Blutregenalgen-Pulver
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Pflanzenextrakte
Haematococcus pluvialis · Algenmehl · Haematococcus pluvialis Biomasse · Astaxanthin-Algenpulver · Blutregenalgen-Extrakt
Auf einen Blick
- Was es ist
- Das getrocknete Ganzalgenpulver (Algenmehl) der Mikroalge Haematococcus pluvialis, gewonnen durch Homogenisieren, Zellaufschluss und Sprühtrocknen der kultivierten Biomasse. Die industrielle Hauptquelle für das Carotinoid Astaxanthin, das in den Produkten als eigener Wirkstoff mit eigener Menge deklariert ist
- Biologische Herkunft
- Haematococcus pluvialis, eine Süßwasser-Grünalge. Unter Stressbedingungen wie Lichtmangel oder Nährstoffmangel bildet sie das rote Carotinoid Astaxanthin und kapselt sich in eine widerstandsfähige Zyste ein, die vor der Weiterverarbeitung mechanisch aufgeschlossen werden muss
- Standardisierung
- Laut der einschlägigen EFSA-Bewertung des Algenmehls enthält dieses rund 5 Prozent Astaxanthin bezogen auf das Gewicht
- Bezug zu Astaxanthin
- Nahezu die gesamte Humanstudienlage zu Wirkungen dieses Rohstoffs betrifft sein Leitcarotinoid Astaxanthin, isoliert oder als Mengenangabe geführt, nicht das ganze Algenpulver als Vielstoffgemisch. Die ausführliche, quellengestützte Bewertung dieser Wirkungen steht im eigenen, geprüften Kompendium-Eintrag zu Astaxanthin und wird hier nicht wiederholt
- Zulassungsstatus
- Als Novel Food "Algenmehl aus Haematococcus pluvialis mit Astaxanthin" nach Verordnung (EU) 2015/2283 durch die EFSA bewertet, im Markt für Nahrungsergänzungsmittel bereits seit den 1990er-Jahren. Für Astaxanthin aus dieser Alge insgesamt hat die EFSA 2020 eine kombinierte Aufnahme aus Hintergrunddiät (Fisch, Krebstiere) und einer Nahrungsergänzungsmittel-Menge von 8 mg pro Tag als sicher für Erwachsene bewertet, siehe Sicherheit und Zulassungsstatus
- Verträglichkeit
- In einer randomisierten, plazebokontrollierten 8-Wochen-Studie mit dem ganzen Algenextrakt (6 mg Astaxanthin pro Tag) keine gegenüber Placebo auffälligen Unterschiede bei Blutdruck und den meisten Blutwerten. Drei Laborwerte unterschieden sich statistisch, laut den Studienautoren selbst aber ohne klinische Bedeutung
Was diesem Stoff zugesprochen wird
Was die Studien hergeben.
Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.
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01
Antibakterielle Wirkung gegen Helicobacter pylori, astaxanthinreiches Algenmehl und Vitamin C in getrennten Gruppen geprüft (Mausmodell)
Nur Labor und TierEinordnung und Einschränkungen
Eine Arbeitsgruppe prüfte an mit Helicobacter pylori infizierten BALB/cA-Mäusen getrennte Gruppen, gefüttert mit unterschiedlich dosiertem astaxanthinreichem Algenmehl aus Haematococcus pluvialis, mit einem astaxanthinfreien Kontrollfutter oder mit Vitamin C allein. Sowohl das astaxanthinreiche Algenmehl allein als auch Vitamin C allein senkten die bakterielle Besiedlung und die begleitende Magenschleimhautentzündung gegenüber unbehandelten oder mit dem Kontrollfutter behandelten Tieren, eine gemeinsame Gabe wurde in dieser Arbeit nicht geprüft. Reine Tierdaten an einer kleinen Studie, keine Übertragung auf den Menschen
Quellen: 5
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02
Gedächtnisleistung, astaxanthinangereichertes Algenpulver (Mausmodell)
Nur Labor und TierEinordnung und Einschränkungen
Eine Arbeitsgruppe prüfte an BALB/c-Mäusen den Effekt von mit Astaxanthin angereichertem Algenpulver aus Haematococcus pluvialis auf ein Gedächtnis-Testverfahren. Die Fütterung ging mit einer besseren Leistung im Test gegenüber Kontrolltieren einher. Reine Tierdaten an einer kleinen Studie, keine Übertragung auf den Menschen
Quellen: 4
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03
Sicherheit bei täglicher Einnahme des ganzen Algenextrakts, unabhängig von der Wirkung des isolierten Astaxanthins
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Randomisierte, doppelblinde, plazebokontrollierte Studie an 35 gesunden Erwachsenen (35 bis 69 Jahre), 8 Wochen täglich drei Gelkapseln mit einem Haematococcus-pluvialis-Algenextrakt in Distelöl, 2 mg Astaxanthin je Kapsel, also 6 mg pro Tag, gegenüber Kapseln mit Distelöl allein. Blutdruck und die meisten Werte eines umfassenden Blutbilds und einer Stoffwechselpanel zeigten nach 8 Wochen keinen auffälligen Unterschied gegenüber der Placebogruppe. Serumcalcium, Gesamteiweiß und Eosinophile unterschieden sich statistisch signifikant, die Studienautoren selbst bewerten diese drei Abweichungen als sehr klein und klinisch bedeutungslos. Einzelne Primärstudie mit kleiner Stichprobe, deshalb höchstens Hinweise, keine Angabe zu Interessenkonflikten oder Finanzierung im Abstract, die Autorenanschrift ist ein unabhängiges Forschungsinstitut, kein erkennbarer Rohstoffhersteller
Quellen: 3
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04
Ob sich die am isolierten Astaxanthin gezeigten Wirkungen, etwa auf oxidativen Stress, Hautparameter oder sportliche Erholung, auf das ganze Algenpulver als Vielstoffgemisch übertragen lassen
Studienlage offenEinordnung und Einschränkungen
Gezielt danach gesucht, ob eine Humanstudie das ganze Algenpulver oder einen Algenextrakt aus Haematococcus pluvialis gegen isoliertes Astaxanthin oder auf denselben Endpunkten wie die Astaxanthin-Studien prüft. Suchen mit "Haematococcus pluvialis" und "whole algae biomass" sowie "Haematococcus pluvialis powder" und "isolated astaxanthin comparison", jeweils ohne Humanfilter und über alle Studientypen, ergaben ausschließlich produktions- und zelltechnische Arbeiten ohne Bezug zu einem der von Astaxanthin bekannten Wirkendpunkte. Eine Suche zu "Haematococcus pluvialis" und "human" ohne Humanfilter ergab neben der Sicherheitsstudie ausschließlich Arbeiten, die bereits im Kompendium-Eintrag zu Astaxanthin ausgewertet sind. Keine dieser Arbeiten vergleicht das ganze Pulver mit dem isolierten Stoff, deshalb bleibt die Frage offen
Dieser Eintrag beschreibt den Rohstoff, nicht seine Wirkungen im Einzelnen. Nahezu die gesamte Forschung, die dem Algenpulver der Blutregenalge zugeschrieben wird, betrifft in Wahrheit sein Leitcarotinoid Astaxanthin, das in den Produkten mit eigener Menge deklariert ist. Die ausführliche, mit Quellen belegte Bewertung dieser Wirkungen, von oxidativem Stress über Hautfeuchtigkeit bis zu sportlicher Erholung, steht im eigenen, geprüften Kompendium-Eintrag zu Astaxanthin und wird an dieser Stelle nicht wiederholt.
Was speziell das ganze Algenpulver betrifft, unabhängig vom isolierten Astaxanthin, ist die Studienlage schmal. Gefunden wurden zwei Tiermodelle sowie eine Humanstudie, die nicht eine Wirkung, sondern die Sicherheit des ganzen Extrakts prüft.
Studien im Detail
Zellkultur- und Tiermodelle
Wang, Willén und Wadström prüften an mit Helicobacter pylori infizierten BALB/cA-Mäusen getrennte Gruppen mit unterschiedlich dosiertem astaxanthinreichem Algenmehl aus Haematococcus pluvialis, mit einem astaxanthinfreien Kontrollfutter oder mit Vitamin C allein. Sowohl das Algenmehl allein als auch Vitamin C allein senkten gegenüber unbehandelten oder mit dem Kontrollfutter behandelten Tieren die bakterielle Besiedlung der Magenschleimhaut und die begleitende Entzündung, eine gemeinsame Gabe beider Stoffe wurde nicht geprüft [5]. Zhang und Kollegen prüften an BALB/c-Mäusen ein mit Astaxanthin angereichertes Algenpulver aus Haematococcus pluvialis in einem Gedächtnis-Testverfahren und fanden gegenüber Kontrolltieren eine bessere Leistung [4].
Einschränkung: Beide Arbeiten sind reine Tierdaten an kleinen Kollektiven, die Helicobacter- pylori-Studie zudem mit getrennten Gruppen für Algenmehl und Vitamin C, nicht mit einer gemeinsamen Gabe. Keine der beiden Arbeiten erlaubt eine Aussage für Menschen.
Sicherheit und Wechselwirkungen
Spiller und Dewell prüften 2003 in einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Studie an 35 gesunden Erwachsenen die Sicherheit eines Haematococcus-pluvialis-Algenextrakts in Distelöl, 6 mg Astaxanthin pro Tag über 8 Wochen, gegenüber Kapseln mit Distelöl allein. Blutdruck und die meisten Blutwerte zeigten keinen auffälligen Unterschied gegenüber Placebo. Drei Werte, Serumcalcium, Gesamteiweiß und Eosinophile, unterschieden sich statistisch signifikant, die Autoren selbst stufen diese Abweichungen als sehr klein und klinisch bedeutungslos ein [3]. Das Abstract nennt keine Finanzierungsquelle, die Autorenanschrift ist ein unabhängiges Forschungsinstitut in Kalifornien, kein erkennbarer Hersteller des eingesetzten Rohstoffs.
Das Algenpulver selbst, in der EFSA-Terminologie "Algenmehl aus Haematococcus pluvialis mit Astaxanthin", ist als Novel Food nach Verordnung (EU) 2015/2283 bewertet. Es wird durch Homogenisieren, Zerkleinern und Sprühtrocknen der kultivierten Algenbiomasse hergestellt und enthält laut diesem Gutachten rund 5 Prozent Astaxanthin bezogen auf das Gewicht, es ist bereits seit den 1990er-Jahren in Nahrungsergänzungs- mitteln im Markt [1]. Das deckt sich mit dem am Etikett vermerkten Standardisierungsmarker, siehe Steckbrief.
In einem eigenen, auf Astaxanthin aus dieser Alge insgesamt bezogenen Gutachten hat die EFSA 2020 eine Aufnahmemenge von 8 mg Astaxanthin pro Tag aus Nahrungsergänzungsmitteln geprüft, kombiniert mit der geschätzten Aufnahme aus der Hintergrunddiät, vor allem Fisch und Krebstiere. Diese kombinierte Aufnahme stuft die Behörde für Erwachsene als sicher ein, für Jugendliche zwischen 14 und unter 18 Jahren wird die als sicher geltende tägliche Gesamtmenge (ADI, 0,2 mg pro Kilogramm Körpergewicht) bereits erreicht, für Kinder zwischen 10 und unter 14 Jahren wird sie rechnerisch um 28 Prozent, für Säuglinge zwischen 4 und 6 Monaten um bis zu 524 Prozent überschritten [2].
Quellen zum Nachlesen
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01
Behördliche Bewertung (EFSA-Gutachten zur Novel-Food-Zulassung des Algenmehls) · 2025
Safety of algal meal from Haematococcus pluvialis containing astaxanthin as a novel food pursuant to Regulation (EU) 2015/2283
EFSA Panel on Nutrition, Novel Foods and Food Allergens (NDA), et al. EFSA J
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- 05
Bei H.P.N
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