Kürbissamenextrakt
Zuletzt geprüft am
Pflanzenextrakte
Cucurbita pepo · Kürbiskernextrakt · Pumpkin Seed Extract · Gartenkürbis-Samenextrakt · Cucurbitae semen
Auf einen Blick
- Was es ist
- Extrakt aus den Samen des Gartenkürbis (Cucurbita pepo), reich an Phytosterolen (vor allem Beta-Sitosterol), Fettsäuren, Zink und der schwefelhaltigen Aminosäure Cucurbitin. In Studien und im Handel unter mehreren, sich deutlich unterscheidenden Zubereitungen im Umlauf, ganzer Samen, wässrig-alkoholischer Weich- oder Trockenextrakt, ölfreier hydroethanolischer Extrakt und fettes Kürbiskernöl
- Herkunft
- Die Samen des Gartenkürbis, teils aus schalenlosen Sorten wie dem Steirischen Ölkürbis gewonnen. Traditionell in Mitteleuropa, insbesondere der Steiermark, zur Herstellung von Kürbiskernöl sowie in der Volksmedizin bei Prostata- und Blasenbeschwerden verwendet
- Wirkform in Studien
- Uneinheitlich. Je nach Studie ganzer Samen, ein wässrig-alkoholischer Weich- oder Trockenextrakt in Kapselform, ein ölfreier hydroethanolischer Extrakt oder das fette Kürbiskernöl, mit unterschiedlichem und selten vollständig deklariertem Gehalt an Phytosterolen und Fettsäuren
- Übliche Studiendosis
- Bei unteren Harnwegssymptomen 500 mg Extrakt-Kapseln oder 5 g ganzer Samen zweimal täglich über 12 Monate in der größten Studie, in kleineren Anwendungsbeobachtungen abweichende Extraktmengen über 12 Wochen bis 24 Monate. Bei Haarausfall 400 mg Kürbiskernöl täglich über 24 Wochen in der bisher einzigen placebokontrollierten Studie
- Bekannt geworden durch
- Die traditionelle Verwendung bei Prostata- und Blasenbeschwerden in Mitteleuropa sowie, jünger, die Verwendung von Kürbiskernöl gegen erblich bedingten Haarausfall
- Verträglichkeit
- In den vorliegenden Studien gut vertragen, mit einer Nebenwirkungsrate ähnlich wie unter Placebo
Was diesem Stoff zugesprochen wird
Was die Studien hergeben.
Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.
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01
Harnwegssymptome (IPSS-Ansprechrate) bei Männern mit vergrößerter Prostata unter Kürbissamen-Extrakt-Kapseln, in der bislang größten Studie ohne Unterschied zur Placebogruppe
Nicht bestätigtEinordnung und Einschränkungen
In der größten und längsten placebokontrollierten Studie zeigte der geprüfte Extrakt-Kapsel-Arm nach 12 Monaten keinen Unterschied zu Placebo bei der vorab festgelegten Ansprechrate. Ein Effektmaß mit Intervall für diesen Vergleich ist uns nicht zugänglich, das schränkt ein, wie genau ein kleiner Effekt ausgeschlossen ist, ändert aber nichts daran, dass die Wirkung an 1431 Männern über 12 Monate geprüft und nicht gefunden wurde.
Ausführlicher Nachweis
In der bislang größten und am längsten laufenden placebokontrollierten Studie zu Kürbissamen bei Männern mit unteren Harnwegssymptomen aufgrund einer vergrößerten Prostata wurden 1431 Männer im Alter von 50 bis 80 Jahren auf drei Arme randomisiert, ganzer Kürbissamen (5 g zweimal täglich), Kapseln mit Kürbissamen-Extrakt (500 mg zweimal täglich) oder ein passendes Placebo, über 12 Monate [1]. Als primärer Endpunkt war vorab eine Abnahme des internationalen Prostata-Symptom-Scores (IPSS) um mindestens 5 Punkte gegenüber dem Ausgangswert festgelegt [1]. Für den Extrakt-Kapsel-Arm unterschied sich die nach dem Intention-to-treat-Prinzip mit fortgeschriebenen letzten Beobachtungen berechnete Ansprechrate nach 12 Monaten nicht von der Placebogruppe [1]. Weder ein Effektmaß noch ein Konfidenzintervall für diesen Gruppenvergleich stehen im uns zugänglichen Abstract, ein freier Volltext war nicht auffindbar [1]. Das ist ein Restvorbehalt zur Genauigkeit des Befunds und keiner zu seiner Richtung, denn geprüft wurde an 1431 Männern über 12 Monate an einem vorab festgelegten Endpunkt, und der erwartete Unterschied zum Placebo zeigte sich nicht. Die Studienprodukte waren gut verträglich [1]. Zur Interessenlage dieser Studie liegt uns keine eigene Erklärung vor, weder PubMed noch Europe PMC führen für sie einen Förder- oder Interessenkonflikteintrag, und der Volltext ist nicht frei zugänglich. Nachprüfbar ist immerhin, dass zwei ihrer Koautoren in den Anwendungsbeobachtungen dieses Eintrags wieder auftauchen, Patz in der 24-monatigen Beobachtungsstudie, dort ausdrücklich als Berater der Omega Pharma Deutschland GmbH ausgewiesen [2], und Theurer in der multizentrischen Anwendungsbeobachtung [3]. Ein Beleg für eine Finanzierung der GRANU-Studie selbst ist das nicht, es heißt aber, dass ihre Unabhängigkeit ungeprüft ist und nicht als gegeben gelten darf. Diese Zeile betrifft ausschließlich den Extrakt-Kapsel-Arm der Studie, zum parallel geprüften ganzen Kürbissamen siehe die eigene Zeile.
Quellen: 1
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02
Symptomscore (IPSS) bei Männern mit vergrößerter Prostata unter ganzem Kürbissamen (nicht Extrakt), in derselben großen Studie zahlenmäßig günstiger als unter Placebo
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Im selben Studienarm mit ganzem Kürbissamen, einer anderen Zubereitung als der Extrakt, war die Ansprechrate zahlenmäßig höher als unter Placebo. Ob dahinter ein formal geprüfter, statistisch gesicherter Unterschied steht, geht aus dem uns zugänglichen Abstract nicht eindeutig hervor.
Ausführlicher Nachweis
In derselben Studie lag die Ansprechrate im Arm mit ganzem Kürbissamen (5 g zweimal täglich, deutlich mehr Pflanzenmaterial als die geprüfte Extrakt-Kapsel) nach 12 Monaten bei 58,5 Prozent gegenüber 47,3 Prozent unter Placebo [1]. Die Originalarbeit bezeichnet diesen Unterschied im Abstract als 'deskriptiv signifikant', ohne dass für uns aus dem zugänglichen Abstract hervorgeht, ob damit ein formaler statistischer Test mit einem Ergebnis unterhalb der Signifikanzschwelle gemeint ist oder eine rein beschreibende Gegenüberstellung ohne Test [1]. Ein Effektmaß mit Konfidenzintervall für diesen Vergleich liegt uns nicht vor, ein freier Volltext war nicht auffindbar [1]. Die Autorenschaft schreibt selbst, die Befunde müssten durch eine bestätigende Studie oder eine systematische Übersichtsarbeit noch abgesichert werden, um eine Empfehlung für Kürbissamen bei mittelschweren Harnwegssymptomen vollständig zu rechtfertigen [1]. Wichtig für die Einordnung, ganzer Kürbissamen und Kürbissamen-Extrakt sind zwei unterschiedliche Zubereitungen mit unterschiedlichem Ergebnis in derselben Studie. Ein Übertrag dieses zahlenmäßig günstigeren Bilds vom ganzen Samen auf ein Extrakt-Präparat ist durch diese Studie gerade nicht gezeigt, siehe die vorherige Zeile.
Quellen: 1
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03
Symptomscore (IPSS) und Lebensqualität unter Kürbissamen-Extrakt in unkontrollierten Anwendungsbeobachtungen ohne Placebogruppe, mit durchgehender Besserung gegenüber dem eigenen Ausgangswert
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
In drei offenen Anwendungsbeobachtungen ohne Placebogruppe besserte sich der Symptomscore gegenüber dem eigenen Ausgangswert der Teilnehmer. Ohne Kontrollgruppe zeigen solche Studien aber keine Überlegenheit gegenüber Placebo, weil sich die Symptome auch unbehandelt bessern oder schwanken können.
Ausführlicher Nachweis
In einer 24-monatigen, nichtinterventionellen Beobachtungsstudie an 130 Männern mit unteren Harnwegssymptomen (83 nach 12 Monaten ausgewertet) sank der IPSS unter einem Kürbissamen-Weichextrakt im Mittel um 4,7 Punkte gegenüber dem eigenen Ausgangswert (95-Prozent-Intervall minus 5,4 bis minus 3,9), bei 53 Prozent der Teilnehmenden um mindestens 5 Punkte [2]. In einer offenen, multizentrischen Anwendungsbeobachtung an 2245 Männern sank der IPSS über 12 Wochen im Mittel um 41,4 Prozent gegenüber dem eigenen Ausgangswert [3]. In einer einarmigen Pilotstudie an 60 Männern sank der IPSS unter einem weiteren, ölfreien hydroethanolischen Kürbissamen-Extrakt über 12 Wochen im Mittel um 30,1 Prozent (95-Prozent-Intervall 23,1 bis 37,1 Prozent) gegenüber dem eigenen Ausgangswert, zusätzlich sank das mittels Ultraschall gemessene Restharnvolumen von 83,7 auf 63,1 ml (p gleich 0,0394, ebenfalls ein Vorher-Nachher-Vergleich) [4]. Allen drei Arbeiten fehlt eine Placebo- oder unbehandelte Kontrollgruppe, sie können deshalb, anders als es die berichteten Prozentzahlen nahelegen, keinen Beleg für eine Überlegenheit gegenüber Placebo liefern. Die 24-monatige Beobachtungsstudie wurde nach eigener Angabe von der Omega Pharma Deutschland GmbH gesponsert, zwei ihrer Koautoren sind Angestellte dieser Firma, ein weiterer deren Berater [2]. Die einarmige Pilotstudie wurde nach eigener Angabe von den beiden Herstellerfirmen Apomedica Pharmazeutische Produkte GmbH und Frutarom Switzerland Ltd. finanziert, das Präparat stammte von Apomedica, und sechs der acht Autoren sind bei den beteiligten Firmen angestellt [4]. Beide Arbeiten liefern also die durchweg positiven Zahlen ohne Kontrollgruppe und zugleich mit dem jeweiligen Hersteller als Geldgeber. Alle drei Arbeiten prüfen zudem unterschiedliche Extrakt-Zubereitungen (Weichextrakt, wässrig-alkoholischer Trockenextrakt, ölfreier hydroethanolischer Extrakt), ihre Prozentangaben sind deshalb nicht ohne Weiteres miteinander vergleichbar.
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04
Sexuelle Funktion und Erektionsfähigkeit bei Männern unter langfristiger Kürbissamen-Weichextrakt-Einnahme, ohne erkennbaren negativen Trend in einer unkontrollierten Anwendungsbeobachtung
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
In derselben 24-monatigen Beobachtungsstudie zeigten Fragebögen zu Alterssymptomen und Erektionsfähigkeit während der Einnahme keine auffällige Verschlechterung. Ohne Kontrollgruppe zeigt das kein aktives Verhindern eines altersbedingten Rückgangs, nur das Ausbleiben eines auffälligen negativen Trends.
Ausführlicher Nachweis
In der oben beschriebenen 24-monatigen, nichtinterventionellen Beobachtungsstudie an Männern mit unteren Harnwegssymptomen wurden zusätzlich die Aging Males Symptoms Scale (AMS) und der International Index of Erectile Function (IIEF-5) erhoben [2]. Beide Werte zeigten während der Behandlung mit Kürbissamen-Weichextrakt keine auf eine Verschlechterung hindeutende Veränderung [2]. Da diese Beobachtungsstudie keine Placebo- oder unbehandelte Kontrollgruppe hatte, zeigt sie kein aktives Verhindern einer altersbedingten Verschlechterung, sondern nur das Ausbleiben eines auffälligen negativen Trends unter der Einnahme selbst. Die Angabe ist trotzdem insofern informativ, als sie einer verbreiteten Sorge widerspricht, eine Beeinflussung von Prostata- oder Hormonwerten durch pflanzliche Mittel könne sich negativ auf die sexuelle Funktion auswirken. Dieselbe Interessenlage wie in der vorherigen Zeile beschrieben gilt auch hier [2].
Quellen: 2
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05
Haardichte und Haarzahl bei Männern mit erblich bedingtem Haarausfall unter Kürbiskernöl, höher als unter Placebo in der bislang einzigen randomisierten Studie
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
In der bisher einzigen placebokontrollierten Studie mehr Haare und ein besseres Selbstempfinden unter Kürbiskernöl als unter Placebo. Eine einzelne, von der Herstellerfirma des Präparats mitfinanzierte Studie, keine unabhängige zweite Bestätigung, und geprüft wurde Kernöl, nicht der hier behandelte Extrakt.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Studie erhielten 76 Männer mit leichtem bis mittlerem erblich bedingtem Haarausfall über 24 Wochen täglich 400 mg Kürbiskernöl oder Placebo, ausgewertet wurden 37 beziehungsweise 39 Teilnehmende, deren Ausgangswerte sich zwischen den Gruppen nicht unterschieden [5]. Selbst eingeschätzte Besserungs- und Zufriedenheits-Scores waren unter Kürbiskernöl nach 24 Wochen höher als unter Placebo (p gleich 0,013 beziehungsweise 0,003) [5]. Die mittels Phototrichogramm gezählte Haarzahl nahm unter Kürbiskernöl gegenüber Placebo stärker zu, ein Anstieg um 40 Prozent gegenüber 10 Prozent unter Placebo (p kleiner 0,001), ein Effektmaß mit Konfidenzintervall für diesen Prozentunterschied nennt der uns vorliegende Volltext nicht [5]. Nebenwirkungen unterschieden sich nicht zwischen den Gruppen [5]. Die Studie wurde laut Danksagungsabschnitt von der Firma Dreamplus Co., Ltd. finanziell unterstützt, während die davon getrennte Interessenerklärung im selben Text keinen Interessenkonflikt nennt, ein Beispiel dafür, dass Förderhinweis und Interessenerklärung zwei getrennte Textstellen sind, die nicht immer dasselbe sagen [5]. Eine 2025 veröffentlichte Netzwerk-Meta-Analyse zu Nahrungsergänzungsmitteln bei erblich bedingtem Haarausfall bindet für Kürbiskernöl im Wesentlichen dieselbe Studie ein und errechnet für die Haardichte eine standardisierte mittlere Differenz von 0,59 Haaren pro cm² gegenüber Placebo (95-Prozent-Intervall 0,09 bis 1,09) [6]. Die dort für die ärztliche Beurteilung berichtete Risikoverhältniszahl von 1,72 mit einem Intervall von 0,15 bis 3,29 wirkt in sich widersprüchlich, weil ein echtes Risikoverhältnis kein negatives oder durch null laufendes Intervall haben kann, was auf einen Bericht- oder Einheitenfehler in der Originalarbeit hindeutet. Wir geben die Zahl trotzdem wieder, weisen aber ausdrücklich auf diese Unstimmigkeit hin [6]. Eine 2023 im Fachblatt JAMA Dermatology veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit zu Nahrungsergänzungsmitteln bei Haarausfall zählt Kürbiskernöl zu den Präparaten mit der nach ihrer eigenen Evidenzhierarchie höchsten Beleglage innerhalb ihres Datenbestands, ohne dabei über die zitierte Einzelstudie hinaus eine neue quantitative Angabe zu machen [7]. Da Netzwerk-Meta-Analyse und Übersichtsarbeit für Kürbiskernöl im Kern auf derselben einen randomisierten Studie aufbauen, zählt dies als ein einzelner Befund und nicht als mehrere unabhängige Bestätigungen. Wichtig für die Übertragbarkeit, geprüft wurde hier Kürbiskernöl, eine andere Zubereitung als der bei den Harnwegssymptomen oben beschriebene Kürbissamen-Extrakt, eine Übertragung zwischen beiden Zubereitungen ist nicht gezeigt.
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06
Haarausfall bei Frauen unter Kürbiskernöl im Vergleich zu topischem Minoxidil, ohne Placebogruppe
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
In einer Vergleichsstudie ohne Placebo besserten sich mehrere Haarmerkmale unter Kürbiskernöl gegenüber dem eigenen Ausgangswert ähnlich wie unter Minoxidil. Ohne Placebogruppe zeigt das weder eine Wirkung gegenüber Placebo noch eine gesicherte Gleichwertigkeit mit Minoxidil.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten Vergleichsstudie ohne Placebogruppe erhielten Frauen mit anlagebedingtem Haarausfall über 3 Monate entweder Kürbiskernöl (n gleich 30) oder topisches Minoxidil 5 Prozent Schaum (n gleich 30) [8]. In der Kürbiskernöl-Gruppe nahm die Haarschaft-Vielfalt gegenüber dem eigenen Ausgangswert ab (von 30,5 auf 24,0 Prozent, p kleiner 0,001) und die Zahl der Vellushaare sank (von 22,5 auf 15,8, p kleiner 0,001), aufrecht nachwachsende Haare nahmen zu (von 0,13 auf 0,9, p kleiner 0,001) [8]. In der Minoxidil-Gruppe zeigten sich ähnliche, teils etwas stärkere Vorher-Nachher-Veränderungen [8]. Da beide Werte nur gegenüber dem eigenen Ausgangswert berichtet werden und keine Placebogruppe vorhanden war, ist weder eine Wirkung des Kürbiskernöls gegenüber Placebo noch eine sichere Gleichwertigkeit mit Minoxidil aus dieser Studie ableitbar, nur eine ähnliche Größenordnung der beobachteten Veränderung unter beiden Bedingungen. Studienpopulation Frauen mit anlagebedingtem Haarausfall, keine Übertragung auf Männer ohne eigene Prüfung.
Quellen: 8
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07
Zellwachstumshemmung an hyperplastischem Prostatagewebe und weiteren schnell wachsenden Zelllinien im Laborversuch, unabhängig von Sexualhormonrezeptoren
Nur Labor und TierEinordnung und Einschränkungen
Im Zellversuch hemmte ein Kürbissamen-Extrakt das Wachstum mehrerer menschlicher Zelllinien. Eine Bindung an Androgen-, Östrogen- oder Progesteronrezeptor fand sich dabei nicht, was die verbreitete Erklärung über eine direkte Hormonrezeptor-Wirkung infrage stellt.
Ausführlicher Nachweis
In einem Laborversuch an mehreren menschlichen Zelllinien, darunter eine hyperplastische Zelllinie aus gutartigem Prostatagewebe sowie Prostata-, Brust- und Dickdarmkrebszellen, hemmte ein wässrig-ethanolischer Kürbissamen-Extrakt aus der Steirischen Ölkürbis-Unterart das Zellwachstum um etwa 40 bis 50 Prozent, bei einer zum Vergleich herangezogenen nicht-hyperplastischen menschlichen Hautzelllinie dagegen nur um etwa 20 Prozent [9]. In Hefe-Testsystemen zeigte weder der Extrakt noch der als Leitsubstanz mitgeprüfte Inhaltsstoff Cucurbitin eine Bindungsaktivität am menschlichen Androgen-, Östrogen- oder Progesteronrezeptor [9]. Die Autorenschaft schließt daraus, die wachstumshemmende Wirkung sei unabhängig von diesen Steroidhormonrezeptoren [9]. Dieser Laborbefund relativiert die verbreitete Zuschreibung, Kürbissamen wirke über eine direkte Bindung an Androgenrezeptoren oder eine ausgeprägte Hemmung des Enzyms 5-alpha-Reduktase, wozu uns aus einer eigenen, Kürbissamen-spezifischen Suche keine eigene Studie vorliegt. Reiner Zellversuch außerhalb des Körpers, keine Übertragung auf eine Wirkung im lebenden Menschen gezeigt.
Quellen: 9
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08
Überaktive Blase oder Harninkontinenz bei Erwachsenen
Keine Studien gefundenEinordnung und Einschränkungen
Wir haben gezielt gesucht und keine Studie am Menschen zu Kürbissamen und überaktiver Blase oder Harninkontinenz bei Erwachsenen gefunden, obwohl dies eine verbreitete Zuschreibung ist.
Ausführlicher Nachweis
Eine gezielte Suche zu Kürbissamen beziehungsweise Cucurbita pepo und überaktiver Blase oder Harninkontinenz bei Erwachsenen (Suchbegriffe overactive bladder und urinary incontinence, jeweils mit und ohne Zusatz women) ergab keinen einzigen Treffer zu dieser konkreten Zuschreibung. Eine breitere Suche nach Kürbissamen und Blase (bladder) fand neben den oben beschriebenen Harnwegssymptom-Studien nur eine ältere, 1987 veröffentlichte Studie an Kindern in einer Region mit gehäuftem Harnsteinleiden in Thailand, die den Effekt von Kürbissamen auf Kristallbildung im Urin und die Harnzusammensetzung untersuchte, keine Studie zu einer überaktiven Blase oder zu Harndrang bei Erwachsenen. Gesucht mit den PubMed-Suchbegriffen "pumpkin seed extract overactive bladder women", "Cucurbita pepo urinary incontinence" und "pumpkin seed bladder", ohne Einschränkung auf einen bestimmten Studientyp.
Studien im Detail
Untere Harnwegssymptome bei vergrößerter Prostata
Die mit Abstand größte und am längsten laufende Studie zu Kürbissamen ist die GRANU-Studie von Vahlensieck und Kollegen, 1431 Männer, drei Arme, 12 Monate. Sie prüfte zwei verschiedene Zubereitungen gegeneinander und gegen Placebo, ganzen Kürbissamen und Kapseln mit Kürbissamen-Extrakt. Das Ergebnis fiel für beide Zubereitungen unterschiedlich aus. Für die Extrakt-Kapsel, die hier behandelte Zubereitung, unterschied sich die vorab festgelegte Ansprechrate nicht von Placebo. Für den ganzen Samen war die Ansprechrate zahlenmäßig höher als unter Placebo, von der Originalarbeit selbst als "deskriptiv signifikant" bezeichnet, eine Formulierung, die im zugänglichen Abstract nicht eindeutig auf einen bestandenen formalen Test schließen lässt. Die Autorenschaft fordert selbst eine bestätigende Studie.
Daneben liegen mehrere offene, unkontrollierte Anwendungsbeobachtungen zu unterschiedlichen Extrakt-Zubereitungen vor, an 130, 2245 und 60 Männern. In allen drei besserte sich der Symptomscore gegenüber dem eigenen Ausgangswert der Teilnehmer, teils deutlich. Ohne Placebo- oder Kontrollgruppe können diese Studien aber keine Überlegenheit gegenüber Placebo zeigen, weil sich Harnwegssymptome bei vielen Männern auch ohne Behandlung im Zeitverlauf ändern.
Einordnung, die einzige placebokontrollierte Studie mit dem hier behandelten Extrakt fand keinen Unterschied zu Placebo. Die durchweg positiveren Zahlen aus den unkontrollierten Beobachtungen sind methodisch schwächer und nicht direkt mit einem echten Placebo-Effekt vergleichbar.
Haarausfall
Zum erblich bedingten Haarausfall bei Männern liegt eine einzelne placebokontrollierte Studie vor, an 76 Männern über 24 Wochen mit Kürbiskernöl, nicht mit dem hier behandelten Extrakt. Selbst eingeschätzte Besserung und gezählte Haarzahl waren unter Kürbiskernöl höher als unter Placebo. Eine 2025 veröffentlichte Netzwerk-Meta-Analyse und eine 2023 veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit ordnen diesen Befund positiv ein, stützen sich dabei aber im Kern auf dieselbe eine Studie. Bei Frauen mit anlagebedingtem Haarausfall liegt eine Vergleichsstudie ohne Placebogruppe gegenüber topischem Minoxidil vor, die wegen der fehlenden Placebogruppe weder eine Wirkung noch eine Gleichwertigkeit mit Minoxidil zeigen kann.
Einordnung, alle Haarausfall-Studien prüfen Kürbiskernöl, keine einen Extrakt. Eine Übertragung dieser Befunde auf ein Extrakt-Präparat ist nicht gezeigt.
Laborbefunde zum Wirkmechanismus
Ein Zellversuch an mehreren menschlichen Zelllinien fand eine wachstumshemmende Wirkung eines Kürbissamen-Extrakts, die unabhängig von einer Bindung an Androgen-, Östrogen- oder Progesteronrezeptor auftrat. Das relativiert die verbreitete Erklärung, Kürbissamen wirke über eine direkte Hormonrezeptor-Bindung. Reiner Laborbefund ohne Untersuchung am Menschen.
Sicherheit und Wechselwirkungen
Kürbissamen und seine verschiedenen Zubereitungen gelten in den vorliegenden Studien als gut verträglich, mit einer Nebenwirkungsrate ähnlich wie unter Placebo beziehungsweise Minoxidil.
Da mehrere Studien eine mögliche Beeinflussung von Prostatagewebe und Hormonwegen untersuchen, auch wenn ein direkter Hormonrezeptor-Mechanismus laborseitig nicht bestätigt wurde, ist bei einer bestehenden hormonabhängigen Erkrankung oder unter einer Hormontherapie im Zweifel ärztliche Rücksprache sinnvoll.
Zu Wechselwirkungen mit Medikamenten sowie zu Kindern, Jugendlichen, Schwangerschaft und Stillzeit liegt uns keine eigene geprüfte Quelle vor.
Quellen zum Nachlesen
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01
RCT, teilverblindet, plazebokontrolliert, multizentrisch, drei Arme, n gleich 1431, 12 Monate · 2015
Effects of pumpkin seed in men with lower urinary tract symptoms due to benign prostatic hyperplasia in the one-year, randomized, placebo-controlled GRANU study
Vahlensieck W, Theurer C, Pfitzer E, Patz B, Banik N, Engelmann U. Urol Int
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02
Nichtinterventionelle Beobachtungsstudie ohne Kontrollgruppe, n gleich 130 (83 nach 12 Monaten ausgewertet), 24 Monate · 2022
Extract from Cucurbita pepo improves BPH symptoms without affecting sexual function, a 24-month noninterventional study
Theil G, Richter M, Schulze M, Köttig T, Patz B, Heim S, Krauß Y, Markov M, Fornara P. World J Urol
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03
Offene, multizentrische Anwendungsbeobachtung ohne Kontrollgruppe, n gleich 2245, 12 Wochen · 2000
Prosta Fink Forte capsules in the treatment of benign prostatic hyperplasia, multicentric surveillance study in 2245 patients
Friederich M, Theurer C, Schiebel-Schlosser G. Forsch Komplementarmed Klass Naturheilkd
Zur Zuschreibung: 03
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04
Einarmige Pilotstudie ohne Kontrollgruppe, n gleich 60, 12 Wochen · 2019
Effects of an Oil-Free Hydroethanolic Pumpkin Seed Extract on Symptom Frequency and Severity in Men with Benign Prostatic Hyperplasia, A Pilot Study in Humans
Leibbrand M, Siefer S, Schön C, Perrinjaquet-Moccetti T, Kompek A, Csernich A, Bucar F, Kreuter MH. J Med Food
Zur Zuschreibung: 03
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05
RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, n gleich 76 (37 vs 39 ausgewertet), 24 Wochen · 2014
Effect of pumpkin seed oil on hair growth in men with androgenetic alopecia, a randomized, double-blind, placebo-controlled trial
Cho YH, Lee SY, Jeong DW, Choi EJ, Kim YJ, Lee JG, Yi YH, Cha HS. Evid Based Complement Alternat Med
Zur Zuschreibung: 05
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07
Systematische Übersichtsarbeit, 30 eingeschlossene Arbeiten (17 RCTs, 11 nicht-randomisierte klinische Studien, 2 Fallserien) · 2023
Evaluation of the Safety and Effectiveness of Nutritional Supplements for Treating Hair Loss, A Systematic Review
Drake L, Reyes-Hadsall S, Martinez J, Heinrich C, Huang K, Mostaghimi A. JAMA Dermatol
Zur Zuschreibung: 05
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08
Randomisierte Vergleichsstudie ohne Placebogruppe, aktive Kontrolle, n gleich 60 (30 vs 30), 3 Monate · 2021
Pumpkin seed oil vs. minoxidil 5% topical foam for the treatment of female pattern hair loss, a randomized comparative trial
Ibrahim IM, Hasan MS, Elsabaa KI, Elsaie ML. J Cosmet Dermatol
Zur Zuschreibung: 06
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09
Laborstudie, Zellkulturversuche und Hefe-Rezeptor-Testsysteme · 2016
Pumpkin seed extract, Cell growth inhibition of hyperplastic and cancer cells, independent of steroid hormone receptors
Medjakovic S, Hobiger S, Ardjomand-Woelkart K, Bucar F, Jungbauer A. Fitoterapia
Zur Zuschreibung: 07
Bei H.P.N
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