Flohsamenschalen

Zuletzt geprüft am

Ballaststoffe

Plantago ovata · Psyllium · Indische Flohsamenschalen · Ispaghula · Plantago ispaghula

H.P.N · Datenstand 2026-09-08 · 15 Zuschreibungen im Überblick

Auf einen Blick

Was es ist
Die äußere Samenhaut (Episperm und die anliegenden Schichten) der Samen von Plantago ovata. Sie besteht laut der Unions-Monographie zu 85 Prozent aus wasserlöslichen Ballaststoffen, bindet Wasser und bildet dabei ein zähes Gel [4]
Herkunft
Eine einjährige Pflanze, angebaut vor allem in Indien und Pakistan. Für den Handel werden die Schalen von den Samen abgelöst und meist zu Pulver vermahlen
Drei Zubereitungen, drei Dosen
Ganze Samen, Samenschalen und Schalenpulver sind nicht dasselbe. Die Schalen binden bis zum 40-fachen ihres Eigengewichts an Wasser, die ganzen Samen nur bis zum 10-fachen [4][5]. Entsprechend unterscheiden sich die Tagesmengen der Unions-Monographien, 7 bis 11 Gramm Schalen gegenüber 8 bis 40 Gramm ganzer Samen [4][5]
Wirkform in Studien
Fast durchgehend Schalenpulver, in Wasser eingerührt und sofort getrunken, seltener Kapseln oder eine Beimischung in Sondennahrung. Die Studien nennen ihre Zubereitung nicht immer eindeutig, das ist bei jeder Zeile mitzulesen
Übliche Studiendosis
3 bis 10,5 Gramm täglich in den meisten Arbeiten, meist auf zwei bis drei Einzelgaben vor den Mahlzeiten verteilt. Einzelne Studien gehen deutlich darüber hinaus, bis 20 und in einem Fall 40 Gramm täglich [6][8][15]
Bekannt geworden durch
Die Verwendung als Quellmittel bei trägem Stuhlgang. In der Arzneimittelwelt hat der Stoff dafür eine eigene Unions-Monographie mit gut belegter Anwendung [4]
Verträglichkeit
In den Studien gut vertragen, häufigste Nebenwirkung sind Blähungen. In der Meta-Analyse zur Verstopfung lag die Blähneigung unter Ballaststoffen höher als unter Kontrolle [6]
Sicherheitshinweis
Immer mit reichlich Flüssigkeit einnehmen, die Monographie nennt mindestens 30 Milliliter je Gramm [4]. Ohne genug Flüssigkeit kann die Masse in Speiseröhre oder Darm aufquellen und den Weg versperren. Nicht kurz vor dem Schlafengehen, und mit einer halben bis einer Stunde Abstand zu Medikamenten [4]. Ausführlich unter Sicherheit und Wechselwirkungen
Rechtlicher Stand in der EU
Für Flohsamenschalen ist keine gesundheitsbezogene Angabe nach Verordnung (EU) Nr. 432/2012 zugelassen. Fünf beantragte Angaben liegen seit 2010 auf der Liste der zurückgestellten Pflanzenangaben [1][3]. Das ist etwas anderes als die arzneiliche Monographie [4], siehe eigenen Abschnitt

Was diesem Stoff zugesprochen wird

Was die Studien hergeben.

Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.

  1. 01

    Stuhlfrequenz bei chronischer Verstopfung, in der Zusammenfassung älterer Studien erhöht, in der bestbewerteten neueren Einzelstudie ohne Unterschied zu Placebo

    Belegt
    Einordnung und Einschränkungen

    In einer Meta-Analyse stieg die Stuhlfrequenz um rund drei Stuhlgänge pro Woche gegenüber Kontrolle. Eine zweite Übersicht wertet neuere Studien aus, und dort brachte die bestbewertete Arbeit keinen Vorteil gegenüber Placebo.

    Ausführlicher Nachweis

    Die Meta-Analyse von van der Schoot und Kollegen 2022 wertet 16 randomisierte Studien mit 1251 Teilnehmenden zu Ballaststoffen bei chronischer Verstopfung aus, davon vier mit Flohsamenschalen [6]. Für die Untergruppe Flohsamenschalen stieg die Stuhlfrequenz mit einer standardisierten Mittelwertdifferenz von 1,13 bei einem 95-Prozent-Intervall von 0,39 bis 1,88 [6]. In absoluten Zahlen sind das plus 3,08 Stuhlgänge pro Woche bei einem 95-Prozent-Intervall von 0,61 bis 5,54, mit sehr hoher Streuung zwischen den Studien (I-Quadrat 90 Prozent) [6]. Der Anteil der Behandelten, die auf die Gabe ansprachen, lag in drei Studien mit Flohsamenschalen höher als unter Kontrolle, relatives Risiko 1,82 bei einem 95-Prozent-Intervall von 1,51 bis 2,20 und ohne Streuung zwischen den Studien [6]. Die vier eingeschlossenen Arbeiten mit Flohsamenschalen sind Fenn 1986 (201 Teilnehmende, 10,8 Gramm täglich, 2 Wochen), Tomas-Ridocci 1992 (20 Teilnehmende, 20 Gramm täglich, 1 Monat), Ashraf 1995 (22 Teilnehmende, 10,2 Gramm täglich, 8 Wochen) und Yang 2021 (54 Teilnehmende, 40 Gramm täglich, 4 Wochen) [6]. Die Autoren halten Tagesmengen über 10 Gramm und mindestens vier Wochen für günstig und schreiben ausdrücklich, dass keine der 16 Studien ein niedriges Verzerrungsrisiko hatte [6]. Die zweite Übersicht von Rao und Brenner 2021 sucht Studien aus den Jahren 2004 bis 2020 mit mindestens vier Wochen Dauer und findet neun weitere Arbeiten zu Flohsamenschalen, mit Tagesmengen von 3,5 Gramm bis zweimal 11 Gramm [7]. Ihr Studienbestand überschneidet sich mit dem der Meta-Analyse nicht, weil deren vier Flohsamen-Arbeiten von 1986, 1992, 1995 und 2021 stammen und damit außerhalb des Suchfensters von 2004 bis 2020 liegen [6][7]. Rao und Brenner vergeben Evidenzstufe II und Empfehlungsgrad B und schreiben zugleich, die am besten bewertete plazebokontrollierte Arbeit habe keinen Vorteil gegenüber Placebo gezeigt, weder bei der Stuhlfrequenz noch bei Konsistenz, Lebensqualität oder den selbst berichteten Beschwerden, und im direkten Vergleich seien Polyethylenglykol, Lactulose und einzelne Früchte wirksamer gewesen [7]. Diese Übersicht wurde nach eigener Angabe von Bayer US LLC finanziert, die Literatursuche und das medizinische Schreiben übernahm ein beauftragter Dienstleister, und beide Autoren erklären Beraterhonorare von Bayer [7]. Die Unions-Monographie zu den Samenschalen führt die Anwendung bei gewohnheitsmäßiger Verstopfung als gut etablierte Anwendung mit einer Tagesmenge von 7 bis 11 Gramm [4].

    Quellen: 6, 7, 4

  2. 02

    Stuhlkonsistenz und Pressen beim Stuhlgang bei chronischer Verstopfung

    Belegt
    Einordnung und Einschränkungen

    In derselben Meta-Analyse wurde der Stuhl weicher und das Pressen geringer, in beiden Fällen ohne Streuung zwischen den Studien. Die Zahl der Studien ist klein.

    Ausführlicher Nachweis

    In der Untergruppe Flohsamenschalen derselben Meta-Analyse verbesserte sich die Stuhlkonsistenz mit einer standardisierten Mittelwertdifferenz von 0,52 bei einem 95-Prozent-Intervall von 0,25 bis 0,78, ohne Streuung zwischen den Studien [6]. Der Schweregrad des Pressens sank mit einer standardisierten Mittelwertdifferenz von minus 0,65 bei einem 95-Prozent-Intervall von minus 0,91 bis minus 0,39, ebenfalls ohne Streuung [6]. Für das Pressen lieferten insgesamt vier Studien mit 489 Teilnehmenden Daten, und von den geprüften Ballaststoffen war allein die Untergruppe Flohsamenschalen belegt, Polydextrose und Inulin-Fructane waren es nicht [6]. Die Autoren nennen dieselben Einschränkungen wie oben, kleine Zahl der Studien je Untergruppe und kein einziges niedriges Verzerrungsrisiko [6]. Rao und Brenner berichten aus ihrem eigenen, nicht überschneidenden Bestand ebenfalls eine bessere Stuhlkonsistenz zu mehreren Zeitpunkten, halten aber fest, dass die am besten bewertete plazebokontrollierte Arbeit auch hier keinen Unterschied zu Placebo fand [7]. Deren Finanzierung durch Bayer US LLC und die Beraterhonorare beider Autoren gelten für diese Zeile genauso [7].

    Quellen: 6, 7

  3. 03

    Bauchschmerzen, Blähgefühl und Gefühl der unvollständigen Entleerung bei Verstopfung, ohne Unterschied zur Kontrolle

    Nicht bestätigt
    Einordnung und Einschränkungen

    Dieselbe Meta-Analyse fand keinen Unterschied bei Bauchschmerzen, Blähgefühl und dem Gefühl der unvollständigen Entleerung. Ein Effektmaß für die Untergruppe Flohsamenschalen nennt sie dazu nicht.

    Ausführlicher Nachweis

    Die Meta-Analyse berichtet, dass die zusammenfassenden Beschwerdescores unverändert blieben, ebenso der Schweregrad der unvollständigen Entleerung, der Bauchschmerzen oder des Unwohlseins und des Blähgefühls [6]. Die Autoren ziehen daraus den Schluss, eine Ballaststoffgabe passe eher zu Menschen mit bestimmten Beschwerden, etwa seltenem Stuhlgang, als zum ganzen Beschwerdebild [6]. Für diese Endpunkte nennt die Arbeit kein eigenes Effektmaß mit Intervall für die Untergruppe Flohsamenschalen, sondern verweist auf die Zusatzabbildungen 13 bis 17 [6]. Ein eigener Zahlenwert für diese Untergruppe fehlt damit, geprüft und berichtet wurden die Endpunkte in dieser Auswertung randomisierter Studien aber sehr wohl, und der erwartete Unterschied zeigte sich nicht, deshalb steht die Zeile auf nicht bestätigt. In dieselbe Richtung passt, dass die Blähneigung unter Ballaststoffen insgesamt höher lag als unter Kontrolle, mit einer standardisierten Mittelwertdifferenz von 0,80 bei einem 95-Prozent-Intervall von 0,47 bis 1,13 [6].

    Quellen: 6

  4. 04

    LDL-Cholesterin, Nicht-HDL-Cholesterin und Apolipoprotein B

    Gut belegt
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine Meta-Analyse aus 28 randomisierten Studien fand niedrigere Werte für alle drei Größen. Eine Übersicht über die Übersichten ordnet lösliche Ballaststoffe wie Flohsamenschalen in die höchste Belegstufe ein.

    Ausführlicher Nachweis

    Jovanovski und Kollegen werteten 2018 in einer systematischen Übersicht 28 randomisierte Studien mit zusammen 1924 Teilnehmenden aus, mit und ohne erhöhte Blutfettwerte, Studiendauer mindestens drei Wochen, mittlere Tagesmenge rund 10,2 Gramm Flohsamenschalen [8]. Das LDL-Cholesterin sank um 0,33 mmol pro Liter bei einem 95-Prozent-Intervall von 0,27 bis 0,38 [8]. Das Nicht-HDL-Cholesterin sank um 0,39 mmol pro Liter bei einem 95-Prozent-Intervall von 0,27 bis 0,50, das Apolipoprotein B um 0,05 Gramm pro Liter bei einem 95-Prozent-Intervall von 0,03 bis 0,08 [8]. Die Autoren stufen die Sicherheit der Evidenz nach GRADE für LDL- und Nicht-HDL-Cholesterin als mittel ein, wegen Uneinheitlichkeit, und für Apolipoprotein B als hoch [8]. Die Interessenerklärung dieser Arbeit führt PubMed nicht, und ihr Volltext lag uns nicht vor, die Angaben zu Förderung und Interessenlage konnten deshalb nicht geprüft werden. Die zweite Quelle ist keine unabhängige Wiederholung, sondern eine Ebene darüber: Schoeneck und Iggman fassten 2021 37 Leitlinien, 108 systematische Übersichten und 20 Einzelstudien zu Lebensmitteln und LDL-Cholesterin zusammen und ordnen Lebensmittel mit hohem Anteil löslicher Ballaststoffe, ausdrücklich genannt Hafer, Gerste und Flohsamenschalen, in die höchste Belegstufe mit mindestens mittelgroßer Senkung von 0,20 bis 0,40 mmol pro Liter ein [9]. Ihre eigene Interessenerklärung lautet, es bestehe kein Interessenkonflikt [9]. Beide Arbeiten schöpfen aus demselben Bestand randomisierter Studien, sie sind eine Auswertung und deren Einordnung und keine zwei voneinander unabhängigen Belege. Die Unions-Monographie zu den Samenschalen führt die begleitende Anwendung bei erhöhten Blutfettwerten als eigene Anwendung mit einer Tagesmenge von 7 bis 20 Gramm [4]. Gemessen wurden in allen Arbeiten Blutwerte und keine Herz-Kreislauf-Ereignisse, dazu die eigene Zeile weiter unten.

    Quellen: 8, 9, 4

  5. 05

    Nüchternblutzucker und HbA1c bei Erwachsenen, am deutlichsten bei erhöhten Ausgangswerten

    Gut belegt
    Einordnung und Einschränkungen

    Drei Meta-Analysen finden niedrigere Nüchternwerte und ein niedrigeres HbA1c. Der Abstand fällt umso größer aus, je höher der Ausgangswert liegt, bei normalen Werten zeigt sich nichts.

    Ausführlicher Nachweis

    Gholami und Kollegen werteten 2024 nach GRADE 19 randomisierte Studien mit zusammen 962 Teilnehmenden aus, veröffentlicht zwischen 1985 und 2022, Studiendauer 14 bis 182 Tage [10]. Der Nüchternblutzucker sank um 6,89 mg pro Deziliter bei einem 95-Prozent-Intervall von 3,16 bis 10,62, ausgewertet an allen 962 Teilnehmenden [10]. Das HbA1c sank um 0,75 Prozentpunkte bei einem 95-Prozent-Intervall von 0,29 bis 1,21, ausgewertet an 523 Teilnehmenden [10]. Die Sicherheit der Evidenz stufen sie für beide Größen als mittel ein [10]. In den Untergruppen war die Senkung des HbA1c nur bei Tagesmengen über 10 Gramm belegt und die des Nüchternblutzuckers nicht bei Studien unter 50 Tagen Dauer [10]. Die Arbeit wurde von einem Forschungszuschuss der Universität Isfahan getragen, die Autoren erklären keine Interessenkonflikte [10]. Xiao und Kollegen werteten 2020 gezielt acht Studien mit neun Behandlungsarmen und 395 Teilnehmenden mit Diabetes aus und fanden dort eine Senkung des Nüchternblutzuckers um 31,71 mg pro Deziliter bei einem 95-Prozent-Intervall von 13,38 bis 50,04 und des HbA1c um 0,91 Prozentpunkte bei einem 95-Prozent-Intervall von 0,51 bis 1,31, bei sehr hoher Streuung zwischen den Studien [11]. Ihr Suchfenster endete im August 2019 und liegt damit vollständig innerhalb des Fensters der Arbeit von 2024, die Studien der kleineren Auswertung sind also aller Wahrscheinlichkeit nach ein Teil der größeren, kein zusätzlicher Bestand [10][11]. Gibb und Kollegen fanden 2015 in acht Teilauswertungen über 35 randomisierte Studien aus drei Jahrzehnten dasselbe Muster und benennen es als eigentliches Ergebnis: bei normalen Ausgangswerten keine Senkung, bei erhöhten Werten eine deutliche, bei behandeltem Typ-2-Diabetes eine Senkung des Nüchternblutzuckers um 37,0 mg pro Deziliter und des HbA1c um 0,97 Prozentpunkte, ein Konfidenzintervall nennt das Abstract zu diesen beiden Zahlen nicht [12]. Die ersten beiden Autoren dieser Arbeit sind laut Affiliationsangabe bei Procter und Gamble angestellt, dem Hersteller eines Flohsamenpräparats, das Interessenkonflikt-Feld bei PubMed ist leer und der Volltext lag uns nicht vor [12]. Die drei Arbeiten zeigen in dieselbe Richtung, sie sind aber kein dreifacher Beleg, sondern ein wiederholt ausgewerteter Bestand.

    Quellen: 10, 11, 12

  6. 06

    Insulinresistenz gemessen im HOMA-IR-Index

    Belegt
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine Meta-Analyse aus 591 Teilnehmenden fand einen niedrigeren HOMA-IR-Wert, eine Netzwerk-Auswertung setzt Flohsamenschalen bei diesem Wert an die erste Stelle. Gemessen wurde ein Rechenwert aus Blutwerten.

    Ausführlicher Nachweis

    In der Auswertung von Gholami und Kollegen sank der HOMA-IR-Index um 1,17 Punkte bei einem 95-Prozent-Intervall von 0,23 bis 2,11, ausgewertet an 591 Teilnehmenden, Sicherheit der Evidenz mittel [10]. Beim Nüchterninsulin nennt dieselbe Arbeit einen Unterschied von minus 2,08 und wertet ihn als nicht belegt, mit einem p-Wert über 0,05 und niedriger Sicherheit der Evidenz [10]. Der scheinbare Widerspruch zum Intervall löst sich im Volltext auf. Zusammenfassung und Ergebnistext schreiben minus 4,21 bis minus 0,035, die Tabelle zur Prüfung auf Veröffentlichungsverzerrung nennt für denselben Wert minus 4,21 bis 0,03 [10]. Die obere Grenze liegt also über null, das Intervall schließt den Gleichstand ein, und das Minuszeichen in der Zusammenfassung ist ein Schreibfehler. Für das Nüchterninsulin allein liegt damit kein belegter Unterschied vor, was die Wertung der Arbeit stützt und die Zeile nicht berührt, denn sie steht auf dem HOMA-IR-Index. Juhasz und Kollegen ordneten 2023 in einer Netzwerk-Auswertung aus 46 randomisierten Studien mit 2685 Teilnehmenden und 16 Ballaststoffarten bei Typ-2-Diabetes die Flohsamenschalen beim HOMA-IR-Index auf den ersten Rang, bei HbA1c, Nüchternblutzucker, Triglyzeriden und LDL-Cholesterin dagegen die Galactomannane [13]. Diese Rangfolge ist ein Vergleich zwischen Ballaststoffarten und kein zusätzlicher Wirknachweis gegenüber Placebo, und die meisten Vergleiche der Arbeit tragen nach GRADE eine niedrige oder mittlere Sicherheit [13]. Die beiden Arbeiten teilen sich mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Teil ihrer Primärstudien, beide werten randomisierte Studien zu Flohsamenschalen bis Ende 2022 aus [10][13]. Der HOMA-IR-Index ist ein aus Nüchternblutzucker und Nüchterninsulin errechneter Wert und kein direkt gemessener.

    Quellen: 10, 13

  7. 07

    Körpergewicht bei Erwachsenen mit Übergewicht

    Belegt
    Einordnung und Einschränkungen

    Zwei Auswertungen finden eine Abnahme von rund zwei bis vier Kilogramm gegenüber Kontrolle. Bei Menschen mit Diabetes fand eine dritte Auswertung keinen Unterschied.

    Ausführlicher Nachweis

    Shahinfar und Kollegen werteten 2023 in einer Netzwerk-Auswertung 111 randomisierte Studien mit 6171 Teilnehmenden zu 18 Nahrungsergänzungsstoffen aus und fanden für Flohsamenschalen eine Gewichtsabnahme von 3,70 kg gegenüber Placebo bei einem 95-Prozent-Intervall von 2,22 bis 5,18, mit mittlerer Sicherheit der Evidenz [14]. Die Autoren erklären, keine Interessenkonflikte zu haben, und ordnen den Effekt selbst als kleine Verbesserung ein [14]. Gibb und Kollegen werteten 2023 sechs randomisierte Studien mit zusammen 354 Teilnehmenden aus, mittlere Tagesmenge 10,8 Gramm vor den Mahlzeiten, mittlere Dauer 4,8 Monate, und fanden eine Abnahme von 2,1 kg bei einem 95-Prozent-Intervall von 1,6 bis 2,6, ohne Streuung zwischen den Studien [15]. Alle Autoren dieser zweiten Arbeit sind nach eigener Angabe Angestellte von Procter und Gamble, dem Hersteller eines Flohsamenpräparats [15]. Sie halten selbst fest, dass die meisten Bewertungen des Verzerrungsrisikos wegen unvollständiger Angaben unklar blieben, dass vier der sechs Studien nur zwei bis drei Monate dauerten und dass sie eine Vorzeichenangabe einer eingeschlossenen Studie nach Rücksprache mit deren Autoren korrigiert haben [15]. Die sechs Studien sind Cicero 2010, Pal 2011, Abutair 2016, Akbarzadeh 2016, Pal 2016 und Soltanian 2019, zwei davon an Menschen mit Typ-2-Diabetes und eine an Menschen mit metabolischem Syndrom [15]. Ob die Netzwerk-Auswertung dieselben sechs Arbeiten enthält, geht aus ihrem Abstract nicht hervor, ihr Suchfenster reicht bis November 2022 und umfasst diese Jahre damit vollständig, weshalb hier von einem gemeinsamen und nicht von zwei getrennten Beständen ausgegangen wird [14][15]. Gegen die Richtung spricht eine dritte Auswertung: Xiao und Kollegen fanden 2020 bei Menschen mit Diabetes keine belegte Veränderung von Körpergewicht und Body-Mass-Index, während Blutfette und Blutzucker in derselben Arbeit sanken [11]. Das ist eine andere Population als die übergewichtigen Teilnehmenden der beiden anderen Arbeiten und deshalb kein Widerspruch am selben Endpunkt.

    Quellen: 14, 15, 11

  8. 08

    Sättigungsgefühl und Hungergefühl zwischen den Mahlzeiten

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Zwei kleine Kurzzeitstudien des Herstellers fanden mehr Sättigung und weniger Hunger. Länger als drei Tage wurde nicht beobachtet.

    Ausführlicher Nachweis

    Brum und Kollegen veröffentlichten 2016 zwei aufeinanderfolgende randomisierte, doppelblinde, plazebokontrollierte Cross-over-Studien an gesunden Freiwilligen [16]. In der ersten wurden 3,4, 6,8 und 10,2 Gramm Flohsamenschalen vor Frühstück und Mittagessen über drei Tage geprüft, alle drei Mengen senkten Hunger und Essverlangen und erhöhten das Sättigungsgefühl gegenüber Placebo, am gleichmäßigsten die mittlere Menge mit p kleiner oder gleich 0,013 [16]. In der zweiten Studie mit 6,8 Gramm und einem kalorienreduzierten Frühstück sanken Hunger und Essverlangen im Dreitagesmittel und das Sättigungsgefühl stieg, mit p kleiner oder gleich 0,004 [16]. Die Arbeit nennt weder Teilnehmerzahlen noch ein Effektmaß mit Intervall im Abstract, und ihr Volltext lag uns nicht vor. Die ersten beiden Autoren sind laut Affiliationsangabe bei Procter und Gamble angestellt, dem Hersteller des geprüften Präparats, und das Präparat wird in der Arbeit namentlich genannt, das Interessenkonflikt-Feld bei PubMed ist leer [16]. Gemessen wurde die Empfindung auf einer Skala über drei Tage, nicht die tatsächlich aufgenommene Energiemenge über längere Zeit. Die Autoren der Gewichtsauswertung halten den Sättigungseffekt selbst für einen Teilbeitrag und nicht für die Erklärung der beobachteten Gewichtsabnahme [15].

    Quellen: 16

  9. 09

    Systolischer Blutdruck

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    In der Untergruppenauswertung einer Meta-Analyse zu zähflüssigen Ballaststoffen sank der obere Blutdruckwert um gut zwei Millimeter Quecksilbersäule. Der untere Wert war in dieser Untergruppe nicht belegt.

    Ausführlicher Nachweis

    Khan und Kollegen werteten 2018 22 randomisierte Studien mit 1430 Teilnehmenden zum systolischen und 21 Studien mit 1343 Teilnehmenden zum diastolischen Blutdruck aus, zu fünf Arten zähflüssiger löslicher Ballaststoffe, mittlere Tagesmenge 8,7 Gramm über im Mittel sieben Wochen [17]. Über alle Ballaststoffarten sank der systolische Blutdruck um 1,59 mmHg bei einem 95-Prozent-Intervall von 0,46 bis 2,72 und der diastolische um 0,39 mmHg bei einem 95-Prozent-Intervall von 0,01 bis 0,76, jeweils bei erheblicher Streuung zwischen den Studien [17]. Von den fünf geprüften Arten war der systolische Blutdruck nur in der Untergruppe Flohsamenschalen belegt, mit 2,39 mmHg bei einem 95-Prozent-Intervall von 0,17 bis 4,62 [17]. Das ist eine Untergruppe innerhalb einer Auswertung über mehrere Stoffe, die Zahl der Studien dieser Untergruppe nennt das Abstract nicht, und der Volltext lag uns nicht vor. Für den diastolischen Blutdruck wird kein eigener Wert der Untergruppe berichtet. Ein Intervall, dessen untere Grenze bei 0,17 mmHg liegt, schließt einen praktisch bedeutungslosen Effekt nicht aus, deshalb bleibt die Stufe auf Hinweise.

    Quellen: 17

  10. 10

    Beschwerdebild beim Reizdarmsyndrom, von zwei Auswertungen derselben Datenlage uneinheitlich bewertet

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine Meta-Analyse aus 2014 fand einen Vorteil löslicher Ballaststoffe. Eine Übersicht über die Übersichten von 2025 rechnet dieselbe Datenlage nach und hält die Sicherheit für niedrig bis sehr niedrig.

    Ausführlicher Nachweis

    Moayyedi und Kollegen werteten 2014 14 randomisierte Studien mit 906 Teilnehmenden aus [18]. Über alle Ballaststoffe lag das relative Risiko, nach der Behandlung weiter Beschwerden zu haben, bei 0,86 mit einem 95-Prozent-Intervall von 0,80 bis 0,94, ohne Streuung zwischen den Studien [18]. Der Vorteil zeigte sich allein in den Studien mit löslichen Ballaststoffen, relatives Risiko 0,83 bei einem 95-Prozent-Intervall von 0,73 bis 0,94, während Weizenkleie ohne Unterschied blieb, relatives Risiko 0,90 bei einem 95-Prozent-Intervall von 0,79 bis 1,03 [18]. Die Arbeit spricht von löslichen Ballaststoffen und nicht ausschließlich von Flohsamenschalen, die Zuordnung auf diesen Stoff allein ist daraus nicht abzuleiten. Zeraattalab-Motlagh und Kollegen werteten 2025 in einer Übersicht über 58 Meta-Analysen mit 175 Studien elf Ernährungsmaßnahmen aus, rechneten die Effektschätzer neu und bewerteten sie nach GRADE [19]. Lösliche Ballaststoffe verbesserten die Beschwerden, die Effekte seien aber klein und die Sicherheit der Evidenz niedrig bis sehr niedrig, und die Arbeit schließt ausdrücklich, sie stütze Ernährungsmaßnahmen zur Verbesserung der Beschwerden nicht, mit Ausnahme von Probiotika und einer FODMAP-armen Kost [19]. Die ältere Meta-Analyse ist Teil der Datenlage, die die neuere Arbeit nachrechnet, beide sind kein voneinander unabhängiger Beleg. Bei Kindern liegt eine eigene randomisierte, doppelblinde Studie vor: Menon und Kollegen verglichen 2023 43 Kinder unter Flohsamenschalen mit 38 unter Placebo über vier Wochen, der mittlere Unterschied im Beschwerdescore betrug minus 122,85 Punkte und das relative Risiko 0,64 bei einem 95-Prozent-Intervall von 0,42 bis 0,83 [20]. Die Autoren erklären, keine Interessenkonflikte zu haben, der Volltext lag uns nicht vor, und eine Wiederholung dieser Studie an Kindern liegt nach der hier durchgeführten Suche nicht vor. Die Unions-Monographie führt die Anwendung bei verstopfungsbetontem Reizdarmsyndrom ausdrücklich nur als begleitende Maßnahme [4].

    Quellen: 18, 19, 20, 4

  11. 11

    Zusammensetzung der Darmflora und kurzkettige Fettsäuren

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Drei kleine bis mittelgroße Studien fanden Verschiebungen einzelner Bakteriengruppen und der kurzkettigen Fettsäuren. Ein Nutzen für die Gesundheit ist damit nicht gemessen.

    Ausführlicher Nachweis

    Jalanka und Kollegen führten 2019 zwei randomisierte, doppelblinde, plazebokontrollierte Studien über sieben Tage durch, eine an acht gesunden Freiwilligen und eine an 16 Menschen mit Verstopfung [21]. Bei den Gesunden war die Veränderung der Bakterienzusammensetzung klein, bei den Verstopften deutlicher, mit Verschiebungen bei mehreren Gattungen und veränderten Mengen an Acetat und Propionat [21]. Der Anstieg dreier butyratbildender Gattungen ging mit einem höheren Wassergehalt des Stuhls einher [21]. Zwei Autoren dieser Arbeit erklären Vortrags- und Beraterhonorare sowie Forschungsmittel von mehreren Unternehmen, darunter Hersteller von Ballaststoff- und Fruchtprodukten [21]. Yang und Kollegen verglichen 2021 25 Frauen im gebärfähigen Alter mit Verstopfung unter Flohsamenschalen mit 29 unter Placebo und fanden eine andere Zusammensetzung der Stuhlflora sowie eine Besserung der Beschwerden [22]. Diese Arbeit ist zugleich eine der vier Flohsamen-Studien der oben zitierten Meta-Analyse zur Verstopfung, sie ist hier also kein zusätzlicher unabhängiger Beleg für die Stuhlwirkung, sondern nur für den Flora-Befund [6][22]. Lai und Kollegen prüften 2023 an 250 Erwachsenen mit funktioneller Verstopfung über vier Wochen vier Zubereitungen gegen Placebo, darunter Flohsamenschalen und eine Mischung aus Weizenkleie und Flohsamenschalen, jeweils zusammen mit Oligosacchariden [23]. Eine Wechselwirkung zwischen Zeit und Gruppe zeigte sich für Stuhlfrequenz, Stuhlform und Pressen nicht, während die Stuhlform in allen vier Wirkgruppen gegenüber dem eigenen Ausgangswert zunahm und in der Placebogruppe nicht [23]. In den Flohsamengruppen nahm die Gattung Anaerostipes über die Zeit zu, und diese Zunahme hing mit der Stuhlfrequenz zusammen [23]. Die Ballaststoff- und Probiotikapräparate dieser Studie wurden von einem Unternehmen gestellt, das im selben Text als Arbeitgeber eines Koautors geführt wird [23]. Alle drei Arbeiten messen Bakterien und Stoffwechselprodukte und keinen gesundheitlichen Endpunkt. Dazu passt, dass Flohsamenschalen im Darm nur teilweise vergoren werden, die Unions-Monographie nennt einen unvergärbaren Rest von 72 Prozent im Laborversuch [4], und eine Übersichtsarbeit zur Physik der Ballaststoffe ordnet sie ausdrücklich den fermentationsresistenten, gelbildenden Fasern zu [26]. Die verbreitete Beschreibung als präbiotischer Ballaststoff ist damit höchstens teilweise zutreffend.

    Quellen: 21, 22, 23, 26

  12. 12

    Durchfall bei Menschen mit Sondenernährung, ohne Unterschied zur faserfreien Nahrung

    Nicht bestätigt
    Einordnung und Einschränkungen

    In der einzigen dazu gefundenen randomisierten Studie trat Durchfall unter Flohsamenschalen nicht seltener auf als ohne. Ein Effektmaß mit Intervall nennt die Arbeit nicht.

    Ausführlicher Nachweis

    Lertpipopmetha und Kollegen prüften 2019 in einer prospektiven, randomisierten, doppelblinden Studie an 83 Erwachsenen auf allgemeinen Stationen eine Sondennahrung mit zugesetzten Flohsamenschalen gegen dieselbe Nahrung ohne Faserzusatz, 42 gegenüber 41 Teilnehmende, über zehn Tage [24]. Der Anteil mit mindestens einem Durchfalltag lag bei 42,9 gegenüber 31,7 Prozent, ohne belegten Unterschied (p gleich 0,41) [24]. Auch die Zahl der täglichen Stuhlgänge (p gleich 0,06) und der mittlere Durchfallscore (p gleich 0,42) unterschieden sich nicht [24]. Die Autoren schließen daraus, ein Zusatz von Flohsamenschalen habe keinen günstigen Einfluss auf das Auftreten von Durchfall in dieser Gruppe [24]. Ein Effektmaß mit Konfidenzintervall wird nicht berichtet, die Frage war in dieser randomisierten, doppelblinden Studie aber der geprüfte Endpunkt und der erwartete Unterschied zeigte sich nicht, deshalb steht die Zeile auf nicht bestätigt. Eine Nachauswertung derselben Teilnehmenden ordnet den größten Teil der Durchfälle Medikamenten zu und nur einen kleinen Teil der Sondennahrung selbst, was erklärt, warum ein Faserzusatz hier wenig ausrichten konnte. Gesucht wurde mit den PubMed-Suchbegriffen "psyllium" "diarrhea", weitere randomisierte Arbeiten zu Durchfall bei Erwachsenen fanden sich dabei nicht.

    Quellen: 24

  13. 13

    Beschwerden bei Colitis ulcerosa, in der einzigen gefundenen Studie ohne Zusatznutzen

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    In der einzigen gefundenen Studie brachte die Gabe von Flohsamenschalen neben einer Stuhltransplantation keinen zusätzlichen Vorteil. Die Studie wurde vorzeitig abgebrochen.

    Ausführlicher Nachweis

    Gogokhia und Kollegen randomisierten 2025 27 Menschen mit leichter bis mittlerer Colitis ulcerosa auf eine einmalige Stuhltransplantation oder Placebo, jeweils mit oder ohne Flohsamenschalen über acht Wochen [25]. Die Stuhltransplantation führte gegenüber Placebo zu einer Besserung der Beschwerden und des endoskopischen Befundes (p kleiner 0,05), die zusätzliche Gabe von Flohsamenschalen verbesserte diese Ergebnisse nicht [25]. Die Studie wurde vorzeitig beendet, weil der Hersteller das Präparat für die Stuhltransplantation vom Markt nahm, sie hat damit weniger Teilnehmende als geplant [25]. Bei 27 Teilnehmenden in vier Gruppen ist ein Zusatznutzen dieser Größenordnung nicht auszuschließen, ein Effektmaß mit Intervall für den Faserzusatz wird nicht berichtet. Gesucht wurde mit den PubMed-Suchbegriffen "psyllium" "inflammatory bowel disease" und "psyllium" "ulcerative colitis", weitere randomisierte Arbeiten der letzten Jahre fanden sich dabei nicht.

    Quellen: 25

  14. 14

    Herz-Kreislauf-Ereignisse als klinischer Endpunkt

    Keine Studien gefunden
    Einordnung und Einschränkungen

    Wir haben gesucht und keine Studie gefunden, die Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Sterblichkeit unter Flohsamenschalen gezählt hat. Alle Belege betreffen Blutwerte.

    Ausführlicher Nachweis

    Gesucht wurde mit den PubMed-Suchbegriffen "psyllium" "cardiovascular events" "mortality", ohne Beschränkung auf einen Publikationstyp, die Suche ergab keinen einzigen Treffer. Die vorliegenden Arbeiten zu Blutfetten und Blutdruck messen ausschließlich Laborwerte und Messwerte am Menschen, keine Ereignisse. Ein niedrigeres LDL-Cholesterin ist ein Zwischenwert und kein gezähltes Ereignis, und die Übertragung von einem auf das andere ist an diesem Stoff nicht geprüft. Die verbreitete Zuschreibung, Flohsamenschalen seien gut für das Herz, ruht damit vollständig auf Blutwerten.

  15. 15

    Bindung und Ausscheidung von Schadstoffen, oft Entgiftung genannt

    Keine Studien gefunden
    Einordnung und Einschränkungen

    Wir haben gesucht und keine Studie zu einer Bindung von Schadstoffen gefunden, weder am Menschen noch im Labor.

    Ausführlicher Nachweis

    Gesucht wurde mit den PubMed-Suchbegriffen "psyllium" "toxin binding" "detoxification", ohne jede Einschränkung auf Studientyp oder Humanstudien, die Suche ergab keinen einzigen Treffer. Die Zuschreibung, Flohsamenschalen hielten den Verdauungstrakt frei von Giftstoffen, findet in dieser Suche keine Grundlage. Was belegt ist, steht in den Zeilen zu Stuhlfrequenz und Stuhlkonsistenz und beschreibt einen mechanischen Vorgang, kein Binden von Schadstoffen.

Studien im Detail

Verstopfung, Stuhlfrequenz und Stuhlkonsistenz

Van der Schoot und Kollegen werteten 2022 sechzehn randomisierte Studien mit zusammen 1251 Teilnehmenden zu Ballaststoffen bei chronischer Verstopfung aus [6]. Vier dieser Studien prüften Flohsamenschalen, mit Tagesmengen zwischen 10,2 und 40 Gramm über zwei Wochen bis zwei Monate. In der Untergruppe Flohsamenschalen stieg die Stuhlfrequenz um gut drei Stuhlgänge pro Woche, der Stuhl wurde weicher, und das Pressen fiel geringer aus. Bei Konsistenz und Pressen gab es zwischen den Studien keine Streuung, bei der Stuhlfrequenz war sie sehr hoch. Die Autoren nennen Tagesmengen über zehn Gramm und mindestens vier Wochen als günstig und halten zugleich fest, dass keine der sechzehn Studien ein niedriges Verzerrungsrisiko hatte.

Rao und Brenner betrachteten 2021 einen anderen Ausschnitt derselben Literatur [7]. Sie suchten Studien aus den Jahren 2004 bis 2020 mit mindestens vier Wochen Dauer und fanden neun Arbeiten zu Flohsamenschalen. Ihr Urteil lautet Evidenzstufe zwei und Empfehlungsgrad B, also mittlere Belegkraft. Im selben Abschnitt schreiben sie aber zwei Dinge, die in der Kurzfassung untergehen. Die methodisch am besten bewertete plazebokontrollierte Arbeit fand keinen Vorteil gegenüber Placebo, weder bei der Stuhlfrequenz noch bei Konsistenz, Lebensqualität oder den selbst berichteten Beschwerden. Und im direkten Vergleich schnitten Polyethylenglykol, Lactulose sowie Mango und Pflaumen besser ab als Flohsamenschalen.

Einordnung: Die beiden Übersichten überschneiden sich nicht. Die vier Flohsamen-Studien der Meta-Analyse stammen aus den Jahren 1986, 1992, 1995 und 2021 und liegen damit außerhalb des Suchfensters der zweiten Arbeit. Das ist selten und günstig, denn beide Seiten sind hier tatsächlich getrennte Bestände. Sie kommen trotzdem zu unterschiedlichen Betonungen, und die Zusammenfassung, die den Vorteil deutlicher zeigt, stützt sich auf die älteren Studien. Die Übersicht von 2021 wurde von einem Arzneimittelunternehmen finanziert, das eigene Abführmittel vertreibt, und beide Autoren erklären Beraterhonorare desselben Unternehmens.

Was die Meta-Analyse ebenfalls zeigt und was in Werbetexten fehlt: Die zusammenfassenden Beschwerdescores, das Gefühl der unvollständigen Entleerung, Bauchschmerzen und Blähgefühl besserten sich nicht [6]. Die Blähneigung lag unter Ballaststoffen sogar höher als unter Kontrolle. Wer wegen Bauchschmerzen oder eines Blähgefühls zu Flohsamenschalen greift, findet dafür in dieser Auswertung keine Grundlage.

Blutfette

Jovanovski und Kollegen fassten 2018 achtundzwanzig randomisierte Studien mit 1924 Teilnehmenden zusammen, mit und ohne erhöhte Blutfettwerte, bei einer mittleren Tagesmenge von rund 10,2 Gramm [8]. LDL-Cholesterin, Nicht-HDL- Cholesterin und Apolipoprotein B lagen jeweils niedriger als unter Kontrolle. Die Sicherheit der Evidenz stufen die Autoren nach GRADE für die ersten beiden Größen als mittel und für Apolipoprotein B als hoch ein.

Schoeneck und Iggman ordneten 2021 die gesamte Literatur zu Lebensmitteln und LDL-Cholesterin, ausgewertet über 37 Leitlinien, 108 systematische Übersichten und 20 Einzelstudien [9]. Lebensmittel mit hohem Anteil löslicher Ballaststoffe, ausdrücklich genannt Hafer, Gerste und Flohsamenschalen, stehen dort in der höchsten Belegstufe, mit einer mindestens mittelgroßen Senkung. Diese Arbeit ist keine zweite unabhängige Bestätigung, sondern die Einordnung desselben Bestandes eine Ebene höher.

Einordnung: Von allen Zuschreibungen an Flohsamenschalen ist diese die am besten belegte. Gemessen wurde allerdings ausschließlich ein Blutwert. Eine Studie, die Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Sterbefälle unter Flohsamenschalen gezählt hätte, existiert nach der hier durchgeführten Suche nicht, siehe die eigene Zeile in der Tabelle.

Blutzucker, HbA1c und Insulinresistenz

Gholami und Kollegen werteten 2024 neunzehn randomisierte Studien mit 962 Teilnehmenden aus und fanden niedrigere Nüchternblutzuckerwerte, ein niedrigeres HbA1c und einen niedrigeren HOMA-IR-Index, jeweils mit mittlerer Sicherheit der Evidenz [10]. In den Untergruppen zeigte sich der Unterschied beim HbA1c nur bei Tagesmengen über zehn Gramm, und beim Nüchternblutzucker nicht bei Studien unter fünfzig Tagen Dauer.

Der eigentliche Befund dieses Feldes stammt aber aus einer älteren Arbeit. Gibb und Kollegen zeigten 2015 über fünfunddreißig randomisierte Studien aus drei Jahrzehnten, dass die Wirkung auf den Blutzucker proportional zum Verlust der Blutzuckerkontrolle ausfällt [12]. Bei Menschen mit normalen Werten änderte sich nichts, bei erhöhten Werten wenig, und am deutlichsten war der Unterschied bei behandeltem Typ-2-Diabetes. Xiao und Kollegen bestätigten dieses Bild 2020 in einer eigenen Auswertung von acht Studien bei Menschen mit Diabetes [11].

Einordnung: Die drei Arbeiten zeigen in dieselbe Richtung, aber sie schöpfen aus demselben Bestand randomisierter Studien mit unterschiedlichen Suchfenstern. Das ist eine mehrfach ausgewertete Datenlage und sind keine drei unabhängigen Bestätigungen. Die Arbeit von 2015 stammt zudem von Autoren, die laut Affiliationsangabe beim Hersteller eines Flohsamenpräparats angestellt sind, während ihr Interessenkonflikt-Feld bei PubMed leer ist. Und die wichtigste Einschränkung steht in ihrem eigenen Titel: Wer normale Werte hat, hat nach dieser Datenlage nichts zu erwarten.

Körpergewicht und Sättigung

Shahinfar und Kollegen verglichen 2023 achtzehn Nahrungsergänzungsstoffe über 111 randomisierte Studien mit 6171 Teilnehmenden und fanden für Flohsamenschalen die größte Gewichtsabnahme aller untersuchten Stoffe, mit mittlerer Sicherheit der Evidenz [14]. Sie ordnen den Effekt selbst als kleine Verbesserung ein. Gibb und Kollegen kamen 2023 über sechs Studien mit 354 Teilnehmenden auf einen kleineren Wert [15]. Diese zweite Arbeit stammt vollständig von Beschäftigten eines Herstellers, sie hält ihre eigenen Grenzen aber offen fest: überwiegend unklares Verzerrungsrisiko, vier der sechs Studien nur zwei bis drei Monate lang, und eine Vorzeichenangabe einer eingeschlossenen Studie musste nach Rücksprache mit deren Autoren korrigiert werden.

Gegen die Richtung spricht eine dritte Auswertung. Xiao und Kollegen fanden 2020 bei Menschen mit Diabetes keine belegte Veränderung von Körpergewicht und Body-Mass-Index, während Blutfette und Blutzucker in derselben Arbeit sanken [11]. Das ist eine andere Population und deshalb kein Widerspruch am selben Endpunkt, aber es zeigt, dass der Gewichtseffekt nicht überall auftritt.

Zur Sättigung liegen zwei kleine Kurzzeitstudien vor [16]. Sie zeigen über drei Tage weniger Hunger und mehr Sättigungsgefühl, sind aber von Beschäftigten des Herstellers durchgeführt, nennen im Abstract weder Teilnehmerzahlen noch ein Effektmaß, und ihr Volltext lag uns nicht vor. Die Autoren der Gewichtsauswertung halten den Sättigungseffekt selbst nur für einen Teilbeitrag zur beobachteten Gewichtsabnahme [15].

Blutdruck

Khan und Kollegen werteten 2018 zweiundzwanzig randomisierte Studien zu fünf Arten zähflüssiger löslicher Ballaststoffe aus [17]. Über alle Arten hinweg sank der systolische Blutdruck um gut anderthalb Millimeter Quecksilbersäule und der diastolische um weniger als einen halben. Von den fünf Arten war der systolische Wert allein in der Untergruppe Flohsamenschalen belegt. Das ist eine Untergruppe innerhalb einer Auswertung über mehrere Stoffe, die Zahl der Studien dieser Untergruppe nennt das Abstract nicht, und die untere Grenze des Intervalls liegt bei einem Wert, der praktisch nichts bedeutet.

Reizdarmsyndrom

Moayyedi und Kollegen fanden 2014 über vierzehn randomisierte Studien mit 906 Teilnehmenden einen Vorteil von Ballaststoffen, und zwar allein in den Studien mit löslichen Ballaststoffen, während Weizenkleie ohne Unterschied blieb [18]. Zeraattalab-Motlagh und Kollegen rechneten 2025 in einer Übersicht über 58 Meta-Analysen dieselbe Datenlage nach und stufen die Sicherheit der Evidenz für lösliche Ballaststoffe als niedrig bis sehr niedrig ein [19]. Ihr eigenes Fazit lautet, die vorliegenden Ernährungsmaßnahmen seien nicht gestützt, mit Ausnahme von Probiotika und einer FODMAP-armen Kost.

Bei Kindern liegt eine eigene randomisierte, doppelblinde Studie an einundachtzig Teilnehmenden vor, die einen deutlichen Unterschied zu Placebo zeigt [20]. Sie ist die einzige ihrer Art, eine Wiederholung fanden wir nicht.

Einordnung: Die Arbeiten sprechen von löslichen Ballaststoffen und nicht ausschließlich von Flohsamenschalen. Die arzneiliche Unions-Monographie führt die Anwendung bei verstopfungsbetontem Reizdarmsyndrom folgerichtig nur als begleitende Maßnahme und nicht als eigenständige [4].

Darmflora und Fermentation

Drei Studien haben die Stuhlflora unter Flohsamenschalen untersucht, mit acht und sechzehn, mit vierundfünfzig und mit 250 Teilnehmenden [21][22][23]. Alle drei finden Verschiebungen einzelner Bakteriengattungen, die größte Arbeit zusätzlich einen Zusammenhang zwischen einer dieser Gattungen und der Stuhlfrequenz. Gemessen wurden Bakterien und Stoffwechselprodukte, kein gesundheitlicher Endpunkt.

Wichtiger für das Verständnis ist eine physikalische Einordnung. Die Unions-Monographie nennt für Flohsamenschalen einen unvergärbaren Rest von 72 Prozent im Laborversuch [4], und eine Übersichtsarbeit zu den physikalischen Eigenschaften isolierter Ballaststoffe ordnet sie ausdrücklich den fermentationsresistenten, gelbildenden Fasern zu, im Gegensatz zu Inulin oder Fructooligosacchariden [26]. Genau diese Fermentationsresistenz ist die Voraussetzung dafür, dass die Faser überhaupt bis in den Dickdarm gelangt und dort Wasser hält. Die verbreitete Beschreibung als präbiotischer Ballaststoff trifft damit höchstens teilweise zu, und sie beschreibt nicht den Weg, über den die belegte Wirkung auf den Stuhl zustande kommt.

Zubereitung, ganze Samen, Samenschalen und Schalenpulver

Die drei im Handel üblichen Formen sind nicht austauschbar, und der Unterschied steht in den beiden Unions-Monographien.

Die Samenschalen sind die abgelöste äußere Samenhaut. Sie bestehen zu 85 Prozent aus wasserlöslichen Ballaststoffen und binden bis zum vierzigfachen ihres Eigengewichts an Wasser [4]. Die ganzen Samen enthalten neben der Schale den Samenkern und binden nur bis zum zehnfachen ihres Gewichts [5]. Entsprechend unterscheiden sich die Tagesmengen: 7 bis 11 Gramm Schalen gegenüber 8 bis 40 Gramm ganzer Samen für dieselbe Anwendung [4][5]. Wer eine Mengenangabe von einer Form auf die andere überträgt, liegt um ein Vielfaches daneben.

Schalenpulver ist gemahlene Schale und trägt dieselben Mengenangaben wie die ganze Schale, quillt aber schneller. Die Monographie enthält für Pulverzubereitungen einen eigenen Hinweis: beim Anrühren möglichst nichts vom Pulver einatmen, weil eine Sensibilisierung über die Atemwege möglich ist [4].

Die Studiendosen liegen fast durchgehend im Bereich der Schalen. Die Meta-Analyse zur Verstopfung nennt Tagesmengen von 10,2 bis 40 Gramm [6], die Übersicht über frei verkäufliche Mittel eine Spanne von 3,5 Gramm bis zweimal 11 Gramm täglich [7], die Auswertung zum LDL-Cholesterin eine mittlere Menge um 10,2 Gramm [8] und die Gewichtsauswertung eine mittlere Menge von 10,8 Gramm vor den Mahlzeiten [15]. Der übliche Studienbereich liegt damit bei etwa 3 bis 10,5 Gramm täglich, mit einzelnen Ausreißern nach oben. Für die Wirkung auf Stuhlfrequenz und HbA1c sind es in den Untergruppenauswertungen gerade die Mengen über zehn Gramm, die den Unterschied tragen [6][10].

Rechtlicher Stand in der EU

Zu Flohsamenschalen kursiert die Vorstellung, es gebe dafür zugelassene gesundheitsbezogene Angaben nach Verordnung (EU) Nr. 432/2012, so wie es sie für Glucomannan oder Beta-Glucane gibt. Das ist nicht der Fall, und der Punkt ist wichtig genug für einen eigenen Abschnitt.

Der Anhang der Verordnung in der konsolidierten Fassung vom 20. August 2025 enthält keine Zeile zu Plantago ovata, zu Flohsamen oder zu Psyllium [1]. Fünf im Jahr 2008 beantragte Angaben zu diesem Stoff stehen bis heute auf der Liste der zurückgestellten Anträge zu Pflanzen und Pflanzenzubereitungen, mit dem Vermerk, dass eine Entscheidung der Risikomanager aussteht [3]. Betroffen sind die Angaben zu Cholesterin, zu Darmpassage und Darmfunktion, zu weichem Stuhl und zum Kreislauf. Eine gemischte Angabe zu löslichen Ballaststoffen aus Hafer, Flohsamen, Pektin oder Guarkernmehl wurde geprüft und ist im EU-Register als nicht zugelassen geführt, mit der Begründung, das Lebensmittel sei für eine wissenschaftliche Bewertung nicht ausreichend beschrieben [2].

Davon zu trennen ist die Arzneimittelseite. Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agentur hat für die Samenschalen eine eigene Unions-Monographie beschlossen und führt dort drei Anwendungen als gut etablierte Anwendung, darunter die begleitende Anwendung bei erhöhten Blutfettwerten und die begleitende Anwendung bei verstopfungsbetontem Reizdarmsyndrom [4]. Das ist eine abgeschlossene behördliche Bewertung, aber sie ergeht nach Arzneimittelrecht und nicht nach Lebensmittelrecht. Eine Stufe behördlich gesichert im Sinne dieses Kompendiums, die an eine Bewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit anknüpft, gibt es für Flohsamenschalen deshalb nicht.

Sicherheit und Wechselwirkungen

Der wichtigste Hinweis betrifft die Flüssigkeit. Die Unions-Monographie verlangt mindestens 30 Milliliter Wasser oder eine ähnliche Flüssigkeit je Gramm Schalen, und sie verlangt, die Flüssigkeitszufuhr danach aufrechtzuerhalten [4]. Wer die Schalen ohne ausreichende Flüssigkeit schluckt, riskiert, dass die Masse in Speiseröhre oder Darm aufquillt und den Weg versperrt. Die Monographie nennt Blähungen, ein Spannungsgefühl im Bauch sowie das Risiko einer Verlegung von Darm oder Speiseröhre und eines Stuhlverhalts ausdrücklich als mögliche Ereignisse, besonders bei zu wenig Flüssigkeit [4].

Wie ernst das gemeint ist, zeigt eine Entscheidung der amerikanischen Arzneimittelbehörde aus dem Jahr 2007. Sie hat nach wiederholten Meldungen über Verschlüsse der Speiseröhre alle körnigen Zubereitungen mit Flohsamenbestandteilen für den freien Verkauf als nicht allgemein sicher und wirksam eingestuft, ausdrücklich mit der Begründung, dass diese Fälle trotz Warnhinweisen weiter auftraten [27]. Pulver, Tabletten und Waffeln sind von dieser Entscheidung nicht betroffen.

Nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen einnehmen, und einen Abstand von einer halben bis einer Stunde zur Einnahme anderer Arzneimittel einhalten [4]. Der Grund ist die Aufnahme im Darm: Ein Einzelfallbericht beschreibt eine Krise bei einer Nebennierenunterfunktion, die drei bis vier Tage nach dem Beginn einer Einnahme von Flohsamenschalen auftrat, und führt sie auf eine gestörte Aufnahme der eingenommenen Hormonpräparate zurück [29]. Ein Einzelfall belegt keinen Zusammenhang, er erklärt aber, warum der Abstand in der Monographie steht.

Flohsamenschalen können allergische Reaktionen auslösen. Die Monographie nennt Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff als Gegenanzeige und weist auf sehr seltene Reaktionen bis hin zu einer Anaphylaxie hin [4]. Ein Fallbericht beschreibt eine solche Reaktion bei einer Pflegekraft, ausgelöst allein durch das Einatmen beim Anrühren eines Abführmittels [28]. Deshalb der Hinweis der Monographie, beim Umgang mit Pulver das Einatmen zu vermeiden [4].

Als Gegenanzeigen nennt die Monographie außerdem eine plötzliche, länger als zwei Wochen anhaltende Änderung der Stuhlgewohnheiten, ungeklärte Blutungen aus dem Darmausgang, ein Ausbleiben des Stuhlgangs nach der Anwendung eines Abführmittels sowie Verengungen im Magen-Darm-Trakt und Erkrankungen der Speiseröhre [4]. Bei Kindern unter sechs Jahren ist die Anwendung der Schalen nicht empfohlen, für die dritte Anwendung nicht unter zwölf Jahren [4].

Zu Schwangerschaft und Stillzeit liegt uns keine eigene geprüfte Quelle vor, eine ärztliche Rücksprache vor der Einnahme ist in diesem Fall grundsätzlich sinnvoll.

Quellen zum Nachlesen

  1. 01

    Durchführungsverordnung der Kommission, Anhang mit der Liste der zugelassenen Angaben · 2012

    Verordnung (EU) Nr. 432/2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel, ausgenommen Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern, konsolidierte Fassung vom 20.08.2025

    Europäische Kommission Amtsblatt der Europäischen Union

  2. 02

    Amtliches Register der zugelassenen und der nicht zugelassenen Angaben · 2026

    EU-Register über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben, Gesamtausgabe als PDF

    Europäische Kommission, Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Food and Feed Information Portal

  3. 03

    Liste der zurückgestellten Anträge nach Artikel 13 Absatz 1 · 2021

    Liste der zurückgestellten Anträge zu gesundheitsbezogenen Angaben über Pflanzen und Pflanzenzubereitungen, Questions on hold, botanical claims

    Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA

  4. 04

    Unions-Monographie zu den Samenschalen, gut etablierte Anwendung · 2013

    Community herbal monograph on Plantago ovata Forssk., seminis tegumentum, EMA/HMPC/199774/2012

    Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC), Europäische Arzneimittel-Agentur European Medicines Agency

    Zur Zuschreibung: 01, 04, 10

  5. 05

    Unions-Monographie zu den ganzen Samen, gut etablierte Anwendung · 2013

    Community herbal monograph on Plantago ovata Forssk., semen, EMA/HMPC/304390/2012

    Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC), Europäische Arzneimittel-Agentur European Medicines Agency

  6. 06

    Systematische Übersicht und Meta-Analyse aus 16 RCTs, n gleich 1251, davon 4 Studien mit Flohsamenschalen · 2022

    The Effect of Fiber Supplementation on Chronic Constipation in Adults, An Updated Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials

    van der Schoot A, Drysdale C, Whelan K, Dimidi E. Am J Clin Nutr

    Zur Zuschreibung: 01, 02, 03

  7. 07

    Systematische Übersicht über 41 RCTs von 2004 bis 2020, Empfehlungsgrad B für Flohsamenschalen · 2021

    Efficacy and Safety of Over-the-Counter Therapies for Chronic Constipation, An Updated Systematic Review

    Rao SSC, Brenner DM. Am J Gastroenterol

    Zur Zuschreibung: 01, 02

  8. 08

    Systematische Übersicht und Meta-Analyse aus 28 RCTs, n gleich 1924, GRADE-bewertet · 2018

    Effect of psyllium (Plantago ovata) fiber on LDL cholesterol and alternative lipid targets, non-HDL cholesterol and apolipoprotein B, a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials

    Jovanovski E, Yashpal S, Komishon A, Zurbau A, Blanco Mejia S, Ho HVT, Li D, Sievenpiper J, Duvnjak L, Vuksan V. Am J Clin Nutr

    Zur Zuschreibung: 04

  9. 09

    Übersicht über 37 Leitlinien, 108 systematische Übersichten und 20 RCTs, GRADE-bewertet · 2021

    The effects of foods on LDL cholesterol levels, A systematic review of the accumulated evidence from systematic reviews and meta-analyses of randomized controlled trials

    Schoeneck M, Iggman D. Nutr Metab Cardiovasc Dis

    Zur Zuschreibung: 04

  10. 10

    Systematische Übersicht und Meta-Analyse aus 19 RCTs, n gleich 962, GRADE-bewertet · 2024

    The effect of psyllium on fasting blood sugar, HbA1c, HOMA IR, and insulin control, a GRADE-assessed systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials

    Gholami Z, Clark CCT, Paknahad Z. BMC Endocr Disord

    Zur Zuschreibung: 05, 06

  11. 11

    Systematische Übersicht und Dosis-Wirkungs-Meta-Analyse aus 8 Studien mit 9 Armen, n gleich 395, bei Diabetes · 2020

    The effect of psyllium consumption on weight, body mass index, lipid profile, and glucose metabolism in diabetic patients, A systematic review and dose-response meta-analysis of randomized controlled trials

    Xiao Z, Chen H, Zhang Y, Deng H, Wang K, Bhagavathula AS, Almuhairi SJ, Ryan PM, Rahmani J, Dang M, Kontogiannis V, Vick A. Phytother Res

    Zur Zuschreibung: 05, 07

  12. 12

    Meta-Analyse aus 35 randomisierten kontrollierten Studien in 8 Teilauswertungen, Autoren beim Hersteller angestellt · 2015

    Psyllium fiber improves glycemic control proportional to loss of glycemic control, a meta-analysis of data in euglycemic subjects, patients at risk of type 2 diabetes mellitus, and patients being treated for type 2 diabetes mellitus

    Gibb RD, McRorie JW, Russell DA, Hasselblad V, D'Alessio DA. Am J Clin Nutr

    Zur Zuschreibung: 05

  13. 13

    Systematische Übersicht und Netzwerk-Meta-Analyse aus 46 RCTs, n gleich 2685, 16 Ballaststoffarten · 2023

    Galactomannans are the most effective soluble dietary fibers in type 2 diabetes, a systematic review and network meta-analysis

    Juhász AE, et al. Am J Clin Nutr

    Zur Zuschreibung: 06

  14. 14

    Systematische Übersicht und Netzwerk-Meta-Analyse aus 111 RCTs, n gleich 6171, 18 Stoffe · 2023

    Comparative effects of nutraceuticals on body weight in adults with overweight or obesity, A systematic review and network meta-analysis of 111 randomized clinical trials

    Shahinfar H, Jayedi A, Torabynasab K, Payandeh N, Martami F, Moosavi H, Bazshahi E, Shab-Bidar S. Pharmacol Res

    Zur Zuschreibung: 07

  15. 15

    Systematische Übersicht und Meta-Analyse aus 6 RCTs, n gleich 354, Autoren beim Hersteller angestellt · 2023

    Psyllium is a natural nonfermented gel-forming fiber that is effective for weight loss, A comprehensive review and meta-analysis

    Gibb RD, Sloan KJ, McRorie JW. J Am Assoc Nurse Pract

    Zur Zuschreibung: 07

  16. 16

    Zwei randomisierte, doppelblinde, plazebokontrollierte Cross-over-Studien über je 3 Tage, Autoren beim Hersteller angestellt · 2016

    Satiety effects of psyllium in healthy volunteers

    Brum JM, Gibb RD, Peters JC, Mattes RD. Appetite

    Zur Zuschreibung: 08

  17. 17

    Systematische Übersicht und Meta-Analyse aus 22 beziehungsweise 21 RCTs, n gleich 1430 und 1343, fünf Ballaststoffarten · 2018

    The effect of viscous soluble fiber on blood pressure, A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials

    Khan K, Jovanovski E, Ho HVT, Marques ACR, Zurbau A, Mejia SB, Sievenpiper JL, Vuksan V. Nutr Metab Cardiovasc Dis

    Zur Zuschreibung: 09

  18. 18

    Systematische Übersicht und Meta-Analyse aus 14 RCTs, n gleich 906 · 2014

    The effect of fiber supplementation on irritable bowel syndrome, a systematic review and meta-analysis

    Moayyedi P, Quigley EM, Lacy BE, Lembo AJ, Saito YA, Schiller LR, Soffer EE, Spiegel BM, Ford AC. Am J Gastroenterol

    Zur Zuschreibung: 10

  19. 19

    Übersicht über 58 Meta-Analysen mit 175 Studien, GRADE-bewertet · 2025

    Nutritional Interventions in Adult Patients With Irritable Bowel Syndrome, An Umbrella Review of Systematic Reviews and Meta-analyses of Randomized Clinical Trials

    Zeraattalab-Motlagh S, Ranjbar M, Mohammadi H, Adibi P. Nutr Rev

    Zur Zuschreibung: 10

  20. 20

    Randomisierte, doppelblinde, plazebokontrollierte Studie bei Kindern, n gleich 81, 4 Wochen · 2023

    Efficacy of Oral Psyllium in Pediatric Irritable Bowel Syndrome, A Double-Blind Randomized Control Trial

    Menon J, et al. J Pediatr Gastroenterol Nutr

    Zur Zuschreibung: 10

  21. 21

    Zwei randomisierte, doppelblinde, plazebokontrollierte Studien über 7 Tage, n gleich 8 und 16 · 2019

    The Effect of Psyllium Husk on Intestinal Microbiota in Constipated Patients and Healthy Controls

    Jalanka J, et al. Int J Mol Sci

    Zur Zuschreibung: 11

  22. 22

    Randomisierte, plazebokontrollierte Studie, n gleich 54 (25 gegenüber 29) · 2021

    The effects of psyllium husk on gut microbiota composition and function in chronically constipated women of reproductive age using 16S rRNA gene sequencing analysis

    Yang C, et al. Aging (Albany NY)

    Zur Zuschreibung: 11

  23. 23

    Randomisierte, doppelblinde, plazebokontrollierte Studie, n gleich 250, 4 Wochen, fünf Arme · 2023

    Effects of dietary fibers or probiotics on functional constipation symptoms and roles of gut microbiota, a double-blinded randomized placebo trial

    Lai H, et al. Gut Microbes

    Zur Zuschreibung: 11

  24. 24

    Prospektive, randomisierte, doppelblinde, kontrollierte Studie, n gleich 83, 10 Tage · 2019

    Effect of Psyllium Fiber Supplementation on Diarrhea Incidence in Enteral Tube-Fed Patients, A Prospective, Randomized, and Controlled Trial

    Lertpipopmetha K, Kongkamol C, Sripongpun P. JPEN J Parenter Enteral Nutr

    Zur Zuschreibung: 12

  25. 25

    Randomisierte, doppelblinde, plazebokontrollierte Studie, n gleich 27, 8 Wochen, vorzeitig beendet · 2025

    Donor composition and fiber promote strain engraftment in a randomized controlled trial of fecal microbiota transplant for ulcerative colitis

    Gogokhia L, et al. Med

    Zur Zuschreibung: 13

  26. 26

    Übersichtsarbeit zu den physikalischen Eigenschaften isolierter Ballaststoffe · 2017

    Understanding the Physics of Functional Fibers in the Gastrointestinal Tract, An Evidence-Based Approach to Resolving Enduring Misconceptions about Insoluble and Soluble Fiber

    McRorie JW, McKeown NM. J Acad Nutr Diet

    Zur Zuschreibung: 11

  27. 27

    Behördliche Entscheidung nach Auswertung von Meldungen über Speiseröhrenverschlüsse, Fundstelle 72 FR 14669 vom 29.03.2007 · 2007

    Laxative drug products for over-the-counter human use, psyllium ingredients in granular dosage forms. Final rule

    Food and Drug Administration, HHS Fed Regist

  28. 28

    Einzelfallbericht mit Hauttest und spezifischem IgE · 2018

    Plantago psyllium-secondary anaphylaxis. Case report

    Collado-Chagoya R, et al. Rev Alerg Mex

  29. 29

    Einzelfallbericht zu einer vermuteten Aufnahmestörung eines Medikaments · 2011

    A bulking agent may lead to adrenal insufficiency crisis, a case report

    Ahi S, et al. Acta Med Iran

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