Oxystorm
Zuletzt geprüft am
Pflanzenextrakte
Amaranthus hypochondriacus · Oxystorm Amaranth Extrakt · Amaranth-Nitrat-Extrakt · Amaranthblatt-Extrakt
Auf einen Blick
- Was es ist
- Oxystorm ist ein Markenname für einen auf 9 bis 11 Prozent Nitrat standardisierten Extrakt aus den Blättern von Amaranthus hypochondriacus, einem nitratreichen Pseudogetreide
- Herkunft
- Amaranthus hypochondriacus ist eine in Mittelamerika beheimatete Pflanze aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse, traditionell als Nahrungspflanze genutzt. Der hier behandelte Extrakt wird gezielt aus den Blättern gewonnen und auf seinen Nitratgehalt standardisiert
- Wirkform in Studien
- In den drei ausgewerteten Humanstudien entweder als reiner Amaranth-Blattextrakt oder, in einer Studie, als Bestandteil eines Kombinationspräparats zusammen mit Citrullinmalat
- Übliche Studiendosis
- 2 g Extrakt als akute Einzeldosis in der Studie zur Bioverfügbarkeit, rund 400 mg Nitrat als Einzeldosis oder über sechs Tage in der Studie zur Ausdauerleistung, 500 mg Nitrat täglich über vier Wochen in Kombination mit Citrullinmalat in der Studie an Fußballspielerinnen
- Bekannt geworden durch
- Die Suche nach pflanzlichen Nitratquellen jenseits von Rote Bete für den Sport. Amaranth gilt wegen seines hohen Nitratgehalts und des Fehlens von Zucker und Oxalsäure als mögliche Alternative
- Verträglichkeit
- Keine der drei ausgewerteten Studien berichtet über Nebenwirkungen, Verträglichkeit oder Sicherheit, weder das Abstract der Studie zur Bioverfügbarkeit noch die beiden gelesenen Volltexte, in denen die Wörter Nebenwirkung, Verträglichkeit und Sicherheit nicht vorkommen. Das ist ein fehlender Endpunkt und kein Befund von Unbedenklichkeit. Eigene Sicherheitsdaten liegen uns nicht vor
Was diesem Stoff zugesprochen wird
Was die Studien hergeben.
Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.
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01
Nitrat- und Nitritspiegel in Blutplasma und Speichel nach einer akuten Einzeldosis, gegenüber Placebo
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Nach einer Einzeldosis waren Nitrat und Nitrit in Blut und Speichel höher als unter Placebo, in einer kleinen Cross-over-Studie mit 16 Teilnehmenden.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten Cross-over-Studie nahmen 16 gesunde Erwachsene einmalig 2 g eines nitratreichen Amaranth-Extrakts oder ein Placebo ein, Blut- und Speichelproben wurden über 24 Stunden wiederholt entnommen [1]. Gegenüber Placebo waren die Nitratspiegel in Blutplasma und Speichel signifikant höher (p kleiner 0,001), der Nitritspiegel im Plasma war leicht höher (p kleiner 0,05) und im Speichel deutlich höher (p kleiner 0,001) [1]. Die Autoren schließen daraus, eine Einzeldosis erhöhe Nitrat und Nitrit im Körper über mindestens acht Stunden [1]. Ein möglicher Nutzen für die sportliche Leistung wird im Abstract nur als Vermutung formuliert, in dieser Studie selbst wurde keine Leistung gemessen. Uns liegt zu dieser 2016 erschienenen Arbeit nur das Abstract vor, nicht der Volltext, Angaben zu Förderung und Interessenkonflikt ließen sich deshalb nicht prüfen. Ein Biomarker-Befund, kein Leistungs- oder Gesundheitsendpunkt.
Quellen: 1
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02
Maximale Sauerstoffaufnahme, Spitzenleistung und erste ventilatorische Schwelle im Ausbelastungstest nach sechstägiger Einnahme, ohne ausgewiesenen Vergleich zur Placebogruppe am Studienende
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Nach sechs Tagen Einnahme höhere maximale Sauerstoffaufnahme, Spitzenleistung und erste ventilatorische Schwelle als zu Studienbeginn innerhalb der Verumgruppe. Ein ausgewiesener Vergleich mit der Placebogruppe am selben Zeitpunkt fehlt im Text.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Studie an 13 gesunden, körperlich aktiven jungen Männern (7 Verum, 6 Placebo) prüften Liubertas und Kollegen ein auf 9 bis 11 Prozent Nitrat standardisiertes Amaranthus-hypochondriacus-Konzentrat, verabreicht als Riegel mit 4 g Konzentrat, entsprechend rund 400 mg Nitrat [2]. Nach sechs Tagen täglicher Einnahme waren maximale Sauerstoffaufnahme (von 37,7 auf 41,2 ml/kg/min), Spitzenleistung (von 4,44 auf 4,55 W/kg) und die erste ventilatorische Schwelle (von 2,02 auf 2,14 W/kg) gegenüber dem eigenen Ausgangswert der Verumgruppe höher (jeweils p kleiner 0,05, Wilcoxon-Test für abhängige Stichproben) [2]. Für die Placebogruppe berichtet der Volltext, dass sich zu keinem Zeitpunkt eine Veränderung zeigte, ein eigener statistischer Vergleich beider Gruppen zum dritten Testzeitpunkt (Mann-Whitney-Test für unabhängige Stichproben) wird für diese drei Endpunkte im Ergebnisteil nicht berichtet [2]. Die verbreitet zitierten Werte sind damit eine Veränderung innerhalb der Verumgruppe und kein ausgewiesener Unterschied zur Placebogruppe, weshalb die Stufe bei Hinweise bleibt. Die Studie ist mit 13 Teilnehmenden zudem sehr klein, wurde nach eigener Angabe ohne gezielte Förderung durchgeführt und erklärt keinen Interessenkonflikt [2].
Quellen: 2
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03
Dieselben Parameter im Ausbelastungstest nach einer einzelnen akuten Einnahme, ohne Veränderung
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Nach einer einzelnen Einnahme keine Veränderung von maximaler Sauerstoffaufnahme, Spitzenleistung oder erster ventilatorischer Schwelle.
Ausführlicher Nachweis
In derselben Studie zeigte eine einzelne Einnahme des Amaranth-Konzentrats, eine Stunde vor dem Belastungstest, keine Veränderung von maximaler Sauerstoffaufnahme, Spitzenleistung oder erster ventilatorischer Schwelle gegenüber dem eigenen Ausgangswert der Verumgruppe [2]. Erst nach sechs Tagen täglicher Einnahme zeigte sich die in der vorigen Zeile beschriebene Veränderung [2]. Herzfrequenz, Atemquotient und die Laktatkonzentration nach Belastung veränderten sich weder nach der Einzeldosis noch nach der mehrtägigen Einnahme in einer der beiden Gruppen [2].
Quellen: 2
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04
Leistungsabfall im Sprinttest nach einem Wettkampfspiel und Maximalgeschwindigkeit im Training bei Fußball-Profispielerinnen, unter einer Kombination mit Citrullinmalat
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Bei Profi-Fußballspielerinnen kleinerer Leistungsabfall im Sprinttest nach einem Wettkampfspiel unter einer Kombination aus diesem Extrakt und Citrullinmalat. Die Wirkung des Amaranth-Extrakts allein lässt sich aus dieser Studie nicht herauslösen.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Studie erhielten 34 professionelle Fußballspielerinnen vier Wochen lang während der Saisonvorbereitung entweder eine Kombination aus 500 mg Nitrat aus dem Amaranth-Extrakt Oxystorm und 8 g Citrullinmalat oder ein Placebo [3]. Der Amaranth-Extrakt stammte nach Angabe der Arbeit vom selben Hersteller (Efficient Science, Black Fenix S.L.), der auch das für diesen Eintrag namensgebende Präparat vertreibt [3]. Im Wingate-Sprinttest nach einem Wettkampfspiel war der Rückgang von mittlerer und minimaler Leistung über die 30 Sekunden in der Verumgruppe signifikant niedriger als in der Placebogruppe, ebenso der Leistungsabfall in der ersten und zweiten Hälfte des Tests [3]. Bei einem Sprungtest vor und nach demselben Belastungstest unterschieden sich die Gruppen dagegen nicht signifikant [3]. Die maximale Laufgeschwindigkeit während Training und Wettkampf war in der Verumgruppe höher [3]. Die Plasma-Nitratkonzentration stieg in der Verumgruppe gegenüber dem Ausgangswert an und blieb 24 Stunden nach der letzten Einnahme erhöht [3]. Weil das geprüfte Präparat zugleich 8 g Citrullinmalat enthielt, lässt sich der beobachtete Effekt nicht dem Amaranth-Extrakt allein zuschreiben. Die Autoren erklären, keine externe Förderung erhalten zu haben und keinen Interessenkonflikt zu haben, das geprüfte Präparat wurde jedoch vom Hersteller des Amaranth-Extrakts bereitgestellt [3].
Quellen: 3
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05
Blutdrucksenkende Wirkung dieses Amaranth-Blattextrakts am Menschen
Keine Studien gefundenEinordnung und Einschränkungen
Wir haben gezielt gesucht und keine Studie zu diesem Amaranth-Blattextrakt und Blutdruck gefunden.
Ausführlicher Nachweis
Eine gezielte Suche nach Human- und Tierstudien zu Amaranthus hypochondriacus, Amaranth-Extrakt oder Amaranth-Nitrat und Blutdruck ergab keine Studie zu dem in diesem Eintrag behandelten, aus den Blättern gewonnenen Nitrat-Extrakt. Gefunden wurden ausschließlich Tierstudien zu Amaranth-Samenprotein und Proteinhydrolysaten bei Ratten, ein anderer Pflanzenteil mit einem anderen Wirkmechanismus als der hier behandelte Nitrat-Extrakt aus den Blättern, deshalb hier nicht als Beleg herangezogen. Nitrat aus anderen pflanzlichen Quellen wie Rote Bete senkt in Studien nachweislich den Blutdruck, eine eigene Studie zu Nitrat aus Amaranth-Blättern und Blutdruck liegt uns dagegen nicht vor.
Studien im Detail
Bioverfügbarkeit von Nitrat und Nitrit
Subramanian und Gupta prüften 2016 in einer randomisierten Cross-over-Studie an 16 gesunden Erwachsenen, ob eine einzelne Einnahme des Amaranth-Extrakts Nitrat- und Nitritspiegel in Blut und Speichel anhebt. Gegenüber Placebo waren beide Werte in beiden Kompartimenten deutlich höher, über einen Zeitraum von mindestens acht Stunden. Diese Arbeit misst ausschließlich die Aufnahme des Wirkstoffs in den Körper, keine Leistungs- oder Gesundheitswirkung. Uns liegt dazu nur das Abstract vor, nicht der Volltext.
Ausdauerleistung nach akuter und mehrtägiger Einnahme
Liubertas und Kollegen prüften 2020 in einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Studie an 13 körperlich aktiven jungen Männern ein auf 9 bis 11 Prozent Nitrat standardisiertes Amaranth-Konzentrat, sowohl als akute Einzeldosis als auch über sechs Tage tägliche Einnahme. Nach einer einzelnen Einnahme veränderten sich maximale Sauerstoffaufnahme, Spitzenleistung und erste ventilatorische Schwelle nicht. Nach sechs Tagen waren alle drei Werte gegenüber dem eigenen Ausgangswert der Verumgruppe höher.
Entscheidend für die Einordnung: Der Volltext berichtet diese Verbesserung als Veränderung innerhalb der Verumgruppe, geprüft mit dem Wilcoxon-Test für abhängige Stichproben. Ein eigener statistischer Vergleich beider Gruppen zum dritten Testzeitpunkt, mit dem für unabhängige Stichproben vorgesehenen Mann-Whitney-Test, wird für diese drei Endpunkte im Ergebnisteil nicht berichtet, festgehalten wird lediglich, dass sich in der Placebogruppe zu keinem Zeitpunkt eine Veränderung zeigte. Ein echter Gruppenunterschied zum Studienende ist damit nicht gezeigt, weshalb die Stufe bei Hinweise bleibt. Mit 13 Teilnehmenden ist die Studie zudem sehr klein.
Kombinationspräparat bei Fußball-Profispielerinnen
Ramírez-Munera und Kollegen prüften 2025 in einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Studie an 34 professionellen Fußballspielerinnen ein Präparat aus 500 mg Nitrat aus dem Amaranth-Extrakt Oxystorm und 8 g Citrullinmalat, eingenommen vier Wochen lang während der Saisonvorbereitung. Diese Arbeit nennt als bislang einzige den Markennamen Oxystorm ausdrücklich und identifiziert Hersteller und Vertrieb. Nach einem Wettkampfspiel war der Leistungsabfall im Wingate-Sprinttest in der Verumgruppe kleiner als in der Placebogruppe, ein Sprungtest zeigte dagegen keinen Unterschied. Weil das Präparat zugleich 8 g Citrullinmalat enthielt, lässt sich dieser Befund nicht dem Amaranth-Extrakt allein zuschreiben.
Einordnung
Von den drei vorliegenden Humanstudien prüft nur eine (Liubertas 2020) den Amaranth-Extrakt als alleinigen Wirkstoff und einen Leistungsendpunkt, und ihr zentraler Befund ist methodisch ein Vorher-Nachher-Vergleich statt eines Gruppenvergleichs. Die zweite Studie (Subramanian 2016) misst nur die Aufnahme des Wirkstoffs. Die dritte Studie (Ramírez-Munera 2025), die einzige mit dem Markennamen, prüft ein Kombinationspräparat. Eine unabhängige, ausschließlich diesem Extrakt zurechenbare Leistungsstudie mit ausgewiesenem Gruppenvergleich liegt uns nicht vor.
Sicherheit und Wechselwirkungen
In den drei ausgewerteten kleinen Studien wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen berichtet. Ausführliche Sicherheitsdaten über diese kleinen und kurzen Studien hinaus liegen uns nicht vor.
Da nitratreiche Präparate den Stickstoffmonoxid-Spiegel im Körper erhöhen können, ist bei gleichzeitiger Einnahme blutdrucksenkender Medikamente, insbesondere solcher aus der Gruppe der Nitrate und Phosphodiesterase-Hemmer, ärztliche Rücksprache sinnvoll. Zu Wechselwirkungen mit Medikamenten liegt uns keine eigene geprüfte Humanstudie vor.
Zu Schwangerschaft und Stillzeit liegt uns keine eigene geprüfte Quelle vor, eine ärztliche Rücksprache vor der Einnahme ist in diesem Fall grundsätzlich sinnvoll.
Quellen zum Nachlesen
- 01
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02
RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, n gleich 13 (6 vs 7), akute Einzeldosis und 6 Tage · 2020
The influence of amaranth (Amaranthus hypochondriacus) dietary nitrates on the aerobic capacity of physically active young persons
Liubertas T, et al. J Int Soc Sports Nutr
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03
RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, Kombinationspräparat mit Citrullinmalat, n gleich 34, 4 Wochen · 2025
Impact of Chronic Nitrate and Citrulline Malate Supplementation on Performance and Recovery in Spanish Professional Female Soccer Players, A Randomized Controlled Trial
Ramírez-Munera M, et al. Nutrients
Zur Zuschreibung: 04
Bei H.P.N
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