Passionsblumen-Extrakt
Zuletzt geprüft am
Pflanzenextrakte
Passiflora incarnata · Passionsblumenkraut · Purple Passionflower · Maypop
Auf einen Blick
- Was es ist
- Ein Extrakt aus dem oberirdischen Kraut der Passionsblume (Passiflora incarnata), reich an Flavonoiden wie Vitexin, Isovitexin und Chrysin
- Herkunft
- Stammt ursprünglich aus dem Südosten Nordamerikas, wird heute weltweit als traditionelles pflanzliches Beruhigungsmittel angebaut
- Wirkform in Studien
- Uneinheitlich. Je nach Arbeit ein wässrig-alkoholischer Trockenextrakt in Kapseln, ein Flüssigextrakt in Tropfenform oder ein Aufguss als Tee, mit unterschiedlichem und selten vollständig standardisiertem Flavonoid-Gehalt
- Übliche Studiendosis
- 260 bis 500 mg Trockenextrakt oder 45 bis 90 Tropfen Flüssigextrakt als Einmalgabe vor einem Eingriff, bei einer diagnostizierten Angststörung um 45 Tropfen Flüssigextrakt täglich über vier Wochen, als Tee eine Tasse täglich über eine Woche, bei Schlafstörungen ein Extrakt täglich über zwei Wochen
- Bekannt geworden durch
- Die traditionelle Nutzung als pflanzliches Beruhigungs- und Schlafmittel in der nordamerikanischen Volksmedizin und später in der europäischen Phytotherapie
- Verträglichkeit
- In den vorliegenden Studien überwiegend gut vertragen, gelegentlich Schläfrigkeit oder Benommenheit berichtet, siehe Sicherheit
Was diesem Stoff zugesprochen wird
Was die Studien hergeben.
Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.
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01
Angst vor einem bevorstehenden kleinen chirurgischen oder zahnärztlichen Eingriff, bei einmaliger oraler Einnahme kurz vorher
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
In einer placebokontrollierten Studie vor ambulanten Eingriffen war die Angst nach einer Einmaldosis geringer als unter Placebo, ohne zusätzliche Beruhigung. In einer Vergleichsstudie vor Zahnextraktionen wirkte der Extrakt ähnlich wie das Beruhigungsmittel Midazolam.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie erhielten 60 Personen vor einem ambulanten chirurgischen Eingriff 90 Minuten vorher einmalig entweder 500 mg oralen Passionsblumen-Extrakt (n gleich 30) oder Placebo (n gleich 30) [1]. Die auf einer numerischen Skala erfasste Angst war in der Passionsblumen-Gruppe zu den nachfolgenden Messzeitpunkten signifikant niedriger als in der Kontrollgruppe (p kleiner 0,001), ohne dass sich Sedierung oder die Erholung der psychomotorischen Funktion zwischen den Gruppen unterschieden [1]. Demografie, ASA-Klassifikation, Operationsdauer und Ausgangswert der Angst waren zwischen den Gruppen vergleichbar. Geprüft wurden Affiliation, Interessenerklärung und Förderhinweis einzeln. Die Affiliation ist eine Universitätsklinik in Teheran, ein Interessenkonflikt-Feld und ein Förderhinweis fehlen bei PubMed. Untersucht wurde das im Abstract benannte Fertigpräparat Passipy des Herstellers IranDarou, eine Beteiligung dieses Herstellers ist in keinem der drei Felder erkennbar. Ein freier Volltext dieser Arbeit war nicht auffindbar, die Bewertung stützt sich auf das Abstract. In einer zweiten, randomisierten, doppelblinden Cross-over-Studie mit freiem Volltext erhielten 40 Personen vor einer beidseitigen Weisheitszahn-Extraktion bei einem Termin 260 mg Passionsblumen-Extrakt und beim anderen Termin 15 mg Midazolam, 30 Minuten vor dem Eingriff [2]. Blutdruck, Herzfrequenz und Sauerstoffsättigung unterschieden sich zwischen den beiden Protokollen nicht, über 70 Prozent der Teilnehmenden fühlten sich unter beiden Protokollen ruhig oder nur leicht ängstlich, und unter Midazolam berichteten 20 Prozent eine Erinnerungslücke, unter Passionsblume kaum jemand [2]. Die Autoren erklären, es habe kein Interessenkonflikt bestanden [2]. Diese zweite Studie hatte keine wirkstofffreie Kontrollgruppe, sie zeigt also eine Gleichwertigkeit zu Midazolam und keinen eigenständigen Beleg gegenüber gar keiner Behandlung. Beide Studien prüfen eine einmalige Einnahme vor einem kurzen medizinischen Eingriff, keine Aussage zu einer diagnostizierten Angststörung oder zu einer dauerhaften Einnahme.
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02
Angst-Score auf der Hamilton-Angst-Skala bei Menschen mit erhöhter Angst, in einer Netzwerk-Metaanalyse mehrerer Heilpflanzen statistisch nicht gesichert
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
In einer Netzwerk-Metaanalyse über zwölf Heilpflanzen senkte Passionsblume den Angst-Score gegenüber Placebo nicht statistisch gesichert. Das 95 % Glaubwürdigkeitsintervall reicht von minus 8,82 bis plus 0,16 Punkten, es ist breit und schließt sowohl einen bedeutsamen Nutzen als auch keinen Effekt ein.
Ausführlicher Nachweis
Eine 2022 veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit mit Netzwerk-Metaanalyse wertete 29 randomisierte Studien zu 12 Heilpflanzen bei diagnostizierter oder subklinischer Angst aus, mit dem Endpunkt Hamilton-Angst-Skala (HAMA) [3]. Für Passionsblume ergab sich eine mittlere Differenz von minus 4,20 Punkten bei einem 95 % Glaubwürdigkeitsintervall von minus 8,82 bis plus 0,16, das Intervall schließt damit die Null nicht aus, und die Arbeit stuft den Befund ausdrücklich als statistisch nicht gesichert ein, hält Passionsblume aber wegen unterstützender Befunde aus anderen Teilnetzwerken für weiter untersuchenswert [3]. Eine 2007 veröffentlichte Cochrane-Übersichtsarbeit zu Passionsblume bei Angststörungen fand insgesamt nur zwei geeignete Studien mit zusammen 198 Teilnehmenden, beide mit einem Benzodiazepin statt Placebo als Vergleichsarm, und kommt zu dem Schluss, es gebe zu wenige Studien für eine Schlussfolgerung [4]. Eine dieser zwei Studien ist eine 2001 veröffentlichte randomisierte, doppelblinde Studie an 36 Personen mit diagnostizierter generalisierter Angststörung, die 45 Tropfen Passionsblumen-Extrakt täglich gegen 30 mg Oxazepam täglich über vier Wochen verglich [5]. Am Ende der vier Wochen unterschieden sich beide Gruppen nicht signifikant, Oxazepam wirkte schneller, verursachte aber signifikant häufiger eine Beeinträchtigung der Arbeitsleistung als Passionsblume [5]. Da diese Studie keine Placebo-Gruppe hatte, zeigt die fehlende Differenz zu Oxazepam keinen eigenständigen Beleg für eine Wirkung gegenüber gar keiner Behandlung, sondern nur eine mögliche Gleichwertigkeit zum Vergleichsmedikament. Für keine der drei Arbeiten liegt uns ein freier Volltext vor.
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03
Subjektive Schlafqualität nach einer Tasse Passionsblumentee am Abend, in einer kleinen Cross-over-Studie an gesunden Erwachsenen
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
In einer kleinen Cross-over-Studie an gesunden jungen Erwachsenen war von sechs erfassten Schlaftagebuch-Maßen allein die subjektive Schlafqualität gegenüber Placebo-Tee besser bewertet.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Cross-over-Studie mit einwöchiger Auswaschphase tranken 41 gesunde Erwachsene zwischen 18 und 35 Jahren jeweils eine Woche lang täglich eine Tasse Passionsblumentee oder Placebo-Tee und führten ein Schlaftagebuch [6]. Von sechs ausgewerteten Schlaftagebuch-Maßen erreichte allein die Schlafqualität eine signifikant bessere Bewertung unter Passionsblumentee (t(40) gleich 2,70, p kleiner 0,01) [6]. Bei zehn der 41 Teilnehmenden wurde zusätzlich eine Polysomnographie in der letzten Nacht jeder Studienphase durchgeführt, ein eigenes Ergebnis dieser Messung nennt das Abstract nicht [6]. Die Studienpopulation bestand aus gesunden Erwachsenen mit nur leichten Schwankungen der Schlafqualität, nicht aus Menschen mit einer diagnostizierten Schlafstörung, und bei sechs geprüften Maßen ohne Korrektur für Mehrfachtestung ist ein einzelner signifikanter Befund vorsichtig zu lesen.
Quellen: 6
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04
Gesamtschlafzeit im Schlaflabor bei Menschen mit Insomnie, ein mit p gleich 0,049 gerade noch statistisch gesicherter Unterschied gegenüber Placebo, bei den übrigen Schlafmaßen nur eine Veränderung innerhalb der Verumgruppe
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Über zwei Wochen stieg die im Schlaflabor gemessene Gesamtschlafzeit knapp stärker als unter Placebo. Schlafeffizienz und nächtliches Wachliegen verbesserten sich nur innerhalb der Passionsblumen-Gruppe gegenüber ihrem eigenen Ausgangswert, ohne Unterschied zur Placebogruppe.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie erhielten 110 Erwachsene mit einer nach DSM-5 diagnostizierten Insomnie zwei Wochen lang täglich einen Passionsblumen-Extrakt oder Placebo, mit einer Übernacht-Polysomnographie sowie Schlaftagebüchern, dem Insomnia Severity Index und dem Pittsburgh Sleep Quality Index vor und nach der Behandlung [7]. Die Gesamtschlafzeit stieg in der Verumgruppe stärker als in der Placebogruppe, um 23,05 gegenüber minus 0,16 Minuten (p gleich 0,049), ein Ergebnis, das die übliche Signifikanzschwelle von 0,05 gerade noch unterschreitet, bei großer Streuung um die Mittelwerte von 54,26 und 53,12 Minuten [7]. Schlafeffizienz und nächtliches Wachliegen nach dem Einschlafen verbesserten sich nach zwei Wochen innerhalb der Passionsblumen-Gruppe gegenüber ihrem eigenen Ausgangswert, ein Unterschied zur Placebogruppe wird für diese beiden Maße nicht berichtet [7]. Die Autoren selbst schließen, es brauche weitere Forschung zur klinischen Wirksamkeit von Passionsblume bei Insomnie [7]. Für diese Studie liegt uns kein freier Volltext vor.
Quellen: 7
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05
Blutdruck, Herzfrequenz und Sauerstoffsättigung im Vergleich zu keiner Behandlung
Keine Studien gefundenEinordnung und Einschränkungen
Wir haben gezielt nach Humanstudien zu Passionsblume und Blutdruck gesucht. Gefunden wurde nur ein Vergleich zwischen Passionsblume und einem Beruhigungsmittel ohne wirkstofffreie Kontrolle, der eine eigenständige Wirkung auf den Blutdruck nicht zeigen kann.
Ausführlicher Nachweis
Die oben beschriebene Cross-over-Studie vor Zahnextraktionen maß Blutdruck, Herzfrequenz und Sauerstoffsättigung als Sicherheitsparameter und fand keinen Unterschied zwischen Passionsblumen-Extrakt und Midazolam. Da diese Studie keine wirkstofffreie Kontrollgruppe hatte, lässt sich daraus keine Aussage ableiten, ob Passionsblume selbst Blutdruck oder Herzfrequenz gegenüber einem unbehandelten Zustand verändert. Eine gezielte weitere Suche nach placebokontrollierten Humanstudien zu Passionsblume und Blutdruck oder Herzfrequenz ergab keinen Treffer, abgesehen von ethnobotanischen Übersichtsarbeiten, die traditionelle Anwendungen auflisten, ohne eine eigene Studie zu Passionsblume und Blutdruck zu berichten.
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06
Symptome und Lebensqualität in den Wechseljahren
Keine Studien gefundenEinordnung und Einschränkungen
Die einzige gefundene Studie prüfte nicht Passionsblume allein, sondern ein Nahrungsergänzungsmittel aus vier Wirkstoffen. Ein eigener Beitrag von Passionsblume lässt sich daraus nicht ablesen.
Ausführlicher Nachweis
Eine Beobachtungsstudie an 60 Frauen in der Perimenopause mit Hitzewallungen prüfte ein Nahrungsergänzungsmittel aus Equol, Resveratrol, Quercetin und Passionsblumen-Extrakt über sechs Monate und fand eine Besserung des Kupperman-Index sowie der Lebensqualität und der sexuellen Funktion. Da das Präparat vier Wirkstoffe kombiniert und ohne Kontrollgruppe geprüft wurde, ist ein eigener Beitrag von Passionsblume an diesem Ergebnis nicht abgrenzbar. Eine gezielte Suche nach einer Studie, die Passionsblume allein bei Wechseljahresbeschwerden prüft, ergab keinen Treffer.
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07
Angstlösende Wirkung des in Passionsblume enthaltenen Flavonoids Chrysin über den GABA-A-Rezeptor, im Tiermodell
Nur Labor und TierEinordnung und Einschränkungen
In Ratten wirkte das aus Passionsblume und Kamille bekannte Flavonoid Chrysin angstlösend, blockierbar durch einen Gegenspieler am GABA-A-Rezeptor. Am Menschen ist das isolierte Flavonoid nicht geprüft.
Ausführlicher Nachweis
In einer Verhaltensstudie an Ratten senkte eine einmalige Injektion des Flavonoids Chrysin, das unter anderem in Passiflora incarnata und in Kamille vorkommt, bei einer Dosis von 1 mg/kg die Angstreaktion im Tiermodell, und dieser angstlösende Effekt ließ sich durch den Benzodiazepin-Gegenspieler Flumazenil aufheben, was auf eine Beteiligung des GABA-A-Rezeptors hindeutet [8]. Ein zweites geprüftes Flavonoid, Apigenin, aus der Kamille, zeigte diesen angstlösenden Effekt nicht, wirkte aber bei höherer Dosierung wie Chrysin dämpfend auf die Bewegungsaktivität, und dieser dämpfende Effekt ließ sich durch Flumazenil nicht aufheben [8]. Die Studie prüfte das isolierte Flavonoid und nicht den gesamten Passionsblumen-Extrakt, fand ausschließlich an Ratten statt, keine an Menschen.
Quellen: 8
Studien im Detail
Angst vor kurzen medizinischen Eingriffen
Zwei randomisierte Studien haben eine einmalige Gabe von Passionsblumen-Extrakt kurz vor einem kleinen Eingriff geprüft. In einer placebokontrollierten Studie vor ambulanten Operationen war die Angst nach 500 mg Extrakt signifikant niedriger als unter Placebo, ohne zusätzliche Sedierung oder Beeinträchtigung der psychomotorischen Erholung. In einer zweiten Studie vor Weisheitszahn-Extraktionen wirkte Passionsblume ähnlich wie das Beruhigungsmittel Midazolam auf die Angst, bei weniger Erinnerungslücken. Diese zweite Studie hatte keine wirkstofffreie Kontrollgruppe und zeigt deshalb eine mögliche Gleichwertigkeit zu Midazolam, keinen eigenständigen Beleg gegenüber gar keiner Behandlung.
Angst-Score in der Gesamtschau mehrerer Studien
Die Studienlage zu Passionsblume und einem allgemeinen Angst-Score ist dünn. Eine Cochrane-Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2007 fand nur zwei geeignete Studien mit zusammen 198 Teilnehmenden und beide ohne Placebo-Arm, eine davon eine Gleichwertigkeitsstudie gegen das Benzodiazepin Oxazepam. Eine 2022 veröffentlichte Netzwerk-Metaanalyse über zwölf Heilpflanzen errechnete für Passionsblume eine mittlere Differenz von minus 4,20 Punkten auf der Hamilton-Angst-Skala gegenüber Placebo, bei einem 95-Prozent-Glaubwürdigkeitsintervall von minus 8,82 bis plus 0,16 Punkten. Das Intervall schließt die Null ein, der Befund gilt damit als statistisch nicht gesichert.
Schlaf
Zwei Studien haben Passionsblume bei Schlaf geprüft, mit unterschiedlichem Ergebnis je nach Maß. In einer kleinen Tee-Studie an gesunden Erwachsenen war von sechs erfassten Schlaftagebuch-Maßen nur die subjektive Schlafqualität besser bewertet. In einer größeren Studie an Menschen mit diagnostizierter Insomnie stieg die im Schlaflabor gemessene Gesamtschlafzeit knapp stärker als unter Placebo, während sich Schlafeffizienz und nächtliches Wachliegen nur innerhalb der Verumgruppe gegenüber ihrem eigenen Ausgangswert veränderten, ohne belegten Unterschied zur Placebogruppe.
Wechseljahresbeschwerden
Zur häufig beworbenen Wirkung bei Wechseljahresbeschwerden fand sich keine Studie zu Passionsblume allein. Eine Beobachtungsstudie ohne Kontrollgruppe prüfte ein Nahrungsergänzungsmittel aus vier Wirkstoffen, Equol, Resveratrol, Quercetin und Passionsblumen-Extrakt, bei perimenopausalen Frauen mit Hitzewallungen und berichtete nach sechs Monaten eine Besserung von Beschwerde-Index und Lebensqualität [9]. Ein eigener Beitrag von Passionsblume lässt sich aus einer Vierstoff-Kombination ohne Kontrollgruppe nicht herauslösen.
Tier- und Laborstudien
Zum angstlösenden Mechanismus liegt eine Tierstudie zum in Passionsblume enthaltenen Flavonoid Chrysin vor. In Ratten wirkte eine Injektion von Chrysin angstlösend, blockierbar durch den Benzodiazepin-Gegenspieler Flumazenil, was auf eine Beteiligung des GABA-A-Rezeptors hindeutet. Die Studie prüfte das isolierte Flavonoid und keinen vollständigen Passionsblumen-Extrakt, und Chrysin kommt auch in anderen Pflanzen wie Kamille vor. Eine Übertragbarkeit auf den Menschen und auf den vollständigen Extrakt ist damit nicht gezeigt.
Sicherheit und Wechselwirkungen
In den vorliegenden Studien war Passionsblumen-Extrakt überwiegend gut verträglich. Vereinzelt wurden Schläfrigkeit, Benommenheit oder leichte Magen-Darm-Beschwerden berichtet.
Da Passionsblume in Studien beruhigend wirkte und in einer Studie einem Benzodiazepin ähnlich eingestuft wurde, ist bei gleichzeitiger Einnahme von Beruhigungsmitteln, Schlafmitteln oder Alkohol Vorsicht angebracht, eine verstärkte Müdigkeit ist möglich. Vor dem Führen von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen nach der Einnahme ist Zurückhaltung sinnvoll, bis die eigene Reaktion bekannt ist.
Zu Wechselwirkungen mit Medikamenten über die genannte beruhigende Wirkung hinaus sowie zu Schwangerschaft und Stillzeit liegt uns keine eigene geprüfte Humanstudie vor, eine ärztliche Rücksprache vor der Einnahme ist deshalb sinnvoll.
Quellen zum Nachlesen
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01
RCT, doppelblind, placebokontrolliert, n gleich 60 (30 vs 30), Einmalgabe 500 mg · 2008
Preoperative oral Passiflora incarnata reduces anxiety in ambulatory surgery patients, A double-blind, placebo-controlled study
Movafegh A, Alizadeh R, Hajimohamadi F, Esfehani F, Nejatfar M. Anesth Analg
Zur Zuschreibung: 01
-
02
RCT, doppelblind, Cross-over, n gleich 40, 260 mg gegen 15 mg Midazolam · 2017
Effects of passiflora incarnata and midazolam for control of anxiety in patients undergoing dental extraction
Dantas LP, de Oliveira-Ribeiro A, de Almeida-Souza LM, Groppo FC. Med Oral Patol Oral Cir Bucal
Zur Zuschreibung: 01
-
03
Systematische Übersichtsarbeit mit Netzwerk-Metaanalyse, 29 Studien, 12 Heilpflanzen · 2022
Medicinal herbs for the treatment of anxiety, A systematic review and network meta-analysis
Zhang W, Yan Y, Wu Y, Yang H, Zhu P, Yan F, Zhao R, Tian P, Wang T, Fan Q, Su Z. Pharmacol Res
Zur Zuschreibung: 02
- 04
-
05
RCT, doppelblind, n gleich 36, Vergleich mit Oxazepam ohne Placebo, 4 Wochen · 2001
Passionflower in the treatment of generalized anxiety, A pilot double-blind randomized controlled trial with oxazepam
Akhondzadeh S, Naghavi HR, Vazirian M, Shayeganpour A, Rashidi H, Khani M. J Clin Pharm Ther
Zur Zuschreibung: 02
- 06
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07
RCT, doppelblind, placebokontrolliert, n gleich 110, 2 Wochen, Polysomnographie · 2020
Effects of Passiflora incarnata Linnaeus on polysomnographic sleep parameters in subjects with insomnia disorder, A double-blind randomized placebo-controlled study
Lee J, Jung HY, Lee SI, Choi JH, Kim SG. Int Clin Psychopharmacol
Zur Zuschreibung: 04
- 08
- 09
Bei H.P.N
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