Eukalyptusblatt-Extrakt

Zuletzt geprüft am

Pflanzenextrakte

Eucalyptus globulus · Eukalyptusextrakt · Blauer Eukalyptus · Fieberbaum

H.P.N · Datenstand 2026-09-08 · 11 Zuschreibungen im Überblick

Auf einen Blick

Was es ist
Ein Extrakt aus den Blättern des Eukalyptusbaums, meist auf seinen Gehalt an 1,8-Cineol (auch Eucalyptol genannt) standardisiert. Die Herstellerangabe nennt keine Art, kommerzielle Eukalyptusblatt-Extrakte stammen üblicherweise von Eucalyptus globulus, dem Blauen Eukalyptus
Herkunft
Die immergrünen Blätter eines ursprünglich aus Australien stammenden, heute weltweit angebauten Baums. Cineol ist der Hauptbestandteil des ätherischen Eukalyptusöls und namensgebend für die auf ihn standardisierten Extrakte
Wirkform in Studien
Die vorliegenden placebokontrollierten Humanstudien prüfen fast ausschließlich isoliertes 1,8-Cineol als eigenen Kapsel-Wirkstoff in einer Tagesdosis von 600 mg, aufgeteilt auf drei Einzelgaben. Für einen Extrakt aus dem ganzen Eukalyptusblatt, wie er in einer Nahrungsergänzung eingesetzt wird, liegt uns keine eigene placebokontrollierte Humanstudie vor
Übliche Studiendosis
600 mg isoliertes 1,8-Cineol täglich über 7 Tage bis 6 Monate in den placebokontrollierten Atemwegsstudien, eine einmalige äußerliche Anwendung eines Duftstoffgemischs in einer weiteren kleinen Studie
Bekannt geworden durch
Die traditionelle Verwendung von Eukalyptusöl bei Husten und Erkältungsbeschwerden sowie durch ein in mehreren europäischen Ländern als Arzneimittel geführtes, isoliertes Cineol-Präparat
Verträglichkeit
In den placebokontrollierten Studien mit isoliertem Cineol vergleichbar mit Placebo, gelegentlich Sodbrennen oder Hautausschlag. Unverdünntes Eukalyptusöl selbst ist bei versehentlicher Aufnahme oder großflächiger äußerlicher Anwendung, besonders bei Kleinkindern, als giftig dokumentiert, siehe Sicherheit

Was diesem Stoff zugesprochen wird

Was die Studien hergeben.

Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.

  1. 01

    Häufigkeit, Dauer und Schwere von Verschlimmerungsphasen der Atemwege bei Menschen mit dauerhaft eingeschränkter Lungenfunktion, unter halbjähriger Zusatztherapie mit isoliertem Cineol

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Gegenüber Placebo weniger und kürzere Verschlimmerungsphasen unter täglich 600 mg isoliertem Cineol als Zusatztherapie. Geprüft wurde der Einzelstoff, nicht der Blattextrakt, und die Studie war vom Hersteller des Präparats finanziert.

    Ausführlicher Nachweis

    In einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Multicenter-Studie erhielten 242 Menschen mit stabiler, dauerhaft eingeschränkter Lungenfunktion sechs Monate lang während der Wintersaison zusätzlich zu ihrer bestehenden inhalativen Dauertherapie täglich 600 mg isoliertes 1,8-Cineol in drei Einzelgaben zu je 200 mg oder Placebo [1]. Von den 242 zugeteilten Personen nahm die Auswertung 22 nachträglich wieder heraus, weil ihr Quotient aus Einsekundenkapazität und Vitalkapazität über 0,7 lag und sie die Einschlussdefinition damit nicht erfüllten, in die Wirksamkeitsauswertung gingen 220 Personen ein, 110 je Gruppe [1]. Der Anteil der Personen mit mindestens einer Verschlimmerungsphase im Behandlungszeitraum lag unter Cineol bei 28,2 Prozent (31 von 110) gegenüber 45,5 Prozent (50 von 110) unter Placebo, bei einer mittleren Vorjahresrate von 3,2 Phasen in beiden Gruppen [1]. Der zusammengesetzte primäre Endpunkt aus Häufigkeit, Dauer und Schwere der Phasen über alle sechs Kontrolltermine war nach dem Wei-Lachin-Verfahren zugunsten von Cineol signifikant, p gleich 0,0120 [1]. Die drei Einzelparameter für sich genommen waren ebenfalls signifikant, exploratorisch nach Mann-Whitney-U für Häufigkeit (p gleich 0,0069), Dauer (p gleich 0,0210) und Schwere (p gleich 0,0242), sowie erneut nach dem Wei-Lachin-Verfahren mit p gleich 0,0016, 0,0031 und 0,0025 [1]. Geprüft wurde ausschließlich isoliertes 1,8-Cineol als eigener Kapsel-Wirkstoff, keine Zubereitung aus dem ganzen Eukalyptusblatt, und die Tagesdosis von 600 mg liegt weit über dem Cineol-Gehalt, den ein Eukalyptusblatt-Extrakt in einer Nahrungsergänzung üblicherweise liefert [1]. Der frei zugängliche Volltext nennt im Förderabschnitt wörtlich eine Finanzierung der Studie durch einen Zuschuss von Cassella-med, Köln, bei gleichzeitiger Erklärung im selben Text, es bestehe kein Interessenkonflikt [1]. Derselbe Volltext ordnet den Koautor, der auch alle vier weiteren Cineol-Studien dieses Eintrags mitverfasst hat, einem Auftragsforschungsinstitut in Aachen zu und schreibt ihm die Entwicklung des Studienprotokolls und die statistische Auswertung zu [1]. Studienpopulation waren Erwachsene mit dauerhaft eingeschränkter Lungenfunktion und mindestens einer Verschlimmerungsphase im Vorjahr, unter fortgeführter bestehender inhalativer Dauertherapie.

    Quellen: 1

  2. 02

    Eine einzelne Lungenfunktionsmessung (Einsekundenkapazität) in derselben Studie, als Tendenz zugunsten von Cineol ohne eigenen gesicherten Gruppenunterschied

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    In derselben Studie stieg die Einsekundenkapazität unter Cineol stärker als unter Placebo, der Unterschied zwischen den Gruppen erreichte aber keine statistische Signifikanz.

    Ausführlicher Nachweis

    In derselben Studie [1] stieg die Einsekundenkapazität (FEV1) nach sechs Monaten unter Cineol von 1,62 auf 1,70 Liter (plus 78 ml, plus 4,7 Prozent), unter Placebo blieb sie mit 1,61 auf 1,61 Liter praktisch unverändert, der Unterschied zwischen den Gruppen erreichte mit p gleich 0,0627 keine Signifikanz [1]. Auch die Vitalkapazität und die forcierte Vitalkapazität zeigten keinen gesicherten Gruppenunterschied, p gleich 0,2409 und p gleich 0,2060 [1]. Der Befund zeigt eine Tendenz und kein bestätigtes Ausbleiben der Wirkung, weshalb die Stufe nicht auf nicht bestätigt gesenkt wird. Dieselben Einschränkungen zu Wirkstoffform, Dosis und Finanzierung wie in der vorigen Zeile gelten hier ebenso [1].

    Quellen: 1

  3. 03

    Einsparung oraler Kortisondosis bei Menschen mit kortisonabhängiger Verengung der Atemwege, unter zusätzlicher Einnahme von isoliertem Cineol

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Bei 32 Menschen mit kortisonabhängiger Atemwegsverengung senkte die Zusatzgabe von 600 mg Cineol täglich die nötige Kortisondosis stärker als Placebo, in einer kleinen Studie.

    Ausführlicher Nachweis

    In einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Studie erhielten 32 Menschen mit kortisonabhängiger Verengung der Atemwege nach einer zweimonatigen Einstellungsphase zwölf Wochen lang täglich 600 mg isoliertes 1,8-Cineol in drei Einzelgaben oder Placebo, während die orale Kortisondosis alle drei Wochen um 2,5 mg gesenkt wurde, sofern vertragen [2]. Die tägliche Prednisolon-Dosis sank unter Cineol im Mittel um 36 Prozent (Spanne 2,5 bis 10 mg, im Mittel 3,75 mg), unter Placebo um 7 Prozent (Spanne 2,5 bis 5 mg, im Mittel 0,91 mg), ein signifikanter Gruppenunterschied, p gleich 0,006 [2]. Zwölf von 16 Personen der Cineol-Gruppe erreichten eine Kortison-Reduktion gegenüber vier von 16 unter Placebo, p gleich 0,012 [2]. Angaben zur Förderung und zum Interessenkonflikt finden sich weder im PubMed-Eintrag noch bei Europe PMC, der Volltext lag uns nicht vor, wer die Studie bezahlt hat, ist daraus nicht feststellbar. Einer der sechs Studienautoren ist derselbe Koautor wie in der oben beschriebenen Studie [1], deren Volltext eine Finanzierung durch Cassella-med offenlegt und ihn als Verfasser des Protokolls und der Statistik ausweist. Das ist eine belegte personelle Verbindung und für sich genommen kein Beleg für eine Förderung dieser Studie. Geprüft wurde eine kleine Gruppe von 32 Menschen mit schwerer, kortisonabhängiger Erkrankung und isoliertes Cineol, keine Zubereitung aus dem ganzen Blatt.

    Quellen: 2, 1

  4. 04

    Kombiniertes Maß aus Lungenfunktion, Beschwerden und Lebensqualität bei Menschen mit ärztlich bestätigter Verengung der Atemwege, unter halbjähriger Zusatztherapie mit isoliertem Cineol

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Bei 247 Menschen mit ärztlich bestätigter Atemwegsverengung besserten sich Lungenfunktion, Beschwerden und Lebensqualität gemeinsam stärker als unter Placebo.

    Ausführlicher Nachweis

    In einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Multicenter-Studie erhielten 247 Menschen mit ärztlich bestätigter Verengung der Atemwege sechs Monate lang zusätzlich zu ihrer bestehenden Therapie täglich 600 mg isoliertes 1,8-Cineol oder Placebo [3]. Das zusammengesetzte primäre Kriterium aus Lungenfunktion, Beschwerden und Lebensqualität war nach dem Wei-Lachin-Verfahren zugunsten von Cineol signifikant, p gleich 0,0027 [3]. Die Einzelkriterien Einsekundenkapazität (p gleich 0,0398), Beschwerde-Score (p gleich 0,0325) und der Lebensqualitäts-Fragebogen (p gleich 0,0475) erreichten für sich genommen ebenfalls statistische Signifikanz [3]. Absolute Werte in Millilitern oder Punkten nennt das Abstract nicht, nur die p-Werte, der Volltext lag uns nicht vor. Angaben zu Förderung und Interessenkonflikt fehlen im Abstract und finden sich weder im PubMed-Eintrag noch bei Europe PMC, wer die Studie bezahlt hat, ist daraus nicht feststellbar. Beide Autoren dieser Arbeit gehören zugleich zum Autorenkreis der Studie mit offengelegter Finanzierung durch Cassella-med [1]. Geprüft wurde isoliertes Cineol, keine Zubereitung aus dem ganzen Blatt.

    Quellen: 3, 1

  5. 05

    Beschwerde-Summenscore bei akuter, nicht eitriger Reizung der Nasennebenhöhlen ohne Antibiotikaindikation, unter einwöchiger Einnahme von isoliertem Cineol

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Bei 152 Menschen sank ein Beschwerde-Score aus Kopfschmerz, Druckschmerz und Sekretmenge unter Cineol stärker als unter Placebo.

    Ausführlicher Nachweis

    In einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Studie erhielten 152 Menschen mit akuter, nicht eitriger Reizung der Nasennebenhöhlen sieben Tage lang täglich zweimal 100 mg isoliertes 1,8-Cineol dreimal täglich (600 mg pro Tag) oder Placebo, ausgewertet nach Intention-to-treat [4]. Der Beschwerde-Summenscore aus Kopfschmerz beim Bücken, Stirnkopfschmerz, Druckschmerz über dem Trigeminus, Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens, verstopfter Nase und Sekretmenge lag zu Beginn in beiden Gruppen bei durchschnittlich 15,6 Punkten [4]. Nach vier Tagen sank er unter Cineol auf 6,9 gegenüber 12,2 unter Placebo, nach sieben Tagen auf 3,0 gegenüber 9,2, beide Unterschiede klinisch relevant und statistisch signifikant [4]. Als Nebenwirkungen traten bei zwei Personen unter Cineol Sodbrennen und ein Hautausschlag auf [4]. Angaben zu Förderung und Interessenkonflikt fehlen im frei zugänglichen Abstract, ein Volltext liegt uns nicht vor, auch hier ist derselbe Koautor beteiligt wie in der Studie mit offengelegter Herstellerfinanzierung [1]. Geprüft wurde eine kurze, akute Anwendung von isoliertem Cineol, keine Zubereitung aus dem ganzen Blatt und keine Aussage zu einer längeren täglichen Einnahme.

    Quellen: 4, 1

  6. 06

    Beschwerde-Summenscore bei akuter, nicht eitriger Reizung der Nasennebenhöhlen im Vergleich zu einem Fünf-Pflanzen-Kombinationspräparat, ohne Placebo-Arm

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Isoliertes Cineol senkte denselben Beschwerde-Score stärker als ein pflanzliches Vergleichspräparat, ein Placebo-Vergleich fehlt in dieser Studie.

    Ausführlicher Nachweis

    In einer randomisierten, doppelblinden, aktiv kontrollierten Studie ohne Placebo-Arm erhielten 150 Menschen mit akuter, viral bedingter Reizung der Nasennebenhöhlen sieben Tage lang entweder isoliertes Cineol oder ein pflanzliches Fünf-Komponenten-Vergleichspräparat [5]. Derselbe Beschwerde-Summenscore wie in der vorigen Studie sank nach vier Tagen um 6,7 Punkte unter Cineol gegenüber 3,6 Punkten unter dem Vergleichspräparat, nach sieben Tagen um 11,0 gegenüber 8,0 Punkten, beide Unterschiede statistisch signifikant, p kleiner 0,0001, zusätzlich durch eine B-Bild-Sonografie der Nasennebenhöhlen gestützt [5]. Ohne Placebo-Gruppe zeigt die Studie eine Überlegenheit gegenüber einem anderen pflanzlichen Präparat und keinen Beleg gegenüber einer wirkstofffreien Behandlung [5]. Auch hier ist derselbe Koautor beteiligt wie in der Studie mit offengelegter Herstellerfinanzierung [1], Angaben zu Förderung und Interessenkonflikt fehlen im frei zugänglichen Abstract. Geprüft wurde isoliertes Cineol, keine Zubereitung aus dem ganzen Blatt.

    Quellen: 5, 1

  7. 07

    Mukoziliäre Reinigungsleistung der Lunge bei Menschen mit chronisch eingeschränkter Atemwegsfunktion, nach einmaliger äußerlicher Einreibung eines Duftstoffgemischs

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine Einreibung mit einem Cineol-, Menthol- und Kampfer-Gemisch beschleunigte kurzzeitig die gemessene Reinigung der Lunge von einem Testaerosol. Geprüft wurde keine orale Einnahme.

    Ausführlicher Nachweis

    In einer randomisierten, einfachblinden, plazebokontrollierten Cross-over-Studie im Innerhalb-Personen-Design erhielten 12 Menschen mit chronisch eingeschränkter Atemwegsfunktion (mittleres Alter 67 Jahre, im Mittel 64 Packungsjahre Tabakkonsum) einmalig 7,5 g eines äußerlich aufgetragenen Duftstoffgemischs aus Cineol, Menthol und Kampfer, verglichen mit keiner Behandlung und mit einem Vaseline-Placebo [6]. Die mittels Radioaerosol gemessene mukoziliäre Reinigungsleistung der Lunge war nach 30 Minuten (p kleiner 0,05) und nach 60 Minuten (p kleiner 0,02) unter dem Duftstoffgemisch signifikant höher als unter den Kontrollbedingungen, ein weiterer Effekt über die folgenden fünf Stunden zeigte sich trotz erneuten Auftragens nicht [6]. Die Verbesserung war mit der aufgetragenen Duftstoffkonzentration korreliert, p kleiner 0,01 [6]. Geprüft wurde eine einmalige äußerliche Anwendung eines Mehrstoffgemischs, keine orale Einnahme und kein alleiniges Cineol, die Übertragbarkeit auf eine oral eingenommene Zubereitung aus dem Eukalyptusblatt ist damit nicht gezeigt. Angaben zu Förderung und Interessenkonflikt fehlen im frei zugänglichen Abstract.

    Quellen: 6

  8. 08

    Beschwerde-Score bei chronischer Reizung der Nasennebenhöhlen unter einer Eukalyptusöl-Kombinationskapsel zusätzlich zu einem Kortison-Nasenspray, im vorab festgelegten Zeitfenster ohne gesicherten Zusatznutzen

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine Kapsel aus drei Pflanzenölbestandteilen besserte einen Beschwerde-Score in Woche vier zusätzlich zu einem Kortison-Nasenspray, im vorab festgelegten Auswertungszeitpunkt von acht Wochen war der Unterschied nicht mehr statistisch gesichert.

    Ausführlicher Nachweis

    In einer randomisierten, doppelblinden Multicenter-Studie an 13 Kliniken erhielten 291 Erwachsene mit chronischer Reizung der Nasennebenhöhlen acht Wochen lang zusätzlich zu einem Kortison-Nasenspray (Budesonid) täglich 0,8 g einer Kapsel aus Eucalyptol, Limonen und Pinen oder Placebo [7]. Der als primärer Endpunkt festgelegte Beschwerde-Score verbesserte sich in Woche vier unter der Zusatzkapsel um 4,24 Punkte gegenüber 3,51 Punkten unter Placebo plus Nasenspray, p gleich 0,012, in Woche acht, dem eigentlich vorab festgelegten Auswertungszeitpunkt, betrug der Unterschied 4,37 gegenüber 3,85 Punkten und war nicht mehr statistisch gesichert, p gleich 0,093 [7]. Einzelne Symptome wie verstopfte Nase, Sekret im Rachen, laufende Nase und Riechverlust waren in Woche acht bei der Zusatzkapsel günstiger, jeweils p kleiner 0,05, ein Bildgebungs-Score der Nasennebenhöhlen unterschied sich insgesamt nicht, nur bei Rauchern [7]. Die Studie erklärt, es habe kein bekannter Interessenkonflikt bestanden [7]. In einer kleineren, chinesischsprachigen Studie an 97 Personen nach einer Nasennebenhöhlen-Operation verbesserte sich derselbe Dreistoff-Kombinationswirkstoff gegenüber einer unbehandelten Kontrollgruppe in einer subjektiv beurteilten Wirksamkeitsrate (97,0 gegenüber 75,8 Prozent, p kleiner 0,05), ohne Placebo-Verblindung und ohne berichtetes Effektmaß mit Intervall [8]. Geprüft wurde in beiden Arbeiten ein Dreistoff-Kombinationspräparat und keine Zubereitung aus dem ganzen Eukalyptusblatt, zusätzlich stets zusammen mit einem verordneten Kortison-Nasenspray oder nach einer Operation, sodass ein eigenständiger Beitrag des Eukalyptus-Bestandteils aus diesen Daten nicht abzulesen ist.

    Quellen: 7, 8

  9. 09

    Leberverfettung, Entzündungswerte und Herzfunktionsmarker in Tiermodellen unter dem ganzen Eukalyptusblatt-Extrakt

    Nur Labor und Tier
    Einordnung und Einschränkungen

    In Ratten besserte der ganze Blattextrakt Leberverfettung und Entzündungswerte sowie Herzfunktionswerte in einem Stoffwechselmodell mit erhöhtem Blutzucker. Am Menschen nicht untersucht.

    Ausführlicher Nachweis

    An Ratten mit durch eine fruktose- und glukosereiche Diät ausgelöster Leberverfettung besserte eine fünfwöchige Fütterung mit Eukalyptusblatt-Extrakt gegenüber der unbehandelten Vergleichsgruppe die histologisch beurteilte Leberverfettung, begleitende Bindegewebsveränderungen, den oxidativen Marker TBARS und die Interleukin-6-Expression, jeweils statistisch signifikant [9]. An Ratten mit fruktose- und Streptozotocin-ausgelöstem Diabetes besserte eine 21-tägige orale Gabe eines ethanolischen Eukalyptusblatt-Extrakts (100 bis 400 mg pro kg Körpergewicht) gegenüber unbehandelten diabetischen Tieren mehrere Marker der Herzfunktion und -schädigung sowie oxidativen Stress und eine verringerte Zahl an Herzmuskelzellen [10]. Beide Untersuchungen fanden ausschließlich an Ratten statt, keine am Menschen, und beide prüfen anders als die oben beschriebenen Studien den ganzen Blattextrakt und nicht isoliertes Cineol. Eine Übertragbarkeit auf den Menschen ist damit nicht gezeigt.

    Quellen: 9, 10

  10. 10

    Wachstumshemmende Wirkung auf Herpes-simplex-Viren in der Zellkultur

    Nur Labor und Tier
    Einordnung und Einschränkungen

    Eukalyptusöl hemmte in Zellkulturversuchen das Wachstum von Herpes-simplex-Viren, schwächer als ein Vergleichsöl. Am Menschen nicht untersucht.

    Ausführlicher Nachweis

    In Zellkulturversuchen an einer Nierenzelllinie senkte Eukalyptusöl die Anzahl gebildeter Herpes-simplex-Plaques um 57,9 Prozent (Typ 1) und 75,4 Prozent (Typ 2) bei nicht zytotoxischen Konzentrationen, mit einer mittleren Hemmkonzentration von 0,009 beziehungsweise 0,008 Prozent [11]. Ein zum Vergleich geprüftes australisches Teebaumöl wirkte in derselben Versuchsreihe deutlich stärker, Hemmung der Plaquebildung um 98,2 und 93,0 Prozent [11]. Die Autoren zeigten, dass beide Öle das Virus vor allem vor oder während der Anheftung an die Wirtszelle hemmen, nicht mehr nach dem Eindringen in die Zelle [11]. Geprüft wurde Eukalyptusöl, keine standardisierte Zubereitung aus dem Blatt, und ausschließlich in der Zellkultur, keine Anwendung am Tier oder am Menschen.

    Quellen: 11

  11. 11

    Häufigkeit oder Dauer akuter, viral bedingter oberer Atemwegsbeschwerden als eigenständiger, am Menschen gemessener Endpunkt für Eukalyptusblatt-Extrakt oder isoliertes Cineol

    Keine Studien gefunden
    Einordnung und Einschränkungen

    Wir haben gezielt gesucht und keine placebokontrollierte Studie gefunden, die diese Beschwerden selbst als Endpunkt bei Einnahme von Eukalyptus oder Cineol misst.

    Ausführlicher Nachweis

    Eine gezielte Suche zu Eukalyptus und akuten, viral bedingten oberen Atemwegsbeschwerden (unter anderem mit dem englischen Suchbegriff für diese Beschwerden, jeweils mit und ohne Beschränkung auf Humanstudien) ergab Übersichtsartikel zu pflanzlichen Mitteln bei solchen Beschwerden im Allgemeinen, eine Arbeit zu Spurenelementen in traditionell genutzten Eukalyptusblättern und eine ältere Arbeit ohne englisches Abstract, aber keine eigene placebokontrollierte Interventionsstudie, die Eukalyptus oder Cineol gegen diese Beschwerden oder deren Häufigkeit prüft. Die oben beschriebenen Studien prüfen stattdessen definierte Beschwerde-Scores bei bereits bestehender, länger dauernder Verengung oder Reizung der Atemwege, keine akute, sonst folgenlos abklingende Beschwerdephase bei sonst gesunden Menschen.

Studien im Detail

Verschlimmerungsphasen und Lungenfunktion bei dauerhaft eingeschränkter Atemwegsfunktion

Worth und Kollegen prüften 2009 in einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Multicenter-Studie an 242 Menschen mit stabiler, dauerhaft eingeschränkter Lungenfunktion, ob eine sechsmonatige Zusatztherapie mit täglich 600 mg isoliertem Cineol während der Wintersaison die Häufigkeit, Dauer und Schwere von Verschlimmerungsphasen senkt. Der Anteil der Personen mit mindestens einer solchen Phase lag unter Cineol bei 28,2 Prozent gegenüber 45,5 Prozent unter Placebo, und der zusammengesetzte primäre Endpunkt war statistisch signifikant zugunsten von Cineol. Die Einsekundenkapazität stieg unter Cineol stärker als unter Placebo, der Gruppenunterschied blieb dabei aber unterhalb der statistischen Signifikanzschwelle.

Der im freien Volltext dokumentierte Förderhinweis nennt eine Finanzierung durch Cassella-med, Köln, den Hersteller des geprüften Cineol-Präparats, während dieselbe Arbeit im Abschnitt zu Interessenkonflikten erklärt, es habe keiner bestanden. Geprüft wurde ausschließlich der isolierte Einzelstoff Cineol in einer Tagesdosis, die weit über dem Cineol-Gehalt liegt, den ein Eukalyptusblatt-Extrakt in einer Nahrungsergänzung üblicherweise liefert.

Kortisoneinsparung und kombiniertes Beschwerdemaß bei Atemwegsverengung

Juergens und Kollegen zeigten 2003 an 32 Menschen mit kortisonabhängiger Verengung der Atemwege, dass eine zwölfwöchige Einnahme von täglich 600 mg isoliertem Cineol die nötige orale Kortisondosis stärker senkte als Placebo. Worth und Dethlefsen fanden 2012 an 247 Menschen mit ärztlich bestätigter Atemwegsverengung, dass ein kombiniertes Maß aus Lungenfunktion, Beschwerden und Lebensqualität unter derselben Tagesdosis Cineol über sechs Monate stärker verbesserte als unter Placebo. Für beide Studien liegt uns kein Volltext vor, sodass Angaben zu Förderung und Interessenkonflikt offen bleiben. Ein Studienautor ist in beiden Arbeiten und in der oben beschriebenen Studie zu Verschlimmerungsphasen derselbe, deren Volltext eine Herstellerfinanzierung offenlegt.

Beschwerden bei akuter Reizung der Nasennebenhöhlen

Kehrl und Kollegen zeigten 2004 an 152 Menschen mit akuter, nicht eitriger Reizung der Nasennebenhöhlen, dass ein Beschwerde-Summenscore unter einwöchiger Einnahme von 600 mg Cineol täglich deutlich stärker sank als unter Placebo. Tesche und Kollegen verglichen 2008 an 150 Menschen mit ähnlicher Beschwerdelage Cineol nicht mit Placebo, sondern mit einem pflanzlichen Fünf-Komponenten-Präparat, und fanden eine stärkere Besserung unter Cineol. Beide Studien wurden mit demselben Beschwerde-Summenscore ausgewertet und teilen einen Koautor mit der oben beschriebenen, herstellerfinanzierten Studie.

Nasennebenhöhlenbeschwerden unter einer Mehrstoff-Kombination

Hu und Kollegen prüften 2025 an 291 Erwachsenen mit chronischer Reizung der Nasennebenhöhlen eine Kapsel aus Eucalyptol, Limonen und Pinen zusätzlich zu einem Kortison-Nasenspray. In Woche vier war der Beschwerde-Score unter der Zusatzkapsel günstiger als unter Placebo plus Nasenspray, im als primärer Endpunkt festgelegten Zeitpunkt nach acht Wochen erreichte der Unterschied keine statistische Signifikanz mehr. Eine kleinere, chinesischsprachige Studie an 97 Personen nach einer Nasennebenhöhlen-Operation berichtet für dieselbe Dreistoff-Kombination eine höhere subjektiv beurteilte Wirksamkeitsrate gegenüber einer unbehandelten Kontrollgruppe, ohne Placebo-Verblindung und ohne Effektmaß mit Intervall. Beide Arbeiten prüfen ein Kombinationspräparat und keine Eukalyptus-Einzelsubstanz.

Tier- und Laborstudien

Zwei Tierstudien prüfen den ganzen Eukalyptusblatt-Extrakt statt isoliertem Cineol. An Ratten mit ernährungsbedingter Leberverfettung besserte eine fünfwöchige Fütterung mit Eukalyptusblatt-Extrakt Leberhistologie, oxidativen Stress und einen Entzündungsmarker gegenüber unbehandelten Tieren. An Ratten mit Diabetes besserte eine 21-tägige Gabe eines ethanolischen Eukalyptusblatt-Extrakts mehrere Marker der Herzfunktion gegenüber unbehandelten diabetischen Tieren. Beide Untersuchungen fanden ausschließlich an Ratten statt, eine Übertragbarkeit auf den Menschen ist damit nicht gezeigt.

In einem reinen Zellkulturversuch senkte Eukalyptusöl, nicht der standardisierte Blattextrakt, die Vermehrung von Herpes-simplex-Viren, schwächer als ein zum Vergleich geprüftes Teebaumöl. Diese Laborbefunde begründen keine Wirkungsaussage für Menschen.

Sicherheit und Wechselwirkungen

In den placebokontrollierten Studien mit isoliertem Cineol in einer Tagesdosis von 600 mg war die Verträglichkeit vergleichbar mit Placebo, vereinzelt traten Sodbrennen oder ein Hautausschlag auf.

Unverdünntes Eukalyptusöl selbst ist bei versehentlicher Aufnahme als giftig dokumentiert. Ein Fallbericht beschreibt bei einem sechsjährigen Kind eine systemische Vergiftung mit Sprachstörung, Gangunsicherheit, Muskelschwäche und vorübergehender Bewusstlosigkeit nach großflächiger äußerlicher Anwendung eines eukalyptusölhaltigen Hausmittels, mit vollständiger Rückbildung der Beschwerden innerhalb weniger Stunden nach Entfernen der Zubereitung [12]. Reines Eukalyptusöl in unverdünnter Form gehört deshalb nicht in die Hände von kleinen Kindern, weder zum Einnehmen noch großflächig auf der Haut.

Für die verbreitete Angabe, Cineol beeinflusse Enzyme des Arzneimittelabbaus, führt dieser Eintrag keine eigene geprüfte Quelle. Eine Humanstudie zu Wechselwirkungen mit Arzneimitteln liegt uns nicht vor, ebenso wenig eine Quelle zu Schwangerschaft und Stillzeit. Bei bestehender Dauermedikation ist in beiden Fällen ärztliche Rücksprache sinnvoll.

Quellen zum Nachlesen

  1. 01

    RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, multizentrisch, n gleich 242 (110 vs 110 ausgewertet), 6 Monate · 2009

    Concomitant therapy with Cineole (Eucalyptole) reduces exacerbations in COPD, a placebo-controlled double-blind trial

    Worth H, Schacher C, Dethlefsen U. Respir Res

    Zur Zuschreibung: 01, 02, 03, 04, 05, 06

  2. 02

    RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, n gleich 32, 12 Wochen · 2003

    Anti-inflammatory activity of 1.8-cineol (eucalyptol) in bronchial asthma, a double-blind placebo-controlled trial

    Juergens UR, Dethlefsen U, Steinkamp G, Gillissen A, Repges R, Vetter H. Respir Med

    Zur Zuschreibung: 03

  3. 03

    RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, multizentrisch, n gleich 247, 6 Monate · 2012

    Patients with asthma benefit from concomitant therapy with cineole, a placebo-controlled, double-blind trial

    Worth H, Dethlefsen U. J Asthma

    Zur Zuschreibung: 04

  4. 04

    RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, n gleich 152 (76 vs 76), 7 Tage · 2004

    Therapy for acute nonpurulent rhinosinusitis with cineole, results of a double-blind, randomized, placebo-controlled trial

    Kehrl W, Sonnemann U, Dethlefsen U. Laryngoscope

    Zur Zuschreibung: 05

  5. 05

    RCT, doppelblind, aktiv kontrolliert ohne Placebo-Arm, n gleich 150 (75 vs 75), 7 Tage · 2008

    The value of herbal medicines in the treatment of acute non-purulent rhinosinusitis, results of a double-blind, randomised, controlled trial

    Tesche S, Metternich F, Sonnemann U, Engelke JC, Dethlefsen U. Eur Arch Otorhinolaryngol

    Zur Zuschreibung: 06

  6. 06

    RCT, einfachblind, Cross-over, plazebokontrolliert, n gleich 12, akute Einzelanwendung · 2003

    Effect of aromatics on lung mucociliary clearance in patients with chronic airways obstruction

    Hasani A, Pavia D, Toms N, Dilworth P, Agnew JE. J Altern Complement Med

    Zur Zuschreibung: 07

  7. 07

    RCT, doppelblind, multizentrisch (13 Kliniken), n gleich 291 (146 vs 145), 8 Wochen, Add-on zu Kortison-Nasenspray · 2025

    Efficacy and safety of intranasal corticosteroids combined with mucoactive drugs for chronic rhinosinusitis

    Hu L, Li H, Yang L, Zhao C, Tan G, Li H, Zheng G, Yu S, Xie L, Liu Y, Song X, Wang Q, Chang W, Zhang J, Zhang D, Gu Y, Wang D. Int Immunopharmacol

    Zur Zuschreibung: 08

  8. 08

    RCT, n gleich 97 (drei Gruppen), 6 Monate, postoperativ, chinesischsprachig · 2011

    Clinical observation of mucoregulatory agents application after chronic rhinosinusitis surgery

    Sun J, Qian J, Zhao J, Liu L. Lin Chuang Er Bi Yan Hou Tou Jing Wai Ke Za Zhi

    Zur Zuschreibung: 08

  9. 09

    Tierstudie, Ratten, 5 Wochen Fütterung mit Eukalyptusblatt-Extrakt · 2015

    Inhibitory effects of eucalyptus and banaba leaf extracts on nonalcoholic steatohepatitis induced by a high-fructose/high-glucose diet in rats

    Takahashi Y, Sugimoto K, Soejima Y, Kumagai A, Koeda T, Shojo A, Nakagawa K, Harada N, Yamaji R, Inui H, Yamanouchi T, Fukusato T. Biomed Res Int

    Zur Zuschreibung: 09

  10. 10

    Tierstudie, diabetische Ratten, 21 Tage orale Gabe eines ethanolischen Eukalyptusblatt-Extrakts · 2023

    Upregulation of PCSK9, rho kinase and cardiac troponin by Eucalyptus globulus leaf extract improves fructose-streptozotocin-induced diabetic cardiac dysfunction in rats

    Akinmoladun AC, Bello M, Ibukun EO. Arch Physiol Biochem

    Zur Zuschreibung: 09

  11. 11

    Laborstudie, Zellkultur · 2001

    Antiviral activity of Australian tea tree oil and eucalyptus oil against herpes simplex virus in cell culture

    Schnitzler P, Schön K, Reichling J. Pharmazie

    Zur Zuschreibung: 10

  12. 12

    Fallbericht, ein Kind · 1998

    Topical eucalyptus oil poisoning

    Darben T, Cominos B, Lee CT. Australas J Dermatol

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