ProGBB

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Gamma-Butyrobetain-Ethylester · GBB-Ethylester · Gamma-Butyrobetain · GBB

H.P.N · Datenstand 2026-09-08 · 6 Zuschreibungen im Überblick

Auf einen Blick

Was es ist
ProGBB ist ein Markenname für Gamma-Butyrobetain-Ethylester, den Ethylester der körpereigenen Substanz Gamma-Butyrobetain (GBB). GBB ist die letzte Zwischenstufe der körpereigenen Bildung von L-Carnitin, bevor das Enzym Gamma-Butyrobetain-Hydroxylase daraus Carnitin macht. Kein Vitamin und keine Aminosäure
Herkunft
GBB entsteht im Körper selbst aus den Aminosäuren Lysin und Methionin als vorletzte Stufe der körpereigenen Carnitin-Synthese, hauptsächlich in Leber, Niere und Gehirn. Zusätzlich bilden Darmbakterien GBB aus mit der Nahrung aufgenommenem L-Carnitin. Der als Nahrungsergänzung verkaufte Ethylester ist eine synthetisch hergestellte Form
Wirkform in Studien
Für den Markenrohstoff ProGBB unter diesem Handelsnamen liegt uns keine einzige Studie vor. Für den Ethylester als chemische Verbindung gibt es dagegen Arbeiten, drei Rattenversuche aus den Jahren 1960 bis 1962 und eine Gefäßarbeit von 2005, in der Methyl- und Ethylester des Gamma-Butyrobetains an Rattengefäßen stärker gefäßerweiternd wirkten als die freie Säure. Die übrige Literatur betrifft die freie Säure und stammt fast ausschließlich aus der Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Forschung, nicht aus der Sporternährung. Keine der Arbeiten prüft eine Einnahme als Nahrungsergänzung zur Leistungssteigerung
Übliche Studiendosis
Keine, da uns keine Studie zur oralen Einnahme von GBB oder seinem Ethylester als Nahrungsergänzung vorliegt. In der einzigen tierexperimentellen Studie zur Wirkung einer GBB-Zufuhr auf die Gefäßwand erhielten Mäuse ab der Entwöhnung bis zur 19. Lebenswoche ein mit 1,3 Prozent GBB angereichertes Futter
Bekannt geworden durch
Die Vermarktung als "L-Carnitin-Booster" in Pre-Workout- und Fatburner-Produkten, gestützt auf die biochemische Rolle von GBB als unmittelbare Vorstufe von L-Carnitin. Die Herstellerbindung des Markennamens ProGBB ließ sich mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln nicht recherchieren, da keine wissenschaftliche Veröffentlichung diesen Markennamen nennt
Verträglichkeit
Zur oralen Einnahme von GBB oder seinem Ethylester beim Menschen liegt uns keine eigene Verträglichkeitsstudie vor. Zum Zusammenhang zwischen erhöhten körpereigenen GBB-Spiegeln und der Gefäßgesundheit siehe die Wirkungen und die Sicherheitshinweise unten

Was diesem Stoff zugesprochen wird

Was die Studien hergeben.

Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.

  1. 01

    Steigerung der körpereigenen L-Carnitin-Bildung durch orale Einnahme von GBB oder seinem Ethylester beim Menschen

    Keine Studien gefunden
    Einordnung und Einschränkungen

    Wir haben gezielt nach einer Studie gesucht, die zeigt, dass die orale Einnahme von GBB oder seinem Ethylester beim Menschen die Carnitin-Bildung oder den Carnitin-Spiegel erhöht, und keine gefunden. Eine Studie an Ratten zeigt diesen Effekt, eine Studie beim Menschen liegt dazu nicht vor.

    Ausführlicher Nachweis

    Gesucht wurde in PubMed mit den Suchbegriffen "gamma-butyrobetaine" "increases carnitine", ohne Beschränkung auf Humanstudien und Publikationstyp, sowie mit den Suchbegriffen administration carnitine level, rat plasma, supplementation und oral, zusätzlich unter den Bezeichnungen ProGBB und gamma-butyrobetaine ethyl ester (jeweils ohne Beschränkung auf Humanstudien, um auch Labor- und Tierdaten zu erfassen). Für den Markennamen ProGBB ergab die Suche keinen einzigen Treffer. Für gamma-butyrobetaine ethyl ester als chemischen Namen fanden sich vier Treffer, drei aus den Jahren 1960 bis 1962 zu Wirkungen des Ethylesters an Ratten und einer aus dem Jahr 2005, in dem Methyl- und Ethylester des Gamma-Butyrobetains an Rattengefäßen stärker gefäßerweiternd wirkten als die freie Säure, endothel- und stickstoffmonoxidabhängig (PMID 15219822). Keiner der vier betrifft eine Einnahme zur Steigerung des Carnitin-Spiegels. Zur freien Säure GBB fand sich zwar umfangreiche Literatur zur körpereigenen Bildung von Carnitin aus GBB durch das Enzym Gamma-Butyrobetain-Hydroxylase als bekannter Stoffwechselweg, am Menschen jedoch keine Interventionsstudie, die eine gezielte GBB-Zufuhr verabreicht und den Carnitin-Spiegel als Ergebnis misst. Für die Ratte gibt es eine solche Studie sehr wohl. Nach einer Einzelgabe von 100 Mikromol Butyrobetain, oral wie in die Bauchhöhle gespritzt, stiegen die L-Carnitin-Werte in Niere, Leber, Muskel und Plasma in demselben Ausmaß wie nach einer gleich großen Gabe L-Carnitin (PMID 2036448). Die uns bekannte pharmakologische Literatur zu diesem Enzym betrifft stattdessen überwiegend dessen Hemmung durch den Wirkstoff Meldonium (Mildronat), der die Carnitin-Bildung aus GBB blockiert und dadurch den GBB-Spiegel erhöht und den Carnitin-Spiegel senkt, also die entgegengesetzte Wirkrichtung zu der von ProGBB behaupteten.

  2. 02

    Fettverbrennung und Körperzusammensetzung unter GBB oder seinem Ethylester

    Keine Studien gefunden
    Einordnung und Einschränkungen

    Wir haben gezielt nach einer Studie zur Fettverbrennung oder Körperzusammensetzung unter GBB oder seinem Ethylester gesucht und keine gefunden.

    Ausführlicher Nachweis

    Gesucht wurde in PubMed mit den Suchbegriffen "gamma-butyrobetaine" "fat burning", ohne Beschränkung auf Humanstudien und Publikationstyp, sowie mit den Suchbegriffen fat oxidation, weight loss und thermogenesis, jeweils ohne Beschränkung auf Humanstudien. Die Suchen zu fat burning und fat oxidation sowie thermogenesis ergaben keinen einzigen Treffer. Die Suche zu weight loss ergab zwei Treffer, beide betreffen die Stoffwechsel-Substanz Trimethylamin-N-oxid (TMAO) nach einer bariatrischen Operation beziehungsweise deren Vorstufen im Zusammenhang mit Übergewicht, keiner davon prüft eine GBB-Zufuhr zur Gewichtsabnahme. Zur behaupteten fettverbrennenden Wirkung von GBB oder seinem Ethylester liegt uns damit keine einzige zurechenbare Studie vor.

  3. 03

    Sportliche Leistungsfähigkeit, Ausdauer und Energielevel unter GBB oder seinem Ethylester

    Keine Studien gefunden
    Einordnung und Einschränkungen

    Wir haben gezielt nach einer Studie zur sportlichen Leistungsfähigkeit, Ausdauer oder zum Energielevel unter GBB oder seinem Ethylester gesucht und keine gefunden.

    Ausführlicher Nachweis

    Gesucht wurde in PubMed mit den Suchbegriffen "gamma-butyrobetaine" "exercise performance", ohne Beschränkung auf Humanstudien und Publikationstyp, sowie mit den Suchbegriffen endurance, energy und athletic performance, jeweils ohne Beschränkung auf Humanstudien. Exercise performance, athletic performance und thermogenesis ergaben keinen Treffer, endurance einen einzigen Treffer zu einem in der Sportmedizin verwendeten verwandten Wirkstoff (Meldonium) und nicht zu GBB oder seinem Ethylester selbst, energy ergab 53 Treffer, von denen die durchgesehenen ausschließlich Grundlagenforschung zum Energiestoffwechsel in Zellen und Geweben betrafen, keine Studie zu einer sportlichen Leistung oder einem subjektiven Energielevel beim Menschen. Zur behaupteten Steigerung von Ausdauer, sportlicher Leistung oder Energielevel liegt uns damit keine einzige zurechenbare Studie vor.

  4. 04

    Kognitive Funktion unter GBB oder seinem Ethylester

    Keine Studien gefunden
    Einordnung und Einschränkungen

    Wir haben gezielt nach einer Studie zur kognitiven Funktion unter GBB oder seinem Ethylester gesucht und keine gefunden.

    Ausführlicher Nachweis

    Gesucht wurde in PubMed mit den Suchbegriffen "gamma-butyrobetaine" "cognitive function", ohne Beschränkung auf Humanstudien und Publikationstyp. Der einzige Treffer betrifft eine Beobachtungsstudie zum Zusammenhang zwischen dem Stoffwechselprodukt TMAO (nicht GBB selbst) und einer nachlassenden geistigen Leistungsfähigkeit im höheren Lebensalter, keine Interventionsstudie zu einer GBB-Zufuhr. Zur behaupteten Steigerung der kognitiven Funktion durch GBB oder seinen Ethylester liegt uns damit keine einzige zurechenbare Studie vor.

  5. 05

    Serumspiegel von Gamma-Butyrobetain und Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Sterblichkeit bei Menschen mit bildgebend nachgewiesener Verengung der Halsschlagader, eine Beobachtungsstudie

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    In einer Beobachtungsstudie an Menschen mit einer bildgebend nachgewiesenen Verengung der Halsschlagader war ein höherer GBB-Spiegel im Blut mit einer höheren Herz-Kreislauf-Sterblichkeit verbunden. Eine einzelne Beobachtungsstudie ohne Kausalitätsnachweis, zum körpereigenen Spiegel, nicht zu einer GBB-Einnahme.

    Ausführlicher Nachweis

    In einer norwegischen Beobachtungsstudie wurden bei 264 Personen mit bildgebend nachgewiesener Verengung der Halsschlagader und 62 gesunden Kontrollpersonen die Serumspiegel von GBB, Carnitin, Trimethyllysin (TML) und TMAO mittels Hochleistungsflüssigkeitschromatographie bestimmt [1]. Der GBB-Spiegel war bei den Personen mit Gefäßverengung höher als bei den Kontrollpersonen (p gleich 0,024), ebenso der Carnitin-Spiegel (p gleich 0,001), nicht dagegen TMAO oder TML [1]. Ein höherer GBB-Spiegel und ein höherer TML-Spiegel, nicht aber TMAO oder Carnitin, waren auch nach Bereinigung um Alter und Nierenfunktion unabhängig mit dem Herz-Kreislauf-Tod verbunden, mit einer angepassten Hazard Ratio von 3,3 (95-Prozent-Intervall 1,9 bis 9,1, p gleich 0,047) für GBB und von 6,0 (95-Prozent-Intervall 1,8 bis 20,34, p gleich 0,026) für TML [1]. Die Autorinnen und Autoren schreiben in ihrer eigenen Zusammenfassung ausdrücklich, orale Zufuhr von GBB habe in tierexperimentellen Studien eine gefäßschädigende Wirkung gezeigt, GBB sei beim Menschen bislang aber nicht in Bezug auf Gefäßverkalkung untersucht worden, und fordern ausdrücklich Sicherheitsstudien zu einer diätetischen GBB-Zufuhr [1]. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie an Personen mit bereits bestehender Gefäßveränderung, gemessen wurde der körpereigene, zirkulierende GBB-Spiegel, keine GBB-Einnahme als Nahrungsergänzung, und ein Beobachtungszusammenhang belegt keine Ursache-Wirkungs-Beziehung. Das strukturierte Interessenkonflikt-Feld bei PubMed ist leer, PubMed listet für diese Arbeit keinen freien Volltext, ausgewertet wurde nur der Abstract.

    Quellen: 1

  6. 06

    Ausmaß der Fettablagerungen in der Hauptschlagader unter mit GBB angereichertem Futter, abhängig von der Darmflora, im Mausmodell

    Nur Labor und Tier
    Einordnung und Einschränkungen

    In einem Mausmodell für Gefäßverkalkung erhöhte mit GBB angereichertes Futter die Fettablagerungen in der Hauptschlagader deutlich, aber nur bei intakter Darmflora. Ohne Darmbakterien blieb der Effekt trotz hoher GBB-Spiegel aus. Reiner Tierversuch, keine Humandaten.

    Ausführlicher Nachweis

    In einer amerikanischen Arbeit erhielten für Gefäßverkalkung genetisch anfällige Mäuse (Apoe-defizient) ab der Entwöhnung bis zur 19. Lebenswoche entweder normales Futter oder ein mit 1,3 Prozent Gamma-Butyrobetain angereichertes Futter, bei einem Teil der Tiere wurde zusätzlich die Darmflora durch Antibiotika im Trinkwasser unterdrückt [2]. Bei intakter Darmflora zeigten die mit GBB gefütterten Mäuse eine um 50 Prozent größere Plaque-Fläche in der Hauptschlagaderwurzel als die Kontrolltiere auf normalem Futter [2]. Bei unterdrückter Darmflora blieb dieser Anstieg aus, obwohl die Plasmaspiegel von GBB in dieser Gruppe am höchsten waren, was zeigt, dass weder GBB noch Carnitin selbst die unmittelbar gefäßschädigende Substanz sind, sondern ein von Darmbakterien aus GBB gebildetes Stoffwechselprodukt (Trimethylamin, das in der Leber zu TMAO umgewandelt wird) [2]. Die Cholesterinwerte im Blut unterschieden sich zwischen den Gruppen nicht, ein leichter, aber statistisch bedeutsamer Anstieg der Triglyzeride zeigte sich sowohl bei den GBB-gefütterten Mäusen mit als auch ohne Antibiotika [2]. Reiner Tierversuch an einem genetisch für Gefäßverkalkung besonders anfälligen Mausstamm, keine Aussage zu einer Wirkung beim gesunden Menschen oder bei den in Nahrungsergänzungsmitteln üblichen, vermutlich weit niedrigeren Mengen.

    Quellen: 2

Studien im Detail

Kein Beleg für die vermarkteten Wirkungen

Für ProGBB als Markenrohstoff und für eine Einnahme von GBB oder seinem Ethylester zur Fettverbrennung, zur sportlichen Leistung, zum Energielevel oder zur kognitiven Funktion liegt uns trotz gezielter Suche keine einzige Studie vor. Für den Carnitin-Spiegel gilt dieser Satz nur für den Menschen. An der Ratte hob eine Einzelgabe Butyrobetain, oral wie in die Bauchhöhle gespritzt, die L-Carnitin-Werte in Niere, Leber, Muskel und Plasma genauso stark wie eine gleich große Gabe L-Carnitin. Die vier gefundenen Arbeiten zum chemischen Namen des Ethylesters stammen aus den Jahren 1960 bis 1962 und aus dem Jahr 2005. Drei davon sind frühe pharmakologische Rattenversuche, die vierte zeigt an Rattengefäßen, dass Methyl- und Ethylester des Gamma-Butyrobetains stärker gefäßerweiternd wirken als die freie Säure. Eine Einnahme zur Leistungssteigerung prüft keine von ihnen.

Was zur freien Säure Gamma-Butyrobetain tatsächlich vorliegt

Die auffindbare Literatur zu GBB betrifft fast ausschließlich zwei andere Forschungsfelder: die körpereigene Bildung von Carnitin aus GBB als bekannten Stoffwechselweg, dessen pharmakologische Beeinflussung überwiegend über eine Hemmung (durch den Wirkstoff Meldonium) untersucht wird, und die Rolle von GBB als Zwischenprodukt bei der bakteriellen Umwandlung von mit der Nahrung aufgenommenem L-Carnitin in die gefäßschädigende Substanz TMAO.

Skagen und Kollegen zeigten 2016 in einer Beobachtungsstudie an 264 Personen mit einer bildgebend nachgewiesenen Verengung der Halsschlagader und 62 Kontrollpersonen, dass ein höherer Blutspiegel von GBB mit einer höheren Herz-Kreislauf-Sterblichkeit verbunden war, unabhängig von Alter und Nierenfunktion. Die Autorinnen und Autoren weisen selbst darauf hin, dass eine orale GBB-Zufuhr in Tierstudien gefäßschädigend wirkt, eine Sicherheitsstudie zur GBB-Zufuhr beim Menschen aber fehlt.

Koeth und Kollegen zeigten 2014 in einem Mausmodell, dass mit GBB angereichertes Futter die Fettablagerung in der Hauptschlagader um 50 Prozent erhöhte, dieser Effekt aber nur bei intakter Darmflora auftrat. Bei unterdrückter Darmflora blieb er trotz hoher GBB-Blutspiegel aus, was zeigt, dass ein von Darmbakterien aus GBB gebildetes Zwischenprodukt und nicht GBB selbst die gefäßschädigende Wirkung vermittelt.

Einordnung

Beide Arbeiten prüfen die freie Säure GBB, nicht den als ProGBB vermarkteten Ethylester, und keine von beiden prüft eine bei Nahrungsergänzungsmitteln übliche, vermutlich weit niedrigere Dosis am gesunden Menschen. Beide weisen in dieselbe Richtung, ein Zusammenhang zwischen erhöhtem GBB und einer schlechteren statt besseren Gefäßgesundheit. Die einzige vorliegende Studienlage sind sie aber nicht. Andere Tierarbeiten zeigen für GBB und seine Ester das Gegenteil, eine endothelabhängige Gefäßerweiterung (PMID 15219822) und einen abgeschwächten Endothelschaden unter hohem Zucker (PMID 23710938). Wer nur die zwei ungünstigen Arbeiten führt, zeigt eine Auswahl und nicht die Literatur.

Sicherheit und Wechselwirkungen

Zur oralen Einnahme von GBB oder seinem Ethylester als Nahrungsergänzungsmittel beim Menschen liegt uns keine eigene Verträglichkeits- oder Sicherheitsstudie vor.

Die beiden hier ausgewerteten Studien weisen in eine für ein als Carnitin- Booster vermarktetes Präparat ungünstige Richtung, die einzigen auffindbaren Arbeiten zu dieser Substanz sind sie allerdings nicht. Bei Menschen mit einer bereits bestehenden Verengung der Halsschlagader war ein höherer körpereigener GBB-Spiegel im Blut mit einer höheren Herz-Kreislauf-Sterblichkeit verbunden, unabhängig von Alter und Nierenfunktion. Bei genetisch für Gefäßverkalkung besonders anfälligen Mäusen erhöhte eine hohe GBB-Beimischung im Futter die Fettablagerung in der Hauptschlagader deutlich, vermittelt über ein von der Darmflora abhängiges Stoffwechselprodukt. Beide Arbeiten sind kein Beleg für eine Wirkung beim gesunden Menschen bei der in einem Nahrungsergänzungsmittel üblichen Dosis, und ein Beobachtungszusammenhang belegt für sich keine Ursache-Wirkungs-Beziehung. Die Autorinnen und Autoren der Beobachtungsstudie fordern selbst ausdrücklich Sicherheitsstudien zu einer diätetischen GBB-Zufuhr beim Menschen, weil eine solche Studie bislang fehlt.

Menschen mit einer bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankung oder einer bekannten Gefäßverengung sollten die Einnahme wegen dieser Datenlage vorher ärztlich besprechen.

Zu Wechselwirkungen mit Medikamenten liegt uns keine eigene geprüfte Humanstudie vor. Da der pharmakologische Wirkstoff Meldonium denselben Stoffwechselweg (die Umwandlung von GBB zu Carnitin) in die entgegengesetzte Richtung beeinflusst, ist bei einer gleichzeitigen Einnahme von Meldonium oder verwandten Wirkstoffen und einer Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt Vorsicht angebracht, eine Studie zu dieser konkreten Kombination liegt uns nicht vor.

Zu Schwangerschaft und Stillzeit liegt uns keine eigene geprüfte Quelle vor, eine ärztliche Rücksprache vor der Einnahme ist in diesem Fall grundsätzlich sinnvoll.

Quellen zum Nachlesen

  1. 01

    Beobachtungsstudie (Fall-Kontroll mit Verlaufsbeobachtung), n gleich 326 (264 Fälle, 62 Kontrollen) · 2016

    The Carnitine-butyrobetaine-trimethylamine-N-oxide pathway and its association with cardiovascular mortality in patients with carotid atherosclerosis.

    Skagen K, Trøseid M, Ueland T, Holm S, Abbas A, Gregersen I, Kummen M, Bjerkeli V, Reier-Nilsen F, Russell D, Svardal A, Karlsen TH, Aukrust P, Berge RK, Hov JE, Halvorsen B, Skjelland M. Atherosclerosis

    Zur Zuschreibung: 05

  2. 02

    Tierversuch, Apoe-defiziente Mäuse, GBB-angereichertes Futter mit und ohne Darmflora-Unterdrückung · 2014

    γ-Butyrobetaine is a proatherogenic intermediate in gut microbial metabolism of L-carnitine to TMAO.

    Koeth RA, Levison BS, Culley MK, Buffa JA, Wang Z, Gregory JC, Org E, Wu Y, Li L, Smith JD, Tang WHW, DiDonato JA, Lusis AJ, Hazen SL. Cell Metab

    Zur Zuschreibung: 06

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