Artischocken-Extrakt

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Pflanzenextrakte

Cynara scolymus (Blattextrakt), nahe verwandt mit Cynara cardunculus · Artischockenblatt-Extrakt · ALE · Artichoke Leaf Extract · Cynarin-Extrakt

H.P.N · Datenstand 2026-08-19 · 9 Zuschreibungen im Überblick

Auf einen Blick

Was es ist
Extrakt aus den Blättern der Artischocke, der Leitstoff ist Cynarin, daneben Caffeoylchinasäuren wie Chlorogensäure und Flavonoide wie Luteolin
Herkunft
Blätter der Artischockenpflanze (Cynara scolymus), einer mediterranen Kulturpflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae)
Wirkform in Studien
Uneinheitlich standardisierte Blattextrakte (Artichoke Leaf Extract, ALE), Tagesdosen meist zwischen 320 und 1920 mg. Viele Humanstudien nennen nur die Extraktmenge, ohne den Cynarin- oder Caffeoylchinasäuregehalt zu beziffern, ein direkter Wirkstoffabgleich mit auf einen bestimmten Cynaringehalt standardisierten Präparaten ist deshalb oft nicht möglich. Ein Teil der Studien prüft außerdem eine feste Kombination aus Artischocke und einem zweiten Pflanzenstoff, etwa Bergamotte oder Ingwer, das ist eine andere Frage als die Wirkung der Artischocke allein
Übliche Studiendosis
320 bis 1920 mg Extrakt pro Tag
Bekannt geworden durch
Die traditionelle Nutzung als Verdauungshilfe und "Lebermittel" sowie die Aussage, der Extrakt senke den Cholesterinspiegel. Teile davon sind durch Humanstudien gestützt, "Entgiftung" selbst ist dagegen kein Messwert, den eine der hier ausgewerteten Studien erfasst hat
Verträglichkeit
In den Studien überwiegend gut verträglich, gelegentlich Blähungen oder Magenbeschwerden. Wegen der choleretischen (gallenflussfördernden) Wirkung bei bestehendem Gallenwegsverschluss oder Gallensteinen ärztlich abklären. Selten allergische Reaktionen bei Korbblütler-Allergie (Asteraceae)

Was diesem Stoff zugesprochen wird

Was die Studien hergeben.

Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.

  1. 01

    Blutfette (Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, Triglyceride) bei Erwachsenen

    Gut belegt
    Einordnung und Einschränkungen

    Zwei artischocke-spezifische Meta-Analysen finden übereinstimmend eine Senkung von Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin und Triglyceriden ohne Effekt auf HDL-Cholesterin, sie werten dabei denselben Studienbestand aus. Jafari und Kollegen fanden 2025 in der aktuellsten und breitesten Analyse (Suche bis September 2024, Zahl der eingeschlossenen Einzelstudien im Abstract nicht genannt, Auswertung anhand des Abstracts) Gesamtcholesterin minus 12,29 mg/dl (95-Prozent-Konfidenzintervall minus 19,92 bis minus 4,65), LDL-Cholesterin minus 10,31 mg/dl (minus 18,57 bis minus 2,04) und Triglyceride minus 12,85 mg/dl (minus 24,77 bis minus 0,93) [1]. Sahebkar und Kollegen fanden 2018 in einer früheren Meta-Analyse aus 9 randomisierten Studien mit 702 Teilnehmenden ähnliche, etwas stärkere Effekte (Gesamtcholesterin minus 17,6 mg/dl, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 22,0 bis minus 13,3, LDL-Cholesterin minus 14,9 mg/dl, minus 20,4 bis minus 9,5, Triglyceride minus 9,2 mg/dl, minus 16,2 bis minus 2,1) [2]. Die Überschneidung der beiden Arbeiten ist nachgeschlagen und belegt. Das über Crossref abrufbare Literaturverzeichnis von Jafari 2025 führt die artischocke-spezifischen Einzelstudien auf, darunter die Arbeiten zu Hyperlipoproteinämie von 2000, zur Endothelfunktion bei Hyperlipämie von 2004, zu Redoxparametern bei Ruderern von 2008, zur Cholesterinsenkung bei sonst gesunden Erwachsenen von 2008 und zu Cynara bei Übergewicht von 2013 und 2014, also die Lipidstudien aus der Zeit vor Sahebkars Suchschluss im März 2017, und zitiert Sahebkar 2018 zusätzlich als Vorarbeit. Die beiden Meta-Analysen sind damit eine kleinere und eine größere Auswertung desselben Bestands und keine zwei unabhängigen Evidenzlinien. Wie hoch die eingeschlossenen Einzeldosen lagen, geben die Abstracts nicht einzeln an, die Spanne der insgesamt ausgewerteten Humanstudien reicht von 320 bis 1920 mg Extrakt pro Tag. Ergänzend geprüft ist die Studienlage zu festen Kombinationen aus Artischocke und Bergamotte, zwei der drei Arbeiten sind vom Hersteller des geprüften Präparats getragen. Riva und Kollegen prüften 2021 an 60 übergewichtigen Erwachsenen mit mildem, auf Bergamotte allein unzureichend ansprechendem erhöhten Cholesterinspiegel eine Kombination aus 600 mg Bergamotten-Phytosom und 100 mg standardisiertem Artischockenblatt-Extrakt (aus Cynara cardunculus) über 60 Tage und fanden gegenüber Placebo eine signifikante Senkung von Gesamt- und LDL-Cholesterin sowie des Taillenumfangs (minus 0,907 cm im Gruppenvergleich, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 1,718 bis minus 0,095). Im Volltext erklären drei der Autoren, Angestellte des Herstellers Indena zu sein, der die Tabletten formuliert hat, eine externe Förderung wird verneint [3]. Fogacci und Kollegen prüften 2024 an 90 Erwachsenen mit grenzwertigem Cholesterinspiegel über 12 Wochen eine Tablette aus 700 mg Artischocken-Trockenextrakt, 375 mg Bergamotten-Trockenextrakt, Astaxanthin, Chrompicolinat und Folsäure und fanden nach 6 Wochen signifikante Senkungen von Gesamt- und LDL-Cholesterin gegenüber Placebo [4]. Der Volltext nennt Meda Pharma als Geldgeber der Studie und zugleich als Hersteller der geprüften Tabletten, die Interessenerklärung verneint dennoch einen Interessenkonflikt. Stonehouse und Kollegen fanden 2025 mit einem vierten, andersartigen Präparat (zusätzlich Pflanzensterine und Hydroxytyrosol) an 42 Erwachsenen mit leicht erhöhtem Cholesterinspiegel über 4 Monate dagegen keinen Unterschied zu Placebo beim LDL-Cholesterin oder einem der Nebenwerte [5]. Keine der drei Kombinationsstudien prüfte Artischocken-Extrakt allein in vergleichbarer Dosierung, die Übertragbarkeit auf den alleinigen Extrakt ist deshalb begrenzt

    Quellen: 1, 2, 3, 4, 5

  2. 02

    Leberfettanteil und Leberwerte bei Erwachsenen mit erhöhtem Leberfettanteil, uneinheitlich bei den Transaminasen

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Drei Arbeiten prüften gezielt Leberfett und Leberwerte, mit einem uneinheitlichen Bild bei den Transaminasen. Liu und Kollegen werteten 2024 in einer Netzwerk-Meta-Analyse 37 randomisierte Studien mit 2509 Teilnehmenden zu sieben verschiedenen Pflanzenstoffen bei Menschen mit erhöhtem Leberfettanteil aus, wie viele der 37 Studien gezielt Artischockenblatt-Extrakt prüften, nennt das Abstract nicht. Artischockenblatt-Extrakt schnitt darin für die Senkung von AST (SUCRA 99,1 Prozent), ALT (88,2 Prozent) und LDL-Cholesterin (88,9 Prozent) im Vergleich der sieben Stoffe am besten ab [6]. Panahi und Kollegen prüften 2018 in einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Pilotstudie an 100 Erwachsenen mit per Ultraschall diagnostiziertem erhöhten Leberfettanteil (90 ausgewertet) 600 mg Artischockenblatt-Extrakt pro Tag über 2 Monate und fanden gegenüber Placebo eine Zunahme des Blutflusses in der Lebervene, eine Abnahme des Pfortaderdurchmessers und der Lebergröße sowie eine Senkung von ALT, AST und Gesamtbilirubin [7]. Holländer und Kollegen prüften 2026 in einer randomisierten, plazebokontrollierten Pilotstudie an 40 Erwachsenen mit erhöhtem Leberfettanteil vor geplanter bariatrischer Operation Artischockenblatt-Extrakt über 6 Wochen (Tagesdosis im Abstract nicht genannt) und fanden per Fibroscan eine Abnahme des Leberfettanteils (CAP-Wert) und der Leberlappengröße bereits nach 3 Wochen, bei Frauen zusätzlich eine Senkung von Gesamt- und LDL-Cholesterin. Anders als bei Panahi und in der Netzwerk-Meta-Analyse stieg die Aspartat-Aminotransferase (AST) in dieser Studie an, die Autoren beschreiben das selbst als von der bisherigen Literatur abweichenden Befund bei Menschen mit ausgeprägtem Übergewicht [8]. Die Abnahme des Leberfettanteils selbst zeigte sich konsistent, die Richtung des Transaminasen-Effekts nicht

    Quellen: 6, 7, 8

  3. 03

    Verdauungsbeschwerden im Oberbauch (Völlegefühl, Übelkeit, Schmerzen) bei Erwachsenen mit wiederkehrenden Beschwerden ohne organischen Befund

    Belegt
    Einordnung und Einschränkungen

    Zwei Humanstudien mit reinem Artischockenblatt-Extrakt, unterschiedlich stark kontrolliert. Holtmann und Kollegen prüften 2003 in einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Multicenter-Studie an 244 ausgewerteten Erwachsenen (129 Extrakt, 115 Placebo) mit wiederkehrenden Oberbauchbeschwerden ohne organischen Befund dreimal täglich zwei Kapseln zu je 320 mg Extrakt (insgesamt 1920 mg pro Tag) über 6 Wochen und fanden gegenüber Placebo eine signifikant stärkere Besserung des Gesamtsymptom-Scores (8,3 plus/minus 4,6 gegenüber 6,7 plus/minus 4,8, p kleiner 0,01) sowie der krankheitsspezifischen Lebensqualität nach dem Nepean-Dyspepsie-Index [9]. Marakis und Kollegen fanden 2002 in einer offenen, unkontrollierten Dosis-Vergleichsstudie an 454 ausgewerteten Erwachsenen mit selbst berichteten Verdauungsbeschwerden unter 320 beziehungsweise 640 mg Extrakt pro Tag über 2 Monate gegenüber dem Ausgangswert eine Besserung aller erfassten Beschwerden um durchschnittlich 40 Prozent, ohne Unterschied zwischen den beiden Dosen, die Studie hatte keine Placebogruppe [10]. Die Holtmann-Dosis markiert damit das obere Ende der üblichen Studienspanne von 320 bis 1920 mg Extrakt pro Tag, die beiden bei Marakis geprüften Dosen deren unteres Ende. Ergänzend geprüft ist die Studienlage zur festen Kombination aus Artischocken- und Ingwer-Extrakt. Giacosa und Kollegen prüften 2015 in einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Multicenter-Studie an 126 Menschen mit denselben wiederkehrenden Oberbauchbeschwerden (65 Kombination, 61 Placebo, 4 Wochen) eine standardisierte Fixkombination (Handelsname Prodigest) mit zweimal täglich 100 mg Artischocken- und 20 mg Ingwer-Extrakt und fanden gegenüber Placebo eine signifikante Besserung von Übelkeit, Völlegefühl, Oberbauchschmerz und Blähung [11]. Der Volltext zeigt die Bindung an den Hersteller, drei der Autoren gehören der Forschungsabteilung von Indena an und Indena stellte Präparat und Placebo kostenlos zur Verfügung, die Interessenerklärung verneint dennoch einen Interessenkonflikt. Die geprüfte Tagesdosis lag bei 200 mg Artischocken-Extrakt und damit unterhalb der bei reinem Extrakt untersuchten Spanne, die Kombination ist außerdem ein eigenständiges, markenrechtlich geschütztes Präparat mit eigener Standardisierung, die Studienlage lässt sich deshalb nicht direkt auf einzeln dosierten Artischocken-Extrakt übertragen. Das Feld ist seit 2015 einmal neu bewertet worden, ein Cochrane-Review von 2023 zu pflanzlichen Mitteln bei funktioneller Dyspepsie führt die Artischocke mit einer kleinen standardisierten Mittelwertdifferenz von minus 0,34 (95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,59 bis minus 0,09) aus genau dieser einen Studie mit 244 Teilnehmenden und stuft die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz als niedrig ein, er ist in diesem Eintrag noch nicht als Quelle geführt

    Quellen: 9, 10, 11

  4. 04

    Blutdruck bei Erwachsenen, kleine Senkung von rund 2 mmHg in der größeren Auswertung, in der kleineren kein Unterschied zu Placebo

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine kleinere und eine größere Auswertung desselben Studienbestands, mit unterschiedlichem Gesamtergebnis, aber überlappenden Konfidenzintervallen. Moradi und Kollegen werteten 2021 8 randomisierte, plazebokontrollierte Studien aus (Suche bis März 2020) und fanden in der Gesamtauswertung keinen Effekt auf systolischen (minus 0,77 mmHg, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 2,76 bis plus 1,22) oder diastolischen Blutdruck (minus 0,11 mmHg, minus 1,72 bis plus 1,50). In einer Untergruppenanalyse derselben Arbeit fand sich bei Erwachsenen mit hohem Blutdruck eine Senkung (systolisch minus 3,19 mmHg, diastolisch minus 2,33 mmHg), bei Menschen mit erhöhtem Leberfettanteil dagegen nicht [12]. Jafari und Kollegen fanden 2025 in der neueren, umfassenderen Analyse (Suche bis September 2024, Zahl der zugrunde liegenden Studien im Abstract nicht genannt, Auswertung anhand des Abstracts) in der Gesamtauswertung eine signifikante Senkung sowohl systolisch (minus 2,49 mmHg, minus 4,33 bis minus 0,65) als auch diastolisch (minus 1,53 mmHg, minus 3,01 bis minus 0,05) [1]. Ein Widerspruch ist das nicht. Moradis Intervall für den systolischen Blutdruck reicht von minus 2,76 bis plus 1,22 und schließt Jafaris Punktschätzer von minus 2,49 mmHg ein, für den diastolischen Blutdruck gilt dasselbe. Das über Crossref abrufbare Literaturverzeichnis von Jafari 2025 führt die artischocke-spezifischen Blutdruckstudien aus der Zeit vor Moradis Suchschluss auf und zitiert Moradi 2021 zusätzlich als Vorarbeit, die acht älteren Studien stecken also in der neueren Analyse mit drin. Was bleibt, ist eine kleine Senkung von rund 2 mmHg systolisch und 1,5 mmHg diastolisch, deren diastolisches Intervall mit minus 0,05 dicht an null heranreicht

    Quellen: 12, 1

  5. 05

    Insulinresistenz-Marker bei Erwachsenen, Insulin und HOMA-IR in der gepoolten Auswertung gesenkt, Nüchternblutzucker und HbA1c unverändert

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Jafari und Kollegen fanden 2025 in ihrer Meta-Analyse (Zahl der eingeschlossenen Studien im Abstract nicht genannt) eine Senkung von Insulin (minus 1,83 mU/l, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 3,33 bis minus 0,32) und des Insulinresistenz-Index HOMA-IR (minus 0,92, minus 1,33 bis minus 0,51), während sich Nüchternblutzucker und HbA1c nicht signifikant änderten [1]. Ebrahimi-Mameghani und Kollegen prüften 2018 in einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Studie an 80 Erwachsenen mit mehreren gleichzeitig erhöhten Stoffwechselrisikofaktoren (Bauchumfang, Blutdruck, Blutfette, Nüchternblutzucker) 1800 mg Artischockenblatt-Extrakt pro Tag über 12 Wochen und fanden eine Senkung von Insulin und HOMA-IR nur bei Trägerinnen und Trägern eines bestimmten Genotyps (TT-Genotyp des TCF7L2-rs7903146-Polymorphismus), nicht in der Gesamtgruppe [13]. In der gepoolten Auswertung steht der Effekt also über alle Teilnehmenden, in der einzelnen Studie nur in einer genetischen Untergruppe, auf den Nüchternblutzucker selbst zeigte sich in keiner der beiden Auswertungen ein Effekt. Diese Studie [13] und die Studie zu den oxidativen Markern [14] tragen dieselbe Registriernummer im iranischen Studienregister (IRCT201409033320N9), sie sind zwei Auswertungen derselben Untersuchung und kein doppelter Beleg

    Quellen: 1, 13

  6. 06

    Body-Mass-Index und Taillenumfang bei Erwachsenen, Körpergewicht selbst ohne Effekt

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Jafari und Kollegen fanden 2025 in ihrer Meta-Analyse eine Senkung des Body-Mass-Index (minus 0,51 kg/m2, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,93 bis minus 0,09) und des Taillenumfangs (minus 1,21 cm, minus 2,24 bis minus 0,17), während sich Körpergewicht und Hüftumfang nicht signifikant änderten [1]. Eine einzelne Meta-Analyse ohne unabhängige zweite Bestätigung, die Effekte sind klein und betreffen nicht das Körpergewicht selbst

    Quellen: 1

  7. 07

    Oxidative Marker im Blut (oxidiertes LDL) bei Erwachsenen mit mehreren erhöhten Stoffwechselrisikofaktoren, übrige Marker ohne Effekt

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Rezazadeh und Kollegen prüften 2018 in einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Studie an 68 ausgewerteten Erwachsenen mit mehreren gleichzeitig erhöhten Stoffwechselrisikofaktoren (Bauchumfang, Blutdruck, Blutfette, Nüchternblutzucker) 1800 mg Artischockenblatt-Extrakt pro Tag über 12 Wochen und fanden gegenüber Placebo eine Abnahme des oxidierten LDL-Cholesterins (minus 266,8 plus/minus 615,9 gegenüber minus 129,5 plus/minus 591,2 ng/l, p kleiner 0,05). Die Streuung ist in beiden Gruppen mehr als doppelt so groß wie die Veränderung selbst. Bei Malondialdehyd, der Gesamtantioxidationskapazität sowie den Enzymen Glutathionperoxidase und Superoxiddismutase zeigte sich dagegen kein Unterschied [14]. Eine einzelne Studie mit gemischtem Ergebnis, nur einer von fünf erfassten Markern veränderte sich, und sie teilt sich die Registriernummer IRCT201409033320N9 mit der Insulinresistenz-Studie [13]

    Quellen: 14

  8. 08

    Entzündungsmarker (hochsensitives CRP) bei alleiniger Einnahme von Artischocken-Extrakt

    Studienlage offen
    Einordnung und Einschränkungen

    Gezielt nach Artischocke und CRP beziehungsweise Entzündung gesucht, mit und ohne Einschränkung auf Studientyp. Gefunden wurden ausschließlich Studien an Mischpräparaten mit mehreren Wirkstoffen (Artischocke kombiniert mit Bergamotte, Rotem Reis, Banaba, Coenzym Q10, Pflanzensterinen oder Zink), in denen sich der Eigenbeitrag der Artischocke nicht isolieren lässt. Keine Studie prüft CRP oder einen anderen Entzündungsmarker unter reinem Artischocken-Extrakt

  9. 09

    Antioxidative und leberbezogene Marker im Tiermodell

    Nur Labor und Tier
    Einordnung und Einschränkungen

    Salekzamani und Kollegen werteten 2019 in einer systematischen Übersicht 23 Tierstudien aus (dazu 2 Humanstudien und 14 In-vitro-Arbeiten im Review, getrennt betrachtet) und fanden bei Tieren mit experimentell ausgelöster Schädigung einen Anstieg der körpereigenen antioxidativen Enzyme Superoxiddismutase, Katalase, Glutathion und Glutathionperoxidase sowie eine Abnahme von Malondialdehyd in Leber und Blut unter Artischocken-Extrakt. Die beiden in derselben Arbeit betrachteten Humanstudien zeigten laut den Autoren dagegen keine oder nur eine leichte Verbesserung der antioxidativen Marker, das passt zu den oben beschriebenen gemischten Humanbefunden [15]. Ausschließlich Tierdaten, keine Aussage für Menschen

    Quellen: 15

Am dichtesten belegt sind Blutfette und, mit Einschränkung, Verdauungsbeschwerden. Beim Blutdruck bleibt nach Auflösung der Studienüberschneidung eine kleine Senkung von rund 2 mmHg, bei Leberwerten gibt es einen neuen, gegenläufigen Einzelbefund zu den Transaminasen. Zwei verbreitete Zuschreibungen lassen sich nur eingeschränkt oder gar nicht belegen: Der Effekt auf das Körpergewicht selbst zeigt sich nicht, nur auf Body-Mass-Index und Taillenumfang, und zu Entzündungsmarkern wie CRP liegt für den reinen Extrakt keine einzige Studie vor, nur für Mischpräparate.

Studien im Detail

Blutfette

Zwei artischocke-spezifische Meta-Analysen finden übereinstimmend eine Senkung von Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin und Triglyceriden, ohne Effekt auf HDL-Cholesterin. Jafari und Kollegen werteten 2025 in der aktuellsten und breitesten Analyse (Suche bis September 2024) aus, wie viele Einzelstudien darin stecken, nennt das Abstract nicht: Gesamtcholesterin minus 12,29 mg/dl (95-Prozent-Konfidenzintervall minus 19,92 bis minus 4,65), LDL-Cholesterin minus 10,31 mg/dl (minus 18,57 bis minus 2,04), Triglyceride minus 12,85 mg/dl (minus 24,77 bis minus 0,93) [1]. Sahebkar und Kollegen hatten 2018 in 9 randomisierten Studien mit 702 Teilnehmenden ähnliche, etwas stärkere Effekte gefunden (Gesamtcholesterin minus 17,6 mg/dl, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 22,0 bis minus 13,3, LDL-Cholesterin minus 14,9 mg/dl, minus 20,4 bis minus 9,5, Triglyceride minus 9,2 mg/dl, minus 16,2 bis minus 2,1) [2]. Die Überschneidung ist nachgeschlagen. Das Literaturverzeichnis von Jafari 2025 enthält die artischocke-spezifischen Einzelstudien aus der Zeit vor Sahebkars Suchschluss im März 2017 und zitiert Sahebkar 2018 selbst als Vorarbeit. Beide Arbeiten werten damit weitgehend denselben Studienbestand aus, sie ergeben eine konsistente, aber keine doppelt unabhängig bestätigte Evidenzlage.

Ergänzend geprüft ist die Studienlage zur festen Kombination aus Bergamotte- und Artischocken-Extrakt. Riva und Kollegen prüften 2021 an 60 übergewichtigen Erwachsenen mit mildem, auf Bergamotte allein unzureichend ansprechendem erhöhten Cholesterinspiegel eine Kombination aus 600 mg Bergamotten-Phytosom und 100 mg standardisiertem Artischockenblatt-Extrakt (aus Cynara cardunculus) über 60 Tage und fanden gegenüber Placebo eine signifikante Senkung von Gesamt- und LDL-Cholesterin sowie des Taillenumfangs, die Studie ist herstellernah (Indena), das Abstract selbst nennt keine Finanzierungsquelle [3]. Fogacci und Kollegen fanden 2024 an 90 Erwachsenen mit einer Tablette aus 700 mg Artischocken- und 375 mg Bergamotten-Trockenextrakt sowie Astaxanthin, Chrompicolinat und Folsäure ähnliche Effekte, die Studie wurde vom Hersteller der Tabletten, Meda Pharma, finanziert [4]. Stonehouse und Kollegen fanden 2025 mit einem vierten Präparat (zusätzlich Pflanzensterine und Hydroxytyrosol) an 42 Erwachsenen dagegen keinen Unterschied zu Placebo beim LDL-Cholesterin [5]. Keine der drei Arbeiten prüfte Artischocken-Extrakt allein in vergleichbarer Dosierung.

Einschränkung: Beide artischocke-spezifischen Metaanalysen nennen keine Einzeldosen, ein Dosisvergleich mit den Studiendosen der Kombinationsarbeiten ist deshalb nur über die Einzelstudien möglich, die hier nicht alle vorliegen.

Leberfettanteil und Leberwerte

Verglichen mit zwei anderen Pflanzenextrakten mit ähnlicher Fragestellung zu Blutfetten zeigt sich ein Unterschied in der Evidenzbreite: Traubenkern-Extrakt steht bei Blutfetten auf "widersprüchlich", nach einer fachlichen Prüfung von "belegt" zurückgestuft, weil zwei Meta-Analysen sich unmittelbar widersprechen. Schwarzer Knoblauch-Extrakt steht auf "hinweise", mit der ausdrücklichen Begründung, dass nur eine einzige schwarzknoblauch-spezifische Lipidstudie vorliegt und die Voraussetzung für "widersprüchlich" (eine zweite, gegenläufige Studie zu genau diesem Stoff) fehlt. Die Blutfette-Zeile der Artischocke steht hier auf "gut belegt", und das aus einem dritten Grund: Zwei artischocke-spezifische Meta-Analysen (Sahebkar 2018 und Jafari 2025) zeigen dieselbe Richtung bei allen drei Hauptwerten (Gesamtcholesterin, LDL, Triglyceride), keine Studie zu Artischocke widerspricht dem. Das ist die gegenteilige Lage zu Traubenkern-Extrakt, wo zwei Analysen sich direkt widersprechen, und eine breitere als bei Schwarzem Knoblauch, wo nur eine einzelne Studie vorliegt. Die Konsistenz gilt trotzdem mit einer Einschränkung. Das Literaturverzeichnis von Jafari 2025 enthält die älteren artischocke-spezifischen Einzelstudien, ein großer Teil der Übereinstimmung ist deshalb dieselbe zugrunde liegende Studienbasis und keine doppelt unabhängige Bestätigung.

Drei Arbeiten prüften gezielt Leberfett und Leberwerte, mit einem uneinheitlichen Bild bei den Transaminasen. Liu und Kollegen werteten 2024 in einer Netzwerk-Meta-Analyse 37 randomisierte Studien mit 2509 Teilnehmenden zu sieben verschiedenen Pflanzenstoffen bei Menschen mit erhöhtem Leberfettanteil aus. Wie viele der 37 Studien gezielt Artischockenblatt-Extrakt prüften, nennt das Abstract nicht. Artischocke schnitt darin für AST (SUCRA 99,1 Prozent), ALT (88,2 Prozent) und LDL-Cholesterin (88,9 Prozent) im Vergleich der sieben Stoffe am besten ab [6]. Panahi und Kollegen prüften 2018 an 100 randomisierten, 90 ausgewerteten Erwachsenen mit per Ultraschall diagnostiziertem erhöhten Leberfettanteil 600 mg Extrakt pro Tag über 2 Monate und fanden gegenüber Placebo eine Zunahme des Blutflusses in der Lebervene, eine Abnahme des Pfortaderdurchmessers und der Lebergröße sowie eine Senkung von ALT, AST und Gesamtbilirubin [7]. Holländer und Kollegen prüften 2026 an 40 Erwachsenen mit erhöhtem Leberfettanteil vor geplanter bariatrischer Operation Extrakt über 6 Wochen (Tagesdosis im Abstract nicht genannt) und fanden per Fibroscan eine Abnahme des Leberfettanteils und der Leberlappengröße bereits nach 3 Wochen. Anders als bei Panahi und in der Netzwerk-Meta-Analyse stieg dabei die Aspartat-Aminotransferase (AST) an, die Autoren beschreiben das selbst als von der bisherigen Literatur abweichenden Befund [8].

Einschränkung: Die Abnahme des Leberfettanteils selbst zeigte sich in allen drei Arbeiten konsistent, die Richtung des Transaminasen-Effekts nicht. Die Holländer-Studie ist eine kleine Pilotstudie an einer speziellen Population (ausgeprägtes Übergewicht vor einer geplanten Operation), ob der abweichende Befund auf andere Gruppen übertragbar ist, ist offen.

Verdauungsbeschwerden im Oberbauch

Holtmann und Kollegen prüften 2003 in einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Multicenter-Studie an 244 ausgewerteten Erwachsenen (129 Extrakt, 115 Placebo) mit wiederkehrenden Oberbauchbeschwerden ohne organischen Befund dreimal täglich zwei Kapseln zu je 320 mg Extrakt (insgesamt 1920 mg pro Tag) über 6 Wochen. Gegenüber Placebo zeigte sich eine signifikant stärkere Besserung des Gesamtsymptom-Scores (8,3 plus/minus 4,6 gegenüber 6,7 plus/minus 4,8, p kleiner 0,01) und der krankheitsspezifischen Lebensqualität nach dem Nepean-Dyspepsie-Index [9]. Marakis und Kollegen fanden 2002 in einer offenen, unkontrollierten Dosis-Vergleichsstudie an 454 ausgewerteten Erwachsenen mit selbst berichteten Verdauungsbeschwerden unter 320 beziehungsweise 640 mg Extrakt pro Tag über 2 Monate gegenüber dem Ausgangswert eine Besserung aller erfassten Beschwerden um durchschnittlich 40 Prozent, ohne Unterschied zwischen den beiden Dosen [10].

Ergänzend geprüft ist die Studienlage zur festen Kombination aus Artischocken- und Ingwer-Extrakt: Giacosa und Kollegen prüften 2015 an 126 Menschen mit denselben wiederkehrenden Oberbauchbeschwerden (65 Kombination, 61 Placebo, 4 Wochen) eine standardisierte Fixkombination (Handelsname Prodigest) mit zweimal täglich 100 mg Artischocken- und 20 mg Ingwer-Extrakt und fanden gegenüber Placebo eine signifikante Besserung von Übelkeit, Völlegefühl, Oberbauchschmerz und Blähung [11]. Der Volltext benennt die Bindung an den Hersteller, drei der Autoren gehören der Forschungsabteilung von Indena an und Indena stellte Präparat und Placebo kostenlos zur Verfügung, die Interessenerklärung verneint dennoch einen Interessenkonflikt.

Einschränkung: Die Holtmann-Dosis von 1920 mg pro Tag markiert das obere Ende der üblichen Studienspanne, die beiden bei Marakis geprüften Dosen von 320 und 640 mg deren unteres Ende, und die Marakis-Studie hatte keine Placebogruppe. Die Prodigest- Kombination lieferte 200 mg Artischocken-Extrakt pro Tag und liegt damit unter dieser Spanne, sie ist ein eigenständiges, markenrechtlich geschütztes Präparat mit eigener Standardisierung, nicht identisch mit einzeln dosiertem Artischocken-Extrakt. Ein Cochrane-Review von 2023 zu pflanzlichen Mitteln bei funktioneller Dyspepsie hat das Feld seither einmal neu bewertet und stuft die Artischocken-Evidenz aus der Holtmann-Studie als von niedriger Vertrauenswürdigkeit ein, er ist in diesem Eintrag noch nicht als Quelle geführt.

Blutdruck

Moradi und Kollegen werteten 2021 8 randomisierte, plazebokontrollierte Studien aus (Suche bis März 2020) und fanden in der Gesamtauswertung keinen Effekt auf systolischen (minus 0,77 mmHg, 95-Prozent- Konfidenzintervall minus 2,76 bis plus 1,22) oder diastolischen Blutdruck (minus 0,11 mmHg, minus 1,72 bis plus 1,50). In einer Untergruppenanalyse derselben Arbeit fand sich bei Erwachsenen mit hohem Blutdruck eine deutliche Senkung (systolisch minus 3,19 mmHg, diastolisch minus 2,33 mmHg), bei Menschen mit erhöhtem Leberfettanteil dagegen nicht [12]. Jafari und Kollegen fanden 2025 in einer neueren, umfassenderen Analyse dagegen in der Gesamtauswertung eine signifikante Senkung sowohl systolisch (minus 2,49 mmHg, minus 4,33 bis minus 0,65) als auch diastolisch (minus 1,53 mmHg, minus 3,01 bis minus 0,05) [1].

Einschränkung: Die beiden Ergebnisse widersprechen sich nicht. Moradis Intervall für den systolischen Blutdruck (minus 2,76 bis plus 1,22) schließt Jafaris Punktschätzer von minus 2,49 mmHg ein, diastolisch gilt dasselbe. Das Literaturverzeichnis von Jafari 2025 enthält die artischocke-spezifischen Blutdruckstudien aus der Zeit vor Moradis Suchschluss und zitiert Moradi 2021 selbst als Vorarbeit, die acht älteren Studien stecken also in der neueren Analyse mit drin. Hier steht deshalb eine kleinere neben einer größeren Auswertung desselben Bestands, was bleibt, ist eine kleine Senkung von rund 2 mmHg systolisch und 1,5 mmHg diastolisch.

Insulinresistenz, Körpermaße und oxidative Marker

Jafari und Kollegen fanden 2025 zusätzlich eine Senkung von Insulin (minus 1,83 mU/l, minus 3,33 bis minus 0,32) und HOMA-IR (minus 0,92, minus 1,33 bis minus 0,51), während Nüchternblutzucker und HbA1c sich nicht änderten, sowie eine Senkung von Body-Mass-Index (minus 0,51 kg/m2, minus 0,93 bis minus 0,09) und Taillenumfang (minus 1,21 cm, minus 2,24 bis minus 0,17) ohne Effekt auf Körpergewicht und Hüftumfang [1]. Ebrahimi-Mameghani und Kollegen prüften 2018 an 80 Erwachsenen mit mehreren gleichzeitig erhöhten Stoffwechselrisikofaktoren 1800 mg Extrakt pro Tag über 12 Wochen und fanden eine Senkung von Insulin und HOMA-IR nur bei Trägerinnen und Trägern eines bestimmten Genotyps (TT-Genotyp des TCF7L2-rs7903146-Polymorphismus), nicht in der Gesamtgruppe [13]. Rezazadeh und Kollegen prüften 2018 an 68 ausgewerteten Erwachsenen mit demselben Risikoprofil dieselbe Dosis über denselben Zeitraum und fanden gegenüber Placebo eine Abnahme des oxidierten LDL-Cholesterins, aber keinen Unterschied bei Malondialdehyd, der Gesamtantioxidationskapazität, Glutathionperoxidase oder Superoxiddismutase [14].

Einschränkung: Die beiden zuletzt genannten Studien tragen dieselbe Registriernummer im iranischen Studienregister (IRCT201409033320N9), sie sind zwei Auswertungen derselben Untersuchung und deshalb hier nicht als zwei unabhängige Bestätigungen gezählt. Bei allen drei Endpunkten (Insulinresistenz, Körpermaße, oxidativer Stress) verändert sich jeweils nur ein Teil der erfassten Werte, der andere Teil bleibt unverändert.

Entzündungsmarker

Gezielt nach Artischocke und CRP beziehungsweise Entzündung gesucht. Gefunden wurden ausschließlich Studien an Mischpräparaten mit mehreren Wirkstoffen (Artischocke kombiniert mit Bergamotte, Rotem Reis, Banaba, Coenzym Q10, Pflanzensterinen oder Zink), in denen sich der Eigenbeitrag der Artischocke nicht isolieren lässt. Keine Studie prüft CRP oder einen anderen Entzündungsmarker unter reinem Artischocken-Extrakt.

Tier- und Laborstudien

Salekzamani und Kollegen werteten 2019 in einer systematischen Übersicht 23 Tierstudien aus und fanden bei Tieren mit experimentell ausgelöster Schädigung einen Anstieg der körpereigenen antioxidativen Enzyme Superoxiddismutase, Katalase, Glutathion und Glutathionperoxidase sowie eine Abnahme von Malondialdehyd in Leber und Blut unter Artischocken- Extrakt. Dieselbe Übersicht betrachtete daneben 2 Humanstudien und 14 In-vitro-Arbeiten, die Humanstudien zeigten laut den Autoren keine oder nur eine leichte Verbesserung der antioxidativen Marker [15]. Diese Zeile steht ausschließlich für Tierdaten, aus ihr folgt keine Aussage über eine Wirkung beim Menschen.

Sicherheit und Wechselwirkungen

In den ausgewerteten Humanstudien war Artischocken-Extrakt überwiegend gut verträglich, auch bei den höheren geprüften Dosen (bis 1920 mg pro Tag) wurden in Holtmanns Studie keine schwerwiegenden Nebenwirkungen berichtet [9], ebenso bei Panahi (600 mg pro Tag) [7].

Wegen der choleretischen, also gallenflussfördernden Wirkung ist bei bestehendem Gallenwegsverschluss oder Gallensteinen ärztliche Abklärung vor der Einnahme sinnvoll.

Da die Artischocke zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) gehört, sind allergische Reaktionen bei bestehender Korbblütler-Allergie möglich. Franck und Kollegen beschrieben 2005 einen Einzelfall einer schweren allergischen Reaktion (Anaphylaxie) bei einer Frau mit bekannter Artischocken-Allergie nach dem Verzehr von Lebensmitteln mit Inulin, einem in der Artischocke enthaltenen Ballaststoff, mit Nachweis spezifischer Antikörper gegen Inulin [16]. Ein einzelner Fallbericht, keine systematische Häufigkeit.

Quellen zum Nachlesen

  1. 01

    Systematische Übersicht und Meta-Analyse, Zahl der eingeschlossenen Einzelstudien im Abstract nicht genannt · 2025

    Artichoke and cardiometabolic health: A systematic and meta-analytic synthesis of current evidence.

    Jafari A, et al. Diabetes Metab Syndr

    Zur Zuschreibung: 01, 04, 05, 06

  2. 02

    Meta-Analyse aus 9 RCTs, n gleich 702 · 2018

    Lipid-lowering activity of artichoke extracts: A systematic review and meta-analysis.

    Sahebkar A, et al. Crit Rev Food Sci Nutr

    Zur Zuschreibung: 01

  3. 03

    Randomisierte, doppelblinde, plazebokontrollierte Studie zu einer Bergamotte-Artischocke-Fixkombination, n gleich 60 · 2021

    Artichoke and Bergamot Phytosome Alliance: A Randomized Double Blind Clinical Trial in Mild Hypercholesterolemia.

    Riva A, et al. Nutrients

    Zur Zuschreibung: 01

  4. 04

    Randomisierte, doppelblinde, plazebokontrollierte Studie zu einer Bergamotte-Artischocke-Fixkombination, n gleich 90 · 2024

    A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Clinical Trial on the Effect of a Dietary Supplement Containing Dry Artichoke and Bergamot Extracts on Metabolic and Vascular Risk Factors in Individuals with Suboptimal Cholesterol Levels.

    Fogacci F, et al. Nutrients

    Zur Zuschreibung: 01

  5. 05

    Randomisierte, doppelblinde, plazebokontrollierte Studie zu einem Vierfach-Präparat, n gleich 42 · 2025

    The effects of a novel nutraceutical combination on low-density lipoprotein cholesterol and other markers of cardiometabolic health in adults with hypercholesterolaemia: A randomised double-blind placebo-controlled trial.

    Stonehouse W, Benassi-Evans B, Louise J. Atherosclerosis

    Zur Zuschreibung: 01

  6. 06

    Netzwerk-Meta-Analyse aus 37 RCTs zu sieben Pflanzenstoffen, n gleich 2509 · 2024

    Effects of different natural products in patients with non-alcoholic fatty liver disease-A network meta-analysis of randomized controlled trials.

    Liu H, et al. Phytother Res

    Zur Zuschreibung: 02

  7. 07

    Randomisierte, doppelblinde, plazebokontrollierte Pilotstudie, n gleich 100 randomisiert, 90 ausgewertet · 2018

    Efficacy of artichoke leaf extract in non-alcoholic fatty liver disease: A pilot double-blind randomized controlled trial.

    Panahi Y, et al. Phytother Res

    Zur Zuschreibung: 02

  8. 08

    Randomisierte, plazebokontrollierte Pilotstudie, n gleich 40 · 2026

    Artichoke leaf extract reduces steatosis and decreases liver size in prebariatric patients: A randomized placebo-controlled pilot trial-The "SteatoChoke-Study".

    Holländer S, et al. J Clin Lipidol

    Zur Zuschreibung: 02

  9. 09

    Randomisierte, doppelblinde, plazebokontrollierte Multicenter-Studie, n gleich 247 randomisiert, 244 ausgewertet · 2003

    Efficacy of artichoke leaf extract in the treatment of patients with functional dyspepsia: a six-week placebo-controlled, double-blind, multicentre trial.

    Holtmann G, et al. Aliment Pharmacol Ther

    Zur Zuschreibung: 03

  10. 10

    Offene, unkontrollierte Dosis-Vergleichsstudie ohne Placebo, n gleich 516 randomisiert, 454 ausgewertet · 2002

    Artichoke leaf extract reduces mild dyspepsia in an open study.

    Marakis G, et al. Phytomedicine

    Zur Zuschreibung: 03

  11. 11

    Randomisierte, doppelblinde, plazebokontrollierte Multicenter-Studie zu einer Artischocke-Ingwer-Fixkombination, n gleich 126 · 2015

    The Effect of Ginger (Zingiber officinalis) and Artichoke (Cynara cardunculus) Extract Supplementation on Functional Dyspepsia: A Randomised, Double-Blind, and Placebo-Controlled Clinical Trial.

    Giacosa A, et al. Evid Based Complement Alternat Med

    Zur Zuschreibung: 03

  12. 12

    Meta-Analyse aus 8 RCTs · 2021

    Effects of artichoke on blood pressure: A systematic review and meta-analysis.

    Moradi M, et al. Complement Ther Med

    Zur Zuschreibung: 04

  13. 13

    Randomisierte, doppelblinde, plazebokontrollierte Studie, n gleich 80 · 2018

    TCF7L2-rs7903146 polymorphism modulates the effect of artichoke leaf extract supplementation on insulin resistance in metabolic syndrome: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial.

    Ebrahimi-Mameghani M, Asghari-Jafarabadi M, Rezazadeh K. J Integr Med

    Zur Zuschreibung: 05

  14. 14

    Randomisierte, doppelblinde, plazebokontrollierte Studie, n gleich 80 randomisiert, 68 ausgewertet · 2018

    Antioxidant response to artichoke leaf extract supplementation in metabolic syndrome: A double-blind placebo-controlled randomized clinical trial.

    Rezazadeh K, et al. Clin Nutr

    Zur Zuschreibung: 07

  15. 15

    Systematische Übersicht mit Meta-Analyse von 23 Tierstudien, dazu 2 Humanstudien und 14 In-vitro-Arbeiten im Review · 2019

    The antioxidant activity of artichoke (Cynara scolymus): A systematic review and meta-analysis of animal studies.

    Salekzamani S, Ebrahimi-Mameghani M, Rezazadeh K. Phytother Res

    Zur Zuschreibung: 09

  16. 16

    Fallbericht · 2005

    Anaphylactic reaction to inulin: first identification of specific IgEs to an inulin protein compound.

    Franck P, et al. Int Arch Allergy Immunol

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