NAC (N-Acetylcystein)

Zuletzt geprüft am

Weitere Stoffe

N-Acetyl-L-Cystein · Acetylcystein · ACC

H.P.N · Datenstand 2026-08-19 · 15 Zuschreibungen im Überblick

N-Acetylcystein ist die acetylierte Form der Aminosäure L-Cystein. Im Körper wird ein Teil davon zu Cystein deacetyliert, dem geschwindigkeitsbestimmenden Baustein der körpereigenen Synthese von Glutathion, einem der wichtigsten zellulären Antioxidantien. Diese Vorläuferrolle ist der zentrale Grund, warum der Stoff als Nahrungsergänzung beworben wird.

Gleichzeitig ist N-Acetylcystein in Deutschland und vielen anderen Ländern ein zugelassener Arzneistoff, mit zwei eigenständigen Anwendungen: oral als Schleimlöser (Mukolytikum) bei Erkrankungen der Atemwege, und intravenös in sehr viel höherer Dosierung als Gegenmittel bei einer Paracetamol-Überdosierung. Beide Zulassungen beruhen auf eigenen klinischen Prüfungen für genau diese Anwendungen und sind kein Wirksamkeitsbeleg für andere, als Nahrungsergänzung beworbene Endpunkte. Die intravenöse Antidot-Gabe erfolgt unter ständiger klinischer Überwachung mit Dosen, die weit über denen liegen, die in einer Kapsel eingenommen werden; Ergebnisse aus dieser Notfallbehandlung lassen sich nicht auf eine oral eingenommene Kapsel übertragen. Dieser Eintrag trennt deshalb konsequent zwischen oraler Einnahme und intravenöser Anwendung und wertet für die unten stehende Wirkungstabelle, soweit nicht ausdrücklich anders vermerkt, ausschließlich orale Humanstudien aus. Eine Ausnahme bildet eine einzelne Meta-Analyse zu körperlicher Belastung, die orale und intravenöse Studien gemeinsam auswertet; das ist an den beiden betroffenen Wirkungszeilen ausdrücklich vermerkt.

Die Einordnung von N-Acetylcystein als Nahrungsergänzungsmittel wird in Teilen der EU unterschiedlich gehandhabt, unter anderem weil der Stoff zuerst als Arzneistoff zugelassen wurde. Diese rechtliche Einordnung liegt bei den zuständigen Behörden und wird in diesem Eintrag nicht bewertet.

Auf einen Blick

Was es ist
Die acetylierte Form der Aminosäure L-Cystein. Im Körper wird N-Acetylcystein teilweise zu Cystein deacetyliert, dem geschwindigkeitsbestimmenden Baustein der körpereigenen Synthese des Antioxidans Glutathion
Herkunft
Wird chemisch aus L-Cystein hergestellt (Acetylierung), kommt in dieser Form nicht in nennenswerter Menge in Lebensmitteln vor
Wirkform in Studien
Fast ausschließlich orale Kapseln, Tabletten oder Brausetabletten mit reinem N-Acetylcystein, meist zwei- bis dreimal täglich eingenommen. Die intravenöse Gabe, etwa als Gegenmittel bei einer Paracetamol-Überdosierung oder in einer einzelnen Meta-Analyse zu körperlicher Belastung, folgt einem eigenen Dosierschema und wird in diesem Eintrag an der jeweiligen Stelle als solche kenntlich gemacht
Übliche Studiendosis
600 bis 3000 mg pro Tag oral, meist aufgeteilt auf zwei bis drei Einzeldosen. Einzelne psychiatrische Studien bis 2400 mg pro Tag, eine Studie zur Kombination mit Glycin arbeitete mit 100 mg N-Acetylcystein pro Kilogramm Körpergewicht und Tag, bei 70 kg Körpergewicht rund 7 Gramm, dem rund 12-Fachen einer marktüblichen Tagesmenge von N-Acetylcystein in Nahrungsergänzungsmitteln (meist 600 mg als einzelne Kapsel)
Rechtlicher Status
In Deutschland und mehreren anderen Ländern als Arzneistoff zugelassen, oral als Schleimlöser (Mukolytikum) bei Erkrankungen der Atemwege und intravenös als Gegenmittel bei einer Paracetamol-Vergiftung. Diese Zulassungen beruhen auf eigenen klinischen Prüfungen für genau diese Anwendungen und sind kein Wirksamkeitsbeleg für andere, als Nahrungsergänzung beworbene Anwendungen. Die Einordnung von N-Acetylcystein als Nahrungsergänzungsmittel wird deshalb in Teilen der EU unterschiedlich gehandhabt, unter anderem weil der Stoff zuerst als Arzneistoff zugelassen wurde. Diese Einordnung liegt bei den zuständigen Behörden und wird hier nicht bewertet
Verträglichkeit
Oral in den meisten Studien gut verträglich, am häufigsten Übelkeit, Sodbrennen und andere Magen-Darm-Beschwerden. Intravenös deutlich höhere Nebenwirkungsrate einschließlich Überempfindlichkeitsreaktionen, siehe Sicherheit und Wechselwirkungen

Was diesem Stoff zugesprochen wird

Was die Studien hergeben.

Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.

  1. 01

    Verflüssigung des Bronchialschleims und Symptomlast bei Erwachsenen mit chronischer Bronchitis oder COPD, orale Mukolytika-Einnahme als Zusatz zur Standardtherapie

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Ein Cochrane-Review aus 38 randomisierten Studien mit 10.377 Teilnehmenden wertete verschiedene oral eingenommene Mukolytika gegen Placebo aus. In 21 der 38 Studien war N-Acetylcystein das eingesetzte Mukolytikum, die übrigen erhielten Carbocystein, Erdostein, Ambroxol oder andere Wirkstoffe. Gegen Placebo war die Wahrscheinlichkeit, im Studienzeitraum ohne Verschlechterungsschub zu bleiben, über alle Mukolytika hinweg erhöht (Peto-Odds-Ratio 1,73, 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,56 bis 1,91, moderate Evidenzqualität nach GRADE, 6723 Teilnehmende aus 28 Studien); die Autoren selbst schreiben, Wirkstoff oder Dosis hätten diesen Effekt nicht konsistent verändert. Die Lebensqualität (SGRQ-Score) veränderte sich um im Mittel minus 1,37 Punkte in Richtung Besserung, aber nicht statistisch signifikant. Das 95-Prozent-Konfidenzintervall (minus 2,85 bis 0,11) schließt die Null ein, und der Review hält im Abstract wörtlich fest, dass das Konfidenzintervall keinen Unterschied ausschließt (moderate Evidenzqualität, 2721 Teilnehmende aus 7 Studien); die Differenz läge zudem unterhalb der von den Autoren selbst benannten Schwelle für einen klinisch bedeutsamen Unterschied von 4 Punkten. Die Lungenfunktion (FEV1) verbesserte sich dagegen statistisch signifikant, wenn auch mit 0,04 Litern deutlich unterhalb der als bedeutsam geltenden Schwelle von etwa 0,1 Litern (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,01 bis 0,07 Liter, moderate Evidenzqualität, 3473 Teilnehmende aus 14 Studien, Heterogenität I-Quadrat 70 Prozent laut Ergebnisteil des Volltexts). Dieser FEV1-Effekt trägt maßgeblich eine einzelne Studie (Moretti 2004); sie berichtete einen rohen Unterschied von mehr als 300 ml zwischen Mukolytikum- und Placebogruppe, doch die Mukolytikum-Gruppe hatte bereits zu Studienbeginn eine höhere Lungenfunktion, sodass die tatsächliche Nettoveränderung näher bei 200 ml lag; wird diese Studie aus der Analyse entfernt, verschwinden laut Ergebnisteil des Volltexts sowohl die statistische Signifikanz als auch die beobachtete Heterogenität. Eine getrennte Auswertung nur für N-Acetylcystein liegt im Review für Lebensqualität und Lungenfunktion nicht vor, wohl aber für den Anteil ohne Exazerbation, aufgeschlüsselt nach Tagesdosis, siehe folgende Zeile. Für Symptomlast und Lebensqualität liegt inzwischen zusätzlich eine getrennte, ausschließlich auf N-Acetylcystein bezogene Auswertung vor; bei Personen mit chronischer Bronchitis oder Prä-COPD-Symptomatik war eine Besserung von Symptomen und/oder Lebensqualität unter N-Acetylcystein gegenüber Placebo signifikant wahrscheinlicher (Odds Ratio 3,47, 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,92 bis 6,26, aus dem Abstract dieser Arbeit); bei den wenigen auswertbaren Studien an Personen mit gesicherter COPD zeigte sich laut Abstract ein ähnlicher, dort aber nicht mit eigener Zahl belegter Trend. Dieser Endpunkt (Verbesserung ja/nein) ist nicht derselbe wie der kontinuierliche SGRQ-Score des Cochrane-Reviews und deshalb kein direkter Widerspruch zu dessen nicht signifikantem SGRQ-Befund; er zeigt aber, dass für N-Acetylcystein allein durchaus ein positiver Beleg zur Symptomlast vorliegt, den der Alle-Mukolytika-Pool des Cochrane-Reviews nicht abbildet.

    Quellen: 1, 2

  2. 02

    Häufigkeit von Verschlechterungsschüben (Exazerbationen) bei Erwachsenen mit chronischer Bronchitis oder COPD unter regelmäßiger oraler Einnahme von reinem N-Acetylcystein als Zusatz zur laufenden COPD-Standardtherapie, Übersichtsarbeiten uneinheitlich, auch zur Dosis

    Widersprüchlich
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine 2024 erschienene Meta-Analyse aus 20 Studien ausschließlich mit N-Acetylcystein fand eine signifikant geringere Zahl an Exazerbationen gegenüber Placebo, sowohl bei COPD (Inzidenzratenverhältnis 0,76, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,59 bis 0,99) als auch bei chronischer Bronchitis ohne gesicherte COPD-Diagnose (Inzidenzratenverhältnis 0,81, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,69 bis 0,95). Eine ältere Meta-Analyse aus 13 Studien mit 4155 Teilnehmenden fand ebenfalls weniger Exazerbationen unter N-Acetylcystein (relatives Risiko 0,75, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,66 bis 0,84) und empfahl mindestens 1200 mg pro Tag bei nachgewiesener Atemwegsverengung. Der oben genannte Cochrane-Review liefert für den Anteil ohne Exazerbation zusätzlich eine eigene, nach Tagesdosis aufgeschlüsselte Auswertung ausschließlich für N-Acetylcystein. 400 mg pro Tag (3 Studien, 717 Teilnehmende, Peto-Odds-Ratio 2,98, 95-Prozent-Konfidenzintervall 2,21 bis 4,03) und 600 mg pro Tag (9 Studien, 1425 Teilnehmende, Peto-Odds-Ratio 1,76, 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,40 bis 2,21) zeigten jeweils einen signifikanten Vorteil, 1200 mg pro Tag dagegen nicht (3 Studien, 1213 Teilnehmende, Peto-Odds-Ratio 1,22, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,95 bis 1,57), ebenso wenig eine einzelne Studie mit 3200 mg pro Tag (45 Teilnehmende, Peto-Odds-Ratio 0,52, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,14 bis 2,01). Bei dieser 3200-mg-Studie benennt der Review selbst an anderer Stelle im Fließtext eine abweichende Dosis (3600 mg pro Tag, 1800 mg zweimal täglich) für die einzige Studie mit einer derart hohen Dosierung. Die einzige Studie dieser Untergruppe ist nach Teilnehmerzahl (45 ausgewertete Personen) Johnson 2016, und diese Studie gibt in ihrem eigenen Abstract 1800 mg zweimal täglich über 8 Wochen an, also 3600 mg pro Tag. Damit trifft die Fließtext-Angabe des Reviews zu und die Tabellen-Beschriftung mit 3200 mg ist der Fehler; an den Zahlen der Untergruppe ändert das nichts, weil sie ohnehin nur diese eine Studie enthält. Diese Cochrane-eigene Auswertung widerspricht damit der Empfehlung aus der 13-Studien-Meta-Analyse, gerade bei höherer Dosierung sei ein Nutzen zu erwarten. Dem gegenüber steht eine 2023 erschienene Meta-Analyse aus 9 randomisierten, ausschließlich mit reinem N-Acetylcystein durchgeführten Studien mit insgesamt 2137 Teilnehmenden. Für den Anteil an Teilnehmenden ohne Exazerbation werteten davon 6 der 9 Studien mit 1944 Teilnehmenden aus und fanden keinen signifikanten Unterschied (Odds Ratio 1,12, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,92 bis 1,36, p gleich 0,26, Heterogenität I-Quadrat 51 Prozent, laut Ergebnisteil des Volltexts), auch nicht in einer nach Tagesdosis unter oder über 1200 mg getrennten Auswertung. Für die übrigen Endpunkte dieser Auswertung reichten die eingeschlossenen Studien von 2 bis 4. FEV1 (4 Studien, 880 Teilnehmende), FVC (3 Studien, 357 Teilnehmende), SGRQ-Score (3 Studien, 259 Teilnehmende) und Glutathionspiegel (2 Studien, 78 Teilnehmende) zeigten ebenfalls jeweils keinen signifikanten Unterschied. Diese 9-Studien-Auswertung deckt sich in ihrem Studienbestand nur teilweise mit den älteren, positiven Auswertungen; sie stützt sich unter anderem auf die bislang größte einzelne randomisierte Studie (PANTHEON, 1006 randomisierte Teilnehmende mit mittelschwerer bis schwerer COPD, 600 mg zweimal täglich über 1 Jahr, finanziert vom Hersteller Zambon, der auch als Koautor auftritt), die für sich genommen gegenüber Placebo weniger Exazerbationen pro Patientenjahr fand (1,16 gegenüber 1,49, relatives Risiko 0,78, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,67 bis 0,90); im Gesamtergebnis der 9-Studien-Auswertung trug dieser Einzelbefund am Ende nicht mehr. Die 2024er 20-Studien-Auswertung ist damit die neuere der beiden ausschließlich auf reines N-Acetylcystein beschränkten Arbeiten, nicht die 2023er 9-Studien-Auswertung. Eine weitere Meta-Analyse aus 11 Studien fand eine Reduktion der Exazerbationen nur bei hoher Dosierung (über 600 mg pro Tag), bei niedriger Dosierung war der Befund uneinheitlich, was wiederum der Cochrane-eigenen Dosis-Auswertung entgegensteht, die gerade bei 400 und 600 mg einen Effekt und bei 1200 mg keinen fand. In der Summe ist die Studienlage zu Exazerbationen und zur Dosis uneinheitlich, ohne dass sich ein klares Muster "je höher die Dosis, desto besser" bestätigen lässt. Der Cochrane-Review selbst liefert im Abschnitt "Effects of interventions" seines Volltexts vier weitere Angaben zum Gesamtpool aller 28 in diesem Endpunkt ausgewerteten Mukolytika-Studien (nicht ausschließlich N-Acetylcystein), die diese Uneinheitlichkeit zumindest teilweise erklären. Eine Sensitivitätsanalyse, die nur Studien mit geringem Risiko für Selektionsbias (angemessene Verdeckung der Behandlungszuteilung) einschließt, schwächt den Effekt deutlich ab und verliert die Signifikanz (Peto-Odds-Ratio 1,15, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,96 bis 1,37, 5 Studien, 2353 Teilnehmende). Nach Studiendauer gestaffelt zeigt sich ein klares Muster, denn Studien mit einer Dauer von 12 Monaten oder mehr finden nur noch einen nicht signifikanten Effekt (Peto-Odds-Ratio 1,16, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,98 bis 1,37, 5 Studien, 2542 Teilnehmende), während Studien bis 3 Monate (Peto-Odds-Ratio 2,14, 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,62 bis 2,82, 5 Studien, 903 Teilnehmende) und Studien von 3 bis unter 12 Monaten (Peto-Odds-Ratio 2,20, 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,91 bis 2,54, 18 Studien, 3278 Teilnehmende) einen deutlich größeren Effekt zeigen. Nach Jahrzehnt der Veröffentlichung gestaffelt sinkt der Effekt ebenfalls stetig; vor 1990 Peto-Odds-Ratio 2,34 (95-Prozent-Konfidenzintervall 1,97 bis 2,79, 12 Studien, 2304 Teilnehmende), 1990 bis 1999 Peto-Odds-Ratio 1,91 (95-Prozent-Konfidenzintervall 1,50 bis 2,44, 5 Studien, 1105 Teilnehmende), 2000 bis 2009 Peto-Odds-Ratio 1,24 (95-Prozent-Konfidenzintervall 1,01 bis 1,54, 5 Studien, 1477 Teilnehmende) und ab 2010 Peto-Odds-Ratio 1,28 (95-Prozent-Konfidenzintervall 1,03 bis 1,59, 4 Studien, 1574 Teilnehmende). Der Review hält zudem wörtlich fest, dass von sechs Studien mit angemessener Verdeckung der Zuteilung (Dal Negro 2017, Decramer 2005, Johnson 2016, Schermer 2009, Zheng 2008, Zheng 2014) nur eine einzige (Dal Negro 2017) einen deutlichen Nutzen berichtete. Diese vier Angaben lösen den scheinbaren Widerspruch zwischen älteren und neueren Auswertungen teilweise auf; die positiven Befunde stammen überwiegend aus älteren, kleineren und methodisch schwächer verblindeten Studien, neuere, methodisch strengere und längere Studien zeigen einen deutlich kleineren oder keinen Effekt mehr. Zur Interessenlage der Arbeiten, die die positive Seite dieser Zeile stützen, und nicht nur der negativen (PANTHEON, Zambon-finanziert, siehe oben); bei der 2024er Arbeit (Papi et al.) ist laut Affiliation ein Koautor bei Alira Health S.r.l. angestellt, einem Gesundheitsberatungsunternehmen, eine eigene Interessenerklärung führt PubMed dafür nicht; bei der 2015er Übersichtsarbeit (Cazzola et al.) war die vollständige Interessenerklärung nur als separates PDF hinterlegt und für uns nicht einsehbar; die 2014er Arbeit (Shen et al.) nennt keinen Interessenkonflikt.

    Quellen: 1, 2, 3, 4, 5, 6

  3. 03

    Glutathionspiegel im Blut oder in roten Blutkörperchen unter oraler Einnahme von reinem N-Acetylcystein, im Trainingskontext (Studien mit oraler und intravenöser Gabe gemeinsam ausgewertet) erhöht, in zwei Studien an Erkrankten (COPD und Multiple Sklerose) dagegen ohne Unterschied zu Placebo

    Widersprüchlich
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine Meta-Analyse aus 20 Studien zu N-Acetylcystein bei körperlicher Belastung wertete laut Abschnitt 4.6.1 des Volltexts aus 13 der 20 Studien die Veränderung der Glutathionkonzentration (GSH) nach Supplementierung aus und fand insgesamt eine signifikante Erhöhung (standardisierte Mittelwertdifferenz 1,04, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,55 bis 1,54, p kleiner 0,00001, mittlere Heterogenität, I-Quadrat 74 Prozent); nach eigener GRADE-Einstufung des Reviews ist die Zuverlässigkeit dieses Endpunkts allerdings "sehr niedrig". Aus 9 Studien fand sich für die oxidierte Form (GSSG) kein signifikanter Unterschied (standardisierte Mittelwertdifferenz 0,51, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,39 bis 1,40, p gleich 0,27, hohe Heterogenität, I-Quadrat 86 Prozent). In der eigenen Sensitivitätsanalyse des Reviews (Abschnitt 4.6.1) kehrte sich dieser GSSG-Nullbefund allerdings um; nach Ausschluss einer einzelnen, namentlich benannten Studie (Sen et al.) stieg das oxidierte Glutathion unter N-Acetylcystein signifikant an (p gleich 0,03; im Volltext dazu angegebene Kennzahlen sind standardisierte Mittelwertdifferenz 0,085, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,009 bis 1,61, diese Zahlen wirken intern nicht konsistent, werden hier aber so übernommen, wie der Volltext sie nennt). Eine ähnliche Umkehr zeigt sich bei einem Entzündungsmarker aus derselben Meta-Analyse zum Trainingskontext (TNF-alpha, siehe auch folgende Zeile zu Muskelkater und oxidativem Stress); insgesamt fand sich dort kein signifikanter Unterschied, doch in der Sensitivitätsanalyse (Abschnitt 4.6.4 des Volltexts) erreichte der Unterschied nach Ausschluss einer anderen, ebenfalls namentlich benannten Studie (Leelarungrayub et al.) Signifikanz zulasten von N-Acetylcystein (p gleich 0,04, standardisierte Mittelwertdifferenz 2,69, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,13 bis 5,24, positive Werte sprechen hier für einen höheren TNF-alpha-Spiegel unter N-Acetylcystein). Beide Sensitivitätsbefunde gehen in dieselbe, für N-Acetylcystein ungünstige Richtung und relativieren den insgesamt positiven Eindruck des GSH-Hauptbefunds. Diese Meta-Analyse wertet orale und intravenöse Studien gemeinsam aus; die eigene Tabelle der Studienmerkmale weist 16 orale und 4 intravenöse (Infusions-)Studien mit Dosierungen von bis zu 125 mg pro Kilogramm Körpergewicht und Stunde aus, während der Fließtext des Reviews an anderer Stelle von 5 oralen und 15 intravenösen Studien spricht, ein innerer Widerspruch der Quelle selbst. Welchen Anteil orale Einnahme allein an diesem Ergebnis hat, lässt sich daraus nicht bestimmen. Außerhalb des Trainingskontexts zeigt sich ein anderes Bild. Eine Meta-Analyse zu N-Acetylcystein bei COPD, die auch für den Exazerbations-Endpunkt herangezogen wird, wertete aus 2 ihrer 9 eingeschlossenen Studien mit 78 Teilnehmenden den Glutathionspiegel aus und fand keinen signifikanten Unterschied gegenüber Placebo (mittlere Differenz 0,14 Mikromol, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,13 bis 0,40, p gleich 0,32). Eine randomisierte, placebokontrollierte Studie an 42 Personen mit Multipler Sklerose gab 600 mg N-Acetylcystein zweimal täglich über 8 Wochen und fand ebenfalls keine signifikante Veränderung der Glutathionkonzentration in roten Blutkörperchen gegenüber Placebo (p größer 0,05), obwohl ein anderer Oxidationsmarker (Malondialdehyd im Serum) signifikant sank. Eine weitere, oft zu diesem Thema herangezogene Arbeit eignet sich dagegen nicht als Beleg für einen fehlenden Effekt. Diese randomisierte Crossover-Studie an 20 Personen mit metabolischem Syndrom hatte keinen Placeboarm, sondern verglich drei aktive Arme (orales N-Acetylcystein 200 mg täglich, orales Glutathion und eine neue, patentierte sublinguale Glutathion-Form) gegeneinander, wobei N-Acetylcystein als Referenzarm diente; die Studie wurde vom Hersteller der sublingualen Glutathion-Form gesponsert, und 2 der 4 Autoren sind bei diesem Unternehmen angestellt. Über den vollen Studienzeitraum stieg das Verhältnis von reduziertem zu oxidiertem Glutathion unter N-Acetylcystein rechnerisch an (plus 7,38 Punkte) und signifikant stärker als im oralen Glutathion-Vergleichsarm (der um 6,92 Punkte sank, p gleich 0,01), unterschied sich aber nicht signifikant vom sublingualen Vergleichsarm des Sponsors (p gleich 0,20); eine Veränderung gegenüber dem eigenen Ausgangswert wurde für keinen der drei Arme einzeln auf Signifikanz geprüft. Die dort verwendete Dosis von 200 mg täglich ist zudem die einzige unter allen hier zitierten oralen Studien, die in der Größenordnung der in Nahrungsergänzungsmitteln üblichen Tagesmenge liegt. Diese Studie belegt damit weder eine Wirkung noch deren Fehlen und wird hier nicht als weiterer Nullbefund gezählt.

    Quellen: 5, 7, 8, 9

  4. 04

    Muskelkater, Milchsäure und Marker für oxidativen Stress nach körperlicher Belastung, als Zusatz zum Training (Studien mit oraler und intravenöser Gabe gemeinsam ausgewertet), Muskelkater, Laktat, Interleukin-6 und TBARS geringer als unter Placebo, TNF-alpha, Kreatinkinase und oxidiertes Glutathion ohne Unterschied, die positiven Befunde in der eigenen Sensitivitätsanalyse fragil

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Dieselbe Meta-Analyse aus 20 Studien zu N-Acetylcystein bei körperlicher Belastung wertet orale und intravenöse Studien gemeinsam aus, siehe vorherige Zeile für die Diskrepanz zwischen Fließtext und eigener Tabelle des Reviews bei der Aufteilung nach Verabreichungsweg. Subjektiver Muskelkater wurde in 6 Studien erfasst und war insgesamt signifikant geringer unter N-Acetylcystein (Mittelwertdifferenz minus 0,43, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,81 bis minus 0,04, p gleich 0,03, niedrige Evidenzqualität nach GRADE); dieser Effekt trug ausschließlich den Zeitpunkt 24 Stunden nach Belastung (6 Studien, Mittelwertdifferenz minus 0,84, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 1,35 bis minus 0,34, p gleich 0,001), während sich unmittelbar nach der Belastung kein Unterschied zeigte (5 Studien, Mittelwertdifferenz 0,02, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,36 bis 0,39, p gleich 0,93). Laktatkonzentration (7 Studien, Mittelwertdifferenz minus 0,56 mmol pro Liter, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 1,07 bis minus 0,06, p gleich 0,03, moderate Evidenzqualität), Interleukin-6 (4 Studien, standardisierte Mittelwertdifferenz minus 1,71, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 3,26 bis minus 0,16, p gleich 0,03, hohe Evidenzqualität) und der Lipidperoxidationsmarker TBARS (standardisierte Mittelwertdifferenz minus 1,03, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 1,90 bis minus 0,15, p gleich 0,02, hohe Evidenzqualität) waren ebenfalls signifikant geringer unter N-Acetylcystein. Diese drei Befunde sind jedoch fragil. Laut der eigenen Sensitivitätsanalyse des Reviews verliert der Laktat-Effekt seine Signifikanz, sobald jeweils eine von drei namentlich benannten Einzelstudien ausgeschlossen wird; der TBARS-Effekt verliert seine Signifikanz beim Ausschluss einer von zwei benannten Einzelstudien; und der Interleukin-6-Effekt verliert seine Signifikanz beim Ausschluss einer von zwei anderen benannten Einzelstudien, bleibt beim Ausschluss einer dritten Studie zwar signifikant, aber schwächer. Kein signifikanter Unterschied zeigte sich bei TNF-alpha, Kreatinkinase (zu keinem der drei gemessenen Zeitpunkte) oder oxidiertem Glutathion (GSSG); diese Endpunkte sind nach GRADE als "sehr niedrige" Evidenzqualität eingestuft, der Muskelkater-Endpunkt als "niedrig".

    Quellen: 7

  5. 05

    Glutathionmangel, oxidativer Stress und Alterungskennzeichen bei älteren Erwachsenen, als Kombination mit Glycin (in der Fachliteratur GlyNAC genannt) gegenüber Placebo

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine randomisierte, placebokontrollierte Studie an 24 älteren Erwachsenen (12 unter der Kombination, 12 unter einem stickstoffgleichwertigen Alanin-Placebo) über 16 Wochen gab je 100 mg Glycin und 100 mg N-Acetylcystein pro Kilogramm Körpergewicht und Tag, bei 70 kg Körpergewicht rund 7 Gramm N-Acetylcystein und rund 7 Gramm Glycin täglich. Das entspricht bei N-Acetylcystein etwa dem 12-Fachen einer marktüblichen Tagesmenge dieses Stoffs in Nahrungsergänzungsmitteln (rund 600 mg) und bei Glycin etwa dem 17-Fachen einer marktüblichen Tagesmenge (rund 400 mg) und liegt damit weit über allen anderen in diesem Eintrag betrachteten oralen Dosen. Unter der Kombination besserten sich unter anderem Marker des Glutathionmangels, des oxidativen Stresses, der mitochondrialen Fettsäureoxidation sowie Entzündungswerte, Gehstrecke und Muskelkraft. Für den größten Teil dieser Marker ist das jedoch kein Vergleich gegenüber Placebo, sondern eine Veränderung innerhalb der Verumgruppe. Der Auswertungsplan im Volltext sieht einen direkten Vergleich zwischen Verum- und Placebogruppe nach 16 Wochen nur für körperliche Funktion, Körperzusammensetzung, Blutdruck und Blutfette vor; die biochemischen, kalorimetrischen und molekularen Endpunkte, darunter Glutathion, oxidativer Stress, Fettsäureoxidation, Entzündungswerte und die Alterungskennzeichen, wurden ausschließlich als Veränderung gegenüber dem eigenen Ausgangswert der jeweiligen Gruppe geprüft, wobei sich die Placebogruppe dabei nicht veränderte. Die Aussage der Arbeit, die Kombination und nicht Placebo habe diese Befunde gebessert, beruht für diese Endpunkte also auf dem Nebeneinander zweier Vorher-Nachher-Auswertungen und nicht auf einem geprüften Gruppenunterschied. Eine frühere offene Pilotstudie derselben Arbeitsgruppe an 8 älteren Erwachsenen ohne Placebo-Kontrolle (24 Wochen Gabe, danach 12 Wochen Absetzen) fand ähnliche Verbesserungen, die nach dem Absetzen teilweise zurückgingen. Alle von uns geprüften, bislang veröffentlichten Studien zu dieser Kombination stammen von derselben Arbeitsgruppe; in einem eigenen Übersichtsartikel aus dem Jahr 2021 heißt es, der Befund müsse sich erst noch in einer randomisierten Studie bestätigen, was mit der 2023 erschienenen Studie derselben Gruppe geschehen ist. Eine unabhängige Bestätigung durch eine andere Arbeitsgruppe wurde bei der Suche nicht gefunden. Diese Kombination enthält zusätzlich Glycin in einer ebenfalls stark erhöhten Dosis und ist damit kein Beleg für N-Acetylcystein allein.

    Quellen: 10, 11, 12

  6. 06

    Depressive Symptome als Zusatzgabe zu einer bestehenden psychiatrischen Medikation

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Die aktuellste und größte Meta-Analyse aus 12 randomisierten Studien mit 904 Teilnehmenden (Dosis 1000 bis 3000 mg pro Tag über 8 bis 24 Wochen) fand gegenüber Placebo eine statistisch signifikante, aber kleine Verbesserung der depressiven Symptomatik (standardisierte Mittelwertdifferenz minus 0,24, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,44 bis minus 0,05, p gleich 0,02). Die Autoren selbst weisen wegen der Breite des Konfidenzintervalls auf die Notwendigkeit größerer Studien hin. Für die Untergruppe der bipolaren Depression widersprechen sich zwei im selben Jahr erschienene, auf diese Population beschränkte Meta-Analysen. Eine davon fand aus 5 Studien keinen signifikanten Unterschied auf der Montgomery-Asberg-Skala (Mittelwertdifferenz minus 3,32, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 12,79 bis 6,16), die andere fand aus 6 Studien mit 248 Teilnehmenden einen moderaten, statistisch signifikanten Effekt (Effektstärke d gleich 0,45, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,06 bis 0,84). Ob sich die beiden Studienbestände überschneiden, ließ sich aus den Abstracts nicht klären. Da die größte Übersicht ausdrücklich auch bipolare Störung einschließt, ist zudem denkbar, dass sie einen Teil der Studien der beiden kleineren, auf bipolare Depression beschränkten Übersichten mitenthält.

    Quellen: 13, 14, 15

  7. 07

    Zwangsstörung als Zusatzgabe zu einem Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, zwei einzelne randomisierte Studien uneinheitlich, eine spätere 10-Studien-Poolung insgesamt positiv

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie an 40 Erwachsenen mit therapieresistenter Zwangsstörung gab 3000 mg N-Acetylcystein oder Placebo über 16 Wochen zusätzlich zur laufenden Medikation und fand auf der Yale-Brown Obsessive Compulsive Scale keinen Gruppenunterschied (Reduktion um 4,3 gegenüber 3,0 Punkten, p gleich 0,92); als sekundäres Maß besserten sich Angstsymptome stärker unter N-Acetylcystein (p gleich 0,02), nicht aber die Depressionsschwere. Eine zweite randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie an 44 Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer Zwangsstörung gab 2000 mg N-Acetylcystein oder Placebo zusätzlich zu Fluvoxamin über 10 Wochen und fand einen signifikanten Zeit-mal-Behandlung-Effekt zugunsten von N-Acetylcystein auf den Gesamtwert derselben Skala (F gleich 5,14, p gleich 0,012). Diese beiden Einzelstudien allein könnten die Stufe "widersprüchlich" tragen, eine dritte, deutlich größere Quelle relativiert das aber; eine 2022 veröffentlichte Meta-Analyse zu "mitochondrialen Modulatoren" bei Zwangsstörung und verwandten Störungen wertete 17 randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudien zu sechs verschiedenen Wirkstoffen aus, davon allein 10 Studien mit N-Acetylcystein (die übrigen 7 Studien zu anderen Wirkstoffen, je 1 zu Eicosapentaensäure, Folsäure und Lithium, 3 zu Inositol, 1 zu Silymarin). In der Untergruppenanalyse verbesserte N-Acetylcystein die Gesamtsymptomatik gegenüber Placebo signifikant (laut Tabelle 2 des Volltexts, da im Abstract nur der p-Wert genannt wird, 10 Studien, 453 Teilnehmende, standardisierte Mittelwertdifferenz minus 0,77, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 1,26 bis minus 0,29, p kleiner 0,01, Heterogenität I-Quadrat 83 Prozent); bei den Angst-Skalen zeigte dagegen keiner der geprüften Wirkstoffe einzeln einen Vorteil gegenüber Placebo, obwohl die über alle sechs Wirkstoffe gepoolte Angst-Wirkung knapp signifikant war (p gleich 0,05). Für den dichotomen Endpunkt Ansprechen auf die Behandlung (über alle sechs Wirkstoffe gepoolt) und für Studienabbrüche zeigte sich kein signifikanter Unterschied. Für die reine N-Acetylcystein-Teilanalyse dieser Arbeit lag der p-Wert von Eggers Regressionstest bei 0,03, ein Hinweis auf möglichen Publikationsbias, den die Studie selbst nennt. Damit steht einer 10-Studien-Poolung mit signifikantem Vorteil auf dem primären Symptom-Endpunkt eine gemischte Befundlage aus zwei einzelnen, kleineren Studien gegenüber; die deutlich breitere Datenbasis der Poolung überwiegt hier die beiden widersprüchlichen Einzelstudien, auch wenn erhebliche Heterogenität und ein Hinweis auf Publikationsbias die Aussagekraft einschränken. Ein weiterer, 2021 veröffentlichter Übersichtsartikel zu glutamatergen Wirkstoffen bei mittelschwerer bis schwerer Zwangsstörung nennt N-Acetylcystein neben Memantin, Minocyclin, L-Carnosin und Riluzol als einen der Wirkstoffe mit Evidenz für einen Nutzen, poolt aber alle glutamatergen Wirkstoffe gemeinsam zu einer einzigen Kennzahl (standardisierte Mittelwertdifferenz minus 3,81 gegenüber SSRI plus Placebo) und liefert keine für N-Acetylcystein allein getrennte Zahl; dieser Übersichtsartikel dient hier deshalb nur als zusätzlicher, qualitativer Beleg dafür, dass N-Acetylcystein in der Fachliteratur zu den evidenzgestützten Optionen gezählt wird, nicht als eigene Effektgröße. Ein dritter, älterer Übersichtsartikel, der randomisierte Studien zu zwölf verschiedenen Zusatzwirkstoffen bei Zwangsstörung auswertete, darunter 5 Studien zu N-Acetylcystein, benannte Lamotrigin, Memantin und Aripiprazol als die am stärksten gestützten der geprüften Optionen; wo N-Acetylcystein im Vergleich zu den übrigen acht Wirkstoffen genau einzuordnen ist, geht aus dem frei zugänglichen Abstract nicht hervor, die Auswertung stützt sich hier auf das Abstract.

    Quellen: 16, 17, 18, 36, 37

  8. 08

    Wiederholtes Haareausreißen (Trichotillomanie), N-Acetylcystein allein gegen Placebo, bei Erwachsenen in einer Studie positiv, bei Kindern und Jugendlichen in einer anderen Studie ohne Unterschied zu Placebo

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Der Cochrane-Review zur medikamentösen Behandlung der Trichotillomanie fand für N-Acetylcystein bei Erwachsenen eine höhere Ansprechrate als unter Placebo (56 Prozent gegenüber 16 Prozent, Risk Ratio 3,5, 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,34 bis 9,17, moderate Evidenzqualität nach GRADE), gestützt auf eine einzelne randomisierte Studie mit 50 Teilnehmenden (Dosis titriert bis 2400 mg pro Tag über 12 Wochen); bei dieser Studie war laut Cochrane-Review ein Autor als Berater für die Industrie tätig. Bei Kindern und Jugendlichen fand eine zweite, ebenfalls einzelne Studie mit 39 Teilnehmenden keinen Unterschied zu Placebo (25 Prozent gegenüber 21 Prozent, Risk Ratio 1,19, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,37 bis 3,77, niedrige Evidenzqualität); die Gesamtdauer dieser Studie betrug 12 Wochen (600 mg pro Tag in der ersten Woche, danach über weitere 3 Wochen auf 2400 mg pro Tag gesteigert, anschließend 8 Wochen auf dieser Zieldosis gehalten), nicht 8 Wochen. Diese Studie wurde nicht von der Industrie finanziert, wohl aber teilweise von einer Patientenorganisation unterstützt. Diese GRADE-Einstufungen stammen aus der Summary-of-findings-Tabelle des Reviews und stimmen mit dem Abstract überein. Da jede der beiden Alterspopulationen nur auf einer einzigen Studie beruht, bleibt die Stufe trotz moderater Evidenzqualität bei Erwachsenen auf Hinweise begrenzt. In beiden Studien war N-Acetylcystein laut den Studienbeschreibungen des Reviews die alleinige Prüfsubstanz gegen Placebo und keine Zusatzgabe zu einer laufenden Medikation.

    Quellen: 19

  9. 09

    Spermienparameter (Konzentration, Beweglichkeit, Morphologie) bei Männern mit eingeschränkter Fruchtbarkeit, eine Studie mit N-Acetylcystein-Arm in einer Netzwerk-Analyse ohne eigenständigen Effekt, eine spätere reine N-Acetylcystein-Analyse positiv

    Widersprüchlich
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine Netzwerk-Meta-Analyse aus 18 randomisierten Studien mit 1790 Teilnehmenden verglich 8 Antioxidantien einschließlich N-Acetylcystein gegen Placebo. Von diesen 18 Studien enthielt laut der eigenen Studientabelle der Arbeit nur eine einzige einen N-Acetylcystein-Arm (316 Teilnehmende mit idiopathischer Oligo-Astheno-Teratospermie, Placebo gegen Selen 200 Mikrogramm gegen N-Acetylcystein 600 mg täglich über 26 Wochen); die übrigen 17 Studien prüften andere Antioxidantien wie Coenzym Q10, Carnitin, Folsäure, Zink, Vitamin E, Vitamin C oder Selen. In der direkten (paarweisen) Meta-Analyse, die für den Vergleich mit Placebo im Wesentlichen auf dieser einen Studie beruht, unterschied sich N-Acetylcystein signifikant von Placebo bei Spermienkonzentration, -beweglichkeit und -morphologie (jeweils p kleiner 0,05). In der Netzwerk-Analyse, die zusätzlich indirekte Vergleiche über alle 8 Antioxidantien einbezieht und dadurch breitere Konfidenzintervalle erzeugt, verschwand dieser Unterschied für N-Acetylcystein bei allen drei Endpunkten wieder, während nur Coenzym Q10 (Spermienkonzentration) und Carnitin (Spermienbeweglichkeit) signifikant blieben. Es handelt sich hier also nicht um zwei widersprüchliche Auswertungen eines großen, überlappenden Studienbestands, sondern im Kern um eine einzelne Studie, deren Ergebnis im direkten Vergleich signifikant, im Netzwerk mit zusätzlicher indirekter Evidenz aber nicht mehr signifikant ist. Eine spätere, ausschließlich auf N-Acetylcystein beschränkte Meta-Analyse aus 5 randomisierten Studien fand dagegen für alle 4 geprüften Parameter signifikante Verbesserungen gegenüber Kontrolle, unter anderem bei der Spermienkonzentration (Mittelwertdifferenz 4,43 Millionen pro Milliliter, 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,50 bis 7,36) und der Gesamtbeweglichkeit (Mittelwertdifferenz 9,69 Prozentpunkte, 95-Prozent-Konfidenzintervall 6,61 bis 12,77). Diese 5 Studien schließen mit hoher Wahrscheinlichkeit die oben genannte Studie mit ein; wie viele der übrigen 4 Studien sich mit denen der Netzwerk-Analyse überschneiden, ließ sich aus den Abstracts nicht bestimmen. Insgesamt beruht der positive Befund zu N-Acetylcystein bei Spermienparametern auf einer kleinen Zahl von Studien und ist methodenabhängig. Direkte Vergleiche sprechen für einen Effekt, die um indirekte Evidenz erweiterte Netzwerk-Analyse nicht. Laut Ergebnisteil des Volltexts der Netzwerk-Meta-Analyse waren in der direkten (paarweisen) Auswertung bei allen drei Endpunkten (Konzentration, Beweglichkeit, Morphologie) jeweils nur wenige der acht geprüften Antioxidantien signifikant, darunter N-Acetylcystein; die anschließenden Sensitivitätsanalysen des Reviews (Ausschluss von Studien mit hohem Bias-Risiko oder mit imputierten Daten) veränderten dieses Bild für Konzentration, Beweglichkeit und Morphologie nicht. Zur Einordnung des Unterschieds zwischen direkter und Netzwerk-Analyse gibt es zwei vertretbare Lesarten, die hier beide stehen bleiben, weil sich keine davon eindeutig als richtig belegen lässt. Die eine liest den Verlust der Signifikanz in der Netzwerk-Analyse als eigenständigen Gegenbefund; sobald indirekte Evidenz über weitere Antioxidantien einbezogen wird, verschwindet der Effekt, und das ist ein Ergebnis für sich, das die Stufe "widersprüchlich" stützt. Die andere liest denselben Befund als reinen Präzisionsverlust, nicht als Gegenbefund; da der Netzwerk-Vergleich mit Placebo im Kern auf derselben einzelnen Studie beruht wie der direkte Vergleich, lediglich mit breiteren, durch die indirekte Evidenz aufgeweiteten Konfidenzintervallen, hat sich der zugrunde liegende Befund nicht geändert, nur seine Unsicherheit ist sichtbarer geworden; nach dieser Lesart wäre "hinweise" die treffendere Stufe, zusätzlich gestützt durch die spätere, unabhängig positive 5-Studien-Auswertung. Welche Lesart zutrifft, ist eine Abwägungsfrage und wird hier nicht entschieden, siehe Abschnitt "Offen".

    Quellen: 20, 21

  10. 10

    Leberenzym ALT bei nichtalkoholischer beziehungsweise metabolisch-assoziierter Fettlebererkrankung (NAFLD/MASLD), zwei randomisierte Studien ohne Unterschied zu Kontrolle

    Nicht bestätigt
    Einordnung und Einschränkungen

    Ein systematischer Review aus 15 randomisierten Studien zu verschiedenen Wirkstoffen bei nichtalkoholischer Fettlebererkrankung führte darunter einen Studienarm mit N-Acetylcystein gegen Placebo und fand keinen Unterschied bei der Normalisierung der Transaminase ALT; Effektmaß, Konfidenzintervall, Dosis, Dauer und Teilnehmerzahl dieses einzelnen Studienarms nennt das Abstract nicht, die Auswertung stützt sich hier auf das Abstract. Diese Quelle ist siebzehn Jahre alt und war bislang die einzige zu diesem Endpunkt. Eine 2026 veröffentlichte randomisierte, offene, kontrollierte Studie an 60 nichtdiabetischen Erwachsenen mit metabolisch-assoziierter Fettlebererkrankung (MASLD, die aktuellere Bezeichnung für dasselbe Krankheitsbild) prüfte gezielt hochdosiertes orales N-Acetylcystein (2400 mg pro Tag über 12 Wochen, n gleich 30 randomisiert, 25 ausgewertet) gegen eine alleinige Lebensstilintervention als Kontrolle (n gleich 30 randomisiert, 26 ausgewertet), ohne Placebo. Laut Tabelle 2 des Volltexts veränderte sich der ALT-Wert (Median mit Interquartilbereich) unter N-Acetylcystein von 22,0 (15,0 bis 31,0) auf 23,0 (18,0 bis 26,0) Einheiten pro Liter, unter der Kontrolle von 22,5 (18,0 bis 30,0) auf 21,0 (17,0 bis 30,0) Einheiten pro Liter; weder der Unterschied zwischen den Gruppen noch die Veränderung innerhalb jeder Gruppe erreichte statistische Signifikanz (p gleich 1 nach Bonferroni-Korrektur für beide Vergleiche). Auch bei Lebersteatose und -fibrose, gemessen per Fibroscan und über nicht-invasive Scores, sowie bei Markern der Insulinresistenz fand diese Studie keinen signifikanten Unterschied zugunsten von N-Acetylcystein. Zwei Einschränkungen dieser Studie gehören dazu. Der ALT-Wert lag in beiden Gruppen schon zu Beginn im Normbereich, ein Absinken war dort also kaum zu erwarten; und alle 25 ausgewerteten Personen der N-Acetylcystein-Gruppe nahmen Protonenpumpenhemmer gegenüber 10 von 26 in der Kontrollgruppe, was die Autorinnen und Autoren selbst als Einschränkung der ursächlichen Deutung benennen. Zwei methodisch unterschiedliche, unabhängig voneinander zum gleichen Nullbefund kommende Arbeiten sprechen damit gegen einen ALT-senkenden Effekt von N-Acetylcystein bei Fettlebererkrankung; eine placebokontrollierte, unabhängige Bestätigung liegt nicht vor.

    Quellen: 22, 35

  11. 11

    Überleben bei akutem Leberversagen ohne Paracetamol als Ursache, unter klinischer oraler oder intravenöser Gabe, Gesamtüberleben ohne Unterschied, transplantationsfreies und postoperatives Überleben höher

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine Meta-Analyse aus 4 prospektiven klinischen Studien mit 616 Teilnehmenden (331 unter N-Acetylcystein oral oder intravenös, 285 Kontrollen) bei Personen mit akutem Leberversagen, das nicht durch eine Paracetamol-Überdosierung ausgelöst wurde, fand gegenüber Kontrolle keinen Unterschied beim Gesamtüberleben (71 Prozent gegenüber 67 Prozent, Odds Ratio 1,16, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,81 bis 1,67, p gleich 0,42), aber ein höheres Überleben ohne Lebertransplantation (41 Prozent gegenüber 30 Prozent, Odds Ratio 1,61, 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,11 bis 2,34) und ein höheres Überleben nach einer Transplantation (85,7 Prozent gegenüber 71,4 Prozent, Odds Ratio 2,44, 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,11 bis 5,37). Die Studie wertet orale und intravenöse Gabe gemeinsam aus, eine getrennte Auswertung nach Verabreichungsweg nennt das Abstract nicht. Diese Studien betreffen ausschließlich klinisch behandelte Personen mit akutem Leberversagen unter stationärer Überwachung, nicht die Einnahme als Nahrungsergänzung.

    Quellen: 23

  12. 12

    Schutz der Nieren vor einer Funktionsverschlechterung durch jodhaltiges Kontrastmittel bei radiologischen Untersuchungen, in der größten randomisierten Studie und in einer Meta-Analyse aus 49 Studien kein Unterschied zu Placebo

    Nicht bestätigt
    Einordnung und Einschränkungen

    N-Acetylcystein wird seit den 1990er-Jahren zum Schutz der Nieren vor einer Funktionsverschlechterung nach jodhaltigem Kontrastmittel eingesetzt und auch als Nahrungsergänzung dafür beworben. Die bislang größte randomisierte, placebokontrollierte Studie zu dieser Frage (4993 in die Analyse eingeschlossene Personen mit hohem Risiko für eine Nierenkomplikation vor einer Angiographie, orales N-Acetylcystein über 5 Tage um die Untersuchung herum gegen Placebo, zusätzlich randomisiert zu intravenösem Natriumbicarbonat oder Kochsalzlösung) fand keinen Unterschied beim zusammengesetzten primären Endpunkt aus Tod, Dialysepflicht oder anhaltendem Kreatininanstieg (4,6 Prozent gegenüber 4,5 Prozent, Odds Ratio 1,02, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,78 bis 1,33, p gleich 0,88) und auch keinen Unterschied bei der kontrastmittelbedingten akuten Nierenschädigung als sekundärem Endpunkt. Eine 2026 veröffentlichte Meta-Analyse aus 49 Studien bestätigt dieses Bild für orale und für intravenöse Gabe getrennt. Für orales N-Acetylcystein zeigte sich kein Unterschied bei der Häufigkeit akuter Nierenschädigung (Odds Ratio 1,00, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,90 bis 1,11, p gleich 0,98), der Notwendigkeit einer Dialyse (Odds Ratio 0,94, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,61 bis 1,46) oder der Sterblichkeit (Odds Ratio 1,08, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,83 bis 1,41); das Ergebnis änderte sich auch in einer nach niedriger oder hoher oraler Dosis getrennten Auswertung nicht. Für intravenöses N-Acetylcystein fanden sich ebenfalls keine signifikanten Unterschiede bei diesen drei Endpunkten. Diese beiden großen, methodisch vergleichsweise starken Arbeiten stehen im Widerspruch zu älteren, kleineren Einzelstudien und Meta-Analysen aus den 2000er- und frühen 2010er-Jahren, auf denen der verbreitete Ruf von N-Acetylcystein als Nierenschutz zum Teil beruht; diese älteren Arbeiten wurden für diesen Eintrag nicht einzeln nachgeprüft. Auf Basis der größten und aktuellsten verfügbaren Evidenz gilt die schützende Wirkung als geprüft und nicht bestätigt.

    Quellen: 27, 28

  13. 13

    Hormonspiegel und Follikelzahl bei Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom (PCOS), Übersichtsarbeiten uneinheitlich und mit unsicherem Gesamteffekt; Eisprung- und Schwangerschaftsrate bei weiblicher Unfruchtbarkeit (nicht ausschließlich PCOS) ohne Unterschied

    Widersprüchlich
    Einordnung und Einschränkungen

    N-Acetylcystein wird Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom häufig zur Verbesserung von Zyklus, Eisprung und Hormonhaushalt empfohlen, gestützt auf seine angenommene insulinsensibilisierende und antioxidative Wirkung. Die vorliegenden Meta-Analysen widersprechen sich dabei von Endpunkt zu Endpunkt und teils in der Richtung desselben Endpunkts. Eine 2025 veröffentlichte Meta-Analyse aus 22 Studien mit 2515 Teilnehmerinnen wurde im Volltext ausgewertet, da sie als einzige der drei Übersichtsarbeiten dieser Zeile frei zugänglich ist; 2 der 4 Autorinnen sind bei einem kommerziellen Wellness-Unternehmen angestellt, das ist bei den folgenden Zahlen zu berücksichtigen. Die Studie wertet ihre Endpunkte in Untergruppen nach Vergleichsarm getrennt aus (gegen Placebo, gegen Metformin, gegen "andere" Wirkstoffe wie Clomifen oder Letrozol), mit Ausnahme von Progesteron, wo laut eigener Angabe "eine Untergruppenanalyse nicht anwendbar" war und ein einziger, über alle Vergleichsarme gepoolter Wert berichtet wird. Dieser gepoolte Progesteron-Wert war signifikant erhöht (standardisierte Mittelwertdifferenz 0,95, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,13 bis 1,77, 4 Studien, 1099 Teilnehmerinnen) und erreichte in der eigenen GRADE-Bewertung des Reviews als einziger der acht geprüften Endpunkte die Stufe "hoch". Bei der Endometriumdicke zeigte sich ein signifikanter Anstieg in der Placebo-Untergruppe (standardisierte Mittelwertdifferenz 0,58, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,10 bis 1,06) und in der "andere Wirkstoffe"-Untergruppe (0,71, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,48 bis 0,94), nicht aber in der Metformin-Untergruppe, die einen unplausibel großen, nicht signifikanten Ausschlag ins Negative zeigte (minus 4,71, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 15,33 bis 5,91, Heterogenität I-Quadrat 100 Prozent); die GRADE-Bewertung stuft diesen Endpunkt trotz der in der Zusammenfassung hervorgehobenen Signifikanz nur als "niedrig" ein. Der LH-Spiegel war einzig in der Metformin-Untergruppe signifikant erhöht (0,67, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,23 bis 1,12), nicht gegen Placebo (0,12, nicht signifikant) oder andere Wirkstoffe (minus 0,01, nicht signifikant); GRADE stuft LH insgesamt als "moderat" ein. Eine in diesem Eintrag zuvor nicht genannte neunte Kennzahl, die Follikelzahl, war in keiner der drei Untergruppen statistisch signifikant erhöht (Placebo 0,70, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,01 bis 1,40, p gleich 0,05; "andere Wirkstoffe" 2,01, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,77 bis 4,80, p gleich 0,16, trotz p größer 0,05 im eigenen Text der Studie als "signifikant zugunsten von NAC" bezeichnet, ein innerer Fehler der Quelle; Metformin minus 3,51, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 7,29 bis 0,27, p gleich 0,07), GRADE-Einstufung "niedrig". Östradiol, das Sexualhormon-bindende Globulin, FSH und das Gesamttestosteron zeigten in keiner Untergruppe einen signifikanten Unterschied, mit GRADE-Einstufungen von "sehr niedrig" bis "moderat". Zusätzlich zu den nach Vergleichsarm getrennten Werten berichtet der Review für LH auch einen über alle drei Vergleichsarme gemittelten globalen Wert gegenüber Kontrolle insgesamt (Abschnitt "GRADE" des Volltexts, Tabelle 3), und zwar signifikant erhöht (standardisierte Mittelwertdifferenz 0,29, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,02 bis 0,55, p gleich 0,03, 10 Studien, Heterogenität I-Quadrat 74 Prozent, GRADE-Einstufung "moderat"). Ob ein höherer LH-Spiegel bei PCOS im Einzelfall erwünscht oder unerwünscht ist, hängt vom individuellen Befund ab und wird hier nicht bewertet, der Eintrag hält nur den Messwert fest. Der Review führte außerdem eine Sensitivitätsanalyse durch, bei der jeweils die am stärksten gewichtete Einzelstudie aus jeder Endpunkt-Auswertung entfernt wurde (Abschnitt "Discussion" des Volltexts); für die meisten Endpunkte ergaben sich dabei nur geringe Verschiebungen bei Effektgröße und p-Wert, ohne dass sich Richtung oder Signifikanz änderten, und die Autorinnen und Autoren bezeichnen die positiven Befunde zu Progesteron, Endometriumdicke und LH auf dieser Grundlage ausdrücklich als robust gegenüber dem Einfluss einzelner Studien. Der Review berichtet zusätzlich einen eigenen globalen Gesamteffekt über alle acht Endpunkte und alle Untergruppen gemittelt (eigener Abschnitt "Globale Effekte der NAC-Supplementierung", 3.13 im Volltext), und zwar nicht signifikant (standardisierte Mittelwertdifferenz minus 0,14, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,58 bis 0,31, p gleich 0,55) bei sehr hoher Heterogenität (I-Quadrat 99 Prozent). Dieser Wert poolt acht inhaltlich unvergleichbare Endpunkte (Hormonspiegel in unterschiedlichen Einheiten, eine Gewebedicke, eine Zellzahl) zu einer einzigen Kennzahl; bei einer Heterogenität von 99 Prozent ist das eher ein Artefakt der Poolung als eine inhaltliche Aussage über die Wirkung und sollte deshalb nicht als das entscheidende Kriterium dieser Zeile gelesen werden. Die Autorinnen und Autoren selbst weisen an genau dieser Stelle in die andere Richtung; laut Volltext seien, obwohl der globale Überblick beobachtbare Veränderungen beschreibe, für ein genaueres Verständnis der Ergebnisse die im Folgenden dargestellten detaillierten statistischen Analysen der Einzelvariablen erforderlich; die Autorinnen und Autoren stützen sich für die Einordnung also gerade nicht auf den globalen Wert, sondern verweisen von ihm weg auf die Einzelbefunde. Eine ältere, 2023 veröffentlichte Meta-Analyse aus 18 Studien mit 2185 Teilnehmerinnen kam für teils dieselben Endpunkte zu einem anderen Bild; eine Interessenerklärung ist über PubMed für diese Arbeit nicht hinterlegt, die Autorinnen sind laut Affiliation an iranischen Universitäten tätig, eine Finanzierungsart lässt sich daraus nicht ableiten. Diese Arbeit fand eine signifikante Senkung des Gesamttestosterons (standardisierte Mittelwertdifferenz minus 0,25, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,39 bis minus 0,10) und einen signifikanten Anstieg von FSH (standardisierte Mittelwertdifferenz 0,39, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,07 bis 0,71), jedoch anders als die neuere Arbeit keinen signifikanten Effekt auf Follikelzahl, Endometriumdicke, Progesteron oder LH; die Auswertung stützt sich hier auf das Abstract, sodass sich Vergleichsarme und GRADE-Bewertung dieser Arbeit nicht im gleichen Detail prüfen ließen. Eine dritte, 2020 veröffentlichte Meta-Analyse aus 15 Studien mit 2330 Teilnehmerinnen misst keine Hormon- oder Follikel-Endpunkte, sondern klinische Endpunkte (Eisprung, Schwangerschaft, Fehlgeburt) bei einer breiteren, nicht ausschließlich von PCOS betroffenen Population weiblicher Unfruchtbarkeit; sie ist deshalb kein dritter Widerspruch zu den beiden anderen Arbeiten, sondern die einzige der drei Übersichtsarbeiten, die den für Betroffene eigentlich entscheidenden Endpunkt prüft. Sie fand für die klinische Schwangerschaftsrate (Odds Ratio 1,55, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,98 bis 2,47), die Eisprungrate (Odds Ratio 1,77, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,76 bis 4,14) und die Fehlgeburtenrate keinen statistisch signifikanten Unterschied und bewertete N-Acetylcystein zudem als weniger wirksam als Metformin. Alle drei Übersichtsarbeiten weisen eine erhebliche Heterogenität der eingeschlossenen Einzelstudien auf. In der Summe ist die Datenlage zu PCOS-bezogenen Hormon- und Follikel-Endpunkten uneinheitlich; mehrere Einzelendpunkte (Progesteron, LH, Endometriumdicke in zwei von drei Untergruppen) zeigen in der größten und am gründlichsten geprüften Übersichtsarbeit signifikante, laut deren eigener Sensitivitätsanalyse robuste positive Befunde, während andere Endpunkte (Follikelzahl, Östradiol, FSH, Gesamttestosteron, SHBG) keinen Unterschied zeigen und die beiden älteren Übersichtsarbeiten sich mit der neueren teils widersprechen; für den von Betroffenen eigentlich gesuchten Endpunkt (Eisprung, Schwangerschaft) liegt zudem nur eine Arbeit an einer breiteren Population ohne Unterschied vor.

    Quellen: 29, 30, 31

  14. 14

    Psychotische Symptome (PANSS-Score) als Zusatzgabe zu Antipsychotika bei Schizophrenie, zwei ältere kleinere Meta-Analysen positiv, neuere und größere Meta-Analyse ohne Unterschied

    Widersprüchlich
    Einordnung und Einschränkungen

    N-Acetylcystein wird neben seiner Rolle als Glutathion-Vorstufe auch breit für psychische Gesundheit und mentale Klarheit beworben, unter anderem gestützt auf Studien zur Schizophrenie als Zusatzbehandlung zu einer bestehenden antipsychotischen Medikation. Eine 2018 veröffentlichte Meta-Analyse über drei psychiatrische Diagnosen (Major Depression, bipolare Störung, Schizophrenie) fand für die Schizophrenie-Untergruppe aus 3 randomisierten Studien mit 307 Teilnehmenden eine signifikante Verbesserung der Gesamtpsychopathologie unter N-Acetylcystein gegenüber Placebo (standardisierte Mittelwertdifferenz minus 0,74, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 1,43 bis minus 0,06, p gleich 0,03) bei hoher Heterogenität (I-Quadrat 84 Prozent). Eine 2020 veröffentlichte, eigens auf Schizophrenie beschränkte Meta-Analyse aus 7 Studien mit 440 Teilnehmenden (220 unter N-Acetylcystein, 220 unter Placebo) fand nach mindestens 24 Wochen Behandlungsdauer eine signifikante Verbesserung sowohl des PANSS-Gesamtwerts als auch der Negativsymptomatik sowie eine Verbesserung im kognitiven Bereich Arbeitsgedächtnis; der Effekt zeigte sich nach Angabe der Autoren erst bei den längeren Studien, nicht bei kürzerer Behandlungsdauer. Eine 2024 veröffentlichte, neuere und zugleich größere Meta-Analyse aus 8 randomisierten Studien mit 594 Teilnehmenden, die N-Acetylcystein ausschließlich gegen Placebo bei psychotischen Störungen prüfte, fand dagegen zu keinem der beiden untersuchten Zeitpunkte (bis 24 Wochen und über 24 Wochen) einen Unterschied beim PANSS-Gesamtwert oder den Positiv-, Negativ- und allgemeinen Psychopathologie-Subskalen, und auch keinen Unterschied bei den Abbruchraten; die Autoren schließen, es sei derzeit nicht angemessen, N-Acetylcystein als Zusatzbehandlung für psychotische Störungen in der klinischen Routineversorgung zu empfehlen. Ob und in welchem Umfang sich die Studienbestände der drei Übersichtsarbeiten überschneiden, insbesondere ob die 8 Studien der neuesten und größten Arbeit die 7 beziehungsweise 3 Studien der beiden älteren, kleineren Arbeiten mitenthalten, ließ sich aus den Abstracts nicht bestimmen. Der Volltext dieser neuesten Arbeit lag für diese Recherche nicht vor; die Bewertung stützt sich ausschließlich auf das PubMed-Abstract, das selbst keine Effektmaße oder Konfidenzintervalle für die einzelnen Vergleiche nennt, sondern nur deren Richtung und Signifikanz. Die neueste Arbeit ist zugleich die größte der drei nach Teilnehmerzahl; ob sie auch methodisch breiter angelegt ist als die beiden älteren, lässt sich aus dem Abstract nicht belegen und wird hier nicht behauptet. Ihr Nullbefund steht im Widerspruch zu den beiden älteren, positiven Auswertungen.

    Quellen: 32, 33, 34

  15. 15

    Ausleitung von Schwermetallen (etwa Quecksilber, Blei, Cadmium) beim Menschen

    Keine Studien gefunden
    Einordnung und Einschränkungen

    Gesucht wurde unter anderem mit den Begriffen "heavy metal chelation detoxification human", "mercury lead cadmium excretion" und "mercury excretion", zuletzt auch ohne Beschränkung auf bestimmte Studientypen. Eine placebokontrollierte Humanstudie, die eine Ausleitung von Schwermetallen unter N-Acetylcystein misst, wurde dabei nicht gefunden.

Studien im Detail

Chronische Bronchitis und COPD, Schleimlösung und Symptomlast

Der Cochrane-Review zu Mukolytika insgesamt (38 Studien, 21 davon mit reinem N-Acetylcystein) fand gegen Placebo eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, exazerbationsfrei zu bleiben [1]. Bei Lebensqualität und Lungenfunktion unterscheidet sich das Bild: Die Lungenfunktion (FEV1) verbesserte sich statistisch signifikant, wenn auch unterhalb der als klinisch bedeutsam geltenden Schwelle. Die Lebensqualität (SGRQ-Score) veränderte sich zahlenmäßig ebenfalls in Richtung Besserung, aber nicht statistisch signifikant; der Review selbst schreibt im Abstract wörtlich, das Konfidenzintervall schließe keinen Unterschied aus. Für Lebensqualität und Lungenfunktion liegt im Review keine nach Wirkstoff getrennte Auswertung vor, sodass sich der Anteil, den N-Acetylcystein an diesen beiden gepoolten Ergebnissen hat, daraus nicht bestimmen lässt. Der FEV1-Effekt trägt zudem maßgeblich eine einzelne Studie: Wird sie entfernt, verschwinden laut dem Ergebnisteil des Cochrane-Volltexts sowohl die Signifikanz als auch die beobachtete Heterogenität. Für den Anteil ohne Exazerbation dagegen liefert derselbe Review zusätzlich eine eigene, nach Tagesdosis aufgeschlüsselte Auswertung ausschließlich für N-Acetylcystein, siehe folgenden Abschnitt. Für Symptomlast und Lebensqualität liegt inzwischen außerdem eine getrennte, ausschließlich auf N-Acetylcystein bezogene Auswertung mit einem anderen, dichotomen Endpunkt vor: Bei chronischer Bronchitis oder Prä-COPD-Symptomatik war eine Besserung von Symptomen und/oder Lebensqualität unter N-Acetylcystein signifikant wahrscheinlicher als unter Placebo [2].

Chronische Bronchitis und COPD, Exazerbationen

Hier zeigt sich das ausgeprägteste Auseinanderfallen der Studienlage in diesem Eintrag, und zwar sowohl zwischen Übersichtsarbeiten als auch zur Frage der Dosis. Mehrere, teils große Meta-Analysen und die bislang größte Einzelstudie (PANTHEON, industriefinanziert) finden eine Reduktion der Exazerbationen [2, 3, 4, 6]. Eine methodisch enger gefasste Meta-Analyse aus 9 Studien, darunter auch PANTHEON, findet dagegen für den Anteil ohne Exazerbation (gestützt auf 6 der 9 Studien) und für mehrere weitere Endpunkte keinen Unterschied [5]. Der Cochrane-Review liefert zusätzlich eine eigene, nach Tagesdosis aufgeschlüsselte Auswertung ausschließlich für N-Acetylcystein: Bei 400 und 600 mg pro Tag zeigt sich dort ein signifikanter Vorteil, bei 1200 und 3200 mg pro Tag nicht [1]. Das widerspricht der in einer der älteren Meta-Analysen ausgesprochenen Empfehlung, gerade bei 1200 mg oder mehr sei ein Effekt zu erwarten [3], und auch der Aussage einer weiteren Arbeit, ein Effekt zeige sich vor allem bei Tagesdosen über 600 mg [6]. Insgesamt lässt sich aus der vorliegenden Studienlage keine verlässliche Dosis-Wirkungs-Beziehung ableiten. Der scheinbare Widerspruch löst sich allerdings teilweise auf, wenn man ihn gegen Studienalter, -dauer und -qualität hält: Eine Sensitivitätsanalyse des Cochrane-Reviews mit nur den Studien mit geringem Risiko für Selektionsbias verliert die Signifikanz, Studien mit einer Dauer ab 12 Monaten zeigen einen deutlich kleineren Effekt als kürzere Studien, und der Effekt sinkt von Jahrzehnt zu Jahrzehnt der Veröffentlichung stetig; von sechs Studien mit angemessener Verdeckung der Behandlungszuteilung berichtete laut Review zudem nur eine einzige einen deutlichen Nutzen [1]. Die positiven Befunde stammen damit überwiegend aus älteren, kleineren und methodisch schwächer verblindeten Studien.

Glutathionspiegel als Laborwert

Die häufigste Begründung für die Einnahme von N-Acetylcystein ist die Annahme, es erhöhe zuverlässig den Glutathionspiegel. Die Datenlage dazu ist dünner und uneinheitlicher, als diese Annahme suggeriert: Eine Meta-Analyse im Trainingskontext (orale und intravenöse Studien gemeinsam ausgewertet) berichtet eine signifikante Erhöhung, stuft die Zuverlässigkeit dieses Befunds aber selbst als "sehr niedrig" ein [7]. Außerhalb des Trainingskontexts finden zwei unabhängige Arbeiten (eine COPD-Meta-Analyse mit 2 auswertbaren Studien und eine kleine Studie bei Multipler Sklerose) keinen signifikanten Anstieg [5, 8]. Eine dritte, häufig zitierte Studie eignet sich nicht als Beleg für einen fehlenden Effekt: Sie hatte keinen Placeboarm, führte N-Acetylcystein nur als Referenzarm gegen zwei Glutathion-Präparate desselben Sponsors, und das Verhältnis von reduziertem zu oxidiertem Glutathion stieg unter N-Acetylcystein über den Studienverlauf rechnerisch an [9]. Innerhalb der Trainingskontext-Meta-Analyse zeigt sich zudem, wie fragil selbst der positive GSH-Hauptbefund ist: Sowohl beim oxidierten Glutathion (GSSG) als auch bei einem Entzündungsmarker (TNF-alpha) aus derselben Arbeit kehrte sich der jeweilige Nullbefund in der eigenen Sensitivitätsanalyse um, sobald eine einzelne, namentlich benannte Studie ausgeschlossen wurde, und zwar beide Male in eine für N-Acetylcystein ungünstige Richtung [7]. Ein gemessener Laborwert ist zudem für sich genommen kein klinischer Endpunkt; ob ein höherer Glutathionspiegel bei gesunden Personen tatsächlich etwas bewirkt, prüfen die übrigen, eigenständigen Wirkungszeilen dieses Eintrags.

Körperliche Belastung

Die größte in diesem Eintrag verwendete Meta-Analyse zu körperlicher Belastung wertet orale und intravenöse Studien gemeinsam aus und findet kleine, aber statistisch signifikante Effekte auf Muskelkater, Laktat, Interleukin-6 und einen Lipidperoxidationsmarker, nicht aber auf Kreatinkinase oder TNF-alpha [7]. Mehrere dieser Effekte sind laut der eigenen Sensitivitätsanalyse des Reviews fragil und verlieren ihre Signifikanz, wenn einzelne, namentlich benannte Studien herausgenommen werden; der Effekt auf Muskelkater trägt zudem ausschließlich den Zeitpunkt 24 Stunden nach Belastung, unmittelbar nach Belastung zeigt sich kein Unterschied. Nach der eigenen GRADE-Einstufung des Reviews ist die Evidenzqualität für die meisten dieser Endpunkte niedrig bis sehr niedrig, für Laktat moderat und für Interleukin-6 sowie TBARS hoch.

Kombination mit Glycin bei älteren Erwachsenen (GlyNAC)

Eine einzelne Arbeitsgruppe hat in einer offenen Pilotstudie und einer anschließenden placebokontrollierten Studie eine Kombination aus Glycin und N-Acetylcystein bei älteren Erwachsenen geprüft und durchgehend positive Effekte auf Glutathionmangel, oxidativen Stress, mitochondriale Funktion, Entzündungswerte und körperliche Leistungsfähigkeit berichtet [10, 11]. Die verwendete Dosis (rund 7 g N-Acetylcystein und rund 7 g Glycin täglich bei 70 kg Körpergewicht) entspricht etwa dem 12-Fachen beziehungsweise 17-Fachen einer marktüblichen Tagesmenge dieser beiden Stoffe in Nahrungsergänzungsmitteln und liegt damit deutlich über allen anderen in diesem Eintrag zitierten oralen Studien. In einem eigenen Übersichtsartikel aus dem Jahr 2021 heißt es, der Befund müsse sich erst in einer randomisierten Studie bestätigen [12]; die 2023 erschienene Studie derselben Gruppe hat das getan, eine unabhängige Bestätigung durch eine andere Arbeitsgruppe fanden wir bei der Recherche nicht. Da es sich um eine Kombination mit Glycin in ebenfalls stark erhöhter Dosis handelt, ist dies kein Beleg für N-Acetylcystein allein.

Depression, Zwangsstörung und verwandte Zustände

Bei psychiatrischen Anwendungen als Zusatzgabe ist das Bild gemischt und hängt stark von der genauen Fragestellung ab. Für depressive Symptome allgemein findet die größte Meta-Analyse einen kleinen, aber signifikanten Effekt [13], während zwei auf bipolare Depression beschränkte Meta-Analysen aus demselben Jahr sich widersprechen [14, 15]. Bei der Zwangsstörung als Zusatzgabe zu einem Serotonin-Wiederaufnahmehemmer liegen zwei randomisierte Einzelstudien mit gegenläufigem Ergebnis vor [16, 17]; eine deutlich größere, 2022 veröffentlichte Poolung von 10 N-Acetylcystein-Studien innerhalb einer Meta-Analyse zu "mitochondrialen Modulatoren" bei Zwangsstörung und verwandten Störungen fand für N-Acetylcystein dagegen eine signifikante Verbesserung der Gesamtsymptomatik, nicht aber der Angst-Skalen [36]; ein Hinweis auf möglichen Publikationsbias in der reinen N-Acetylcystein-Teilanalyse dieser Arbeit relativiert das Ergebnis. Ein weiterer Übersichtsartikel zu glutamatergen Wirkstoffen nennt N-Acetylcystein neben mehreren anderen Wirkstoffen als evidenzgestützt, ohne eine eigene Effektgröße für N-Acetylcystein allein zu liefern [37]. Ein älterer Übersichtsartikel zu zwölf verschiedenen Zusatzwirkstoffen benennt Lamotrigin, Memantin und Aripiprazol als am stärksten gestützt, ohne dass sich aus dem Abstract eine genaue Einordnung von N-Acetylcystein unter den übrigen acht Wirkstoffen ergibt [18]. Bei Trichotillomanie (wiederholtem Haareausreißen) stützt sich der positive Cochrane-Befund bei Erwachsenen auf eine einzelne, 12-wöchige Studie, bei der ein Autor als Berater für die Industrie tätig war; bei Kindern und Jugendlichen fand eine andere, ebenfalls 12-wöchige, nicht industriefinanzierte Studie keinen Unterschied [19].

Schizophrenie

Zwei kleinere, ältere Meta-Analysen finden für N-Acetylcystein als Zusatzgabe zu einer bestehenden antipsychotischen Medikation eine signifikante Verbesserung der psychotischen Symptomatik, insbesondere bei einer Behandlungsdauer von mindestens 24 Wochen [33, 34]. Eine neuere und nach Teilnehmerzahl größere Meta-Analyse aus 8 Studien mit 594 Teilnehmenden findet dagegen zu keinem Messzeitpunkt und bei keiner der PANSS-Subskalen einen Unterschied zu Placebo und rät von einer Empfehlung für die klinische Routineversorgung ab [32]. Der Volltext dieser negativen Arbeit lag für diese Recherche nicht vor; die Bewertung stützt sich allein auf das Abstract, das keine Effektmaße oder Konfidenzintervalle nennt, und ob sie auch methodisch breiter angelegt ist als die beiden älteren, positiven Arbeiten, lässt sich daraus nicht belegen. Ob sich die Studienbestände der drei Arbeiten überschneiden, ließ sich aus den Abstracts ebenfalls nicht bestimmen.

Männliche Fruchtbarkeit

Bei Spermienparametern beruht der positive direkte Vergleich gegen Placebo in der großen Netzwerk-Meta-Analyse im Kern auf einer einzigen Studie mit N-Acetylcystein-Arm; in der Netzwerk-Analyse mit zusätzlicher indirekter Evidenz über mehrere Antioxidantien verschwindet der eigenständige Effekt für N-Acetylcystein wieder [20]. Eine spätere, ausschließlich auf N-Acetylcystein beschränkte Meta-Analyse aus 5 Studien findet dagegen für alle geprüften Parameter signifikante Verbesserungen [21]; wie stark sich die beiden Studienbestände überschneiden, bleibt unklar. Da der Netzwerk-Vergleich mit Placebo im Kern auf derselben einzelnen Studie beruht wie der direkte Vergleich, sind hier zwei Lesarten vertretbar: Der Verlust der Signifikanz kann als eigenständiger Gegenbefund gelten oder als reiner Präzisionsverlust durch die breiteren Konfidenzintervalle der Netzwerk-Analyse. Beide stehen in der Wirkungszeile, die Entscheidung zwischen ihnen bleibt offen.

Kontrastmittel-Nephropathie

N-Acetylcystein gilt im allgemeinen Bewusstsein vielfach als Schutz für die Nieren vor jodhaltigem Kontrastmittel. Die größte randomisierte Studie zu dieser Frage (PRESERVE, knapp 5000 Teilnehmende) und eine 2026 erschienene Meta-Analyse aus 49 Studien finden dafür weder bei oraler noch bei intravenöser Gabe einen Beleg [27, 28]. Ältere, kleinere Arbeiten aus den 2000er- und frühen 2010er-Jahren, auf denen der verbreitete Ruf zum Teil beruht, wurden für diesen Eintrag nicht einzeln nachgeprüft.

Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS)

Zwei Meta-Analysen zu N-Acetylcystein bei PCOS-bezogenen Hormon- und Follikel-Endpunkten widersprechen sich von Endpunkt zu Endpunkt [29, 30]. Die neuere, im Volltext auswertbare Arbeit wurde teilweise von Autorinnen verfasst, die bei einem kommerziellen Wellness-Unternehmen angestellt sind [29]; das ist bei der Einordnung der dort berichteten positiven Einzelbefunde zu berücksichtigen. Innerhalb dieser Arbeit selbst zeigt sich ein weiterer Bruch: Während einzelne Endpunkte in einzelnen Vergleichsarmen (insbesondere Progesteron gegenüber allen Vergleichsgruppen gepoolt, mit hoher GRADE-Zuverlässigkeit, sowie ein globaler LH-Wert mit moderater GRADE-Zuverlässigkeit) signifikant positiv ausfallen und die Sensitivitäts- analyse des Reviews diese Befunde zusammen mit der Endometriumdicke ausdrücklich als robust bezeichnet, ist der vom Review selbst berechnete Gesamteffekt über alle acht geprüften Endpunkte hinweg nicht signifikant und stark heterogen (I-Quadrat 99 Prozent). Dieser gepoolte Gesamtwert fasst acht inhaltlich unvergleichbare Endpunkte in einer Kennzahl zusammen und ist eher ein Artefakt der Poolung als eine inhaltliche Aussage; die Autorinnen und Autoren selbst verweisen an dieser Stelle nicht auf den Gesamtwert, sondern ausdrücklich weg von ihm, hin zu den im Folgenden dargestellten Analysen der Einzelvariablen. Eine dritte Übersichtsarbeit prüft keine Hormon- oder Follikel-Endpunkte, sondern die für Betroffene eigentlich entscheidenden klinischen Endpunkte Eisprung und Schwangerschaft, allerdings an einer breiteren, nicht ausschließlich von PCOS betroffenen Population; sie fand dafür keinen Unterschied zu Kontrolle [31].

Leber

Außerhalb der zugelassenen Antidot-Anwendung bei Paracetamol-Vergiftung ist die Datenlage zur Leber dünn. Beim Leberenzym ALT bei nichtalkoholischer beziehungsweise metabolisch-assoziierter Fettlebererkrankung liegt neben einem älteren, nicht näher quantifizierten Studienarm ohne Unterschied zu Placebo [22] inzwischen auch eine gezielte, 2026 veröffentlichte randomisierte Studie vor, die unter hochdosiertem N-Acetylcystein ebenfalls keine signifikante Veränderung des ALT-Werts gegenüber einer Kontrollgruppe fand [35]; zwei unabhängige Arbeiten kommen damit zum selben Nullbefund, eine placebokontrollierte Bestätigung fehlt aber weiterhin. Bei akutem Leberversagen anderer Ursache verbesserte N-Acetylcystein in einer kleinen Meta-Analyse das transplantationsfreie und das nach einer Transplantation gemessene Überleben, nicht aber das Gesamtüberleben; diese Studien betreffen ausschließlich stationär behandelte Personen, nicht die Einnahme als Nahrungsergänzung [23].

Tier- und Laborstudien

Für die Wirkungstabelle dieses Eintrags wurden ausschließlich Humanstudien ausgewertet. Im Abschnitt Sicherheit und Wechselwirkungen wird zusätzlich eine einzelne in-vitro-Arbeit herangezogen, die die Wechselwirkung von N-Acetylcystein mit Nitroglycerin an thrombozytenreichem Plasma aus menschlichem Spenderblut außerhalb des Körpers untersuchte; sie ist kein Beleg für eine Wirkung bei Personen, die N-Acetylcystein eingenommen haben, und trägt hier keine Wirkungsaussage, sondern dient nur der mechanistischen Einordnung. Weitere Tier- oder Zellstudien wurden nicht systematisch gesucht und sind hier nicht aufgeführt.

Sicherheit und Wechselwirkungen

Oral eingenommen ist N-Acetylcystein in den meisten Studien gut verträglich; am häufigsten werden Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Sodbrennen berichtet, in einer Studie zur Zwangsstörung war Bauchschmerz unter N-Acetylcystein häufiger als unter Placebo (60 Prozent gegenüber 13 Prozent) [16].

Intravenös ist die Nebenwirkungsrate deutlich höher. Eine randomisierte Studie an 180 Personen, die wegen einer Paracetamol-Vergiftung intravenöses N-Acetylcystein erhielten, verzeichnete arzneimittelbezogene Nebenwirkungen bei 45 Prozent (schnelle Infusion über 15 Minuten) beziehungsweise 38 Prozent (langsamere Infusion über 60 Minuten) der Teilnehmenden; die Studie schloss Personen mit bekannter Überempfindlichkeit gegen N-Acetylcystein von vornherein aus, was auf ein bekanntes Risiko für Überempfindlichkeits- beziehungsweise anaphylaktoide Reaktionen bei intravenöser Gabe hinweist [24].

Für Nitroglycerin und verwandte Nitrate ist eine pharmakologische Wechselwirkung beschrieben: In einer kontrollierten Studie bei Personen mit Angina pectoris verstärkte intravenöses N-Acetylcystein die gefäßerweiternde Wirkung einer Nitroglycerin-Infusion und verzögerte die Toleranzentwicklung [25]; eine in-vitro-Studie mit thrombozytenreichem Plasma aus menschlichem Spenderblut fand eine dreifache Verstärkung der blutplättchenhemmenden Wirkung von Nitroglycerin durch N-Acetylcystein, gemessen außerhalb des Körpers und nicht bei Personen, die N-Acetylcystein eingenommen hatten [26]. Beide Arbeiten betreffen intravenöse Kombinationsgabe beziehungsweise Laborbedingungen im kardiologischen Kontext, nicht orale Nahrungsergänzungs-Dosen; die Befunde legen aber nahe, dass eine gleichzeitige Einnahme mit nitrathaltigen Medikamenten deren blutdrucksenkende Wirkung verstärken könnte. Eigens für orale Dosen angelegte Interaktionsstudien liegen uns nicht vor.

Quellen zum Nachlesen

  1. 01

    Cochrane-Review aus 38 RCTs (davon 21 mit N-Acetylcystein), n gleich 10377 · 2019

    Mucolytic agents versus placebo for chronic bronchitis or chronic obstructive pulmonary disease.

    Poole P, Sathananthan K, Fortescue R. Cochrane Database Syst Rev

    Zur Zuschreibung: 01, 02

  2. 02

    Meta-Analyse aus 20 Studien mit reinem N-Acetylcystein · 2024

    N-acetylcysteine Treatment in Chronic Obstructive Pulmonary Disease (COPD) and Chronic Bronchitis/Pre-COPD: Distinct Meta-analyses.

    Papi A, et al. Arch Bronconeumol

    Zur Zuschreibung: 01, 02

  3. 03

    Meta-Analyse aus 13 Studien, n gleich 4155 · 2015

    Influence of N-acetylcysteine on chronic bronchitis or COPD exacerbations: a meta-analysis.

    Cazzola M, et al. Eur Respir Rev

    Zur Zuschreibung: 02

  4. 04

    Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie, n gleich 1006 randomisiert, finanziert vom Hersteller Zambon · 2014

    Twice daily N-acetylcysteine 600 mg for exacerbations of chronic obstructive pulmonary disease (PANTHEON): a randomised, double-blind placebo-controlled trial.

    Zheng JP, et al. Lancet Respir Med

    Zur Zuschreibung: 02

  5. 05

    Meta-Analyse aus 9 RCTs mit reinem N-Acetylcystein, n gleich 2137 (Endpunkt "keine Exazerbation" beruht auf 6 dieser Studien, n gleich 1944) · 2023

    The efficacy of N-acetylcysteine in chronic obstructive pulmonary disease patients: a meta-analysis.

    Huang C, et al. Ther Adv Respir Dis

    Zur Zuschreibung: 02, 03

  6. 06

    Systematischer Review und Meta-Analyse aus 11 Studien · 2014

    Effect of high/low dose N-acetylcysteine on chronic obstructive pulmonary disease: a systematic review and meta-analysis.

    Shen Y, Cai W, Lei S, Zhang Z. COPD

    Zur Zuschreibung: 02

  7. 07

    Systematischer Review und Meta-Analyse aus 20 Studien (laut eigener Tabelle 16 oral, 4 intravenoes verabreicht; der Fliesstext des Reviews nennt abweichend 5 oral und 15 intravenoes) · 2024

    The impact of N-acetylcysteine on lactate, biomarkers of oxidative stress, immune response, and muscle damage: A systematic review and meta-analysis.

    Sadowski M, Zawieja E, Chmurzynska A. J Cell Mol Med

    Zur Zuschreibung: 03, 04

  8. 08

    Randomisierte, placebokontrollierte Studie, n gleich 42 · 2023

    Effects of N-acetylcysteine on oxidative stress biomarkers, depression, and anxiety symptoms in patients with multiple sclerosis.

    Khalatbari Mohseni G, Hosseini SA, Majdinasab N, Cheraghian B. Neuropsychopharmacol Rep

    Zur Zuschreibung: 03

  9. 09

    Randomisierte Crossover-Studie ohne Placeboarm (3 aktive Arme, NAC als Referenzarm), n gleich 20, gesponsert vom Hersteller des sublingualen Vergleichspraeparats, 2 von 4 Autoren dort angestellt · 2015

    Effects of N-acetylcysteine, oral glutathione (GSH) and a novel sublingual form of GSH on oxidative stress markers: A comparative crossover study.

    Schmitt B, Vicenzi M, Garrel C, Denis FM. Redox Biol

    Zur Zuschreibung: 03

  10. 10

    Randomisierte, placebokontrollierte Studie, n gleich 24 ältere Erwachsene (Kombination aus Glycin und N-Acetylcystein), 16 Wochen · 2023

    Supplementing Glycine and N-Acetylcysteine (GlyNAC) in Older Adults Improves Glutathione Deficiency, Oxidative Stress, Mitochondrial Dysfunction, Inflammation, Physical Function, and Aging Hallmarks: A Randomized Clinical Trial.

    Kumar P, et al. J Gerontol A Biol Sci Med Sci

    Zur Zuschreibung: 05

  11. 11

    Offene Pilotstudie ohne Placebokontrolle, n gleich 8 ältere Erwachsene (Kombination aus Glycin und N-Acetylcystein) · 2021

    Glycine and N-acetylcysteine (GlyNAC) supplementation in older adults improves glutathione deficiency, oxidative stress, mitochondrial dysfunction, inflammation, insulin resistance, endothelial dysfunction, genotoxicity, muscle strength, and cognition: Results of a pilot clinical trial.

    Kumar P, Liu C, Hsu JW, Chacko S, Minard C, Jahoor F, Sekhar RV. Clin Transl Med

    Zur Zuschreibung: 05

  12. 12

    Übersichtsartikel derselben Arbeitsgruppe · 2021

    GlyNAC Supplementation Improves Glutathione Deficiency, Oxidative Stress, Mitochondrial Dysfunction, Inflammation, Aging Hallmarks, Metabolic Defects, Muscle Strength, Cognitive Decline, and Body Composition: Implications for Healthy Aging.

    Sekhar RV. J Nutr

    Zur Zuschreibung: 05

  13. 13

    Meta-Analyse aus 12 RCTs, n gleich 904 · 2024

    Efficacy of N-acetylcysteine for patients with depression: An updated systematic review and meta-analysis.

    Peng TR, et al. Gen Hosp Psychiatry

    Zur Zuschreibung: 06

  14. 14

    Meta-Analyse aus 5 RCTs · 2021

    The effect of N-acetylcysteine on bipolar depression: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials.

    Pittas S, Theodoridis X, Haidich AB, Bozikas PV, Papazisis G. Psychopharmacology (Berl)

    Zur Zuschreibung: 06

  15. 15

    Meta-Analyse aus 6 RCTs, n gleich 248 · 2021

    N-acetylcysteine as an adjunctive treatment for bipolar depression: A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials.

    Nery FG, Li W, DelBello MP, Welge JA. Bipolar Disord

    Zur Zuschreibung: 06

  16. 16

    Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie, n gleich 40 · 2017

    Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial of N-Acetylcysteine Augmentation for Treatment-Resistant Obsessive-Compulsive Disorder.

    Costa DLC, et al. J Clin Psychiatry

    Zur Zuschreibung: 07

  17. 17

    Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie, n gleich 44 · 2016

    N-acetylcysteine augmentation therapy for moderate-to-severe obsessive-compulsive disorder: randomized, double-blind, placebo-controlled trial.

    Paydary K, Akamaloo A, Ahmadipour A, Pishgar F, Emamzadehfard S, Akhondzadeh S. J Clin Pharm Ther

    Zur Zuschreibung: 07

  18. 18

    Systematischer Übersichtsartikel (5 RCTs zu N-Acetylcystein unter insgesamt 12 geprüften Wirkstoffen) · 2023

    Clinical Recommendations for Augmentation Agents in Obsessive-Compulsive Disorder Partially Responsive to Serotonin Reuptake Inhibitors.

    Gautam M. J Clin Psychopharmacol

    Zur Zuschreibung: 07

  19. 19

    Cochrane-Review, für N-Acetylcystein je eine Studie bei Erwachsenen (n gleich 50) und eine bei Kindern und Jugendlichen (n gleich 39, Gesamtdauer 12 Wochen) · 2021

    Pharmacotherapy for trichotillomania.

    Hoffman J, Williams T, Rothbart R, Ipser JC, Fineberg N, Chamberlain SR, Stein DJ. Cochrane Database Syst Rev

    Zur Zuschreibung: 08

  20. 20

    Netzwerk-Meta-Analyse aus 18 RCTs zu 8 Antioxidantien, n gleich 1790 (nur 1 Studie mit N-Acetylcystein-Arm) · 2022

    Effect of Antioxidants on Sperm Quality Parameters in Subfertile Men: A Systematic Review and Network Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials.

    Su L, Qu H, Cao Y, Zhu J, Zhang SZ, Wu J, Jiao YZ. Adv Nutr

    Zur Zuschreibung: 09

  21. 21

    Meta-Analyse aus 5 RCTs mit reinem N-Acetylcystein · 2025

    Unlocking the potential of antioxidant supplementation with n-acetylcysteine to improve seminal parameters and analysis of its safety: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials.

    Syarif S, Makkaraka MAG, Zainal ATF, Birowo P, Atmoko W. Arch Ital Urol Androl

    Zur Zuschreibung: 09

  22. 22

    Systematischer Review aus 15 RCTs zu verschiedenen Wirkstoffen (N-Acetylcystein in einem Studienarm) · 2009

    Pharmacological interventions for nonalcoholic fatty liver disease in adults and in children: a systematic review.

    Socha P, Horvath A, Vajro P, Dziechciarz P, Dhawan A, Szajewska H. J Pediatr Gastroenterol Nutr

    Zur Zuschreibung: 10

  23. 23

    Meta-Analyse aus 4 klinischen Studien, n gleich 616 (orale oder intravenöse Gabe zusammengefasst) · 2015

    Efficacy and safety of acetylcysteine in "non-acetaminophen" acute liver failure: A meta-analysis of prospective clinical trials.

    Hu J, Zhang Q, Ren X, Sun Z, Quan Q. Clin Res Hepatol Gastroenterol

    Zur Zuschreibung: 11

  24. 24

    Randomisierte, multizentrische Studie, n gleich 180, intravenöse Gabe bei Paracetamol-Vergiftung · 2005

    The Australasian Clinical Toxicology Investigators Collaboration randomized trial of different loading infusion rates of N-acetylcysteine.

    Kerr F, Dawson A, Whyte IM, Buckley N, Murray L, Graudins A, Chan B, Trudinger B. Ann Emerg Med

  25. 25

    Kontrollierte klinische Studie, n gleich 31, intravenöse Kombinationsgabe · 1997

    N-acetylcysteine attenuates nitroglycerin tolerance in patients with angina pectoris and normal left ventricular function.

    Pizzulli L, Hagendorff A, Zirbes M, Jung W, Lüderitz B. Am J Cardiol

  26. 26

    In-vitro-Studie mit thrombozytenreichem Plasma aus menschlichem Spenderblut (kein Humanstudien-Einnahmeversuch) · 1996

    N-Acetylcysteine potentiates nitroglycerin-induced reversal of platelet aggregation.

    Chirkov YY, Horowitz JD. J Cardiovasc Pharmacol

  27. 27

    Meta-Analyse aus 49 Studien (orale und intravenöse Gabe getrennt ausgewertet) · 2026

    N-acetylcysteine as Prophylaxis Against Contrast-Induced Nephropathy: A Meta-Analysis.

    Rafique B, et al. J Coll Physicians Surg Pak

    Zur Zuschreibung: 12

  28. 28

    Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie im 2x2-Design (PRESERVE), n gleich 4993 in der Analyse · 2018

    Outcomes after Angiography with Sodium Bicarbonate and Acetylcysteine.

    Weisbord SD, et al. N Engl J Med

    Zur Zuschreibung: 12

  29. 29

    Meta-Analyse aus 22 Studien, n gleich 2515, 2 von 4 Autorinnen bei einem kommerziellen Wellness-Unternehmen angestellt · 2025

    Efficacy of N-Acetylcysteine in Polycystic Ovary Syndrome: Systematic Review and Meta-Analysis.

    Viña I, et al. Nutrients

    Zur Zuschreibung: 13

  30. 30

    Meta-Analyse aus 18 Studien, n gleich 2185 · 2023

    The effects of N-acetylcysteine on ovulation and sex hormones profile in women with polycystic ovary syndrome: a systematic review and meta-analysis.

    Shahveghar Asl Z, Parastouei K, Eskandari E. Br J Nutr

    Zur Zuschreibung: 13

  31. 31

    Meta-Analyse aus 15 RCTs, n gleich 2330 (nicht ausschliesslich PCOS) · 2020

    N-acetyl-cysteine as adjuvant therapy in female infertility: a systematic review and meta-analysis.

    Devi N, et al. J Basic Clin Physiol Pharmacol

    Zur Zuschreibung: 13

  32. 32

    Meta-Analyse aus 8 RCTs, n gleich 594 · 2024

    Efficacy and acceptability of adjunctive n-acetylcysteine for psychotic disorders: Systematic review and meta-analysis.

    Zhang Q, Liu Z, Wang T, Yu M, Li X. Hum Psychopharmacol

    Zur Zuschreibung: 14

  33. 33

    Meta-Analyse aus 7 RCTs, n gleich 440 · 2020

    Meta-analysis of randomised controlled trials with N-acetylcysteine in the treatment of schizophrenia.

    Yolland CO, et al. Aust N Z J Psychiatry

    Zur Zuschreibung: 14

  34. 34

    Meta-Analyse über 3 Diagnosen (Schizophrenie-Untergruppe 3 RCTs, n gleich 307) · 2018

    N-acetylcysteine for major mental disorders: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials.

    Zheng W, Zhang QE, Cai DB, Yang XH, Qiu Y, Ungvari GS, Ng CH, Berk M, Ning YP, Xiang YT. Acta Psychiatr Scand

    Zur Zuschreibung: 14

  35. 35

    Randomisierte, offene, kontrollierte Studie, n gleich 60 randomisiert (55 nach 12 Wochen ausgewertet) · 2026

    Effect of high dose N-acetyl cysteine supplementation on markers of oxidative stress and insulin resistance in non-diabetic patients with metabolic dysfunction associated steatotic liver disease: a randomized controlled trial.

    Ramadan AM, El-Wakeel LM, Adel A, Abdel-Wahab M, Fahmy SF. BMC Gastroenterol

    Zur Zuschreibung: 10

  36. 36

    Meta-Analyse aus 17 RCTs zu 6 Wirkstoffen (N-Acetylcystein-Untergruppe 10 RCTs, n gleich 453) · 2022

    Mitochondrial modulators for obsessive-compulsive and related disorders: a systematic review and meta-analysis.

    Kishi T, Sakuma K, Iwata N. Transl Psychiatry

    Zur Zuschreibung: 07

  37. 37

    Systematischer Review und Meta-Analyse aus 17 Studien zu mehreren glutamatergen Wirkstoffen gemeinsam (kein getrennter Wert für N-Acetylcystein) · 2021

    Glutamatergic medications as adjunctive therapy for moderate to severe obsessive-compulsive disorder in adults: a systematic review and meta-analysis.

    Hadi F, Kashefinejad S, Kamalzadeh L, Hoobehfekr S, Shalbafan M. BMC Pharmacol Toxicol

    Zur Zuschreibung: 07

Bei H.P.N

Diesen Inhaltsstoff findest Du in:

Alle Stoffe von A bis Z