Magnolienextrakt
Zuletzt geprüft am
Pflanzenextrakte
Magnolia officinalis · Houpu · Hou Po · Magnolia-Rindenextrakt · Honokiol-Magnolol-Extrakt
Auf einen Blick
- Was es ist
- Ein Extrakt aus der Rinde, seltener aus Blüten oder Blättern, des Baums Magnolia officinalis. Die pharmakologisch untersuchten Leitstoffe sind die beiden Neolignane Honokiol und Magnolol, deren Anteil je nach Zubereitung, Pflanzenteil und Herkunft stark schwankt
- Herkunft
- Ein in China und im Osten des Himalaya beheimateter Baum, dessen Rinde unter dem Namen Houpu seit Jahrhunderten in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet wird, meist in Kombination mit weiteren Pflanzen und nicht als Einzelstoff
- Wirkform in Studien
- Uneinheitlich. Die einzige gefundene placebokontrollierte Humanstudie zu Magnolia officinalis allein prüfte eine botanische Tablette ohne angegebenen Honokiol- oder Magnolol-Gehalt. Der überwiegende Teil der Humanstudienlage prüft dagegen nicht Magnolia officinalis allein, sondern die patentierte Kombination aus Magnolia-officinalis-Rinde und Phellodendron-amurense-Rinde unter dem Markennamen Relora, standardisiert auf mindestens 1,5 Prozent Honokiol und 0,1 Prozent Berberin. Ergebnisse zu Relora sind keine Aussage über Magnolienextrakt allein, siehe Abgrenzung unten
- Übliche Studiendosis
- 133,4 bis 400 mg eines Magnolia-officinalis-Extrakts täglich über 12 Wochen in der einzigen Einzelstoff-Humanstudie. In den Kombinationsstudien mit Phellodendron amurense (Relora) 500 bis 750 mg der Kombination täglich über 4 bis 6 Wochen, davon ist der auf Magnolia officinalis entfallende Anteil in den veröffentlichten Angaben nicht gesondert ausgewiesen
- Bekannt geworden durch
- Die traditionelle chinesische Verwendung der Rinde bei Verdauungsbeschwerden sowie, in jüngerer Zeit, durch die als Relora vermarktete Kombination mit Phellodendron amurense zur Stressregulation
- Verträglichkeit
- In den vorliegenden kleinen Humanstudien zu Magnolia officinalis allein und zur Kombination mit Phellodendron amurense gut vertragen, keine schwerwiegenden Nebenwirkungen berichtet
Was diesem Stoff zugesprochen wird
Was die Studien hergeben.
Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.
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01
Leberfettgehalt in der Magnetresonanzspektroskopie bei erwachsenen Personen mit erhöhten Leberwerten und sonografisch sichtbarer Leberverfettung, unter der hohen Tagesdosis niedriger als unter Placebo
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
In einer randomisierten Studie an 74 Personen war der Leberfettgehalt unter der hohen Tagesdosis eines reinen Magnolia-officinalis-Extrakts niedriger als unter Placebo, unter der niedrigen Dosis bestand dieser Unterschied nicht. Einzelne Studie, kein angegebener Honokiol- oder Magnolol-Gehalt.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Phase-II-Studie an drei koreanischen Zentren erhielten 74 Personen mit sonografisch festgestellter Leberverfettung und erhöhten Transaminasen (ALT oder AST oberhalb des oberen Normwerts) 12 Wochen lang täglich entweder eine hohe Dosis (400 mg) oder eine niedrige Dosis (133,4 mg) einer aus Magnolia officinalis gewonnenen botanischen Tablette (HL-Tablette) oder Placebo [1]. Primärer Endpunkt war die Veränderung des Leberfettgehalts (HFC) in der Magnetresonanzspektroskopie. Unter der hohen Dosis sank der HFC gegenüber dem eigenen Ausgangswert um minus 1,7 plus/minus 3,1 Prozentpunkte (p gleich 0,018), unter der niedrigen Dosis um minus 1,21 plus/minus 4,97 (p gleich 0,254, nicht signifikant), unter Placebo stieg er um plus 0,61 plus/minus 3,87 [1]. Im direkten Gruppenvergleich gegenüber Placebo war der Leberfettgehalt unter der hohen Dosis signifikant niedriger (p gleich 0,033), unter der niedrigen Dosis nicht (p gleich 0,386) [1]. Als Nebenbefund war Alanin-Aminotransferase tendenziell rückläufig unter der Tablette, Blutfettwerte und Körpergewicht unterschieden sich nicht zwischen den Gruppen [1]. Die Arbeit macht im Volltext keine Angabe zum Honokiol- oder Magnolol-Gehalt der geprüften Tablette und keine Angabe zu einer Förderquelle, die Interessenerklärung verneint einen Interessenkonflikt bei allen Autoren [1]. Es handelt sich um eine einzelne, nicht wiederholte Studie mit rund 25 Personen je Gruppe, ohne Angabe der geprüften Standardisierung, und bislang die einzige gefundene placebokontrollierte Humanstudie zu Magnolia officinalis ohne Phellodendron amurense.
Quellen: 1
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02
Zustandsangst im Spielberger-Fragebogen unter der Kombination Magnolia officinalis plus Phellodendron amurense, niedriger als unter Placebo, ohne Unterschied bei der Charaktereigenschafts-Angst
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Bei übergewichtigen, ängstlichen Frauen senkte die Kombination Magnolia officinalis plus Phellodendron amurense (Relora) die vorübergehende Zustandsangst gegenüber Placebo, die überdauernde Charaktereigenschafts-Angst blieb unverändert. Kein Beleg für Magnolia officinalis allein, vom Hersteller der Kombination finanziert.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten, plazebokontrollierten Parallelgruppenstudie erhielten 40 übergewichtige, prämenopausale Frauen mit selbstberichteter Angst oberhalb des weiblichen Bevölkerungsdurchschnitts und stressbedingt erhöhtem Essverhalten 6 Wochen lang dreimal täglich 250 mg der patentierten Kombination Relora (Magnolia officinalis plus Phellodendron amurense, standardisiert auf mindestens 1,5 Prozent Honokiol und 0,1 Prozent Berberin) oder Placebo, 26 von 40 randomisierten Frauen beendeten die Studie [2]. Im Spielberger State-Trait-Angst-Fragebogen war die Zustandsangst (State, die vorübergehende, situationsbezogene Angst) unter Relora gegenüber Placebo signifikant reduziert, die Charaktereigenschaftsangst (Trait, die überdauernde Neigung zu Angst) veränderte sich gegenüber Placebo nicht signifikant [2]. Die Arbeit nennt für beide Vergleiche im Abstract keinen Effektschätzer mit Konfidenzintervall. Speichel-Cortisol, Speichel-Amylase, Appetit und Körperform unterschieden sich ebenfalls nicht signifikant zwischen den Gruppen, siehe eigene Zeilen [2]. Die Studie wurde durch einen Zuschuss von Next Pharmaceuticals finanziert, dem Hersteller von Relora, und ausdrücklich auch die statistische Auswertung und der Manuskripttext wurden von Next Pharmaceuticals finanziert [2]. Ein Koautor (Robert Garrison) war zum Erscheinungszeitpunkt Chairman of the Board von Next Pharmaceuticals [2]. Geprüft wurde ausschließlich die fixe Kombination aus zwei Pflanzenextrakten, kein Rückschluss auf Magnolia officinalis allein möglich.
Quellen: 2
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03
Speichel-Cortisol und psychisches Befinden unter derselben Kombination, in einer Studie an moderat gestressten Erwachsenen niedriger beziehungsweise günstiger als unter Placebo, in einer zweiten Studie an übergewichtigen, ängstlichen Frauen ohne Unterschied
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
In einer Studie an 56 moderat gestressten Männern und Frauen senkte dieselbe Kombination das Speichel-Cortisol und verbesserte Stimmungswerte gegenüber Placebo. In einer zweiten Studie an übergewichtigen, ängstlichen Frauen veränderten sich Speichel-Cortisol und Speichel-Amylase dagegen nicht. Beide Studien vom Hersteller der Kombination finanziert oder mit ihm verbunden, kein Beleg für Magnolia officinalis allein.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten, plazebokontrollierten Studie an 56 auf moderaten Stress vorgescreenten Erwachsenen (35 Männer, 21 Frauen) senkte eine 4-wöchige Einnahme derselben standardisierten Relora-Kombination die über den Tag gemessene Speichel-Cortisol-Belastung gegenüber Placebo um 18 Prozent (p kleiner 0,05) [3]. Gegenüber Placebo waren zudem mehrere Stimmungsindizes eines psychologischen Fragebogens günstiger, unter anderem Gesamtstress minus 11 Prozent, Anspannung minus 13 Prozent, Ärger minus 42 Prozent, Müdigkeit minus 31 Prozent, Konfusion minus 27 Prozent sowie eine höhere Gesamtstimmung (plus 11 Prozent) und Vitalität (plus 18 Prozent), jeweils p kleiner 0,05 [3]. Eigene Konfidenzintervalle für diese Prozentwerte nennt der Volltext nicht. Die Studie war laut Interessenerklärung durch den Hersteller von Relora, Next Pharmaceuticals, finanziert und von der Firma SupplementWatch durchgeführt [3]. Die Autoren erklären, keine direkte finanzielle Beziehung zu Next Pharmaceuticals zu haben, zwei von ihnen waren jedoch bei SupplementWatch angestellt und zwei weitere bei MonaVie, einer Firma, die ein Relora-haltiges Produkt vertreibt [3]. Die Tagesdosis von 500 Milligramm, verteilt auf 250 Milligramm zum Frühstück und 250 Milligramm zum Abendessen, steht im Methodenteil des Volltextes [3]. In der oben beschriebenen Studie an 40 übergewichtigen, prämenopausalen Frauen mit stressbedingt erhöhtem Essverhalten veränderten sich Speichel-Cortisol und Speichel-Amylase über 6 Wochen dagegen nicht signifikant gegenüber Placebo [2]. Die beiden Studien unterscheiden sich in Population (gemischtgeschlechtlich moderat gestresst gegenüber ausschließlich übergewichtigen, ängstlichen Frauen), Tagesdosis (500 gegenüber 750 mg) und Dauer (4 gegenüber 6 Wochen), eine gleiche Population und ein gleicher Vergleich im Sinne der Stufe widersprüchlich liegen damit nicht vor. Beide Arbeiten prüfen die Kombination mit Phellodendron amurense, keine davon Magnolia officinalis allein.
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04
Körpergewicht bei stressbedingt erhöhtem Essverhalten unter derselben Kombination, in einer kleinen Pilotstudie ohne berichteten Gruppenvergleich der Gewichtsänderung
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
In einer kleinen Pilotstudie nahm die Placebogruppe im Vorher-Nachher-Vergleich 1,5 Kilogramm zu, die Verumgruppe unter Magnolia officinalis plus Phellodendron amurense (Relora) nicht. Einen statistischen Vergleich der Gewichtsänderung zwischen den Gruppen berichtet die Arbeit nicht, gesichert ist allein der Unterschied im Anteil der Zunehmenden. Kleine Studie, nur als Abstract verfügbar, der Erstautor war beim Hersteller angestellt.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Pilotstudie erhielten übergewichtige, prämenopausale Frauen mit stressbedingt erhöhtem Essverhalten und selbstberichteter Angst oberhalb des weiblichen Bevölkerungsdurchschnitts 6 Wochen lang dreimal täglich 250 mg derselben Relora-Kombination (Magnolia officinalis plus Phellodendron amurense) oder Placebo, 28 von randomisierten Teilnehmerinnen beendeten die Studie [4]. Die Placebogruppe nahm im Mittel 1,5 kg zu, die Verumgruppe zeigte keine signifikante Gewichtsveränderung (p gleich 0,89 im Vorher-Nachher-Vergleich der Verumgruppe) [4]. Bei einer Einteilung in Personen mit mindestens 1 kg Gewichtszunahme gegenüber Gewichtserhalt oder -abnahme waren 75 Prozent der Placebogruppe, aber nur 37 Prozent der Verumgruppe Zunehmende (p kleiner 0,04) [4]. Einen statistischen Vergleich der Gewichtsänderung zwischen den Gruppen berichtet das Abstract nicht, die 1,5 Kilogramm stammen aus einem gepaarten t-Test innerhalb der Placebogruppe, die Angabe p gleich 0,89 aus demselben Test innerhalb der Verumgruppe [4]. Für das mittlere Speichel-Cortisol bestand nur ein statistisch nicht gesicherter Trend zugunsten der Verumgruppe (Gruppe-mal-Zeit-Wechselwirkung F gleich 1,1, p kleiner 0,15), für das abendliche Cortisol eine grenzwertige Wechselwirkung mit p gleich 0,06 [4]. Ein Konfidenzintervall für die Gewichtsdifferenz nennt das Abstract nicht, ein Volltext war über PubMed Central nicht auffindbar, ausgewertet wurde daher nur das Abstract. Erstautor Robert Garrison war zum Erscheinungszeitpunkt bei Next Pharmaceuticals angestellt, dem Hersteller der geprüften Relora-Kombination, ein Interessenkonflikt-Feld führt der PubMed-Datensatz nicht [4]. Kleine Pilotstudie zu einer Kombination, kein Beleg für Magnolia officinalis allein.
Quellen: 4
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05
Schlafqualität und Einschlaflatenz nach Selbsteinschätzung unter derselben Kombination, ohne Unterschied zu Placebo
Nicht bestätigtEinordnung und Einschränkungen
In derselben Studie an übergewichtigen, ängstlichen Frauen veränderten sich selbstberichtete Schlafqualität und Einschlaflatenz unter der Kombination Magnolia officinalis plus Phellodendron amurense nicht gegenüber Placebo.
Ausführlicher Nachweis
In der oben beschriebenen Studie an 40 übergewichtigen, prämenopausalen, ängstlichen Frauen mit stressbedingt erhöhtem Essverhalten erfasste eine Visuelle-Analog- beziehungsweise Likert-Skala Schlafqualität und Einschlaflatenz. Nach 6 Wochen täglicher Einnahme derselben Relora-Kombination unterschieden sich diese Werte nicht signifikant von Placebo, ebenso wenig wie Appetit und Körperform [2]. Die Arbeit nennt für diesen Nullbefund weder einen Effektschätzer noch ein Konfidenzintervall, geprüft und nicht gefunden wurde die Wirkung damit an einer einzelnen kleinen Stichprobe. Einzelne kleine Studie zu einer Kombination aus zwei Pflanzenextrakten, kein Beleg für Magnolia officinalis allein und keine Aussage zu einer längeren Einnahme.
Quellen: 2
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06
Angstähnliches Verhalten und GABAerge Chlorid-Aufnahme im Tiermodell nach Honokiol oder verwandten Magnolia-Verbindungen
Nur Labor und TierEinordnung und Einschränkungen
In Mäusestudien erhöhten Honokiol-Extrakte oder ein daraus isoliertes Einzelmolekül angstlösendes Verhalten und die GABAerge Chlorid-Aufnahme. Keine Humanstudie zu diesem Wirkmechanismus.
Ausführlicher Nachweis
In einer Arbeit an Mäusen zeigte ein auf Honokiol angereicherter, standardisierter Magnolia-officinalis-Rindenextrakt in Verhaltenstests zu Angst und Depression eine selektiv angstlösende Wirkung sowie einen neuroprotektiven Effekt an Nervenzellkulturen (SH-SY5Y-Zellen), vermittelt über den Cannabinoid-1-Rezeptor, nachgewiesen durch Aufhebung des Effekts mit dem CB1-Gegenspieler AM251 [5]. In einer zweiten Arbeit erhöhte das aus Magnolia officinalis isolierte Einzelmolekül 4-O-Methylhonokiol bei Mäusen im Elevated-Plus-Maze-Test sowohl nach einmaliger als auch nach 7-tägiger Gabe den Anteil der in den offenen Armen verbrachten Zeit, ein Effekt, der durch den Benzodiazepin-Gegenspieler Flumazenil aufgehoben wurde, zusammen mit einer vermehrten Bildung der Alpha-1-Untereinheit des GABA-A-Rezeptors im Kortex und einer erhöhten Chlorid-Aufnahme in kortikalen Zellkulturen [6]. Beide Untersuchungen fanden ausschließlich an Mäusen beziehungsweise in Zellkultur statt, keine an Menschen. Eine gezielte Suche nach Humanstudien zu Magnolia officinalis oder Honokiol und Angst außerhalb der Kombination mit Phellodendron amurense (auch ohne Beschränkung auf Humanstudien) ergab keinen Treffer auf eine placebokontrollierte Studie am Menschen.
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07
Hemmung der NF-kB-Signalkette in menschlichen Zellkulturen durch Magnolol und Honokiol
Nur Labor und TierEinordnung und Einschränkungen
In Zellkulturversuchen hemmten Magnolol und Honokiol getrennt voneinander einen zentralen Entzündungs-Signalweg. Keine Humanstudie zu dieser Wirkung.
Ausführlicher Nachweis
In Versuchen an menschlichen Zelllinien (unter anderem U937-Promonozyten sowie vier weitere Krebszelllinien) hemmte Magnolol die durch Tumornekrosefaktor-alpha ausgelöste Aktivierung des Transkriptionsfaktors NF-kappaB und die davon abhängige Bildung mehrerer Entzündungsbotenstoffe (unter anderem MMP-9, Interleukin-8, MCP-1, TNF-alpha), über eine Hemmung der IkappaB-Kinase [7]. In einer zweiten, methodisch ähnlichen Arbeit derselben Forschungsgruppe zeigte Honokiol in vier Krebszelllinien denselben Wirkmechanismus, ebenfalls über eine Hemmung der IkappaB-Kinase und mit Rückgang derselben Gruppe von Entzündungsbotenstoffen [8]. Beide Arbeiten sind reine Zellkulturversuche ohne Tier- oder Menschenmodell und untersuchen die beiden Reinstoffe, nicht den gesamten Extrakt. Eine Übertragung auf eine Einnahme von Magnolienextrakt beim Menschen ist aus diesen Daten nicht möglich.
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08
Hemmwirkung gegen Helicobacter pylori in vitro
Nur Labor und TierEinordnung und Einschränkungen
In einem Laborvergleich mehrerer chinesischer Arzneipflanzen hemmte ein Magnolia-officinalis-Extrakt das Wachstum von Helicobacter-pylori-Stämmen in der Petrischale. Keine Humanstudie.
Ausführlicher Nachweis
In einem In-vitro-Vergleich der antibakteriellen Wirkung von 30 traditionell gegen Magenbeschwerden eingesetzten chinesischen Arzneipflanzen gegen einen Referenzstamm und fünf klinische Isolate von Helicobacter pylori zeigte der Ethanolextrakt aus Magnolia officinalis eine substanzielle Hemmwirkung mit einer minimalen Hemmkonzentration von rund 60 Mikrogramm pro Milliliter, ähnlich sieben weiteren getesteten Pflanzenextrakten und schwächer als die drei am stärksten wirksamen Extrakte mit einer minimalen Hemmkonzentration von rund 40 Mikrogramm pro Milliliter [9]. Die Untersuchung fand ausschließlich im Reagenzglas statt, ohne Tier- oder Menschenversuch, und ohne Angabe des Honokiol- oder Magnolol-Gehalts des geprüften Extrakts. Eine Aussage zu einer Wirkung nach oraler Einnahme durch einen Menschen lässt sich daraus nicht ableiten.
Quellen: 9
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09
Blutdruck und Blutfettwerte bei gesunden oder herzkreislaufbelasteten Erwachsenen
Keine Studien gefundenEinordnung und Einschränkungen
Wir haben gezielt gesucht und keine placebokontrollierte Humanstudie zu Magnolia officinalis und Blutdruck oder Blutfetten gefunden, die nicht Teil der Kombination mit Phellodendron amurense ist.
Ausführlicher Nachweis
Gesucht mit den PubMed-Suchbegriffen "Magnolia officinalis" "blood pressure", alle Publikationstypen, mit denselben Suchbegriffen und "lipids" anstelle von "blood pressure" sowie jeweils zusätzlich ohne Beschränkung auf Humanstudien. Diese Suche ergab beim Menschen keine placebokontrollierte Interventionsstudie zu Magnolia officinalis allein und Blutdruck oder Blutfetten. Gefunden wurde lediglich eine Übersichtsarbeit zum metabolischen Syndrom, die Magnolia officinalis in einer Aufzählung pflanzlicher Wirkstoffe ohne eigene Studiendaten nennt. In der oben beschriebenen Studie zur hohen Dosis des reinen Magnolia-Extrakts bei erhöhten Leberwerten unterschieden sich Blutfettwerte nicht zwischen den Gruppen, das war dort aber ein Sicherheits- und kein primärer Wirkungs-Endpunkt.
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10
Kognitive Leistungsfähigkeit und neuroprotektive Wirkung beim Menschen
Keine Studien gefundenEinordnung und Einschränkungen
Wir haben gesucht und keine Humanstudie zu Magnolia officinalis oder Honokiol und kognitiver Leistung gefunden, nur Zellkultur- und Übersichtsarbeiten zu möglichen Wirkmechanismen.
Ausführlicher Nachweis
Gesucht mit den PubMed-Suchbegriffen "Magnolia officinalis" "cognitive", alle Publikationstypen, und ergänzend mit dem Suchbegriff "memory". Diese Suche ergab beim Menschen keine placebokontrollierte Interventionsstudie zu Magnolia officinalis oder Honokiol und kognitiver Leistung. Gefunden wurden ausschließlich Übersichtsarbeiten zu möglichen Wirkstoffkandidaten gegen neurodegenerative Prozesse, die Honokiol als einen von vielen untersuchten Naturstoffen nennen, sowie die oben beschriebene Zellkultur- und Mäusestudie zu einem neuroprotektiven Effekt an Nervenzellen. Eine eigenständige Humanstudie zu Gedächtnis, Aufmerksamkeit oder einem anderen kognitiven Test liegt uns für Magnolia officinalis nicht vor.
Studien im Detail
Leberfettgehalt unter einem reinen Magnolia-officinalis-Extrakt
Jeong und Kollegen prüften 2017 in einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Phase-II-Studie an drei koreanischen Kliniken eine botanische Tablette aus Magnolia officinalis (HL-Tablette) bei 74 Personen mit sonografisch festgestellter Leberverfettung und erhöhten Leberwerten. Über 12 Wochen erhielten die Teilnehmenden entweder 400 mg, 133,4 mg oder Placebo täglich. Der mittels Magnetresonanzspektroskopie gemessene Leberfettgehalt sank unter der hohen Dosis stärker als unter Placebo, unter der niedrigen Dosis bestand dieser Unterschied nicht. Die Arbeit macht keine Angabe zum Honokiol- oder Magnolol-Gehalt der Tablette und nennt keine Förderquelle. Es ist die einzige in dieser Recherche gefundene placebokontrollierte Humanstudie zu Magnolia officinalis, die nicht in Kombination mit Phellodendron amurense steht, dafür aber eine einzelne, kleine und nicht standardisiert beschriebene Studie.
Die Kombination mit Phellodendron amurense, vermarktet als Relora
Der überwiegende Teil der placebokontrollierten Humanstudien, die im Zusammenhang mit Magnolia officinalis zitiert werden, prüft nicht den Einzelstoff, sondern eine patentierte, auf Honokiol und Berberin standardisierte Kombination mit Phellodendron-amurense-Rinde, vermarktet unter dem Namen Relora. Kalman und Kollegen prüften 2008 an 40 übergewichtigen, prämenopausalen Frauen mit stressbedingt erhöhtem Essverhalten und überdurchschnittlicher selbstberichteter Angst 750 mg dieser Kombination täglich über 6 Wochen. Im Spielberger-Fragebogen sank die vorübergehende Zustandsangst gegenüber Placebo, die überdauernde Charaktereigenschaftsangst veränderte sich nicht. Speichel-Cortisol, Speichel-Amylase, Appetit, Körperform sowie Schlafqualität und Einschlaflatenz unterschieden sich in derselben Studie nicht von Placebo.
Talbott und Kollegen prüften 2013 an 56 moderat gestressten Männern und Frauen 500 mg derselben Kombination täglich über 4 Wochen. Hier sank das über den Tag gemessene Speichel-Cortisol gegenüber Placebo um 18 Prozent, und mehrere Stimmungsindizes fielen günstiger aus. Garrison und Chambliss prüften 2006 in einer kleinen, nur als Abstract vorliegenden Pilotstudie an übergewichtigen, stressbedingt mehr essenden Frauen dieselbe Kombination über 6 Wochen und fanden einen geringeren Anteil an Gewichtszunehmenden als unter Placebo, bei nur einem statistisch nicht gesicherten Trend beim abendlichen Speichel-Cortisol.
Einordnung: Alle drei Kombinationsstudien sind klein, mit 26 bis 56 ausgewerteten Personen, und alle drei haben eine direkte finanzielle Bindung an Next Pharmaceuticals, den Hersteller von Relora, in zwei Fällen über die Anstellung beziehungsweise Vorstandsmitgliedschaft eines Autors beim Hersteller. Die widersprüchlichen Cortisol-Befunde zwischen der Studie an moderat gestressten Erwachsenen und der Studie an übergewichtigen, ängstlichen Frauen lassen sich nicht sauber gegenüberstellen, weil Population, Dosis und Studiendauer voneinander abweichen. Am wichtigsten für die Einordnung: Keine dieser drei Studien lässt einen Rückschluss auf eine Wirkung von Magnolia officinalis allein zu, weil ausschließlich die fixe Kombination mit Phellodendron amurense geprüft wurde.
Tier- und Laborstudien
Zur angstlösenden Wirkung von Honokiol liegen ausschließlich Tier- und Zellkulturdaten vor. Borgonetti und Kollegen zeigten 2021 an Mäusen und an einer menschlichen Nervenzelllinie eine selektiv angstlösende und neuroprotektive Wirkung eines honokiolreichen Magnolia-Extrakts, vermittelt über den Cannabinoid-1-Rezeptor. Han und Kollegen zeigten 2011 an Mäusen, dass das isolierte Molekül 4-O-Methylhonokiol im Elevated-Plus-Maze-Test angstlösend wirkte, über eine verstärkte GABAerge Signalübertragung und eine erhöhte Chlorid-Aufnahme in Nervenzellen, ein Effekt, der sich durch einen Benzodiazepin-Gegenspieler aufheben ließ.
Zur entzündungshemmenden Wirkung liegen ausschließlich Zellkulturdaten vor. Tse und Kollegen zeigten 2005 und 2007 in menschlichen Zelllinien, dass sowohl Honokiol als auch Magnolol getrennt voneinander die Aktivierung des Entzündungs-Signalwegs NF-kappaB hemmen und dadurch die Bildung mehrerer Entzündungsbotenstoffe senken.
Zur Wirkung gegen Helicobacter pylori liegt eine In-vitro-Untersuchung vor. Li und Kollegen zeigten 2005 im Laborvergleich von 30 traditionellen chinesischen Arzneipflanzen, dass ein Magnolia-officinalis-Extrakt das Wachstum mehrerer Helicobacter-pylori-Stämme in der Petrischale hemmt, mit einer minimalen Hemmkonzentration im mittleren Bereich der getesteten Pflanzen.
Diese Tier- und Laborbefunde erklären mögliche Wirkmechanismen, sie belegen aber keine Wirkung nach oraler Einnahme durch einen Menschen.
Sicherheit und Wechselwirkungen
In den vorliegenden kleinen Humanstudien war die orale Einnahme von Magnolia officinalis allein und in Kombination mit Phellodendron amurense über bis zu 12 Wochen gut verträglich, schwerwiegende Nebenwirkungen wurden nicht berichtet.
Eine unabhängige, von einem Hersteller mitfinanzierte Übersichtsarbeit zur Sicherheit von Magnolol und Honokiol nennt für einen konzentrierten Magnolienrindenextrakt in einer tierexperimentellen Studie nach OECD-Leitlinien einen Grenzwert ohne beobachtete schädliche Wirkung oberhalb von 240 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht am Tag, ohne mutagenes oder gentoxisches Potenzial in den dort ausgewerteten Untersuchungen. Dieselbe Übersicht berichtet für Interventionsstudien mit konzentriertem Magnolienrindenextrakt über bis zu einem Jahr keine schwerwiegenden Nebenwirkungen. Da Magnolol und Honokiol wie andere pflanzliche Polyphenole im Körper glucuronidiert werden, ist eine Wechselwirkung mit anderen Arzneistoffen oder Pflanzenwirkstoffen nach Einschätzung dieser Übersicht nicht auszuschließen. Da die in den vorliegenden Studien mitgeprüfte Kombination mit Phellodendron amurense den Speichel-Cortisol-Spiegel in einer Studie senkte, ist bei einer bestehenden Einnahme von Cortisol-wirksamen Medikamenten vorsichtshalber ärztliche Rücksprache sinnvoll.
Zu Wechselwirkungen mit Medikamenten sowie zu Schwangerschaft und Stillzeit liegt uns keine eigene geprüfte Humanstudie vor, eine ärztliche Rücksprache vor der Einnahme ist in diesen Fällen grundsätzlich sinnvoll.
Quellen zum Nachlesen
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01
RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, Phase II, 3 Gruppen, n gleich 74, 12 Wochen, reiner Magnolia-officinalis-Extrakt · 2017
New botanical drug, HL tablet, reduces hepatic fat as measured by magnetic resonance spectroscopy in patients with nonalcoholic fatty liver disease, A placebo-controlled, randomized, phase II trial
Jeong JY, et al. World J Gastroenterol
Zur Zuschreibung: 01
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02
RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, n gleich 40, davon 26 ausgewertet, 6 Wochen, Kombination mit Phellodendron amurense (Relora) · 2008
Effect of a proprietary Magnolia and Phellodendron extract on stress levels in healthy women, A pilot, double-blind, placebo-controlled clinical trial
Kalman DS, et al. Nutr J
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03
RCT, plazebokontrolliert, n gleich 56, 4 Wochen, Kombination mit Phellodendron amurense (Relora) · 2013
Effect of Magnolia officinalis and Phellodendron amurense (Relora) on cortisol and psychological mood state in moderately stressed subjects
Talbott SM, Talbott JA, Pugh M. J Int Soc Sports Nutr
Zur Zuschreibung: 03
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04
RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, n gleich 28 ausgewertet, 6 Wochen, Kombination mit Phellodendron amurense (Relora) · 2006
Effect of a proprietary Magnolia and Phellodendron extract on weight management, A pilot, double-blind, placebo-controlled clinical trial
Garrison R, Chambliss WG. Altern Ther Health Med
Zur Zuschreibung: 04
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05
Tierstudie und Zellkulturstudie, Mäuse-Verhaltenstests und SH-SY5Y-Zellen · 2021
A honokiol-enriched Magnolia officinalis Rehder and E.H. Wilson bark extract possesses anxiolytic-like activity with neuroprotective effect through the modulation of CB1 receptor
Borgonetti V, et al. J Pharm Pharmacol
Zur Zuschreibung: 06
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06
Tierstudie und Zellkulturstudie, Mäuse-Verhaltenstest (Elevated Plus Maze) und kortikale Zellkulturen · 2011
Anxiolytic-like effects of 4-O-methylhonokiol isolated from Magnolia officinalis through enhancement of GABAergic transmission and chloride influx
Han H, et al. J Med Food
Zur Zuschreibung: 06
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- 08
- 09
Bei H.P.N
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