KannaEase
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Pflanzenextrakte
Sceletium tortuosum (oberirdische Pflanzenteile, Kraut und Stängel, traditionell fermentiert) · Kanna · Kougoed · Channa · Sceletium-Extrakt · Zembrin · Markenrohstoff eines südafrikanischen Herstellers
Auf einen Blick
- Was es ist
- Ein Extrakt aus dem südafrikanischen Sukkulenten Sceletium tortuosum, reich an Mesembrin-artigen Alkaloiden. Fast die gesamte hier zusammengetragene Humanforschung nutzt den standardisierten Markenrohstoff Zembrin, ein 2 zu 1 konzentrierter Extrakt eines südafrikanischen Herstellers
- Herkunft
- Eine Sukkulente aus den trockenen Regionen Südafrikas, deren oberirdische Pflanzenteile von den San und Khoikhoi traditionell fermentiert und gekaut oder geraucht wurden
- Wirkform in Studien
- Fast ausschließlich der standardisierte Markenrohstoff Zembrin, einmal als akute Einzeldosis von 25 mg, einmal über acht Tage und einmal über drei Monate mit 8 oder 25 mg täglich. Tier- und Zellmodelle prüfen daneben teils den Gesamtextrakt, teils das isolierte Alkaloid Mesembrin allein
- Übliche Studiendosis
- 25 mg Zembrin als akute Einzeldosis in den Studien zu Angst und Gehirnaktivität, 25 mg täglich über acht Tage in der Studie zu Reaktionsleistung und Stimmung, 8 oder 25 mg täglich über drei Monate in der Verträglichkeitsstudie
- Bekannt geworden durch
- Die traditionelle Verwendung als Kaumittel und Rauschmittel im südlichen Afrika, in jüngerer Zeit durch die Vermarktung als natürliche Alternative mit einer den Serotonin-Wiederaufnahmehemmern ähnlichen Wirkweise
- Verträglichkeit
- In der einzigen dafür angelegten Studie über drei Monate bei 8 und 25 mg täglich gut vertragen, mit weniger berichteten Nebenwirkungen als unter Placebo
Was diesem Stoff zugesprochen wird
Was die Studien hergeben.
Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.
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01
Subjektive Angst und Anspannung in einer akuten Stress-Simulation vor einer Rede, mit gemischtem Ergebnis zwischen zwei Teilstudien
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
In einer Teilstudie mit einer simulierten Aufgabe am Bildschirm kein Unterschied zu Placebo. In einer zweiten Teilstudie mit einer simulierten Rede war die Anspannung vor Beginn der Belastung niedriger.
Ausführlicher Nachweis
In zwei zwischen Personen aufgeteilten, plazebokontrollierten, doppelblinden Studien mit je 20 gesunden jungen Erwachsenen wurde eine akute Einzeldosis von 25 mg Zembrin gegen Placebo geprüft [1]. In der ersten Teilstudie, mit einer 20-minütigen Mehrfachaufgabe am Bildschirm als Stressreiz, fand die Auswertung keinen Behandlungseffekt auf die gemessene Stimmung [1]. In der zweiten Teilstudie, mit einer fünfminütigen simulierten öffentlichen Rede als Stressreiz, war die subjektive Angst unter Zembrin zum Zeitpunkt unmittelbar vor Beginn der Belastung signifikant niedriger als unter Placebo, dazu bestand eine signifikante Wechselwirkung zwischen Behandlung und Zeit bei der Herzfrequenz [1]. Der Abstract nennt für diese Effekte keine Zahlenwerte mit Konfidenzintervall, nur die Signifikanzangabe. Die Autoren selbst bezeichnen das Ergebnis als erste vorläufige Verhaltensevidenz für eine angstlösende Eigenschaft von Zembrin, nicht als abschließenden Beleg [1]. Die Ergebnisse stammen aus zwei kleinen Studien mit je 20 gesunden, nicht klinisch belasteten Personen und beziehen sich auf eine einmalige Gabe vor einem experimentell erzeugten, kurzfristigen Stressreiz, nicht auf eine tägliche Einnahme. Das PubMed-Feld zum Interessenkonflikt ist leer und ein freier Volltext liegt nicht vor, das Anschriftenfeld weist aber neben zwei britischen Hochschulen einen Mitautor bei der Firma American Medical Holdings Inc. in New York aus [1]. Eine Förderung durch den Hersteller des Markenrohstoffs ist hier weder belegt noch ausgeschlossen, bei vier der neun Quellen dieses Eintrags ist sie belegt.
Quellen: 1
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02
Reaktivität der Amygdala auf angstauslösende Reize und ihre Kopplung mit dem Hypothalamus, nach einer akuten Einzeldosis
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Bei 16 gesunden Personen war im Hirnscan die Reaktion einer für Angst zuständigen Hirnregion auf ängstliche Gesichter schwächer als unter Placebo.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Cross-over-Studie mit funktioneller Magnetresonanztomographie erhielten 16 gesunde Erwachsene eine akute Einzeldosis von 25 mg Zembrin oder Placebo, während sie eine Wahrnehmungs- und eine Emotionszuordnungs-Aufgabe bearbeiteten [2]. In der Wahrnehmungsaufgabe war die Reaktivität der Amygdala auf unbeachtete ängstliche Gesichter unter geringer Belastung abgeschwächt, links 58 Bildpunkte mit p gleich 0,008, rechts 13 Bildpunkte mit p gleich 0,025 [2]. In der Emotionszuordnungs-Aufgabe zeigte der Extrakt dagegen weder als Haupteffekt noch als Wechselwirkung einen Einfluss auf die Aktivierung, die mittlere Amygdala-Aktivität lag dort unter Zembrin sogar tendenziell höher als unter Placebo, 0,61 gegenüber 0,38 Prozent Signaländerung mit F(1,14) gleich 3,13 und p gleich 0,099 [2]. Abgeschwächt war in dieser Aufgabe allein die Kopplung zwischen Amygdala und Hypothalamus, gestützt auf ein Nest von 8 Bildpunkten mit p gleich 0,034 [2]. Konfidenzintervalle nennt die Arbeit für keinen dieser Werte. Gemessen wurden Hirnaktivierungsmuster als Surrogatmarker, kein subjektiv berichtetes Angstniveau und kein klinischer Endpunkt, an einer kleinen Stichprobe von 16 gesunden Personen nach einer einmaligen Gabe. Die Autoren halten selbst fest, dass sie keine allgemeinen Stimmungseffekte beobachtet haben [2]. Das PubMed-Feld zum Interessenkonflikt ist leer, der Volltext liegt frei in PMC3828542 vor und wurde ausgewertet [2]. Er weist die Arbeit als herstellernah aus, finanziert von H.L. Hall and Sons Ltd. Südafrika und der niederländischen Forschungsorganisation NWO, und ein Mitautor ist Direktor für medizinische und wissenschaftliche Angelegenheiten bei HG&H Pharmaceuticals, der Firma, die Zembrin entwickelt hat, und wird mit dieser Firma als Anschrift geführt [2].
Quellen: 2
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03
Komplexe Reaktionsleistung mit kognitiver Zusatzbelastung nach achttägiger täglicher Einnahme bei jungen, trainierten Erwachsenen
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Bei 60 jungen, trainierten Erwachsenen war die Reaktionsleistung bei einer Aufgabe mit zusätzlicher Denkbelastung nach acht Tagen besser als unter Placebo.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten, plazebokontrollierten Studie erhielten 60 junge, körperlich trainierte Erwachsene (48 Männer, 12 Frauen, 20 bis 35 Jahre) acht Tage lang täglich 25 mg Zembrin oder Placebo, mit einer Testung vor Beginn und zwei Stunden nach der letzten Einnahme am achten Tag [3]. Bei einer Aufgabe zur reaktiven Wendigkeit, die auf wiederholte visuelle Reize unter gleichzeitiger kognitiver Belastung reagieren ließ, verbesserte sich die Leistung unter Zembrin signifikant stärker als unter Placebo [3]. Ein Effektmaß mit Konfidenzintervall nennt der Abstract dafür nicht. Bei einer einfachen Reaktionsaufgabe ohne zusätzliche Denkbelastung gab es dagegen keinen Unterschied zwischen den Gruppen, siehe die eigene Zeile zu Stimmung und einfacher Reaktion [3]. Eine einzelne, noch nicht unabhängig wiederholte Studie an jungen, gesunden, sportlich aktiven Menschen über acht Tage. Das PubMed-Feld zum Interessenkonflikt ist leer und ein freier Volltext liegt nicht vor, Europe PMC führt keinen Fördereintrag, die Anschriften nennen ausschließlich Hochschulen und ein Krankenhaus [3]. Eine Herstellerbindung ist hier weder belegt noch ausgeschlossen.
Quellen: 3
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04
Stimmung, Wachheit und einfache Reaktionszeit nach achttägiger täglicher Einnahme, ohne Unterschied zu Placebo bei jungen, trainierten Erwachsenen
Nicht bestätigtEinordnung und Einschränkungen
In derselben Studie an 60 jungen, trainierten Erwachsenen veränderten sich weder die selbst eingeschätzte Stimmung noch die Wachheit noch eine einfache Reaktionszeit gegenüber Placebo.
Ausführlicher Nachweis
In derselben Studie an 60 jungen, trainierten Erwachsenen über acht Tage veränderten sich weder der mit einer visuellen Analogskala erfasste Wert für Wachheit und Energie noch der Gesamtwert des Profile-of-Mood-States-Fragebogens signifikant zwischen Zembrin und Placebo, ebenso wenig eine einfache Reaktionsaufgabe ohne kognitive Zusatzbelastung [3]. Die Autoren stellen den Befund selbst der oben beschriebenen Verbesserung bei komplexer Reaktionsleistung ausdrücklich gegenüber und schreiben, in der untersuchten Personengruppe seien keine Vorteile bei der Stimmung beobachtet worden [3]. Diese Studie widerlegt damit für gesunde, junge, sportlich aktive Menschen über acht Tage einen Stimmungseffekt, sie sagt nichts über eine mögliche Wirkung bei Menschen mit einer bereits belasteten Stimmungslage aus, dafür hat unsere Suche keine Studie gefunden, siehe die eigene Zeile.
Quellen: 3
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05
Bindung an den Serotonin-Transporter und Hemmung der Phosphodiesterase 4 in Enzym- und Rezeptor-Bindungsassays
Nur Labor und TierEinordnung und Einschränkungen
Der Extrakt und sein Hauptalkaloid Mesembrin blockierten in Zell- und Enzymversuchen den Serotonin-Transporter und ein Enzym namens Phosphodiesterase 4. Kein Versuch am lebenden Menschen oder Tier.
Ausführlicher Nachweis
In einer Laborarbeit wurde ein standardisierter Zembrin-Extrakt sowie die daraus gereinigten Alkaloide Mesembrin, Mesembrenon und Mesembrenol an einem Satz von Rezeptoren, Enzymen und weiteren Bindungsstellen getestet [5]. Der Extrakt blockierte die Bindung an den Serotonin-Transporter (mittlere hemmende Konzentration 4,3 Mikrogramm je Milliliter) und hemmte die Phosphodiesterase 4 stark (8,5 Mikrogramm je Milliliter), andere Phosphodiesterasen dagegen nicht [5]. Mesembrin war das wirksamste Alkaloid am Serotonin-Transporter (Bindungskonstante 1,4 Nanomol je Liter), Mesembrenon wirkte sowohl am Serotonin-Transporter als auch an der Phosphodiesterase 4 [5]. Zellschädigende Effekte fanden sich nicht [5]. Diese Ergebnisse stammen aus reinen Zell-, Enzym- und Bindungsversuchen ohne lebenden Organismus, sie erklären einen möglichen Wirkmechanismus, zeigen aber keine Wirkung bei Tier oder Mensch. Das PubMed-Feld zum Interessenkonflikt ist leer und ein freier Volltext liegt nicht vor, Europe PMC führt für diese Arbeit jedoch einen Fördereintrag, HL Hall & Sons Ltd. [5]. Das ist die Unternehmensgruppe, aus der der Markenrohstoff Zembrin stammt, der gesamte hier beschriebene Wirkmechanismus geht damit auf eine vom Hersteller finanzierte Arbeit zurück.
Quellen: 5
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06
Anhedonie-ähnliches und angstähnliches Verhalten sowie Entzündungs- und Botenstoffwerte im chronischen Stressmodell an männlichen Ratten
Nur Labor und TierEinordnung und Einschränkungen
Bei männlichen, chronisch gestressten Ratten besserte die niedrigere von zwei geprüften Dosen das Verhalten und einen Entzündungswert. Die Studie wurde vom Hersteller des Markenrohstoffs mitfinanziert.
Ausführlicher Nachweis
In einer Tierstudie wurden Wistar-Ratten beiderlei Geschlechts acht Wochen lang einem Modell aus wechselnden, milden Stressreizen ausgesetzt und erhielten anschließend 36 Tage lang entweder Kochsalzlösung, Zembrin in zwei Dosen (25 oder 12,5 mg je Kilogramm Körpergewicht), das isolierte Alkaloid Mesembrin, oder das Arzneimittel Escitalopram als Vergleichssubstanz [6]. Nur die männlichen, nicht die weiblichen Tiere zeigten nach der Stressphase ein stärker ausgeprägtes anhedonie- und angstähnliches Verhalten, gemessen unter anderem an der Vorliebe für Zuckerwasser und am Verhalten im offenen Feld, begleitet von einer erhöhten Expression eines Phosphodiesterase-4-Anteils im Hippocampus, veränderten Dopamin-Abbauprodukten und niedrigerem Serotonin in der Hirnrinde [6]. Bei den männlichen Tieren senkte die niedrigere Zembrin-Dosis (12,5 mg je Kilogramm) das anhedonie- und angstähnliche Verhalten, senkte die Phosphodiesterase-4-Expression in Hirnrinde und Hippocampus und erhöhte das entzündungshemmende Interleukin-10 im Blutplasma [6]. Das isolierte Mesembrin senkte das anhedonie-ähnliche Verhalten vorübergehend und erhöhte die serotonerge und dopaminerge Aktivität, während die höhere Zembrin-Dosis (25 mg je Kilogramm) zwar ebenfalls das Interleukin-10 erhöhte, gleichzeitig aber das Antioxidans Glutathion in der Hirnrinde senkte, ein von den Autoren selbst als gegenläufig beschriebener Befund [6]. Das PubMed-Feld zum Interessenkonflikt nennt hier ausnahmsweise Klarnamen, ein Autor habe als wissenschaftlicher Berater für den Hersteller HG&H gearbeitet, und HG&H, der Hersteller von Zembrin, habe sowohl das geprüfte Zembrin und Mesembrin gestellt als auch die Studie teilweise finanziert, nach Angabe der Autoren ohne weiteren Einfluss auf die Studie [6]. Eine reine Tierstudie ohne Übertragbarkeit auf den Menschen belegt, mit geschlechtsspezifischen und dosisabhängig gegenläufigen Befunden.
Quellen: 6
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07
Angstähnliches Verhalten sowie Bewegungsstörung und oxidativer Stress in zwei Zebrafisch-Larvenmodellen
Nur Labor und TierEinordnung und Einschränkungen
In Zebrafisch-Larven senkte der Extrakt angstähnliches Verhalten, das Alkaloid Mesembrin trug den größten Teil davon. Ein zweites Modell mit vorgeschädigten Larven zeigte eine bessere Bewegung.
Ausführlicher Nachweis
In einer Arbeit an Zebrafisch-Larven wurde mit einem Hell-Dunkel-Übergangstest, der gesteigerte Bewegung als angstähnliches und verringerte Bewegung als antriebsloses Verhalten wertet, eine wirksame Zembrin-Konzentration von 12,5 Mikrogramm je Milliliter ermittelt, die das angstähnliche Verhalten signifikant senkte [7]. Von den vier geprüften Einzelalkaloiden (Mesembrin, Mesembrenon, Mesembranol, Mesembrenol) in der jeweils im Extrakt enthaltenen Menge zeigte nur Mesembrin einen eigenständigen, signifikanten angstlösend wirkenden Effekt [7]. In Larven, die zuvor mit dem die Botenstoffe entleerenden Reserpin vorbehandelt worden waren, kehrte nur die höhere Zembrin-Konzentration (25 Mikrogramm je Milliliter) die durch Reserpin ausgelöste Bewegungsarmut um, während kein einzelnes Alkaloid diesen Effekt allein auslöste [7]. Eine zweite Arbeit einer anderen Gruppe an demselben Reserpin-Modell bestätigte, dass 12,5 Mikrogramm je Milliliter Zembrin die durch Reserpin ausgelöste Bewegungsarmut sowie einen erhöhten oxidativen Stress besserte, und identifizierte in einer rechnerischen Docking-Analyse mögliche Bindungsstellen der vier Hauptalkaloide an zwei für die Dopamin-Regulation wichtigen Zielstrukturen [8]. Beide Arbeiten fanden ausschließlich an Zebrafisch-Larven statt, keine an Säugetieren oder Menschen, das Reserpin-Modell in der zweiten Arbeit dient der Erforschung von Bewegungsstörungen allgemein und ist kein Modell für eine bestimmte psychische Verstimmung. Für die erste Arbeit erklären die Autoren in PubMed ausdrücklich keinen Interessenkonflikt, Europe PMC führt als Förderer die südafrikanische National Research Foundation, Vorhaben TTK-129870, und den South African Medical Research Council [7]. Die zweite Arbeit liegt frei in PMC13362728 vor und wurde ausgewertet, HG&H Pharmaceuticals stellte das geprüfte Zembrin, und ein Mitautor war als Berater und Sachverständiger für HG&H tätig, die Interessenerklärung nennt das ausdrücklich [8]. Sie ist damit keine vom Hersteller unabhängige Arbeit.
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08
Wirkung bei Menschen mit einer bereits ärztlich festgestellten, spürbar belasteten Stimmungs- oder Anspannungslage
Keine Studien gefundenEinordnung und Einschränkungen
Wir haben gesucht und ausschließlich Studien an gesunden Freiwilligen gefunden, keine einzige an einer bereits belasteten Personengruppe.
Ausführlicher Nachweis
Eine gezielte Suche in PubMed mit den Suchbegriffen "Sceletium tortuosum" "patients" sowie "Zembrin" "major depressive disorder", letztere ohne Beschränkung auf Humanstudien, ergab neben den bereits an anderer Stelle dieses Eintrags geführten Tierstudien keine einzige placebokontrollierte Studie am Menschen, die eine bereits spürbar belastete, klinisch untersuchte Personengruppe eingeschlossen hätte [9]. Eine 2026 veröffentlichte, umfassende Übersichtsarbeit über alle verfügbaren Tier- und Humanstudien zu Sceletium tortuosum und Zembrin kommt in ihrem frei zugänglichen Abstract zu demselben Schluss und benennt als eine der zentralen Einschränkungen der bisherigen Forschung ausdrücklich, dass die Studien in nicht klinisch relevanten Bevölkerungsgruppen durchgeführt wurden, und fordert größer angelegte Studien in einer tatsächlich betroffenen Personengruppe [9]. Alle vier hier geführten Humanstudien wurden ausschließlich an gesunden, überwiegend jungen Freiwilligen durchgeführt, siehe die eigenen Zeilen. Eine Aussage darüber, ob sich diese Befunde auf Menschen mit einer bereits spürbar belasteten Stimmungs- oder Anspannungslage übertragen lassen, ist aus den vorliegenden Studien nicht ableitbar.
Quellen: 9
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09
Schlafqualität als eigens geprüfter Endpunkt
Keine Studien gefundenEinordnung und Einschränkungen
Wir haben gesucht und keine Studie gefunden, die Schlaf als eigenen, gemessenen Endpunkt geprüft hat, nur unsystematisch erfasste Bemerkungen in Tagebüchern.
Ausführlicher Nachweis
Eine gezielte Suche in PubMed mit den Suchbegriffen "Sceletium tortuosum" "sleep" ergab einen einzigen Treffer, die dreimonatige Verträglichkeitsstudie an 37 gesunden Erwachsenen, die ausdrücklich keine Wirksamkeitsgrößen erhoben hat, sondern ausschließlich Sicherheit und Verträglichkeit [4]. Dort vermerkten einzelne Teilnehmende in einem freien Tagebuch unaufgefordert einen besseren Umgang mit Stress und einen besseren Schlaf, ohne dass die Studie dafür ein eigenes Messinstrument, eine Fallzahl oder einen statistischen Test verwendet hätte [4]. Diese unsystematisch erfassten Bemerkungen sind kein geprüfter Endpunkt und werden hier deshalb nicht als Beleg für eine schlaffördernde Wirkung gewertet.
Quellen: 4
Studien im Detail
Akute Wirkung auf Angst und Stress bei gesunden Erwachsenen
Reay und Kollegen prüften 2020 in zwei kleinen, plazebokontrollierten Studien mit je 20 gesunden jungen Erwachsenen eine akute Einzeldosis von 25 mg Zembrin. Bei einer Bildschirm-Mehrfachaufgabe als Stressreiz fand sich kein Behandlungseffekt, bei einer simulierten öffentlichen Rede war die Anspannung unmittelbar vor der Belastung niedriger und es zeigte sich eine Wechselwirkung bei der Herzfrequenz. Die Autoren selbst werten das Ergebnis als erste vorläufige Verhaltensevidenz, nicht als abschließenden Beleg. Terburg und Kollegen maßen 2013 mittels funktioneller Magnetresonanztomographie an 16 gesunden Erwachsenen unter derselben akuten Einzeldosis eine schwächere Reaktivität der Amygdala auf unbeachtete ängstliche Gesichter und eine schwächere Kopplung zwischen Amygdala und Hypothalamus. Das ist ein Befund auf der Ebene der Hirnaktivierung, nicht des subjektiv berichteten Erlebens, die Autoren beobachteten ausdrücklich keine Stimmungseffekte. Im zweiten Versuchsteil derselben Studie gab es überhaupt keinen Einfluss auf die Aktivierung, dort lag die Amygdala-Aktivität unter Zembrin sogar tendenziell höher als unter Placebo. Die Studie wurde von der Unternehmensgruppe hinter Zembrin mitfinanziert und hat einen leitenden Mitarbeiter der Herstellerfirma als Mitautor.
Reaktionsleistung und Stimmung bei mehrtägiger Einnahme
Hoffman und Kollegen prüften 2020 an 60 jungen, sportlich trainierten Erwachsenen die tägliche Einnahme von 25 mg Zembrin über acht Tage. Bei einer Aufgabe mit zusätzlicher kognitiver Belastung verbesserte sich die Reaktionsleistung stärker als unter Placebo, bei Stimmung, Wachheit und einer einfachen Reaktionsaufgabe ohne Zusatzbelastung fand sich dagegen kein Unterschied. Die Autoren stellen diesen fehlenden Stimmungseffekt in ihrer eigenen jungen, gesunden Studienpopulation ausdrücklich fest.
Verträglichkeit über drei Monate
Nell und Kollegen prüften 2013 an 37 gesunden Erwachsenen die tägliche Einnahme von 8 oder 25 mg Zembrin über drei Monate, ausschließlich mit Blick auf Sicherheit und Verträglichkeit, ohne Wirksamkeitsendpunkte. Vitalwerte, EKG, Blutbild und weitere Laborwerte veränderten sich nicht auffällig, die am häufigsten berichtete Nebenwirkung, Kopfschmerz, trat unter Placebo sogar häufiger auf als unter den beiden Zembrin-Dosen. Einzelne Teilnehmende vermerkten unaufgefordert in einem freien Tagebuch einen besseren Umgang mit Stress und einen besseren Schlaf, ohne dass diese Angaben mit einem eigenen Messinstrument erfasst wurden.
Tier- und Laborstudien
Harvey und Kollegen zeigten 2011 in reinen Labor- und Zellversuchen, dass ein Zembrin-Extrakt und sein Hauptalkaloid Mesembrin den Serotonin-Transporter blockieren und die Phosphodiesterase 4 hemmen, ohne zellschädigende Wirkung. Diese Ergebnisse erklären einen möglichen Wirkmechanismus, zeigen aber keine Wirkung an einem lebenden Organismus.
Gericke und Kollegen zeigten 2025 an chronisch gestressten Wistar-Ratten geschlechtsspezifische Effekte: Nur die männlichen Tiere entwickelten ein stärker ausgeprägtes anhedonie- und angstähnliches Verhalten nach der Stressphase, und nur bei ihnen besserte die niedrigere der beiden geprüften Zembrin-Dosen dieses Verhalten sowie einen Entzündungswert im Blut. Die höhere Dosis zeigte einen gegenläufigen Befund bei einem Antioxidans in der Hirnrinde. Diese Studie legt ihre Herstellerbindung im PubMed-Feld offen, und sie ist damit nicht allein. Bei vier der neun Quellen ist eine Bindung an den Hersteller belegt, siehe Sicherheit und die Quellenangaben.
In zwei Arbeiten an Zebrafisch-Larven senkte Zembrin angstähnliches Verhalten in einem Hell-Dunkel-Test, wobei das Alkaloid Mesembrin den größten Teil dieses Effekts allein auslöste, während in einem zweiten Modell mit vorab durch Reserpin geschädigten Larven nur die höhere Zembrin-Konzentration die Bewegungsarmut umkehrte und kein einzelnes Alkaloid diesen Effekt allein erzielte. Eine zweite Arbeit einer anderen Gruppe an demselben Reserpin-Modell fand eine ähnliche Besserung von Bewegung und oxidativem Stress bei einer niedrigeren Zembrin-Konzentration. Unabhängig vom Hersteller ist auch sie nicht, HG&H stellte das Präparat und beriet einen Mitautor.
Abgrenzung, Zembrin gegenüber anderen Sceletium-Zubereitungen
Nahezu die gesamte hier zusammengetragene Forschung, sowohl an Menschen als auch im Tier- und Zellmodell, prüft denselben standardisierten Markenrohstoff Zembrin, einen 2 zu 1 konzentrierten Extrakt eines einzelnen südafrikanischen Herstellers. Die traditionelle Verwendung der Pflanze bestand dagegen in einem fermentierten, gekauten oder gerauchten Rohmaterial ohne standardisierten Alkaloidgehalt. Befunde zu Zembrin lassen sich nicht ohne Weiteres auf ein anderes Sceletium-Präparat mit abweichendem Alkaloidgehalt übertragen. Innerhalb der Zembrin-Forschung selbst zeigen die Tier- und Zellmodelle außerdem, dass die vier Hauptalkaloide (Mesembrin, Mesembrenon, Mesembranol, Mesembrenol) unterschiedlich stark zu den einzelnen beobachteten Effekten beitragen, und dass nicht jeder Effekt des Gesamtextrakts durch ein einzelnes Alkaloid allein erklärt werden kann.
Sicherheit und Wechselwirkungen
In der einzigen dafür angelegten Studie war die tägliche Einnahme von 8 oder 25 mg Zembrin über drei Monate gut verträglich, mit weniger berichteten Nebenwirkungen als unter Placebo.
Die in Laborversuchen gezeigte Hemmung des Serotonin-Transporters und der Phosphodiesterase 4 macht eine Wechselwirkung mit Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI), anderen serotonerg wirkenden Arzneimitteln oder MAO-Hemmern pharmakologisch plausibel. Eine eigene, dafür angelegte Humanstudie liegt uns dazu nicht vor, bei einer bestehenden Einnahme solcher Arzneimittel ist ärztliche Rücksprache vor der Einnahme deshalb sinnvoll.
Vier der neun Quellen tragen eine belegte Bindung an den Hersteller von Zembrin. Bei der Rattenstudie stellte HG&H das Material, finanzierte teilweise mit und beriet einen Autor. Die Hirnscan-Studie wurde von H.L. Hall and Sons Ltd. mitfinanziert und hat einen leitenden Mitarbeiter von HG&H als Mitautor. Die Laborarbeit zum Wirkmechanismus führt Europe PMC mit HL Hall & Sons Ltd. als Förderer. Bei der zweiten Zebrafisch-Arbeit stellte HG&H das Präparat und beriet einen Mitautor. Bei den Quellen 1, 3 und 4, darunter zwei der vier Humanstudien, führt weder PubMed ein Interessenfeld noch Europe PMC einen Fördereintrag, und ein freier Volltext liegt nicht vor, dort ist eine Herstellerbindung weder belegt noch ausgeschlossen.
Zu Schwangerschaft und Stillzeit liegt uns keine eigene geprüfte Quelle vor, eine ärztliche Rücksprache vor der Einnahme ist in diesem Fall grundsätzlich sinnvoll.
Quellen zum Nachlesen
- 01
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02
RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, Cross-over, funktionelle Magnetresonanztomographie, n gleich 16, akute Einzeldosis 25 mg · 2013
Acute effects of Sceletium tortuosum (Zembrin), a dual 5-HT reuptake and PDE4 inhibitor, in the human amygdala and its connection to the hypothalamus
Terburg D, et al. Neuropsychopharmacology
Zur Zuschreibung: 02
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03
RCT, plazebokontrolliert, n gleich 60 (48 Männer, 12 Frauen), 8 Tage, 25 mg täglich · 2020
Ergogenic Effects of 8 Days of Sceletium Tortuosum Supplementation on Mood, Visual Tracking, and Reaction in Recreationally Trained Men and Women
Hoffman JR, et al. J Strength Cond Res
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04
RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, Parallelgruppen, n gleich 37 (12, 12, 13), 3 Monate, reine Sicherheits- und Verträglichkeitsstudie ohne Wirksamkeitsendpunkte · 2013
A randomized, double-blind, parallel-group, placebo-controlled trial of Extract Sceletium tortuosum (Zembrin) in healthy adults
Nell H, et al. J Altern Complement Med
Zur Zuschreibung: 09
- 05
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06
Tierstudie, Wistar-Ratten beiderlei Geschlechts, chronisches Stressmodell, 36 Tage Behandlung · 2025
Neuro-Inflammatory and Behavioral Changes Are Selectively Reversed by Sceletium tortuosum (Zembrin) and Mesembrine in Male Rats Subjected to Unpredictable Chronic Mild Stress
Gericke J, et al. Cells
Zur Zuschreibung: 06
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07
Laborstudie, Zebrafisch-Larven, Dosis-Wirkungs- und Alkaloid-Vergleich · 2024
Sceletium tortuosum-derived mesembrine significantly contributes to the anxiolytic effect of Zembrin, but its anti-depressant effect may require synergy of multiple plant constituents
Gericke J, et al. J Ethnopharmacol
Zur Zuschreibung: 07
- 08
- 09
Bei H.P.N
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