkung damit nicht bestätigt, das ist etwas anderes als widerlegt.

Stimmung

In einer späteren Auswertung derselben Studiendaten wie bei der Angststörung (Amsterdam und Kollegen, 2012) zeigte sich über die Studiendauer ein signifikant größerer Rückgang des Hamilton-Depressions-Gesamtwerts unter Kamille als unter Placebo. Bei den Teilnehmenden mit zusätzlicher depressiver Begleiterkrankung erreichte der Unterschied keine Signifikanz, der Trend ging aber in dieselbe Richtung.

Blutwerte zu oxidativem Stress

Zemestani und Kollegen (2016) prüften bei 64 Personen mit Typ-2-Diabetes über 8 Wochen dreimal täglich Kamillentee gegenüber einer Wasser- Kontrollgruppe. Gegenüber der Kontrollgruppe stiegen die Gesamtantioxidationskapazität sowie die Enzyme Superoxiddismutase, Glutathionperoxidase und Katalase, während der Marker für Lipidperoxidation, Malondialdehyd, sank.

Einschränkung: Die Studie war klein, nur einfachblind, verwendete Tee statt Extrakt und wurde an einer Population mit Diabetes durchgeführt, nicht an gesunden Erwachsenen.

Sichtbare Auslassung: Der eigentliche Kopfbefund derselben Studie betraf glykämische Marker, glykiertes Hämoglobin, Insulinspiegel und den HOMA-IR-Wert sanken ebenfalls signifikant gegenüber der Kontrollgruppe. Dieser Teil des Ergebnisses ist hier bewusst nicht aufgeführt, weil er unmittelbar auf eine Stoffwechselerkrankung bezogen ist und das Kompendium keine Aussagen zu Krankheitsbezug macht. Aufgeführt sind ausschließlich die Werte zu oxidativem Stress.

Schmerzen bei Regelblutung

Ein Cochrane-Review von Pattanittum und Kollegen (2016) fasst 27 RCTs mit 3101 Teilnehmerinnen zu 12 Heilpflanzen und 5 weiteren Nahrungsergänzungsmitteln bei Regelschmerzen zusammen, Kamille ist eine der 12 geprüften Pflanzen neben unter anderem Ingwer, Fenchel und Baldrian. Das über PubMed verfügbare Abstract endet vor der Ergebnisdarstellung zu den einzelnen Pflanzen, ein eigenes Effektmaß für Kamille lässt sich daraus nicht entnehmen. Insgesamt bewerten die Autoren die Evidenz des gesamten Reviews als niedrig bis sehr niedrig, mit Ungenauigkeit durch sehr kleine Stichproben als Hauptlimitation.

Eine kleine RCT von Soh und Kollegen (2025, n gleich 30) prüfte ein Getränk aus Kamille und Theanin gegen ein lediglich Kamille-aromatisiertes Kontrollgetränk bei jungen Frauen mit primärer Dysmenorrhoe und fand eine Reduktion der Schmerzintensität. Das ist ein Kombinationspräparat, kein Beleg für Kamillenextrakt allein, und mit 15 Teilnehmerinnen je Gruppe eine sehr kleine Studie.

Tier- und Laborstudien

Zur Magen-Darm-Motilität existiert ein Ex-vivo-Organbadversuch, in dem Kamillenblüten-Extrakt als eine von mehreren Einzelkomponenten eines Kombinationspräparats an Magengewebe getestet wurde. Der Extrakt wirkte im oberen Magenanteil hemmend und im unteren Magenanteil steigernd auf die Motorik. Das ist ein Mechanismus-Befund an Gewebe, keine Aussage zur Wirkung eines eingenommenen Kamillenextrakts beim Menschen.

Zum Schutz von Immunzellen liegt ein Zellversuch an Makrophagen vor: Ein wässriger Kamillenextrakt bewahrte die Zellen im Labor vor oxidativem Zellschaden durch Wasserstoffperoxid, unter anderem über eine Aktivierung des Nrf2-Signalwegs. Auch das ist ein Zellbefund ohne Aussage zur Wirkung beim Menschen.

Aus beiden Befunden folgt keine Aussage darüber, wie sich oral eingenommener Kamillenextrakt beim Menschen auf Verdauung oder Immunsystem auswirkt.

Sicherheit und Wechselwirkungen

In den ausgewerteten Studien war Kamille überwiegend gut verträglich, mit niedrigen und meist placebo-ähnlichen Raten an unerwünschten Ereignissen.

Kamille gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Bei bestehender Allergie gegen andere Pflanzen dieser Familie, etwa Ambrosia oder Ringelblume, sind Kreuzreaktionen und Hautreaktionen möglich.

Eine belastbare eigene Recherche zu Wechselwirkungen liegt uns nicht vor. Diskutiert wird ein möglicher Einfluss von Cumarin-Verbindungen in Kamille auf die Blutgerinnung. Wer gerinnungshemmende Medikamente nimmt, sollte das mitdenken, bis eine eigene Quelle das genauer einordnet.

Quellen zum Nachlesen

  1. 01

    Systematische Übersicht mit Meta-Analyse aus 10 klinischen Studien, 772 Teilnehmende · 2024

    Effects of chamomile (Matricaria chamomilla L.) on sleep, A systematic review and meta-analysis of clinical trials

    Kazemi A, et al. Complement Ther Med

    Zur Zuschreibung: 01

  2. 02

    Systematische Übersicht mit Meta-Analyse aus 12 randomisierten und quasi-randomisierten Studien · 2019

    Therapeutic efficacy and safety of chamomile for state anxiety, generalized anxiety disorder, insomnia, and sleep quality, A systematic review and meta-analysis of randomized trials and quasi-randomized trials

    Hieu TH, et al. Phytother Res

    Zur Zuschreibung: 02, 03

  3. 03

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert, n gleich 57, 8 Wochen · 2009

    A randomized, double-blind, placebo-controlled trial of oral Matricaria recutita (chamomile) extract therapy for generalized anxiety disorder

    Amsterdam JD, et al. J Clin Psychopharmacol

    Zur Zuschreibung: 02

  4. 04

    Zweiphasige Studie, Phase 1 offen-label 12 Wochen (n gleich 179), Phase 2 doppelblind randomisiert 26 Wochen (n gleich 93 Responder) · 2016

    Long-term chamomile (Matricaria chamomilla L.) treatment for generalized anxiety disorder, A randomized clinical trial

    Mao JJ, et al. Phytomedicine

    Zur Zuschreibung: 02

  5. 05

    Bayessche Netzwerk-Meta-Analyse aus 29 RCTs zu 12 Heilpflanzen bei Angststörung, für Kamille genau 1 eingespeiste Primärstudie · 2022

    Medicinal herbs for the treatment of anxiety, A systematic review and network meta-analysis

    Zhang W, et al. Pharmacol Res

    Zur Zuschreibung: 02

  6. 06

    Exploratorische Sekundäranalyse derselben Studie wie Quelle 3, n gleich 57 · 2012

    Chamomile (Matricaria recutita) may provide antidepressant activity in anxious, depressed humans, an exploratory study

    Amsterdam JD, et al. Altern Ther Health Med

    Zur Zuschreibung: 04

  7. 07

    Ex-vivo-Organbadversuch, Kamillenblüten-Extrakt als Einzelkomponente eines Mehrstoff-Präparats · 2006

    Region-specific effects of STW 5 (Iberogast) and its components in gastric fundus, corpus and antrum

    Schemann M, et al. Phytomedicine

    Zur Zuschreibung: 05

  8. 08

    RCT, einfachblind, n gleich 64, 8 Wochen, Kamillentee bei Typ-2-Diabetes · 2016

    Chamomile tea improves glycemic indices and antioxidants status in patients with type 2 diabetes mellitus

    Zemestani M, et al. Nutrition

    Zur Zuschreibung: 06

  9. 09

    Zellversuch an Makrophagen (RAW 264.7) · 2013

    Chamomile confers protection against hydrogen peroxide-induced toxicity through activation of Nrf2-mediated defense response

    Bhaskaran N, et al. Phytother Res

    Zur Zuschreibung: 07

  10. 10

    Systematische Übersicht mit Meta-Analyse aus 11 RCTs, topische und mukosale Anwendung · 2025

    Anti-inflammatory effect of chamomile from randomized clinical trials, a systematic review and meta-analyses

    Valmy J, et al. Pharm Biol

    Zur Zuschreibung: 08

  11. 11

    RCT, n gleich 72, topische Anwendung · 2011

    Using chamomile solution or a 1% topical hydrocortisone ointment in the management of peristomal skin lesions in colostomy patients, results of a controlled clinical study

    Charousaei F, et al. Ostomy Wound Manage

    Zur Zuschreibung: 08

  12. 12

    Cochrane-Review mit Meta-Analyse aus 27 RCTs zu 12 Heilpflanzen und 5 weiteren Nahrungsergänzungsmitteln bei Regelschmerzen, 3101 Teilnehmerinnen, Kamille-spezifisches Effektmass im verfügbaren Abstract nicht enthalten · 2016

    Dietary supplements for dysmenorrhoea

    Pattanittum P, et al. Cochrane Database Syst Rev

    Zur Zuschreibung: 09

  13. 13

    RCT, n gleich 30 (15 pro Gruppe), Kamille-plus-Theanin-Getränk gegen Kamille-aromatisiertes Kontrollgetränk, 5 Tage · 2025

    Effects of chamomile and -theanine beverage on menstrual pain, menstrual symptoms, mood, and sleep quality in young women experiencing primary dysmenorrhea, A randomized, double-blind, placebo-controlled study

    Soh Z, et al. J Food Drug Anal

    Zur Zuschreibung: 09

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