Cordyceps Militaris-Extrakt

Zuletzt geprüft am

Pilze

Cordyceps militaris · Puppenkernkeule · Roter Kernkeulenpilz · Scarlet caterpillarclub

H.P.N · Datenstand 2026-08-22 · 13 Zuschreibungen im Überblick

Auf einen Blick

Was es ist
Extrakt aus dem Pilz Cordyceps militaris, reich an Cordycepin, Adenosin und Polysacchariden. Eine andere, in Kultur leicht züchtbare Pilzart als das traditionell wildgesammelte Cordyceps sinensis (Ophiocordyceps sinensis), das einen eigenen Kompendium-Eintrag hat, siehe Abgrenzung unten
Herkunft
Ein parasitischer Schlauchpilz, der in der Natur Schmetterlingsraupen befällt. Für den Handel wird er heute praktisch ausschließlich auf Nährmedien wie Reis kultiviert, die Wildform ist selten
Wirkform in Studien
Uneinheitlich. Je nach Arbeit ethanolbehandelter Kapsel-Extrakt aus dem Fruchtkörper, Myzelextrakt, ein fermentiertes Getränk mit angegebenem Cordycepin-Gehalt oder Bestandteil eines Mehrpilz-Blends, jeweils mit unterschiedlichem und selten vollständig angegebenem Cordycepin- und Polysaccharid-Gehalt
Übliche Studiendosis
1 bis 12 g Pilzmaterial oder Extrakt täglich über 1 bis 16 Wochen in den fünf Interventionsstudien der vorliegenden Übersichtsarbeit, akute Einzeldosen 1 g, in einer Studie ein Getränk mit 2,85 mg quantifiziertem Cordycepin, in einer weiteren 1800 mg Myzelextrakt täglich
Bekannt geworden durch
Die traditionelle chinesische und tibetische Verwendung von wildem Cordyceps sinensis. Cordyceps militaris ist eine verwandte, aber eigene Art, der ähnliche Wirkungen zugeschrieben werden, siehe Abgrenzung unten
Verträglichkeit
In den vorliegenden kleinen Humanstudien gut vertragen, keine schwerwiegenden Nebenwirkungen berichtet

Was diesem Stoff zugesprochen wird

Was die Studien hergeben.

Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.

  1. 01

    Maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) unter mehrwöchiger Einnahme, ein Gruppenunterschied nur in einer Nachbeobachtung an zehn Personen

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Ein Anstieg zeigte sich nur bei zehn Personen nach drei Wochen, mit einem Mittel aus sechs Pilzarten. Die Übersichtsarbeit nennt die Studienlage insgesamt uneinheitlich.

    Ausführlicher Nachweis

    Eine 2026 veröffentlichte narrative Übersichtsarbeit wertet fünf zwischen 2017 und 2024 veröffentlichte Interventionsstudien mit zusammen 321 gesunden Teilnehmenden zwischen 16 und 35 Jahren aus, mit Tagesdosen von 1 bis 12 g über 1 bis 16 Wochen [5]. Ihr eigenes Urteil ist ausdrücklich zurückhaltend. Die Befunde seien uneinheitlich, und die Sicherheit der Evidenz sei begrenzt durch kleine Stichproben, uneinheitliche Belastungsprotokolle, unzureichende Angaben zur Randomisierung, fehlende Studienregistrierung in den meisten Arbeiten, fehlende standardisierte Präparate mit quantifizierten Inhaltsstoffen und den Einsatz von Mehrfachpräparaten [5]. Die im Volltext dokumentierte Risikobewertung nach RoB 2 stuft eine der fünf Studien insgesamt als mittleres und drei als hohes Verzerrungsrisiko ein [5]. Die einzige der fünf Studien mit einem statistisch geprüften Gruppenunterschied bei VO2max ist Hirsch 2017 [3]. Dort nahmen 28 auswertbare von 30 randomisierten Personen eine Woche lang täglich 4 g eines Sechs-Pilz-Präparats ein, danach setzten zehn von ihnen die Einnahme freiwillig zwei weitere Wochen fort. Nach einer Woche bestand keine Wechselwirkung zwischen Zeit und Behandlung (p gleich 0,364), und in der Auswertung der Konfidenzintervalle war der Anstieg nur in der Placebogruppe belegt; die ANOVA berichtete dagegen einen Anstieg in beiden Gruppen [3]. Nach drei Wochen war die Wechselwirkung belegt (p gleich 0,042), der Anstieg von 44,0 auf 48,8 ml/kg/min bestand in der Verumgruppe, während die Placebogruppe von 45,0 auf 45,9 ml/kg/min praktisch unverändert blieb [3]. Diese 4,8 ml/kg/min sind der Vorher-Nachher-Unterschied innerhalb der Verumgruppe und kein ausgewiesener Unterschied zur Placebogruppe. Geprüft wurde ein Gemisch aus sechs Pilzarten (Cordyceps militaris, Ganoderma lucidum, Pleurotus eryngii, Lentinula edodes, Hericium erinaceus, Trametes versicolor), dessen Gehalt an Wirkstoffen die Arbeit nicht bestimmt hat, und dieselben 4 g pro Tag werden im Text einmal als Menge des Gemischs und einmal als Menge an Cordyceps militaris bezeichnet [3]. Die Studie wurde von Disruptive Nutrition finanziert, dem Vertreiber des geprüften Präparats, und erklärt im selben Text, es bestehe kein Interessenkonflikt [3].

    Quellen: 5, 3

  2. 02

    Erschöpfungszeit im Ausbelastungstest, in der einzigen Studie mit Gruppenvergleich ohne Unterschied zwischen Verum und Placebo

    Nicht bestätigt
    Einordnung und Einschränkungen

    Kein Unterschied zwischen Verum und Placebo in der einzigen Studie, die beide Gruppen verglichen hat.

    Ausführlicher Nachweis

    In Hirsch 2017 bestand für die Erschöpfungszeit weder nach einer Woche noch nach drei Wochen eine Wechselwirkung zwischen Zeit und Behandlung (p gleich 0,540 und p gleich 0,261), und es gab keinen Haupteffekt der Behandlung (p gleich 0,721 und p gleich 0,945) [3]. Belegt war nach drei Wochen allein der Vorher-Nachher-Anstieg innerhalb der Verumgruppe von 851,7 auf 921,5 Sekunden, während die Placebogruppe von 880,0 auf 884,6 Sekunden praktisch unverändert blieb [3]. Die verbreitet zitierten 69,8 Sekunden sind damit die Veränderung innerhalb der Verumgruppe und kein Unterschied zur Placebogruppe. Die Nachbeobachtung der dritten Woche umfasste zehn Personen. Aus der einzigen Arbeit mit direktem Gruppenvergleich liegt zur Erschöpfungszeit damit ein geprüfter Nullbefund vor, ohne Effektmaß mit Konfidenzintervall für den Gruppenunterschied. Ein fehlendes Effektmaß macht aus diesem berichteten Nullbefund keinen Hinweis auf Nutzen, weshalb die Stufe auf nicht bestätigt gesetzt wird. Präparat, Finanzierung und Verzerrungsrisiko wie in der Zeile zur maximalen Sauerstoffaufnahme.

    Quellen: 3, 5

  3. 03

    Maximale Sauerstoffaufnahme nach einer akuten Einzeldosis, in einer kleinen Studie ohne Unterschied zu Placebo

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Kein Unterschied zu Placebo bei 12 Männern nach 1 g. Die Studie war zu klein, um einen kleinen Effekt auszuschließen.

    Ausführlicher Nachweis

    In einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Cross-over-Studie mit siebentägiger Auswaschphase nahmen 12 körperlich aktive junge Männer (Durchschnittsalter 21,6 Jahre) 30 Minuten vor einem Ausbelastungstest auf dem Fahrradergometer einmalig 1 g eines standardisierten Cordyceps-militaris-Extrakts oder ein Maisstärke-Placebo ein [4]. Die auf dem Höhepunkt der Belastung erreichte Sauerstoffaufnahme unterschied sich nicht zwischen den Bedingungen, 34,75 gegenüber 33,82 ml/kg/min, mittlerer Unterschied plus 0,93 ml/kg/min bei einem 95-Prozent-Intervall von minus 1,45 bis plus 3,31 (p gleich 0,490) [4]. Das Intervall schließt eine Zunahme von bis zu 3,31 ml/kg/min nicht aus und reicht damit in dieselbe Größenordnung, die in der mehrwöchigen Beobachtung oben berichtet wird. Der Befund zeigt Unschärfe und kein Ausbleiben der Wirkung, weshalb die Stufe nicht auf nicht bestätigt gesetzt wird. Eine einzelne Einnahme, zwölf Teilnehmende, keine Aussage über eine tägliche Einnahme über Wochen.

    Quellen: 4

  4. 04

    Sauerstoffaufnahme in Ruhe nach akuter Einnahme

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Nach einmalig 1 g bei 12 Männern höher als unter Placebo, unter Belastung dagegen unverändert.

    Ausführlicher Nachweis

    In derselben Cross-over-Studie an 12 körperlich aktiven jungen Männern war die Sauerstoffaufnahme in Ruhe unter der akuten Einzeldosis von 1 g höher als unter Placebo, 4,06 gegenüber 2,80 ml/kg/min, mittlerer Unterschied plus 1,26 ml/kg/min bei einem 95-Prozent-Intervall von plus 0,27 bis plus 2,25 (p gleich 0,022, Effektstärke d gleich 0,92) [4]. Das Abstract derselben Arbeit nennt dieselben Werte als 0,37 gegenüber 0,24 Liter pro Minute [4]. Die während der anschließenden Ausbelastung erreichte Sauerstoffaufnahme veränderte sich dagegen nicht, siehe eigene Zeile [4]. Die Autoren deuten den Befund als Hinweis auf eine bessere Sauerstoffausschöpfung im Gewebe, gemessen wurde aber allein die Aufnahme in Ruhe nach einer Einmalgabe. Keine Aussage zu einer Wirkung bei täglicher Einnahme über längere Zeit.

    Quellen: 4

  5. 05

    Reaktionszeit in einem Aufmerksamkeitstest nach akuter Einzeldosis, insgesamt kürzer als unter Placebo, ohne Einfluss auf die belastungsbedingte Veränderung

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Bei 12 Männern insgesamt kürzer als unter Placebo. Die körperliche Belastung selbst veränderte den Abstand nicht.

    Ausführlicher Nachweis

    In derselben Studie an 12 Teilnehmenden zeigte die Reaktionszeit im Stroop-Test einen Haupteffekt der Bedingung (F(1,11) gleich 5,45, p gleich 0,040) und einen Haupteffekt der Zeit (F(1,11) gleich 16,37, p gleich 0,002), während die Wechselwirkung zwischen Bedingung und Zeit nicht belegt war (F(1,11) gleich 1,01, p gleich 0,337) [4]. Die Autoren ziehen daraus ausdrücklich den Schluss, Cordyceps militaris habe die Grundgeschwindigkeit der Verarbeitung angehoben und nicht die belastungsbedingte Veränderung beeinflusst [4]. Nach der Ausbelastung war die Reaktionszeit unter Cordyceps militaris kürzer, 964,08 gegenüber 1042,83 Millisekunden, mittlerer Unterschied minus 78,75 Millisekunden bei einem 95-Prozent-Intervall von minus 140,54 bis minus 16,96 (p gleich 0,042) [4]. Vor der Belastung betrug der Unterschied minus 134,58 Millisekunden bei einem 95-Prozent-Intervall von minus 279,44 bis plus 10,28 (p gleich 0,167, d gleich 0,59). Dieses Intervall reicht weit in den Bereich eines bedeutsamen Vorteils hinein und zeigt damit Unschärfe und keinen Gleichstand [4]. Die Effektstärke für den Unterschied nach der Belastung nennt der Ergebnisteil mit d gleich 0,83, das Abstract derselben Arbeit mit d gleich 0,88 [4]. Die mittlere Genauigkeit der Antworten lag je nach Bedingung zwischen 98,4 und 99,93 Prozent und unterschied sich nicht signifikant [4]. Einzelne kleine Studie mit akuter Einmalgabe von 1 g.

    Quellen: 4

  6. 06

    Zellvermittelte Immunfunktion (NK-Zell-Aktivität, Lymphozytenproliferation, Th1-Zytokine) bei gesunden Erwachsenen

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Zwei kleine Studien fanden mehr Aktivität natürlicher Killerzellen und höhere Botenstoffe. Gemessen wurden nur Blutwerte, nicht die Zahl der Infekte.

    Ausführlicher Nachweis

    In einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Studie nahmen 79 gesunde koreanische Männer (39 Verum, 40 Placebo) vier Wochen lang täglich 1,5 g eines ethanolbehandelten Cordyceps-militaris-Extrakts in Kapseln ein [1]. Gegenüber Placebo stiegen die Aktivität natürlicher Killerzellen (p gleich 0,0010), der Lymphozyten-Proliferationsindex (p kleiner 0,0001) sowie die Zytokine Interleukin-2 (p gleich 0,0096) und Interferon-gamma (p gleich 0,0126) stärker an [1]. In einer zweiten, kleineren randomisierten, plazebokontrollierten Studie erhielten je 10 gesunde Frauen und 10 gesunde Männer pro Arm acht Wochen lang täglich ein fermentiertes Cordyceps-militaris-Getränk mit 2,85 mg quantifiziertem Cordycepin oder Placebo, Durchschnittsalter um 40 Jahre [2]. Der Volltext trennt hier zwei Vergleiche, die das Abstract in einem Satz zusammenzieht. Bei den Männern stieg die Aktivität natürlicher Killerzellen nach 4 Wochen gegenüber dem eigenen Ausgangswert (p gleich 0,049), ein belegter Unterschied zur Placebogruppe wird für die Männer nicht berichtet [2]. Bei den Frauen stieg sie nach 8 Wochen gegenüber dem eigenen Ausgangswert (p gleich 0,023), und die Veränderung fiel stärker aus als in der Placebogruppe (p gleich 0,005) [2]. Zahl und Anteil der T-, B- und natürlichen Killerzellen sowie die Immunglobuline A, G und M unterschieden sich weder innerhalb noch zwischen den Gruppen [2]. Beide Studien prüfen unterschiedliche Zubereitungen (1,5 g Kapsel-Extrakt gegenüber einem Getränk mit 2,85 mg quantifiziertem Cordycepin), ein direkter Dosisvergleich ist deshalb nicht möglich. Gemessen wurden ausschließlich Surrogatmarker im Blut, kein klinischer Endpunkt wie eine geringere Infekthäufigkeit.

    Quellen: 1, 2

  7. 07

    Eisenstatus (Ferritin, Hämoglobin, Hämatokrit) bei Langstreckenläufern in der Trainingsvorbereitung, Unterschied allein in den relativen Veränderungsraten

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Über 16 Wochen fielen Ferritin, Hämoglobin und Hämatokrit weniger ab als unter Placebo. Die absoluten Werte unterschieden sich nicht, und der Hersteller hat die Studie mitfinanziert.

    Ausführlicher Nachweis

    In einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Parallelgruppenstudie nahmen 22 männliche Langstreckenläufer (11 Verum, 11 Placebo) während einer 16-wöchigen Vorsaison-Trainingsphase täglich 6 Kapseln mit zusammen 1800 mg Cordyceps-militaris-Myzelextrakt oder Placebo ein [6]. Diese Tagesdosis steht im freien Volltext, nicht im Abstract. Bei den absoluten Werten blieben rote Blutkörperchen, Hämoglobin und Hämatokrit über den gesamten Zeitraum in beiden Gruppen im Wesentlichen unverändert, und für Ferritin bestand zu keinem Zeitpunkt ein belegter Unterschied zwischen den Gruppen [6]. Belegt sind allein die auf den eigenen Ausgangswert bezogenen prozentualen Veränderungsraten. Dort lagen Hämoglobin und Hämatokrit nach 8 Wochen in der Verumgruppe höher als in der Placebogruppe (je p kleiner 0,05), und die Veränderungsrate des Ferritins lag nach 4 und 8 Wochen in der Placebogruppe niedriger als in der Verumgruppe (je p kleiner 0,05) [6]. Der Ferritin-Befund beruht damit auf einem Absinken in der Placebogruppe und nicht auf einem Anstieg unter Cordyceps militaris, und die Autoren beschreiben ihn selbst als Erwartung, den Abfall der Eisenspeicher abzumildern [6]. Die Arbeit hat nach eigener Angabe keinen primären Endpunkt festgelegt und vorab keine Fallzahlplanung durchgeführt, bei rund dreißig gemessenen Blutwerten [6]. Die Übersichtsarbeit bewertet ihr Gesamtrisiko für Verzerrung als hoch, mit hohem Risiko bei der Auswahl der berichteten Ergebnisse [5]. Die Studie wurde vom Hersteller der Testpräparate (La Vie En Sante Ltd.) finanziell unterstützt, ein Koautor war bei einer weiteren beteiligten Firma (Vino Science Japan Inc.) angestellt [6].

    Quellen: 6, 5

  8. 08

    Kreatinkinase als Muskelschädigungsmarker bei Langstreckenläufern

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    In derselben Läuferstudie nach 16 Wochen niedriger als unter Placebo. Kein vorab festgelegter Endpunkt, Hersteller mitfinanziert.

    Ausführlicher Nachweis

    In derselben Studie an 22 Langstreckenläufern lag die Kreatinkinase bei beiden Gruppen bereits zu Studienbeginn oberhalb des Normbereichs von 62 bis 287 U/L, den der freie Volltext im Methodenteil nennt und das Abstract nicht [6]. In der Verumgruppe sank sie nach 8 Wochen gegenüber dem eigenen Ausgangswert (p kleiner 0,05) und lag nach 16 Wochen niedriger als in der Placebogruppe (p kleiner 0,05), während sie sich in der Placebogruppe über den Zeitraum nicht belegt veränderte [6]. Der freie Volltext der Übersichtsarbeit führt diese Studie in seiner Tabelle der eingeschlossenen Arbeiten und weist sie damit als eine der fünf ausgewerteten Studien aus [5]. Sie zählt hier deshalb nicht als zusätzlicher unabhängiger Beleg neben der Übersichtsarbeit, sondern als eine ihrer Grundlagen. Kein festgelegter primärer Endpunkt, keine vorherige Fallzahlplanung, Gesamtrisiko für Verzerrung laut Übersichtsarbeit hoch, kommerziell mitfinanziert [5][6].

    Quellen: 6, 5

  9. 09

    Blutzucker, Blutfettwerte, Blutdruck und Herzfrequenz bei gesunden Erwachsenen, in zwei Studien ohne Unterschied zu Placebo

    Nicht bestätigt
    Einordnung und Einschränkungen

    In zwei Studien kein Unterschied zu Placebo.

    Ausführlicher Nachweis

    In der oben beschriebenen Getränk-Studie unterschieden sich Blutzucker, Triglyzeride und Gesamtcholesterin nach 8 Wochen weder innerhalb noch zwischen den Gruppen, bei Männern wie bei Frauen [2]. Die Einzelwerte stehen in den Zusatztabellen der Arbeit, die der frei zugängliche Haupttext nicht mitführt, ein Effektmaß mit Konfidenzintervall wird nicht berichtet [2]. In der akuten Cross-over-Studie mit 1 g Einzeldosis zeigten sich weder Haupteffekte der Bedingung noch Wechselwirkungen für Blutzucker, Blutdruck oder Herzfrequenz (jeweils p größer 0,05) [4]. Die Autoren hatten diese drei Größen ausdrücklich als Kontrollen aufgenommen, um zu prüfen, ob die beobachtete Wirkung auf die Sauerstoffaufnahme stoffwechselbedingt und nicht kreislaufbedingt ist [4]. Beide Arbeiten beschreiben damit einen geprüften Nullbefund gegenüber Placebo, ein fehlendes Effektmaß oder Konfidenzintervall macht diesen Nullbefund nicht zum Hinweis auf Nutzen, weshalb die Stufe auf nicht bestätigt gesetzt wird.

    Quellen: 2, 4

  10. 10

    Sexuelle Funktion, Libido und Testosteronspiegel

    Nur Labor und Tier
    Einordnung und Einschränkungen

    Nur Rattenstudien. Am Menschen nicht untersucht.

    Ausführlicher Nachweis

    An männlichen Sprague-Dawley-Ratten erhöhte eine sechswöchige Fütterung mit Cordyceps-militaris-Myzel (1 oder 5 Prozent des Futters, je 30 Tiere pro Gruppe) die Spermienzahl und den Anteil beweglicher Spermien gegenüber Kontrolltieren, begleitet von höheren Testosteron- und Estradiolspiegeln im Serum [7]. An männlichen Ratten mit durch Streptozotocin ausgelöstem Diabetes verbesserte eine dreiwöchige orale Gabe von kultiviertem Cordyceps militaris (0,1 bis 1,0 g/kg Körpergewicht) das Paarungsverhalten und die durch elektrische Reizung ausgelöste Reaktion des Schwellkörperdrucks gegenüber unbehandelten diabetischen Tieren, zusammen mit höheren Testosteronspiegeln [8]. Beide Untersuchungen fanden ausschließlich an Ratten statt, keine an Menschen. Eine gezielte Suche nach Humanstudien zu Cordyceps militaris und Libido, sexueller Funktion, erektiler Funktion oder Testosteron (auch im Tier- und Labor-Modus für den Humanfilter kontrolliert) ergab keinen einzigen Treffer am Menschen, nur die hier genannten und weitere Tierstudien.

    Quellen: 7, 8

  11. 11

    Blutfette und Blutgerinnung in Tier- und Enzymversuchen (Atherosklerose-Modell, Thrombose-Modell)

    Nur Labor und Tier
    Einordnung und Einschränkungen

    Nur Maus-, Ratten- und Reagenzglasversuche. Wegen der Gerinnungswirkung siehe Sicherheit.

    Ausführlicher Nachweis

    Ein aus dem Fruchtkörper von Cordyceps militaris isoliertes Polysaccharid senkte bei Apolipoprotein-E-defizienten Mäusen, einem Tiermodell für Atherosklerose, die Plasma-Blutfettwerte, über eine Beeinflussung zweier an der Cholesterin-Regulation beteiligter Signalwege [9]. Ein aus Cordyceps militaris gewonnenes fibrinolytisches Enzym (Alp1) baute in vitro Fibrin und Fibrinogen ab und löste in einem Ratten-Thrombosemodell Blutgerinnsel auf, dabei ebenso wirksam wie das Vergleichsmedikament Streptokinase und wirksamer als Urokinase [10]. Beide Untersuchungen fanden ausschließlich an Mäusen beziehungsweise Ratten sowie in Enzym- und Zellversuchen statt, keine am Menschen. Wegen dieser gerinnungsbeeinflussenden Eigenschaften in Tier- und Laborversuchen ist bei gleichzeitiger Einnahme gerinnungshemmender Medikamente Vorsicht angebracht, siehe Sicherheit.

    Quellen: 9, 10

  12. 12

    Häufigkeit von Erkältungen oder Atemwegsinfekten als klinischer Endpunkt

    Keine Studien gefunden
    Einordnung und Einschränkungen

    Wir haben gesucht und keine Studie am Menschen zur Infekthäufigkeit gefunden.

    Ausführlicher Nachweis

    Eine gezielte Suche zu Cordyceps militaris und Atemwegsinfekten (unter anderem mit den Suchbegriffen respiratory und lung function, jeweils mit und ohne Humanfilter) ergab beim Menschen keine einzige Studie zur tatsächlichen Häufigkeit von Infekten oder zur Lungenfunktion. Gefunden wurden ausschließlich Zellkultur-Arbeiten zu Atemwegsepithelien und Lungenkrebszellen sowie eine chinesischsprachige Arbeit. Die vorliegenden Humandaten beschränken sich auf Immun-Surrogatmarker im Blut, siehe oben.

  13. 13

    Hautgesundheit und sichtbare Hautalterung

    Keine Studien gefunden
    Einordnung und Einschränkungen

    Wir haben gesucht und keine Studie am Menschen gefunden, nur Zellversuche.

    Ausführlicher Nachweis

    Eine gezielte Suche zu Cordyceps militaris und Haut ergab beim Menschen keine einzige Studie zu einer hautbezogenen Wirkung. Gefunden wurden ausschließlich Zellkultur-Arbeiten zu Kollagensynthese, Keratinozyten und einer kosmetischen Kombination mit weiteren Pflanzenextrakten, ohne Anwendung am Menschen. Zur häufig beworbenen hautstraffenden Wirkung liegt uns damit weder eine Human- noch eine belastbare Tier- oder Laborstudie am Gesamtorganismus vor.

Studien im Detail

Ausdauerleistung, Sauerstoffaufnahme und Erholung nach Belastung

Jędrejko und Kollegen werteten 2026 in einer narrativen Übersichtsarbeit fünf zwischen 2017 und 2024 veröffentlichte Interventionsstudien zu Cordyceps militaris bei insgesamt 321 gesunden Teilnehmenden zwischen 16 und 35 Jahren aus. Die täglichen Dosen reichten von 1 bis 12 g über Zeiträume von 1 bis 16 Wochen, teils als isoliertes Pilzmaterial, teils als Bestandteil von Mehrfach-Präparaten. Untersucht wurden unter anderem VO2max, Erschöpfungszeit, Leistungsabgabe, Laufleistung sowie Muskelschädigungs- und Entzündungsmarker wie Kreatinkinase. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass einzelne Studien Verbesserungen zeigten, das Gesamtbild aber uneinheitlich bleibt, unter anderem wegen kleiner Stichproben, heterogener Belastungsprotokolle und fehlender Standardisierung der Präparate.

Hirsch und Kollegen prüften 2017 in einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Studie ein Präparat aus sechs Pilzarten. 30 Personen wurden randomisiert, 28 ausgewertet. Sie nahmen eine Woche lang dreimal täglich zwei Kapseln mit zusammen 4 g pro Tag ein, zehn von ihnen setzten die Einnahme danach freiwillig zwei weitere Wochen fort. Nach einer Woche zeigte sich für VO2max, Erschöpfungszeit, Leistungsabgabe und die übrigen Endpunkte keine Wechselwirkung zwischen Zeit und Behandlung. In der Auswertung der Konfidenzintervalle war der Anstieg von VO2max nur in der Placebogruppe belegt; die ANOVA berichtete dagegen einen Anstieg in beiden Gruppen.

Nach drei Wochen war die Wechselwirkung zwischen Zeit und Behandlung allein für VO2max belegt (p gleich 0,042). Der Wert stieg in der Verumgruppe von 44,0 auf 48,8 ml/kg/min, in der Placebogruppe blieb er mit 45,0 auf 45,9 ml/kg/min praktisch unverändert. Für die Erschöpfungszeit gab es dagegen weder eine Wechselwirkung (p gleich 0,261) noch einen Haupteffekt der Behandlung (p gleich 0,945). Belegt war dort allein der Vorher-Nachher-Anstieg innerhalb der Verumgruppe von 851,7 auf 921,5 Sekunden.

Das ist die wichtigste Einzelheit dieser Arbeit, und sie wird häufig falsch wiedergegeben. Die verbreitet zitierten 4,8 ml/kg/min und 69,8 Sekunden sind Veränderungen innerhalb der Verumgruppe gegenüber ihrem eigenen Ausgangswert und keine ausgewiesenen Unterschiede zur Placebogruppe. Das geprüfte Präparat enthält neben Cordyceps militaris fünf weitere Pilzarten, sein Gehalt an Wirkstoffen wurde nicht bestimmt, und dieselben 4 g pro Tag bezeichnet die Arbeit einmal als Menge des Gemischs und einmal als Menge an Cordyceps militaris. Finanziert wurde sie von Disruptive Nutrition, dem Vertreiber des Präparats, bei gleichzeitiger Erklärung, es bestehe kein Interessenkonflikt.

Farzan und Koushkie Jahromi prüften 2026 in einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Cross-over-Studie mit siebentägiger Auswaschphase an 12 körperlich aktiven jungen Männern eine akute Einzeldosis von 1 g eines standardisierten Cordyceps-militaris-Extrakts, eingenommen 30 Minuten vor einem Ausbelastungstest. Die auf dem Höhepunkt der Belastung erreichte Sauerstoffaufnahme unterschied sich nicht zwischen den Bedingungen, mittlerer Unterschied plus 0,93 ml/kg/min bei einem 95-Prozent-Intervall von minus 1,45 bis plus 3,31. Die Sauerstoffaufnahme in Ruhe lag unter Cordyceps militaris höher, mittlerer Unterschied plus 1,26 ml/kg/min bei einem 95-Prozent-Intervall von plus 0,27 bis plus 2,25.

Die Reaktionszeit im Aufmerksamkeitstest war unter Cordyceps militaris insgesamt kürzer, mit einem Haupteffekt der Bedingung. Die Wechselwirkung zwischen Bedingung und Zeitpunkt war dagegen nicht belegt. Die Autoren schließen daraus ausdrücklich, der Stoff habe die Grundgeschwindigkeit der Verarbeitung angehoben und nicht die belastungsbedingte Veränderung beeinflusst. Blutzucker, Blutdruck und Herzfrequenz waren als Kontrollgrößen aufgenommen und unterschieden sich nicht zwischen den Bedingungen.

Einordnung: Die Arbeiten prüfen unterschiedliche Zubereitungen (Reinextrakt, Sechs-Pilz-Präparat, Myzelextrakt), unterschiedliche Dauer (akute Einzeldosis gegenüber mehrwöchiger Einnahme) und unterschiedliche Endpunkte. Sie widersprechen sich deshalb nicht, sie beantworten verschiedene Fragen. Die einzige mehrwöchige Beobachtung mit belegter Wechselwirkung stützt sich auf zehn Personen und ein Mehrpilz-Präparat, die einzige Arbeit mit ausgewiesenem Effektmaß und Konfidenzintervall prüfte eine einmalige Gabe. Die Übersichtsarbeit benennt die Uneinheitlichkeit selbst als ihr Ergebnis und stuft drei ihrer fünf eingeschlossenen Studien insgesamt als hoch verzerrungsanfällig ein, eine weitere als mittel.

Zellvermittelte Immunfunktion bei gesunden Erwachsenen

Kang und Kollegen zeigten 2015 in einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Studie an 79 gesunden koreanischen Männern (39 Verum, 40 Placebo), dass 1,5 g eines ethanolbehandelten Cordyceps-militaris-Extrakts täglich über vier Wochen die Aktivität natürlicher Killerzellen, den Lymphozyten-Proliferationsindex sowie die Zytokine Interleukin-2 und Interferon-gamma stärker ansteigen ließ als Placebo. Es gab keine statistisch auffälligen Nebenwirkungen.

Ontawong und Kollegen fanden 2024 in einer kleineren randomisierten, plazebokontrollierten Studie an gesunden Frauen und Männern (Gruppen von je 10 pro Geschlecht), dass ein acht Wochen lang täglich eingenommenes, fermentiertes Cordyceps-militaris-Getränk mit 2,85 mg quantifiziertem Cordycepin bei Männern die NK-Zell-Aktivität nach 4 Wochen gegenüber dem eigenen Ausgangswert steigerte, ohne dass für die Männer ein belegter Unterschied zur Placebogruppe berichtet wird. Bei den Frauen stieg sie nach 8 Wochen gegenüber dem eigenen Ausgangswert, und die Veränderung fiel stärker aus als in der Placebogruppe. Der Volltext trennt diese beiden Vergleiche, das Abstract zieht sie in einem Satz zusammen. Zahl und Anteil der T-, B- und natürlichen Killerzellen sowie die Immunglobuline A, G und M unterschieden sich weder innerhalb noch zwischen den Gruppen. Blutzucker-, Blutfett- und Sicherheitswerte unterschieden sich ebenfalls nicht.

Einordnung: Beide Studien sind klein, prüfen unterschiedliche Zubereitungen in unterschiedlicher Menge und messen ausschließlich Immun-Surrogatmarker im Blut, keinen klinischen Endpunkt wie eine geringere Infekthäufigkeit.

Eisenstatus und Muskelschädigungsmarker bei Langstreckenläufern

Nakamura und Kollegen prüften 2024 in einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Parallelgruppenstudie an 22 männlichen Langstreckenläufern (11 Verum, 11 Placebo) einen Cordyceps-militaris-Myzelextrakt über eine 16-wöchige Vorsaison-Trainingsphase. Die Tagesdosis betrug 1800 mg in sechs Kapseln, sie steht im freien Volltext und nicht im Abstract.

Bei den absoluten Werten blieben rote Blutkörperchen, Hämoglobin und Hämatokrit über den gesamten Zeitraum in beiden Gruppen im Wesentlichen unverändert, und für Ferritin bestand zu keinem Zeitpunkt ein belegter Unterschied zwischen den Gruppen. Belegt sind allein die auf den eigenen Ausgangswert bezogenen prozentualen Veränderungsraten. Dort lagen Hämoglobin und Hämatokrit nach 8 Wochen in der Verumgruppe höher als in der Placebogruppe, und die Veränderungsrate des Ferritins lag nach 4 und 8 Wochen in der Placebogruppe niedriger. Der Ferritin-Befund beruht damit auf einem Absinken in der Placebogruppe, nicht auf einem Anstieg unter Cordyceps militaris. Die Autoren beschreiben ihre Erwartung selbst so, den trainingsbedingten Abfall der Eisenspeicher abzumildern.

Die Kreatinkinase, ein Marker für Muskelschädigung, lag bei beiden Gruppen schon zu Studienbeginn oberhalb des Normbereichs. Sie sank in der Verumgruppe nach 8 Wochen gegenüber dem eigenen Ausgangswert und lag nach 16 Wochen niedriger als in der Placebogruppe, während sie sich in der Placebogruppe nicht belegt veränderte. Die 5000-Meter-Zeit verbesserte sich in beiden Gruppen gleichermaßen, ohne Unterschied zwischen ihnen.

Einschränkung: Die Studie wurde vom Hersteller der eingesetzten Testpräparate finanziell unterstützt, ein Koautor war bei einer weiteren beteiligten Firma angestellt. Die Autoren erklären, die Geldgeber hätten keinen Einfluss auf Design, Auswertung oder Publikation genommen, die Interessenlage bleibt trotzdem zu beachten. Die Arbeit hat nach eigener Angabe keinen primären Endpunkt festgelegt und vorab keine Fallzahlplanung durchgeführt, bei rund dreißig gemessenen Blutwerten. Die Übersichtsarbeit bewertet ihr Gesamtrisiko für Verzerrung als hoch, mit hohem Risiko bei der Auswahl der berichteten Ergebnisse. Der freie Volltext dieser Übersichtsarbeit führt die Studie in seiner Tabelle der eingeschlossenen Arbeiten. Sie ist damit eine ihrer fünf ausgewerteten Studien und kein unabhängiger zusätzlicher Beleg.

Tier- und Laborstudien

Zur sexuellen Funktion, Libido und zum Testosteronspiegel liegen ausschließlich Tierdaten vor, keine Humanstudien. Chang und Kollegen zeigten 2008, dass eine sechswöchige Fütterung männlicher Sprague-Dawley-Ratten mit Cordyceps-militaris-Myzel (1 oder 5 Prozent des Futters) die Spermienzahl und den Anteil beweglicher Spermien gegenüber Kontrolltieren erhöhte, begleitet von höheren Testosteron- und Estradiolspiegeln im Serum. Pohsa und Kollegen zeigten 2020 an männlichen Ratten mit durch Streptozotocin ausgelöstem Diabetes, dass eine dreiwöchige orale Gabe von kultiviertem Cordyceps militaris das Paarungsverhalten, die Reaktion des Schwellkörperdrucks auf elektrische Reizung und die Testosteronspiegel gegenüber unbehandelten diabetischen Tieren verbesserte. Beide Arbeiten fanden ausschließlich an Ratten statt, eine Übertragbarkeit auf den Menschen ist damit nicht gezeigt.

Zu Blutfetten und Blutgerinnung liegen ebenfalls nur Tier- und Enzymdaten vor. Yang und Kollegen isolierten 2021 aus dem Fruchtkörper von Cordyceps militaris ein Polysaccharid, das bei Apolipoprotein-E-defizienten Mäusen, einem Tiermodell für Atherosklerose, die Plasma-Blutfettwerte senkte. Lin und Kollegen charakterisierten 2026 ein aus Cordyceps militaris gewonnenes fibrinolytisches Enzym (Alp1), das in vitro Fibrin und Fibrinogen abbaute und in einem Ratten-Thrombosemodell Blutgerinnsel auflöste, dabei vergleichbar wirksam wie das Medikament Streptokinase. Beide Arbeiten fanden an Mäusen, Ratten oder in Enzymversuchen statt, keine am Menschen.

Diese Tier- und Laborbefunde begründen keine Wirkungsaussage für Menschen, sie erklären aber, warum bei gleichzeitiger Einnahme gerinnungshemmender Medikamente Vorsicht sinnvoll ist, siehe Sicherheit.

Abgrenzung, Cordyceps militaris gegenüber Cordyceps sinensis und gegenüber Myzel-Kulturware

Cordyceps militaris und Cordyceps sinensis (botanisch Ophiocordyceps sinensis, oft in einem kultivierten Stamm namens Cs-4 verwendet) sind zwei verschiedene Pilzarten mit eigener, nicht austauschbarer Studienlage. Cordyceps sinensis ist der traditionell in Tibet und China wildgesammelte Pilz, dessen Humanstudien vor allem chronische Nierenerkrankungen und, in einer kleinen Pilotstudie an älteren gesunden Menschen mit dem Stamm Cs-4, eine Verschiebung der Stoffwechselschwelle unter Belastung betreffen. Diesen Stoff behandelt ein eigener Kompendium-Eintrag. Cordyceps militaris ist die in diesem Eintrag behandelte Art, leichter kultivierbar und mit einer eigenen, vor allem auf Immunfunktion und, in jüngeren Arbeiten, auf Ausdauerleistung ausgerichteten Humanstudienlage.

Ein weiterer Unterschied liegt in der Zubereitungsform: Ein Teil der hier zitierten Studien nutzt keinen Fruchtkörper-Extrakt, sondern Myzel, also das im Labor auf einem Nährmedium gezüchtete Pilzgeflecht, mit einem eigenen, vom Fruchtkörper abweichenden Gehalt an Cordycepin und Polysacchariden.

Sicherheit und Wechselwirkungen

In den vorliegenden kleinen Humanstudien war die orale Einnahme von Cordyceps militaris als Kapsel-Extrakt, Getränk oder Myzelextrakt gut verträglich, ernsthafte Nebenwirkungen wurden nicht berichtet.

Da Cordyceps-militaris-Zubereitungen in mehreren der oben beschriebenen Studien Immunwerte messbar veränderten, ist bei einer bestehenden Einnahme von das Immunsystem unterdrückenden Medikamenten oder bei einer Autoimmunerkrankung ärztliche Rücksprache sinnvoll.

In Tier- und Enzymstudien zeigte Cordyceps militaris gerinnungsbeeinflussende Eigenschaften, ein daraus isoliertes Enzym löste im Rattenmodell Blutgerinnsel auf. Diese Befunde stammen ausschließlich aus dem Labor und vom Tier, sie begründen keine Aussage zur Wirkung beim Menschen. Bei gleichzeitiger Einnahme gerinnungshemmender oder blutverdünnender Medikamente ist wegen dieser Laborbefunde dennoch Vorsicht angebracht, ebenso im zeitlichen Umfeld von Operationen. Zu Wechselwirkungen mit Medikamenten liegt uns keine eigene geprüfte Humanstudie vor.

Zu Schwangerschaft und Stillzeit liegt uns keine eigene geprüfte Quelle vor, eine ärztliche Rücksprache vor der Einnahme ist in diesem Fall grundsätzlich sinnvoll.

Quellen zum Nachlesen

  1. 01

    RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, n gleich 79 (39 vs 40), 4 Wochen · 2015

    Cordyceps militaris Enhances Cell-Mediated Immunity in Healthy Korean Men

    Kang HJ, Baik HW, Kim SJ, Lee SG, Ahn HY, Park JS, Park SJ, Jang EJ, Park SW, Choi JY, Sung JH, Lee SM. J Med Food

    Zur Zuschreibung: 06

  2. 02

    RCT, plazebokontrolliert, fermentiertes Getränk, n gleich 40 (je 10 Frauen und Männer pro Arm), 8 Wochen · 2024

    A randomized controlled clinical trial examining the effects of Cordyceps militaris beverage on the immune response in healthy adults

    Ontawong A, Pengnet S, Thim-Uam A, Munkong N, Narkprasom N, Narkprasom K, Kuntakhut K, Kamkeaw N, Amornlerdpison D. Sci Rep

    Zur Zuschreibung: 06, 09

  3. 03

    RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, Parallelgruppen, Pilzblend, n gleich 28 (1 Woche) beziehungsweise 10 (3 Wochen) · 2017

    Cordyceps militaris Improves Tolerance to High-Intensity Exercise After Acute and Chronic Supplementation

    Hirsch KR, Smith-Ryan AE, Roelofs EJ, Trexler ET, Mock MG. J Diet Suppl

    Zur Zuschreibung: 01, 02

  4. 04

    RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, Cross-over mit 7 Tagen Auswaschphase, n gleich 12, akute Einzeldosis 1 g · 2026

    Acute Cordyceps militaris supplementation and elevated resting oxygen uptake with faster reaction times, A randomized crossover trial

    Farzan H, Koushkie Jahromi M. PLoS One

    Zur Zuschreibung: 03, 04, 05, 09

  5. 05

    Narrative Übersichtsarbeit, 5 Interventionsstudien 2017 bis 2024, n gleich 321 · 2026

    Current Evidence of Ergogenic and Post-Exercise Recovery Effects of Dietary Supplementation with Cordyceps militaris in Humans, A Narrative Review

    Jędrejko M, Jędrejko K, Granda D, Kała K, Pokrywka A, Muszyńska B. Nutrients

    Zur Zuschreibung: 01, 02, 07, 08

  6. 06

    RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, Parallelgruppen, n gleich 22 (11 vs 11), 16 Wochen, Myzelextrakt, kommerziell mitfinanziert · 2024

    Effect of the Administration of Cordyceps militaris Mycelium Extract on Blood Markers for Anemia in Long-Distance Runners

    Nakamura A, Shinozaki E, Suzuki Y, Santa K, Kumazawa Y, Kobayashi F, Nagaoka I, Koikawa N. Nutrients

    Zur Zuschreibung: 07, 08

  7. 07

    Tierstudie, Sprague-Dawley-Ratten, n gleich 90 (30 je Fütterungsgruppe), 6 Wochen Myzel-Fütterung · 2008

    Effect of Cordyceps militaris supplementation on sperm production, sperm motility and hormones in Sprague-Dawley rats

    Chang Y, Jeng KC, Huang KF, Lee YC, Hou CW, Chen KH, Cheng FY, Liao JW, Chen YS. Am J Chin Med

    Zur Zuschreibung: 10

  8. 08

    Tierstudie, Streptozotocin-diabetische männliche Ratten, 3 Wochen orale Gabe · 2020

    Effects of Cultured Cordycep militaris on Sexual Performance and Erectile Function in Streptozotocin-Induced Diabetic Male Rats

    Pohsa S, Hanchang W, Singpoonga N, Chaiprasart P, Taepavarapruk P. Biomed Res Int

    Zur Zuschreibung: 10

  9. 09

    Laborstudie und Tierstudie, Polysaccharid-Isolierung und Apolipoprotein-E-defiziente Mäuse · 2021

    Purification, characterization and anti-atherosclerotic effects of the polysaccharides from the fruiting body of Cordyceps militaris

    Yang X, Lin P, Wang J, Liu N, Yin F, Shen N, Guo S. Int J Biol Macromol

    Zur Zuschreibung: 11

  10. 10

    Laborstudie und Tierstudie, Enzymcharakterisierung und Ratten-Thrombosemodell · 2026

    A Potent Fibrinolytic Enzyme Alp1 from Cordyceps militaris, From Sequence-Function Characterization to in Vivo Antithrombotic Application

    Lin S, Tang W, Xie J, Ding L, Gu Y, Lin J, Wang J, Liu Y, Wang J. J Agric Food Chem

    Zur Zuschreibung: 11

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