Holunder Extrakt
Zuletzt geprüft am
Pflanzenextrakte
Sambucus nigra · Schwarzer Holunder · Holunderbeere · Fliederbeere
Auf einen Blick
- Was es ist
- Extrakt aus den Beeren des Schwarzen Holunders
- Herkunft
- Europa, die dunkelvioletten Beeren sind reich an Anthocyanen, den namensgebenden Farbstoffen
- Wirkform in Studien
- Ganz überwiegend Sirup oder Saft aus den Beeren, in einzelnen Studien standardisierte, membranfiltrierte Extraktkapseln
- Übliche Studiendosis
- Sehr unterschiedlich je Studie. Sirup meist 15 Milliliter zwei- bis viermal pro Tag über wenige Tage, Extraktkapseln mit mehreren hundert Milligramm pro Tag über bis zu mehrere Wochen
- Verträglichkeit
- In den Studien überwiegend gut vertragen. Rohe und unreife Beeren sowie Blätter, Rinde und Samen enthalten das cyanogene Sambunigrin und sind roh nicht zum Verzehr geeignet. Verarbeitete Extrakte sind davon nicht betroffen
Was diesem Stoff zugesprochen wird
Was die Studien hergeben.
Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.
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01
Häufigkeit von Erkältungsepisoden bei Flugreisenden
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Quelle 2 berichtet zu dieser Frage 12 von 158 Teilnehmenden mit einer Erkältungsepisode unter Holunder gegenüber 17 von 154 unter Placebo. Quelle 5 berechnet daraus ein relatives Risiko von 0,69 mit einem 95-Prozent-Intervall von 0,34 bis 1,39, vertauscht in ihrem Fließtext aber die Gruppennenner und nennt fälschlich 12 von 154 unter Holunder gegenüber 17 von 158 unter Placebo. Maßgeblich sind die Gruppenzuordnung und Tabelle 1 der Primärstudie [2]. Quelle 5 wertet denselben Studienkörper erneut aus und stuft die Sicherheit wegen Verzerrungsrisiko und Unschärfe als GRADE niedrig ein, sie ist keine unabhängige Bestätigung. Das Intervall lässt einen Vorteil ebenso zu wie einen Nachteil. Die Studie wurde von Iprona AG finanziert, der Sponsor stellte Präparat und Placebo und war teilweise am Design beteiligt; Randomisierung, Datenerhebung, Auswertung, Interpretation und Publikationsentscheidung lagen laut Volltext bei den Forschenden
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02
Dauer und Schwere von Erkältungsepisoden bei Flugreisenden
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Unter den nur 29 Reisenden, die eine Erkältung entwickelten, lag die Dauer im Mittel 2,13 Tage niedriger, 95-Prozent-Intervall 0,10 bis 4,16 Tage niedriger. Der Symptomwert lag im Mittel 13,69 Punkte niedriger, 95-Prozent-Intervall 2,84 bis 24,54 Punkte niedriger. Quelle 5 stuft beide Schätzungen wegen Verzerrungsrisiko, kleiner Fallzahl und Unschärfe als GRADE sehr niedrig ein. Es handelt sich bei Quellen 2 und 5 um denselben Studienkörper. Die Finanzierung und Beteiligung von Iprona AG ist bei Quelle 2 offengelegt
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03
Zeit bis zur Besserung oder Genesung von Influenza-Symptomen
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Zwei ältere kleine Studien mit zusammen 87 Personen zeigten in Quelle 5 eine im Mittel 2,68 Tage frühere globale Besserung oder Genesung, 95-Prozent-Intervall 0,13 bis 5,23 Tage früher. Die Heterogenität war mit I Quadrat gleich 94 Prozent sehr hoch und die Sicherheit GRADE sehr niedrig. Eine neuere RCT mit 87 labordiagnostizierten Fällen fand weder bei der Zeit bis zu höchstens milden Beschwerden noch bis zur vollständigen Beschwerdefreiheit einen Unterschied, berichtete aber keine Konfidenzintervalle. Im Holunderarm nahmen 60,5 Prozent zusätzlich Oseltamivir, im Placeboarm 38,6 Prozent. Auch die saisonale Influenza-Impfung war im Holunderarm mit 46,5 gegenüber 20,5 Prozent häufiger. Die Autoren benennen beide Unterschiede als Faktoren, die das Ergebnis zugunsten von Holunder hätten verschieben können. Quelle 3 wurde laut Quelle 5 von Razei Bar gesponsert. Bei Quelle 4 kamen Präparat und Placebo von PharmaCare, das Manuskript durfte vor Einreichung geprüft werden; die finanzielle Förderung kam von einer Stiftung und der Cleveland Clinic. Der Hauptautor hatte eine Patentidee für Holunder mit Oseltamivir geprüft, verfolgte sie aber nicht weiter. Wegen der sehr niedrigen Sicherheit, der hohen Heterogenität, der begünstigenden Co-Interventionsunterschiede und des fehlenden Intervalls der neueren Nullstudie bleibt die Stufe bei Hinweise
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04
Blutzuckerreaktion nach einer Mahlzeit
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
In der ersten Cross-over-Pilotstudie mit 9 für die Glukoseauswertung berücksichtigten Personen unterschied sich die Glukosefläche nicht, 3233 gegenüber 3972 Milligramm mal Minute pro Deziliter, p gleich 0,317. In der Folgestudie mit 18 Personen war sie nach Holundersaft niedriger, 2929 gegenüber 3746, p gleich 0,041. Die Testmahlzeiten dieser Folgestudie waren jedoch nicht gleich zusammengesetzt. Im Holunderarm enthielten sie 87 Gramm Zucker, 130 Gramm Kohlenhydrate und 594 Kilokalorien, im Placeboarm 102,5 Gramm Zucker, 145,5 Gramm Kohlenhydrate und 655,8 Kilokalorien. Die Autoren benennen diese Unterschiede als Limitation und verlangen eine bessere Angleichung von Makronährstoffen und Energie. Konfidenzintervalle für die gepaarten Unterschiede fehlen. Beide Studien stammen aus derselben Arbeitsgruppe, wurden öffentlich gefördert und erklären keine Interessenkonflikte. Das sind uneinheitliche Hinweise aus kleinen, nicht unabhängigen Studienkörpern
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05
Fettoxidation nach einer Mahlzeit
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Nach einer Woche Holundersaft war die Fettoxidation in der ersten Cross-over-Pilotstudie niedriger, 1,17 gegenüber 1,47 Gramm je Messintervall, p gleich 0,0189. Die Kalorimetrie umfasste 8 Personen nach Holundersaft und 7 nach Placebo, nur 4 Personen hatten für alle sechs Messintervalle an beiden Testtagen vollständige Daten. Die Zahl 9 gilt dort für die Glukoseauswertung, nicht für die Kalorimetrie. In der Folgestudie derselben Arbeitsgruppe mit 17 Personen in der Kalorimetrie war die Fettoxidation höher, 10,2 gegenüber 8,03 Gramm über drei Stunden, p gleich 0,038. Deren Testmahlzeit enthielt im Holunderarm 87 Gramm Zucker, 130 Gramm Kohlenhydrate und 594 Kilokalorien, im Placeboarm 102,5 Gramm Zucker, 145,5 Gramm Kohlenhydrate und 655,8 Kilokalorien. Die Autoren benennen diese Unterschiede als Limitation und verlangen eine bessere Angleichung von Makronährstoffen und Energie. Konfidenzintervalle der gepaarten Unterschiede fehlen. Die gegenläufigen kleinen und methodisch begrenzten Befunde tragen keine gerichtete Aussage
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06
Kohlenhydratoxidation nach einer Mahlzeit
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
In der ersten Cross-over-Pilotstudie war die Kohlenhydratoxidation nach Holundersaft höher, 3,38 gegenüber 2,88 Gramm je Messintervall, p gleich 0,0113. Die Kalorimetrie umfasste 8 Personen nach Holundersaft und 7 nach Placebo, nur 4 Personen hatten für alle sechs Messintervalle an beiden Testtagen vollständige Daten. Die Zahl 9 gilt dort für die Glukoseauswertung, nicht für die Kalorimetrie. In der Folgestudie derselben Arbeitsgruppe mit 17 Personen in der Kalorimetrie war die Kohlenhydratoxidation niedriger, 25,6 gegenüber 30,0 Gramm über drei Stunden, p gleich 0,021. Deren Testmahlzeit enthielt im Holunderarm 87 Gramm Zucker, 130 Gramm Kohlenhydrate und 594 Kilokalorien, im Placeboarm 102,5 Gramm Zucker, 145,5 Gramm Kohlenhydrate und 655,8 Kilokalorien. Die Autoren benennen diese Unterschiede als Limitation und verlangen eine bessere Angleichung von Makronährstoffen und Energie. Konfidenzintervalle der gepaarten Unterschiede fehlen. Die gegenläufigen kleinen und methodisch begrenzten Befunde tragen keine gerichtete Aussage
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07
Cholesterinspiegel nach kurzfristiger Einnahme
Nicht bestätigtEinordnung und Einschränkungen
Eine RCT mit 34 Personen fand nach zwei Wochen mit 1200 Milligramm Holunderextrakt pro Tag keinen statistisch signifikanten Unterschied zu Placebo, 199 auf 190 gegenüber 192 auf 196 Milligramm pro Deziliter. Ein Konfidenzintervall für den Gruppenunterschied fehlt. Die Autoren bezeichneten die Dosis als niedrig und hielten einen Effekt höherer Dosen für möglich. Die Wirkung wurde gegen Placebo geprüft und nicht bestätigt. Die niedrige Dosis und die kleine Stichprobe bleiben als Einschränkung bestehen
Quellen: 9
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08
Oxidationswiderstand von LDL
Nicht bestätigtEinordnung und Einschränkungen
Der Widerstand von LDL gegen kupferinduzierte Oxidation blieb in einer Untergruppe von 14 Personen über drei Wochen unverändert. Ein Konfidenzintervall für den Gruppenunterschied fehlt. Die Wirkung wurde gegen Placebo geprüft und nicht bestätigt. Die kleine Untergruppengröße bleibt als Einschränkung bestehen
Quellen: 9
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09
Antioxidative Wirkung im Körper durch den Anthocyan-Gehalt
Studienlage offenEinordnung und Einschränkungen
Wird mit dem hohen Anthocyan-Gehalt der Beeren begründet und verbreitet angenommen. Eine eigene Recherche zu Biomarkern der antioxidativen Kapazität im Blut jenseits der LDL-Oxidation steht noch aus
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10
Schweißtreibende Wirkung, traditionelle Anwendung
Studienlage offenEinordnung und Einschränkungen
Traditionelle Zuschreibung aus der Volksmedizin. Eine Humanstudie dazu haben wir nicht geprüft
Holunder wird im Alltag vor allem mit der kalten Jahreszeit in Verbindung gebracht. Die vorhandenen Studien beantworten jedoch verschiedene Fragen. Vorbeugung bei Flugreisenden, Dauer einer Erkältung und Einnahme bei Influenza werden deshalb getrennt bewertet. Dasselbe gilt für die einzelnen Stoffwechselendpunkte.
Studien im Detail
Häufigkeit von Erkältungsepisoden bei Flugreisenden
Tiralongo und Kollegen prüften 2016 an 312 Flugreisenden einen standardisierten, membranfiltrierten Holunderextrakt. 12 von 158 Teilnehmenden unter Holunder und 17 von 154 unter Placebo entwickelten eine Erkältung. Die erneute Auswertung in Quelle 5 berechnet daraus ein relatives Risiko von 0,69, das 95-Prozent-Intervall reichte von 0,34 bis 1,39. Quelle 5 bewertet diesen Studienkörper wegen Verzerrungsrisiko und Unschärfe mit GRADE niedrig. Das Intervall lässt einen Vorteil ebenso zu wie einen Nachteil. Quelle 5 vertauscht in ihrem Fließtext die beiden Gruppennenner. Für die Gruppengrößen sind die Zuordnung und Tabelle 1 der Primärstudie [2] maßgeblich.
Laut Funding-Statement im Volltext von Quelle 2 wurde die Studie von Iprona AG finanziert. Der Sponsor stellte Präparat und Placebo und war teilweise am Studiendesign beteiligt. Randomisierung, Datenerhebung, Auswertung, Interpretation und Publikationsentscheidung lagen laut Volltext bei den Forschenden.
Dauer und Schwere von Erkältungsepisoden bei Flugreisenden
In der Auswertung von Tiralongo und Kollegen [2] sowie Wieland und Kollegen [5] entwickelten nur 29 Personen eine Erkältung. In dieser kleinen Gruppe war die Episode unter Holunder im Mittel 2,13 Tage kürzer. Das 95-Prozent-Intervall reichte von 0,10 bis 4,16 Tage kürzer. Der Symptomwert lag im Mittel 13,69 Punkte niedriger, mit einem 95-Prozent-Intervall von 2,84 bis 24,54 Punkten niedriger. Quelle 5 stuft beide Schätzungen wegen Verzerrungsrisiko, kleiner Fallzahl und Unschärfe mit GRADE sehr niedrig ein. Quellen 2 und 5 sind keine zwei unabhängigen Bestätigungen, sondern Primärstudie und erneute Auswertung.
Zeit bis zur Besserung oder Genesung von Influenza-Symptomen
Zakay-Rones und Kollegen untersuchten 2004 60 Personen mit Influenza-Symptomen. Eine ältere Studie derselben Forschungsrichtung kommt in Quelle 5 hinzu. Gemeinsam zeigten die beiden Studien mit 87 Personen eine im Mittel 2,68 Tage frühere globale Besserung oder Genesung. Das 95-Prozent-Intervall reichte von 0,13 bis 5,23 Tage früher. Die Heterogenität war mit I Quadrat gleich 94 Prozent sehr hoch. Quelle 5 bewertet die Sicherheit wegen Verzerrungsrisiko, kleiner Fallzahl und Inkonsistenz mit GRADE sehr niedrig. Die Meta-Analyse in Quelle [1] überschneidet sich wesentlich mit dieser Datenbasis und liefert deshalb keine unabhängige Bestätigung. Quelle 5 nennt Razei Bar in Jerusalem als Sponsor der Studie von 2004.
Macknin und Kollegen untersuchten 2020 87 Personen mit labordiagnostizierter Influenza. Die Zeit bis zu höchstens milden Beschwerden betrug 5,3 Tage unter Holunder und 4,9 Tage unter Placebo, p gleich 0,57. Bis zur vollständigen Beschwerdefreiheit waren es 8,6 und 8,7 Tage, p gleich 0,87. Im Holunderarm nahmen 60,5 Prozent zusätzlich Oseltamivir, im Placeboarm 38,6 Prozent. Auch die saisonale Influenza-Impfung war im Holunderarm mit 46,5 gegenüber 20,5 Prozent häufiger. Die Autoren benennen beide Unterschiede als Faktoren, die das Ergebnis zugunsten von Holunder hätten verschieben können. Konfidenzintervalle für die Gruppenunterschiede fehlen. Die Auswertung ohne begleitendes Oseltamivir war nachträglich und kann laut Studienautoren keine sichere Schlussfolgerung tragen.
Die finanzielle Förderung dieser Studie kam von der Wendel Family Foundation und der Cleveland Clinic. PharmaCare stellte Präparat und Placebo ohne finanzielle Förderung bereit und durfte das Manuskript vor Einreichung prüfen. Der Hauptautor hatte eine Patentidee zur Kombination von Oseltamivir und Holunder prüfen lassen, verfolgte sie nach einer negativen Einschätzung der Klinik aber nicht weiter.
Einordnung: Die älteren positiven Schätzungen sind sehr unsicher. Die neuere Nullstudie berichtete kein Konfidenzintervall, mit dem ein relevanter Effekt ausgeschlossen werden könnte. Deshalb wird keine harte Stufe für einen gesicherten Widerspruch vergeben.
Allgemeine Immunfunktion
Quelle [6] fasst 39 randomisierte Studien zu acht Inhaltsstoffen zusammen, enthält zu Holunder aber nur eine Studie. Das ist erneut Quelle 2. Diese erfasste Häufigkeit, Dauer und Schwere von Erkältungsepisoden, nicht eine allgemeine Funktion des Immunsystems. Für diese weitergehende Aussage liegt in den vorhandenen Quellen deshalb kein eigener Humanendpunkt vor.
Blutzuckerreaktion nach einer Mahlzeit
Rust und Kollegen fanden 2023 bei 9 für die Glukoseauswertung berücksichtigten Personen keinen Unterschied der Glukosefläche, 3233 unter Holundersaft gegenüber 3972 Milligramm mal Minute pro Deziliter unter Placebo, p gleich 0,317. Teets und Kollegen berichteten 2024 bei 18 Personen einen niedrigeren Wert, 2929 gegenüber 3746, p gleich 0,041. Konfidenzintervalle für die gepaarten Unterschiede fehlen. Die Testmahlzeit enthielt im Holunderarm 87 Gramm Zucker, 130 Gramm Kohlenhydrate und 594 Kilokalorien, im Placeboarm 102,5 Gramm Zucker, 145,5 Gramm Kohlenhydrate und 655,8 Kilokalorien. Die Autoren benennen die ungleiche Zusammensetzung als Limitation und verlangen eine bessere Angleichung von Makronährstoffen und Energie.
Fettoxidation nach einer Mahlzeit
Bei Rust und Kollegen [7] war die Fettoxidation nach Holundersaft niedriger, 1,17 gegenüber 1,47 Gramm je Messintervall, p gleich 0,0189. Die Kalorimetrie umfasste 8 Personen nach Holundersaft und 7 nach Placebo. Nur 4 Personen hatten an beiden Testtagen vollständige Daten für alle sechs Messintervalle. Die Zahl 9 gilt für die Glukoseauswertung. Bei Teets und Kollegen [8] war sie bei 17 Personen mit verwertbarer Kalorimetrie höher, 10,2 gegenüber 8,03 Gramm über drei Stunden, p gleich 0,038. Die Testmahlzeit enthielt im Holunderarm 87 Gramm Zucker, 130 Gramm Kohlenhydrate und 594 Kilokalorien, im Placeboarm 102,5 Gramm Zucker, 145,5 Gramm Kohlenhydrate und 655,8 Kilokalorien. Die Autoren benennen diese Unterschiede als Limitation. Konfidenzintervalle für die gepaarten Unterschiede fehlen.
Kohlenhydratoxidation nach einer Mahlzeit
In der ersten Pilotstudie [7] war die Kohlenhydratoxidation höher, 3,38 gegenüber 2,88 Gramm je Messintervall, p gleich 0,0113. In der Kalorimetrie standen 8 Personen nach Holundersaft und 7 nach Placebo zur Verfügung. Nur 4 Personen hatten an beiden Testtagen vollständige Daten für alle sechs Messintervalle, die Zahl 9 gilt für die Glukoseauswertung. In der Folgestudie [8] war sie niedriger, 25,6 gegenüber 30,0 Gramm über drei Stunden, p gleich 0,021. Die Testmahlzeit enthielt im Holunderarm 87 Gramm Zucker, 130 Gramm Kohlenhydrate und 594 Kilokalorien, im Placeboarm 102,5 Gramm Zucker, 145,5 Gramm Kohlenhydrate und 655,8 Kilokalorien. Die Autoren benennen diese Unterschiede als Limitation. Auch hier fehlen Konfidenzintervalle für die gepaarten Unterschiede.
Einordnung der Stoffwechselendpunkte: Beide Studien stammen aus derselben Arbeitsgruppe, sind klein und nutzen dieselbe einwöchige Interventionsform. Quelle 7 wurde durch die Northeast Sustainable Agriculture Research and Education gefördert, Quelle 8 durch das National Institute of Food and Agriculture des US-Landwirtschaftsministeriums. Beide Publikationen erklären keine Interessenkonflikte. Die gegenläufigen Befunde tragen keine gerichtete Aussage.
Cholesterinspiegel nach kurzfristiger Einnahme
Murkovic und Kollegen gaben 34 Personen über zwei Wochen 1200 Milligramm Holunderextrakt pro Tag oder Placebo. Die Cholesterinwerte veränderten sich von 199 auf 190 gegenüber 192 auf 196 Milligramm pro Deziliter. Der Gruppenunterschied war nicht statistisch signifikant, ein Konfidenzintervall fehlt. Die Autoren bezeichneten die Dosis als niedrig und hielten einen Effekt höherer Dosen für möglich. Dieser kleine Nullbefund schließt eine Wirkung nicht belastbar aus.
Oxidationswiderstand von LDL
Murkovic und Kollegen [9] prüften den Widerstand von LDL gegen kupferinduzierte Oxidation nur in einer Untergruppe von 14 Personen über drei Wochen. Er blieb unverändert. Auch hier fehlt ein Konfidenzintervall für den Gruppenunterschied. Der kleine Untergruppenbefund schließt eine Wirkung nicht belastbar aus.
Tier- und Laborstudien
Zu den Anthocyanen und weiteren Polyphenolen aus Holunderbeeren liegen umfangreiche Zell- und Reagenzglasdaten vor, etwa zur Bindung von Viruspartikeln an Zelloberflächen oder zu antioxidativen Effekten im Extrakt selbst. Diese Daten sind hier nicht aufgeführt und wurden nicht geprüft. Unabhängig davon gilt: Aus Zell- und Tierdaten folgt keine Aussage über die Wirkung beim Menschen.
Sicherheit und Wechselwirkungen
In den ausgewerteten Humanstudien war Holunder überwiegend gut verträglich, schwere Nebenwirkungen wurden nicht berichtet.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Rohware und Extrakt: Rohe und unreife Beeren sowie Blätter, Rinde und Samen des Holunderstrauchs enthalten das cyanogene Glykosid Sambunigrin und sind roh nicht zum Verzehr geeignet. Verarbeitete, erhitzte Extrakte und Säfte, wie sie in den hier ausgewerteten Studien eingesetzt werden, sind davon nicht betroffen.
Zu Wechselwirkungen mit Medikamenten liegt uns keine eigene geprüfte Quelle vor.
Quellen zum Nachlesen
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- 03
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04
RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, FDA-IND, n gleich 87 · 2020
Elderberry Extract Outpatient Influenza Treatment for Emergency Room Patients Ages 5 and Above, a Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial
Macknin M, Wolski K, Negrey J, Mace S. J Gen Intern Med
Zur Zuschreibung: 03
- 05
- 06
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07
Randomisierte, plazebokontrollierte Cross-over-Pilotstudie, Glukoseauswertung n gleich 9, Kalorimetrie Holundersaft n gleich 8 und Placebo n gleich 7 mit nur 4 vollständigen Paaren · 2023
One-Week Elderberry Juice Treatment Increases Carbohydrate Oxidation after a Meal Tolerance Test and Is Well Tolerated in Adults, A Randomized Controlled Pilot Study
Rust BM, Riordan JO, Carbonero FG, Solverson PM. Nutrients
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08
Randomisierte, plazebokontrollierte Cross-over-Studie, n gleich 18 ausgewertet · 2024
A One-Week Elderberry Juice Intervention Augments the Fecal Microbiota and Suggests Improvement in Glucose Tolerance and Fat Oxidation in a Randomized Controlled Trial
Teets C, Ghanem N, Ma G, et al. Nutrients
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09
RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, n gleich 34 · 2004
Effects of elderberry juice on fasting and postprandial serum lipids and low-density lipoprotein oxidation in healthy volunteers, a randomized, double-blind, placebo-controlled study
Murkovic M, Abuja PM, Bergmann AR, et al. Eur J Clin Nutr
Bei H.P.N
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