Rote Beete Extrakt

Zuletzt geprüft am

Pflanzenextrakte

Beta vulgaris · Rote Bete · Rote Rübe · Randen · Beetroot · Beetroot Extract · Beta vulgaris rubra

H.P.N · Datenstand 2026-09-08 · 14 Zuschreibungen im Überblick

Auf einen Blick

Was es ist
Konzentrat aus der Wurzel der Roten Bete (Beta vulgaris), im Handel als Saft, Saftkonzentrat, Pulver oder Kapsel. Wirkbestimmend ist in fast allen Studien der Nitratgehalt, daneben enthält die Wurzel den roten Farbstoff Betanin, Betain, Kalium und Folat
Herkunft
Ein Wurzelgemüse aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse, in Europa seit langem angebaut. Für Nahrungsergänzung wird die Knolle entsaftet, der Saft eingedickt oder die getrocknete Wurzel gemahlen
Wirkform in Studien
Ganz überwiegend Rote-Bete-Saft oder Saftkonzentrat als Shot, mit einer in Millimol angegebenen Nitratmenge. Der Vergleichsarm ist in den meisten Arbeiten derselbe Saft mit entferntem Nitrat. Geprüft wird damit die Nitratmenge und nicht die Rote Bete als Lebensmittel. Ein Trockenextrakt ohne ausgewiesene Nitratstandardisierung ist in den hier ausgewerteten Studien die Ausnahme
Übliche Studiendosis
Im Mittel 8,4 plus minus 3,3 Millimol Nitrat täglich, also rund 520 mg, in den 81 Nitratvergleichen der größten vorliegenden Meta-Analyse. Einzelgaben zwischen 5,5 und 13,4 Millimol, also etwa 340 bis 830 mg. In den Blutdruckstudien 200 bis 800 mg Nitrat täglich. Eine Studie gab 5 g Pulver mit rund 250 mg Nitrat über 24 Wochen. Die Aufnahmezeit vor einer Belastung liegt meist bei 2 bis 3 Stunden
Bekannt geworden durch
Den Ausdauersport, wo Rote-Bete-Saft als Mittel für eine bessere Sauerstoffausnutzung gehandelt wird
Verträglichkeit
In den vorliegenden Studien gut vertragen. Die Rotfärbung von Urin und Stuhl (Beeturie) ist harmlos. Eine Übersichtsarbeit weist darauf hin, dass die Nitratzufuhr aus Rote-Bete-Saft die duldbare tägliche Aufnahmemenge schnell übersteigen kann und dass die Datenlage zu den möglichen Nachteilen deutlich dünner ist als die zu den Vorteilen, siehe Sicherheit

Was diesem Stoff zugesprochen wird

Was die Studien hergeben.

Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.

  1. 01

    Ausdauerleistung bei Erwachsenen mit mittlerer bis guter Ausdauer, ein sehr kleiner Vorteil gegenüber Placebo

    Belegt
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine Meta-Analyse aus 81 Vergleichen mit 956 Teilnehmenden fand einen belegten, von den Autoren selbst als trivial bezeichneten Vorteil. Geprüft wurde fast immer Saft mit angegebener Nitratmenge, nicht ein Trockenextrakt.

    Ausführlicher Nachweis

    Die tragende Arbeit ist eine 2021 veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse zu Lebensmittelquellen von Nitrat, Polyphenolen, L-Arginin und L-Citrullin [1]. Für Nitrat wertet sie 81 Vergleiche mit zusammen 956 Teilnehmenden aus und findet einen belegten Vorteil bei der Ausdauerleistung, standardisierte Mittelwertdifferenz 0,15 mit einem 95-Prozent-Intervall von 0,12 bis 0,18 (p kleiner 0,001), bei sehr geringer Streuung zwischen den Studien (I-Quadrat 6,4 Prozent) [1]. Die Autoren nennen diesen Effekt selbst trivial, also an der unteren Grenze dessen, was überhaupt noch als Unterschied benannt wird [1]. Untersuchungsart und Gruppengröße, 76 der 81 Vergleiche stammen aus Cross-over-Versuchen mit zusammen 856 Teilnehmenden, im Mittel also rund elf Personen je Vergleich, nur 5 Vergleiche mit zusammen 100 Teilnehmenden aus Parallelgruppenstudien [1]. Zubereitung und Nitratmenge, die mittlere Tagesdosis der Nitratstudien betrug 8,4 plus minus 3,3 Millimol Nitrat, das entspricht rund 520 plus minus 205 mg [1]. In der Untergruppe der nitratreichen Roten Bete war der Vorteil belegt, für roten Spinat sowie für Mangold mit Rhabarber nicht, der Unterschied zwischen den Lebensmittelquellen selbst war jedoch statistisch nicht belegt (Q zwischen den Gruppen 1,03, p gleich 0,60), die Rote Bete ist also nicht nachweislich besser als andere Nitratquellen, sondern nur besser untersucht [1]. Abstand zur Zubereitung, die Rote-Bete-Studien nutzten laut Volltext ganz überwiegend Saft als Darreichung und nitratentleerten Rote-Bete-Saft als Vergleichsarm, geprüft wurde damit der Nitratgehalt und nicht die Rote Bete als Lebensmittel [1]. Ein Trockenextrakt ohne ausgewiesene Nitratstandardisierung trägt diese Evidenz deshalb nicht ohne Weiteres. Gegen die einfache Zuschreibung spricht ein Befund derselben Arbeit, der nitratentleerte Rote-Bete-Saft zeigte in seiner Rolle als Polyphenolquelle ebenfalls einen belegten, trivialen Vorteil [1]. Untergruppenvorbehalt, der Effekt fällt bei Frauen und bei sehr gut Ausdauertrainierten anders aus, dazu die beiden folgenden Zeilen [1]. Förderung und Interessenlage, die Übersichtsarbeit erhielt nach eigener Angabe keine Förderung, die Interessenerklärung nennt eine laufende, von der International Nut and Dried Fruit Council Foundation finanzierte Studie derselben Gruppe zu anderen Lebensmitteln, ausdrücklich ohne Beteiligung an dieser Arbeit [1]. Eine gesonderte Auswertung fand keinen Unterschied zwischen privat finanzierten und nicht privat finanzierten Nitratstudien (p gleich 0,55) [1]. Volltext über PMC gelesen.

    Quellen: 1

  2. 02

    Ausdauerleistung bei sehr gut ausdauertrainierten Männern mit einer maximalen Sauerstoffaufnahme ab 65 ml/kg/min, ohne Unterschied zu Placebo

    Nicht bestätigt
    Einordnung und Einschränkungen

    In den beiden Untergruppen der am besten Trainierten war kein Unterschied zu Placebo zu sehen. Die Autoren konnten den Zusammenhang mit dem Trainingszustand rechnerisch aber selbst nicht bestätigen.

    Ausführlicher Nachweis

    In derselben Meta-Analyse fällt der Nitrateffekt nach Leistungsstufe verschieden aus [1]. Bei Männern der Stufe PL2 (maximale Sauerstoffaufnahme 45 bis 55 ml/kg/min) betrug die standardisierte Mittelwertdifferenz 0,24 mit einem 95-Prozent-Intervall von 0,11 bis 0,36, aus 17 Vergleichen mit 181 Teilnehmenden, bei Stufe PL3 (55 bis 65 ml/kg/min) 0,18 mit einem Intervall von 0,12 bis 0,24 aus 15 Vergleichen mit 154 Teilnehmenden [1]. Bei Stufe PL4 (65 bis 71 ml/kg/min) lag sie bei 0,03 mit einem Intervall von minus 0,14 bis 0,20 aus 8 Vergleichen mit 87 Teilnehmenden (p gleich 0,762), bei Stufe PL5 (über 71 ml/kg/min) bei minus 0,02 mit einem Intervall von minus 0,22 bis 0,17 aus 6 Vergleichen mit 57 Teilnehmenden (p gleich 0,821) [1]. Was die Stufe einschränkt, beide Intervalle reichen mit ihrer oberen Grenze von 0,20 beziehungsweise 0,17 bis an den Gesamteffekt von 0,15 heran und schließen ihn damit nicht sicher aus. Geprüft und nicht gefunden ist der Vorteil in diesen beiden Leistungsstufen trotzdem, deshalb steht die Zeile auf nicht bestätigt. Hinzu kommt ein Widerspruch innerhalb der Arbeit selbst, der Unterschied zwischen den Leistungsstufen war bei einer Beschränkung auf reine Männerstudien nicht mehr belegt (Q zwischen den Gruppen 6,39, p gleich 0,09), und eine Meta-Regression fand die maximale Sauerstoffaufnahme nicht als Vermittler der Effektgröße (p gleich 0,10) [1]. Im Schlussteil schreiben die Autoren dennoch, hochtrainierte Ausdauersportler schienen von nitratreichen Lebensmitteln nicht zu profitieren [1]. Diese Zeile stützt sich deshalb allein auf die beiden Untergruppenbefunde und nicht auf einen belegten Unterschied zwischen den Leistungsstufen. Untergruppenvorbehalt, die Stufen PL4 und PL5 wurden überwiegend über Zeitfahrtests geprüft, die Zahl der Vergleiche ist klein, und für Frauen wurden diese Auswertungen gar nicht erst gerechnet, weil die Daten fehlten [1]. Zubereitung und Nitratmenge wie in der Zeile zur Ausdauerleistung, Saft und Saftkonzentrat mit im Mittel 8,4 Millimol Nitrat täglich, kein Trockenextrakt. Volltext über PMC gelesen.

    Quellen: 1

  3. 03

    Ausdauerleistung und Blutdruck bei Frauen, in den bisher wenigen Auswertungen ohne Unterschied zu Placebo

    Nicht bestätigt
    Einordnung und Einschränkungen

    In vier Ausdauervergleichen mit zusammen 48 Frauen und in einer Blutdruckstudie zeigte sich kein Unterschied zu Placebo. Die Datenlage bei Frauen ist dünn, und der Nullbefund kann ebenso am Trainingszustand liegen wie am Geschlecht.

    Ausführlicher Nachweis

    In der Nitrat-Meta-Analyse unterschied sich der Effekt nach Geschlecht (Q zwischen den Gruppen 6,94, p gleich 0,031) [1]. Bei Männern lag die standardisierte Mittelwertdifferenz bei 0,16 mit einem 95-Prozent-Intervall von 0,12 bis 0,20 aus 59 Vergleichen mit 658 Teilnehmenden, bei Frauen bei 0,0 mit einem Intervall von minus 0,12 bis 0,11 aus nur 4 Vergleichen mit zusammen 48 Teilnehmenden (p gleich 0,988) [1]. Die Autoren führen das ausdrücklich auch auf die geringe Fallzahl zurück und fordern eigene Studien an Frauen [1]. Sie benennen im Volltext zudem einen Störfaktor, alle vier Frauenvergleiche waren Zeitfahrtests und überwiegend an hoch trainierten Sportlerinnen erhoben, zwei davon in den Leistungsstufen PL4 und PL5, in denen auch bei Männern kein Vorteil zu sehen war [1]. Der Nullbefund bei Frauen kann damit ebenso am Trainingszustand liegen wie am Geschlecht. Zum Blutdruck liegt ein Befund in dieselbe Richtung vor. In einer randomisierten, placebokontrollierten Cross-over-Studie nahmen 38 junge Erwachsene (18 Schwarze und 20 Weiße, etwa gleich viele Frauen und Männer) einmalig ein Rote-Bete-Saftkonzentrat mit rund 12,8 Millimol Nitrat, also etwa 794 mg, gegenüber nitratentleertem Rote-Bete-Saft [3]. Gegenüber Placebo lag der brachiale systolische Blutdruck niedriger (p gleich 0,029), zugleich bestand eine belegte Wechselwirkung zwischen Behandlung und Geschlecht für den brachialen und den zentralen systolischen, diastolischen und mittleren Blutdruck (jeweils p kleiner oder gleich 0,003), die Senkung trat bei den Männern auf, bei den Frauen nicht [3]. Der Anstieg der Nitratmarker im Blut unterschied sich dabei zwischen den Geschlechtern nicht (p größer oder gleich 0,201), der Unterschied liegt also nicht an einer schlechteren Aufnahme [3]. Was die Stufe einschränkt, für den Geschlechtsunterschied selbst wird in keiner der beiden Arbeiten ein Effektmaß mit Intervall berichtet, und die Zahl der Frauen ist in beiden Fällen sehr klein. Geprüft wurde die Wirkung bei Frauen in beiden Arbeiten, gefunden wurde sie in keiner, deshalb steht die Zeile auf nicht bestätigt. Untersuchungsart und Gruppengröße, Cross-over mit 38 Personen in Quelle 3, im Mittel elf Personen je Vergleich in Quelle 1. Zubereitung und Nitratmenge, in beiden Fällen Saft oder Saftkonzentrat mit angegebener Nitratmenge, kein Trockenextrakt. Förderung und Interessenlage von Quelle 3, ein hausinterner Zuschuss der Georgia Southern University und mehrere Zuschüsse des National Heart, Lung, and Blood Institute, kein Hersteller beteiligt, die Interessenerklärung im Volltext lautet wörtlich None. Volltexte beider Arbeiten gelesen.

    Quellen: 1, 3

  4. 04

    Systolischer Blutdruck in Ruhe

    Belegt
    Einordnung und Einschränkungen

    Bei Erwachsenen mit einem Praxisblutdruck ab 140/90 mmHg lag der obere Wert um 5,31 mmHg niedriger als unter Placebo. Der gepoolte Wert stammt aus 8 der 11 eingeschlossenen Studien mit zusammen 251 Teilnehmenden. Die Autoren stufen die Sicherheit dieses Ergebnisses selbst als niedrig ein.

    Ausführlicher Nachweis

    Die tragende Arbeit ist eine 2024 veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse [2]. In die Übersicht gingen 11 randomisierte Studien mit zusammen 349 Teilnehmenden ein, in die Rechnung zum systolischen Praxisblutdruck aber nur 8 davon mit 251 Teilnehmenden [2]. Eingeschlossen wurden Erwachsene mit einem in der Praxis gemessenen Blutdruck ab 140/90 mmHg nach den Kriterien der europäischen Fachgesellschaft, also über eine objektive Messschwelle und nicht über eine Zuschreibung [2]. Gegenüber Placebo, Wasser oder keiner Einnahme lag der systolische Praxisblutdruck um 5,31 mmHg niedriger, 95-Prozent-Intervall minus 7,46 bis minus 3,16, bei mittlerer bis hoher Streuung zwischen den Studien (I-Quadrat 64 Prozent) [2]. Der Waldplot im Volltext weist diesen Wert als Vergleich zwischen Verum- und Kontrollarm aus und nicht als Veränderung innerhalb der Verumgruppe [2]. Die Autoren halten zugleich fest, dass die obere Intervallgrenze von 3,16 mmHg unter ihrer eigenen Schwelle klinischer Bedeutsamkeit von 5 mmHg liegt und ein festes Urteil über die klinische Bedeutung deshalb nicht möglich ist [2]. Ihre Meta-Regression fand den Effekt umgekehrt zur Tagesdosis, eine niedrigere Nitratmenge ging mit einer größeren Senkung einher [2]. Die Sicherheit der Evidenz nach GRADE geben die Autoren selbst mit niedrig an und schreiben, die Ergebnisse seien mit Vorsicht zu lesen [2]. Zubereitung und Nitratmenge, durchweg Rote-Bete-Saft mit 200 bis 800 mg Nitrat täglich, kein Trockenextrakt, und ohne Anzeichen einer Gewöhnung über die Einnahmedauer [2]. Zweiter, davon unabhängiger Bestand, eine randomisierte, placebokontrollierte Cross-over-Studie an 38 jungen Erwachsenen mit Ausgangswerten um 116 bis 121 mmHg fand nach einer Einzelgabe von rund 12,8 Millimol Nitrat, also etwa 794 mg, einen niedrigeren brachialen systolischen Blutdruck als unter nitratentleertem Saft (p gleich 0,029), bei unveränderter Pulswellengeschwindigkeit und unveränderter Kreislaufreaktion auf Belastung (p größer oder gleich 0,075) [3]. Überschneidungsprüfung, Quelle 3 prüft eine andere Population als Quelle 2, nämlich junge Erwachsene mit normalen Ausgangswerten statt Erwachsener ab 140/90 mmHg, und steht in der Einschlussliste von Quelle 2 nicht. Die acht in den systolischen Wert eingerechneten Arbeiten sind Ghosh 2013, Kapil 2015, Lara 2015, Zafeiridis 2019, Siervo 2020, van der Avoort 2021b, Alasmari 2024 und Fejes 2024 [2]. Der Volltext von Quelle 2 wurde vollständig gelesen. Förderung, die Erstautorin wurde anteilig aus dem regionalen Forschungsfonds der Region Västra Götaland gefördert (VGFOUGSB-977406), ein Hersteller ist nicht beteiligt, und die Autoren erklären keine konkurrierenden Interessen. Firmenbindung in den eingeschlossenen Studien, drei der elf Arbeiten stuft die Übersicht beim Interessenkonflikt selbst als hochverzerrt ein, bei Ghosh 2013 waren zwei Autoren und bei Kapil 2015 ein Autor Direktoren der Heartbeet Ltd., eines Anbieters von Rote-Bete-Pulver, und bei Shaltout war ein Autor Miterfinder eines Patents zu Nitrit [2]. Ghosh und Kapil tragen zusammen rund ein Fünftel des Gewichts im Waldplot zum systolischen Blutdruck. Wegen der von den Autoren selbst mit niedrig angegebenen Sicherheit nach GRADE, der Heterogenität von 64 Prozent und dieser Firmenbindung steht die Zeile auf belegt und nicht auf gut belegt. Der untere Blutdruckwert und die 24-Stunden-Messung bestätigen den Befund nicht, dazu die eigene Zeile. Abstand zur Zubereitung, auch hier gilt, geprüft wurde Saft mit ausgewiesener Nitratmenge, nicht ein Trockenextrakt. Eine Übersichtsarbeit über Nutzen und Nachteile von Rote-Bete-Saft ordnet dieselbe Wirkrichtung ein und weist zugleich auf die Nitratzufuhr als Kehrseite hin [13]. Überschneidungsprüfung mit Quelle 13, die Einschlussliste von Quelle 2 ist oben genannt, Quelle 13 erschien 2021 und kann von diesen acht Arbeiten höchstens die fünf bis 2020 erschienenen enthalten. Ihr eigener Volltext lag uns nicht vor, die Frage ist damit nicht abschließend geklärt. Quelle 13 trägt in dieser Zeile deshalb keine eigene Belegkraft, sondern nur die Einordnung und den Sicherheitshinweis. Die Stufe belegt stützt sich allein auf Quelle 2 und auf die davon unabhängige Quelle 3.

    Quellen: 2, 3, 13

  5. 05

    Diastolischer Blutdruck und 24-Stunden-Blutdruckmessung, ohne Unterschied zu Placebo

    Nicht bestätigt
    Einordnung und Einschränkungen

    In derselben Meta-Analyse war beim unteren Blutdruckwert und in der Messung über 24 Stunden kein Unterschied zu Placebo zu sehen.

    Ausführlicher Nachweis

    Dieselbe Meta-Analyse aus 11 randomisierten Studien mit 349 Teilnehmenden berichtet für den diastolischen Praxisblutdruck und für die Endpunkte der 24-Stunden-Langzeitmessung keinen belegten Unterschied gegenüber dem Kontrollarm [2]. Das ist der bemerkenswerte Teil des Befundes, denn die Langzeitmessung bildet den Blutdruck über den Tagesverlauf ab und gilt als die aussagekräftigere Messung, während die Einzelmessung in der Praxis stärker schwankt. Der Volltext nennt die Zahlen. Der diastolische Praxisblutdruck lag um 0,27 mmHg niedriger als im Kontrollarm, 95-Prozent-Intervall minus 2,25 bis 1,71, aus 8 Studien mit 251 Teilnehmenden, der systolische 24-Stunden-Wert um 2,31 mmHg niedriger, Intervall minus 6,90 bis 2,29, und der diastolische 24-Stunden-Wert um 0,06 mmHg niedriger, Intervall minus 1,68 bis 1,79, beide aus 7 Studien mit 228 Teilnehmenden [2]. Was die Stufe einschränkt, die Autoren geben die Sicherheit nach GRADE für diese Endpunkte selbst mit sehr niedrig beziehungsweise niedrig an, und das Intervall der 24-Stunden-Messung lässt mit seiner unteren Grenze von minus 6,90 mmHg eine bedeutsame Senkung offen. Nur beim diastolischen Praxiswert ist das Intervall eng genug, um alles jenseits eines sehr kleinen Effekts auszuschließen. Geprüft wurden beide Endpunkte in derselben Meta-Analyse, ein Unterschied zeigte sich in keinem, deshalb steht die Zeile auf nicht bestätigt. Zubereitung und Nitratmenge wie in der Zeile zum systolischen Blutdruck, Rote-Bete-Saft mit 200 bis 800 mg Nitrat täglich, kein Trockenextrakt.

    Quellen: 2

  6. 06

    Isokinetisches Spitzendrehmoment der Kniestrecker im ausgeruhten Zustand, ohne Unterschied zu Placebo

    Nicht bestätigt
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine Meta-Analyse aus fünf Studien mit zusammen 60 Personen fand keinen Unterschied zu Placebo, und das Intervall schließt alles jenseits eines sehr kleinen Effekts aus.

    Ausführlicher Nachweis

    Eine 2020 veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse wertet fünf Studien mit zusammen 60 Teilnehmenden aus, in denen das Spitzendrehmoment am Knie mit einem isokinetischen Dynamometer gemessen wurde [4]. Über alle Winkelgeschwindigkeiten zusammen betrug die Effektstärke minus 0,01 mit einem 95-Prozent-Intervall von minus 0,19 bis 0,17, ohne Streuung zwischen den Studien (I-Quadrat 0 Prozent, p gleich 1,00) [4]. Auch getrennt nach Geschwindigkeit blieb es dabei, 90 Grad je Sekunde minus 0,11 (minus 0,49 bis 0,27), 180 Grad je Sekunde minus 0,02 (minus 0,40 bis 0,37), 270 Grad je Sekunde 0,08 (minus 0,30 bis 0,46), 360 Grad je Sekunde 0,16 (minus 0,22 bis 0,5) [4]. Warum hier nicht bestätigt steht, das Intervall des Gesamteffekts von minus 0,19 bis 0,17 schließt alles jenseits eines sehr kleinen Effekts aus. Anders als bei den übrigen Nullbefunden dieses Eintrags liegt hier ein Effektmaß mit einem engen Intervall vor, das Ausbleiben ist damit in diesem Rahmen gezeigt und nicht nur nicht gefunden. Zubereitung und Nitratmenge, vier der fünf Studien gaben zwei Rote-Bete-Konzentrat-Shots mit zusammen 11,2 bis 13,4 Millimol Nitrat, also rund 694 bis 831 mg, 120 Minuten vor der Messung, die fünfte einen Shot mit 6,4 Millimol, also rund 397 mg, 180 Minuten vorher, alle als Saftkonzentrat und keine als Trockenextrakt [4]. Untergruppenvorbehalt, alle fünf Arbeiten prüften eine akute Einzelgabe, über eine Einnahme über Wochen sagt diese Zeile nichts, und die Gruppen umfassten je 7 bis 20 Personen. Populationsvorbehalt, vier Studien untersuchten gesunde jüngere und ältere Erwachsene, eine Studie Personen mit eingeschränkter Herzpumpleistung, und ausgerechnet diese eine lieferte den einzigen belegten Einzelbefund, plus 10,94 Prozent bei 360 Grad je Sekunde [4]. Bestätigend, aber nicht in dieser Meta-Analyse enthalten, eine randomisierte, doppelblinde Cross-over-Studie an 15 freizeitsportlich aktiven Männern, die sechs Tage lang täglich 140 ml Rote-Bete-Saft mit 985 mg Nitrat gegenüber nitratentleertem Saft mit 0,37 mg einnahmen [6]. Trotz deutlich höherer Nitrat- und Nitritspiegel im Blut (jeweils p kleiner 0,001) unterschieden sich isometrische Kraft (p größer 0,50 bei beiden geprüften Winkeln), isokinetische Streckleistung (p größer 0,33 bei allen Geschwindigkeiten), Sprunghöhe (p gleich 0,39) und Muskelausdauer (p gleich 0,74) nicht zwischen den Bedingungen, allein die Beugeleistung bei 60 Grad je Sekunde war höher (p gleich 0,001), bei drei weiteren Geschwindigkeiten nicht [6]. Überschneidungsprüfung, die Meta-Analyse listet ihre fünf Studien namentlich, viermal Coggan und einmal Kokkinoplitis und Chester, Quelle 6 ist nicht darunter und damit ein eigener Befund [4]. Volltext von Quelle 4 über PMC gelesen, von Quelle 6 nur das Abstract, weil die Stufe nicht an ihr hängt. Interessenlage, Quelle 4 erklärt keinen Interessenkonflikt, bei Quelle 6 führt PubMed kein Feld dazu.

    Quellen: 4, 6

  7. 07

    Muskelausdauer und Kraft im ermüdeten Zustand bei Männern

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine Meta-Analyse fand einen kleinen Vorteil bei der Wiederholungszahl und bei der Kraft im ermüdeten Zustand, im ausgeruhten Zustand dagegen nicht. Der Volltext lag uns nicht vor.

    Ausführlicher Nachweis

    Eine 2024 veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse schloss 27 randomisierte Studien an gesunden Männern ein [5]. Für die Muskelausdauer, gemessen vor allem als Zahl der Wiederholungen, ergab sich aus 16 Studien eine standardisierte Mittelwertdifferenz von 0,31 mit einem 95-Prozent-Intervall von 0,10 bis 0,51 (p kleiner 0,01) [5]. Für die Kraft ergab sich aus 18 Studien 0,26 mit einem Intervall von 0,03 bis 0,48 (p kleiner 0,05), wobei die Untergruppenanalyse den Vorteil ausschließlich im ermüdeten Zustand zeigt, 0,64 mit einem Intervall von 0,25 bis 1,03 (p kleiner 0,01), und nicht im ausgeruhten [5]. Damit steht diese Zeile nicht im Widerspruch zur Zeile über das isokinetische Spitzendrehmoment, denn dort wurde ausdrücklich der ausgeruhte Zustand gemessen, in dem auch diese Arbeit keinen Vorteil findet. Zubereitung und Nitratmenge, Rote-Bete-Präparate mit 316 bis 985 mg Nitrat täglich, eingenommen 2 bis 3 Stunden vor der Belastung, akut oder über wenige Tage [5]. Warum die Stufe nur hinweise ist, der Volltext lag uns nicht vor, die Bewertung stützt sich auf das Abstract. Damit ließ sich weder die Einschlusstabelle einsehen noch prüfen, wie stark sich die 27 Studien mit den Primärstudien der übrigen hier zitierten Übersichten überschneiden, und auch nicht, ob die gepoolten Werte durchweg Gruppenvergleiche und keine Veränderungen innerhalb der Verumgruppe sind. Zu Förderung und Interessenlage führt PubMed kein Feld, die Arbeit ist als Research Support, Non-U.S. Gov't gekennzeichnet. Untergruppenvorbehalt, eingeschlossen wurden ausschließlich Männer, eine Übertragung auf Frauen ist nicht belegt, dazu die eigene Zeile. Abstand zur Zubereitung, die Arbeit spricht von Rote-Bete-Präparaten und rechnet die Wirkung ausdrücklich dem enthaltenen anorganischen Nitrat zu, nicht dem Extrakt als solchem [5].

    Quellen: 5

  8. 08

    Spitzenleistung, Durchschnittsleistung, Sprunghöhe und Sprintzeiten im Intervall- und Sprinttraining, ohne Unterschied zu Placebo

    Nicht bestätigt
    Einordnung und Einschränkungen

    Zwei Meta-Analysen fanden bei Leistung, Sprunghöhe und Sprintzeiten keinen Unterschied zu Placebo. Die Intervalle sind aber weit genug, um einen kleinen Vorteil offen zu lassen.

    Ausführlicher Nachweis

    Die erste Arbeit, eine 2021 veröffentlichte Meta-Analyse zu hochintensivem Intervall- und Sprintintervalltraining, wertet 17 Studien mit zusammen 319 Teilnehmenden aus (62 Frauen und 257 Männer, kleinste Studie 7, größte 52 Personen) [7]. Für die Durchschnittsleistung ergab sich Hedges g von minus 0,05 mit einem 95-Prozent-Intervall von minus 0,32 bis 0,21 (p gleich 0,69), für die Spitzenleistung 0,08 mit einem Intervall von minus 0,14 bis 0,30 (p gleich 0,47) [7]. Die zweite Arbeit, eine 2026 veröffentlichte Meta-Analyse zu Einzel- und Wiederholungssprints, schloss 23 randomisierte Studien mit 401 Teilnehmenden zwischen 18 und 40 Jahren ein, 21 davon gingen in die Rechnung ein [8]. Sie fand keinen belegten Unterschied bei der Spitzenleistung (0,19, minus 0,05 bis 0,43, p gleich 0,118), der Durchschnittsleistung (0,22, minus 0,08 bis 0,52, p gleich 0,156), der Sprunghöhe (0,19, minus 0,10 bis 0,49, p gleich 0,199), dem 10-Meter-Sprint (minus 0,18, minus 0,50 bis 0,13, p gleich 0,253), dem 20-Meter-Sprint (minus 0,11, minus 0,47 bis 0,24, p gleich 0,534), der empfundenen Anstrengung (minus 0,08, minus 0,27 bis 0,10, p gleich 0,371), der Herzfrequenz (0,12, minus 0,17 bis 0,41, p gleich 0,449) und dem Blutlaktat (0,50, minus 0,23 bis 1,23, p gleich 0,180, I-Quadrat 77 Prozent) [8]. Die Sicherheit der Evidenz nach GRADE geben die Autoren für die meisten Endpunkte mit niedrig an, für den 20-Meter-Sprint und das Blutlaktat mit sehr niedrig [8]. Einen Vorteil fand dieselbe Arbeit bei der Handkraft (0,40, 0,05 bis 0,74, p gleich 0,027, aus 5 Studien) und bei der Zeit bis zur Spitzenleistung, dazu die eigene Zeile [8]. Was die Stufe einschränkt, die Intervalle reichen mit ihren oberen Grenzen bis 0,43 und 0,52 und lassen damit einen kleinen bis mittleren Vorteil offen. Geprüft wurden diese Endpunkte in zwei Meta-Analysen mit zusammen mehreren hundert Teilnehmenden, ein Unterschied zeigte sich in keiner, deshalb steht die Zeile auf nicht bestätigt. Überschneidungsprüfung, beide Arbeiten decken dasselbe Feld ab und teilen einen Teil ihrer Primärstudien, unter anderem die Wingate- und Wiederholungssprintstudien. Sie sind deshalb kein doppelter Beleg, sondern ein weitgehend gemeinsamer Studienbestand mit zwei Auswertungen. Zubereitung und Nitratmenge, in beiden Arbeiten Rote-Bete-Saft und Saftkonzentrat, in den im Volltext von Quelle 7 eingesehenen Einzelstudien zwischen 9,3 und 12,9 Millimol Nitrat je Gabe, also rund 577 bis 800 mg, teils akut, teils über bis zu vier Wochen, kein Trockenextrakt [7]. Untersuchungsart und Gruppengröße, ganz überwiegend Cross-over-Versuche mit einstelligen bis niedrig zweistelligen Teilnehmerzahlen. Förderung und Interessenlage, Quelle 7 wurde vom Singapore Economic Development Board gefördert und erklärt, die Geldgeber hätten keine Rolle gespielt, Quelle 8 erhielt nach eigener Angabe keine externe Förderung, beide erklären keinen Interessenkonflikt [7][8]. Volltexte beider Arbeiten über PMC gelesen.

    Quellen: 7, 8

  9. 09

    Zeit bis zum Erreichen der Spitzenleistung im Wingate-Test

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Vier Studien fanden einen deutlichen Vorteil, aber die Sicherheit dieses Ergebnisses ist gering und dieselbe Arbeit gibt das Intervall an zwei Stellen unterschiedlich an.

    Ausführlicher Nachweis

    Die Sprint-Meta-Analyse rechnet für die Zeit bis zum Erreichen der Spitzenleistung im Wingate-Test vier Studien zusammen und findet eine standardisierte Mittelwertdifferenz von minus 0,92, im Abstract mit einem 95-Prozent-Intervall von minus 1,29 bis minus 0,54 (p kleiner 0,001), ohne Streuung zwischen den Studien (I-Quadrat 0 Prozent) [8]. Im Ergebnisteil derselben Arbeit stehen die beiden Grenzen in umgekehrter Reihenfolge, minus 0,54 bis minus 1,29, das ist eine Ungenauigkeit im Text und keine zweite Zahl [8]. Der Endpunkt ist ausdrücklich die Zeit bis zum Erreichen der Spitzenleistung und nicht deren Höhe, die in derselben Arbeit unverändert blieb, dazu die eigene Zeile [8]. Warum die Stufe hinweise ist, vier Studien sind eine sehr schmale Grundlage, die Autoren geben die Sicherheit nach GRADE für die meisten Endpunkte mit niedrig an und schreiben im Schluss ausdrücklich, die Evidenz stütze keinen regelmäßigen Einsatz [8]. Wo die Autoren selbst kein festes Urteil fällen, fällt dieser Eintrag auch keines. Untersuchungsart und Gruppengröße, Cross-over-Versuche an gesunden Erwachsenen zwischen 18 und 40 Jahren, die 21 gerechneten Studien der Gesamtarbeit umfassen zusammen 401 Personen, auf die vier Wingate-Studien entfällt davon nur ein Bruchteil [8]. Untergruppenvorbehalt, das Geschlecht war kein belegter Einflussfaktor, die Daten zu Frauen sind nach Angabe der Autoren aber begrenzt [8]. Zubereitung und Nitratmenge, Rote-Bete-Saft und Saftkonzentrat, kein Trockenextrakt. Förderung und Interessenlage, keine externe Förderung, kein erklärter Interessenkonflikt [8]. Volltext über PMC gelesen.

    Quellen: 8

  10. 10

    Kognitive Leistung und Durchblutung im Stirnhirn, nach einer Einzelgabe eine von drei Aufgaben besser, über 13 Wochen ohne Unterschied zu Placebo

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine einmalige Gabe verbesserte bei 40 Erwachsenen eine von mehreren Rechenaufgaben, eine 13-wöchige Einnahme bei 62 älteren Erwachsenen veränderte weder Denkleistung noch Hirndurchblutung.

    Ausführlicher Nachweis

    Die erste Arbeit ist eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Parallelgruppenstudie an 40 gesunden Erwachsenen, die entweder 450 ml Rote-Bete-Saft mit rund 5,5 Millimol Nitrat, also etwa 341 mg, oder Placebo tranken und nach 90 Minuten Aufnahmezeit 54 Minuten lang Aufgaben bearbeiteten, begleitet von einer Nahinfrarotmessung der Durchblutung im Stirnhirn [10]. Die Durchblutungsantwort auf die Aufgaben veränderte sich unter Nitrat, und die Leistung in der Aufgabe fortlaufendes Abziehen von 3 war besser [10]. Von drei eingesetzten Aufgaben war eine belegt, das ist ein Mehrfachvergleich ohne berichtete Korrektur, ein Effektmaß oder ein Konfidenzintervall nennt das Abstract nicht, und der Volltext lag uns nicht vor. Die zweite Arbeit ist eine 13-wöchige, einfach verblindete Machbarkeitsstudie mit vier Parallelgruppen an 62 zugeteilten Erwachsenen zwischen 60 und 75 Jahren mit einem Körpermasseindex zwischen 25 und 40, von denen 12 abbrachen [9]. Die Dosierung war gestaffelt, hoch waren zweimal täglich ein Shot von 70 ml Saftkonzentrat mit je rund 400 mg Nitrat nach Herstellerangabe, mittel ein Shot täglich, niedrig ein Shot jeden zweiten Tag, Placebo ein nitratentleerter Shot mit rund 0,001 mg Nitrat [9]. Weder in einem einzelnen kognitiven Test noch im zusammengefassten Wert und auch nicht bei der Hirndurchblutung unterschieden sich die Gruppen, unabhängig von der Dosis [9]. Warum die Stufe nicht widersprüchlich ist, die beiden Arbeiten prüfen weder denselben Endpunkt noch denselben Vergleich noch eine vergleichbare Population, eine akute Einzelgabe bei gesunden Erwachsenen steht gegen 13 Wochen bei älteren Erwachsenen mit erhöhtem Körpermasseindex, und Quelle 9 nennt sich selbst eine Machbarkeitsstudie und fordert größere Arbeiten mit besserer Bildgebung. Warum die Stufe nicht nicht bestätigt ist, Quelle 9 nennt für die Nullbefunde kein Effektmaß mit Intervall. Untersuchungsart und Gruppengröße, Parallelgruppen mit 40 beziehungsweise 14 bis 17 Personen je Arm, Quelle 9 nur einfach verblindet. Zubereitung und Nitratmenge, in beiden Fällen Saft beziehungsweise Saftkonzentrat mit ausgewiesener Nitratmenge, kein Trockenextrakt. Förderung und Interessenlage, Quelle 9 wurde aus dem Kernhaushalt der Newcastle University finanziert und erklärt keinen Interessenkonflikt, bei Quelle 10 führt PubMed kein Feld dazu. Volltext von Quelle 9 über PMC gelesen.

    Quellen: 9, 10

  11. 11

    Muskelkater, Muskelschädigungsmarker und Entzündungswerte nach einem Marathon, ohne Unterschied zu Placebo

    Nicht bestätigt
    Einordnung und Einschränkungen

    Nach einem Marathon unterschieden sich Muskelkater, Kraftverlust und Entzündungswerte zwischen Saft und Placebo nicht. Die Studie hatte 34 Teilnehmende und kaum Muskelschaden zu messen.

    Ausführlicher Nachweis

    In einer doppelblinden Studie mit unabhängigen Gruppen tranken 34 Läufer, die im Mittel bereits rund 16 Marathons gelaufen waren, drei Tage lang nach einem Marathon entweder Rote-Bete-Saft oder ein kaloriengleiches Placebo [11]. Gemessen wurde vor dem Lauf, unmittelbar danach und zwei Tage danach, und zwar maximale willkürliche isometrische Kontraktion, Sprunghöhe, Muskelkater, mehrere Botenstoffe, die Zahl der weißen Blutkörperchen, Kreatinkinase, hochsensitives C-reaktives Protein und Aspartat-Aminotransferase [11]. Sprunghöhe und Kraft fielen nach dem Lauf ab (p kleiner 0,05), ohne Unterschied zwischen den Gruppen (p größer 0,05) [11]. Der Muskelkater war am Tag nach dem Lauf angestiegen (Verum 45 plus minus 48 mm, Placebo 46 plus minus 39 mm) und am zweiten Tag wieder auf dem Ausgangswert, ohne Gruppenunterschied (p gleich 0,694) [11]. Die Kreatinkinase erreichte am ersten Tag nach dem Lauf ihren Höchstwert (Verum 965 plus minus 967, Placebo 1141 plus minus 979 IU je Liter) und war zwei Tage danach noch erhöht, ebenfalls ohne Gruppenunterschied [11]. Für Interleukin-6 bestand keine Wechselwirkung (p gleich 0,213), die Zahl der weißen Blutkörperchen stieg auf das 1,7-Fache und blieb zwei Tage lang erhöht, unabhängig von der Einnahme (p kleiner 0,0001) [11]. Die Autoren nennen als mögliche Erklärung selbst, dass die meisten Messwerte in den Tagen nach dem Lauf kaum vom Ausgangswert abwichen, es also wenig Spielraum für einen Unterschied gab [11]. Was die Stufe einschränkt, für keinen der Nullbefunde wird ein Effektmaß mit Intervall berichtet, und die Autoren nennen selbst wenig Spielraum für einen Unterschied. Geprüft wurde die Wirkung in einer doppelblinden Studie mit Placebogruppe, gefunden wurde sie nicht, deshalb steht die Zeile auf nicht bestätigt. Untersuchungsart und Gruppengröße, unabhängige Gruppen mit zusammen 34 Personen, also rund 17 je Arm. Zubereitung und Nitratmenge, die Nitratmenge des verwendeten Saftes nennt das Abstract nicht, und der Volltext lag uns nicht vor. Damit fehlt dieser Zeile genau die Angabe, an der die ganze Zuschreibung hängt. Förderung und Interessenlage, PubMed führt zu dieser Arbeit kein Feld dazu.

    Quellen: 11

  12. 12

    Langzeitblutzucker, Nüchternblutzucker, Insulin und Blutfettwerte bei Erwachsenen mit seit im Mittel 8,5 Jahren erhöhten Blutzuckerwerten, ohne Unterschied zu Placebo

    Nicht bestätigt
    Einordnung und Einschränkungen

    Über 24 Wochen veränderten sich Blutzucker-, Insulin- und Blutfettwerte gegenüber Placebo nicht. Leber- und Nierenwerte blieben ebenfalls unauffällig.

    Ausführlicher Nachweis

    In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie über 24 Wochen wurden 74 Erwachsene zugeteilt, 64 von ihnen erschienen zu mindestens zwei Kontrollen und gingen in die Auswertung ein, 35 in der Verumgruppe und 29 in der Placebogruppe [12]. Das Durchschnittsalter lag bei 54,0 plus minus 8,5 Jahren, 47,9 Prozent waren Männer, und die erhöhten Blutzuckerwerte bestanden im Mittel seit 8,5 plus minus 6,1 Jahren [12]. Die Verumgruppe nahm täglich 5 g nitratreiches Rote-Bete-Pulver mit rund 250 mg Nitrat [12]. Über den gesamten Zeitraum unterschieden sich weder der Langzeitblutzucker HbA1c noch Nüchternblutzucker, Insulin, C-Peptid, die daraus errechneten Kennzahlen der Insulinempfindlichkeit noch die Blutfettwerte zwischen den Gruppen, gerechnet nach dem Behandlungsvorsatz mit verallgemeinerten Schätzgleichungen über die Zeit [12]. Leber- und Nierenwerte wurden als Sicherheitsendpunkte mitgeführt und zeigten über die 24 Wochen keine unerwünschte Veränderung [12]. Was die Stufe einschränkt, das Abstract nennt für die Nullbefunde kein Effektmaß mit Intervall, und der Volltext lag uns nicht vor. Geprüft wurden die Werte über 24 Wochen gegen Placebo, ein Unterschied zeigte sich in keinem, deshalb steht die Zeile auf nicht bestätigt. Zubereitung und Nitratmenge, dies ist die einzige hier zitierte Humanstudie, die ein Pulver und keinen Saft gibt, mit 250 mg Nitrat täglich am unteren Ende der sonst üblichen Mengen. Sie ist damit die Arbeit, die einem Extraktpräparat am nächsten kommt, und findet über 24 Wochen keinen Stoffwechselunterschied. Populationsvorbehalt, geprüft wurden Erwachsene mit langjährig erhöhten Blutzuckerwerten, eine Aussage über gesunde Erwachsene ist daraus nicht abzuleiten. Ob und welche Begleitmedikation die Teilnehmenden einnahmen, geht aus dem Abstract nicht hervor. Förderung und Interessenlage, die Arbeit ist als Research Support, Non-U.S. Gov't gekennzeichnet, ein Feld zur Interessenlage führt PubMed nicht.

    Quellen: 12

  13. 13

    Leberwerte und oxidativer Stress

    Nur Labor und Tier
    Einordnung und Einschränkungen

    Nur Ratten- und Gewebeversuche. Am Menschen ist die Leberwirkung nicht geprüft, und die einzige Humanstudie mit Leberwerten fand über 24 Wochen keine Veränderung.

    Ausführlicher Nachweis

    In der ersten Arbeit erhielten Wistar-Ratten 60 Tage lang eine fettreiche Kost und anschließend 20 Tage lang 20 mg reines Betanin je Kilogramm Körpergewicht über eine Schlundsonde [14]. Die fettreiche Kost hatte Blutzucker, Insulin und Insulinresistenz erhöht, ebenso Alanin- und Aspartat-Aminotransferase, die Aktivität antioxidativer Enzyme gesenkt und die Fettperoxidation in der Leber gesteigert [14]. Unter Betanin sanken die beiden Leberenzyme wieder, ebenso Blutzucker und Insulin [14]. Ob dies ein Vergleich mit der unbehandelten Vergleichsgruppe oder mit dem eigenen Ausgangswert der Tiere ist, geht aus dem Abstract nicht eindeutig hervor. Die zweite Arbeit ist kein Tierversuch am lebenden Tier, sondern ein Gewebeversuch, Lebergewebe gesunder männlicher Ratten wurde mit 0,1 Millimol Eisen-II-Sulfat geschädigt und mit einem wässrigen Rote-Bete-Wurzelextrakt in 15 bis 240 Mikrogramm je Milliliter behandelt, ergänzt um Bindungsrechnungen am Computer [15]. Die antioxidativen Kennwerte und die Enzymaktivitäten näherten sich wieder den Ausgangswerten, am deutlichsten bei 240 Mikrogramm je Milliliter [15]. Keine der beiden Arbeiten prüft einen Menschen. Abstand zur Zubereitung, geprüft wurde einmal der isolierte Farbstoff Betanin und einmal ein wässriger Wurzelextrakt, also gerade nicht der Saft mit ausgewiesener Nitratmenge, an dem die Humanevidenz dieses Eintrags hängt, und ebenso wenig ein handelsübliches Extraktpräparat. Die Dosen lassen sich auf eine menschliche Einnahme nicht übertragen. Die PubMed-Suche mit den Suchbegriffen "beetroot" "hepatic steatosis liver enzymes", alle Publikationstypen, ergab einen einzigen Treffer, eine Übersichtsarbeit zu pflanzlichen Lebensmitteln allgemein, in der Rote-Bete-Saft nur eines von vielen Lebensmitteln ist, und keine eigene Humanstudie zu Rote Bete und Leberwerten. Die einzige Humanstudie dieses Eintrags, die Leberwerte gemessen hat, führte sie als Sicherheitsendpunkt mit und fand über 24 Wochen keine Veränderung [12]. Förderung und Interessenlage, PubMed führt zu beiden Tier- und Gewebearbeiten kein Feld dazu.

    Quellen: 14, 15, 12

  14. 14

    Abwehrkräfte und Häufigkeit von Infekten

    Nur Labor und Tier
    Einordnung und Einschränkungen

    Nur Zellversuche. Zur Abwehrlage oder zur Zahl der Infekte am Menschen ist trotz gezielter Suche keine einzige Studie zu finden.

    Ausführlicher Nachweis

    Die einzige vorliegende Arbeit ist ein Zellversuch [16]. Rote-Bete-Saft und reines Betanin regten in einer menschlichen Monozyten-Zelllinie (THP-1) die Bildung der Bauanleitungen für die Botenstoffe Interleukin-1-beta, Interleukin-8 und Interleukin-10 an, und in Mausmakrophagen (RAW264) hemmten beide die durch Lipopolysaccharid ausgelöste Stickstoffmonoxid-Bildung [16]. Beides blieb unverändert, nachdem das Betanin durch einstündiges Erhitzen auf 99 Grad fast vollständig zerstört worden war, woraus die Arbeit schließt, dass die Abbauprodukte des Betanins mitbetrachtet werden müssen und der Farbstoff selbst nicht allein für die Wirkung stehen kann [16]. Kein Mensch, kein lebendes Tier, keine Aussage über die Zahl von Infekten. Die PubMed-Suchen mit den Suchbegriffen "beetroot" "immune function infection" in allen drei Filterstufen (nur Humanstudien, alle Publikationstypen, ohne Beschränkung auf Humanstudien und Publikationstyp) sowie mit "beetroot" "respiratory infection incidence" ohne Beschränkung auf Humanstudien und Publikationstyp ergaben jeweils null Treffer. Die breiteren Suchen mit "beetroot" "immune", alle Publikationstypen, und dieselbe Suche mit "immunity" ergaben zwölf beziehungsweise acht Treffer, darunter keine einzige Humanstudie zur Abwehrlage oder zur Infekthäufigkeit, sondern Zellversuche, eine Rattenstudie zu einem Tumormodell, eine Studie zum Speichel-pH bei Läufern und mehrere Übersichten. Der verbreiteten Zuschreibung, Rote Bete stärke wegen ihres Vitamin-C-Gehalts die Abwehrkräfte, steht damit am Menschen keine Studie gegenüber. Abstand zur Zubereitung, geprüft wurden Saft und isoliertes Betanin an Zellen, kein Extraktpräparat und keine Nitratstandardisierung. Förderung und Interessenlage, PubMed führt zu dieser Arbeit kein Feld dazu.

    Quellen: 16

Studien im Detail

Alles hängt am Nitrat, nicht an der Roten Bete

Wenn Du in diesem Eintrag nur einen Satz mitnimmst, dann diesen. Die Studien, auf die sich die Werbung für Rote Beete beruft, geben fast ausnahmslos Rote-Bete-Saft oder Saftkonzentrat und geben dazu eine Nitratmenge in Millimol an. Der Vergleichsarm ist in den allermeisten Fällen derselbe Saft, aus dem das Nitrat entfernt wurde. Damit prüfen diese Arbeiten die Wirkung des Nitrats, nicht die Wirkung der Roten Bete als Lebensmittel und erst recht nicht die Wirkung eines Trockenextrakts.

Die mittlere Tagesmenge in den 81 Nitratvergleichen der größten vorliegenden Meta-Analyse beträgt 8,4 plus minus 3,3 Millimol Nitrat, also rund 520 mg [1]. Ein Produkt, das eine Menge Rote-Beete-Extrakt in Milligramm angibt, aber keine Nitratmenge, lässt sich mit diesen Zahlen nicht vergleichen. Das ist kein Formalismus. Der Nitratgehalt von Rote-Bete-Erzeugnissen schwankt je nach Sorte, Anbau, Boden und Verarbeitung erheblich, und getrocknete Ware liegt nicht automatisch im Bereich der geprüften Säfte.

Ein zweiter Befund macht die Zuordnung noch unsicherer. In derselben Meta-Analyse wurde der nitratentleerte Rote-Bete-Saft, der in den Nitratstudien als Placebo dient, gleichzeitig als eigene Polyphenolquelle ausgewertet. Auch er zeigte dort einen belegten, wenn auch trivialen Vorteil für die Ausdauerleistung [1]. Wenn schon das Placebo wirkt, ist der Anteil, den das Nitrat trägt, nicht sauber abgegrenzt.

Ausdauer, der Effekt ist echt und er ist sehr klein

Die Meta-Analyse aus 81 Nitratvergleichen mit 956 Teilnehmenden findet einen belegten Vorteil von 0,15 standardisierten Mittelwertdifferenzen, 95-Prozent- Intervall 0,12 bis 0,18, bei sehr geringer Streuung zwischen den Studien [1]. Die Autoren selbst bezeichnen diesen Effekt als trivial. Das ist die ehrliche Größenordnung, um die es geht.

Wichtiger als der Mittelwert ist, für wen er gilt. Bei Männern mit einer maximalen Sauerstoffaufnahme zwischen 45 und 55 ml/kg/min lag der Effekt bei 0,24, zwischen 55 und 65 bei 0,18, ab 65 dagegen bei 0,03 und über 71 bei minus 0,02, in beiden Fällen mit Intervallen, die die Null einschließen [1]. Die Autoren schließen daraus, hochtrainierte Ausdauersportler profitierten nicht. Ihre eigene Meta-Regression stützt das aber nicht, die maximale Sauerstoffaufnahme war kein belegter Vermittler der Effektgröße (p gleich 0,10), und unter reinen Männerstudien war auch der Unterschied zwischen den Leistungsstufen nicht mehr belegt (p gleich 0,09). Dieser Eintrag stuft die Zeile deshalb auf Hinweise und nicht härter ein.

Bei Frauen liegen ganze vier Vergleiche mit zusammen 48 Teilnehmenden vor, der Effekt beträgt dort exakt 0,0 [1]. Das ist keine belastbare Aussage über Frauen, sondern eine Lücke.

Blutdruck, der obere Wert sinkt, die Langzeitmessung bestätigt es nicht

Die Meta-Analyse schloss 11 randomisierte Studien mit 349 Teilnehmenden ein und rechnet den systolischen Praxiswert aus 8 davon mit 251 Teilnehmenden. Bei Erwachsenen mit einem Praxisblutdruck ab 140/90 mmHg liegt er um 5,31 mmHg niedriger als im Kontrollarm, 95-Prozent-Intervall minus 7,46 bis minus 3,16 [2]. Für den unteren Wert (minus 0,27, Intervall minus 2,25 bis 1,71) und für die 24-Stunden-Messung (minus 2,31, Intervall minus 6,90 bis 2,29) findet dieselbe Arbeit keinen belegten Unterschied [2]. Genau das ist die Einschränkung, die in der Werbung fehlt, denn die Langzeitmessung gilt als die aussagekräftigere der beiden Methoden.

Eine unabhängige Cross-over-Studie an 38 jungen Erwachsenen mit normalen Ausgangswerten kommt bei einer Einzelgabe von rund 12,8 Millimol Nitrat zum selben Vorzeichen (p gleich 0,029), zeigt aber zugleich eine belegte Wechselwirkung mit dem Geschlecht, die Senkung trat bei den Männern auf, bei den Frauen nicht, obwohl die Nitratmarker im Blut bei beiden gleich stark anstiegen [3].

Kraft, zwei Befunde, die sich nur scheinbar widersprechen

Die Meta-Analyse zum isokinetischen Spitzendrehmoment findet über fünf Studien mit 60 Teilnehmenden eine Effektstärke von minus 0,01 bei einem Intervall von minus 0,19 bis 0,17 [4]. Das ist einer der wenigen Nullbefunde in diesem Eintrag, der eng genug ist, um als Nicht bestätigt eingestuft zu werden.

Die Meta-Analyse zu Muskelausdauer und Kraft findet dagegen kleine Vorteile, 0,31 bei der Wiederholungszahl und 0,26 bei der Kraft, letzteres aber ausschließlich in der Untergruppe der Messungen im ermüdeten Zustand, 0,64 bei einem Intervall von 0,25 bis 1,03 [5]. Im ausgeruhten Zustand findet auch sie nichts. Beide Befunde passen also zusammen, sie messen verschiedene Dinge.

Kognition, ein akuter Einzelbefund gegen einen langen Nullbefund

Eine Einzelgabe von 450 ml Saft mit rund 5,5 Millimol Nitrat veränderte bei 40 gesunden Erwachsenen die Durchblutungsantwort im Stirnhirn und verbesserte eine von drei Aufgaben, das fortlaufende Abziehen von 3 [10]. Eine 13-wöchige Einnahme mit bis zu 800 mg Nitrat täglich veränderte bei 62 älteren Erwachsenen weder einen einzelnen kognitiven Test noch den zusammengefassten Wert noch die Hirndurchblutung [9]. Beides steht nebeneinander, es widerspricht sich nicht, weil die beiden Arbeiten verschiedene Endpunkte, verschiedene Zeiträume und verschiedene Populationen prüfen.

Tier- und Laborstudien

Aus diesem Bereich stammen drei der 16 Quellen, und keine von ihnen trägt eine Aussage über den Menschen.

An Wistar-Ratten senkte reines Betanin, 20 mg je Kilogramm Körpergewicht über 20 Tage, nach 60 Tagen fettreicher Kost die beiden Leberenzyme Alanin- und Aspartat-Aminotransferase sowie Blutzucker und Insulin [14]. An isoliertem Lebergewebe gesunder Ratten, das mit Eisen-II-Sulfat geschädigt worden war, brachte ein wässriger Rote-Bete-Wurzelextrakt in 15 bis 240 Mikrogramm je Milliliter die antioxidativen Kennwerte wieder in die Nähe der Ausgangswerte [15]. In Zellversuchen regten Rote-Bete-Saft und Betanin in einer menschlichen Monozyten-Zelllinie die Bildung mehrerer Botenstoff-Bauanleitungen an und hemmten in Mausmakrophagen die Stickstoffmonoxid-Bildung, und zwar unverändert auch dann, wenn das Betanin zuvor durch Hitze fast vollständig zerstört worden war [16].

Zweierlei ist daran wichtig. Erstens prüfen diese Arbeiten eine andere Wirkform als die Humanstudien, nämlich den isolierten Farbstoff und einen wässrigen Wurzelextrakt statt eines Saftes mit ausgewiesener Nitratmenge. Zweitens lassen sich die verwendeten Mengen nicht auf eine menschliche Einnahme übertragen.

Sicherheit und Wechselwirkungen

Nitratzufuhr. Die Übersichtsarbeit über Nutzen und Nachteile von Rote-Bete-Saft weist ausdrücklich darauf hin, dass der Verzehr die duldbare tägliche Aufnahmemenge an Nitrat leicht übersteigen kann, und dass zu den möglichen Nachteilen deutlich weniger Daten vorliegen als zu den Vorteilen [13]. Wer Rote-Bete-Erzeugnisse dauerhaft und in den in Studien verwendeten Mengen nimmt, sollte das wissen. Eine eigene behördliche Quelle mit der konkreten Grenzmenge führt dieser Eintrag nicht.

Beeturie. Die Rotfärbung von Urin und Stuhl nach dem Verzehr ist bekannt und harmlos.

Blutdrucksenkende Mittel. Weil Rote-Bete-Saft den oberen Blutdruckwert messbar senkt [2][3], ist bei gleichzeitiger Einnahme blutdrucksenkender Mittel Vorsicht angebracht. Eine eigene Studie zu dieser Kombination liegt uns nicht vor.

Stoffwechselwerte, Leber und Niere. Die längste vorliegende Humanstudie, 24 Wochen mit 5 g Rote-Bete-Pulver täglich, führte Leber- und Nierenwerte als Sicherheitsendpunkte mit und fand über den gesamten Zeitraum keine unerwünschte Veränderung [12].

Quellen zum Nachlesen

  1. 01

    Systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse, 118 Studien insgesamt, davon 81 Nitratvergleiche mit 956 Teilnehmenden · 2021

    Effect of food sources of nitrate, polyphenols, L-arginine and L-citrulline on endurance exercise performance: a systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials

    d'Unienville NMA, Blake HT, Coates AM, Hill AM, Nelson MJ, Buckley JD. J Int Soc Sports Nutr

    Zur Zuschreibung: 01, 02, 03

  2. 02

    Systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse, 11 randomisierte Studien, 349 Teilnehmende · 2024

    Effects of beetroot juice on blood pressure in hypertension according to European Society of Hypertension Guidelines: A systematic review and meta-analysis

    Grönroos R, et al. Nutr Metab Cardiovasc Dis

    Zur Zuschreibung: 04, 05

  3. 03

    Randomisierte, placebokontrollierte Cross-over-Studie, 38 junge Erwachsene, akute Einzelgabe von rund 12,8 Millimol Nitrat · 2023

    Acute beetroot juice reduces blood pressure in young Black and White males but not females

    Grosicki GJ, et al. Redox Biol

    Zur Zuschreibung: 03, 04

  4. 04

    Systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse, 5 Studien, 60 Teilnehmende, akute Einzelgaben · 2020

    The Effect of Dietary Nitrate Supplementation on Isokinetic Torque in Adults: A Systematic Review and Meta-Analysis

    Lago-Rodríguez Á, et al. Nutrients

    Zur Zuschreibung: 06

  5. 05

    Systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse, 27 Studien in der Übersicht, 16 beziehungsweise 18 Studien in den Meta-Analysen zu Muskelausdauer und Kraft · 2024

    Effects of Beetroot-Based Supplements on Muscular Endurance and Strength in Healthy Male Individuals: A Systematic Review and Meta-Analysis

    Evangelista JF, et al. J Am Nutr Assoc

    Zur Zuschreibung: 07

  6. 06

    Randomisierte, doppelblinde Cross-over-Studie, 15 freizeitsportlich aktive Männer, 6 Tage lang 985 mg Nitrat täglich · 2021

    The impact of beetroot juice supplementation on muscular endurance, maximal strength and countermovement jump performance

    Jonvik KL, et al. Eur J Sport Sci

    Zur Zuschreibung: 06

  7. 07

    Systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse, 17 Studien, 319 Teilnehmende · 2021

    The Effect of Beetroot Ingestion on High-Intensity Interval Training: A Systematic Review and Meta-Analysis

    Wong TH, Sim A, Burns SF. Nutrients

    Zur Zuschreibung: 08

  8. 08

    Systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse, 23 randomisierte Studien, 401 Teilnehmende, 21 Studien in der Rechnung · 2026

    The Effects of Beetroot Juice Supplementation on Performance and Fatigue During Single and Repeated Sprints: A Systematic Review and Meta-Analysis

    Eroglu MN, et al. Nutrients

    Zur Zuschreibung: 08, 09

  9. 09

    Randomisierte, einfach verblindete Parallelgruppenstudie mit vier Armen, 62 zugeteilte Erwachsene zwischen 60 und 75 Jahren, 13 Wochen · 2022

    Incremental Doses of Nitrate-Rich Beetroot Juice Do Not Modify Cognitive Function and Cerebral Blood Flow in Overweight and Obese Older Adults: A 13-Week Pilot Randomised Clinical Trial

    Babateen AM, et al. Nutrients

    Zur Zuschreibung: 10

  10. 10

    Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Parallelgruppenstudie, 40 gesunde Erwachsene, Einzelgabe von 450 ml Saft mit rund 5,5 Millimol Nitrat · 2015

    Dietary nitrate modulates cerebral blood flow parameters and cognitive performance in humans: A double-blind, placebo-controlled, crossover investigation

    Wightman EL, et al. Physiol Behav

    Zur Zuschreibung: 10

  11. 11

    Doppelblinde randomisierte Studie mit unabhängigen Gruppen, 34 Marathonläufer, 3 Tage Einnahme nach dem Lauf · 2017

    Minimal muscle damage after a marathon and no influence of beetroot juice on inflammation and recovery

    Clifford T, et al. Appl Physiol Nutr Metab

    Zur Zuschreibung: 11

  12. 12

    Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie über 24 Wochen, 74 zugeteilte und 64 ausgewertete Erwachsene, 5 g Rote-Bete-Pulver mit rund 250 mg Nitrat täglich · 2021

    Effect of inorganic nitrate on metabolic parameters in patients with type 2 diabetes: A 24-week randomized double-blind placebo-controlled clinical trial

    Bahadoran Z, et al. Nitric Oxide

    Zur Zuschreibung: 12, 13

  13. 13

    Systematische Übersichtsarbeit zu Nutzen und Nachteilen von Rote-Bete-Saft · 2021

    The benefits and risks of beetroot juice consumption: a systematic review

    Zamani H, et al. Crit Rev Food Sci Nutr

    Zur Zuschreibung: 04

  14. 14

    Tierversuch an Wistar-Ratten, 20 mg Betanin je kg Körpergewicht über 20 Tage nach 60 Tagen fettreicher Kost · 2019

    Short-Term Betanin Intake Reduces Oxidative Stress in Wistar Rats

    da Silva DVT, et al. Nutrients

    Zur Zuschreibung: 13

  15. 15

    Gewebe- und Laborversuch an Lebergewebe männlicher Ratten sowie Bindungsrechnungen am Computer, wässriger Wurzelextrakt in 15 bis 240 Mikrogramm je Milliliter · 2024

    Beta vulgaris L. beetroot protects against iron-induced liver injury by restoring antioxidant pathways and regulating cellular functions

    Ojo OA, et al. Sci Rep

    Zur Zuschreibung: 13

  16. 16

    Zellversuch an der menschlichen Monozyten-Zelllinie THP-1 und an Mausmakrophagen RAW264, dazu Antioxidanz-Bestimmungen · 2023

    Effects of heat degradation of betanin in red beetroot (Beta vulgaris L.) on biological activity and antioxidant capacity

    Muramatsu D, et al. PLoS One

    Zur Zuschreibung: 14

Alle Stoffe von A bis Z