Kamillen-Extrakt auf Theanin standardisiert
Zuletzt geprüft am
Pflanzenextrakte
Matricaria chamomilla (Synonym Matricaria recutita) · Echte Kamille · German Chamomile
Auf einen Blick
- Was es ist
- Extrakt aus den Blüten der Echten Kamille
- Herkunft
- Europa und Westasien, heute weltweit kultiviert. Traditionell als Tee und Extrakt verwendet
- Wirkform in Studien
- Orale Kamillenextrakt-Kapseln, meist auf Apigenin standardisiert, in einzelnen Studien auch als Kamillentee
- Übliche Studiendosis
- 220 bis 1500 mg Extrakt pro Tag in den Kapselstudien, in einer Teestudie 3-mal 3 g Trockenkamille pro Tag als Aufguss
- Zeit bis zur Wirkung
- Die geprüften Effekte auf Schlaf und Angstsymptome beruhen auf durchgehender Einnahme über 2 bis 12 Wochen. Ein Akuteffekt einer Einzeldosis ist nicht belegt
- Verträglichkeit
- In den Studien meist gut verträglich. Bei Allergie gegen Korbblütler (Asteraceae, zum Beispiel Ambrosia oder Ringelblume) sind Hautreaktionen möglich
Was diesem Stoff zugesprochen wird
Was die Studien hergeben.
Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.
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01
Kleine mittlere Verbesserung der subjektiven Schlafqualität bei hoher Heterogenität und hohem Verzerrungsrisiko
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Eine systematische Übersicht mit Meta-Analyse schloss 10 klinische Studien mit Kamillenextrakt oder Kamillentee und 772 Teilnehmenden ein, die Meta-Analyse zum PSQI-Gesamtwert selbst stützte sich auf 5 Studien [1]. Der PSQI-Gesamtwert sank im Mittel um 1,88 Punkte (95-Prozent-Konfidenzintervall minus 3,46 bis minus 0,31), bei sehr hoher Heterogenität von I-Quadrat 88,4 Prozent. Neun der zehn eingeschlossenen Studien hatten nach der Bewertung der Autoren ein hohes Verzerrungsrisiko, die einzige Studie mit niedrigem Verzerrungsrisiko fand keinen signifikanten Unterschied. Einzelmesswerte wie Schlafdauer und Schlafeffizienz besserten sich nicht durchgehend. Wegen dieser methodischen Unsicherheit trägt der Befund nur die Stufe Hinweise
Quellen: 1
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02
Angstsymptome bei diagnostizierter generalisierter Angststörung
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Eine Meta-Analyse fand nach 2 und 4 Wochen Kamillenextrakt eine Verbesserung auf der Hamilton-Angst-Skala (mittlere Differenz minus 1,43, 95-Prozent-KI minus 2,47 bis minus 0,39, beziehungsweise minus 1,79, 95-Prozent-KI minus 3,14 bis minus 0,43). Zwei zugrunde liegende Einzelstudien zeigen dieselbe Richtung, eine 8-Wochen-RCT (n gleich 57) und die randomisierte Erhaltungsphase einer zweiphasigen Langzeitstudie (n gleich 93 Responder aus zunächst 179 Teilnehmenden). Die Effekte sind klein. Eine zweite Netzwerk-Meta-Analyse zu 12 Heilpflanzen bei Angststörung speiste für Kamille nur eine einzige Primärstudie ein und fand ebenfalls keinen signifikanten Unterschied zu Placebo (mittlere Differenz 0,54, 95-Prozent-Kredibilitätsintervall minus 5,13 bis 6,25). Die Autoren dieser zweiten Analyse lehnen darin ausdrücklich die Lesart unwirksam ab, wörtlich, es gebe 'insufficient evidence to confirm the ineffectiveness of Chamomile'. Ob die eine dort eingespeiste Studie datenunabhängig von den Studien ist, die die erste Meta-Analyse trägt, lässt sich aus den Abstracts nicht klären, mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich um dieselbe RCT (Amsterdam 2009)
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03
Kein Unterschied zu Placebo bei Zustandsangst in drei zusammengefassten RCTs
Nicht bestätigtEinordnung und Einschränkungen
Dieselbe Meta-Analyse fasste 3 RCTs zusammen und fand gegenüber den jeweiligen Kontrollgruppen keinen signifikanten mittleren Unterschied (standardisierte Mittelwertdifferenz minus 0,15, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,46 bis 0,16, p gleich 0,42) [2]. Das Intervall lässt einen kleinen bis annähernd moderaten Nutzen zu, bei nur drei Studien ist die Präzision gering. Das Abstract nennt weder Populationen, Dosen, Darreichungsformen, Einnahmedauern noch Heterogenität und belegt keine akute Einzeldosis. Der Befund ist damit nicht bestätigt, die geringe Präzision schließt einen Nutzen aber nicht endgültig aus
Quellen: 2
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04
Stimmung, depressive Symptome (Hamilton-Depressions-Skala)
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Exploratorische Sekundäranalyse derselben 8-Wochen-Studie wie bei der generalisierten Angststörung (n gleich 57) fand eine signifikant stärkere Abnahme des HAM-D-Gesamtwerts unter Kamille gegenüber Placebo (p kleiner 0,05). In der Untergruppe mit zusätzlicher bestehender depressiver Begleiterkrankung war der Unterschied nicht signifikant (p gleich 0,062)
Quellen: 6
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05
Magen-Darm-Motilität im isolierten Gewebepräparat
Nur Labor und TierEinordnung und Einschränkungen
Ein Ex-vivo-Organbadversuch an Meerschweinchen-Magengewebe zeigte für die isolierte Kamillenblüten-Extraktkomponente eines Mehrstoff-Präparats eine hemmende Wirkung auf die Motorik des oberen Magenanteils und eine steigernde Wirkung auf die Motorik des unteren Magenanteils [7]. Das Präparat wurde von Steigerwald Arzneimittelwerk unterstützt. Eine Humanstudie zur Verdauung mit Kamillenextrakt allein liegt nicht vor
Quellen: 7
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06
Blutwerte zu oxidativem Stress
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Einfachblinde RCT bei Personen mit Typ-2-Diabetes (n gleich 64, 8 Wochen, Kamillentee statt Extrakt) fand gegenüber der Kontrollgruppe eine Zunahme der Gesamtantioxidationskapazität sowie der Enzyme Superoxiddismutase, Glutathionperoxidase und Katalase, dazu eine Abnahme von Malondialdehyd (alle p kleiner 0,05). Der Kopfbefund derselben Studie betraf glykämische Marker, glykiertes Hämoglobin, Insulinspiegel und HOMA-IR, und ist hier bewusst nicht aufgeführt, weil er unmittelbar auf eine Stoffwechselerkrankung bezogen ist. Aufgeführt sind nur die Werte zu oxidativem Stress. Kleine, nicht doppelblinde Studie an einer speziellen Population
Quellen: 8
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07
Schutz von Immunzellen vor oxidativem Stress im Zellversuch
Nur Labor und TierEinordnung und Einschränkungen
Zellversuch an Makrophagen (RAW 264.7) zeigte, dass ein wässriger Kamillenextrakt die Zellen vor durch Wasserstoffperoxid ausgelöstem Zellschaden bewahrte, über eine Aktivierung des Nrf2-Signalwegs und mehrerer antioxidativer Enzyme. Kein Beleg für eine Wirkung am Menschen
Quellen: 9
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08
Geringere Entzündungs- und Schmerzwerte bei äußerlicher oder mukosaler Anwendung, nicht oral eingenommen
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Eine Meta-Analyse aus 11 randomisierten Studien zu topischer oder mukosaler Kamillenanwendung, unter anderem als Mundspülung, fand geringere Entzündungsgrade und Schmerzwertungen, allerdings bei unterschiedlichen Indikationen, Darreichungen und Vergleichsbehandlungen [10]. Eine einzelne RCT bei 72 Stomapatienten fand eine schnellere Abheilung von Hautläsionen unter Kamillenkompressen als unter 1-Prozent-Hydrocortison-Salbe [11]. Beide Befunde betreffen die äußerliche oder mukosale Anwendung, nicht die orale Einnahme des Extrakts
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09
Schmerzen bei primärer Dysmenorrhoe, Kamille allein und als Kombination unterschiedlich untersucht
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Ein Cochrane-Review zu Nahrungsergänzungsmitteln bei Regelschmerzen fasste 27 RCTs mit 3101 Teilnehmerinnen zu 12 Heilpflanzen und 5 weiteren Nahrungsergänzungsmitteln zusammen, Kamille war eine der geprüften Pflanzen [12]. Das verfügbare Abstract enthält kein eigenes Effektmaß für Kamille. Insgesamt bewerteten die Autoren die Evidenz als niedrig bis sehr niedrig, vor allem wegen sehr kleiner Stichproben. Eine kleine RCT mit 30 Teilnehmerinnen prüfte ein Kamille-plus-Theanin-Getränk gegen ein nur mit Kamille aromatisiertes Kontrollgetränk und fand während der Intervention einen geringeren Schmerzscore in der Kombinationsgruppe [13]. Das ist ein Kombinationspräparat und kein Beleg für Kamillenextrakt allein
Kamille wird verbreitet ein breites Spektrum an Wirkungen zugeschrieben, von Schlaf über Verdauung, Regelschmerzen bis Immunsystem. Am besten belegt ist der Effekt auf die Schlafqualität. Für kurzfristig gemessene Zustandsangst fand eine Meta-Analyse aus drei RCTs keinen signifikanten Unterschied zu Placebo, bei einem allerdings breiten Konfidenzintervall und geringer statistischer Power, dazu weiter unten mehr. Für Verdauung und Immunsystem liegen bislang nur Labor- und Zelldaten oder Studien zu Kombinationspräparaten vor, keine sauberen Humandaten zu Kamillenextrakt allein.
Studien im Detail
Schlafqualität
Kazemi und Kollegen werteten 2024 zehn klinische Studien mit insgesamt 772 Teilnehmenden aus, die Kamille in Form von Extrakt oder Tee bei Schlaf einsetzten. Für den PSQI-Gesamtwert, den am häufigsten erhobenen Summenwert für Schlafqualität, ergab die Meta-Analyse aus fünf Studien eine Verbesserung um 1,88 Punkte gegenüber Kontrollgruppen.
Einschränkung: Die Heterogenität zwischen den Studien war hoch. Nicht alle Teilmaße besserten sich: Die Zahl der nächtlichen Aufwachphasen verbesserte sich in den meisten Studien, Schlafdauer und Schlafeffizienz dagegen nicht durchgehend. Tagesmüdigkeit veränderte sich in keiner der drei Studien, die das prüften.
Angstsymptome bei generalisierter Angststörung
Die Meta-Analyse von Hieu und Kollegen (2019) fasst unter anderem Studien zu diagnostizierter generalisierter Angststörung zusammen. Nach 2 und 4 Wochen Kamillenextrakt zeigte sich auf der Hamilton-Angst-Skala eine kleine, aber statistisch signifikante Verbesserung.
Zwei Einzelstudien tragen diesen Befund. Amsterdam und Kollegen (2009) prüften 57 Teilnehmende mit leichter bis mittlerer generalisierter Angststörung über 8 Wochen doppelblind gegen Placebo und fanden einen signifikant größeren Rückgang des HAM-A-Gesamtwerts unter Kamille (p gleich 0,047). Mao und Kollegen (2016) prüften in einer zweiphasigen Studie zunächst 179 Teilnehmende offen mit Kamille über 12 Wochen; die 93 Responder wurden anschließend doppelblind auf Kamille oder Placebo randomisiert. Während dieser Erhaltungsphase blieben die Angstsymptom-Werte unter Kamille durchgehend niedriger als unter Placebo, der Unterschied bei der Rückfallhäufigkeit selbst wurde jedoch nicht statistisch signifikant.
Eine zweite Netzwerk-Meta-Analyse von Zhang und Kollegen (2022), die 29 RCTs zu 12 Heilpflanzen bei Angststörung vergleicht, speiste für Kamille nur eine einzige Primärstudie ein und fand dort keinen signifikanten Unterschied zu Placebo (mittlere Differenz 0,54, 95-Prozent-Kredibilitätsintervall minus 5,13 bis 6,25). Die Autoren lehnen darin ausdrücklich die Lesart unwirksam ab, wörtlich: "insufficient evidence to confirm the ineffectiveness of Chamomile". Ob diese eine eingespeiste Studie datenunabhängig von den Studien ist, die Hieus direkte Meta-Analyse trägt, lässt sich aus den Abstracts nicht sicher klären. Es handelt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um dieselbe RCT von Amsterdam und Kollegen (2009), dann sind beide Auswertungen keine zwei unabhängigen Datensätze, sondern zwei Lesarten desselben Materials, und das erklärt einen Teil der Diskrepanz zwischen minus 1,43 und plus 0,54.
Akute Zustandsangst
Für kurzfristig gemessene Zustandsangst (State Anxiety) fand dieselbe Meta-Analyse von Hieu und Kollegen in drei zusammengefassten RCTs keinen signifikanten Unterschied zu Placebo (standardisierte Mittelwertdifferenz minus 0,15, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,46 bis 0,16, p gleich 0,42). Das Intervall schließt einen kleinen bis moderaten Nutzen nicht sicher aus, bei nur drei zusammengefassten Studien ist die Präzision gering. Das Abstract macht zudem keine Angaben zu Einnahmedauer oder Darreichungsform dieser drei Studien, die Annahme einer raschen Wirkung einer Einzeldosis lässt sich daraus also nicht ableiten. Die Autoren selbst formulieren zurückhaltend: "Little evidence is there to show its effect on anxiety and insomnia. Larger RCTs are needed." Für diesen Messwert ist die Wirkung damit nicht bestätigt, das ist etwas anderes als widerlegt.
Stimmung
In einer späteren Auswertung derselben Studiendaten wie bei der Angststörung (Amsterdam und Kollegen, 2012) zeigte sich über die Studiendauer ein signifikant größerer Rückgang des Hamilton-Depressions-Gesamtwerts unter Kamille als unter Placebo. Bei den Teilnehmenden mit zusätzlicher depressiver Begleiterkrankung erreichte der Unterschied keine Signifikanz, der Trend ging aber in dieselbe Richtung.
Blutwerte zu oxidativem Stress
Zemestani und Kollegen (2016) prüften bei 64 Personen mit Typ-2-Diabetes über 8 Wochen dreimal täglich Kamillentee gegenüber einer Wasser- Kontrollgruppe. Gegenüber der Kontrollgruppe stiegen die Gesamtantioxidationskapazität sowie die Enzyme Superoxiddismutase, Glutathionperoxidase und Katalase, während der Marker für Lipidperoxidation, Malondialdehyd, sank.
Einschränkung: Die Studie war klein, nur einfachblind, verwendete Tee statt Extrakt und wurde an einer Population mit Diabetes durchgeführt, nicht an gesunden Erwachsenen.
Sichtbare Auslassung: Der eigentliche Kopfbefund derselben Studie betraf glykämische Marker, glykiertes Hämoglobin, Insulinspiegel und den HOMA-IR-Wert sanken ebenfalls signifikant gegenüber der Kontrollgruppe. Dieser Teil des Ergebnisses ist hier bewusst nicht aufgeführt, weil er unmittelbar auf eine Stoffwechselerkrankung bezogen ist und das Kompendium keine Aussagen zu Krankheitsbezug macht. Aufgeführt sind ausschließlich die Werte zu oxidativem Stress.
Schmerzen bei Regelblutung
Ein Cochrane-Review von Pattanittum und Kollegen (2016) fasst 27 RCTs mit 3101 Teilnehmerinnen zu 12 Heilpflanzen und 5 weiteren Nahrungsergänzungsmitteln bei Regelschmerzen zusammen, Kamille ist eine der 12 geprüften Pflanzen neben unter anderem Ingwer, Fenchel und Baldrian. Das über PubMed verfügbare Abstract endet vor der Ergebnisdarstellung zu den einzelnen Pflanzen, ein eigenes Effektmaß für Kamille lässt sich daraus nicht entnehmen. Insgesamt bewerten die Autoren die Evidenz des gesamten Reviews als niedrig bis sehr niedrig, mit Ungenauigkeit durch sehr kleine Stichproben als Hauptlimitation.
Eine kleine RCT von Soh und Kollegen (2025, n gleich 30) prüfte ein Getränk aus Kamille und Theanin gegen ein lediglich Kamille-aromatisiertes Kontrollgetränk bei jungen Frauen mit primärer Dysmenorrhoe und fand eine Reduktion der Schmerzintensität. Das ist ein Kombinationspräparat, kein Beleg für Kamillenextrakt allein, und mit 15 Teilnehmerinnen je Gruppe eine sehr kleine Studie.
Tier- und Laborstudien
Zur Magen-Darm-Motilität existiert ein Ex-vivo-Organbadversuch, in dem Kamillenblüten-Extrakt als eine von mehreren Einzelkomponenten eines Kombinationspräparats an Magengewebe getestet wurde. Der Extrakt wirkte im oberen Magenanteil hemmend und im unteren Magenanteil steigernd auf die Motorik. Das ist ein Mechanismus-Befund an Gewebe, keine Aussage zur Wirkung eines eingenommenen Kamillenextrakts beim Menschen.
Zum Schutz von Immunzellen liegt ein Zellversuch an Makrophagen vor: Ein wässriger Kamillenextrakt bewahrte die Zellen im Labor vor oxidativem Zellschaden durch Wasserstoffperoxid, unter anderem über eine Aktivierung des Nrf2-Signalwegs. Auch das ist ein Zellbefund ohne Aussage zur Wirkung beim Menschen.
Aus beiden Befunden folgt keine Aussage darüber, wie sich oral eingenommener Kamillenextrakt beim Menschen auf Verdauung oder Immunsystem auswirkt.
Sicherheit und Wechselwirkungen
In den ausgewerteten Studien war Kamille überwiegend gut verträglich, mit niedrigen und meist placebo-ähnlichen Raten an unerwünschten Ereignissen.
Kamille gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Bei bestehender Allergie gegen andere Pflanzen dieser Familie, etwa Ambrosia oder Ringelblume, sind Kreuzreaktionen und Hautreaktionen möglich.
Eine belastbare eigene Recherche zu Wechselwirkungen liegt uns nicht vor. Diskutiert wird ein möglicher Einfluss von Cumarin-Verbindungen in Kamille auf die Blutgerinnung. Wer gerinnungshemmende Medikamente nimmt, sollte das mitdenken, bis eine eigene Quelle das genauer einordnet.
Quellen zum Nachlesen
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02
Systematische Übersicht mit Meta-Analyse aus 12 randomisierten und quasi-randomisierten Studien · 2019
Therapeutic efficacy and safety of chamomile for state anxiety, generalized anxiety disorder, insomnia, and sleep quality, A systematic review and meta-analysis of randomized trials and quasi-randomized trials
Hieu TH, et al. Phytother Res
- 03
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04
Zweiphasige Studie, Phase 1 offen-label 12 Wochen (n gleich 179), Phase 2 doppelblind randomisiert 26 Wochen (n gleich 93 Responder) · 2016
Long-term chamomile (Matricaria chamomilla L.) treatment for generalized anxiety disorder, A randomized clinical trial
Mao JJ, et al. Phytomedicine
Zur Zuschreibung: 02
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- 07
- 08
- 09
- 10
- 11
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12
Cochrane-Review mit Meta-Analyse aus 27 RCTs zu 12 Heilpflanzen und 5 weiteren Nahrungsergänzungsmitteln bei Regelschmerzen, 3101 Teilnehmerinnen, Kamille-spezifisches Effektmass im verfügbaren Abstract nicht enthalten · 2016
Dietary supplements for dysmenorrhoea
Pattanittum P, et al. Cochrane Database Syst Rev
Zur Zuschreibung: 09
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13
RCT, n gleich 30 (15 pro Gruppe), Kamille-plus-Theanin-Getränk gegen Kamille-aromatisiertes Kontrollgetränk, 5 Tage · 2025
Effects of chamomile and -theanine beverage on menstrual pain, menstrual symptoms, mood, and sleep quality in young women experiencing primary dysmenorrhea, A randomized, double-blind, placebo-controlled study
Soh Z, et al. J Food Drug Anal
Zur Zuschreibung: 09
Bei H.P.N
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