Resistentes Dextrin

Zuletzt geprüft am

Ballaststoffe

Resistant Dextrin · Resistant Maltodextrin · Indigestible Dextrin · Soluble Fiber Dextrin · NUTRIOSE

H.P.N · Datenstand 2026-09-08 · 13 Zuschreibungen im Überblick

Auf einen Blick

Was es ist
Eine wasserlösliche Ballaststofffraktion aus kurzkettigen Glukosepolymeren mit unregelmäßigen glykosidischen Bindungen, die menschliche Verdauungsenzyme nur teilweise spalten können. Kein einheitlicher botanischer Stoff, sondern eine industriell hergestellte Stärkefraktion
Herkunft
Durch kontrollierte Erhitzung und enzymatische Nachbehandlung von Mais- oder Kartoffelstärke hergestellt, ein Verfahren, das Pyrodextrinierung genannt wird. Kommt so nicht natürlich in Lebensmitteln vor. Im Handel unter anderem unter dem Markennamen NUTRIOSE eines Herstellers (Roquette) sowie als "soluble fiber dextrin" eines anderen Herstellers (Tate und Lyle) vertrieben, daneben auch als nicht markengebundene Handelsware
Wirkform in Studien
Meist als isoliertes Pulver in Wasser, Getränken oder Milchprodukten gelöst eingenommen. Ein erheblicher Teil der zitierten Studien prüft ausdrücklich die Markenware NUTRIOSE, eine weitere die Markenware eines anderen Herstellers, einzelne Arbeiten benennen den Hersteller nicht. In einzelnen Studien wurde resistentes Dextrin zusammen mit Inulin oder anderen Zusatzstoffen verabreicht, das ist in der jeweiligen Zeile ausdrücklich vermerkt
Übliche Studiendosis
5 bis 25 g täglich, meist 10 bis 14 g täglich, über einen Zeitraum von einer akuten Einzelgabe bis zu 20 Wochen, am häufigsten 4 bis 12 Wochen
Verträglichkeit
In den vorliegenden Studien insgesamt gut vertragen. Zu Beginn der Einnahme trat in einer Studie ein vorübergehend verstärktes Blähungsgefühl auf, das sich bei fortgesetzter täglicher Einnahme über mehrere Wochen zurückbildete, siehe Sicherheit

Was diesem Stoff zugesprochen wird

Was die Studien hergeben.

Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.

  1. 01

    Nüchternblutzucker und Insulinresistenz (HOMA-IR) bei Erwachsenen mit Übergewicht oder dauerhaft erhöhtem Blutzucker, in einer Meta-Analyse von 13 randomisierten Studien

    Belegt
    Einordnung und Einschränkungen

    Eine Meta-Analyse von 13 randomisierten Studien mit 952 Teilnehmenden fand einen kleinen, aber statistisch belegten Rückgang des Nüchternblutzuckers und der Insulinresistenz gegenüber Placebo, mit deutlicher Heterogenität zwischen den Studien und einem nur knapp signifikanten Gesamteffekt.

    Ausführlicher Nachweis

    Eine 2026 veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse wertete 13 randomisierte, plazebokontrollierte Studien mit zusammen 952 Teilnehmenden aus, die täglich 5 bis 25 g resistentes Dextrin über 4 bis 20 Wochen einnahmen, an gesunden, übergewichtigen, adipösen oder in einer Untergruppe an Personen mit dauerhaft erhöhtem Blutzucker [1]. Gegenüber Placebo sank der Nüchternblutzucker (gewichtete Mitteldifferenz WMD minus 0,15 mmol/l, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,30 bis minus 0,00, p gleich 0,049, I zum Quadrat gleich 77,5 Prozent, 13 Studien) und die Insulinresistenz nach HOMA-IR (WMD minus 0,51, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,93 bis minus 0,09, p gleich 0,02, I zum Quadrat gleich 25,2 Prozent, 7 Studien) [1]. Das Abstract nennt für die HOMA-IR-Auswertung 332 Teilnehmende, der Ergebnisteil desselben Textes an anderer Stelle 454 Teilnehmende für dieselben 7 Studien, eine Abweichung zwischen Abstract und Volltext, die sich aus dem frei zugänglichen Text nicht auflösen lässt [1]. Der Gesamteffekt auf den Nüchternblutzucker erreichte mit p gleich 0,049 nur knapp statistische Signifikanz, bei hoher Heterogenität (I zum Quadrat gleich 77,5 Prozent) und einem laut Egger-Test asymmetrischen Funnel-Plot (p gleich 0,003), den die Autoren auf den unterschiedlichen Effekt zwischen Personen mit und ohne dauerhaft erhöhtem Blutzucker zurückführen [1]. Die Autoren selbst stuften die Sicherheit der Evidenz nach dem GRADE-Ansatz als niedrig bis moderat ein, vor allem wegen der geringen Teilnehmerzahl je Studie [1]. In der Untergruppe mit dauerhaft erhöhtem Blutzucker war der Effekt auf den Nüchternblutzucker deutlicher (WMD minus 0,52 mmol/l, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,96 bis minus 0,08, p gleich 0,031) als in der Gesamtgruppe [1]. Eine Dosis von bis zu 10 g täglich zeigte einen deutlicheren Effekt auf den Nüchternblutzucker als eine höhere Dosis, und eine Einnahmedauer über 8 Wochen wirkte deutlicher als eine kürzere [1]. Fünf der 13 eingeschlossenen Studien stammten aus Iran, und diese Untergruppe zeigte einen deutlicheren Effekt als Studien aus anderen Ländern [1]. Die Arbeit wurde nach eigener Angabe durch zwei chinesische Forschungsförderprogramme finanziert, die Autoren erklären, keine Interessenkonflikte zu haben, ein Bezug zu einem Hersteller von resistentem Dextrin ist in der Förderangabe nicht genannt [1].

    Quellen: 1

  2. 02

    Glykiertes Hämoglobin (HbA1c) über die Gesamtgruppe ohne Unterschied zu Placebo, in nachträglich gebildeten Untergruppen mit signifikanter Senkung

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    In derselben Meta-Analyse war der Rückgang des HbA1c über alle 10 Studien hinweg nicht statistisch belegt. Erst in nachträglich gebildeten Untergruppen, etwa bei Personen mit dauerhaft erhöhtem Blutzucker oder bei Frauen, zeigte sich eine signifikante Senkung.

    Ausführlicher Nachweis

    In derselben Meta-Analyse werteten 10 der 13 Studien mit 788 Teilnehmenden das glykierte Hämoglobin (HbA1c) aus. Über die Gesamtgruppe war der Rückgang gegenüber Placebo nicht statistisch belegt (WMD minus 0,18 Prozentpunkte, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,39 bis plus 0,02, p gleich 0,07, I zum Quadrat gleich 62,0 Prozent) [1]. In der nachträglich gebildeten Untergruppe der Personen mit dauerhaft erhöhtem Blutzucker war der Rückgang dagegen belegt (WMD minus 0,48 Prozentpunkte, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,67 bis minus 0,29) [1]. Ebenso in der Untergruppe der Studien mit ausschließlich weiblichen Teilnehmenden (WMD minus 0,52 Prozentpunkte, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,95 bis minus 0,10, p gleich 0,001), bei einem Körpergewicht mit einem Body-Mass-Index ab 30 (WMD minus 0,41 Prozentpunkte, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,82 bis minus 0,01, p gleich 0,046), bei einer Dosis unter 10 g täglich (WMD minus 0,38 Prozentpunkte, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,68 bis minus 0,07, p gleich 0,024) und in Studien aus Iran (WMD minus 0,57 Prozentpunkte, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 1,02 bis minus 0,12, p gleich 0,027) gegenüber Studien aus anderen Ländern, wo kein Unterschied bestand (WMD minus 0,06 Prozentpunkte, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,19 bis plus 0,08, p gleich 0,335) [1]. Alle vier Untergruppen wurden erst nach der Datenerhebung aus dem vorhandenen Studienbestand gebildet, keine der 13 Studien war ursprünglich auf eine dieser Untergruppen hin geplant. Der Nullbefund der Gesamtgruppe steht deshalb neben den Untergruppenbefunden und wird durch sie nicht aufgehoben [1].

    Quellen: 1

  3. 03

    Nüchterninsulin, ohne Unterschied zu Placebo in einer Meta-Analyse von 8 randomisierten Studien, bei einem Intervall, das eine bedeutsame Senkung offenlässt

    Nicht bestätigt
    Einordnung und Einschränkungen

    Über 8 Studien mit 625 Teilnehmenden fand sich kein statistisch belegter Unterschied zu Placebo. Die Autoren selbst stufen genau diesen Endpunkt nach GRADE als niedrige Sicherheit ein, ausdrücklich auch wegen erheblicher Ungenauigkeit. Das Intervall reicht bis minus 13,05 pmol/l und lässt damit eine bedeutsame Senkung offen.

    Ausführlicher Nachweis

    In derselben Meta-Analyse werteten 8 der 13 Studien mit 625 Teilnehmenden das Nüchterninsulin aus. Gegenüber Placebo bestand kein statistisch belegter Unterschied (WMD minus 4,26 pmol/l, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 13,05 bis plus 4,53, p gleich 0,29, I zum Quadrat gleich 65,0 Prozent) [1]. Die Autoren werten diesen Befund selbst so, dass resistentes Dextrin den Nüchternblutzucker unabhängig von einer gesteigerten Insulinausschüttung senkt [1]. Das Konfidenzintervall reicht von minus 13,05 bis plus 4,53 pmol/l, die obere Grenze liegt nahe der Null und macht einen bedeutsamen insulinsteigernden Effekt unwahrscheinlich, ein insulinsenkender Effekt ist durch die weiter geöffnete untere Grenze dagegen nicht ausgeschlossen [1]. Der Funnel-Plot war laut Autoren symmetrisch und der Egger-Test zeigte keinen Hinweis auf Publikationsverzerrung (p gleich 0,221) [1]. In der GRADE-Tabelle derselben Arbeit trägt dieser Endpunkt als einziger die Bewertung niedrige Sicherheit, abgewertet sowohl wegen starker Uneinheitlichkeit zwischen den Studien als auch wegen erheblicher Ungenauigkeit, während Nüchternblutzucker, HbA1c und HOMA-IR dort jeweils mittlere Sicherheit tragen [1]. Die Stufe steht auf nicht bestätigt, weil dieser Endpunkt in 8 randomisierten Studien geprüft wurde und sich der erwartete Unterschied zu Placebo nicht zeigte. Das breite Konfidenzintervall und die niedrige GRADE-Sicherheit heißen zugleich, dass eine bedeutsame Senkung des Nüchterninsulins damit nicht ausgeschlossen ist. Finanzierung und Interessenlage wie in der Zeile zum Nüchternblutzucker.

    Quellen: 1

  4. 04

    Blutzuckerantwort nach einer akuten Einzelgabe im Vergleich zu anderen Kohlenhydratstrukturen gleicher Menge, in einer kleinen Studie an gesunden Erwachsenen

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    In einer kleinen Studie mit 10 gesunden Personen fiel die Blutzuckerantwort nach einer einmaligen Gabe von 25 g resistentem Dextrin deutlich niedriger aus als nach derselben Menge eines einfacheren, stärker verdaulichen Kohlenhydrats.

    Ausführlicher Nachweis

    In einer doppelblinden, randomisierten Cross-over-Studie tranken 10 gesunde Erwachsene an vier Terminen zu Hause je 25 g eines von vier Alpha-Glukanen, gelöst in 300 ml Wasser, darunter ein kurzkettiges, gut verdauliches Dextrin (Polymerisationsgrad 3) und ein nicht vollständig verstoffwechselbares resistentes Dextrin, gemessen mit einem am Körper getragenen, minimalinvasiven Glukosesensor [2]. Die inkrementelle Fläche unter der 120-minütigen Blutzuckerkurve war für das gut verdauliche Dextrin am höchsten (163 plus/minus 27 mmol/l mal Minute) und für das resistente Dextrin um 68 Prozent niedriger (p gleich 0,002) [2]. Die Studie prüfte damit nicht resistentes Dextrin gegen Placebo, sondern gegen andere Kohlenhydratstrukturen gleicher Menge, und diente vor allem dazu zu zeigen, dass sich eine dezentrale, von den Teilnehmenden selbst zu Hause durchgeführte Cross-over-Studie mit tragbaren Sensoren durchführen lässt. Zehn Teilnehmende, akute Einzelgabe, keine Aussage zur täglichen Einnahme über Wochen. Die Studie wurde von Mitarbeitenden eines Lebensmittelkonzerns (Nestlé) durchgeführt, ein möglicher Interessenbezug ist damit in den Affiliationen der Autorenschaft selbst angelegt, ohne dass der Text eine Herstellerbindung zu resistentem Dextrin ausdrücklich benennt [2].

    Quellen: 2

  5. 05

    Sättigungsgefühl, Blutzuckerantwort und Körpergewicht bei täglicher Einnahme über vier Wochen, mit gegenläufigen Effekten je nach Tageszeitpunkt

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    In einer randomisierten Studie an normalgewichtigen und übergewichtigen Erwachsenen war das Sättigungsgefühl vor dem Mittagessen nach vierwöchiger Einnahme stärker, nach dem Mittag- und Abendessen dagegen schwächer als unter Placebo. Das Körpergewicht veränderte sich nicht, die Studie wurde vom Hersteller des geprüften Präparats finanziert.

    Ausführlicher Nachweis

    In einer doppelblinden, randomisierten, plazebokontrollierten Cross-over-Studie nahmen 20 normalgewichtige und 16 übergewichtige gesunde Erwachsene aus Großbritannien über zwei 28-tägige Phasen mit Auswaschphase dazwischen täglich 14 g resistentes Dextrin (NUTRIOSE FB06) oder Maltodextrin als Kontrolle in zwei Getränken ein, verteilt auf einen Vormittags- und einen Nachmittagstermin [3]. An den Studientagen 1, 14 und 28 wurden Sättigungsgefühl per visueller Analogskala sowie Blutwerte über 10 Stunden erfasst. Im Zeitabschnitt zwischen Frühstück und Mittagessen war die Sättigung unter resistentem Dextrin am Tag 28 stärker als unter Placebo (p gleich 0,008), bei separater Auswertung nur in der normalgewichtigen Gruppe (p gleich 0,003) [3]. Im Zeitabschnitt zwischen Mittag- und Nachmittagsgabe sowie nach dem Abendessen war die Sättigung dagegen am Tag 28 schwächer als unter Placebo (je p kleiner 0,01), ebenfalls vor allem in der normalgewichtigen Gruppe [3]. Bei den übergweichtigen Teilnehmenden zeigte sich am ersten Studientag nach der Vormittagsgabe eine um 170 Kilokalorien höhere Nahrungsaufnahme beim anschließenden Mittagessen unter resistentem Dextrin als unter Placebo (p kleiner 0,001), bei den normalgewichtigen Teilnehmenden bestand dieser Unterschied nicht (p gleich 0,718) [3]. Die Blutzuckerantwort auf den Vormittagsdrink selbst war an Tag 14 und 28 unter resistentem Dextrin niedriger als unter Placebo (je p kleiner 0,05) [3]. Körpergewicht und Körperzusammensetzung veränderten sich über die 28 Tage in keiner der beiden Gruppen (Angaben zu Zahlenwerten und Konfidenzintervallen dazu nennt der Volltext nicht) [3]. Die Studie wurde nach eigener Angabe von Roquette finanziert, dem Hersteller von NUTRIOSE, die Interessenerklärung nennt ausdrücklich, dass die vom Hersteller stammenden Mitautoren die Studienhypothese mitentwickelt, an Durchführung, Auswertung und Interpretation aber nicht mitgewirkt hätten, und dass das akademische Team die volle Kontrolle über die Veröffentlichung gehabt habe [3]. Insgesamt ein uneinheitliches, teils gegenläufiges Bild aus einer einzelnen Studie.

    Quellen: 3

  6. 06

    Ghrelin-Sekretion und freie Fettsäuren nach einer Frühstücksgabe, in einer kleinen Studie an gesunden Männern

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Bei 12 gesunden Männern war das appetitanregende Hormon Ghrelin nach dem Mittagessen niedriger, wenn morgens resistentes Dextrin statt eines einfacheren Kohlenhydrats gegeben worden war.

    Ausführlicher Nachweis

    In einer randomisierten, einfachblinden Cross-over-Studie nahmen 12 gesunde Männer zum Frühstück 50 g resistentes Dextrin (NUTRIOSE 10) oder 50 g Maltodextrin ein, gefolgt von einem standardisierten Mittagessen 5 Stunden später [4]. Nach dem Frühstück war die Unterdrückung des appetitanregenden Hormons Ghrelin unter resistentem Dextrin geringer ausgeprägt als unter Maltodextrin (p kleiner 0,05), nach dem anschließenden Mittagessen lag der Ghrelinspiegel unter resistentem Dextrin dagegen bis 600 Minuten nach dem Frühstück niedriger als unter Maltodextrin, ebenso die freien Fettsäuren waren nach dem Frühstück zunächst höher (je p kleiner 0,05) [4]. Blutzucker- und Insulinantwort auf das Frühstück waren unter resistentem Dextrin niedriger als unter Maltodextrin (p kleiner 0,05), was die Autoren auf die geringere Bioverfügbarkeit des resistenten Dextrins zurückführen [4]. Die Autoren werten den späteren, nach dem Mittagessen anhaltenden Effekt auf Ghrelin als Hinweis auf ein verlängertes Fermentations- und Oxidationsmuster des resistenten Dextrins über den Tag [4]. Zwölf Teilnehmende, ausschließlich Männer, akute Einzelgabe an einem einzigen Studientag, kein freier Volltext ermittelbar, sodass sich die Angaben nur auf das Abstract stützen und keine Angaben zu Finanzierung oder Interessenlage vorliegen.

    Quellen: 4

  7. 07

    Subjektives Sättigungsgefühl und nachfolgende Nahrungsaufnahme nach einer akuten Gabe eines löslichen Faser-Dextrins

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Bei 41 gesunden Erwachsenen veränderte sich das Sättigungsgefühl in den ersten 150 Minuten nach der Einnahme nicht, erst danach war bei der höheren Menge weniger Hunger erfasst. Die Nahrungsaufnahme blieb über den ganzen Tag unverändert.

    Ausführlicher Nachweis

    In einer Cross-over-Studie erhielten 41 gesunde Erwachsene zum Mittagessen ein Getränk mit 0, 10 oder 20 g Ballaststoff aus löslichem Faser-Dextrin (soluble fiber dextrin, ein Produkt eines anderen Herstellers als NUTRIOSE) [5]. In den ersten 150 Minuten nach dem Mittagessen unterschied sich das Sättigungsgefühl zwischen den drei Bedingungen nicht (p größer 0,05) [5]. Erst danach, im weiteren Tagesverlauf außerhalb des Labors, waren Hunger und Essensverlangen unter der 20-g-Menge niedriger und das Völlegefühl höher als unter der Kontrollbedingung (je p kleiner 0,05) [5]. Bei der anschließenden Nachmittagsmahlzeit sowie über den restlichen Tag unterschied sich die tatsächlich verzehrte Nahrungsmenge nicht zwischen den Bedingungen (p größer 0,05) [5]. Von den erfassten Blutmarkern war allein das Sättigungshormon GIP in den ersten 150 Minuten unter der 20-g-Menge niedriger (p kleiner 0,05), alle übrigen Marker zeigten keinen Unterschied [5]. Eine Autorin der Studie war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei Tate and Lyle Ingredients Americas angestellt, einem Hersteller von Ballaststoffprodukten, ohne dass der Abstract dazu eine gesonderte Interessenerklärung nennt [5]. Einzelne akute Gabe, kein freier Volltext ermittelbar.

    Quellen: 5

  8. 08

    Darmgasproduktion, Blähungsgefühl und Fermentationsanpassung bei täglicher Einnahme über vier Wochen, in einer Studie ohne Placebogruppe

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Bei 20 gesunden Männern nahm das Blähungsgefühl zu Beginn der Einnahme zu und normalisierte sich nach vier Wochen wieder. Die Studie hatte keine Vergleichsgruppe ohne resistentes Dextrin, zwei Mitautoren sind beim Hersteller des geprüften Präparats angestellt beziehungsweise als dessen Berater tätig.

    Ausführlicher Nachweis

    In einer offenen Interventionsstudie ohne Placebogruppe nahmen 20 gesunde Männer über vier Wochen täglich 14 g resistentes Dextrin (NUTRIOSE, Roquette Frères) ein, mit Erfassung der Anzahl analer Gasabgänge, digestiver Beschwerden und der Stuhlmikrobiota vor, während und nach der Einnahme [6]. Zu Beginn der Einnahme stieg das per Analogskala erfasste Blähungsgefühl gegenüber dem Ausgangswert an (um 35 plus/minus 15 Prozent, p gleich 0,040), bildete sich im weiteren Verlauf der vierwöchigen Einnahme zurück und lag danach niedriger als in der frühen Einnahmephase (p gleich 0,013) [6]. Bauchschmerzen, Völlegefühl und subjektives Wohlbefinden blieben durch die Einnahme unverändert, die Stuhlkonsistenz veränderte sich zum Ende der Einnahme geringfügig, aber nicht relevant (p gleich 0,049 gegenüber der frühen Phase) und normalisierte sich danach wieder [6]. In einer ergänzenden Studie mit einer höheren Dosis war dasselbe Muster aus anfänglichem Anstieg und späterer Rückbildung der Gasproduktion stärker ausgeprägt, was für einen dosisabhängigen Effekt spricht [6]. Da die Studie keine Placebo- oder Kontrollgruppe ohne resistentes Dextrin hatte, sondern jede Person nur mit sich selbst zu verschiedenen Zeitpunkten verglichen wurde, lässt sich nicht ausschließen, dass ein Teil der beobachteten Veränderungen auch ohne die Einnahme aufgetreten wäre [6]. Zwei der zehn Mitautoren erklären, bei Roquette angestellt beziehungsweise als Berater für Roquette tätig gewesen zu sein, dem Hersteller des geprüften Präparats [6].

    Quellen: 6

  9. 09

    Darmmikrobiota-Zusammensetzung und kurzkettige Fettsäuren im Stuhl bei täglicher Einnahme über vier Wochen, uneinheitlich zwischen den Teilnehmenden

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    In derselben Studie ohne Placebogruppe stiegen bei einem Teil der Teilnehmenden kurzkettige Fettsäuren im Stuhl an, bei anderen nicht. Die Vielfalt der Darmbakterien insgesamt veränderte sich nicht, einzelne Bakteriengruppen, die kurzkettige Fettsäuren bilden, nahmen erst nach dem Ende der Einnahme zu.

    Ausführlicher Nachweis

    In derselben Studie an 20 gesunden Männern ohne Placebogruppe veränderte sich die bakterielle Vielfalt im Stuhl (Chao1-, Shannon-, Simpson-Index) über die vier Studienphasen hinweg nicht wesentlich [6]. Bei der taxonomischen Zusammensetzung nahmen einzelne kurzkettige-Fettsäure-bildende Arten und Gattungen, darunter Anaerostipes hadrus, Bifidobacterium longum, Roseburia- und Ruminococcus-Arten, erst in der Phase nach dem Ende der Einnahme zu, nicht während der eigentlichen vierwöchigen Einnahme selbst [6]. Bei den kurzkettigen Fettsäuren im Stuhl zeigte sich eine hohe Schwankungsbreite zwischen den Teilnehmenden, ein Teil zeigte einen Anstieg nach der Einnahme, ein anderer Teil nicht, ein statistisch abgesicherter Anstieg über die gesamte Gruppe wird im Text nicht berichtet [6]. Die Autoren selbst nennen als Einschränkung die geringe Teilnehmerzahl für diese explorativen Endpunkte sowie das Fehlen einer Kontrollgruppe [6]. Finanzierung und Interessenlage wie in der Zeile zur Gasproduktion.

    Quellen: 6

  10. 10

    Blutfette, Entzündungswert hsCRP und Androgenspiegel bei Frauen mit erhöhten Androgenwerten und unregelmäßigem Zyklus

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    In einer randomisierten Studie an 62 Frauen sanken LDL-Cholesterin, Triglyzeride, der Entzündungswert hsCRP und die Androgene DHEA-S und freies Testosteron gegenüber Placebo, das HDL-Cholesterin stieg. Eine einzelne Studie einer einzigen Arbeitsgruppe.

    Ausführlicher Nachweis

    In einer randomisierten, dreifachblinden, plazebokontrollierten Studie erhielten 62 Frauen im Alter von 18 bis 45 Jahren mit erhöhten Androgenwerten und unregelmäßigem Zyklus in Tabriz, Iran, über 3 Monate täglich 20 g resistentes Dextrin oder 20 g Maltodextrin, jeweils in einem Glas Wasser gelöst [7]. Gegenüber Placebo sanken nach 3 Monaten, nach Anpassung für die Ausgangswerte, LDL-Cholesterin (angepasste Mitteldifferenz minus 29,79 mg/dl, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 43,37 bis minus 16,21, p kleiner 0,001), Triglyzeride (minus 38,50 mg/dl, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 59,73 bis minus 17,28, p gleich 0,001), Gesamtcholesterin (minus 29,98 mg/dl, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 40,14 bis minus 19,82, p kleiner 0,001), Nüchternblutzucker (minus 11,24 mg/dl, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 15,43 bis minus 7,06, p kleiner 0,001), der Entzündungswert hsCRP (minus 1,75 mg/l, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 2,92 bis minus 0,57, p gleich 0,004) sowie die Androgene DHEA-S (minus 0,7 µg/ml, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 1,34 bis minus 0,13, p gleich 0,017) und freies Testosteron (minus 0,32 pg/ml, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,56 bis minus 0,08, p gleich 0,010) [7]. Das HDL-Cholesterin stieg gegenüber Placebo (plus 5,82 mg/dl, 95-Prozent-Konfidenzintervall 2,27 bis 9,37, p gleich 0,002) [7]. Auch Zykluslänge und der nach der Ferriman-Gallwey-Skala erfasste Behaarungsgrad unterschieden sich nach 3 Monaten zwischen den Gruppen (p kleiner 0,001) [7]. Die Studie stammt von einer einzelnen Arbeitsgruppe an der Universität Tabriz, mit derselben Dosis und Bezugsgruppe wie mehrere weitere, von derselben Gruppe veröffentlichte Studien zu resistentem Dextrin, siehe die einschränkende Bemerkung dazu unten. Die im Nüchternblutzucker gemessene Veränderung dieser Studie ist Teil der 13 Studien, die in die oben beschriebene Meta-Analyse zum Nüchternblutzucker eingeflossen sind, dort als eine der beiden Studien mit besonders hoher statistischer Heterogenität benannt [1]. Die Blutfett-, Entzündungs- und Androgenwerte dieser Studie sind dagegen keine Endpunkte der Meta-Analyse und stehen als eigenständiger Befund. Angaben zu Finanzierung oder Interessenkonflikten sind in den verfügbaren PubMed-Feldern nicht hinterlegt, ein freier Volltext war nicht ermittelbar.

    Quellen: 7, 1

  11. 11

    Blutfette und oxidative Stressmarker bei Frauen mit dauerhaft erhöhtem Blutzucker unter bestehender Blutzuckerbehandlung

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    In einer Studie an 65 Frauen sanken Blutzucker, Triglyzeride und mehrere oxidative Stressmarker gegenüber Placebo. Nach den Kennzahlen der Studientabelle ist diese Teilnehmergruppe zugleich eine der 13 Studien der oben genannten Meta-Analyse, für den Blutzucker also kein zweiter unabhängiger Bestand.

    Ausführlicher Nachweis

    In einer Studie mit 65 Frauen mit dauerhaft erhöhtem Blutzucker unter bestehender Blutzuckerbehandlung erhielten 33 Frauen 8 Wochen lang täglich 10 g resistentes Dextrin, 32 Frauen ein Placebo [8]. Gegenüber der Placebogruppe sanken der Nüchternblutzucker (minus 17,43 mg/dl, entsprechend minus 9,80 Prozent), Triglyzeride (minus 40,25 mg/dl, minus 23,01 Prozent), das Verhältnis von Gesamt- zu HDL-Cholesterin (minus 0,80, minus 21,87 Prozent), das Verhältnis von LDL- zu HDL-Cholesterin (minus 0,80, minus 17,85 Prozent), ein zusammengesetzter Atherogenitätsindex (minus 0,40, minus 15,80 Prozent), im Blut zirkulierende Endotoxin-Marker (minus 6,5 EU/ml, minus 23,40 Prozent) und der Entzündungswert hsCRP (minus 8,02 ng/ml, minus 54,00 Prozent) sowie die oxidativen Stressmarker Malondialdehyd (minus 25,58 Prozent), carboxymethyliertes Lysin (minus 26,30 Prozent) und 8-iso-Prostaglandin F2-alpha (minus 15,00 Prozent), während die Gesamtantioxidationskapazität (plus 36,25 Prozent) und der lösliche Rezeptor für Glykierungsendprodukte sRAGE (plus 28,90 Prozent) stiegen [8]. Glykiertes Hämoglobin, Gesamt-, LDL- und HDL-Cholesterin sowie mehrere weitere oxidative Marker (Superoxid-Dismutase, Glutathionperoxidase, Katalase, Pentosidin, Harnsäure) unterschieden sich dagegen nicht zwischen den Gruppen [8]. Das Abstract nennt für die Effekte relative Prozentangaben zur Veränderung, absolute Ausgangs- und Endwerte mit Streuungsmaß stehen darin nicht, ein freier Volltext war nicht ermittelbar. Die Erstautorin dieser Arbeit (Farhangi MA) ist zugleich Erstautorin einer 2018 veröffentlichten Studie an Frauen mit dauerhaft erhöhtem Blutzucker, die in der oben beschriebenen Meta-Analyse als eine der beiden Studien mit besonders hoher statistischer Heterogenität für den Nüchternblutzucker genannt wird [1]. Der Volltext der Meta-Analyse beantwortet die Frage. Ihre Studientabelle führt eine iranische Arbeit von Farhangi aus dem Jahr 2019 mit 33 und 32 Teilnehmerinnen, Frauen mit dauerhaft erhöhtem Blutzucker, 10 g täglich über 56 Tage, das sind genau die Kennzahlen der hier zitierten Studie [1]. Deren Teilnehmergruppe steckt damit bereits in der Meta-Analyse und ist für den Nüchternblutzucker kein zweiter, unabhängiger Bestand. Die Blutfett-, Entzündungs- und Oxidationswerte wertet die Meta-Analyse dagegen nicht aus, sie stehen als eigenständiger Befund. Das Literaturverzeichnis der Meta-Analyse verweist an dieser Stelle allerdings auf die Vorläuferarbeit derselben Gruppe von 2018 mit 30 und 25 Teilnehmerinnen, die Zuordnung ist dort also selbst ungenau [1]. Angaben zu Finanzierung oder Interessenkonflikten sind in den verfügbaren PubMed-Feldern nicht hinterlegt.

    Quellen: 8, 1

  12. 12

    Fettgewebe-Entzündung und Gewichtszunahme unter fettreicher Fütterung im Tiermodell

    Nur Labor und Tier
    Einordnung und Einschränkungen

    In einer Mäusestudie linderte resistentes Dextrin unter fettreicher Fütterung Gewichtszunahme und Fettgewebe-Entzündung. Ausschließlich an Mäusen untersucht, keine Humanstudie zu diesem Mechanismus.

    Ausführlicher Nachweis

    Männliche C57BL/6-Mäuse erhielten 12 Wochen lang entweder Standardfutter, ein fettreiches Futter oder ein fettreiches Futter mit Zusatz von resistentem Dextrin [9]. Gegenüber der Gruppe mit reinem Fettfutter zeigten die Tiere mit zusätzlichem resistentem Dextrin ein geringeres Körpergewicht, weniger Nebenhodenfett, niedrigere Nüchternblutzucker-, Triglyzerid- und freie Fettsäurenwerte im Serum sowie niedrigere entzündungsfördernde Botenstoffe (TNF-alpha, IL-1beta, IL-6) und einen höheren entzündungshemmenden Botenstoff (IL-10) im Fettgewebe [9]. Die Studie fand ausschließlich an Mäusen statt, eine Übertragbarkeit auf den Menschen ist damit nicht gezeigt. Die Autoren erklären, keine Interessenkonflikte zu haben.

    Quellen: 9

  13. 13

    Stuhlfrequenz und subjektiv empfundene Verstopfung als eigenständiger klinischer Endpunkt beim Menschen

    Keine Studien gefunden
    Einordnung und Einschränkungen

    Wir haben gezielt nach einer placebokontrollierten Humanstudie zu resistentem Dextrin allein mit Stuhlfrequenz oder Verstopfung als Endpunkt gesucht und keine gefunden.

    Ausführlicher Nachweis

    Gesucht mit den PubMed-Suchbegriffen "resistant dextrin" "constipation" (1 Treffer), "resistant dextrin" "stool frequency" (0 Treffer), "resistant dextrin" "bowel function" (0 Treffer), "resistant dextrin" "defecation" (0 Treffer) und "resistant dextrin" "laxative" (0 Treffer), jeweils ohne Beschränkung auf einen Publikationstyp. Der einzige Treffer verband resistentes Dextrin mit einer gleichzeitigen Magnesiumoxid-Gabe, geprüft überwiegend im Mausmodell, mit einer kleinen, unkontrollierten menschlichen Beobachtung ohne Placebogruppe als Nebenbefund, und diente deshalb nicht als eigene Quelle dieses Eintrags. Zur Stuhlfrequenz oder Verstopfung als eigenständigem, placebokontrolliert geprüftem Endpunkt bei alleiniger Einnahme von resistentem Dextrin liegt uns keine Studie vor. Die in den anderen Zeilen beschriebene Studie ohne Placebogruppe fand keine relevante Veränderung von Stuhlkonsistenz oder Stuhlgewohnheiten.

Studien im Detail

Nüchternblutzucker, HbA1c, Insulin und Insulinresistenz

Die umfangreichste Grundlage zu resistentem Dextrin und Blutzuckerwerten ist eine 2026 veröffentlichte Meta-Analyse von 13 randomisierten, plazebokontrollierten Studien mit zusammen 952 Teilnehmenden, gesunde Erwachsene ebenso wie Personen mit Übergewicht oder dauerhaft erhöhtem Blutzucker. Über die Gesamtgruppe sank der Nüchternblutzucker gegenüber Placebo knapp statistisch belegt, ebenso die Insulinresistenz nach HOMA-IR, deutlicher und mit geringerer Heterogenität zwischen den Studien. Das glykierte Hämoglobin (HbA1c) sank über die Gesamtgruppe dagegen nicht statistisch belegt, wohl aber in mehreren nachträglich gebildeten Untergruppen, etwa bei Personen mit bereits erhöhtem Blutzucker, bei Frauen oder bei einer Dosis unter 10 g täglich. Das Nüchterninsulin veränderte sich gegenüber Placebo nicht.

Diese Befunde tragen zwei wichtige methodische Einschränkungen. Erstens waren die Studien untereinander deutlich heterogen, mit unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, Dosen und Studiendauern, und die Autoren selbst stuften die Sicherheit der Gesamtevidenz nach dem GRADE-Ansatz als niedrig bis moderat ein. Zweitens stammte mehr als ein Drittel der eingeschlossenen Studien von einer einzigen Arbeitsgruppe aus Iran, was die Verallgemeinerbarkeit einschränkt, wie die Autoren selbst anmerken. Die Meta-Analyse wurde durch zwei chinesische Forschungsförderprogramme finanziert, ein Bezug zu einem Hersteller von resistentem Dextrin ist in der Förderangabe nicht genannt.

Zwei einzelne, kleinere Studien derselben iranischen Forschungslinie ergänzen dieses Bild um weitere Blutwerte, die keine Endpunkte der Meta-Analyse sind. Bei Frauen mit erhöhten Androgenwerten und unregelmäßigem Zyklus sanken unter täglich 20 g resistentem Dextrin über 3 Monate LDL-Cholesterin, Triglyzeride, der Entzündungswert hsCRP sowie die Androgene DHEA-S und freies Testosteron gegenüber Placebo, das HDL-Cholesterin stieg. Bei Frauen mit dauerhaft erhöhtem Blutzucker unter bestehender Behandlung sanken unter täglich 10 g resistentem Dextrin über 8 Wochen Blutzucker, Triglyzeride und mehrere oxidative Stressmarker. Diese zweite Studie stammt von derselben Erstautorin wie eine der in die Meta-Analyse eingeschlossenen Arbeiten aus dem Jahr 2018, ob es sich um dieselbe Teilnehmergruppe mit anderen Messwerten oder um eine eigenständige zweite Studie handelt, lässt sich aus den öffentlich zugänglichen Abstracts nicht abschließend klären.

Postprandiale Blutzuckerantwort, Sättigungsgefühl und appetitsteuernde Hormone

Neben den chronischen Effekten auf Nüchternwerte liegen mehrere kleine Studien zur akuten und mittelfristigen Wirkung auf Sättigungsgefühl und Blutzuckerantwort nach einer Mahlzeit vor. In einer dezentral von den Teilnehmenden selbst zu Hause durchgeführten Studie fiel die Blutzuckerantwort nach einer einmaligen Gabe von 25 g resistentem Dextrin deutlich niedriger aus als nach derselben Menge eines einfacher verdaulichen Kohlenhydrats gleicher Grundstruktur.

Zur mittelfristigen Einnahme über vier Wochen liegt eine Studie an normal- und übergewichtigen Erwachsenen vor, mit einem uneinheitlichen Bild: Vor dem Mittagessen war das Sättigungsgefühl nach vier Wochen stärker als unter Placebo, nach dem Mittag- und Abendessen dagegen schwächer. Bei übergweichtigen Teilnehmenden war die tatsächlich verzehrte Nahrungsmenge nach der Vormittagsgabe an Tag 1 sogar höher als unter Placebo. Körpergewicht und Körperzusammensetzung veränderten sich in keiner der beiden Gruppen. Diese Studie wurde vom Hersteller des geprüften Präparats finanziert.

Zwei weitere kleine akute Studien betreffen Sättigungshormone. In einer Studie an 12 gesunden Männern [4] war das appetitanregende Hormon Ghrelin nach einer morgendlichen Gabe zunächst weniger unterdrückt, blieb dann aber bis in den Nachmittag hinein niedriger als unter einem Vergleichskohlenhydrat. In einer Studie an 41 gesunden Erwachsenen [5] mit einem Ballaststoff-Dextrin eines anderen Herstellers veränderte sich das Sättigungsgefühl in den ersten 150 Minuten nach der Einnahme nicht, erst im weiteren Tagesverlauf war bei der höheren Menge weniger Hunger erfasst, ohne dass sich die tatsächliche Nahrungsaufnahme über den Tag veränderte.

Einordnung: Die vorliegenden Studien zu Sättigung und appetitsteuernden Hormonen zeigen kein einheitliches Bild. Effekte treten teils nur zu bestimmten Tageszeiten, teils nur in bestimmten Körpergewichtsgruppen und teils gegenläufig zwischen subjektivem Sättigungsgefühl und tatsächlicher Nahrungsaufnahme auf. Zwei der zitierten Studien wurden von Herstellern des jeweils geprüften Präparats finanziert oder mit Beteiligung von deren Mitarbeitenden durchgeführt.

Darmgasproduktion, Blähungsgefühl und Darmmikrobiota

Eine offene Interventionsstudie ohne Placebogruppe [6] prüfte die tägliche Einnahme von 14 g resistentem Dextrin über vier Wochen bei 20 gesunden Männern. Zu Beginn der Einnahme stieg das erfasste Blähungsgefühl an, bildete sich im weiteren Verlauf zurück und lag nach dem Ende der Einnahme niedriger als zu Beginn. Bauchschmerzen, Völlegefühl und Stuhlgewohnheiten blieben im Wesentlichen unverändert. Bei der Darmmikrobiota veränderte sich die bakterielle Vielfalt insgesamt nicht, einzelne kurzkettige-Fettsäure-bildende Arten nahmen erst nach dem Ende der Einnahme zu, und die kurzkettigen Fettsäuren im Stuhl selbst schwankten stark zwischen den Teilnehmenden, ohne einen statistisch abgesicherten Anstieg über die gesamte Gruppe.

Einschränkung: Diese Studie hatte keine Placebo- oder Kontrollgruppe, jede Person wurde nur mit sich selbst zu unterschiedlichen Zeitpunkten verglichen. Ob die beobachteten Veränderungen ganz oder teilweise auch ohne die Einnahme aufgetreten wären, lässt sich damit nicht ausschließen. Zwei der Mitautoren sind beim Hersteller des geprüften Präparats angestellt beziehungsweise als dessen Berater tätig.

Tierstudien

In einem Mausmodell mit fettreicher Fütterung über 12 Wochen linderte ein Zusatz von resistentem Dextrin zum Futter gegenüber Tieren mit reinem Fettfutter die Gewichtszunahme, die Fettansammlung im Nebenhodenfett und mehrere Entzündungsmarker im Fettgewebe. Diese Befunde stammen ausschließlich aus dem Tiermodell, eine Übertragbarkeit auf den Menschen ist damit nicht gezeigt, sie liefern aber einen möglichen mechanistischen Hintergrund für die in Humanstudien beobachteten Effekte auf Blutzucker und Blutfette.

Sicherheit und Wechselwirkungen

In den vorliegenden Studien war die tägliche Einnahme von resistentem Dextrin insgesamt gut verträglich. In der einzigen Studie, die Verdauungssymptome über mehrere Wochen systematisch mit einer Analogskala erfasste, stieg das Blähungsgefühl zu Beginn der Einnahme an und normalisierte sich im weiteren Verlauf von vier Wochen wieder, in einer ergänzenden Untersuchung war dieses Muster bei einer höheren Dosis stärker ausgeprägt. Andere Verdauungsbeschwerden wie Bauchschmerzen oder Völlegefühl sowie Stuhlgewohnheiten blieben in dieser Studie im Wesentlichen unverändert.

Da resistentes Dextrin in mehreren Studien den Blutzucker und die Insulinresistenz messbar senkte, ist bei einer gleichzeitigen Einnahme blutzuckersenkender Medikamente eine ärztliche Rücksprache sinnvoll, insbesondere zu Beginn der gemeinsamen Anwendung.

Zu Schwangerschaft und Stillzeit liegt uns keine eigene geprüfte Quelle vor, eine ärztliche Rücksprache vor der Einnahme ist in diesem Fall grundsätzlich sinnvoll. Wer die tägliche Einnahmemenge langsam steigert und ausreichend Flüssigkeit dazu trinkt, kann nach den vorliegenden Daten ein anfängliches Blähungsgefühl voraussichtlich abmildern.

Quellen zum Nachlesen

  1. 01

    Systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse, 13 RCTs, n gleich 952 · 2026

    Effects of resistant dextrin on glycemic traits, a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials.

    Chen S, Zhang L, Zong A, Gan Z, Zhang X, Du F, Liu H, Xu T. Nutr J

    Zur Zuschreibung: 01, 02, 03, 10, 11

  2. 02

    RCT, doppelblind, Cross-over, dezentral am eigenen Zuhause der Teilnehmenden, n gleich 10, akute Einzelgabe · 2022

    A Decentralized Study Setup Enables to Quantify the Effect of Polymerization and Linkage of alpha-Glucans on Post-Prandial Glucose Response.

    Delodder F, Rytz A, Foltzer F, Lamothe L, d'Urzo C, Feraille-Naze L, Mauger J, Morlet J, Piccardi N, Philippe L, Caijo F, Schmitt J, Colombo Mottaz S. Nutrients

    Zur Zuschreibung: 04

  3. 03

    RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, Cross-over, n gleich 36 (20 normalgewichtig, 16 übergewichtig), 28 Tage je Phase · 2021

    Impact of dietary supplementation with resistant dextrin (NUTRIOSE), on satiety, glycaemia, and related endpoints, in healthy adults.

    Hobden MR, Commane DM, Guérin-Deremaux L, Wils D, Thabuis C, Martin-Morales A, Wolfram S, Dìaz A, Collins S, Morais I, Rowland IR, Gibson GR, Kennedy OB. Eur J Nutr

    Zur Zuschreibung: 05

  4. 04

    RCT, einfachblind, Cross-over, n gleich 12, akute Einzelgabe (Frühstück) · 2011

    Impact of a resistant dextrin with a prolonged oxidation pattern on day-long ghrelin profile.

    Nazare JA, Sauvinet V, Normand S, Guérin-Deremaux L, Gabert L, Désage M, Wils D, Laville M. J Am Coll Nutr

    Zur Zuschreibung: 06

  5. 05

    RCT, Cross-over, n gleich 41, akute Einzelgabe · 2018

    The effect of soluble fiber dextrin on postprandial appetite and subsequent food intake in healthy adults.

    Emilien CH, Zhu Y, Hsu WH, Williamson P, Hollis JH. Nutrition

    Zur Zuschreibung: 07

  6. 06

    Offene Interventionsstudie ohne Placebogruppe, n gleich 20, 4 Wochen, mit Zusatzstudie bei höherer Dosis · 2022

    Effect of Resistant Dextrin on Intestinal Gas Homeostasis and Microbiota.

    Barber C, Sabater C, Ávila-Gálvez MÁ, Vallejo F, Bendezu RA, Guérin-Deremaux L, Guarner F, Espín JC, Margolles A, Azpiroz F. Nutrients

    Zur Zuschreibung: 08, 09

  7. 07

    RCT, dreifachblind, plazebokontrolliert, n gleich 62, 3 Monate · 2019

    The effect of resistant dextrin as a prebiotic on metabolic parameters and androgen level in women with polycystic ovarian syndrome, a randomized, triple-blind, controlled, clinical trial.

    Gholizadeh Shamasbi S, Dehgan P, Mohammad-Alizadeh Charandabi S, Aliasgarzadeh A, Mirghafourvand M. Eur J Nutr

    Zur Zuschreibung: 10

  8. 08

    RCT, plazebokontrolliert, n gleich 65 (33 vs 32), 8 Wochen · 2020

    Prebiotic supplementation modulates advanced glycation end-products (AGEs), soluble receptor for AGEs (sRAGE), and cardiometabolic risk factors through improving metabolic endotoxemia, a randomized-controlled clinical trial.

    Farhangi MA, Dehghan P, Namazi N. Eur J Nutr

    Zur Zuschreibung: 11

  9. 09

    Tierstudie, männliche C57BL/6-Mäuse, 12 Wochen fettreiche Fütterung · 2020

    Resistant dextrin reduces obesity and attenuates adipose tissue inflammation in high-fat diet-fed mice.

    Hu Q, Lu Y, Hu F, He S, Xu X, Niu Y, Zhang H, Li X, Su Q. Int J Med Sci

    Zur Zuschreibung: 12

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