Kokosnusswasser-Extrakt
Zuletzt geprüft am
Pflanzenextrakte
Cocos nucifera · Kokoswasser-Extrakt · Coconut Water Extract · Kokoswasserpulver · Cocos-nucifera-Fruchtwasser
Auf einen Blick
- Was es ist
- Ein aus dem klaren Wasser junger, grüner Kokosnüsse hergestelltes Extrakt oder Pulver, das auf den natürlichen Elektrolyt- und Zuckergehalt des Kokoswassers konzentriert oder standardisiert sein soll
- Botanische Herkunft
- Cocos nucifera, die Kokospalme, weltweit in den Tropen kultiviert. Das Kokosnusswasser ist die klare Flüssigkeit im Inneren der noch unreifen, grünen Frucht, nicht die später aus dem reifen Fruchtfleisch gepresste, fetthaltige Kokosmilch
- Wirkform in Studien
- Praktisch die gesamte hier ausgewertete Literatur prüft frisches oder abgefülltes Kokoswasser als Getränk in Millilitern beziehungsweise Litern pro Tag, nicht ein Pulver oder einen Trockenextrakt in Milligramm, wie er als Nahrungsergänzung angeboten wird. Eine eigene Studie zu einem solchen getrockneten Extrakt haben wir trotz gezielter Suche nicht gefunden, die jeweils geprüften Getränkemengen stehen bei jeder Wirkung einzeln
- Uebliche Studiendosis
- 150 Milliliter bis rund 2 Liter Kokoswasser als Getränk täglich, von einer einmaligen Gabe bis zu acht Wochen täglicher Einnahme, je nach Fragestellung stark unterschiedlich
- Bekannt geworden durch
- Die traditionelle Verwendung als kühles Getränk in tropischen Anbauländern und, in Einzelfällen und außerhalb kontrollierter Studien, als improvisierte Infusionsflüssigkeit in Regionen ohne sterile Kochsalzlösung
- Verträglichkeit
- In den vorliegenden kleinen Studien meist gut vertragen, mit vereinzelten Berichten über Völle, Blähungen oder Magenverstimmung bei größeren Trinkmengen, siehe Sicherheit für einen wichtigen Einzelfall
Was diesem Stoff zugesprochen wird
Was die Studien hergeben.
Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.
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01
Flüssigkeitsstatus (Urinausscheidung, Flüssigkeitsbilanz, Plasmavolumen, Herzfrequenz) nach sportbedingter Dehydration im Vergleich zu Wasser, in vier randomisierten Studien überwiegend ohne Unterschied
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Eine systematische Übersichtsarbeit fand in vier kleinen Studien bei den meisten Messwerten keinen Unterschied zu Wasser, bei zwei von acht Werten in einer Studie einen winzigen statistischen Unterschied.
Ausführlicher Nachweis
Eine 2025 im Auftrag der Reanimationsorganisation ILCOR veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit wertete kontrollierte Studien aus, die eine alternative Trinkflüssigkeit nach sportbedingter Dehydration gegen reines Wasser prüfen, darunter vier randomisierte Cross-over-Studien zu frischem oder abgefülltem Kokoswasser als Getränk [4]. Nach GRADE-Methodik lag die Vertrauenswürdigkeit für jeden Messwert bei sehr niedrig bis niedrig, unter anderem wegen kleiner Stichproben, fehlender oder unvollständiger Verblindung und, bei den Cross-over-Anordnungen, keinem berechenbaren Konfidenzintervall für den paarweisen Vergleich [4]. Beim kumulativen Urinvolumen eine Stunde nach dem Trinken lag der Wert bei 10 gegen 10 Teilnehmenden 76,9 Milliliter niedriger, bei 8 gegen 8 Teilnehmenden 55 Milliliter höher unter Kokoswasser als unter Wasser, beides ohne Signifikanz (p größer 0,05) [7][2]. Nach drei Stunden lag das Urinvolumen bei 12 gegen 12 Teilnehmenden unter Kokoswasser 207 Milliliter niedriger als unter Wasser (p gleich 0,15) [6]. Bei der Netto-Flüssigkeitsbilanz eine Stunde nach dem Trinken zeigte sich kein Unterschied (8 gegen 8, Differenz 0 Gramm, p größer 0,05) beziehungsweise ein um 19 Gramm höherer, ebenfalls nicht signifikanter Wert (10 gegen 10) [2][7]. Die Plasmavolumenänderung war unter Kokoswasser 1,4 Prozentpunkte höher, ohne Signifikanz (10 gegen 10, p größer 0,05) [7]. Die Herzfrequenz zwei Stunden nach dem Trinken war unter Kokoswasser 6 Schläge pro Minute höher als unter Wasser, ohne Signifikanz (12 gegen 12, p größer 0,05), in einer vierten, vom Kokoswasser-Hersteller VitaCoco finanzierten Studie [5]. Bei der Serumosmolalität zeigte sich einmal kein Unterschied (8 gegen 8, plus 2 mOsm/kg, p größer 0,05), einmal ein statistisch auffälliger, der Größe nach geringer Anstieg (10 gegen 10, plus 3 mOsm/kg, p kleiner 0,05) [2][7], ebenso beim Serumnatrium (8 gegen 8 plus 2 mmol/L ohne Signifikanz, 10 gegen 10 plus 2 mmol/L mit p kleiner 0,05) [2][7]. Geprüft wurde in allen vier Studien frisches oder handelsübliches Kokoswasser als Getränk, in Trinkmengen von etwa 600 bis 1000 Millilitern über ein bis drei Stunden nach vorheriger sportbedingter Dehydration von ein bis knapp drei Prozent des Körpergewichts, kein Pulver und kein Trockenextrakt. Für die Studie von Kalman und Kollegen [5] gilt zusätzlich, dass sie von der Kokoswassermarke VitaCoco finanziert wurde und ein Koautor eigene Beratungstätigkeit für Nahrungsergänzungsmittel-Hersteller angibt, beides steht in der Interessenerklärung des freien Volltextes.
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02
Rehydration nach sportbedingter Dehydration im Vergleich zu einem kommerziellen Kohlenhydrat-Elektrolyt-Sportgetränk, in fünf randomisierten Studien ohne zusätzlichen Nutzen des unveränderten Kokoswassers
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
In fünf kleinen Cross-over-Studien unterschied sich unverändertes Kokoswasser bei Flüssigkeitsrückhalt und Ausdauerleistung nicht von einem Sportgetränk. Eine mit Natrium angereicherte Sonderform kam in einer Studie an das Sportgetränk heran.
Ausführlicher Nachweis
Bell und Spriet prüfen 2026 an 8 Radsportlern (7 Männer, 1 Frau) nach 60 Minuten Belastung bei 70 Prozent VO2max und einem Flüssigkeitsverlust von 1,36 plus minus 0,1 Prozent Körpermasse drei Getränke im Cross-over, aromatisiertes Wasser, Kokoswasser und ein Kohlenhydrat-Elektrolyt-Sportgetränk, in einer Menge von 150 Prozent des Verlusts [1]. Das aromatisierte Wasser führte zu mehr Urinausscheidung (530 plus minus 119,2 Milliliter) als Kokoswasser und das Sportgetränk (je 170 plus minus 35,8 Milliliter, p kleiner 0,05), zwischen Kokoswasser und dem Sportgetränk selbst bestand dabei kein Unterschied, und der Flüssigkeitsstatus nach der Rehydration unterschied sich zwischen allen drei Getränken nicht signifikant (p größer 0,05) [1]. Saat und Kollegen fanden 2002 an 8 Männern nach Dehydration in der Hitze (2,78 plus minus 0,06 Prozent Körpergewicht) für den Anteil des wiedererlangten Körpergewichts keinen Unterschied zwischen Kokoswasser (75 plus minus 5 Prozent), dem Sportgetränk (80 plus minus 4 Prozent) und Wasser (73 plus minus 5 Prozent), ebenso wenig beim Rehydrationsindex oder der Wiederherstellung des Blutvolumens [2]. Ismail und Kollegen berichten 2007 an 10 Männern einen Rehydrationsindex von 58 Prozent unter Wasser, 68 Prozent unter dem Sportgetränk, 65 Prozent unter unverändertem Kokoswasser und 69 Prozent unter einer eigens mit zusätzlichem Natrium angereicherten Kokoswasser-Variante, wobei der Abstract ausdrücklich nur das Sportgetränk und die natriumangereicherte Variante als signifikant besser als Wasser nennt, für das unveränderte Kokoswasser selbst wird kein eigener Signifikanztest gegenüber Wasser oder dem Sportgetränk berichtet [7]. Die mit Natrium angereicherte Variante ist ein eigens für die Studie hergestelltes, nicht handelsübliches Getränk und damit eine andere Zubereitung als das sonst hier ausgewertete unveränderte Kokoswasser. Perez-Idarraga und Aragon-Vargas fanden 2014 an 12 Personen nach Dehydration in der Hitze zwar eine höhere Flüssigkeitsretention unter dem Sportgetränk als unter Wasser (68,2 plus minus 13,0 gegenüber 51,3 plus minus 12,6 Prozent, p gleich 0,013), das Kokoswasser lag mit 62,5 plus minus 15,4 Prozent dazwischen und unterschied sich von keinem der anderen Getränke signifikant, die Autoren schreiben ausdrücklich, das zusätzliche Kalium im Kokoswasser habe keinen zusätzlichen Rehydrationsnutzen gegenüber dem herkömmlichen, natriumhaltigen Sportgetränk erbracht [6]. Kalman und Kollegen fanden 2012 an 12 Männern weder bei der Flüssigkeitsretention (p größer 0,05) noch bei der anschließenden Laufzeit bis zur Erschöpfung einen Unterschied zwischen reinem Kokoswasser (12,3 plus minus 5,8 Minuten), Kokoswasser aus Konzentrat (11,9 plus minus 6,0 Minuten) und dem Sportgetränk (12,8 plus minus 4,9 Minuten) [5]. Diese Studie wurde von der Kokoswassermarke VitaCoco finanziert, ein Koautor gibt eigene Beratungstätigkeit für Nahrungsergänzungsmittel-Hersteller an [5]. In allen fünf Studien wurde Kokoswasser als fertiges oder frisch aufbereitetes Getränk verabreicht, in Trinkmengen von rund 400 bis 1000 Millilitern binnen weniger Stunden nach der Belastung, kein Pulver und kein Trockenextrakt.
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03
Ausdauerleistung nach Rehydration (Zeitfahren oder Zeit bis zur Erschöpfung), in zwei Studien ohne Unterschied zu Wasser oder einem Sportgetränk
Nicht bestätigtEinordnung und Einschränkungen
In zwei kleinen Studien veränderte Kokoswasser die anschließende Ausdauerleistung nicht gegenüber Wasser oder einem Sportgetränk, in einer Studie tranken die Teilnehmenden davon aber deutlich weniger als von Wasser.
Ausführlicher Nachweis
Peart und Kollegen ließen 2017 10 Männer 60 Minuten submaximal Rad fahren und anschließend ein 10-Kilometer-Zeitfahren absolvieren, mit Kokoswasser oder reinem Wasser während der Belastung [3]. Die Zeitfahrzeit unterschied sich nicht (971,4 plus minus 50,5 Sekunden unter Kokoswasser gegenüber 966,6 plus minus 44,8 Sekunden unter Wasser, p gleich 0,698), ebenso wenig Blutzucker, Laktat, Herzfrequenz und die subjektive Anstrengung [3]. Wegen des Geschmacks tranken die Teilnehmenden von Kokoswasser freiwillig deutlich weniger als von Wasser (115 plus minus 95,41 gegenüber 208,7 plus minus 86,22 Milliliter, p kleiner 0,001), was die aufgenommene Flüssigkeits- und Elektrolytmenge in der Kokoswasser-Bedingung zusätzlich verringerte und einen möglichen Unterschied damit eher verdeckt als sicher ausschließt [3]. Kalman und Kollegen fanden 2012 an 12 Männern für die Laufzeit bis zur Erschöpfung nach Rehydration keinen Unterschied zwischen Wasser (11,9 plus minus 5,9 Minuten), reinem Kokoswasser (12,3 plus minus 5,8 Minuten), Kokoswasser aus Konzentrat (11,9 plus minus 6,0 Minuten) und einem Sportgetränk (12,8 plus minus 4,9 Minuten, jeweils p größer 0,05) [5]. Diese Studie wurde vom Kokoswasser-Hersteller VitaCoco finanziert [5]. Geprüft wurde in beiden Arbeiten Kokoswasser als Getränk während oder unmittelbar nach der Belastung, kein Pulver und kein Trockenextrakt, jeweils eine einzelne Belastungseinheit ohne Aussage zu wiederholtem Training. In beiden Arbeiten war die Ausdauerleistung eine vorab gemessene Zielgröße und der erwartete Unterschied zeigte sich nicht, bei Kalman und Kollegen mit vorgegebener, gleicher Trinkmenge und ohne die bei Peart genannte Einschränkung, deshalb steht die Zeile auf nicht bestätigt. Beide Studien sind klein, ein sehr kleiner Unterschied ist damit nicht ausgeschlossen.
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04
Plasmakaliumspiegel bei Frauen mit Blutdruckwerten im oberen Normbereich, ohne Unterschied zu Wasser nach zwei Wochen
Nicht bestätigtEinordnung und Einschränkungen
Bei 32 Frauen mit erhöhtem Blutdruck im oberen Normbereich veränderte tägliches Kokoswasser den Plasmakaliumspiegel nach zwei Wochen nicht anders als Wasser.
Ausführlicher Nachweis
Farapti und Kollegen prüfen 2017 an 32 Frauen im Alter von 25 bis 44 Jahren, deren Blutdruck im oberen Normbereich lag (in der Originalarbeit als sogenannte Vorstufe eines erhöhten Blutdrucks bezeichnet), in einer randomisierten Parallelgruppenstudie zweimal täglich 300 Milliliter Kokoswasser (16 Frauen) gegen zweimal täglich 300 Milliliter Wasser (16 Frauen) über 14 Tage [8]. Der Ausgangswert des Plasmakaliums lag im Mittel bei 3,71 plus minus 0,41 mmol/L, 22,58 Prozent der Teilnehmerinnen lagen unterhalb des Referenzbereichs. Nach 14 Tagen unterschied sich der Plasmakaliumspiegel zwischen der Kokoswasser- und der Wassergruppe nicht (p gleich 0,247), und auch die Veränderung gegenüber dem eigenen Ausgangswert unterschied sich zwischen den Gruppen nicht (p gleich 0,166), obwohl beide Gruppen eine Tendenz zum Anstieg zeigten [8]. Die Autorinnen schließen selbst, dass diese Menge und Dauer nicht ausreichten, um den Plasmakaliumspiegel bei Frauen mit niedrigem Ausgangswert nachweisbar zu erhöhen [8]. Angaben zu Förderung oder Interessenkonflikt enthält das Abstract nicht, ein freier Volltext lag uns nicht vor. Der Plasmakaliumspiegel war die vorab gemessene Zielgröße dieser randomisierten Studie und der erwartete Unterschied zeigte sich nicht, deshalb steht die Zeile auf nicht bestätigt. Sie gilt für diese Menge und diese Dauer, eine höhere Tagesmenge oder ein längerer Zeitraum lagen außerhalb dieses Versuchsaufbaus. Geprüft wurde Kokosnusswasser als Getränk in einer festen Tagesmenge von 600 Millilitern, kein Pulver und kein Trockenextrakt.
Quellen: 8
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05
Systolischer und diastolischer Blutdruck bei Erwachsenen mit erhöhtem Ausgangsblutdruck, in zwei kleinen Studien ohne belegten direkten Gruppenvergleich
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Zwei kleine Studien berichten Blutdrucksenkungen unter Kokoswasser, keine davon weist aber einen echten statistischen Vergleich zwischen der Kokoswasser- und einer Kontrollgruppe aus, beide vergleichen nur den eigenen Wert vorher gegen nachher.
Ausführlicher Nachweis
Awaluddin und Pristika prüfen 2024 in einer quasi-experimentellen Studie an 30 Erwachsenen über 35 Jahren mit einem systolischen Blutdruck der ersten Erhöhungsstufe eine Gruppe von 15 Personen, die eine Woche lang täglich 150 Milliliter junges Kokoswasser morgens trank, gegen eine zweite Gruppe von 15 Personen ohne genanntes Vergleichsgetränk [9]. In der Kokoswasser-Gruppe war der Blutdruck nach der Woche gegenüber dem eigenen Ausgangswert niedriger (p kleiner 0,05), in der Vergleichsgruppe war die Veränderung gegenüber dem eigenen Ausgangswert nicht signifikant (p größer 0,05) [9]. Das ist kein statistischer Vergleich der beiden Gruppen untereinander, sondern zwei getrennte Vorher-Nachher-Tests, ein direkter Gruppenunterschied mit eigenem Signifikanzwert wird im Abstract nicht genannt, und welches Getränk die Vergleichsgruppe erhielt, bleibt offen. Alleyne und Kollegen prüfen 2005 an 28 Erwachsenen mit erhöhtem Blutdruck vier Gruppen zu je 7 Personen über zwei Wochen, eine Kontrollgruppe mit abgefülltem Trinkwasser, eine Kokoswasser-Gruppe, eine Gruppe mit dem Getränk Mauby (Colubrina arborescens) und eine Gruppe mit einer Mischung aus beidem [10]. Berichtet wird der Anteil der Personen je Gruppe, bei denen sich der eigene Blutdruck individuell signifikant senkte, 71 Prozent in der Kokoswasser-Gruppe beim systolischen und 29 Prozent beim diastolischen Wert, mit teils höheren Anteilen in der Mischgruppe [10]. Für die Kontrollgruppe mit Wasser nennt das Abstract keinen eigenen Prozentsatz, ein direkter statistischer Vergleich zwischen den vier Gruppen fehlt, und die verwendete Kennzahl (Anteil der Personen mit individuell signifikanter Veränderung statt eines Gruppenmittelwerts mit Vergleichstest) ist ungewöhnlich und schwach gegen Zufallsschwankungen abgesichert. Beide Arbeiten liegen uns nur als Abstract vor, Angaben zu Förderung oder Interessenkonflikt fehlen. Geprüft wurde in beiden Studien Kokosnusswasser als Getränk, 150 Milliliter täglich beziehungsweise eine im Abstract nicht genannte Tagesmenge über zwei Wochen, kein Pulver und kein Trockenextrakt. Wegen dieser methodischen Lücken lässt sich aus beiden Arbeiten weder ein belegter Effekt noch ein belegtes Ausbleiben der Wirkung ableiten.
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06
Harnzitrat-, Kalium- und Chloridausscheidung im Urin bei gesunden Menschen ohne Nierensteine in der Vorgeschichte, erhöht gegenüber Wasser beziehungsweise dem eigenen Ausgangswert
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
In zwei kleinen Studien stieg die Zitratausscheidung im Urin unter täglichem Kokoswasser an, einmal im direkten Vergleich zu Wasser, einmal im Vergleich zum eigenen Ausgangswert ohne eigenen Wasserarm. Gemessen wurde ein Laborwert, keine tatsächliche Steinbildung.
Ausführlicher Nachweis
Patel und Kollegen prüfen 2018 in einer randomisierten Cross-over-Studie an 8 gesunden Erwachsenen ohne Nierensteine in der Vorgeschichte (4 Frauen, 4 Männer) zwei Phasen zu je 4 Tagen, in denen täglich entweder 1,92 Liter eines handelsüblichen Kokoswassers oder dieselbe Menge Leitungswasser getrunken wurde, mit einer Auswaschphase von 2 bis 4 Wochen dazwischen [11]. Gegenüber der Wasserphase stieg in der Kokoswasserphase die Harnzitratausscheidung um 29 Prozent (p gleich 0,02), die Harnkaliumausscheidung um 130 Prozent (p gleich 0,01) und die Harnchloridausscheidung um 37 Prozent (p gleich 0,03), ohne Veränderung von Urin-pH-Wert (p gleich 0,16) oder Urinvolumen (p gleich 1,00) [11]. Der Volltext nennt keine Förderung und verneint einen Interessenkonflikt ausdrücklich [11]. Baker und Kollegen prüfen 2026 in einer genesteten Cross-over-Studie an Erwachsenen ohne Nierensteine vier Getränke (Apfelessig, Kokoswasser, Zitronenwasser, Diät-Orangenlimonade) gegen den jeweils eigenen Ausgangswert, ohne einen eigenen Wasser-Kontrollarm; in der Kokoswasser-Gruppe (6 von 20 eingeschlossenen Personen, täglich rund 960 Milliliter über 7 Tage) stieg die Harnzitratausscheidung im an Periode und Reihenfolge angepassten statistischen Modell um 273,8 Milligramm pro 24 Stunden (95-Prozent-Intervall von 67,9 bis 480) gegenüber dem eigenen Ausgangswert, Urin-pH-Wert und Urinvolumen veränderten sich in keinem der vier Getränkearme signifikant [12]. Diese zweite Studie hat keinen eigenen Wasserarm zum direkten Vergleich, ihr Ergebnis ist ein an den Ausgangswert angepasster Wert und kein Gruppenvergleich wie bei Patel und Kollegen. Angaben zur Interessenlage verneinen einen Konflikt, eine gezielte Förderung wird nicht genannt [12]. Beide Arbeiten messen ausschließlich Laborwerte im Urin als Risikofaktoren, die mit einer geringeren Neigung zu Kalziumsteinen in Verbindung gebracht werden, keine der beiden Studien misst die tatsächliche Bildung oder Wiederkehr von Nierensteinen als Endpunkt. Geprüft wurde in beiden Studien Kokosnusswasser als Getränk in Mengen von rund 1 bis 2 Litern täglich, kein Pulver und kein Trockenextrakt.
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07
Klinische Besserung bei Erwachsenen mit aktiver, endoskopisch nachgewiesener Entzündung der Dickdarmschleimhaut (Aktivitätsindex 3 bis 9 Punkte), als Zusatz zur Standardtherapie im Vergleich zu Placebo
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
In einer plazebokontrollierten Studie an Menschen mit aktiver Dickdarmschleimhautentzündung erreichten unter Kokoswasser als Zusatz zur üblichen Therapie mehr Personen eine klinische Besserung als unter Placebo. Kokoswasser wurde dabei nicht allein, sondern zusätzlich zur bestehenden Behandlung gegeben.
Ausführlicher Nachweis
Kedia und Kollegen prüfen 2024 in einer einzentrischen, doppelblinden, plazebokontrollierten Studie an 95 Erwachsenen mit endoskopisch aktiver Entzündung der Dickdarmschleimhaut (Aktivitätsindex 3 bis 9 Punkte auf einer Skala, endoskopischer Schweregrad über 1 Punkt auf einer zweiten Skala) den Zusatz von täglich 400 Millilitern Kokoswasser zur bestehenden Standardtherapie (49 Personen) gegen Placebo zusätzlich zur bestehenden Standardtherapie (46 Personen), über 8 Wochen [13]. Unter Kokoswasser erreichten mehr Personen eine klinische Besserung (57,1 gegenüber 28,3 Prozent, Odds Ratio 3,4, 95-Prozent-Intervall von 1,4 bis 7,9, p gleich 0,01) und eine klinische Rücknahme der Symptome auf einen niedrigen Punktwert (53,1 gegenüber 28,3 Prozent, Odds Ratio 2,9, 95-Prozent-Intervall von 1,2 bis 6,7, p gleich 0,02) [13]. Auch ein niedriger Calprotectin-Wert im Stuhl unter 150 Mikrogramm pro Gramm, ein Laborzeichen für eine ruhigere Darmschleimhaut, war unter Kokoswasser häufiger (30,6 gegenüber 6,5 Prozent, Odds Ratio 6,3, 95-Prozent-Intervall von 1,7 bis 23,6, p gleich 0,003) [13]. Die Häufigkeit unerwünschter Ereignisse war in beiden Gruppen ähnlich, niemand entwickelte einen erhöhten Kaliumspiegel im Blut [13]. Wichtig für die Einordnung: Kokoswasser wurde ausschließlich als Zusatz zu einer bereits laufenden Standardtherapie geprüft, nicht als alleinige Maßnahme, und die untersuchte Personengruppe hatte eine aktive, endoskopisch gesicherte Entzündung der Dickdarmschleimhaut, keine gesunden Menschen ohne eine solche Entzündung. Eine Übertragung dieses Befunds auf eine allgemeine Förderung der Verdauung bei gesunden Menschen ist daraus nicht abzuleiten, siehe die eigene Zeile dazu. Es handelt sich um eine einzelne Studie, eine unabhängige Wiederholung liegt uns nicht vor. Ein freier Volltext lag uns nicht vor, ausgewertet wurde das Abstract mit seinen vollständig berichteten Kennzahlen samt Konfidenzintervallen. Zur Interessenlage ist damit trotzdem etwas bekannt, Europe PMC führt für diese Arbeit einen öffentlichen Fördereintrag des Indian Council of Medical Research (Fördernummer 55/4/11/CARE-ID/2018-NCD-II), den das PubMed-Feld zur Förderung nicht ausweist, und alle Autoren sind am All India Institute of Medical Sciences in Neu-Delhi tätig. Ein Getränke- oder Nahrungsergänzungshersteller als Geldgeber ist damit nicht erkennbar. Geprüft wurde Kokosnusswasser als Getränk in einer festen Tagesmenge, kein Pulver und kein Trockenextrakt.
Quellen: 13
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08
Blutzuckersenkende und antioxidative Wirkung im Tiermodell mit chemisch ausgelöstem, dauerhaft erhöhtem Blutzucker
Nur Labor und TierEinordnung und Einschränkungen
In einem Rattenmodell mit chemisch ausgelöstem, dauerhaft erhöhtem Blutzucker senkte reifes Kokoswasser den Blutzucker und stellte mehrere Marker für oxidativen Stress teilweise wieder her. Am Menschen nicht untersucht.
Ausführlicher Nachweis
Preetha und Kollegen prüfen 2012 an Ratten, bei denen mit der Chemikalie Alloxan ein dauerhaft erhöhter Blutzucker ausgelöst wurde, die Wirkung von reifem Kokoswasser gegenüber unbehandelten Kontrolltieren mit und ohne den erhöhten Blutzucker [14]. Bei den Tieren mit erhöhtem Blutzucker senkte die Kokoswasser-Gabe den Blutzucker- und den glykierten Hämoglobin-Wert und erhöhte die Aktivität mehrerer körpereigener antioxidativer Enzyme (Katalase, Superoxiddismutase, Glutathionperoxidase, Glutathionreduktase) gegenüber unbehandelten Tieren mit erhöhtem Blutzucker, begleitet von niedrigeren Werten für Lipidperoxidationsprodukte (Malondialdehyd, Hydroperoxide, konjugierte Diene) [14]. Gruppengrößen und die genaue verabreichte Menge an Kokoswasser nennt die verfügbare Zusammenfassung nicht. Es handelt sich um eine reine Tierstudie ohne jede Übertragung auf den Menschen, und Kokoswasser wurde als Flüssigkeit verabreicht, nicht als Pulver oder Trockenextrakt.
Quellen: 14
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09
Antioxidative und radikalfangende Kapazität in Zellkultur- und Reagenzglasversuchen an verschiedenen Kokosnusswasser-Sorten
Nur Labor und TierEinordnung und Einschränkungen
In Reagenzglastests und an menschlichen Zellen in Kultur fing frisches Kokoswasser freie Radikale ab und schützte Zellen vor einer zugesetzten Schadstoffbelastung. Keine Aussage zu einer Wirkung im lebenden Menschen.
Ausführlicher Nachweis
Santos und Kollegen prüfen 2013 vier Sorten frisches Kokoswasser sowie zwei handelsübliche, industriell verarbeitete Kokoswässer in zellfreien Reagenzglastests auf ihre Fähigkeit, das Radikal DPPH (mittlere wirksame Menge 73 Mikroliter) und Stickoxid abzufangen sowie die Bildung von Thiobarbitursäure-reaktiven Substanzen zu hemmen, mit der grünen Zwergsorte als wirksamster Variante [15]. In menschlichen Zellen in Kultur schützte das Wasser der grünen Zwergsorte gegen eine zugesetzte Wasserstoffperoxid-Belastung [15]. Dieselbe Sorte enthielt je 500 Milliliter rund 10 Milligramm Ascorbinsäure, 539 Mikrogramm Kaffeesäure und 39,8 Milligramm Gesamtphenole, geringe Mengen im Vergleich zu einem gesonderten Vitamin-C-Präparat [15]. Es handelt sich um zellfreie Reagenzglasmessungen und einen einzelnen Zellkulturversuch, keine Tier- oder Humanstudie, eine Übertragung auf eine Wirkung im lebenden Organismus ist daraus nicht abzuleiten.
Quellen: 15
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10
Förderung der Verdauung und Unterstützung einer Gewichtsabnahme bei gesunden Menschen ohne bekannte Erkrankung
Keine Studien gefundenEinordnung und Einschränkungen
Wir haben gezielt gesucht und keine Interventionsstudie zur Verdauung oder zur Gewichtsabnahme bei gesunden Menschen gefunden.
Ausführlicher Nachweis
Eine gezielte Suche mit den PubMed-Suchbegriffen "coconut water" "digestive" sowie mit dem Begriff "constipation" ergab beim Menschen keinen einzigen Treffer. Die Suche mit dem Begriff "weight loss" ergab 2 Treffer, keiner davon ist eine Studie zur Gewichtsabnahme, beide betreffen den kurzfristigen Körpergewichtsverlust durch Schwitzen während sportlicher Belastung und die anschließende Rehydration, siehe die eigenen Zeilen dazu. Die Suche mit dem Begriff "obesity" ergab 2 Treffer, keiner davon zurechenbar, eine Arbeit beschreibt eine Machbarkeitsstudie zu einer Wasser- und Kokoswasser-Kirchengemeinde-Kampagne ohne Erhebung von Körpergewicht oder Verdauungswerten bei Einzelpersonen, die andere eine Querschnittsuntersuchung, die keinen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Kokoswasser und dem Vorliegen eines aus mehreren Stoffwechselwerten gebildeten Risikoclusters fand, aber keine Aussage zur Verdauung selbst trifft und als reine Beobachtungsstudie keine Ursache-Wirkung-Aussage zulässt. Die Suche mit dem Begriff "appetite" ergab keinen einzigen Treffer. Die einzige uns vorliegende Humanstudie zu einem verdauungsnahen Endpunkt betrifft ausdrücklich Menschen mit einer aktiven Entzündung der Dickdarmschleimhaut unter zusätzlicher medizinischer Therapie, siehe die eigene Zeile dazu, keine gesunden Menschen und keine allgemeine Verdauungsförderung.
Studien im Detail
Rehydration und Flüssigkeitsstatus nach sportbedingter Dehydration
Die mit Abstand größte und älteste Studienlage zu Kokosnusswasser betrifft die Rehydration nach sportlicher Belastung, und sie prüft durchgehend das Getränk selbst, nicht ein Pulver oder einen Extrakt. Eine 2025 im Auftrag der Reanimationsorganisation ILCOR veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit fasst vier kleine randomisierte Cross-over-Studien zu Kokoswasser gegen Wasser zusammen und bewertet jeden einzelnen Messwert nach der GRADE-Methodik durchgehend mit sehr niedriger bis niedriger Vertrauenswürdigkeit. Bei den meisten Messwerten, dem kumulativen Urinvolumen, der Netto-Flüssigkeitsbilanz und der Plasmavolumenänderung, ergab sich kein statistisch bedeutsamer Unterschied zwischen Kokoswasser und Wasser. Bei der Serumosmolalität und beim Serumnatrium zeigte eine der vier Studien einen statistisch auffälligen, der Größe nach aber geringen Unterschied, während eine zweite Studie zum selben Messwert keinen fand.
Getrennt davon steht die Frage, ob Kokoswasser einem kommerziellen Sportgetränk unterlegen, gleichwertig oder überlegen ist. Fünf randomisierte Cross-over-Studien, teils dieselben wie oben, teils weitere, fanden dafür durchgehend keinen Unterschied zwischen unverändertem Kokoswasser und einem Kohlenhydrat-Elektrolyt-Sportgetränk, weder beim Flüssigkeitsrückhalt noch bei der anschließenden Ausdauerleistung. Eine Studie prüfte zusätzlich eine eigens mit Natrium angereicherte, nicht handelsübliche Kokoswasser-Variante, die in dieser einen Arbeit an das Sportgetränk heranreichte, für das unveränderte Kokoswasser selbst wurde in derselben Studie kein eigener Signifikanztest berichtet. Bei einer Studie sank die tatsächlich aufgenommene Flüssigkeitsmenge im Kokoswasser-Arm wegen des Geschmacks deutlich, was einen möglichen kleinen Unterschied eher verdeckt als sicher ausschließt.
Eine der fünf Studien zur Rehydration wurde vom Kokoswasser-Hersteller VitaCoco finanziert, mit einem Koautor, der eigene Beratungstätigkeit für Nahrungsergänzungsmittel-Firmen angibt. Alle hier genannten Studien sind klein, mit Stichprobengrößen zwischen 8 und 12 Personen, überwiegend gesunde, junge, sportlich aktive Männer, und die meisten prüfen nur eine einzelne Belastungs- und Rehydrationseinheit, keine wiederholte tägliche Einnahme über mehrere Tage oder Wochen.
Blutdruck und Kaliumhaushalt
Zum Kaliumhaushalt liegt die methodisch stärkste Arbeit vor: Eine randomisierte, kontrollierte Parallelgruppenstudie an 32 Frauen mit einem Blutdruck im oberen Normbereich fand nach zwei Wochen täglicher Einnahme keinen Unterschied im Plasmakaliumspiegel zwischen der Kokoswasser- und der Wassergruppe, obwohl beide Gruppen eine leichte Tendenz zum Anstieg zeigten. Die Autorinnen selbst schließen daraus, dass diese Menge und Dauer nicht ausreichten, um den Kaliumspiegel messbar zu heben.
Zum Blutdruck selbst liegen zwei ältere, kleine Studien vor, die beide Verbesserungen berichten, aber keine davon mit einem sauberen statistischen Vergleich zwischen einer Kokoswasser- und einer Kontrollgruppe. Eine quasi-experimentelle Studie vergleicht zwei getrennte Vorher-Nachher-Tests miteinander, ohne einen eigenen Signifikanzwert für den Gruppenunterschied selbst zu berichten und ohne zu nennen, was die Vergleichsgruppe überhaupt erhielt. Eine zweite, ältere Studie berichtet den Anteil der Personen je Gruppe mit einer individuell signifikanten Veränderung, nennt diesen Anteil für die Wassergruppe aber nicht und vergleicht die vier Gruppen nicht mit einem gemeinsamen statistischen Test. Aus beiden Arbeiten lässt sich weder ein belegter Effekt noch ein belegtes Ausbleiben der Wirkung auf den Blutdruck selbst ableiten, sie zeigen vor allem, wie eine Vorher-Nachher-Veränderung ohne echten Gruppenvergleich aussieht.
Harnzitrat und Marker der Nierensteinneigung
Zwei kleine Studien haben geprüft, ob regelmäßiger Kokoswasserkonsum die Zusammensetzung des Urins in eine Richtung verändert, die mit einer geringeren Neigung zur Bildung von Kalziumsteinen in Verbindung gebracht wird. Die methodisch sauberere der beiden Arbeiten, mit einem eigenen Wasser-Kontrollarm im Cross-over-Design, fand gegenüber der Wasserphase eine höhere Ausscheidung von Zitrat, Kalium und Chlorid im Urin, bei unverändertem pH-Wert und Urinvolumen. Eine zweite, größer angelegte Arbeit ohne eigenen Wasser-Kontrollarm, die mehrere alternative Getränke gegen den jeweils eigenen Ausgangswert prüfte, fand für Kokoswasser ebenfalls eine höhere Zitratausscheidung. Beide Arbeiten sind klein, insbesondere die Kokoswasser-Gruppe der zweiten Studie mit nur sechs auswertbaren Personen, und beide messen ausschließlich einen Laborwert im Urin, nicht die tatsächliche Bildung oder Wiederkehr von Nierensteinen.
Klinische Besserung bei aktiver Entzündung der Dickdarmschleimhaut
Die methodisch anspruchsvollste Einzelstudie zu Kokosnusswasser ist zugleich die spezifischste in ihrer untersuchten Personengruppe: Eine doppelblinde, plazebokontrollierte Studie an 95 Erwachsenen mit einer aktiven, endoskopisch gesicherten Entzündung der Dickdarmschleimhaut prüfte den Zusatz von täglich 400 Millilitern Kokoswasser zu einer bereits laufenden Standardtherapie gegen Placebo zusätzlich zur selben Standardtherapie. Unter Kokoswasser erreichten deutlich mehr Personen eine klinische Besserung und eine Rücknahme der Symptome auf einen niedrigen Punktwert, mit vollständig berichteten Odds Ratios und Konfidenzintervallen. Wichtig für die Einordnung ist zweierlei: Kokoswasser wurde nicht allein, sondern ausschließlich als Zusatz zu einer bestehenden Behandlung geprüft, und die untersuchte Personengruppe hatte eine aktive Entzündung der Darmschleimhaut, keine gesunden Menschen ohne einen solchen Befund. Aus dieser Studie lässt sich deshalb keine Aussage zu einer allgemeinen Förderung der Verdauung bei gesunden Konsumenten ableiten, und eine unabhängige Wiederholung dieser einzelnen Arbeit liegt uns nicht vor.
Tier- und Laborstudien
Zur blutzuckersenkenden Wirkung liegt uns ausschließlich eine Tierstudie vor: An Ratten mit einem durch die Chemikalie Alloxan ausgelösten, dauerhaft erhöhten Blutzucker senkte die Gabe von reifem Kokoswasser den Blutzucker- und den glykierten Hämoglobin-Wert und erhöhte die Aktivität mehrerer körpereigener antioxidativer Enzyme gegenüber unbehandelten Tieren mit demselben erhöhten Blutzucker. Gruppengrößen und die genaue verabreichte Menge nennt die verfügbare Zusammenfassung nicht, eine Übertragung auf den Menschen ist aus einer einzelnen Tierstudie nicht möglich.
Zur antioxidativen Kapazität von Kokoswasser selbst, unabhängig vom Blutzuckermodell, liegen zellfreie Reagenzglasmessungen und ein einzelner Zellkulturversuch vor. Mehrere Kokoswasser-Sorten fingen in diesen Versuchen freie Radikale ab, und das Wasser der wirksamsten Sorte schützte menschliche Zellen in Kultur vor einer zugesetzten Wasserstoffperoxid-Belastung. Diese Versuche fanden ausschließlich im Reagenzglas und in Zellkultur statt, keine am lebenden Tier oder Menschen, und die enthaltenen Mengen an Vitamin C und Pflanzenstoffen wie Kaffeesäure sind je üblicher Trinkmenge gering.
Sicherheit und Wechselwirkungen
In den vorliegenden kleinen Studien war der Konsum von Kokoswasser als Getränk in den geprüften Mengen meist gut verträglich. Vereinzelt berichten Teilnehmende bei größeren Trinkmengen von Völlegefühl, Blähungen oder Magenverstimmung.
Ein einzelner, ausführlich dokumentierter Fallbericht [16] beschreibt ein Neugeborenes mit schweren Krampfanfällen und einem stark erniedrigten Natriumspiegel im Blut, den die berichtenden Ärzte auf einen nach ihrer eigenen Einschätzung übermäßigen Konsum von Kokoswasser durch die Mutter während der Geburt zurückführen. Es handelt sich um einen einzelnen Fall ohne Kontrollgruppe und ohne gesicherten ursächlichen Zusammenhang, er zeigt aber, dass sehr große Trinkmengen über den natürlichen, im Vergleich zu Wasser niedrigeren Natrium- und höheren Kaliumgehalt des Kokoswassers den körpereigenen Elektrolythaushalt verschieben können. Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion oder einer bestehenden Neigung zu erhöhten Kaliumwerten im Blut sollten größere Trinkmengen deshalb vorher ärztlich abklären lassen, ebenso Schwangere und Stillende, zu denen uns darüber hinaus keine eigene geprüfte Quelle vorliegt.
Kokosnusswasser als Getränk enthält von Natur aus deutlich mehr Kalium als die meisten anderen Getränke. Bei einer bestehenden Einnahme kaliumsparender oder kaliumhaltiger Medikamente sowie bei bekannten Nierenerkrankungen ist deshalb Vorsicht angebracht. Zu Wechselwirkungen mit Medikamenten liegt uns keine eigene geprüfte Humanstudie vor.
Quellen zum Nachlesen
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RCT, einfach verblindet, Cross-over, n gleich 8 (7 Männer, 1 Frau), akute Rehydration nach Ausdauerbelastung · 2026
Rehydration After Exercise-Induced Fluid Losses: Comparing Flavored Water, Coconut Water, and Carbohydrate-Electrolyte Sports Beverage.
Bell SK, Spriet LL. J Strength Cond Res
Zur Zuschreibung: 02
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RCT, Cross-over, n gleich 10 Männer, submaximale Belastung plus 10-Kilometer-Zeitfahren · 2017
Coconut Water Does Not Improve Markers of Hydration During Sub-maximal Exercise and Performance in a Subsequent Time Trial Compared with Water Alone.
Peart DJ, Hensby A, Shaw MP. Int J Sport Nutr Exerc Metab
Zur Zuschreibung: 03
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Systematische Übersichtsarbeit im Auftrag von ILCOR, GRADE-Bewertung, 4 randomisierte Studien zu Kokoswasser gegen Wasser · 2025
Oral Rehydration Beverages for Treating Exercise-Associated Dehydration: A Systematic Review, Part II. The Effectiveness of Alternatives to Carbohydrate-Electrolyte Drinks.
De Brier N, Borra V, Berry DC, Zideman D, Singletary E, De Buck E, International Liaison Committee on Resuscitation First Aid Task Force J Athl Train
Zur Zuschreibung: 01
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RCT, einfach verblindet, Cross-over, n gleich 12 Männer, vier Getränke, herstellerfinanziert · 2012
Comparison of coconut water and a carbohydrate-electrolyte sport drink on measures of hydration and physical performance in exercise-trained men.
Kalman DS, et al. J Int Soc Sports Nutr
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RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, n gleich 95 (49 gegen 46), 8 Wochen, Zusatz zur Standardtherapie · 2024
Coconut Water Induces Clinical Remission in Mild to Moderate Ulcerative Colitis: Double-blind Placebo-controlled Trial.
Kedia S, et al. Clin Gastroenterol Hepatol
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