L-Arginin Nitrat
Zuletzt geprüft am
Aminosäuren
Arginin-Nitrat
Auf einen Blick
- Was es ist
- Ein Salz aus der Aminosäure L-Arginin und dem Nitrat-Ion, soll zwei Bildungswege von Stickstoffmonoxid im Körper gleichzeitig ansprechen
- Herkunft
- Industriell hergestelltes Salz. Kein nennenswertes natürliches Vorkommen als solches. Arginin ist ein Eiweißbaustein, Nitrat kommt vor allem in Rote Beete, Spinat und anderem Blattgemüse vor
- Wirkform in Studien
- In den beiden einzigen Studien zum Salz beziehungsweise zur Kombination entweder 6 g Arginin plus 614 mg Nitrat als getrennte Gaben, oder 1,3 g Arginin-Nitrat als Teil eines Mehrfachwirkstoff-Getränks. In der übrigen zitierten Literatur wurde stattdessen freies L-Arginin oder ein anderes Arginin-Salz beziehungsweise Nitrat aus Rote-Beete-Saft oder als anorganisches Salz geprüft, nicht das Salz Arginin-Nitrat selbst
- Übliche Studiendosis
- Arginin einzeln 1,5 bis 24 g pro Tag je nach Endpunkt, Nitrat einzeln meist 300 bis 800 mg pro Tag aus Rote-Beete-Saft
- Bekannt geworden durch
- Die Vermarktung als Trainingssupplement für Durchblutung und Muskel-"Pump", auf Basis der Annahme, Arginin und Nitrat verstärkten gemeinsam die Stickstoffmonoxid-Bildung
- Verträglichkeit
- Zur allgemeinen Verträglichkeit (Magen-Darm) von Arginin und Nitrat in den hier betrachteten Dosen liegt uns keine eigene systematische Quelle vor, das ist ein offener Punkt. Eine Dosis-Wirkungs-Meta-Analyse zu Arginin fand bei Dosen oberhalb von 9 g pro Tag keine signifikante Blutdrucksenkung gegenüber Placebo, das betrifft die Wirkung, nicht die Verträglichkeit
Was diesem Stoff zugesprochen wird
Was die Studien hergeben.
Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.
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01
Plasma-Nitrit-Spiegel als Biomarker der Stickstoffmonoxid-Verfügbarkeit
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Eine randomisierte Cross-over-Studie an 9 männlichen Elite-Skilangläufern fand nach 6 g Arginin plus 614 mg Nitrat einen Plasma-Nitrit-Spiegel von 319 nmol pro Liter gegenüber 149 unter Placebo, nahezu identisch mit 614 mg Nitrat allein (328 nmol pro Liter, beide p kleiner 0,01 gegenüber Placebo). Arginin brachte gegenüber Nitrat allein keinen messbaren Zusatznutzen
Quellen: 1
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02
Laufökonomie und 5-km-Laufzeit, kein Unterschied zu Placebo
Nicht bestätigtEinordnung und Einschränkungen
Dieselbe Studie an 9 Elite-Skilangläufern fand trotz erhöhtem Nitrit keinen Unterschied in der Laufökonomie oder in der 5-km-Laufzeit zwischen Arginin plus Nitrat, Nitrat allein und Placebo. Die Studie ist klein, geprüft wurde ein Unterschied zur Placebogruppe bei Laufökonomie und 5-km-Laufzeit, gefunden wurde keiner. Wegen der kleinen Stichprobe bleibt ein Restvorbehalt
Quellen: 1
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03
Durchblutung und Muskeldurchblutung während des Trainings (Pump-Gefühl)
Keine Studien gefundenEinordnung und Einschränkungen
Keine der beiden Studien zur Kombination hat Muskeldurchblutung, Muskeldicke oder eine vergleichbare direkte Kenngröße des Pumps gemessen. Der im Getränke-Versuch erfasste hämodynamische Belastungstest ist laut Volltext ein Lagewechsel vom Liegen zum Stehen mit Messung von Blutdruck und Puls, also eine Sicherheitsprüfung und keine Kenngröße des Pumps, und das Getränk enthielt zudem fünf weitere Wirkstoffe
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04
Akute Kraftausdauer beim Krafttraining (Wiederholungen bis zur Erschöpfung)
Studienlage offenEinordnung und Einschränkungen
Die einzige Studie mit einem Arginin-Nitrat-haltigen Getränk, finanziert vom Getränkehersteller Nutrabolt, fand bei akuter Einnahme mehr Wiederholungen bis zur Erschöpfung an der Beinpresse (Placebo minus 2,60, Verum plus 4,00 Wiederholungen, p gleich 0,031) und mehr Hebevolumen beim Bankdrücken (p gleich 0,007). Das Getränk enthielt zugleich 200 mg Koffein, 2,1 g Beta-Alanin und drei weitere Wirkstoffe, das Placebo dagegen nur Traubenzucker ohne diese Wirkstoffe. Koffein hat einen bekannten akuten Effekt auf Kraftleistung, ein Beitrag von Arginin-Nitrat lässt sich aus diesem Design nicht isolieren
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05
Blutdruck in Ruhe
Keine Studien gefundenEinordnung und Einschränkungen
Keine Humanstudie berichtet Blutdruckwerte für das Salz Arginin-Nitrat selbst. Wir haben gezielt gesucht, gefunden wurde nur getrennte Literatur zu Arginin als anderer Salzform und zu Nitrat aus anderer Quelle, siehe Studienabschnitt
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06
Gefäßfunktion und flussvermittelte Gefäßerweiterung (Endothelfunktion)
Keine Studien gefundenEinordnung und Einschränkungen
Keine Humanstudie prüft Arginin-Nitrat direkt an der flussvermittelten Gefäßerweiterung. Gefunden wurde nur getrennte Literatur zu Arginin als anderer Salzform und zu Nitrat aus anderer Quelle, siehe Studienabschnitt
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07
Muskelkater und Erholung nach dem Training
Keine Studien gefundenEinordnung und Einschränkungen
Eine gezielte Suche nach Humanstudien zu Arginin-Nitrat und Muskelkater ergab keinen direkten Treffer. Die Getränke-Studie prüfte nach 6 Tagen erneut Kraftausdauer und Hebevolumen, fand aber keinen signifikanten Unterschied mehr zu Placebo (p gleich 0,116 und p gleich 0,157). Muskelkater selbst wurde nicht gemessen
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08
Wachstumshormon-Ausschüttung
Studienlage offenEinordnung und Einschränkungen
Eine verbreitete Zuschreibung an Arginin ist die Anregung der Wachstumshormon-Ausschüttung, meist aus Studien mit intravenöser Arginin-Gabe oder pharmakologischen Dosen. Für Arginin-Nitrat oder für orales Arginin in Kombination mit Nitrat haben wir dazu keine Humanstudie gefunden
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09
Erektionsfunktion bei Männern mit gefäßbedingt eingeschränkter Durchblutung
Studienlage offenEinordnung und Einschränkungen
Keine Humanstudie prüft Arginin-Nitrat auf die Erektionsfunktion. Gefunden wurde nur eine Studie zu hochdosiertem Arginin allein, siehe Studienabschnitt
Zwei Wirkstoffe stecken in einem Salz, und fast die gesamte Forschung dazu betrifft die beiden Teile getrennt und in anderer Form, nicht das Salz selbst. Von den zwei Studien, die tatsächlich Arginin zusammen mit Nitrat prüfen, ist eine klein und ohne weitere Wirkstoffe (Sandbakk und Kollegen), die andere durch fünf weitere Wirkstoffe konfundiert (Collins und Kollegen). Wo eine Zeile auf "Studienlage offen" steht, hat die getrennte Forschung zu Arginin oder zu Nitrat oft viel zu sagen, nur eben nicht über Arginin-Nitrat. Das steht im nächsten Abschnitt.
Studien im Detail
Plasma-Nitrit-Spiegel als Biomarker
Sandbakk und Kollegen prüften 2015 [1] neun männliche Elite-Skilangläufer (VO2max rund 69 ml pro Minute und Kilogramm) in einem randomisierten Cross-over-Design mit 6 g L-Arginin plus 614 mg Nitrat, mit 614 mg Nitrat allein und mit Placebo. Der Plasma-Nitrit-Spiegel, ein Maß für verfügbares Stickstoffmonoxid, lag unter Arginin plus Nitrat bei 319 nmol pro Liter gegenüber 149 unter Placebo, praktisch identisch mit Nitrat allein (328 nmol pro Liter, beide p kleiner 0,01 gegenüber Placebo). Arginin brachte also keinen Zusatznutzen gegenüber Nitrat allein.
Ausdauerleistung
Dieselbe Studie [1] fand trotz erhöhtem Nitrit keinen Unterschied in der Laufökonomie bei 10 und 14 km pro Stunde oder in der 5-km-Laufzeit zwischen den drei Bedingungen.
Einschränkung: Die Studie ist klein (n gleich 9), im Abstract wird für die Leistungswerte keine Effektstärke mit Konfidenzintervall berichtet. Ein bedeutsamer Effekt ist damit nicht ausgeschlossen, nur nicht gezeigt.
Durchblutung und Muskeldurchblutung während des Trainings (Pump-Gefühl)
Collins und Kollegen prüften 2017 [2] 25 krafttrainierte Erwachsene mit einem Getränk aus Koffein (200 mg), Beta-Alanin (2,1 g), Arginin-Nitrat (1,3 g), Niacin, Folsäure und Vitamin B12. Ein sogenannter hämodynamischer Belastungstest zeigte keinen Unterschied zu Placebo. Der Volltext beschreibt ihn als standardisierten Lagewechsel vom Liegen zum Stehen mit Messung von Blutdruck und Puls, angelegt als Sicherheitsprüfung auf plötzlichen Blutdruckabfall. Eine Messung von Muskeldurchblutung oder Muskeldicke fand nicht statt.
Einschränkung: Das Getränk enthielt fünf weitere Wirkstoffe, das Placebo dagegen nur Traubenzucker ohne diese Wirkstoffe. Ein Beitrag von Arginin-Nitrat lässt sich aus diesem Ergebnis nicht isolieren, unabhängig vom Ausgang.
Akute Kraftausdauer beim Krafttraining
Dieselbe Getränke-Studie [2] gab das Getränk am ersten Tag nach einer ersten Kraftbelastung und prüfte anschließend die erneute Leistung. Dabei fand sie mehr Wiederholungen bis zur Erschöpfung an der Beinpresse (Placebo minus 2,60, Verum plus 4,00 Wiederholungen, p gleich 0,031), mehr Hebevolumen beim Bankdrücken (p gleich 0,007) und mehr Gesamt-Hebevolumen (p gleich 0,046). Nach sechs Tagen täglicher Einnahme waren dieselben Kennzahlen nicht mehr signifikant von Placebo verschieden (Wiederholungen p gleich 0,116, Hebevolumen p gleich 0,157).
Einschränkung: Neben Arginin-Nitrat (1,3 g) enthielt das Getränk 200 mg Koffein, ein Wirkstoff mit gut dokumentiertem akutem Effekt auf Kraftleistung, dazu Beta-Alanin sowie drei weitere Zusätze. Das Placebo bestand nur aus Traubenzucker ohne diese Wirkstoffe, wobei die Studie die Menge widersprüchlich angibt, im Abstract 12 g, im Methodenteil 6 g. Der akute Effekt lässt sich aus diesem Design nicht auf Arginin-Nitrat zurückführen, am ehesten erklärt ihn das Koffein. Zur Förderlage, die Studie wurde vom Getränkehersteller Nutrabolt über eine Zuwendung an die Texas A&M University finanziert, ein Koautor ist bezahlter Berater dieser Firma und war als wissenschaftlicher Verbindungsmann an Studienplanung, Auswertung und Deutung beteiligt, der Studienleiter ist von der Universität bestätigter Wissenschaftsbeirat derselben Firma. Im PubMed-Datensatz steht davon nichts, die Angaben stehen nur im Volltext.
Zur Einordnung, getrennt betrachtet: Für Arginin als andere Salzform fanden Rezaei und Kollegen 2021 [11] in einer Meta-Analyse aus 11 randomisierten Studien einen Anstieg der maximalen Sauerstoffaufnahme, und Viribay und Kollegen 2020 [12] in einer Meta-Analyse aus 15 Studien einen Effekt auf aerobe (Hedges g 0,84, hohe Heterogenität) und anaerobe Leistung (Hedges g 0,24). Für Nitrat, überwiegend aus Rote-Beete-Saft, fand die Individual-Participant-Data-Meta-Analyse von Coggan und Kollegen 2021 [8] aus 19 Studien mit 268 Teilnehmenden einen Anstieg der maximalen Muskelleistung um durchschnittlich rund 5 Prozent (Effektstärke 0,42 bis 0,45). Bei kurzen, hochintensiven Belastungen fanden Alsharif und Kollegen 2023 [16] in einer Meta-Analyse aus 23 Studien kleine, aber signifikante Effekte auf Spitzenleistung und mittlere Leistung (SMD 0,20 bis 0,75), während Wong und Kollegen 2021 [10] für hochintensives Intervalltraining in 17 Studien keinen Effekt der Rote-Beete-Einnahme auf die Leistung fanden. Das sind keine zwei getrennten Studienbestände, ein Abgleich der Einschlusslisten beider Volltexte zeigt mindestens 14 Primärstudien, die in beiden Auswertungen stecken. Die beiden Übersichten widersprechen sich also weitgehend über demselben Material. Bei Ausdauerleistung fanden d'Unienville und Kollegen 2021 [9] in einer Meta-Analyse mit 56 eingeschlossenen Nitrat-Studien nur einen trivialen Effekt (SMD 0,15) und keinen Effekt bei sehr gut trainierten Sportlern. Schon innerhalb der getrennten Forschung zu Nitrat allein ist das Bild uneinheitlich. Alle diese Zahlen betreffen Arginin oder Nitrat einzeln, in anderer Form oder Quelle als im Salz Arginin-Nitrat, und tragen deshalb keine Aussage über Arginin-Nitrat.
Blutdruck in Ruhe
Für das Salz Arginin-Nitrat selbst liegt keine Studie vor, die Blutdruckwerte als eigenen Endpunkt mit Zahlen berichtet. Sandbakk und Kollegen [1] erhoben zwar Blutdruckwerte, berichteten aber im Abstract keine eigenen Zahlen dazu.
Getrennt betrachtet: Shiraseb und Kollegen fanden 2022 [3] in einer Dosis-Wirkungs-Meta-Analyse aus 22 randomisierten Studien mit 30 Effektschätzungen für Arginin als andere Salzform eine Senkung des systolischen Blutdrucks um 6,4 mmHg und des diastolischen um 2,64 mmHg, wirksam ab etwa 4 g pro Tag, nicht mehr signifikant oberhalb von 9 g pro Tag. Für Nitrat fanden Ashor und Kollegen 2017 [4] in 13 Studien mit 325 Teilnehmenden eine Senkung des systolischen Blutdrucks um 4,1 mmHg, allerdings nur bei Messung in der Praxis, nicht bei 24-Stunden-Langzeitmessung. Norouzzadeh und Kollegen fanden 2025 [5] in einer Dosis-Wirkungs-Meta-Analyse aus 75 randomisierten Studien mit 1823 Teilnehmenden je Millimol zusätzlicher Nitrat-Aufnahme eine Senkung des systolischen Blutdrucks um 0,28 bis 0,48 mmHg je nach Zeitfenster.
Einschränkung: Alle genannten Zahlen stammen aus Studien zu Arginin als andere Salzform oder zu Nitrat aus anderer Quelle, nicht zum Salz Arginin-Nitrat. Deshalb bleibt die Zeile für Arginin-Nitrat auf "Keine Studien gefunden".
Gefäßfunktion und flussvermittelte Gefäßerweiterung (Endothelfunktion)
Keine Humanstudie prüft Arginin-Nitrat direkt an der flussvermittelten Gefäßerweiterung (FMD).
Getrennt betrachtet: Bai und Kollegen fanden 2009 [7] in einer Meta-Analyse aus 13 randomisierten Studien mit 492 Teilnehmenden einen Anstieg der FMD um 1,98 Prozentpunkte für Arginin als andere Salzform, aber nur bei niedrigem Ausgangswert (unter 7 Prozent), bei höherem Ausgangswert kein Effekt. Rodrigues-Krause und Kollegen fanden 2018 [6] in einer Meta-Analyse aus 13 Studien an Menschen mit Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselbefunden zunächst keinen Effekt von Arginin auf die FMD (SMD 0,30, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,85 bis 1,46), erst nach Entfernen der Studien mit dem stärksten Ausschlag zeigte sich ein Effekt (SMD 0,59). Norouzzadeh und Kollegen [5] fanden für Nitrat einen linearen Dosis-Wirkungs-Zusammenhang mit der FMD von plus 0,30 Prozentpunkten je Millimol Nitrat im mittelfristigen Zeitraum.
Einschränkung: Auch hier gilt, alle Zahlen betreffen andere Verbindungen als das Salz Arginin-Nitrat.
Muskelkater und Erholung nach dem Training
Eine gezielte Suche nach Humanstudien zu Arginin-Nitrat und Muskelkater ergab keinen direkten Treffer. Die oben beschriebene Getränke-Studie [2] maß Kraftausdauer und Hebevolumen erneut nach sechs Tagen täglicher Einnahme, fand dabei aber keinen signifikanten Unterschied mehr zu Placebo (Wiederholungen bis zur Erschöpfung p gleich 0,116, Hebevolumen p gleich 0,157). Muskelkater als eigener Endpunkt wurde in keiner der beiden Studien erfasst.
Wachstumshormon-Ausschüttung
Arginin wird verbreitet mit einer Anregung der Wachstumshormon-Ausschüttung in Verbindung gebracht, meist gestützt auf Studien mit intravenöser Arginin-Gabe oder mit pharmakologischen, deutlich höheren Dosen als in Nahrungsergänzungsmitteln üblich. Eine gezielte Suche nach Arginin-Nitrat oder oralem Arginin in Kombination mit Nitrat und Wachstumshormon ergab keinen Treffer.
Erektionsfunktion bei Männern mit gefäßbedingt eingeschränkter Durchblutung
Keine Humanstudie prüft Arginin-Nitrat auf die Erektionsfunktion.
Menafra und Kollegen prüften 2022 [13] in einer randomisierten, placebokontrollierten Studie an 51 gegenüber 47 Männern mit gefäßbedingt eingeschränkter Erektionsfunktion hochdosiertes Arginin allein (6 g pro Tag) über drei Monate. Der IIEF-6-Score und die per Dopplermessung erfasste Blutflussgeschwindigkeit in den Schwellkörperarterien stiegen an. Die im Abstract genannten p-Werte sind Vorher-Nachher-Vergleiche innerhalb der Arginin-Gruppe. Der Volltext berichtet daneben den Vergleich der prozentualen Veränderung zwischen den Gruppen, dort lagen beide Werte signifikant über Placebo (p kleiner 0,0001), in der Untergruppe mit schwerer Ausgangslage jedoch nur der IIEF-6-Score und nicht die Blutflussgeschwindigkeit.
Einschränkung: Geprüft wurde Arginin allein, nicht das Salz Arginin-Nitrat. Das Ergebnis ist nicht direkt übertragbar. Zur Förderlage, die Studie erhielt nach eigener Angabe keine Fördermittel, der Letztautor gibt jedoch gelegentliche Beraterhonorare der Firma Damor an, deren Arginin-Präparat in der Studie eingesetzt wurde.
Sicherheit und Wechselwirkungen
Für Nitrat als Lebensmittelzusatzstoff (E 251, E 252) hat die europäische Bewertungsbehörde 2017 eine bereits 1997 und 2002 festgelegte Tageshöchstmenge (ADI) von 3,7 mg Nitrat pro Kilogramm Körpergewicht überprüft und nicht zurückgezogen [14]. Für eine Person mit 60 kg Körpergewicht entspricht das etwa 222 mg pro Tag, für 80 kg etwa 296 mg pro Tag. Übliche Dosen aus Rote-Beete-Saft in Trainingsstudien liegen mit 300 bis 800 mg Nitrat pro Tag bereits in der Nähe dieser Menge oder darüber. Die Behörde stellte in derselben Bewertung fest, dass bei Berücksichtigung aller Nitratquellen, also Zusatzstoff, natürliches Vorkommen und Kontamination zusammen, diese Tagesmenge bei mittlerer und hoher Aufnahme bereits in allen Altersgruppen überschritten wird [14].
Wechselwirkung mit Medikamenten: Für organische Nitrate als Arzneimittel, etwa Glyceroltrinitrat, ist die Kombination mit PDE5-Hemmern wie Sildenafil in kontrollierten Studien mit einer deutlich verstärkten Blutdrucksenkung verbunden. In einer randomisierten Studie an gesunden Männern fiel der systolische Blutdruck nach einer sublingualen Glyceroltrinitrat-Gabe unter Sildenafil etwa vierfach stärker als unter Placebo [15]. Das betrifft Nitrat als Arzneimittel, nicht direkt das anorganische Nitrat aus einem Nahrungsergänzungsmittel. Da beide über denselben Stickstoffmonoxid-Weg wirken, ist eine ähnliche Wechselwirkung mechanistisch plausibel, für Nahrungsergänzungsmittel mit Nitrat aber nicht eigens untersucht. Wer PDE5-Hemmer oder Nitrat-Medikamente einnimmt, sollte die gleichzeitige Einnahme ärztlich abklären.
Quellen zum Nachlesen
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- 02
- 03
- 04
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- 06
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- 09
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- 11
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Meta-Analyse aus 23 RCTs (27 Studien im systematischen Review) · 2023
Effects of Dietary Nitrate Supplementation on Performance during Single and Repeated Bouts of Short-Duration High-Intensity Exercise, A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomised Controlled Trials.
Alsharif NS, et al. Antioxidants (Basel)
Bei H.P.N
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