Chrompicolinat

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Spurenelemente

Chrom-III-Picolinat · Chrom Picolinat · CrPic · Chromium Picolinate

H.P.N · Datenstand 2026-08-22 · 16 Zuschreibungen im Überblick

Auf einen Blick

Was es ist
Ein Salz aus dreiwertigem Chrom (Cr3+) und drei Molekülen Picolinsäure, das Verhältnis ergibt sich aus dem Ladungsausgleich, ein dreifach positiv geladenes Chrom-Ion braucht drei einfach negativ geladene Picolinat-Ionen. Chrom ist ein Spurenelement, für das die EFSA zwei Grundfunktionen anerkennt, dessen Notwendigkeit für den Menschen die EFSA in ihrer eigenen Bewertung aber ausdrücklich als nicht hinreichend belegt einstuft, siehe die Wirkungszeile zu gesunden Menschen
Wirkform in Studien
In den zitierten Einzelstudien überwiegend als Chrompicolinat eingesetzt. Die Übersichtsarbeiten zu Blutzucker und Blutfetten fassen dagegen häufig mehrere Chromverbindungen zusammen, Picolinat, Chlorid, Nicotinat und Chromhefe, ohne durchgehend getrennte Zahlen je Form zu nennen. Dieser Formvorbehalt steht in diesem Eintrag an jeder betroffenen Zeile, und zwar an den Nutzenaussagen wie an den Risiko- und Entwarnungsaussagen. Eine Meta-Analyse aus 14 randomisierten Studien poolt getrennt nach Chromform und ist damit die wichtigste Einzelquelle dieses Eintrags. Sie findet für Chrompicolinat weder beim HbA1c noch beim Nüchternblutzucker einen signifikanten Effekt, wohl aber für Bierhefe beim Nüchternblutzucker, siehe die Zeile zu den glykämischen Markern. Weitere ausdrücklich auf Chrompicolinat begrenzte Auswertungen sind die Cochrane-Übersicht zum Körpergewicht, die Chrompicolinat-Meta-Analyse zum Körpergewicht, eine Untergruppe nach Chromform in einer Dosis-Wirkungs-Meta-Analyse zur Körperzusammensetzung und die zweijährige Tierstudie im Sicherheitsteil
Referenzmenge (NRV)
40 µg Chrom pro Tag (Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, Anhang XIII)
Übliche Studiendosis
In Studien an Menschen mit Typ-2-Diabetes je nach Übersicht 42 bis 1000 µg Chrom pro Tag über 1 bis 6 Monate. In Studien an stoffwechselgesunden, älteren oder sporttreibenden Menschen 200 bis 1000 µg pro Tag über 6 bis 16 Wochen
Zusammenspiel
In zwei der zitierten Diabetesstudien wurde Chrompicolinat mit Biotin kombiniert (CPB), eigene Zahlen für diese Kombination gegenüber Chrompicolinat allein nennt das jeweilige Abstract nicht
Verträglichkeit
Eine Meta-Analyse aus 25 randomisierten Studien berichtet, das Risiko unerwünschter Ereignisse habe sich zwischen Chrom und Placebo nicht unterschieden; diese Entwarnung stammt aus demselben gemischten Bestand mehrerer Chromverbindungen wie die dortigen Nutzenaussagen und ist damit ebenso wenig auf Chrompicolinat allein bezogen. Die Cochrane-Übersicht zu Chrompicolinat bei übergewichtigen und adipösen Erwachsenen wertet nur bei 3 der 9 eingeschlossenen Studien überhaupt Angaben zu unerwünschten Ereignissen aus (189 Teilnehmende, niedrige Evidenzqualität nach GRADE); mit den Nennern aus ihrer Ergebnistabelle stehen 2 von 15 Teilnehmenden unter 1000 µg Chrompicolinat mit einem schwerwiegenden Ereignis und Studienabbruch, 1 von 39 unter 400 µg mit einem schwerwiegenden Ereignis, gegenüber 1 von 18 mit einem schwerwiegenden Ereignis und 2 von 58 Abbrüchen unter Placebo; die Autorinnen und Autoren stellen ausdrücklich fest, es gebe keine verlässliche Evidenz zu Wirksamkeit und Sicherheit von Chrompicolinat bei übergewichtigen oder adipösen Erwachsenen, siehe die Wirkungszeile zu Körpergewicht. Bei deutlich höherer, monatelanger Einnahme (Fallberichte ab rund 1200 µg pro Tag) sind akutes Nierenversagen, Leberschäden und Blutbildveränderungen beschrieben. EFSA und WHO nennen 250 µg Gesamtchrom pro Tag als Obergrenze für die Supplementierung, siehe Sicherheit

Was diesem Stoff zugesprochen wird

Was die Studien hergeben.

Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.

  1. 01

    Normaler Stoffwechsel der Makronährstoffe

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung, Wortlaut laut dem englischsprachigen Amtsblatttext 'Chromium contributes to normal macronutrient metabolism'. Bedingung: Das Lebensmittel muss mindestens eine Chrom-Quelle im Sinne der Angabe 'Quelle von [Vitamin/Mineralstoff]' sein. Nach Anhang XIII Teil A Nummer 2 der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 gilt dafür ein gestaffelter Massstab, nicht ein einziger Wert: mindestens 15 Prozent der Referenzmenge (6 µg dreiwertiges Chrom) je 100 g bei Erzeugnissen, die keine Getränke sind, 7,5 Prozent (3 µg) je 100 ml bei Getränken, oder 15 Prozent je Portion, aber nur wenn die Packung ausschliesslich eine einzige Portion enthält. Bei Nahrungsergänzungsmitteln wird stattdessen nach Artikel 5 Absatz 3 der Richtlinie 2002/46/EG auf die vom Hersteller empfohlene Tagesportion abgestellt

    Quellen: 1

  2. 02

    Aufrechterhaltung eines normalen Blutzuckerspiegels

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung, Wortlaut laut dem englischsprachigen Amtsblatttext 'Chromium contributes to the maintenance of normal blood glucose levels'. Dieselbe Bedingung wie bei der vorherigen Zeile, der gestaffelte Massstab aus Anhang XIII Teil A Nummer 2 der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011: mindestens 15 Prozent der Referenzmenge (6 µg dreiwertiges Chrom) je 100 g bei Erzeugnissen ausser Getränken, 7,5 Prozent (3 µg) je 100 ml bei Getränken, oder 15 Prozent je Portion bei Packungen mit nur einer einzigen Portion; bei Nahrungsergänzungsmitteln zählt stattdessen die empfohlene Tagesportion (Richtlinie 2002/46/EG, Artikel 5 Absatz 3). Die Angabe beschreibt die normale Funktion, nicht einen zusätzlichen Effekt bei bereits ausreichender Versorgung, dazu die folgenden Zeilen

    Quellen: 1

  3. 03

    Glykämische Marker (Nüchternblutzucker, HbA1c, HOMA-IR, Insulin) bei Menschen mit Typ-2-Diabetes, für Chrom insgesamt gebessert, für Chrompicolinat getrennt gepoolt ohne signifikanten Effekt

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Mehrere Meta-Analysen über rund zehn Jahre (2014 bis 2024) finden bei Menschen mit Typ-2-Diabetes eine statistisch signifikante Verbesserung glykämischer Marker unter Chromsupplementierung gegenüber Placebo. Eine Meta-Analyse aus 25 randomisierten Studien (davon 22 mit Chrom-Monosupplementierung, eine mit Chromhefe plus Vitamin C und E, zwei mit Chrompicolinat plus Biotin) fand verglichen mit Placebo eine mittlere Differenz von minus 0,55 Prozentpunkten beim HbA1c (95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,88 bis minus 0,22, p=0,001) und minus 1,15 mmol/l beim Nüchternblutzucker (minus 1,84 bis minus 0,47, p=0,001); die Autoren nennen als Bedingungen, unter denen sich der Effekt zeigte, eine Chrom-Monogabe von mehr als 200 µg täglich und einen bei Studienbeginn unzureichend eingestellten Ausgangswert, und sie berichten, der Effekt auf Blutzucker und Triglyceride habe sich besonders bei Chrompicolinat gezeigt, ohne dafür eigene gepoolte Zahlen zu nennen. Diese Übersicht beschränkt sich in ihrem Abstract nicht ausdrücklich auf Typ-2-Diabetes, sondern spricht allgemein von 'diabetes mellitus'; ob auch Typ-1-Diabetes eingeschlossen war, lässt sich daraus nicht sicher ausschliessen [5]. Eine spätere Meta-Analyse aus 28 Studien, ausdrücklich an Menschen mit Typ-2-Diabetes, fand verglichen mit Placebo minus 19,00 mg/dl beim Nüchternblutzucker (95-Prozent-Konfidenzintervall minus 36,15 bis minus 1,85, p=0,030), minus 12,35 pmol/l beim Insulin (minus 17,86 bis minus 6,83, p<0,001), minus 0,71 Prozentpunkte beim HbA1c (minus 1,19 bis minus 0,23, p=0,004) und minus 1,53 beim HOMA-IR (minus 2,35 bis minus 0,72, p<0,001), bei sehr hoher Heterogenität zwischen den Studien (I²=99,8 Prozent beim Nüchternblutzucker, I²=89,9 Prozent beim HOMA-IR), was die Präzision der gepoolten Schätzung deutlich einschränkt [6]. Eine dritte Übersicht fand für Chrom als Zusatzgabe zu laufender blutzuckersenkender Medikation (nicht als alleinige Gabe) unter neun geprüften Mikronährstoffen eine signifikante Verbesserung von HbA1c, Nüchternblutzucker und HOMA-IR, ohne im Abstract eigene gepoolte Zahlen für Chrom zu nennen; sie berichtet zusätzlich, dass Ausgangs-HbA1c und Studiendauer die HbA1c-Wirkung von Chrom beeinflussten und dass Sensitivitätsanalysen die gepoolten Effekte nicht veränderten [7]. Eine vierte, deskriptive systematische Übersicht (keine Meta-Analyse) über Studien an Menschen mit Typ-2-Diabetes mit 50 bis 1000 µg Chrom pro Tag über 2 bis 6 Monate bestätigt die Richtung, und zwar nach eigener Angabe vor allem in Studien mit längerer Interventionsdauer; sie benennt ausdrücklich als Limitation, dass Dosierung, Chromform (Picolinat, Chromhefe, Chromchlorid, Chromnicotinat) und Studiendauer zwischen den eingeschlossenen Arbeiten uneinheitlich sind [8]. Eine einzelne randomisierte, einfach verblindete Studie an 71 Personen mit einem Ausgangs-HbA1c über 7 Prozent, die ihre verordnete Medikation weiterführten und eine Ernährungsberatung erhielten (32 unter 600 µg Chrompicolinat pro Tag, 39 unter Placebo, 4 Monate), ist die einzige hier zitierte Arbeit, die die Verbindung Chrompicolinat allein prüft: Verglichen mit der Kontrollgruppe lag der HbA1c-Wert am Studienende in der Chrompicolinat-Gruppe signifikant niedriger; die im Abstract genannten Blutzuckerzahlen selbst sind ausdrücklich Vorher-Nachher-Vergleiche innerhalb jeder Gruppe, kein Gruppenunterschied [33]. Formvorbehalt zu dieser Zeile: In keinem der geprüften Abstracts der vier Übersichten findet sich für Chrompicolinat allein eine getrennte gepoolte Kennzahl, ihre Volltexte lagen für diese Recherche nicht vor; sie fassen überwiegend mehrere Chromverbindungen zusammen. Diese vier Übersichten sind zudem keine vier unabhängigen Studienbasen: Sie decken überlappende Zeiträume ab und durchsuchen dieselben Datenbanken nach derselben, insgesamt recht kleinen Zahl klinischer Studien zu Chrom, sodass sich ihre eingeschlossenen Primärstudien vermutlich grossteils überschneiden; der genaue Überschneidungsgrad liesse sich nur aus den Einschlusstabellen der Volltexte bestimmen, die in der vorliegenden Recherche nicht vorlagen. Eine methodisch andere Meta-Analyse, weiter unten bei der Zeile zu Menschen ohne Diabetes zitiert, kommt mit einem alternativen, um Kontrollgruppen-Veränderungen bereinigten Effektmass zu einem gegenteiligen Ergebnis und findet auch bei Menschen mit Diabetes keinen signifikanten Effekt auf den Nüchternblutzucker [34]; ihr gemeinsames Effektmass über alle 809 Teilnehmenden lautet 0,02 (95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,12 bis 0,16), eine getrennte Zahl für die 440 Teilnehmenden mit Diabetes nennt ihr Abstract nicht. Eine weitere Meta-Analyse aus 13 randomisierten Studien (Dosen 42 bis 1000 µg pro Tag, Dauer 30 bis 120 Tage, Suche 2000 bis 2014) fand minus 29,26 mg/dl beim Nüchternblutzucker (95-Prozent-Konfidenzintervall minus 52,4 bis minus 6,09, p=0,01). Ihr Titel nennt als Population Menschen mit Typ-2-Diabetes und Menschen mit hohem Risiko dafür, der Ergebnissatz des Abstracts bezieht den Effekt aber ausdrücklich nur auf 'diabetics'; eine getrennte Zahl für die Risikogruppe ohne Diabetes nennt sie nicht. Wir haben versucht, das am Volltext zu klären, und ihn über die Zeitschrift, die Kennung und die spanische Volltextsammlung nicht erreicht; ob die Arbeit intern eine Untergruppe ohne Diabetes ausweist, bleibt deshalb offen [45]. Der Grund, warum diese Zeile trotz all dieser positiven Auswertungen nur auf Hinweise steht, ist die einzige Arbeit des Feldes, die getrennt nach Chromform poolt: Eine Meta-Analyse aus 14 randomisierten Studien mit 875 Teilnehmenden (Suche bis November 2014, Dosen 126 bis 1000 µg pro Tag, 8 bis 24 Wochen) teilt ihren Bestand in Chromchlorid (3 Studien), Chrompicolinat (5), Bierhefe (4) und Chromhefe (3) und rechnet jede Form einzeln. Verglichen mit Placebo zeigte Chrompicolinat weder beim HbA1c einen signifikanten Effekt (minus 0,60 Prozentpunkte, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 1,27 bis 0,07, I²=78 Prozent, n=392) noch beim Nüchternblutzucker (minus 8,49 mg/dl, minus 22,02 bis 5,03, I²=48 Prozent). Signifikant war allein Bierhefe beim Nüchternblutzucker (minus 19,23 mg/dl, minus 35,30 bis minus 3,16, I²=21 Prozent); Chromchlorid (minus 6,74 mg/dl, minus 26,64 bis 13,16) und Chromhefe (minus 14,71 mg/dl, minus 34,10 bis 4,69) blieben ebenfalls ohne Effekt, und beim HbA1c war keine der geprüften Formen signifikant. Die Autoren nennen als Einschränkungen die hohe Heterogenität, eine im Trichterdiagramm sichtbare Unsymmetrie als möglichen Hinweis auf Publikationsbias und den Einschluss ausschliesslich veröffentlichter Studien; sie erklären keine Interessenkonflikte [44]; die Zahlen je Chromform, die Dosisspanne und die Heterogenitätsmasse stehen ausschliesslich im frei zugänglichen Volltext (PMC4430034, Abschnitte 'Cr chloride' bis 'Brewer's yeast' sowie 'Results' und 'Footnotes'), das Abstract nennt von diesen Werten nur den zu Bierhefe. Diese Arbeit ist keine fünfte, unabhängige Studienbasis, sondern dieselbe Diabetesliteratur, nach Chromform aufgeteilt gerechnet. Genau das macht sie für diesen Eintrag entscheidend: Die gepoolten Chromeffekte, die die übrigen Übersichten berichten, werden nach dieser Auswertung womöglich nicht von der Picolinatform getragen. Beide picolinat-spezifischen Intervalle sind allerdings weit und schliessen einen Nutzen nicht aus, das HbA1c-Intervall reicht bis minus 1,27 Prozentpunkte; die Punktschätzer zeigen in die günstige Richtung. Deshalb steht hier Hinweise und ausdrücklich nicht Nicht bestätigt

    Quellen: 5, 6, 7, 8, 33, 34, 44, 45

  4. 04

    Nüchternblutzucker bei Menschen ohne Diabetes, ohne Effekt

    Nicht bestätigt
    Einordnung und Einschränkungen

    Die tragende Zahl dieser Zeile steht im frei zugänglichen Volltext der Meta-Analyse von 2002, Abschnitt 'Fasting glucose' und erster Absatz der Diskussion: Von ihren 15 Studien berichteten 14 Daten zum Nüchternblutzucker (38 Teilnehmende mit und 425 ohne Diabetes), und für die 425 Teilnehmenden ohne Diabetes lautet die gepoolte mittlere Differenz gegenüber der Kontrollgruppe plus 0,028 mmol/l (95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,086 bis 0,14 mmol/l), umgerechnet plus 0,50 mg/dl (minus 1,55 bis 2,52 mg/dl). Was dieses Intervall ausschliesst, ist damit konkret benennbar: eine Senkung des Nüchternblutzuckers um mehr als etwa 1,6 mg/dl in dieser Population. Das ist weniger als die übliche Tagesschwankung und liegt weit unter dem, was die Auswertungen an Menschen mit Typ-2-Diabetes berichten. Über alle 14 Studien zusammen lautet derselbe Schätzer plus 0,027 mmol/l (minus 0,09 bis 0,15) ohne Anzeichen für Heterogenität (p=0,97), und eine Sensitivitätsanalyse, die nur die placebokontrollierten Studien einschliesst, ergab nach Angabe der Autoren im Wesentlichen dasselbe. Zur Chromform schreiben dieselben Autoren im selben Diskussionsabsatz, die einzelnen Studien an Teilnehmenden ohne Diabetes hätten unabhängig von Zubereitung und Dosis keinen Zusammenhang ergeben; damit ist der Formvorbehalt für diese Zeile ausdrücklich beantwortet und nicht nur umgangen. Die Autoren nennen selbst eine Erklärung, die weder für noch gegen den Stoff spricht, nämlich einen Bodeneffekt: Bei gesunden Menschen sei ohnehin höchstens eine kleine Senkung zu erwarten [4]. Als Stützung, nicht als Träger: Eine Meta-Analyse aus 16 randomisierten Studien mit 809 Teilnehmenden (440 mit, 369 ohne Diabetes) fand mit einem alternativen, um Veränderungen der Kontrollgruppe bereinigten Effektmass weder bei Menschen mit noch ohne Diabetes einen Effekt (gewichtetes mittleres Effektmass 0,02, Standardfehler 0,07, p=0,787, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,12 bis 0,16). Dieser Wert ist eine standardisierte Effektgrösse und lässt sich nicht in mg/dl umrechnen; er ist ausserdem über beide Populationen gemittelt. Die Heterogenitätsprüfung ergab I²=0 Prozent, weshalb ein Modell mit festem Effekt verwendet wurde. Dieser Wert belegt jedoch nicht, dass die Effekte in beiden Populationen identisch sind; der Gesamtschätzer ist kein gesonderter Schätzer für Menschen ohne Diabetes [34]. Die EFSA kommt in ihrer eigenen Bewertung der Datenlage zu demselben Schluss, dass es keinen Beleg für einen günstigen Effekt einer Chromzufuhr bei gesunden Menschen gibt und sich deshalb weder ein durchschnittlicher Bedarf noch eine Adäquate Zufuhr festlegen lässt; als Grundlage nennt sie diejenige Studie, für die als einzige Angaben zur Gesamt-Chromzufuhr vorlagen und in der sich die Parameter des Glukosestoffwechsels normoglykämischer Personen zwischen Placebo- und Chromphase nicht unterschieden, ohne die Studie zu benennen [2]. Drei randomisierte, placebokontrollierte Studien mit Chrompicolinat allein zeigen dasselbe. Nicht dazu zählt die Studie an 19 gesunden älteren Menschen, die weiter unten bei der Insulinsensitivität steht: Ihr Abstract nennt als Endpunkte Insulinsensitivität, Serumblutfette und Körperzusammensetzung und keinen Nüchternblutzucker, und der Endpunktkatalog liess sich nicht nachprüfen, weil die Angaben zu den erfassten Endpunkten über das Abstract hinaus in der vorliegenden Recherche nicht vorlagen. Sie ist ausserdem in der Meta-Analyse [4] nicht enthalten. Ein Nullbefund zum Nüchternblutzucker wird ihr deshalb nicht mehr zugeschrieben. Bei 63 adipösen Erwachsenen ohne Diabetes mit metabolischem Syndrom nach den ATP-III-Kriterien (1000 µg pro Tag, 16 Wochen) blieb der Nüchternblutzucker unverändert; im frei zugänglichen Volltext stieg er in der Chrompicolinat-Gruppe von 4,66 auf 4,92 mmol/l (p=0,09) und blieb unter Placebo bei 4,5 mmol/l (p=0,89), auch das HbA1c änderte sich in keiner Gruppe [41]. Bei 59 Erwachsenen mit erhöhtem Nüchternblutzucker, gestörter Glukosetoleranz oder metabolischem Syndrom (500 oder 1000 µg über je 6 Monate im Wechsel gegen Placebo) blieb er ebenfalls unverändert (alle p grösser 0,05); im 1000-µg-Arm mit 29 Auswertbaren lautet die Änderung minus 0,3 mg/dl (95-Prozent-Konfidenzintervall minus 3,8 bis 3,1) gegenüber minus 0,5 mg/dl (minus 3,9 bis 3,0) unter Placebo; Armgrössen und Intervalle stammen aus Tabelle 2 des freien Volltextes (PMC3118091). Diese beiden Intervalle sind Veränderungen innerhalb je eines Studienarms und kein Gruppenunterschied; sie schliessen deshalb für sich genommen nichts aus und tragen die Stufe nicht, ebenso wenig wie in der folgenden Zeile zum Insulin [42]. Und bei 46 Erwachsenen mit einer Fettleber (400 µg pro Tag, 3 Monate, je 23) fanden sich verglichen mit Placebo weder beim Nüchternblutzucker noch beim HbA1c Unterschiede; ob diese Teilnehmenden einen Diabetes hatten, geht aus dem Abstract nicht hervor und die Auswertung stützt sich hier auf das Abstract, die Zuordnung zu dieser Zeile ist insoweit unsicher [46]. In [41] und [42] stellte der Hersteller Nutrition 21 Präparat und Placebo, finanziert wurden beide aus öffentlichen Mitteln; ein Nullbefund gegen ein kommerzielles Interesse wiegt dadurch schwerer, nicht leichter. Wie viele Bestände das sind: Die beiden Meta-Analysen [4] und [34] sind ein Bestand, den [34] nach eigener Angabe unter Einbezug früherer Übersichten neu rechnet; die Teilnehmerzahlen ohne Diabetes gehen dabei auseinander (425 gegenüber 369), es ist also eine teilweise andere Auswahl und keine Obermenge. Die EFSA-Bewertung [2] ist ebenfalls kein eigener Bestand: Ihr frei zugängliches Literaturverzeichnis führt mit Offenbacher, Uusitupa, Anderson, Joseph und Riales grossteils dieselben Primärstudien, die [4] poolt. Auch die Meta-Analyse von 2016 [45] durchsucht mit 13 Studien und einem Suchzeitraum von 2000 bis 2014 dieselbe kleine Chromliteratur wie [34] und überschneidet sich mit ihr sehr wahrscheinlich; ihr Volltext lag für diese Recherche nicht vor, sodass sich der Grad nicht bestimmen lässt. Bei den Einzelstudien lässt sich nur eines sicher sagen: Die Literatursuche von [4] endete im Mai 2000, [41] und [42] erschienen 2009 und 2011 und können dort nicht enthalten sein. Ob sie in den 16 Studien von [34] stecken, ist offen, weil dessen Volltext für diese Recherche nicht vorlag und er ausdrücklich auch über frühere Übersichten gesucht hat. Diese Zeile trägt damit einen mehrfach ausgewerteten Bestand von Studien bis 2000 und dazu zwei bis drei jüngere Chrompicolinat-Studien mit ungeklärter Überschneidung zu [34]. Zur Aktualität: Gesucht wurde mit den PubMed-Suchbegriffen "chromium supplementation" "glucose insulin nondiabetic healthy adults" (ohne Beschränkung auf Humanstudien), PubMed-Suche nach "chromium" "prediabetes impaired glucose tolerance supplementation" (ohne Beschränkung auf Humanstudien) und PubMed-Suche nach "chromium" "type 2 diabetes meta-analysis" (Anzeige auf 30 Treffer begrenzt). Die jüngste Auswertung über mehrere Studien, deren Studienmenge auch Menschen ohne Diabetes enthält, ist danach die von 2016; ihr Titel nennt Menschen mit Typ-2-Diabetes und Menschen mit hohem Risiko dafür, ihr Ergebnissatz bezieht die gefundene Blutzuckersenkung aber ausdrücklich nur auf 'diabetics', und eine getrennte Zahl für die Gruppe ohne Diabetes gibt es dort nicht [45]. Eine Auswertung, die diese Population eigens ausweist, ist seit 2014 nicht erschienen; die jüngste Einzelstudie dieser Zeile ist die von 2021 [46]

    Quellen: 2, 4, 34, 41, 42, 45, 46

  5. 05

    Nüchterninsulin und Insulinresistenz bei Menschen ohne Diabetes, zwischen den Studien uneinheitlich

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Ein gepoolter Schätzer mit Intervall liegt für diese Zeile ebenso vor wie für den Nüchternblutzucker, und zwar aus derselben Arbeit und derselben Population. Der frei zugängliche Volltext der Meta-Analyse von 2002, Abschnitt 'Fasting insulin', nennt für die 326 Teilnehmenden ohne Diabetes aus 10 der 14 Studien eine gepoolte mittlere Differenz von plus 0,25 pmol/l (95-Prozent-Konfidenzintervall minus 6,98 bis 7,48 pmol/l); über alle Teilnehmenden dieser 10 Studien lautet sie plus 0,28 pmol/l (minus 7,0 bis 7,5, Heterogenität p=0,097). Für das Insulin 120 Minuten nach einer Glukosebelastung, gemessen in 5 Studien mit 133 Teilnehmenden ohne Diabetes, lautet der Schätzer plus 5,5 pmol/l (minus 74,0 bis 85,1) und ist damit sehr viel unschärfer [4]. Der Grund, warum diese Zeile trotzdem nicht auf Nicht bestätigt steht, ist deshalb ausdrücklich nicht ein fehlendes Intervall, sondern eine echte Uneinheitlichkeit zwischen den Studien, die es beim Nüchternblutzucker nicht gibt: Bei 46 Erwachsenen mit einer Fettleber (400 µg Chrompicolinat pro Tag, 3 Monate, 23 gegen 23) sanken verglichen mit der Placebogruppe Insulin und HOMA-IR signifikant und der QUICKI-Insulinsensitivitätsindex stieg (je p<0,05), während Nüchternblutzucker und HbA1c in derselben Studie unverändert blieben. Genau diese Aufspaltung, Wirkung auf die Insulinmasse und keine auf den Blutzucker, tritt beim Blutzucker nirgends auf. Das Abstract dieser Studie nennt für die Insulinmasse nur p-Werte, keine Effektmasse mit Intervall, ihr Volltext lag für diese Recherche nicht vor, und ob ihre Teilnehmenden einen Diabetes hatten, geht aus dem Abstract nicht hervor [46]. Zwei weitere Chrompicolinat-Studien stützen dagegen den Nullbefund: Bei 63 adipösen Erwachsenen ohne Diabetes mit metabolischem Syndrom (1000 µg pro Tag, 16 Wochen) veränderte sich der primäre Endpunkt, der aus dem häufig beprobten intravenösen Glukosetoleranztest berechnete Insulinsensitivitätsindex, verglichen mit Placebo nicht signifikant (p=0,14); die akute Insulinantwort auf Glukose stieg dagegen unter Chrompicolinat gegenüber Placebo an (p=0,02), und beides blieb im Volltext auch nach Einschluss zweier Ausreisser und in der Untergruppe mit gestörter Glukosetoleranz unverändert. Ein Effektmass mit Konfidenzintervall nennt die Arbeit für keinen dieser Endpunkte [41]. Bei 59 Erwachsenen mit erhöhtem Risiko blieben Insulin und HOMA-IR verglichen mit Placebo unverändert (alle p grösser 0,05); die Änderung des HOMA-IR im 500-µg-Arm mit 30 Auswertbaren lautet plus 0,3 (95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,4 bis 1,1) gegenüber minus 0,4 (minus 1,1 bis 0,4) unter Placebo, beides aus Tabelle 2 des freien Volltextes (PMC3118091); das sind Veränderungen innerhalb je eines Studienarms und kein Gruppenunterschied, sie schliessen deshalb nichts aus [42]. Weil auf der Gegenseite [46] nur p-Werte liefert und die Populationen sich unterscheiden, ist das keine Gegenläufigkeit im Sinne der Skala und die Stufe Widersprüchlich wäre nicht begründbar; es bleibt bei Hinweisen. Alle vier Studien prüfen ausdrücklich Chrompicolinat, und die Meta-Analyse [4] schreibt im ersten Absatz ihrer Diskussion, die einzelnen Studien an Teilnehmenden ohne Diabetes hätten unabhängig von Zubereitung und Dosis keinen Zusammenhang ergeben; der Formvorbehalt der Übersichtszeilen greift hier also nicht. Zur Interessenlage, dieselbe Angabe wie an der Zeile zum Nüchternblutzucker: In [41] und [42] stellte der Hersteller Nutrition 21 Präparat und Placebo, finanziert wurden beide aus öffentlichen Mitteln; für [4] und [46] führt der PubMed-Datensatz keine Interessenerklärung

    Quellen: 4, 41, 42, 46

  6. 06

    Insulinsensitivität, Blutfette und Körperzusammensetzung bei Erwachsenen ohne Diabetes, von normalgewichtig und gesund bis adipös mit metabolischem Syndrom, in zwei Studien mit Chrompicolinat ohne Effekt

    Nicht bestätigt
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine randomisierte, placebokontrollierte Studie an 19 gesunden, normalgewichtigen Männern und Frauen im Alter von 63 bis 77 Jahren (1000 µg Chrompicolinat pro Tag über 8 Wochen) fand verglichen mit Placebo keine signifikante Veränderung von Insulinsensitivität (gemessen mit dem intravenösen Glukosetoleranztest im Minimalmodell), Serumblutfetten oder Körperzusammensetzung (gemessen per DXA-Scan); das Abstract nennt dafür keine Zahlenwerte, nur die qualitative Nullaussage [3]. Eine zweite, grössere randomisierte Studie an 63 adipösen Erwachsenen ohne Diabetes (ebenfalls 1000 µg Chrompicolinat pro Tag, 16 Wochen) misst dieselben Grössen mit demselben Verfahren und findet ebenfalls keinen Unterschied zu Placebo bei Insulinsensitivität (p=0,14), Blutfetten oder Körpergewicht [41]. Beide Studien prüfen diese Grössen verglichen mit Placebo und finden keinen Unterschied, deshalb steht diese Zeile auf Nicht bestätigt. Ein Effektmass mit Konfidenzintervall nennt keine von beiden, und beide sind klein besetzt, das bleibt als Einschränkung stehen, hebt die Stufe aber nicht an. Zur Unabhängigkeit: Die ältere Studie erschien 2000, vor der Literatursuche der oben zitierten Meta-Analyse von 2002 [4]; ob ihre Insulinsensitivitäts-Daten zu den 15 dort gepoolten Studien zählen, lässt sich nicht feststellen, weil deren Volltext für diese Recherche nicht vorlag. Die Blutfett- und Körperzusammensetzungswerte stehen davon unabhängig, weil die Meta-Analyse [4] nur Blutzucker und Insulin auswertet, keine Blutfette. Das Literaturverzeichnis der EFSA-Bewertung [2] führt die ältere Studie [3] auf, beide sind für diesen Endpunkt also nicht voneinander unabhängig. Zur Form: Beide Studien prüfen ausdrücklich Chrompicolinat, der Formvorbehalt der Übersichtszeilen greift hier nicht. Zur Interessenlage: In [41] stellte der Hersteller Nutrition 21 Präparat und Placebo bei öffentlicher Finanzierung, für [3] führt der PubMed-Datensatz keine Interessenerklärung

    Quellen: 3, 41

  7. 07

    Blutfettwerte (Triglyceride, Gesamtcholesterin, HDL, LDL), in der Auswertung über Menschen mit Typ-2-Diabetes gebessert, in der Zusammenschau aller Meta-Analysen über Erwachsene ohne Effekt

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine Dosis-Wirkungs-Meta-Analyse aus 24 randomisierten Studien an Menschen mit Typ-2-Diabetes (28 auswertbare Effektgrössen, Gesamtteilnehmerzahl im Abstract nicht genannt) fand unter Chromsupplementierung verglichen mit Placebo eine mittlere Differenz von minus 6,54 mg/dl bei Triglyceriden (95-Prozent-Konfidenzintervall minus 13,08 bis 0,00, p=0,050, das Intervall berührt die Nulllinie, damit an der Signifikanzgrenze), minus 7,77 mg/dl beim Gesamtcholesterin (minus 11,35 bis minus 4,18, p<0,001) und plus 2,23 mg/dl beim HDL (0,07 bis 4,40, p=0,043, das Intervall schliesst die Null aus). Beim LDL fand sich kein signifikanter Unterschied (minus 8,54 mg/dl, minus 19,58 bis 2,49, p=0,129). Die Autoren selbst bewerten die gefundenen Effekte als klein und schreiben ausdrücklich, sie erreichten möglicherweise keine klinische Bedeutung [9]. Zwei weitere, oben bei den glykämischen Markern zitierte Übersichten berichten für dieselbe Richtung: Eine findet, chromium monotherapy senke Triglyceride und erhöhe HDL-C, mit dem Zusatz, der Effekt zeige sich besonders bei Chrompicolinat, ohne eigene Zahlen zu nennen [5]; die andere findet sinkende Triglyceride und Gesamtcholesterin sowie steigendes HDL bei geringer Wirkung auf LDL, ebenfalls ohne eigene Zahlen im Abstract [8]. Beide sind qualitative, keine quantitativen Bestätigungen, und ihre Primärstudien überschneiden sich vermutlich grossteils mit denen der Dosis-Wirkungs-Meta-Analyse [9]; keine der drei Übersichten ist eine unabhängige zweite Studienbasis. Der Grund für die Einstufung nur als Hinweise: Eine 2023 veröffentlichte Dachauswertung von acht Meta-Analysen zu Chrom und Blutfetten bei Erwachsenen findet insgesamt keinen signifikanten Effekt, weder bei Triglyceriden (Effektmass minus 0,20, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,50 bis 0,10, p=0,185) noch bei Gesamtcholesterin (minus 0,14, minus 0,43 bis 0,16, p=0,369), LDL (minus 0,08, minus 0,19 bis 0,03, p=0,142) oder HDL (0,05, minus 0,05 bis 0,14, p=0,312); in der Untergruppenanalyse nach Dosis senkten erst mehr als 500 µg pro Tag die Triglyceride signifikant, und die Autoren schliessen, Chrom könne nicht als alleiniges Mittel gegen Fettstoffwechselstörungen bei Erwachsenen dienen [38]. Diese Dachauswertung ist der Meta-Analyse [9] nicht entgegengesetzt, sondern übergeordnet, denn deren Literatursuche reicht bis Mai 2022 und schliesst damit den Zeitraum von [9] ein, sodass [9] mit hoher Wahrscheinlichkeit eine der acht ausgewerteten Arbeiten ist. Nach dem Massstab, dass bei überlappendem Bestand die grössere und neuere Auswertung gilt, trägt diese Zeile keine Stufe oberhalb von Hinweisen. Eine weitere Meta-Analyse aus 13 randomisierten Studien an Menschen mit Typ-2-Diabetes und mit hohem Risiko dafür fand verglichen mit Placebo minus 6,70 mg/dl beim Gesamtcholesterin (95-Prozent-Konfidenzintervall minus 11,88 bis minus 1,53, p=0,01) und liegt damit in derselben Grössenordnung wie [9]; auch ihr Suchzeitraum (2000 bis 2014) fällt in den Bereich, den die Dachauswertung abdeckt [45]. Eine Einzelstudie mit dem Reinstoff zeigt beide Richtungen zugleich: Bei 46 Erwachsenen ohne Diabetes mit einer Fettleber (400 µg Chrompicolinat pro Tag, 3 Monate, je 23) sanken verglichen mit der Placebogruppe Triglyzeride und VLDL signifikant, während sich Gesamtcholesterin, HDL und LDL nicht unterschieden (je p<0,05 beziehungsweise ohne Unterschied); die Arbeit nennt keine Effektmasse mit Intervall, umfasst 46 Personen aus einer Arbeitsgruppe und kippt die Stufe nicht, sie belegt aber, dass es sehr wohl eine placebokontrollierte Blutfettmessung mit reinem Chrompicolinat gibt [46]. Formvorbehalt für diese Zeile: Weder [9] noch [5], [8], [38] oder [45] weisen eine getrennte Kennzahl für Chrompicolinat aus, keiner dieser Volltexte lag in der vorliegenden Recherche vor. Die formgetrennte Auswertung des Diabetesfeldes [44] rechnet nur HbA1c und Nüchternblutzucker, keine Blutfette

    Quellen: 5, 8, 9, 38, 45, 46

  8. 08

    Blutdruck und das Leberenzym ALT bei Menschen mit Übergewicht oder Adipositas, im Ergebnisteil einer Meta-Analyse leicht erhöht statt gesenkt, in derselben Arbeit gegenteilig zusammengefasst

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine Meta-Analyse aus 20 randomisierten Studien (Teilnehmerzahl je Studienarm im Abstract mit 1 bis 137 angegeben) an übergewichtigen oder adipösen Menschen fand im Ergebnisteil verglichen mit der Kontrollgruppe eine Verbesserung von HOMA-IR (mittlere Differenz minus 0,26, p=0,02) und von Insulin (minus 12,55 pmol/l, minus 23,62 bis minus 1,47, p=0,02). Beim Nüchternblutzucker näherte sich der Unterschied der Signifikanzgrenze (minus 1,60 mg/dl, minus 3,28 bis 0,07, p=0,06), beim HbA1c fand sich kein Unterschied (minus 0,05 Prozentpunkte, minus 0,19 bis 0,07, p=0,38, keine blosse Tendenz). Für vier weitere Grössen berichtet derselbe Ergebnisteil einen leichten Anstieg unter Chrom gegenüber den Vergleichsgruppen: HDL, ALT (ein Leberenzym), systolischer und diastolischer Blutdruck, ohne dafür eigene Zahlenwerte mit Konfidenzintervall zu nennen. Auf AST hatte Chrom keinen Effekt. Von diesen vier Grössen ist ein Anstieg nur bei ALT und beim Blutdruck ungünstig; ein HDL-Anstieg zeigt in dieselbe Richtung, die die oben zitierten Blutfett-Auswertungen als günstig führen, und wird deshalb hier nicht als Verschlechterung gewertet. In der Schlussfolgerung desselben Abstracts kehren die Autoren die Richtung für dieselben Grössen um und schreiben, Chrom habe einen positiven Effekt unter anderem auf systolischen und diastolischen Blutdruck gehabt und eine wirksame Rolle bei der Verbesserung der Leberenzymwerte gespielt; das steht im offenen Widerspruch zum eigenen Ergebnisteil [10]. Es handelt sich um eine einzelne Meta-Analyse, die als einzige hier ausgewertete Quelle Blutdruck und Leberenzyme erfasst, deshalb nicht höher als Hinweise eingestuft. Ob der im Ergebnisteil berichtete leichte Anstieg von Blutdruck und ALT unter Chrom ein reproduzierbarer Befund ist, lässt sich aus einer einzelnen, in sich widersprüchlichen Arbeit nicht beurteilen. Formvorbehalt für diese Zeile: Die Arbeit wertet Chromsupplementierung insgesamt aus und weist keine getrennte Kennzahl für Chrompicolinat aus, ihr Volltext lag für diese Recherche nicht vor; das gilt hier ausdrücklich auch für das berichtete Risikosignal bei Blutdruck und ALT, nicht nur für die günstigen Zahlen

    Quellen: 10

  9. 09

    Körpergewicht und Körperzusammensetzung bei Erwachsenen mit einem BMI über 25, kleiner Gewichtseffekt von rund einem Kilogramm, in Sensitivitätsanalyse und bei Menschen mit Typ-2-Diabetes nicht stabil

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine Cochrane-Übersicht aus 9 randomisierten Studien mit 622 Teilnehmenden (alle Studien in den USA, mittlerer Ausgangs-BMI der Studien zwischen 28,4 und 37,8). Bei Dosis und Dauer widersprechen sich Zusammenfassung und Ergebnisteil derselben Arbeit: Die Zusammenfassung nennt 200, 400, 500 und 1000 µg und eine Nachbeobachtung bis 24 Wochen, der Ergebnisteil des Volltextes dagegen eine Tagesdosis zwischen 0,4 und 1 mg bei einer mittleren Tagesdosis von 0,5 mg und eine Interventionsdauer von 8 Wochen bis 6 Monaten, mit zwei Studien über 24 Wochen. Wir folgen hier dem Volltext und schreiben ausdrücklich hin, dass wir damit der Zusammenfassung widersprechen. Die Übersicht fand nach 12 bis 16 Wochen Behandlung über alle Dosen gepoolt verglichen mit Placebo eine mittlere Gewichtsdifferenz von minus 1,1 kg (95-Prozent-Konfidenzintervall minus 1,7 bis minus 0,4, p=0,001, 392 Teilnehmende, 6 Studien), von den Autoren selbst als 'von fraglicher klinischer Relevanz' und als niedrige Evidenzqualität nach GRADE eingestuft. Für BMI, Körperfettanteil und Taillenumfang liess sich kein gesicherter Dosis-Wirkungs-Zusammenhang feststellen. Nur 3 der 9 eingeschlossenen Studien machten überhaupt Angaben zu unerwünschten Ereignissen, und die Autoren stellen ausdrücklich fest, es gebe keine verlässliche Evidenz zu Wirksamkeit und Sicherheit von Chrompicolinat bei übergewichtigen oder adipösen Erwachsenen [11]. Der frei zugängliche Volltext dieser Übersicht nennt ihre neun Einschlüsse: Anton 2008, Campbell 1999, Iqbal 2009, Joseph 1999, Kaats 1996, Kaats 1998, Kleefstra 2006, Volpe 2001 und Yazaki 2010; drei der hier gesondert geführten Quellen sind darunter, nämlich die Appetitstudie [29], die Krafttrainingsstudie an älteren Männern [14] und eine der beiden Studien der Zeile zu Menschen ohne Diabetes [41]. Wo diese Quellen in anderen Zeilen stehen, sind sie damit kein zweiter, unabhängiger Beleg neben [11]. Eine Chrompicolinat-Meta-Analyse aus 10 randomisierten, doppelblinden Studien mit 489 Teilnehmenden fand denselben Punktschätzer, minus 1,1 kg (95-Prozent-Konfidenzintervall minus 1,8 bis minus 0,4); in ihrer eigenen Sensitivitätsanalyse hängt dieser Effekt weitgehend an einer einzelnen Studie: Ohne sie bleiben minus 0,9 kg (minus 2,0 bis plus 0,2, n=335), das Intervall schliesst die Null dann ein. Die Autoren nennen die klinische Bedeutsamkeit fraglich und die Robustheit unzureichend; sie halten zugleich fest, dass 3 der ausgewerteten Studien unerwünschte Ereignisse berichteten und dort keine in den Behandlungsgruppen auftraten. Das ist die einzige picolinat-spezifische Entlastungsangabe zur Verträglichkeit in diesem Eintrag neben den Cochrane-Zahlen [37]. Für diese Arbeit wurde die Studienzusammenfassung ausgewertet; die hier genannten Werte einschliesslich der Sensitivitätsanalyse stehen aber vollständig in ihrer Zusammenfassung. Zwei praktisch deckungsgleiche Punktschätzer sind ein Anzeichen für gemeinsamen Studienbestand und keine zweite unabhängige Bestätigung. Eine neuere Meta-Analyse aus 21 Vergleichen in 19 Studien mit 1316 Teilnehmenden mit Übergewicht oder Adipositas fand verglichen mit den Kontrollgruppen minus 0,75 kg Körpergewicht (95-Prozent-Konfidenzintervall minus 1,04 bis minus 0,45, p<0,001), minus 0,40 beim BMI (minus 0,66 bis minus 0,13, p=0,003) und minus 0,68 Prozentpunkte beim Körperfettanteil (minus 1,32 bis minus 0,03, p=0,04), in den Kontrollgruppen keine Veränderung; in der Untergruppenanalyse zeigten sich Gewichts- und Körperfetteffekte vor allem bei Studiendauern bis 12 Wochen und Dosen bis 400 µg pro Tag, und die Autoren nennen die Effektstärke mittelgross und die klinische Bedeutung weiter unsicher [35]. Diese Arbeit ist die einzige der fünf Auswertungen dieser Zeile, die Chromsupplementierung allgemein und nicht ausdrücklich Chrompicolinat auswertet. Ob sie nach Chromform trennt, konnten wir nicht klären: Ihre Zusammenfassung nennt als Untergruppen ausschliesslich Studiendauer und Dosis, und der Volltext war über keinen der geprüften Wege erreichbar. Für diese Recherche lagen Zusammenfassung und Literaturverzeichnis vor, nicht der Ergebnisteil. Die Einordnung beschränkt sich auf diese ausgewerteten Teile der Arbeit. Was das Literaturverzeichnis immerhin zeigt: Es führt unter anderem die hier gesondert geführten Quellen [14], [37] und [41] sowie die Cochrane-Übersicht [11], die Studienbestände überschneiden sich also auch hier. Dieselbe Formfrage wird damit hier gestellt wie an den Zeilen zu Blutzucker, Blutfetten und Blutdruck, obwohl der Befund hier günstig ausfällt. Diese Arbeit findet damit bei BMI und Körperfettanteil, was die Cochrane-Übersicht nicht sichern konnte, stützt sich aber auf denselben, nur erweiterten Studienbestand. Eine Dosis-Wirkungs-Meta-Analyse aus 14 randomisierten Studien an Menschen mit Typ-2-Diabetes fand dagegen keinen signifikanten Effekt auf Körpergewicht (minus 0,26 kg, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,69 bis 0,16), BMI (plus 0,09 kg/m², minus 0,03 bis 0,20), Taillenumfang (minus 0,47 cm, minus 1,10 bis 0,16) oder Fettmasse (minus 0,43 Prozentpunkte, minus 0,94 bis 0,09); in ihrer Untergruppenanalyse sank die Fettmasse bei Teilnehmenden ab 55 Jahren und dann, wenn ausdrücklich Chrompicolinat gegeben wurde [36]. Das ist die einzige hier zitierte Auswertung, die die Chromform als Untergruppe getrennt ausweist. Eine ältere, breit angelegte systematische Übersicht zu Nahrungsergänzungsmitteln zur Gewichtsreduktion insgesamt kommt für Chrompicolinat wie für die meisten geprüften Präparate zu dem Schluss, dass die Datenlage 'keinen Beweis jenseits vernünftiger Zweifel' für eine Wirksamkeit liefert [12]. Ihr Volltext, gelesen über die im Internet Archive erhaltene Fassung des Zeitschriftenarchivs, Abschnitt 'Chromium picolinate' und Danksagung, beantwortet zwei Fragen, die bisher offenstanden. Erstens die Bestandsfrage: Sie bezeichnet die Chrompicolinat- Meta-Analyse [37] im Chromabschnitt ausdrücklich als 'unsere Meta-Analyse' mit 10 doppelblinden randomisierten Studien. Was in der vorherigen Fassung als Vermutung stand, ist damit belegt, und [12] und [37] sind ein Bestand und nicht zwei. Zweitens nennt sie Zahlen, die ihr Abstract nicht nennt: eine Abnahme von 1,1 bis 1,2 kg, entsprechend 0,08 bis 0,2 kg pro Woche, gegenüber Placebo über eine Interventionsdauer von 6 bis 14 Wochen bei einem mittleren Ausgangs-BMI von 28 bis 33. Und sie liefert den Massstab gleich mit, an dem sie diesen Effekt selbst misst: Eine Kost mit 3300 Kilojoule pro Tag führt zu durchschnittlich 1,5 bis 2,5 kg Gewichtsverlust pro Woche, eine massvollere Einschränkung auf 5000 Kilojoule pro Tag zu 0,5 bis 0,6 kg pro Woche. Der Chrompicolinat-Effekt sei deshalb zwar statistisch signifikant, aber nicht klinisch bedeutsam. Zur Verträglichkeit hält dieselbe Stelle fest, dass alle 3 Studien mit Angaben zu unerwünschten Ereignissen sowie eine weitere Studie mit niacingebundenem Chrom keine unerwünschten Ereignisse unter Chrom berichteten. Die beiden Autoren erklären, keine Interessenkonflikte zu haben. Die Cochrane-Übersicht hat [12] ausdrücklich geprüft und wegen ihres Studiendesigns ausgeschlossen. Fünf der neun Cochrane-Einschlüsse (Kaats 1996, Kaats 1998, Campbell 1999, Joseph 1999, Volpe 2001) liegen vor deren Suchschluss im März 2003. Insgesamt tragen diese fünf Quellennummern einen einzigen, über die Jahre gewachsenen Studienbestand und keine fünf Belege; nach dem am Volltext von [12] geklärten Verhältnis sind [12] und [37] sogar buchstäblich dieselbe Auswertung, sodass hier höchstens vier voneinander unterscheidbare Auswertungen stehen

    Quellen: 11, 12, 35, 36, 37

  10. 10

    Muskelmasse, Kraft und Körperzusammensetzung bei Menschen mit begleitendem Krafttraining, kein zusätzlicher Nutzen in drei kleinen Studien gezeigt

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Drei randomisierte, placebokontrollierte Studien mit begleitendem Krafttraining fanden keinen zusätzlichen Nutzen von Chrompicolinat, alle drei sind aber so klein besetzt (7 gegen 7 gegen 6, 9 gegen 9, 8 gegen 7 Teilnehmende), dass ein 'kein signifikanter Unterschied' bei diesen Fallzahlen der zu erwartende Normalfall ist und nicht als sauber untersuchtes Ausbleiben der Wirkung gilt, deshalb hier nicht als 'nicht bestätigt', sondern als Hinweise eingestuft. Bei 20 Ringern einer US-College-Mannschaft (Chromgruppe n=7, Placebo n=7, unbehandelte Kontrolle n=6; 200 µg Chrompicolinat pro Tag, 14 Wochen) zeigten sich in keiner Gruppe signifikante Veränderungen der Körperzusammensetzung. Die aerobe Leistungsfähigkeit stieg in allen drei Gruppen signifikant und unabhängig von der Supplementierung (p<0,002); bei der Kraftausdauer des Oberkörpers und der relativen Bankdrück-Leistung fanden sich dagegen signifikante Gruppe-mal-Zeit-Interaktionen (p=0,038 beziehungsweise p=0,050), laut Post-hoc-Analyse verbesserte allein die unbehandelte Kontrollgruppe die Oberkörper-Kraftausdauer signifikant, während sich die Bankdrück-Leistung in keiner Gruppe signifikant veränderte; die Autoren schliessen, Chrompicolinat verbessere Körperzusammensetzung oder Leistungsmasse nicht über die trainingsbedingten Verbesserungen hinaus [13]. Bei 18 ausgewerteten von 23 eingeschlossenen Männern im Alter von 56 bis 69 Jahren (je n=9; 924 µg Chrom pro Tag als Chrompicolinat, gemessener Kapselgehalt 462 µg, 12 Wochen Krafttraining zweimal wöchentlich) stieg die fettfreie Masse durch das Training in beiden Gruppen gleichermassen, ohne Zusatzeffekt durch Chrom. Die in der bisherigen Fassung offengelassene Lesart zur Knie-Streck-Leistung ist am Volltext entschieden, gelesen über die im Internet Archive erhaltene Fassung der Zeitschriftenseite, Abschnitte 'Results', 'Discussion' und Förderungsvermerk, und zwar gegen die vorsichtigere Vermutung: Der Nachteil der Chrompicolinat-Gruppe betrifft nicht die 80-Prozent-Stufe, sondern die drei darunter. Die Knie-Streck- Leistung stieg unter Training bei 20, 40 und 60 Prozent des Einer- Wiederholungsmaximums und genau dort weniger stark unter Chrompicolinat als unter Placebo (Trainings-mal-Supplement-Interaktion p=0,005 bei 20 Prozent, p=0,024 bei 40 Prozent, p=0,069 bei 60 Prozent), während sich bei 80 Prozent überhaupt nichts veränderte (Zeiteffekt p=0,095). Der Volltext nennt ausserdem einen zweiten Nachteil, den das Abstract nicht ausweist: Die Chrompicolinat-Gruppe gewann auch bei der Maximalkraft der Knie-Streckung beidseits weniger hinzu als die Placebogruppe (Interaktion p=0,035 rechts und p=0,009 links). Bei der Armzug-Leistung fand sich kein Einfluss von Chrompicolinat auf irgendeiner Laststufe (Interaktion p zwischen 0,198 und 0,628). Die Autoren ordnen ihren eigenen Negativbefund ausdrücklich ein und diese Einordnung gehört dazu: Die Daten seien vorläufig und sollten nicht dazu benutzt werden, Chrompicolinat zu verurteilen, weil sich an den übrigen geprüften Muskelgruppen nichts Vergleichbares gezeigt habe. Die Kapseln stellte der Hersteller Nutrition 21; finanziert wurde die Arbeit aus vier öffentlichen Forschungszuschüssen und zusätzlich aus einer als unabhängig bezeichneten Geldzuwendung desselben Herstellers, der Nachteilsbefund fällt also gegen das kommerzielle Interesse aus [14]. Bei 15 Softball-Athletinnen (Chrom n=8, Placebo n=7; 500 µg pro Tag, 6 Wochen Krafttraining) fanden sich nach 6 Wochen keine signifikanten Unterschiede bei Kraft oder Körperzusammensetzung zwischen den Gruppen [15]. Keine der drei Studien nennt für Kraft- oder Körperzusammensetzungsmasse ein Effektmass mit Konfidenzintervall. Alle drei prüfen ausdrücklich Chrompicolinat, der Formvorbehalt der Übersichtszeilen greift hier also nicht. Eine gepoolte Auswertung für Muskelmasse oder Kraft liegt nicht vor, und das ist aus dem freien Volltext der Cochrane-Übersicht geprüft (PMC7433292, Abschnitte 'Included studies' und 'Reporting of endpoints'), nicht aus deren Zusammenfassung geschlossen: Die Cochrane-Übersicht zu Chrompicolinat [11] schliesst drei Studien mit begleitendem Krafttraining ein (Campbell 1999, Joseph 1999, Volpe 2001), davon zwei mit erfasster Muskelgrösse und Kraft- oder Leistungsentwicklung (Campbell 1999, das ist die oben zitierte Studie an 18 Männern [14], und Volpe 2001), wertet diese Grösse aber nicht als eigenen Endpunkt aus und poolt dafür keine Kennzahl. Die Einschlusskriterien dieser Cochrane-Übersicht decken die hier zitierte Literatur ausserdem nur teilweise ab: Die Übersicht beschränkt sich auf Erwachsene mit einem BMI über 25, sodass die Studien an Ringern [13] und an Softball-Athletinnen [15] für sie nicht in Frage kamen; die Cochrane-Übersicht hat dieselbe Frage also nicht in derselben Breite durchsucht

    Quellen: 11, 13, 14, 15

  11. 11

    Stimmung, Appetit und Kohlenhydrat-Heisshunger bei ambulanten Erwachsenen, die wegen depressiver Beschwerden ohne festgelegte Mindestdauer und Mindestschwere eingeschlossen wurden, primärer Endpunkt der grösseren Studie ohne Unterschied zu Placebo

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine kleine placebokontrollierte Pilotstudie an 15 ambulant behandelten Erwachsenen, ausgewählt nach den DSM-IV-Kriterien und nicht nach einem Skalenwert (600 µg Chrompicolinat pro Tag, 8 Wochen) fand verglichen mit Placebo bei 70 Prozent unter Chrompicolinat gegenüber 0 Prozent unter Placebo eine Erfüllung der vordefinierten Response-Kriterien auf der Gesamt-Depressionsskala (p=0,02); das Abstract nennt 7 Personen als Zahl hinter den 70 Prozent, die Gruppengrössen selbst nennt es nicht, drei Personen unter Chrompicolinat besserten sich gar nicht [16]. Eine grössere, als Replikation angelegte, multizentrische Studie an 113 randomisierten ambulanten Erwachsenen (2:1 auf 600 µg elementares Chrom als Chrompicolinat oder Placebo, 8 Wochen; 110 in der Intention-to-treat-Auswertung, 70 gegen 40; auswertbare Teilgruppe 75, davon 50 gegen 25; mittleres Alter 46 Jahre, 69 Prozent Frauen, mittlerer BMI 29,7) fand auf den beiden primären Wirksamkeitsmassen (Gesamtscore der 29-Item-Hamilton-Depressionsskala, klinischer Gesamteindruck) keinen Unterschied zwischen Chrompicolinat und Placebo, wobei die Hamilton-Skala hier das Erfolgsmass war und ausdrücklich nicht das Einschlusskriterium; beide Gruppen besserten sich gegenüber ihrem eigenen Ausgangswert gleichermassen signifikant (p<0,0001 gegenüber dem Ausgangswert, kein Gruppenunterschied). In der auswertbaren Teilgruppe verbesserten sich unter Chrompicolinat verglichen mit Placebo vier einzelne Symptom-Items signifikant stärker: gesteigerter Appetit, vermehrtes Essen, Kohlenhydrat-Heisshunger und Tagesschwankung des Befindens, ohne dass das Abstract dafür eigene Zahlenwerte nennt. In einer Untergruppe mit ausgeprägtem Kohlenhydrat-Heisshunger (41 Personen der Intention-to-treat-Population, 26 gegen 15, mittlerer BMI 31,1) war der Gesamt-Score-Response unter Chrompicolinat höher als unter Placebo (65 gegenüber 33 Prozent, p<0,05), dort waren es die Items gesteigerter Appetit, vermehrtes Essen, Kohlenhydrat-Heisshunger und Libido [17]. Der primäre Endpunkt der grösseren Studie fiel damit negativ aus, die positiven Befunde stammen aus Einzel-Items und einer nachträglich gebildeten Untergruppe. Die Autoren benennen als Einschränkungen selbst, dass es keine Placebo-Vorlaufphase gab, dass weder eine Mindestdauer noch ein Mindestschweregrad verlangt wurde und dass verschiedene Formen depressiver Beschwerden gemeinsam eingeschlossen wurden. Beide Studien prüfen ausdrücklich Chrompicolinat, der Formvorbehalt greift hier nicht. Der Erstautor der grösseren Studie ist bei einem privaten Forschungsunternehmen (Comprehensive NeuroScience, Inc.) angestellt; der PubMed-Datensatz führt nur diese eine Zugehörigkeit, keine Interessenerklärung und keine Finanzierungsquelle, und die Auswertung stützt sich hier auf das Abstract

    Quellen: 16, 17

  12. 12

    Gedächtnisleistung bei älteren Menschen mit einem globalen Demenz-Ratingwert von 0,5, auf allen Gedächtnismassen ohne Unterschied zu Placebo, ein Nebenbefund zur semantischen Interferenz

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine placebokontrollierte Studie an 26 älteren Menschen mit einem globalen Rating von 0,5 auf der Clinical Dementia Rating fand keine Verbesserung von Lernrate oder Behaltensleistung, aber eine verringerte semantische Interferenz bei Lern-, Erinnerungs- und Wiedererkennungsaufgaben verglichen mit Placebo, dazu bei einer Untergruppe im fMRT vermehrte Aktivierung in rechten thalamischen, rechten temporalen, rechten posterior-parietalen und beidseitig frontalen Hirnregionen; das Abstract nennt dafür keine Zahlenwerte mit Konfidenzintervall und auch keine Tagesdosis [18]. Der frei zugängliche Volltext der Cochrane-Übersicht, die diese Studie als einzige Chrompicolinat-Arbeit einschliesst, füllt beide Lücken (PMC6378925, Abschnitt 'Comparison 4: Chromium picolinate versus placebo'): Die Intervention waren 1000 µg elementares Chrom als Chrompicolinat einmal täglich über 12 Wochen, aufgeteilt auf 15 Personen unter Chrompicolinat und 11 unter Placebo. Der einzige für die Übersicht verwertbare kognitive Endpunkt war das episodische Gedächtnis im California Verbal Learning Test, und dort unterschieden sich die Gruppen auf keinem Mass: Lerndurchgänge 46,8 gegenüber 45,8 (p=0,72), kurzverzögerter Abruf 9,4 gegenüber 8,4 (p=0,30), langverzögerter Abruf 9,3 gegenüber 9,5 (p=0,78), Wiedererkennung 14,4 gegenüber 14,2 (p=0,77). Die Übersicht stuft das als sehr niedrige Evidenzqualität ein, wegen ernster Bedenken zu den Studienbeschränkungen und sehr ernster Bedenken zur Präzision, und vermerkt zusätzlich fehlende Angaben zur Verblindung und zum Umgang mit fehlenden Daten [19]. Es handelt sich um dieselbe Studienbasis über zwei Fundstellen, nicht um zwei unabhängige Bestätigungen; die Einstufung als Hinweise trägt allein der Nebenbefund zur semantischen Interferenz, die Standardmasse des Gedächtnisses zeigten keinen Unterschied. Zur Form: Die Studie prüft ausdrücklich Chrompicolinat

    Quellen: 18, 19

  13. 13

    Insulinresistenz, Blutfette und Hormonwerte bei Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom, zwischen den Auswertungen uneinheitlich, aus einem einzigen Studienbestand

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine Meta-Analyse aus 10 randomisierten Studien mit 683 Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom fand unter Chromsupplementierung verglichen mit Placebo signifikante Rückgänge bei Nüchterninsulin (p=0,01), Triglyceriden, Gesamtcholesterin, VLDL (je p<0,00001), LDL (p=0,0003), hochsensitivem CRP (p=0,02), Malondialdehyd (p=0,007), follikelstimulierendem Hormon (p=0,0007) und Prolaktin (p=0,01), sowie einen Anstieg des QUICKI-Insulinsensitivitätsindex (p=0,02), der totalen antioxidativen Kapazität (p<0,0001) und der Ovulationsrate (p=0,001); verglichen mit Metformin fiel der Rückgang bei HOMA-IR (p<0,00001) und beim luteinisierenden Hormon (p=0,04) stärker aus. Die Autoren nennen als wirksame Menge 200 µg Chrompicolinat pro Tag. Das Abstract nennt für alle diese Grössen ausschliesslich p-Werte, keine Effektgrössen und keine Konfidenzintervalle, und ihr Volltext lag für diese Recherche nicht vor [26]. Eine ältere, ebenfalls auf Chrom beschränkte Meta-Analyse aus 5 randomisierten Studien mit 137 Frauen unter Chrom gegenüber 131 Kontrollen kommt auf denselben Endpunkten zu einem anderen Ergebnis. Ihr Vergleichsarm ist dabei nicht durchgehend Placebo, sondern nach eigener Angabe 'Placebo oder eine andere Behandlung'. Verglichen damit fand sie beim Nüchterninsulin keinen signifikanten Unterschied (mittlere Differenz minus 1,14, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 4,11 bis 1,83, p=0,45, aus allen 5 Studien). Der QUICKI-Wert stammt aus nur 2 randomisierten Studien mit 156 Frauen und zeigt ebenfalls keinen Unterschied (0,01, minus 0,01 bis 0,04, p=0,34), der HOMA-IR-Wert aus nur 2 Studien mit 81 Frauen und zeigt einen signifikanten Rückgang (minus 1,68, minus 2,42 bis minus 0,94, p<0,001). Die Autoren schreiben selbst, das Ausmass des Effekts sei klein und die klinische Bedeutung ungewiss [39]. Da die neuere Auswertung [26] für diese Endpunkte gar keine Punktschätzer nennt, sind die beiden Seiten nicht dasselbe Mass, und die Lage ist unbestimmt statt gegenläufig; weil die ältere Arbeit ausserdem in der neueren enthalten sein dürfte, ist das kein Widerspruch zweier Bestände, sondern eine ältere und eine jüngere Rechnung über denselben. Eine deskriptive systematische Übersicht über 6 Arbeiten mit Suchschluss Mai 2017 kommt zu dem Schluss, Chromsupplementierung habe bei Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom nur begrenzte Effekte auf Gewicht, Blutzuckerkontrolle, Blutfette und Hormonwerte, und nennt die Befunde zu Blutfetten ausdrücklich uneinheitlich; sie hält im selben Satz fest, dass wegen der beobachteten klinischen Veränderungen weitere Studien nötig seien, verweigert also ein abschliessendes Urteil in beide Richtungen [40]. Eine randomisierte, doppelblinde Studie an 85 auswertbaren Frauen (1000 µg Chrompicolinat oder Placebo, je 50 randomisiert, 6 Monate, mit monatlicher Ernährungs- und Bewegungsberatung in beiden Armen) berichtet eine signifikante Reduktion von BMI (p<0,001) und Nüchterninsulin (p=0,007), einen signifikanten Anstieg des Verhältnisses aus Nüchternglukose und -insulin, dem primären Endpunkt (p=0,045), sowie eine etwa doppelt so hohe Rate an Ovulation (p=0,011) und regelmässiger Menstruation (p=0,002) ab dem fünften Behandlungsmonat; das Abstract formuliert diese Ergebnisse als 'associated with', ohne auszuweisen, ob sie gegen Placebo oder gegen den eigenen Ausgangswert gerechnet sind. Die Auswertung stützt sich hier auf die Studienzusammenfassung (Abstract). Der Vergleichsarm dieser Studie bleibt anhand der ausgewerteten Angaben ungeklärt [27]. Diese Studie ist keine unabhängige zweite Quelle: Der frei zugängliche Volltext der dritten hier zitierten Meta-Analyse führt sie in seiner Einschlussliste, und die neueste Netzwerk-Meta-Analyse führt sie ebenfalls. Diese dritte Meta-Analyse aus 11 randomisierten Studien mit 618 Frauen wertet Mineralstoffsupplemente gemeinsam aus und fand verglichen mit Placebo Rückgänge bei Nüchternblutzucker (standardisierte mittlere Differenz minus 0,34, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,50 bis minus 0,17), Nüchterninsulin (minus 0,72, minus 0,91 bis minus 0,53), HOMA-IR (minus 0,75, minus 0,96 bis minus 0,53), Gesamtcholesterin (minus 0,35, minus 0,52 bis minus 0,17) und Triglyceriden (minus 0,58, minus 0,87 bis minus 0,29), dazu einen kleinen, aber signifikanten Rückgang des HDL (minus 0,19, minus 0,37 bis minus 0,01, p=0,04). Beim HDL ist ein Rückgang die ungünstige Richtung, dieselbe Überlegung, mit der weiter oben ein HDL-Anstieg nicht als Verschlechterung gezählt wird; der Wert gehört hier also nicht in die Aufzählung der Verbesserungen. Auf LDL fand sich kein Effekt (minus 0,11, minus 0,46 bis 0,25, p=0,55), bei insgesamt moderater Evidenzsicherheit nach GRADE. Deren Einschlussliste zeigt, wie wenig davon auf Chrom entfällt: Von den 11 Studien prüfen nur 4 Chrom, eine davon in Kombination mit Carnitin, die übrigen 7 prüfen Zink, Selen, Magnesium oder eine Mineralstoff-Vitamin-Kombination [28]. Die neueste und breiteste Auswertung des Feldes, eine Netzwerk-Meta-Analyse aus 79 randomisierten Studien mit 5501 Teilnehmerinnen, ordnet Chrom differenzierter ein: Verglichen mit Placebo senkte Chrom das Insulin (mittlere Differenz minus 4,03, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 7,79 bis minus 0,26), beim Nüchternblutzucker erreichte es keine Signifikanz, beim HOMA-IR lag Omega-3 vorn, bei Triglyceriden und Gesamtcholesterin Inositol, bei LDL und HDL Curcumin und beim BMI Carnitin; als eigene Stärken von Chrom nennen die Autoren follikelstimulierendes Hormon, totale antioxidative Kapazität und VLDL. Dieselbe Arbeit benennt die entscheidende Einschränkung des ganzen Feldes: Die eingeschlossene Literatur stammt fast ausschliesslich von einer einzigen Arbeitsgruppe in einem Land [43]. Deshalb ist diese Zeile trotz sechs Quellennummern von einem einzigen, weitgehend gemeinsamen Studienbestand getragen und nicht höher als Hinweise eingestuft. Zur Chromform, und hier fällt der Vorbehalt anders aus als bei den Zeilen zu Blutzucker und Blutfetten: Die Übersichten benennen die Form in ihren Zusammenfassungen nicht, sie mischen sie aber auch nicht nachweislich. Die Einschlussliste im freien Volltext von [28] lässt sich auflösen, und von den vier Chrom-Arbeiten darin prüfen drei ausdrücklich Chrompicolinat, nämlich [27] mit 1000 µg pro Tag über 6 Monate, [47] mit 200 µg pro Tag über 8 Wochen an 64 Frauen (dort sanken verglichen mit Placebo Insulin, HOMA-IR und die Betazellfunktion, der QUICKI stieg, je p unter 0,001 bis 0,001) und eine dritte mit 200 µg Chrompicolinat in Kombination mit 1000 mg Carnitin; nur bei der vierten ist die Form nicht genannt. Auch [26] empfiehlt im Schlusssatz ausdrücklich 200 µg Chrompicolinat. Für diese Zeile gilt damit unbekannt und nicht anders, und das trägt keine Abwertung; sie steht allein wegen des einen gemeinsamen Studienbestands und der uneinheitlichen Auswertungen auf Hinweise

    Quellen: 26, 27, 28, 39, 40, 43, 47

  14. 14

    Nahrungsaufnahme, Hungergefühl und Heisshunger ausserhalb einer Depressionsdiagnose, gemessene Kalorienaufnahme gesenkt, Hunger und Essanfälle weitgehend unverändert

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine randomisierte, placebokontrollierte Studie an 42 randomisierten, 40 ausgewerteten übergewichtigen Frauen mit selbstberichtetem Kohlenhydrat-Heisshunger (21 gegen 19; 8 Wochen) mass die Nahrungsaufnahme an drei Testtagen im Labor direkt. Der frei zugängliche Volltext (Autorenmanuskript in PMC2753428, Abschnitte 'Study Design and Procedure', 'Results' und 'Acknowledgments') löst die Dosisfrage, die das Abstract offenlässt: Es waren 1000 µg Chrom als Chrompicolinat pro Tag, die Angabe 'mg' im PubMed-Abstract ist ein Druckfehler. Er trennt ausserdem die Vorher-Nachher-Werte von den Gruppenunterschieden, was das Abstract nicht tut. Verglichen mit Placebo sank die Nahrungsaufnahme über den ganzen Tag in Woche 8 um 25 gegenüber 8 Prozent (p<0,05); beim Abendessen nahm die Chrompicolinat-Gruppe 252 kcal weniger auf, die Placebogruppe 113 kcal weniger, der Gruppenunterschied war signifikant (p<0,05); beim Mittagessen betrug der Rückgang 112 gegenüber 44 kcal, dieser Unterschied war zwischen den Gruppen nicht signifikant (p=0,35 für Placebo). Beim Hunger auf der visuellen Analogskala gab es an genau einem von acht Messzeitpunkten einen Gruppenunterschied, 4,5 Stunden nach dem Mittagessen (17,1 Punkte, p<0,02), und er entstand vor allem dadurch, dass der Hunger in der Placebogruppe gegenüber dem Ausgangswert zunahm. An einem weiteren Zeitpunkt zeigte sich ein Trend in dieselbe Richtung (4 Stunden nach dem Mittagessen, 12,8 Punkte, p=0,08), an einem dritten dagegen ein Trend in die Gegenrichtung, nämlich mehr Hunger unter Chrompicolinat unmittelbar nach dem Mittagessen (13,8 Punkte, p=0,06). Im Fragebogen zum Essverhalten unterschieden sich die Gruppen im Hungerwert nicht. Beim Verlangen nach fetthaltigen Lebensmitteln betrug der Gruppenunterschied minus 0,2 Skalenpunkte (p<0,05), der im Abstract genannte Wert p<0,0001 gehört zur Veränderung gegenüber dem eigenen Ausgangswert, nicht zum Gruppenvergleich. Das Körpergewicht sank unter Chrompicolinat um 0,5 kg und stieg unter Placebo um 0,5 kg, der Gruppenunterschied von 1 kg verfehlte die Signifikanz (p<0,08). Der Nüchternblutzucker stieg in beiden Gruppen leicht an. Das Präparat (Chromax) stellte der Hersteller Nutrition 21, finanziert wurde die Arbeit aus Mitteln des durchführenden Forschungszentrums [29]. Diese Studie ist zugleich eine der neun Studien der oben zitierten Cochrane-Übersicht [11] und dort auch eine der drei, die überhaupt unerwünschte Ereignisse berichtet haben; sie ist also kein von [11] unabhängiger Befund. Eine kleine randomisierte, placebokontrollierte Pilotstudie an 24 übergewichtigen Erwachsenen mit Essanfällen (1000 µg, 600 µg Chrom als Chrompicolinat oder Placebo, 8 gegen 9 gegen 7 Personen, 6 Monate) fand bei der primären Zielgrösse Essanfall-Häufigkeit keinen Unterschied zwischen den Gruppen; der frei zugängliche Volltext (PMC4358897, Abschnitt 'Psychological Outcomes' und Danksagung) nennt die Zahlen, die das Abstract auslässt: minus 1,65 Essanfälle pro Monat (Standardfehler 0,76) unter der hohen Dosis, minus 0,93 (0,70) unter der mittleren und minus 0,97 (0,78) unter Placebo. In der Sensitivitätsanalyse ohne eine als Ausreisser identifizierte Teilnehmerin wuchs der Wert der hohen Dosis auf minus 2,36 (0,72), blieb aber weiterhin ohne signifikanten Gruppenunterschied. Auf drei Unterskalen des Essstörungs-Fragebogens (Essens-, Figur- und Gewichtssorgen) fiel der Rückgang unter der hohen Dosis dagegen signifikant stärker aus als unter Placebo, beim Gesamtwert nicht. Die Autoren schreiben ausdrücklich, sie hätten wegen des Pilotcharakters nicht für multiples Testen korrigiert, und dass ihr Vorgehen die Wahrscheinlichkeit falsch positiver Befunde erhöht; das betrifft genau diese drei Unterskalen. Beim Körpergewicht war es in der Hauptauswertung ebenso: plus 0,19 kg pro Monat (Standardfehler 0,25) unter der hohen Dosis und minus 0,13 (0,23) unter der mittleren gegenüber plus 0,55 (0,25) unter Placebo, ohne signifikanten Gruppenunterschied. In der Sensitivitätsanalyse ohne dieselbe Ausreisserin kehrt sich das um: minus 0,23 kg pro Monat (0,21) unter der hohen und minus 0,13 (0,18) unter der mittleren Dosis, und beide unterscheiden sich dann signifikant von Placebo (t=minus 2,72 beziehungsweise minus 2,59, je df=35, p<0,02). Der Gewichtsbefund dieser Studie hängt damit an einer einzigen Teilnehmerin, in beide Richtungen. Signifikant war ausserdem eine stärkere Senkung des Nüchternblutzuckers unter Chrom (minus 1,08 und minus 0,67 mg/dl pro Monat gegenüber plus 2,53 unter Placebo, t=minus 3,19 und minus 2,93, je df=35, p<0,01), wobei Nüchternblutzucker und Gewicht in der Placebogruppe im Studienverlauf anstiegen (im Median rund 6,5 mg/dl und rund 7 Pfund). Auch hier stellte Nutrition 21 Präparat und Placebo; finanziert wurde die Studie von einer unabhängigen Forschungsstiftung, die nach Angabe der Autoren keinen Einfluss auf Durchführung, Auswertung und Veröffentlichung hatte [30]. Beide Studien prüfen ausdrücklich Chrompicolinat, der Formvorbehalt greift hier nicht. Die Befundlage bleibt uneinheitlich: direkt gemessene Kalorienaufnahme gesenkt, Hungerempfinden nur an einem von acht Messpunkten, Essanfälle unverändert, Körpergewicht in der einen Studie ohne signifikanten Gruppenunterschied und in der anderen nur in der Hauptauswertung, nicht aber in der Sensitivitätsanalyse, deshalb nicht höher als Hinweise eingestuft

    Quellen: 11, 29, 30

  15. 15

    Akute Blutzuckerantwort nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit bei Menschen ohne Diabetes, über die ganze Gruppe knapp nicht signifikant, signifikant erst in einer nachträglichen Untergruppe oder mit einem Kombinationspräparat

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine randomisierte Crossover-Studie an 13 gesunden jungen Männern mit normalem BMI fand nach einer Testmahlzeit mit 75 g verfügbaren Kohlenhydraten (Weissbrot) mit zugesetzten 400 beziehungsweise 800 µg Chrom als Chrompicolinat verglichen mit derselben Mahlzeit mit Placebo eine um 23 Prozent (p=0,053) beziehungsweise 20 Prozent (p=0,054) kleinere Fläche unter der Blutzuckerkurve über die gesamte Gruppe, damit knapp nicht signifikant. Erst nach nachträglicher Aufteilung in 10 'Responder' und 3 'Non-Responder' erreichten die Unterschiede bei den Respondern Signifikanz (minus 36 beziehungsweise minus 30 Prozent, je p<0,01; Placebo 175 plus/minus 22, 400 µg 111 plus/minus 14, 800 µg 122 plus/minus 15 mmol·min/l), bei den Non-Respondern blieb der Blutzucker unverändert. Die Autoren berichten zugleich, dass sich Responder und Non-Responder in Nährstoffzufuhr und Essverhalten signifikant unterschieden und der Gesamt-Serumeisenwert in der Responder-Gruppe tendenziell niedriger lag (p=0,07); die Untergruppe ist also nicht zufällig entstanden, sondern durch das Ergebnis definiert worden [31]. Eine randomisierte, placebokontrollierte Crossover-Studie an 60 übergewichtigen Erwachsenen ohne Diabetes prüfte ein Nahrungsergänzungsmittel aus 2,6 g Aminosäuren (Leucin, Threonin, Lysin, Isoleucin, Valin) plus 250 µg Chrompicolinat, zusammen mit einer standardisierten kohlenhydratreichen Mahlzeit eingenommen; verglichen mit Placebo sank die Blutzuckerfläche unter der Kurve über 120 Minuten (Differenz minus 16,5 mmol/l·min, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 3,1 bis minus 30,0, p=0,017) und der Blutzucker-Spitzenwert (Differenz minus 0,35 mmol/l, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,17 bis minus 0,53, p<0,001); im frei zugänglichen Volltext (PMC7313729, Ergebnisteil, Diskussion und Erklärung zur Finanzierung) blieb der Spitzenwert-Unterschied auch in der Auswertung nach Protokoll (48 Personen) bestehen (minus 0,29 mmol/l, minus 0,12 bis minus 0,47, p=0,002). Am kapillar gemessenen Blutzucker fand sich kein Unterschied, und die Insulinfläche unter der Kurve stieg gegenüber Placebo nicht signifikant an. Weil das Präparat neben Chrompicolinat auch Aminosäuren enthält, lässt sich der Beitrag von Chrom nicht isolieren. Die Interessenlage dieser Arbeit ist ausgeprägt und gehört in dieselbe Zeile wie ihr Ergebnis: Die Studie wurde nach eigener Angabe vollständig von Aventure AB und Double Good AB finanziert und von einem Auftragsforschungsinstitut durchgeführt; drei Autorinnen und Autoren sind Erfinder der Patentfamilie zu dem geprüften Präparat, zwei von ihnen halten die Patentrechte gemeinsam, eine Erstautorin ist seit 2017 Angestellte des vertreibenden Unternehmens Good Idea, Inc., zwei weitere Autoren sind bei dessen Muttergesellschaft Aventure AB angestellt, eine Person hält Anteile an der Tochtergesellschaft Double Good AB, und die Firma zweier weiterer Autoren hat von derselben Unternehmensgruppe Mittel für andere Studien erhalten [32]. Eine randomisierte, einfach verblindete Studie an 71 Personen mit einem Ausgangs-HbA1c über 7 Prozent unter fortgeführter Medikation (32 unter 600 µg Chrompicolinat pro Tag, 39 unter Placebo, 4 Monate) berichtet einen Rückgang des Blutzuckers nach dem Essen um 37,0 mg/dl in der Chrompicolinat-Gruppe gegenüber 11,5 mg/dl in der Kontrollgruppe; das Abstract weist diese Werte ausdrücklich als Vorher-Nachher-Vergleiche innerhalb jeder Gruppe aus (p<0,05, post gegenüber prä), nicht als Gruppenunterschied, und es nennt für den Unterschied zwischen den Gruppen bei dieser Grösse keinen Wert. Die Studie betrifft ausserdem Menschen mit diagnostiziertem Diabetes und eine Einnahme über vier Monate, nicht die akute Reaktion auf eine Einzelmahlzeit [33]. Die beiden erstgenannten Studien sind klein, eine mit signifikantem Ergebnis nur nach nachträglicher Untergruppenbildung, die andere mit einem chromhaltigen Kombinationspräparat statt Chrom allein und vollständig herstellerfinanziert, deshalb nicht höher als Hinweise eingestuft

    Quellen: 31, 32, 33

  16. 16

    Kardiovaskuläre Ereignisse

    Studienlage offen
    Einordnung und Einschränkungen

    Gezielt nach Humanstudien gesucht, die Chromsupplementierung gegen tatsächliche kardiovaskuläre Ereignisse prüfen und nicht nur gegen Blutfett- oder Blutdruckwerte als Ersatzgrössen. Gesucht wurde in PubMed nach "chromium supplementation" "cardiovascular events mortality randomized" (ohne Beschränkung auf Humanstudien, alle Publikationstypen) (0 Treffer) und PubMed-Suche nach "chromium" "cardiovascular disease incidence cohort" (ohne Beschränkung auf Humanstudien, alle Publikationstypen) (42 Treffer, darunter keine Interventionsstudie mit Chromsupplementierung und Ereignissen als Endpunkt in den 20 relevantesten; aus dieser abgeschnittenen Liste folgt nicht, dass es nichts weiter gibt). Dazu passt, dass die Cochrane-Übersicht zu Chrompicolinat ausdrücklich festhält, keine ihrer neun eingeschlossenen Studien habe Sterblichkeit jeder Ursache oder Krankheitsereignisse berichtet [11]. Wir haben dieses Feld damit nicht abschliessend geprüft; die Zeile bleibt auf Studienlage offen. Zu Blutfetten und Blutdruck als Ersatzgrössen siehe die entsprechenden Zeilen weiter oben

    Quellen: 11

Wichtig zur Einordnung: Die beiden behördlich gesicherten Funktionen beschreiben, wozu der Körper Chrom braucht, nicht ob eine zusätzliche Einnahme über den Bedarf hinaus einen weiteren Nutzen bringt. Die EFSA selbst zieht dazu einen bemerkenswert vorsichtigen Schluss: Die eigene Bewertung der Datenlage findet keinen Beleg für einen Nutzen bei bereits stoffwechselgesunden Menschen und hält Chrom noch nicht einmal für einen belegt essenziellen Nährstoff im engeren Sinn, siehe die dritte Wirkungszeile.

Der zweite Schwerpunkt dieses Eintrags ist die Verbindung selbst. Chrompicolinat wird beworben, weil Picolinsäure die Aufnahme des Chroms verbessern soll. Die meisten der hier ausgewerteten Übersichten zu Blutzucker, Blutfetten und polyzystischem Ovarialsyndrom prüfen aber nicht Chrompicolinat allein, sondern mehrere Chromverbindungen gemeinsam, und liefern keine getrennte Kennzahl für Picolinat gegenüber Chlorid, Nicotinat oder Chromhefe. Dieser Formvorbehalt steht in diesem Eintrag an jeder betroffenen Zeile, und er gilt in beide Richtungen: Er schwächt dort die Nutzenaussagen, und er schwächt genauso die Entwarnung einer dieser Übersichten, unerwünschte Ereignisse seien unter Chrom nicht häufiger gewesen als unter Placebo. Wo Studien ausdrücklich Chrompicolinat gegeben haben, steht das an der Zeile, und dort greift der Vorbehalt nicht.

Studien im Detail

Blutzucker bei Typ-2-Diabetes gegenüber stoffwechselgesunden Menschen

Die Studienlage zu Chrom und Blutzucker ist gross, aber sie zerfällt in zwei getrennte Bilder, je nachdem, wer untersucht wurde. Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes finden mehrere Meta-Analysen [5, 6, 7] und eine deskriptive Übersicht [8] eine statistisch signifikante, aber in absoluten Zahlen moderate Verbesserung von Nüchternblutzucker, HbA1c, Insulin und HOMA-IR; diese Übersichten durchsuchen dieselben Datenbanken nach derselben, insgesamt recht kleinen Zahl klinischer Studien und sind deshalb keine vier unabhängigen Studienbasen. Die Meta-Analyse mit den meisten eigens für Chrom ausgewerteten Studien [6] weist eine sehr hohe Heterogenität zwischen den Studien auf (I²=99,8 Prozent beim Nüchternblutzucker), was die Verlässlichkeit des gepoolten Schätzwerts einschränkt. Entscheidend für einen Eintrag über Chrompicolinat ist aber eine andere Arbeit: die einzige, die denselben Studienbestand getrennt nach Chromform rechnet [44]. Sie findet für Chrompicolinat weder beim HbA1c noch beim Nüchternblutzucker einen signifikanten Effekt und für Bierhefe als einzige Form eine Senkung des Nüchternblutzuckers. Der gepoolte Chromeffekt der übrigen Übersichten wird danach womöglich gar nicht von der Picolinatform getragen. Die beiden picolinat-spezifischen Intervalle sind allerdings weit und schliessen einen Nutzen nicht aus, weshalb diese Zeile auf Hinweise steht und nicht auf Nicht bestätigt. Eine einzelne randomisierte Studie des Feldes prüft Chrompicolinat allein [33].

Bei Menschen ohne Diabetes zerfällt das Bild noch einmal in zwei Teile, und deshalb stehen dazu zwei getrennte Zeilen. Beim Nüchternblutzucker liegt ein Schätzer vor, der ausschliesslich diese Population betrifft: Der Volltext der Meta-Analyse von 2002 nennt für ihre 425 Teilnehmenden ohne Diabetes plus 0,028 mmol/l (95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,086 bis 0,14), also plus 0,50 mg/dl (minus 1,55 bis 2,52). Damit ist eine Senkung um mehr als etwa 1,6 mg/dl ausgeschlossen, und dieselbe Arbeit hält fest, dass das unabhängig von Zubereitung und Dosis gilt [4]. Die eigene Bewertung der EFSA [2] und drei randomisierte Studien mit Chrompicolinat allein [41, 42, 46] kommen zum selben Ergebnis. Bei Insulin und Insulinresistenz liegt aus derselben Arbeit ebenfalls ein Schätzer vor (plus 0,25 pmol/l, minus 6,98 bis 7,48). Dass diese Zeile trotzdem niedriger steht, liegt nicht an einer fehlenden Zahl, sondern daran, dass eine placebokontrollierte Studie mit reinem Chrompicolinat dort einen Rückgang von Insulin und HOMA-IR findet, während sie beim Blutzucker nichts findet [46] eine Aufspaltung, die es auf der Blutzuckerseite nirgends gibt. Wie viele Bestände dahinterstehen, ist an beiden Zeilen ausgeschrieben: Die EFSA-Bewertung [2] poolt nicht selbst, sondern stützt sich auf grossteils dieselben Primärstudien wie [4], und die spätere Meta-Analyse [34] rechnet nach eigener Angabe den Bestand früherer Übersichten neu.

Blutfette, Blutdruck und Leberwerte

Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes zeigt eine Dosis-Wirkungs-Meta-Analyse [9] kleine Verbesserungen bei Triglyceriden (an der Signifikanzgrenze), Gesamtcholesterin und HDL (signifikant), mit der ausdrücklichen Einschränkung der Autoren, dass die Effekte klinisch möglicherweise bedeutungslos sind; zwei weitere, oben bereits genannte Übersichten [5, 8] berichten qualitativ dieselbe Richtung, ohne eigene Zahlen zu nennen und ohne von der Dosis-Wirkungs-Meta-Analyse unabhängige Studienbasis. Eine Dachauswertung von acht Meta-Analysen über Erwachsene insgesamt [38] findet dagegen bei keinem der vier Blutfettwerte einen signifikanten Effekt und nur in einer Untergruppe oberhalb von 500 µg pro Tag einen Rückgang der Triglyceride. Die Suche dieser Dachauswertung reicht bis Mai 2022 und schliesst den Zeitraum der Dosis-Wirkungs-Meta-Analyse [9] ein; die Dachauswertung steht der Meta-Analyse also nicht gegenüber, sondern über ihr. Eine dritte Meta-Analyse [45] findet beim Gesamtcholesterin einen Effekt in derselben Grössenordnung wie [9], fällt aber ebenfalls in den Zeitraum der Dachauswertung. Die einzige placebokontrollierte Blutfettmessung mit reinem Chrompicolinat [46] senkt Triglyzeride und VLDL und lässt Gesamtcholesterin, HDL und LDL unverändert. Deshalb steht diese Zeile auf Hinweise und nicht höher. Eine einzelne Meta-Analyse bei übergewichtigen und adipösen Menschen [10] berichtet in ihrem Ergebnisteil einen leichten Anstieg von Blutdruck, HDL und dem Leberenzym ALT unter Chrom, kehrt diese Richtung aber in ihrer eigenen Schlussfolgerung wieder um; dieser innere Widerspruch lässt sich aus dem Abstract nicht auflösen. Ein HDL-Anstieg zeigt dabei in dieselbe Richtung, die die Blutfett-Auswertungen als günstig führen, und wird hier deshalb nicht als Verschlechterung gezählt.

Körpergewicht, Muskelmasse und Kraft

Eine Cochrane-Übersicht [11] findet bei Erwachsenen mit einem BMI über 25 einen kleinen, von den Autoren selbst als klinisch fraglich bewerteten Gewichtseffekt von 1,1 kg bei niedriger Evidenzqualität, und stellt ausdrücklich fest, es gebe keine verlässliche Evidenz zu Wirksamkeit und Sicherheit. Eine zehn Jahre ältere Chrompicolinat-Meta-Analyse [37] kommt auf denselben Punktschätzer und zeigt zugleich, wie labil er ist: Ohne eine einzelne Studie bleiben 0,9 kg mit einem Intervall, das die Null einschliesst. Eine neuere und grössere Meta-Analyse [35] findet 0,75 kg sowie Effekte auf BMI und Körperfettanteil, vor allem in kurzen Studien und bei Dosen bis 400 µg pro Tag. Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes findet eine Dosis-Wirkungs-Meta-Analyse [36] dagegen keinen Effekt auf Gewicht, BMI, Taillenumfang oder Fettmasse; nur in ihrer Untergruppe mit Chrompicolinat und ab 55 Jahren sank die Fettmasse. Eine ältere, breiter angelegte Übersicht zu Präparaten zur Gewichtsreduktion insgesamt [12] sieht für Chrompicolinat wie für die meisten geprüften Mittel keinen überzeugenden Beleg; ihr Volltext weist [37] ausdrücklich als ihre eigene Meta-Analyse aus, beide sind also eine Auswertung und nicht zwei. Dieselbe Stelle liefert auch den Massstab, an dem die Autoren den Effekt messen: 1,1 bis 1,2 kg über 6 bis 14 Wochen, gegenüber 0,5 bis 0,6 kg pro Woche allein durch eine massvolle Kostbeschränkung und 1,5 bis 2,5 kg pro Woche durch eine strenge. Alle fünf Quellennummern teilen sich weitgehend denselben Studienbestand.

Bei Sportlerinnen und Sportlern mit begleitendem Krafttraining zeigen drei kleine randomisierte Studien [13, 14, 15] keinen zusätzlichen Nutzen für Muskelmasse oder Kraft, eine davon einen Nachteil bei der Knie-Streckung, und zwar nach ihrem Volltext sowohl bei der Leistung auf drei von vier Laststufen als auch bei der Maximalkraft beidseits, während ihre Autoren selbst davor warnen, daraus ein Urteil über Chrompicolinat zu machen, weil sich an den übrigen Muskelgruppen nichts Vergleichbares zeigte [14]; keine der drei Studien ist gross genug, um ein Ausbleiben der Wirkung sauber zu belegen. Eine gepoolte Schätzung für Muskelmasse oder Kraft gibt es nicht: Die Cochrane-Übersicht [11] hat zwar zwei Studien mit solchen Messungen eingeschlossen, wertet sie aber nicht als eigenen Endpunkt aus, und ihre Einschlusskriterien decken die Studien an Ringern [13] und Athletinnen [15] gar nicht ab.

Insulinresistenz und Hormonwerte bei polyzystischem Ovarialsyndrom

Eine Meta-Analyse aus 10 randomisierten Studien [26] und eine einzelne randomisierte Studie [27] finden bei Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom unter Chromsupplementierung günstigere Werte bei Insulin, Blutfetten und Ovulationsrate. Beide Befunde sind schwächer, als die Zahl der Quellen nahelegt: [26] nennt für keinen dieser Endpunkte einen Punktschätzer mit Intervall, sondern nur p-Werte, und [27] steht in der Einschlussliste der dritten Meta-Analyse [28] wie auch in der Netzwerk-Meta-Analyse [43]. Eine ältere, ebenfalls chromspezifische Meta-Analyse [39] fand beim Nüchterninsulin und beim QUICKI-Index keinen signifikanten Unterschied und nur beim HOMA-IR einen; eine deskriptive Übersicht [40] nennt die Effekte insgesamt begrenzt. Die dritte Meta-Analyse [28] findet ähnliche Effekte für Mineralstoffsupplemente insgesamt, wertet aber nur 4 ihrer 11 Studien mit Chrom aus, eine davon in Kombination mit Carnitin, und trennt den Beitrag von Chrom nicht ab. Die grösste Auswertung des Feldes, eine Netzwerk-Meta-Analyse aus 79 Studien [43], sieht Chrom beim Insulin vorn, bei HOMA-IR, Blutfetten und BMI dagegen andere Stoffe, und benennt selbst, dass die eingeschlossene Literatur fast vollständig aus einer einzigen Arbeitsgruppe eines Landes stammt. Deshalb steht diese Zeile auf Hinweise und nicht auf Belegt.

Stimmung, Appetit und Kohlenhydrat-Heisshunger

Eine kleine Pilotstudie [16] bei Menschen mit atypischer Depression fand einen positiven Effekt auf den Gesamt-Depressionsscore. Die grössere, als Replikation angelegte Studie [17] konnte das auf den primären Wirksamkeitsmassen nicht bestätigen, fand aber in einer Untergruppe mit ausgeprägtem Kohlenhydrat-Heisshunger einen Unterschied bei einzelnen Symptomen wie Appetit und Heisshunger. Ausserhalb einer Depressionsdiagnose mass eine kleine Studie an Frauen mit Kohlenhydrat-Heisshunger [29] die Kalorienaufnahme im Labor direkt und fand sie gegenüber Placebo deutlich reduziert; beim Hungerempfinden lag der Unterschied dagegen nur an einem von acht Messzeitpunkten, und beim Fettverlangen betrug er 0,2 Skalenpunkte. Eine noch kleinere Pilotstudie bei Essanfällen [30] fand keinen signifikanten Effekt auf die Häufigkeit von Essanfällen, wohl aber auf drei Unterskalen eines Essstörungs-Fragebogens unter der hohen Dosis. In beiden Studien stammte das Präparat vom Hersteller. Zu einem Wirkmechanismus über Serotonin oder andere Neurotransmitter liegt uns keine eigene geprüfte Humanstudie vor.

Akute Blutzuckerantwort nach einer Mahlzeit

Zwei kleine Studien an Erwachsenen ohne Diabetes [31, 32] finden einen dämpfenden Effekt auf den Blutzuckeranstieg nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit; bei der einen verfehlte der Effekt über die ganze Gruppe die Signifikanz und wurde erst nach nachträglicher Aufteilung in Responder und Non-Responder signifikant, wobei sich die beiden Gruppen im Essverhalten unterschieden [31]. Bei der anderen war Chrom Teil eines Kombinationspräparats mit Aminosäuren, sein eigener Anteil am Ergebnis lässt sich nicht isolieren, und die Arbeit ist vollständig vom Vertreiber des Präparats finanziert, mit Patentinhabern und Angestellten des Unternehmens unter den Autorinnen und Autoren [32]. Eine Studie an Menschen mit Typ-2-Diabetes [33] berichtet einen Rückgang des Blutzuckers nach dem Essen über 4 Monate, weist ihn aber ausdrücklich als Vorher-Nachher-Vergleich innerhalb jeder Gruppe aus und betrifft ohnehin eine andere Population als die akute Reaktion auf eine Einzelmahlzeit.

Kognitive Funktion

Eine einzelne kleine Studie [18] an 26 älteren Menschen mit einem globalen Rating von 0,5 auf der Clinical Dementia Rating findet gemischte Befunde: keine Verbesserung von Lernrate oder Behaltensleistung, aber weniger semantische Interferenz bei Gedächtnisaufgaben. Dieselbe Studie ist die einzige Chrompicolinat-Evidenz in einer Cochrane-Übersicht zu Vitamin- und Mineralstoffgabe bei leichter kognitiver Beeinträchtigung [19], die sie selbst als sehr niedrige Evidenzqualität einstuft. Deren frei zugänglicher Volltext nennt die Dosis, die im Abstract der Primärarbeit fehlt (1000 µg elementares Chrom täglich über 12 Wochen, 15 gegen 11 Personen), und die vier Gedächtniswerte, die dort ebenfalls fehlen: Auf keinem von ihnen unterschieden sich die Gruppen.

Tier- und Laborstudien

Eine Studie an wachsenden Mastschweinen mit stark erhöhter Chrompicolinat-Zufuhr über das Futter (bis 3200 µg Chrom pro kg Futter, 80 Tage) fand keine erhöhten Marker für oxidativen Zellschaden (Malondialdehyd in Gewebe und Serum, 8-Hydroxydesoxyguanosin im Urin, DNA-Strangbrüche in Leber und Niere), aber eine verringerte Aktivität antioxidativer Enzyme (Superoxiddismutase im Serum, Katalase in der Niere) bei der höchsten Dosis; die Autoren raten trotzdem von einer übermässigen Zufuhr ab [25]. In Zellkultur- und Kurzzeit-Tierversuchen im Rahmen der Sicherheitsbewertung zeigte Chrompicolinat bei hohen Konzentrationen Hinweise auf DNA-Schäden, siehe Sicherheit. Eine mechanistische Übersichtsarbeit zu denselben Tierversuchen hebt einen Nebenbefund hervor, der die Vermarktung des Stoffs betrifft: In den Drei-Monats- und Zwei-Jahres-Studien mit Chrompicolinat gab es bis hinauf zu 50.000 ppm im Futter keine biologisch bedeutsamen Veränderungen von Überleben, Körpergewicht, Futteraufnahme oder nicht- neoplastischen Befunden, und die Autoren nennen ausgerechnet das Ausbleiben eines Gewichtseffekts bemerkenswert, weil der Stoff als Schlankheitsmittel verkauft wird [22]. Das ist eine Aussage über biologische Bedeutsamkeit und nicht über völlige Unveränderlichkeit: Der NTP-Bericht selbst verzeichnet bei weiblichen Mäusen der höchsten Konzentration nach einem Jahr ein um 10 Prozent niedrigeres mittleres Körpergewicht als in der Kontrollgruppe [21]. In demselben Versuch, dessen Humandaten oben bei Appetit und Kohlenhydrat-Heisshunger zitiert sind [29], erhielten 24-Stunden-nüchterne Ratten Chrompicolinat intraperitoneal (0, 1, 10 oder 50 µg/kg) oder nach Anlage einer intraventrikulären Kanüle direkt ins Gehirn (0, 0,4, 4 oder 40 ng); die intraperitoneale Gabe senkte die 24-Stunden-Futteraufnahme nur bei der höchsten Dosis leicht (p=0,03), die zentrale Gabe senkte sie dosisabhängig (p<0,05). Diese Tier- und Zelldaten tragen keine Aussage für Menschen.

Sicherheit und Wechselwirkungen

Für Chrom insgesamt konnte die EFSA in ihrer eigenen Dietary-Reference-Value- Bewertung 2014 keine Adäquate Zufuhr und keinen Referenzwert festlegen, weil die Datenlage dafür nicht ausreicht [2]. In einer eigenen, speziell auf Chrompicolinat bezogenen Sicherheitsbewertung von 2010 hält die EFSA fest, dass neue Genotoxizitätsstudien Hinweise darauf liefern, dass Chrompicolinat in vitro bei hohen Konzentrationen DNA-Schäden verursachen kann. Sie verlangt ausserdem, dass die Spezifikation für Chrom(III)picolinat den Gehalt an sechswertigem Chrom, einem gentoxischen Karzinogen, so niedrig wie möglich hält. Aus der zweijährigen Kanzerogenitätsstudie des US-amerikanischen National Toxicology Program leitet die EFSA einen NOAEL von 2400 mg Chrompicolinat pro kg Körpergewicht und Tag ab und kommt bei einer angenommenen kombinierten Picolinat-Aufnahme aus allen Quellen auf eine Sicherheitsspanne von mindestens vier Grössenordnungen. Die EFSA schliesst daraus, dass die Verwendung von Chrom(III)picolinat als Nährstoffquelle unbedenklich ist, solange die Gesamt-Chromzufuhr 250 µg pro Tag nicht übersteigt, den Wert, den die WHO für die ergänzende Chromzufuhr als Obergrenze nennt [20]. Die zugrundeliegende zweijährige NTP-Studie an Ratten und Mäusen fütterte Chrompicolinat-Monohydrat über 105 Wochen in Dosen von umgerechnet rund 90, 460 und 2400 mg pro kg Körpergewicht und Tag bei männlichen Ratten. Eine signifikante Zunahme von Präputialdrüsenadenomen zeigte sich allein in der mittleren Dosisgruppe männlicher Ratten, also nicht in der höchsten, Beide Einordnungen dieses Befundes gehören nebeneinander: Das NTP hält fest, die Häufigkeit habe den Bereich der historischen Kontrollen überschritten; die EFSA hält dagegen, diese Tumorart sei im verwendeten Rattenstamm ohnehin häufig, und der Anstieg sei weder dosisabhängig noch über Arten und Geschlechter hinweg einheitlich. Im Ergebnis stufen NTP und EFSA den Befund übereinstimmend als "äquivok" ein. Bei weiblichen Ratten und bei Mäusen beiderlei Geschlechts fand sich keine erhöhte Tumorrate. In den Standardtests zur Gentoxizität war Chrompicolinat-Monohydrat nicht mutagen; eine Ausnahme bleibt offen, ein kleiner Anstieg mikrokernhaltiger Erythrozyten bei weiblichen Mäusen in der höchsten Konzentration, den das NTP ebenfalls als äquivok bewertet [21]. Eine mechanistische Übersichtsarbeit ordnet das ein und hält fest, es habe keinen eindeutigen Beleg für Toxizität oder Karzinogenität von dreiwertigem Chrom in Form von Chrompicolinat-Monohydrat gegeben. Anders als sechswertiges Chrom, ein anerkanntes Humankarzinogen, kann dreiwertiges Chrom, wie es in Chrompicolinat vorliegt, Zellmembranen nur schwer passieren, ein Grund für das grundsätzlich andere Risikoprofil [22].

Zu unerwünschten Ereignissen aus randomisierten Studien äussern sich zwei der ausgewerteten Arbeiten. Die Meta-Analyse aus 25 randomisierten Studien [5] berichtet, das Risiko unerwünschter Ereignisse habe sich zwischen Chrom und Placebo nicht unterschieden. Diese Entwarnung steht auf demselben gemischten Bestand mehrerer Chromverbindungen wie ihre Nutzenaussagen, und der Formvorbehalt gilt hier genauso wie dort: Sie ist keine Aussage über Chrompicolinat allein.

Die Cochrane-Übersicht zu Chrompicolinat bei übergewichtigen und adipösen Erwachsenen [11] wertete bei nur 3 ihrer 9 eingeschlossenen Studien überhaupt Angaben zu unerwünschten Ereignissen aus (189 Teilnehmende, niedrige Evidenzqualität nach GRADE). Deren Ergebnistabelle nennt die Nenner, die im Abstract fehlen: 2 von 15 Teilnehmenden unter 1000 µg Chrompicolinat pro Tag mit einem schwerwiegenden Ereignis und Studienabbruch, 1 von 39 unter 400 µg mit einem schwerwiegenden Ereignis, gegenüber 1 von 18 mit einem schwerwiegenden Ereignis und 2 von 58 Abbrüchen unter Placebo. Aus diesen Zahlen folgt kein Dosistrend, den man belastbar nennen könnte, und die Übersicht rechnet das auch selbst aus: Zwischen 1000 µg Chrompicolinat und Placebo fand sie nach 6 Monaten kein signifikant unterschiedliches Risiko (Risikoverhältnis 4,03, 95-Prozent- Konfidenzintervall 0,46 bis 35,11, p=0,21, 94 Teilnehmende, I²=0 Prozent) und nach 12 Wochen ebenso wenig (0,30, 0,01 bis 7,02, p=0,46, 40 Teilnehmende); auch zwischen 500 und 1000 µg unterschieden sich die unerwünschten Ereignisse nach 6 Monaten nicht (5,00, 0,26 bis 97, p=0,29, 34 Teilnehmende). Alle drei Intervalle sind so weit, dass sie weder ein Risiko zeigen noch eines ausschliessen; die Autorinnen und Autoren stellen ausdrücklich fest, es gebe derzeit keine verlässliche Evidenz zu Wirksamkeit und Sicherheit von Chrompicolinat-Präparaten bei übergewichtigen oder adipösen Erwachsenen. Die Chrompicolinat-Meta-Analyse zum Körpergewicht hält fest, dass 3 der von ihr ausgewerteten Studien unerwünschte Ereignisse berichteten und dort in den Behandlungsgruppen keine auftraten [37]. In der Studie, die Chrompicolinat über sechs Monate an 59 Erwachsenen mit erhöhtem Blutzuckerrisiko gab, traten ebenfalls keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse auf. Derselbe Absatz derselben Arbeit berichtet allerdings, dass vier Teilnehmende im Studienverlauf einen Typ-2-Diabetes entwickelten und alle vier im 500-µg-Arm waren; die Autoren relativieren das selbst, weil zwei von ihnen zum Zeitpunkt der Diagnose in der Placebo-zuerst-Reihenfolge waren [42]. Beides gehört zusammen genannt, weil es aus einer einzigen Studie mit 59 Personen stammt und für sich weder beruhigt noch beunruhigt.

Bei sehr hoher, monatelanger Einnahme sind in der Literatur einzelne Fallberichte mit ernsten Nebenwirkungen beschrieben: Eine 33-jährige Frau entwickelte nach 4 bis 5 Monaten Einnahme von 1200 bis 2400 µg Chrompicolinat pro Tag Gewichtsverlust, Anämie, Thrombozytopenie, Hämolyse, eine Leberfunktionsstörung und ein Nierenversagen; unter unterstützender Behandlung und Dialyse stabilisierte sich die Hämolyse und die Leberfunktion besserte sich innerhalb von 6 Tagen, die Nierenfunktion begann sich erst ab Tag 12 zu erholen, bei Entlassung war das Serumkreatinin noch erhöht (1,3 mg/dl), im Folgejahr waren alle Laborwerte wieder normal [23]. Ein weiterer Fallbericht einer akuten Tubulusnekrose bei einem 24-jährigen Mann betraf ein Mehrfachpräparat, das neben Chrompicolinat auch Sida cordifolia, Synephrin und Guarana enthielt; der Mann hatte ausserdem nur eine Niere. Dieser Fall lässt sich nicht auf Chrompicolinat allein zurückführen, die Kausalitätsbewertung nach der Naranjo-Skala bezieht sich auf das Mehrfachpräparat als Ganzes [24]. Ein älterer, in PubMed ohne Abstract geführter Fallbericht zu einem chronischen Nierenversagen nach Einnahme eines freiverkäuflichen Chrompicolinat-Präparats wird hier nicht als Quelle geführt, weil sich sein Inhalt ohne Abstract oder frei zugänglichen Volltext nicht prüfen lässt.

Zu Wechselwirkungen mit Medikamenten, insbesondere blutzuckersenkenden Wirkstoffen, liegt uns derzeit keine eigene, geprüfte Quelle vor. Das ist eine Lücke und keine Entwarnung: Mehrere der oben zitierten Arbeiten wurden ausdrücklich an Menschen unter laufender blutzuckersenkender Medikation durchgeführt [7, 33], ohne dass eine von ihnen die Wechselwirkung selbst zum Gegenstand hatte.

Quellen zum Nachlesen

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