Ginseng-Extrakt
Zuletzt geprüft am
Pflanzenextrakte
Panax ginseng C.A. Meyer · Asiatischer Ginseng · Koreanischer Ginseng · Roter Ginseng · Ginsenoside
Auf einen Blick
- Was es ist
- Standardisierter Wurzelextrakt der Pflanze Panax ginseng, dem asiatischen beziehungsweise koreanischen Ginseng. Markerstoffe sind die Ginsenoside
- Herkunft
- Ostasien, vor allem Korea und Nordostchina, seit Jahrhunderten in der traditionellen ostasiatischen Anwendung gebräuchlich
- Artenabgrenzung
- Panax ginseng ist botanisch verschieden von Panax quinquefolius (amerikanischer Ginseng) und von Eleutherococcus senticosus, früher sibirischer Ginseng genannt und trotz des Namens kein echter Ginseng der Gattung Panax. Wo eine Studie eine andere Art oder eine unklare Artangabe verwendet, steht das in der Begründung der jeweiligen Zeile. Zusätzlich unterscheidet sich weißer Ginseng, die unbehandelte getrocknete Wurzel, von rotem Ginseng, der gedämpft und getrocknet wird und ein anderes Ginsenosid-Muster hat
- Wirkform in Studien
- Standardisierte Extrakte mit sehr unterschiedlichem Ginsenosid-Gehalt, von wenigen Prozent bis zu hochkonzentrierten Fraktionen. Einzelne Studien nutzen isolierte Fraktionen wie das saure Polysaccharid Y-75 oder eine ginsenosid-protopanaxatriol-angereicherte Fraktion, die mit einem gewöhnlichen ginsenosidstandardisierten Extrakt nicht gleichzusetzen sind
- Übliche Studiendosis
- Stark präparatabhängig. Der ausgewertete Quellenbestand reicht von 100 mg bis 20 g pro Tag, isolierte Fraktionen wie Y-75 wurden mit 6 g pro Tag geprüft. Die Dosis muss deshalb je Wirkungszeile gelesen werden
- Verträglichkeit
- In den Studien meist gut verträglich, am häufigsten Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Magen-Darm-Beschwerden. Mögliche Wechselwirkungen sind für Warfarin, Phenelzin und Alkohol beschrieben. Bei blutzuckersenkenden Medikamenten besteht wegen möglicher Glukoseeffekte ein Vorsichtsgrund, kein in Quelle 16 dokumentierter Interaktionsnachweis
Was diesem Stoff zugesprochen wird
Was die Studien hergeben.
Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.
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01
Wahrgenommener Stress und Stimmung nach drei Wochen täglicher Einnahme
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Eine randomisierte, placebokontrollierte Studie teilte 149 moderat gestresste Erwachsene 200 mg eines hydroponisch angebauten roten Panax-ginseng-Pulvers oder Placebo über drei Wochen zu. Ausgewertet wurden 142 Personen, 70 gegen 72. Wahrgenommener Stress und negativer Affekt waren zwischen den Gruppen günstiger. Beim Gedächtnistest PAL und beim BDI bestand kein Gruppenunterschied. Von den kognitiven Teiltests war nur die Latenz im räumlichen Planungstest OTSC signifikant [1]. Botalys finanzierte Rekrutierung, Datenerhebung und Analyse, half beim Studiendesign, stellte die Kapseln her und prüfte das Manuskript. Eine eng verwandte hydroponische HRG80-Studie an 50 müden gesunden Personen war ebenfalls herstellergebunden und ist keine unabhängige Bestätigung [20]
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02
Kognitive Leistungsfähigkeit bei gesunden Erwachsenen
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Der Cochrane-Review schloss neun randomisierte Studien ein. Acht untersuchten Gesunde, eine Personen mit altersassoziierter Gedächtnisstörung. Nur fünf Studien mit 289 gesunden Teilnehmenden lieferten auswertbare Daten, eine davon prüfte das Kombinationsprodukt HT008-1 statt isolierten Panax ginseng. Mehrere positive Befunde stammen aus einzelnen Studien und vielen Einzeltests, teilweise mit Industriebindungen. Ein Pooling war wegen unterschiedlicher Dosen, Laufzeiten und Messverfahren nicht möglich. Das zurückhaltende Cochrane-Fazit einer nicht überzeugenden Evidenz hält [2]. Die neuere herstellergebundene Studie fand nur einen positiven kognitiven Teiltest, siehe Stress und Stimmung [1]
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03
Müdigkeit und Energielevel, uneinheitlich je nach Messinstrument
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Eine systematische Übersicht aus zehn randomisierten Studien zu asiatischem und amerikanischem Ginseng beschreibt bescheidene Hinweise und fordert methodisch stärkere Studien [3]. Die darin bereits enthaltene randomisierte Studie teilte 90 Erwachsene mit chronischer unerklärter Erschöpfung 1 g, 2 g oder Placebo zu, 88 gingen in die Per-Protokoll-Analyse ein. Der mentale NRS-Wert war bei beiden Dosen signifikant günstiger, der globale VAS-Wert nur bei 2 g. Der primäre Gesamt-NRS war nicht signifikant (p gleich 0,068) [4]. Die Studie war öffentlich gefördert und meldete keine Interessenkonflikte. Einzelstudie und Review sind keine unabhängigen Bestätigungen
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04
Oxidativer Stress, Blutmarker ROS, Malondialdehyd und Glutathion
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Bei 88 per Protokoll ausgewerteten Erwachsenen sanken reaktive Sauerstoffspezies und Malondialdehyd unter 1 g und 2 g gegenüber Placebo. Glutathion und Glutathionreduktase stiegen nur unter 1 g, andere antioxidative Marker blieben ohne signifikanten Unterschied [4]. Das sind sekundäre Laborendpunkte derselben Müdigkeitsstudie, keine unabhängige Bestätigung und keine Aussage zu spürbaren Effekten
Quellen: 4
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05
Immunmarker im Blut, natürliche Killerzellen und Phagozytose
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Eine randomisierte Studie teilte 72 gesunde Erwachsene zwischen 50 und 75 Jahren 6 g der sauren Polysaccharidfraktion Y-75 oder Placebo über 14 Wochen zu, 60 schlossen ab. Die Intention-to-treat-Analyse zeigte höhere Zytotoxizität natürlicher Killerzellen nach 8 und 14 Wochen. Phagozytose war nach 8 Wochen nicht signifikant (p gleich 0,088) und erst nach 14 Wochen signifikant (p gleich 0,0018). 97 Prozent der Teilnehmenden waren Frauen [5]. Die Studie war öffentlich gefördert und meldete keine Interessenkonflikte. Gemessen wurden Laborwerte, keine Infektionen. Vier Studien aus der breiten Übersicht [6] sind ohne geklärte Überlappung kein unabhängiger zweiter Bestand
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06
Nüchternblutzucker, größere Synthesen ohne gesicherten Effekt bei Ausgangswerten unter 126 mg pro dl, einzelnes herstellergebundenes Positivsignal
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Der freie Volltext einer Meta-Analyse aus 16 Studien fand insgesamt minus 0,31 mmol pro Liter (95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,59 bis minus 0,03; I² gleich 89 Prozent). Der Effekt verlor nach Entfernung jeder einzelnen von fünf günstigen Studien seine Signifikanz. Bei Menschen ohne Diabetes war er null, plus 0,11 mmol pro Liter (Konfidenzintervall minus 0,19 bis plus 0,42) [7]. In einer sechsmonatigen RCT erhielten übergewichtige Personen mit früherem Prädiabetesnachweis 960 mg hydrolysierten koreanischen Panax-ginseng-Extrakt täglich. Nur 226 von 401 erfüllten beim Screening die Prädiabeteskriterien. Nüchternblutzucker blieb in Intention-to-treat-, Completer- und Compliance-Analysen ohne Unterschied, im primären Vergleich 0,0 mg pro dl (Konfidenzintervall minus 1,6 bis plus 1,8) [8]. SFI Research finanzierte die Studie und stellte das Produkt. Eine kleinere RCT mit 98 randomisierten Erwachsenen und 1 g rotem Panax-ginseng-Extrakt berichtete einen positiven Rohwertunterschied von ungefähr minus 7,51 mg pro dl, aber kein Konfidenzintervall des Gruppenunterschieds und keine Multiplizitätskorrektur. Alle Autoren waren Beschäftigte der Korea Ginseng Corporation, die die Studie finanzierte [9]. Eine Synthese von 2022 fand bei Ausgangswerten unter 126 mg pro dl keinen gesicherten Effekt (minus 1,51 mg pro dl, Konfidenzintervall minus 4,06 bis plus 1,04) [17]. Die aktuelle Gesamtsynthese aus 70 Studien fand keinen signifikanten Effekt auf das glykämische Profil [18]. In einer zusätzlichen zweiten fachlichen Prüfung ließ sich kein belastbarer Widerspruchssatz bilden
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07
Blutfette, kleine und heterogene Effekte in älteren Synthesen, in der aktuellen Gesamtsynthese nicht bestätigt
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Eine GRADE-bewertete Meta-Analyse aus 29 randomisierten Studien meldete Gesamtcholesterin, LDL, HDL und Triglyceride lediglich als nicht signifikant, ohne Punktschätzer oder Konfidenzintervalle im Abstract [10]. Eine Meta-Analyse aus 45 Studien fand kleine Senkungen von Gesamtcholesterin (minus 4,40 mg pro dl, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 8,67 bis minus 0,132) und LDL (minus 2,81 mg pro dl, minus 4,89 bis minus 0,72) [12]. Eine ältere Arbeit fand positive Werte in zehn Studien mit metabolischen Auffälligkeiten, berichtet im Abstract aber keine gepoolte Gesamtauswertung aller 18 Studien [11]. Die Primärstudienüberlappung ist ungeklärt. Die aktuelle Gesamtsynthese aus 70 Studien mit Suche bis August 2024 fand keinen signifikanten Gesamteffekt auf das Lipidprofil [18]. Damit liegt keine belastbare Gegenläufigkeit unabhängiger Studienbestände vor, sondern ein kleiner heterogener und aktuell nicht bestätigter Effekt. Dies wurde zusätzlich unabhängig geprüft
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08
Blutdruck systolisch, kleiner und nicht durchgehend anhaltender Effekt
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Eine Meta-Analyse aus 45 Studien fand eine kleine Senkung des systolischen Blutdrucks von minus 2,57 mmHg (95-Prozent-Konfidenzintervall minus 4,99 bis minus 0,14) bei hoher Heterogenität [12]. Eine RCT mit 90 Erwachsenen und einer proprietären Fraktion fand im primären Acht-Wochen-Vergleich keinen Unterschied. Der Vier-Wochen-Befund unter 300 mg stammt nur aus der Untergruppe mit systolischem Druck ab 130 oder diastolischem Druck ab 85 mmHg [13]. Eine Synthese von 2022 fand systolisch minus 2,78 mmHg (Konfidenzintervall minus 6,97 bis plus 1,40), also keinen gesicherten Effekt [17]. Die aktuelle Gesamtsynthese aus 70 Studien fand ebenfalls keinen signifikanten Blutdruckeffekt [18]. Es bleibt ein kleiner, nicht robuster Kurzzeithinweis
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09
Entzündungsmarker CRP und Interleukin 6, abhängig vom Ausgangswert
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Für CRP fand eine Meta-Analyse aus sieben Studien insgesamt keinen signifikanten Effekt (minus 0,10 mg pro l, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,26 bis plus 0,10). Die im Abstract genannte Schwelle von über 3 mg pro dl ist wahrscheinlich ein Einheitenfehler und wird nicht als gesichert übernommen [14]. Eine weitere Synthese fand CRP und Interleukin 6 zunächst günstiger [12]. In der Synthese von 2022 blieb CRP null (minus 0,10, Konfidenzintervall minus 0,61 bis plus 0,41). Interleukin 6 verlor nach Ausschluss einer Studie in der Sensitivitätsanalyse die Signifikanz [17]. Die aktuelle Gesamtsynthese fand für hochsensitives CRP einen kleinen Effekt (standardisierte Mittelwertdifferenz minus 0,23, Konfidenzintervall minus 0,38 bis minus 0,08), aber keinen allgemeinen kardiometabolischen Gesamteffekt [18]. CRP und Interleukin 6 werden endpunktspezifisch bewertet, nicht als gemeinsamer Beleg
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10
Erektile Funktion bei Männern mit vermindertem IIEF-Score
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Eine RCT gab 143 Männern 2 g gewebekultiviertes Bergginseng-Extrakt oder Placebo über acht Wochen, analysierte aber nur 86. Die Ausfälle betrugen 13 Prozent im Ginsengarm und 69 Prozent unter Placebo, meist wegen ausbleibender Verbesserung. Zwischen den Gruppen waren nur erektile Funktion, Geschlechtsverkehrszufriedenheit und Gesamtzufriedenheit signifikant. Orgasmusfunktion, sexuelles Verlangen und IIEF-5 waren nicht signifikant [15]. Ein aktueller Cochrane-Review aus neun Studien mit 587 Männern bewertet den IIEF-15-Effekt von plus 3,52 Punkten (95-Prozent-Konfidenzintervall 1,79 bis 5,25) als klinisch wahrscheinlich trivial, weil er unter der Schwelle von 4 Punkten liegt. Sechs von neun Studien wurden kommerziell unterstützt [19]. Hinweise auf einen kleinen statistischen Effekt bestehen, ein klinisch relevanter Effekt ist nicht gesichert
Diesem Ginseng-Extrakt werden sehr unterschiedliche Wirkungen zugeschrieben, von Kognition über Stimmung bis zu sexueller Funktion. Die Datenlage ist breit, aber uneinheitlich: Bei Blutzucker und Blutfetten berichten Meta-Analysen unterschiedliche Gesamtergebnisse, ohne dass damit ein direkter Widerspruch unabhängiger Studienbestände belegt ist, und die am häufigsten genannte Zuschreibung, die kognitive Leistungsfähigkeit bei gesunden Menschen, ist laut Cochrane-Review nicht überzeugend belegt.
Studien im Detail
Stress, Stimmung und Kognition
Dormal und Kollegen [1] werteten 142 von 149 randomisierten moderat gestressten Erwachsenen aus. Nach drei Wochen waren wahrgenommener Stress und negativer Affekt günstiger. Von mehreren kognitiven Tests war nur die Latenz im räumlichen Planungstest signifikant, Gedächtnistest und BDI waren null. Botalys war an Finanzierung, Design, Durchführung und Manuskriptprüfung beteiligt. Die verwandte HRG80-Pilotstudie [20] war ebenfalls herstellergebunden und keine unabhängige Bestätigung.
Für die kognitive Leistungsfähigkeit ist der Cochrane-Review von Geng und Kollegen [2] die maßgebliche Arbeit. Acht von neun Studien betrafen Gesunde, eine Personen mit altersassoziierter Gedächtnisstörung. Nur fünf Studien mit 289 gesunden Teilnehmenden lieferten auswertbare Daten, eine davon prüfte ein Kombinationsprodukt. Mehrere positive Befunde entstammen einzelnen Studien und zahlreichen Einzeltests. Ein Pooling war nicht möglich. Das zurückhaltende Cochrane-Fazit einer nicht überzeugenden Evidenz hält.
Müdigkeit, Energielevel und oxidativer Stress
Arring und Kollegen [3] werteten 2018 zehn randomisierte Studien zu Ginseng, beide Arten zusammen, bei Menschen mit selbstberichteter Erschöpfung aus. Ihr Fazit: geringes Nebenwirkungsrisiko, bescheidene Hinweise auf eine Wirksamkeit, verbunden mit der Forderung nach methodisch stärkeren Studien.
Eine der darin bereits enthaltenen Einzelstudien, Kim und Kollegen [4], prüfte an 90 Erwachsenen mit chronischer, unerklärter Erschöpfung, erfasst über eine numerische und eine visuelle Analogskala, 1 g oder 2 g Panax-ginseng-Extrakt pro Tag über vier Wochen. 88 Personen gingen in die Per-Protokoll-Analyse ein. Der mentale NRS-Wert war unter beiden Dosen günstiger, der globale VAS-Wert nur unter 2 g. Der primäre Gesamt-NRS blieb nicht signifikant. In derselben Studie sanken die Blutmarker reaktive Sauerstoffspezies und Malondialdehyd, Glutathion und Glutathionreduktase-Aktivität stiegen unter der 1-g-Dosis. Das sind Laborwerte, keine unabhängig bestätigte Aussage zu spürbaren Effekten.
Immunmarker
Cho und Kollegen [5] randomisierten 72 gesunde Erwachsene zwischen 50 und 75 Jahren eine sauer extrahierte Ginseng-Polysaccharidfraktion namens Y-75, 6 g pro Tag über 14 Wochen, 60 schlossen ab. NK-Zytotoxizität war nach 8 und 14 Wochen signifikant. Phagozytose war nach 8 Wochen null und erst nach 14 Wochen signifikant. 97 Prozent der Teilnehmenden waren Frauen. Y-75 ist eine andere Extraktform, gemessen wurden Laborwerte und keine Infektionen. Die vier weiteren Studien aus Shergis [6] sind ohne Überlappungsprüfung keine unabhängige Bestätigung.
Nüchternblutzucker
Shishtar und Kollegen [7] fanden insgesamt einen kleinen Effekt bei hoher Heterogenität, aber keinen Effekt bei Menschen ohne Diabetes. Bessell und Kollegen [8] prüften 960 mg hydrolysierten koreanischen Panax-ginseng-Extrakt über sechs Monate und fanden in allen Analysen keinen Unterschied. Nur 226 von 401 Randomisierten erfüllten beim Screening die Prädiabeteskriterien. Jeong und Kollegen [9] berichteten in einer kleineren vollständig herstellergebundenen Studie ein positives Signal ohne Konfidenzintervall des Gruppenunterschieds. Neuere Synthesen fanden bei Ausgangswerten unter 126 mg pro dl [17] und im breiten Gesamtpool aus 70 Studien [18] keinen gesicherten Effekt. Der Bestand ist nicht als direkter Widerspruch einzustufen.
Blutfette, Blutdruck und Entzündungsmarker
Die Blutfett-Synthesen [10, 11, 12] berichten kleine und heterogene Signale, bei ungeklärter Primärstudienüberlappung. Die aktuelle Gesamtsynthese aus 70 Studien fand keinen signifikanten Effekt auf das Lipidprofil [18]. Das ist kein sauberer Widerspruch unabhängiger Studienbestände.
Für den Blutdruck zeigte die RCT von Rhee und Kollegen [13] im primären Acht-Wochen-Vergleich keinen Unterschied. Der Vier-Wochen-Befund unter 300 mg stammt aus einer Untergruppe mit erhöhtem Ausgangsdruck. Neuere Synthesen [17, 18] bestätigen keinen allgemeinen Blutdruckeffekt.
Für CRP fanden Saboori und Kollegen [14] insgesamt keinen signifikanten Effekt. Die im Abstract genannte Untergruppenschwelle weist wahrscheinlich einen Einheitenfehler auf. Eine neuere Synthese bestätigte CRP nicht und der IL-6-Befund war nicht robust [17]. Die aktuelle Gesamtsynthese fand einen kleinen Effekt auf hochsensitives CRP [18].
Erektile Funktion
Kim und Kollegen [15] prüften 2009 an 143 randomisierten Männern mit vermindertem Ausgangswert im International Index of Erectile Function, 86 werteten die Studie nach 8 Wochen aus, ein gewebekultiviertes Bergginseng-Extrakt aus Panax ginseng, 1000 mg zweimal täglich, also 2000 mg pro Tag. Zwischen den Gruppen waren drei Domänen signifikant, Orgasmusfunktion, sexuelles Verlangen und IIEF-5 waren null. Die Ausfälle betrugen 13 Prozent im Ginsengarm und 69 Prozent unter Placebo. Der aktuelle Cochrane-Review [19] bewertet den gepoolten IIEF-15-Effekt als klinisch wahrscheinlich trivial. Sechs von neun Studien wurden kommerziell unterstützt.
Tier- und Laborstudien
Ein Teil des angenommenen Wirkmechanismus, etwa eine Beteiligung der Ginsenoside an der Acetylcholin- und Dopamin-Signalübertragung im Gehirn, stammt aus Zell- und Tiermodellen und ist hier nicht eigens aufgeführt oder geprüft worden. Das ist ein plausibler, aber am Menschen nicht direkt gemessener Mechanismus und trägt für sich keine Wirkungsaussage.
Sicherheit und Wechselwirkungen
Coon und Ernst [16] werteten die verfügbaren Sicherheitsdaten zu Panax-ginseng-Monopräparaten aus und fanden eine Nebenwirkungsrate ähnlich der von Placebo, am häufigsten Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Magen-Darm-Beschwerden. Für Kombinationspräparate mit mehreren Wirkstoffen lagen mehr und schwerere gemeldete Ereignisse vor, eine ursächliche Zuordnung zu Ginseng war darin aber oft nicht möglich. Beschrieben sind mögliche Wechselwirkungen mit Warfarin, mit Phenelzin und mit Alkohol.
Die eigene Studienlage dieses Eintrags liefert einen zweiten Vorsichtsgrund. Mehrere Arbeiten prüfen Glukosewerte mit uneinheitlichen Ergebnissen. Bei blutzuckersenkenden Medikamenten ist daher Vorsicht plausibel. Quelle 16 dokumentiert dafür jedoch keinen direkten Interaktionsnachweis.
Quellen zum Nachlesen
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RCT, n gleich 98 · 2024
Efficacy and safety of red ginseng extract powder (KGC05pg) in achieving glycemic control in prediabetic Korean adults, A 12-week, single-center, randomized, double-blind, parallel-group, placebo-controlled study
Jeong Y, et al. Medicine (Baltimore)
Zur Zuschreibung: 06
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Pilot-RCT, Cross-over, n gleich 50, hydroponischer HRG80-Extrakt und Standardextrakt gegen Placebo · 2020
Efficacy of Panax ginseng Meyer Herbal Preparation HRG80 in Preventing and Mitigating Stress-Induced Failure of Cognitive Functions in Healthy Subjects, A Pilot, Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Crossover Trial
Mariage PA, Hovhannisyan A, Panossian AG. Pharmaceuticals (Basel)
Zur Zuschreibung: 01
Bei H.P.N
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