Rhodiola Rosea Extrakt
Zuletzt geprüft am
Pflanzenextrakte
Rhodiola rosea · Rosenwurz · Goldwurz · Golden Root · Arctic Root · Rosenroot · SHR-5 · Vitano · WS 1375
Auf einen Blick
- Was es ist
- Extrakt aus der Wurzel und dem Rhizom der Pflanze Rhodiola rosea, meist standardisiert auf die beiden Inhaltsstoffgruppen Rosavine und Salidrosid, in stark unterschiedlichem Verhältnis je nach Hersteller
- Herkunft
- Eine in kühlen, hochgelegenen Regionen der nördlichen Hemisphäre wachsende Pflanze (unter anderem Skandinavien, Sibirien, arktisches Nordamerika), traditionell in der Volksmedizin Skandinaviens und Russlands verwendet. Handelsware stammt aus Wildsammlung wie auch aus zunehmender Kultivierung
- Wirkform in Studien
- Uneinheitlich. Ein Teil der zitierten Studien prüft standardisierte Markenextrakte der Wurzel, etwa den Extrakt SHR-5 oder den Extrakt Vitano (Markenname WS 1375), beide auf ein bestimmtes Rosavin-zu-Salidrosid-Verhältnis eingestellt. Ein anderer Teil prüft einen unter dem Namen Golden Root Extract vertriebenen Extrakt ohne im Abstract genannten Hersteller. Einzelne neuere Arbeiten prüfen ausschließlich den isolierten Einzelstoff Salidrosid statt des ganzen Wurzelextrakts, das ist in der jeweiligen Zeile ausdrücklich vermerkt, siehe auch Abgrenzung unten
- Übliche Studiendosis
- 200 bis 1500 mg Extrakt täglich beziehungsweise 30 bis 60 mg des isolierten Einzelstoffs Salidrosid täglich, über eine akute Einzelgabe von wenigen Tagen bis zu 28 Tage
- Verträglichkeit
- In den vorliegenden Studien überwiegend gut vertragen, keine schwerwiegenden, dem Extrakt zugeschriebenen Nebenwirkungen berichtet
Was diesem Stoff zugesprochen wird
Was die Studien hergeben.
Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.
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01
Konzentrationsfähigkeit in einem Aufmerksamkeitstest und eine Erschöpfungsskala bei Erwachsenen mit anhaltender, stressbedingter Müdigkeit, gegenüber Placebo
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
In einer randomisierten, plazebokontrollierten Studie an 60 Erwachsenen mit anhaltender Erschöpfung besserten sich eine Erschöpfungsskala sowie mehrere Kennwerte eines computergestützten Aufmerksamkeitstests gegenüber Placebo, während sich Lebensqualität und eine Stimmungsskala in beiden Gruppen gleichermaßen besserten.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Parallelgruppenstudie nahmen 60 Erwachsene zwischen 20 und 55 Jahren mit anhaltender, stressbedingter Müdigkeit, ausgewählt nach den diagnostischen Kriterien einer schwedischen Gesundheitsbehörde für andauernde Ermüdung, über 28 Tage entweder täglich 576 mg des standardisierten Extrakts SHR-5 (30 Personen) oder Placebo (30 Personen) ein [1]. Erfasst wurden unter anderem Lebensqualität (SF-36), eine Erschöpfungsskala nach Pines, eine Stimmungsskala (Montgomery-Asberg-Skala), ein computergestützter Aufmerksamkeitstest (CCPT-II) sowie der morgendliche Speichel-Cortisol-Anstieg. Nach 28 Tagen besserten sich gegenüber dem jeweils eigenen Ausgangswert in BEIDEN Gruppen gleichermaßen die Erschöpfungsskala nach Pines, die psychische Lebensqualität im SF-36 und die Stimmungsskala sowie mehrere Kennwerte des Aufmerksamkeitstests (Auslassungen, Fehlreaktionen, Streuung der Reaktionszeit), ein reiner Vorher-Nachher-Effekt ohne Aussagekraft für einen Gruppenunterschied [1]. Im direkten Gruppenvergleich war die Verumgruppe der Placebogruppe dagegen überlegen bei der Erschöpfungsskala nach Pines sowie bei drei Kennwerten des Aufmerksamkeitstests (Auslassungen, Streuung der Reaktionszeit, ein weiterer Streuungskennwert), während sich die Fehlreaktionsrate des Tests, die psychische Lebensqualität im SF-36 und die Stimmungsskala zwischen den Gruppen nicht unterschieden [1]. Zahlenwerte mit Konfidenzintervall für diese Gruppenunterschiede nennt das Abstract nicht, nur die Angabe, dass der Unterschied statistisch abgesichert war, ein freier Volltext war nicht ermittelbar. Eine gesonderte Förder- oder Interessenerklärung liegt zu dieser Arbeit nicht vor. Der Koautor A. G. Panossian ist in Arbeiten desselben Zeitraums mit der Anschrift Swedish Herbal Institute Research and Development ausgewiesen (PubMed-Kennung 19500070 aus dem Jahr 2009), also des Hauses, dessen standardisierter Extrakt SHR-5 hier geprüft wurde. Diese Herstellernähe eines Koautors gehört zur Bewertung des Befunds, auch wenn das Interessenkonfliktfeld der Veröffentlichung selbst leer ist. Einzelne Studie mit 60 Teilnehmenden zu einem bestimmten Markenextrakt, keine unabhängige Wiederholung mit demselben Extrakt und derselben Population liegt uns vor.
Quellen: 1
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02
Speichel-Cortisol-Anstieg nach dem morgendlichen Aufwachen bei Erwachsenen mit anhaltender, stressbedingter Müdigkeit
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
In derselben Studie unterschied sich die Veränderung des morgendlichen Cortisolanstiegs vor und nach der Einnahme zwischen der Verum- und der Placebogruppe.
Ausführlicher Nachweis
In derselben Studie an 60 Erwachsenen mit anhaltender, stressbedingter Müdigkeit unterschied sich die Veränderung der Cortisol-Aufwachreaktion vom ersten zum letzten Studientag zwischen der Gruppe mit dem Extrakt SHR-5 und der Placebogruppe statistisch abgesichert [1]. Absolute Werte, ein Effektmaß und ein Konfidenzintervall für diesen Unterschied nennt das Abstract nicht, ein freier Volltext war nicht ermittelbar. Die Autoren deuten den Befund als verringerte Cortisol-Stressantwort unter dem Extrakt, eine im Abstract angegebene Zahl zur Größe dieser Veränderung liegt uns nicht vor [1].
Quellen: 1
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03
Selbstberichtete Anspannung, Sorge, Ärger und Stimmung bei leicht angespannten Erwachsenen, in einer Studie ohne Placebogruppe
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
In einer Studie ohne Placebo-Kontrollgruppe, nur im Vergleich zu unbehandelten Teilnehmenden, besserten sich mehrere Selbstberichtwerte nach 14 Tagen gegenüber der unbehandelten Gruppe. Die geprüften kognitiven Tests selbst veränderten sich nicht.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten Studie erhielten 80 Erwachsene mit leicht erhöhter, selbst berichteter Anspannung über 14 Tage entweder zweimal täglich 200 mg eines Markenextrakts (Vitano) oder keine Behandlung, es gab keine Placebogruppe mit einem optisch gleichen Scheinpräparat [2]. Gegenüber der unbehandelten Gruppe besserten sich nach 14 Tagen mehrere Selbstberichtwerte zu Anspannung, Sorge, Ärger, gedrückter Stimmung und Verwirrtheit sowie ein zusammengesetzter Stimmungswert statistisch abgesichert, Zahlenwerte mit Konfidenzintervall nennt das Abstract nicht [2]. Die zusätzlich erfassten kognitiven Testleistungen unterschieden sich zwischen den Gruppen nicht relevant [2]. Die Autoren benennen das Fehlen einer Placebogruppe selbst ausdrücklich als Einschränkung, halten einen reinen Erwartungseffekt aber für unwahrscheinlich, weil sich die Veränderungen allmählich einstellten und nur bestimmte, nicht alle erfassten Werte betrafen, und schreiben zugleich wörtlich, dass sich daraus kein ursächlicher Zusammenhang ableiten lasse [2]. Ohne verblindete Placebogruppe ist ein Erwartungseffekt der offenen Zuteilung als Erklärung für die selbst berichteten Werte nicht auszuschließen, unabhängig von der Einschätzung der Autoren dazu.
Quellen: 2
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04
Sauerstoffaufnahme unter hochintensiver Intervallbelastung und Muskelschädigungsmarker unter dem isolierten Einzelstoff Salidrosid, nicht am ganzen Wurzelextrakt geprüft
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
In einer Studie mit dem isolierten Einzelstoff Salidrosid, nicht dem ganzen Wurzelextrakt, war die relative Sauerstoffaufnahme unter Belastung höher als unter Placebo. Ein Muskelschädigungsmarker stieg nur in der Placebogruppe an, ein direkter Gruppenvergleich dafür wird im Abstract nicht berichtet.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten, explorativen Studie nahmen 50 aktive junge Erwachsene (30 Männer, 20 Frauen) 16 Tage lang täglich 60 mg des isolierten Einzelstoffs Salidrosid (2 mal 30 mg) oder Placebo ein, geprüft wurde nicht der ganze Wurzelextrakt, sondern nur dieser eine, auch in Rhodiola rosea vorkommende Einzelstoff [3]. Die auf den vorhergesagten Wert bezogene, prozentuale Sauerstoffaufnahme während hochintensiver Intervallbelastung war unter Salidrosid an beiden Testterminen höher als unter Placebo (p kleiner 0,01) [3]. Der Muskelschädigungsmarker Myoglobin stieg 24 Stunden nach einer Belastungsaufgabe in der Placebogruppe gegenüber dem eigenen Ausgangswert an (p gleich 0,02), in der Salidrosid-Gruppe war dieser Anstieg nicht statistisch abgesichert, ein direkter statistischer Vergleich zwischen beiden Gruppen für diesen Marker selbst wird im verfügbaren Text nicht berichtet, sodass daraus keine gesicherte schützende Wirkung des Salidrosids ableitbar ist [3]. Bei einer Stimmungsskala bestand eine statistisch abgesicherte Wechselwirkung zwischen Gruppe und Zeit für den Kennwert Erschöpfung-Trägheit (p gleich 0,02), mit einem Anstieg in der Placebogruppe (p kleiner 0,01) und keiner Veränderung in der Salidrosid-Gruppe (p gleich 0,62), während der direkte Gruppenvergleich an beiden einzelnen Zeitpunkten für sich genommen nicht statistisch abgesichert war (p gleich 0,24 beziehungsweise 0,33) [3]. Der Kollegen- beziehungsweise Freundlichkeitswert und der Gesamt-Stimmungswert zeigten dafür nur eine statistische Tendenz (p gleich 0,07 und p gleich 0,08) [3]. Erythropoietin im Blut veränderte sich durch die zweiwöchige Einnahme nicht [3]. Ein Erstautor der Studie erhielt die für die Durchführung verwendeten Fördermittel und benennt dies selbst als wahrgenommenen Interessenkonflikt, ohne einen finanziellen Eigenanteil am Ergebnis zu haben. Zwei weitere Autoren sind bei einem Hersteller von Salidrosid (Gnosis by Lesaffre) angestellt, drei waren zum Zeitpunkt der Studie bei einem Biotechnologie-Unternehmen (DoubleRainbow Biosciences) angestellt, ein Autor ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat und Anteilseigner dieses Unternehmens [3].
Quellen: 3
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05
Wiederholte anaerobe Fahrradbelastung bei körperlich aktiven Frauen, gegenüber Placebo
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Bei 11 körperlich aktiven Frauen war die Leistung bei drei aufeinanderfolgenden kurzen Sprintbelastungen auf dem Fahrradergometer unter dem Extrakt höher als unter Placebo, die Ermüdung innerhalb der Belastung selbst veränderte sich nicht.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten, mit Gegenausgleich versehenen Cross-over-Studie nahmen 11 körperlich aktive Frauen im College-Alter 3 Tage lang täglich 1500 mg eines unter dem Namen Golden Root Extract vertriebenen Extrakts oder Placebo ein, dazu eine zusätzliche Einzeldosis von 500 mg 30 Minuten vor der Testung, mit 7-tägiger Auswaschphase zwischen den Bedingungen [4]. Bei dreimal 15-sekündigen Sprintbelastungen auf dem Fahrradergometer mit 2-minütigen Erholungspausen waren mittlere Wattleistung (p gleich 0,017), mittlere anaerobe Kapazität (p gleich 0,025), mittlere anaerobe Leistung (p gleich 0,03), mittlere Spitzenwattleistung (p gleich 0,029) und mittlere Gesamtarbeit (p gleich 0,017) unter dem Extrakt höher als unter Placebo, mit Effektstärken zwischen 0,46 und 1,07 [4]. Der Ermüdungsindex innerhalb der Sprintserie selbst veränderte sich zwischen den Bedingungen nicht (p gleich 0,094) [4]. Ein Konfidenzintervall für die Gruppenunterschiede nennt das Abstract nicht, nur Effektstärken, ein freier Volltext war nicht ermittelbar. Elf Teilnehmerinnen, ausschließlich Frauen, akute Einnahme über 3 plus 1 Tage, keine Aussage zu einer Einnahme über mehrere Wochen. Angaben zu Finanzierung oder Interessenkonflikten liegen uns nicht vor.
Quellen: 4
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06
Kraft-, Ausdauerleistung und ein Aufmerksamkeits-Farbwort-Test bei krafttrainierten Erwachsenen nach kurzfristiger Einnahme, mit unterschiedlichem Ergebnis je nach Testverfahren und Dosis
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Bei 27 krafttrainierten Erwachsenen waren mehrere Kraft- und Kraftausdauerwerte sowie ein Aufmerksamkeits-Farbwort-Test nach 7 Tagen höher als unter Placebo, eine kurze anaerobe Fahrradbelastung veränderte sich dagegen nicht einheitlich.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten, doppelblinden Cross-over-Studie mit vier Bedingungen (kapselfreie Kontrolle, Placebo, niedrige Dosis 200 mg täglich, hohe Dosis 1500 mg täglich) nahmen 27 krafttrainierte Erwachsene den geprüften, auf 3 Prozent Salidrosid und 1 Prozent Rosavin standardisierten Wurzelextrakt jeweils 7 Tage lang ein, mit letzter Einnahme 60 Minuten vor der Testung [5]. Dieses Verhältnis von Salidrosid zu Rosavin ist umgekehrt zu dem in vielen der übrigen hier zitierten Studien verwendeten, stärker rosavinbetonten Extraktverhältnis, ein direkter Vergleich der Wirkstärke zwischen den Zubereitungen ist deshalb nur eingeschränkt möglich. Gegenüber Placebo war bei der niedrigen Dosis das Volumen der dritten Trainingssatz-Wiederholungen bis zur muskulären Ausbelastung an der Beindrückmaschine höher (plus 151,8 kg, 95-Prozent-Konfidenzintervall 70,5 bis 233,1, p gleich 0,001), bei der hohen Dosis war der Unterschied zu Placebo bei der Spitzenleistung eines Leistungsmessgeräts abgesichert (plus 22,7 Watt, 95-Prozent-Konfidenzintervall 4,7 bis 40,8, p gleich 0,016) [5]. Auch das Ein-Wiederholungs-Maximum an der Beinpresse war unter beiden Dosen gegenüber Placebo höher, laut Text mit abgesichertem Gruppenunterschied, ohne dass die Studie dafür ein Konfidenzintervall nennt [5]. Die Placebogruppe selbst zeigte gegenüber der kapselfreien Kontrolle bereits eine Verbesserung bei mehreren Kraftausdauerwerten (etwa plus 832,6 kg Trainingsvolumen, 95-Prozent-Konfidenzintervall 245,9 bis 1419,3, p gleich 0,007), ein Erwartungseffekt, den die Autoren als Kontrollmessung ausdrücklich einplanten [5]. Bei einer 30-sekündigen anaeroben Fahrradbelastung (Wingate-Test) zeigte sich kein einheitlicher Effekt [5]. Beim Farbwort-Aufmerksamkeitstest (Stroop) blieb der Vorteil des Extrakts gegenüber Placebo nach Angabe der Autoren bestehen, auch wenn die Verbesserung gegenüber der kapselfreien Kontrolle zahlenmäßig größer war [5]. Die verwendeten Kapseln stammten von einem Nahrungsergänzungsmittel-Hersteller (BulkSupplements.com), eine unabhängige Wirkstoffanalyse der Kapseln selbst wurde nach eigener Angabe der Autoren nicht durchgeführt. Der Förderhinweis des Volltexts nennt keine externe Förderung, die Autoren erklären, keine Interessenkonflikte zu haben [5].
Quellen: 5
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07
Sprintleistung, Milchsäureabbau und Entscheidungsfindung unter Ermüdung bei Fußballspielern, gegenüber Placebo
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Bei 24 Fußballspielern verbesserten sich nach vier Wochen die Ausdauerleistung im Zwischensprint-Test und die Entscheidungsgenauigkeit unter Ermüdung gegenüber Placebo, der Blutlaktatwert nach Belastung war niedriger.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Studie nahmen 24 männliche Wettkampf-Fußballspieler 4 Wochen lang einen Rhodiola-rosea-Extrakt oder Placebo ein, die im Abstract verfügbare Angabe nennt keine genaue Dosis oder Standardisierung [6]. Die Leistung im Zwischensprint-Ausdauertest (Yo-Yo IR2) besserte sich in der Verumgruppe gegenüber dem eigenen Ausgangswert (p gleich 0,012) und war nach der Einnahme höher als in der Placebogruppe (p gleich 0,046) [6]. Bei wiederholten Sprints war die mittlere Sprintzeit in der Verumgruppe nach der Einnahme gegenüber dem eigenen Ausgangswert kürzer (p gleich 0,017), in der Placebogruppe nicht, und nach der Einnahme war die mittlere Sprintzeit in der Verumgruppe kürzer als in der Placebogruppe (p gleich 0,041), bei fehlendem Gruppenunterschied zu Beginn [6]. Die schnellste Einzelsprintzeit unterschied sich zwischen den Gruppen zu keinem Zeitpunkt (p gleich 0,723) [6]. Der Blutlaktatwert nach der Sprintbelastung war zu allen drei Messzeitpunkten (0, 3 und 5 Minuten nach Belastung) in der Verumgruppe niedriger als in der Placebogruppe (je p kleiner 0,05) [6]. Unter standardisierter Ermüdung war die Reaktionszeit bei einer videobasierten Entscheidungsaufgabe in der Verumgruppe kürzer (p gleich 0,042) und die Entscheidungsgenauigkeit höher als in der Placebogruppe (p gleich 0,049) [6]. Bei den technischen Fußballtests verbesserte sich in der Verumgruppe das Passverhalten und die Schusspräzision gegenüber dem eigenen Ausgangswert, ein Gruppenunterschied zu Placebo bestand dabei nur beim Kurzpass-Test, nicht beim Schusstest [6]. Über GPS erfasste Laufdistanzen im Spiel sowie Hämoglobin und Hämatokrit waren in der Verumgruppe höher [6]. Einzelne Studie mit 24 Teilnehmenden, finanziert über mehrere chinesische Forschungs- und Sportförderprogramme, die Autoren erklären, keine Interessenkonflikte zu haben. Angaben zu Extraktstandardisierung und genauer Dosis fehlen im verfügbaren Abstract.
Quellen: 6
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08
Stimmungswerte bei Erwachsenen mit andauernder, gedrückter Stimmung, ohne Unterschied zwischen Extrakt, einem verschreibungspflichtigen Antidepressivum und Placebo
Nicht bestätigtEinordnung und Einschränkungen
In einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Studie über 12 Wochen an 57 Erwachsenen mit andauernder, gedrückter Stimmung wurde die Wirkung auf zwei Stimmungsskalen geprüft und nicht gefunden, der Rückgang unterschied sich zwischen Extrakt, dem Vergleichsmedikament und Placebo nicht. Als Restvorbehalt bleibt, dass die Arbeit nach eigener Angabe der Autoren eine Pilotstudie zur Fallzahlbestimmung war und nicht auf diesen Vergleich statistisch angelegt.
Ausführlicher Nachweis
In einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Phase-II-Studie erhielten 57 Erwachsene mit einer nach standardisiertem klinischem Interview festgestellten, mindestens leichten bis mittelschweren Ausprägung auf einer strukturierten Stimmungsskala (Hamilton-Skala, Ausgangswert mindestens 10 Punkte) über 12 Wochen in aufsteigender Dosierung entweder einen standardisierten Rhodiola-rosea-Extrakt, das verschreibungspflichtige Antidepressivum Sertralin oder Placebo [7]. Über die Zeit unterschied sich der Rückgang der Hamilton-Stimmungsskala zwischen den drei Gruppen nicht statistisch abgesichert (p gleich 0,79), ebenso wenig bei einer zweiten, selbst ausgefüllten Stimmungsskala (Beck-Skala, p gleich 0,28) oder einer klinischen Gesamteinschätzung (p gleich 0,17) [7]. Der Rückgang der Hamilton-Skala über 12 Wochen betrug unter Sertralin minus 8,2 Punkte (95-Prozent-Konfidenzintervall minus 12,7 bis minus 3,6), unter dem Rhodiola-Extrakt minus 5,1 Punkte (95-Prozent-Konfidenzintervall minus 8,8 bis minus 1,3) und unter Placebo minus 4,6 Punkte (95-Prozent-Konfidenzintervall minus 8,6 bis minus 0,6), diese drei Angaben sind Vorher-Nachher-Werte innerhalb der jeweiligen Gruppe und kein ausgewiesener statistisch abgesicherter Gruppenunterschied [7]. Die Chance auf eine klinisch eingeschätzte Besserung gegenüber Placebo lag unter dem Rhodiola-Extrakt bei einer Odds Ratio von 1,39 (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,38 bis 5,04) und unter Sertralin bei 1,90 (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,44 bis 8,20), beide Intervalle sind weit und schließen sowohl einen deutlichen Nutzen als auch keinen Nutzen ein [7]. Unerwünschte Wirkungen wurden unter Sertralin bei 63,2 Prozent, unter dem Rhodiola-Extrakt bei 30,0 Prozent und unter Placebo bei 16,7 Prozent der Teilnehmenden berichtet, ein statistisch abgesicherter Unterschied zwischen den drei Gruppen (p gleich 0,012) [7]. Die Autoren bezeichnen die Arbeit selbst ausdrücklich als Pilotstudie zur Bestimmung der Fallzahl für eine künftige, ausreichend große Studie, nicht als für den Gruppenvergleich der Wirksamkeit statistisch ausreichend besetzt [7]. Finanziert wurde die Studie durch ein Zentrum der US-amerikanischen National Institutes of Health für Komplementärmedizin sowie einen universitären Forschungsfonds, ein Bezug zu einem Hersteller von Rhodiola-Präparaten ist in der Förderangabe nicht genannt [7].
Quellen: 7
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09
Stabilität der Naheinstellung des Auges (Akkommodation) und Augenermüdungsbeschwerden nach anspruchsvollen Bildschirmaufgaben, gegenüber Placebo
HinweiseEinordnung und Einschränkungen
Bei 18 jungen Erwachsenen war nach einer 30-minütigen Bildschirmaufgabe die Schwankung der Naheinstellung des Auges unter dem Extrakt geringer als unter Placebo, ebenso eine von zehn erfassten Augenermüdungsbeschwerden. Die übrigen neun Beschwerden veränderten sich nicht.
Ausführlicher Nachweis
In einer plazebokontrollierten, dreifachblinden Cross-over-Studie nahmen 18 junge Erwachsene 4 Tage lang täglich 1200 mg eines Rhodiola-rosea-Extrakts oder Placebo ein, mit letzter Einnahme vor einer 30-minütigen visuellen Aufgabe unterschiedlicher kognitiver Anforderung [8]. Die per Autorefraktometer gemessene Schwankungsbreite der Naheinstellung des Auges nach der Aufgabe war unter dem Extrakt geringer als unter Placebo (p gleich 0,007), gemessen bei 40 und 20 Zentimeter Sehabstand (p kleiner 0,001 beziehungsweise p gleich 0,04), nicht dagegen bei 500 Zentimeter Abstand (p gleich 0,40) [8]. Die grundsätzliche Verzögerung der Naheinstellung selbst veränderte sich nicht (p gleich 0,15) [8]. Von zehn per Fragebogen erfassten Augenermüdungsbeschwerden unterschied sich unter dem Extrakt gegenüber Placebo nur eine einzelne, das Verschwommensehen in die Ferne am Ende der Nahaufgabe (p gleich 0,009), die übrigen neun Beschwerden veränderten sich nicht (je p größer 0,05) [8]. Effektmaße mit Konfidenzintervall für die einzelnen Vergleiche nennt der Volltext nicht, nur die p-Werte. Kleine Studie mit 18 Teilnehmenden, akute Einnahme über 4 Tage, ein neuartiger, bislang nicht unabhängig wiederholter Endpunkt. Eine gesonderte Förderangabe war im frei zugänglichen Text nicht auffindbar, die Interessenerklärung nennt keine Interessenkonflikte [8].
Quellen: 8
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10
Gedächtnisleistung im Rattenmodell nach medikamentös ausgelöster Gedächtnisstörung, unter dem isolierten Einzelstoff Rosiridin
Nur Labor und TierEinordnung und Einschränkungen
In einer Rattenstudie besserte der isolierte Einzelstoff Rosiridin eine durch ein Medikament ausgelöste Gedächtnisstörung. Ausschließlich an Ratten und mit einem Einzelstoff untersucht, nicht dem ganzen Wurzelextrakt und nicht am Menschen.
Ausführlicher Nachweis
An Ratten, bei denen das Medikament Scopolamin eine vorübergehende Gedächtnisstörung auslöste, besserte eine 14-tägige Gabe von Rosiridin, einem auch in Rhodiola rosea vorkommenden Einzelstoff, in einer Dosis von 10 mg pro Kilogramm Körpergewicht mehrere Verhaltensmaße für Gedächtnis- und Bewegungsfähigkeit gegenüber unbehandelten Tieren mit derselben Gedächtnisstörung [9]. Begleitend fanden sich im Hirngewebe der behandelten Tiere niedrigere Werte oxidativer und nitrosativer Stressmarker sowie eine geringere Aktivität zweier am Zelltod beteiligter Enzyme (Caspase-3 und Caspase-9) und eines Entzündungsbotenstoffs (TNF-alpha) [9]. Die Studie fand ausschließlich an Ratten statt, mit dem isolierten Einzelstoff Rosiridin und nicht dem ganzen Wurzelextrakt, eine Übertragbarkeit auf den Menschen unter Einnahme des Extrakts ist damit nicht gezeigt. Die Autoren erklären, keine Interessenkonflikte zu haben.
Quellen: 9
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11
Immunfunktion bei gesunden Erwachsenen als eigenständiger, primärer Endpunkt
Keine Studien gefundenEinordnung und Einschränkungen
Wir haben gezielt nach einer Humanstudie zu Rhodiola rosea mit Immunfunktion als eigenem Endpunkt gesucht und keine gefunden.
Ausführlicher Nachweis
Gesucht mit den PubMed-Suchbegriffen "rhodiola rosea" "immune function", alle Publikationstypen (0 Treffer). Zu einer gezielt geprüften Wirkung von Rhodiola rosea auf die Immunfunktion beim Menschen liegt uns keine Studie vor. Die vorliegenden Humanstudien betreffen ausschließlich Erschöpfung, Stimmung, Aufmerksamkeit, körperliche Leistungsfähigkeit und Augenermüdung, siehe die anderen Zeilen.
Studien im Detail
Stressbedingte Erschöpfung, Stimmung und Konzentrationsfähigkeit
Die am häufigsten zitierte Einzelstudie zu Rhodiola rosea und stressbedingter Erschöpfung ist eine 2009 veröffentlichte, randomisierte, plazebokontrollierte Studie an 60 Erwachsenen [1], ausgewählt nach den diagnostischen Kriterien einer schwedischen Gesundheitsbehörde für andauernde Ermüdung. Nach 28 Tagen mit täglich 576 mg des standardisierten Extrakts SHR-5 besserten sich eine Erschöpfungsskala und mehrere Kennwerte eines Aufmerksamkeitstests gegenüber Placebo, während sich eine allgemeine Stimmungsskala und die psychische Lebensqualität in beiden Gruppen gleichermaßen besserten, ein Vorher-Nachher-Effekt ohne eigenständige Aussagekraft. Zusätzlich unterschied sich die Veränderung des morgendlichen Speichel-Cortisol-Anstiegs zwischen den Gruppen.
Eine zweite, 2015 veröffentlichte Studie [2] prüfte den Extrakt Vitano (Markenname WS 1375) an 80 Erwachsenen mit leicht erhöhter, selbst berichteter Anspannung, allerdings ohne Placebogruppe, nur im Vergleich zu unbehandelten Teilnehmenden. Nach 14 Tagen besserten sich mehrere Selbstberichtwerte zu Anspannung, Sorge, Ärger, gedrückter Stimmung und Verwirrtheit gegenüber der unbehandelten Gruppe, die geprüften kognitiven Tests veränderten sich nicht. Die Autoren benennen das Fehlen einer Placebogruppe selbst als Einschränkung.
Einordnung: Beide Studien prüfen unterschiedliche Markenextrakte, an unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen (klinisch diagnostizierte Erschöpfung gegenüber selbst berichteter, leichter Anspannung), mit unterschiedlichem Studiendesign. Nur die erste Studie hatte eine echte, verblindete Placebogruppe. Eine dritte, kleine Studie an 57 Erwachsenen mit andauernder, gedrückter Stimmung [7] verglich einen Rhodiola-Extrakt zusätzlich mit dem verschreibungspflichtigen Antidepressivum Sertralin und mit Placebo. Über 12 Wochen unterschied sich der Rückgang zweier Stimmungsskalen zwischen allen drei Gruppen nicht statistisch abgesichert, bei allerdings deutlich weniger berichteten Nebenwirkungen unter dem Extrakt als unter Sertralin. Die Autoren bezeichnen diese Arbeit selbst ausdrücklich als Pilotstudie zur Bestimmung der Fallzahl für eine künftige, größere Studie, nicht als für den eigentlichen Wirksamkeitsvergleich ausreichend besetzt.
Körperliche Leistungsfähigkeit
Mehrere kleine Studien prüften Rhodiola rosea im Sport- und Trainingskontext, mit unterschiedlichen Zubereitungen, Dosen und Testverfahren. Bei 11 körperlich aktiven Frauen erhöhte eine kurzfristige Einnahme eines unter dem Namen Golden Root Extract vertriebenen Extrakts über drei Tage plus eine Aufsättigungsdosis die Leistung bei drei aufeinanderfolgenden kurzen Sprintbelastungen auf dem Fahrradergometer gegenüber Placebo, die Ermüdung innerhalb der Belastung selbst veränderte sich nicht [4]. Bei 24 Fußballspielern verbesserten sich nach vier Wochen Einnahme die Ausdauerleistung im Zwischensprint-Test, die Sprintzeit bei wiederholten Sprints, der Blutlaktatabbau sowie die Entscheidungsgenauigkeit unter Ermüdung gegenüber Placebo [6].
Eine differenziertere neuere Studie an 27 krafttrainierten Erwachsenen prüfte zwei Dosen (200 und 1500 mg täglich) desselben Extrakttyps über je 7 Tage im Cross-over-Design mit echter Placebogruppe und einer zusätzlichen kapselfreien Kontrolle [5]. Gegenüber Placebo waren einzelne Kraft- und Kraftausdauerwerte an Beinpresse und Bankdrücken sowie ein Aufmerksamkeits-Farbwort-Test höher, eine kurze anaerobe Fahrradbelastung (Wingate-Test) veränderte sich dagegen nicht einheitlich. Bemerkenswert an dieser Studie ist, dass bereits die Placebogruppe gegenüber der kapselfreien Kontrolle deutliche Verbesserungen zeigte, ein Erwartungseffekt, den die Autoren bewusst als Kontrollmessung mitgeführt haben. Der hier geprüfte Extrakt war zudem auf ein Verhältnis von 3 Prozent Salidrosid zu 1 Prozent Rosavin eingestellt, umgekehrt zu dem stärker rosavinbetonten Verhältnis vieler anderer zitierter Zubereitungen.
Einordnung: Alle vier Studien zur körperlichen Leistungsfähigkeit sind einzelne, kleine Arbeiten mit unterschiedlichen Testverfahren, Dosen und teils unterschiedlicher Extraktstandardisierung. Sie widersprechen sich nicht offen, beantworten aber jeweils eine eng umgrenzte Frage und lassen sich nicht ohne Weiteres zu einer einheitlichen Aussage über die körperliche Leistungsfähigkeit zusammenfassen.
Der isolierte Einzelstoff Salidrosid
Eine neuere Studie prüfte nicht den ganzen Wurzelextrakt, sondern ausschließlich den isolierten Einzelstoff Salidrosid, eine der beiden Hauptinhaltsstoffgruppen von Rhodiola rosea, bei 50 aktiven jungen Erwachsenen über 16 Tage [3]. Die relative Sauerstoffaufnahme unter hochintensiver Intervallbelastung war unter Salidrosid höher als unter Placebo. Ein Muskelschädigungsmarker (Myoglobin) stieg nur in der Placebogruppe nach einer Belastungsaufgabe an, ein direkter statistischer Vergleich zwischen beiden Gruppen für diesen Marker selbst wird im Text nicht berichtet, sodass sich daraus keine gesicherte schützende Wirkung ableiten lässt. Bei einer Stimmungsskala bestand eine statistisch abgesicherte Wechselwirkung zwischen Gruppe und Zeit für den Kennwert Erschöpfung-Trägheit, mit einem Anstieg allein in der Placebogruppe.
Einordnung: Salidrosid ist ein Einzelstoff aus der Pflanze, kein vollständiger Wurzelextrakt, und die Ergebnisse dieser Studie lassen sich nicht ohne Weiteres auf einen ganzen, auf Rosavine und Salidrosid gemeinsam standardisierten Extrakt übertragen. Zwei Koautoren dieser Studie sind bei einem Hersteller von Salidrosid angestellt, weitere bei einem beteiligten Biotechnologie-Unternehmen, siehe Quellenverzeichnis.
Augenermüdung bei Bildschirmarbeit
Eine kleine, 2025 veröffentlichte Studie prüfte eine neuartige Fragestellung, den Einfluss von Rhodiola rosea auf die Augenermüdung bei anspruchsvoller Bildschirmarbeit, an 18 jungen Erwachsenen über vier Tage [8]. Nach einer 30-minütigen visuellen Aufgabe war die Schwankungsbreite der Naheinstellung des Auges unter dem Extrakt geringer als unter Placebo, ebenso eine von zehn erfassten Augenermüdungsbeschwerden, das Verschwommensehen in die Ferne am Ende der Aufgabe. Die übrigen neun Beschwerden sowie die grundsätzliche Verzögerung der Naheinstellung veränderten sich nicht. Eine einzelne, kleine, bislang nicht unabhängig wiederholte Studie zu einem neuartigen Endpunkt.
Tierstudien
An Ratten mit einer durch das Medikament Scopolamin ausgelösten, vorübergehenden Gedächtnisstörung besserte eine 14-tägige Gabe des isolierten Einzelstoffs Rosiridin, ebenfalls ein Bestandteil von Rhodiola rosea, mehrere Verhaltensmaße für Gedächtnis- und Bewegungsfähigkeit gegenüber unbehandelten Tieren mit derselben Störung, begleitet von niedrigeren oxidativen Stressmarkern im Hirngewebe [9]. Die Studie fand ausschließlich an Ratten und mit einem isolierten Einzelstoff statt, nicht mit dem ganzen Wurzelextrakt und nicht am Menschen, eine Übertragbarkeit ist damit nicht gezeigt.
Abgrenzung, unterschiedliche Zubereitungen unter demselben Pflanzennamen
Die unter dem Namen Rhodiola rosea gehandelten und geprüften Zubereitungen sind chemisch nicht einheitlich. Die klassischen klinisch geprüften Markenextrakte SHR-5 und Vitano (WS 1375) sind auf ein Verhältnis von etwa 3 Prozent Rosavinen zu rund 1 Prozent Salidrosid eingestellt, ein umgekehrtes, salidrosidbetontes Verhältnis (3 Prozent Salidrosid zu 1 Prozent Rosavin) findet sich dagegen in mindestens einer hier zitierten neueren Studie zur körperlichen Leistungsfähigkeit. Andere Studien verwenden einen unter dem Namen Golden Root Extract vertriebenen Extrakt ohne im Abstract genannte Standardisierung. Wieder andere Arbeiten prüfen nicht den ganzen Wurzelextrakt, sondern ausschließlich den isolierten Einzelstoff Salidrosid oder den isolierten Einzelstoff Rosiridin. Ein direkter Vergleich der Wirkstärke zwischen all diesen Zubereitungen ist auf Grundlage der hier zitierten Studien nicht möglich, und die Übertragbarkeit eines Befunds von einer Zubereitung auf eine andere ist nicht automatisch gegeben.
Sicherheit und Wechselwirkungen
In den vorliegenden Studien war die kurzfristige Einnahme von Rhodiola-rosea-Extrakten überwiegend gut verträglich, in der Vergleichsstudie zu einem Antidepressivum wurden unter dem Rhodiola-Extrakt deutlich weniger Nebenwirkungen berichtet als unter dem Vergleichsmedikament, aber mehr als unter Placebo.
Die einzige der zitierten Studien, die Blutdruck und Herzfrequenz in Ruhe und nach Belastung eigens gemessen hat, fand dabei keinen Unterschied zwischen Extrakt und Placebo [5]. Messbar verändert hat sich in den vorliegenden Studien die Stresshormonachse, also der morgendliche Speichel-Cortisol-Anstieg [1]. Bei einer bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankung, bei der Einnahme blutdrucksenkender Medikamente oder bei einer laufenden psychiatrischen Therapie, etwa mit einem Antidepressivum, ist eine ärztliche Rücksprache vor der Einnahme dennoch sinnvoll.
Zu einer länger als einige Wochen andauernden täglichen Einnahme liegt uns aus den vorliegenden Studien keine eigene geprüfte Quelle vor. Zu Schwangerschaft und Stillzeit liegt uns ebenfalls keine eigene geprüfte Quelle vor, eine ärztliche Rücksprache vor der Einnahme ist in diesem Fall grundsätzlich sinnvoll.
Quellen zum Nachlesen
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01
RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, Parallelgruppen, n gleich 60 (30 vs 30), 28 Tage · 2009
A randomised, double-blind, placebo-controlled, parallel-group study of the standardised extract shr-5 of the roots of Rhodiola rosea in the treatment of subjects with stress-related fatigue.
Olsson EM, von Schéele B, Panossian AG. Planta Med
- 02
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03
RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, explorativ, n gleich 50 (30 Männer, 20 Frauen), 16 Tage, isolierter Einzelstoff Salidrosid · 2024
Salidroside and exercise performance in healthy active young adults, an exploratory, randomized, double-blind, placebo-controlled study.
Schwarz NA, Stratton MT, Colquhoun RJ, Manganti AM, Sherbourne M, Mourey F, White CC, Day H, Dusseault MC, Hudson GM, Vickery CR, Schachner HC, Kasprzyk PG, Weng JK. J Int Soc Sports Nutr
Zur Zuschreibung: 04
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05
RCT, doppelblind, Cross-over, vier Bedingungen, n gleich 27, 7 Tage je Bedingung · 2025
Dose-Response Effects of Short-Term Rhodiola rosea (Golden Root Extract) Supplementation on Anaerobic Exercise Performance and Cognitive Function in Resistance-Trained Athletes, A Randomized, Crossover, Double-Blind, and Placebo-Controlled Study.
Koozehchian MS, Newton AT, Mabrey G, Bonness FM, Rafajlovska R, Naderi A. Nutrients
Zur Zuschreibung: 06
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06
RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, n gleich 24 (Männer), 4 Wochen · 2026
Effects of Rhodiola rosea on Physical and Decision-Making Performance in Football Players, A Randomised Controlled Trial.
Dou Y, Wang Y, Zhang W, Jiang Y, Zhang J, Yang T, Han Z, Li Y, Liu C, Ren D. Nutrients
Zur Zuschreibung: 07
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07
RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, Phase-II-Pilotstudie, n gleich 57 (3 Arme), 12 Wochen · 2015
Rhodiola rosea versus sertraline for major depressive disorder, A randomized placebo-controlled trial.
Mao JJ, Xie SX, Zee J, Soeller I, Li QS, Rockwell K, Amsterdam JD. Phytomedicine
Zur Zuschreibung: 08
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08
RCT, dreifachblind, plazebokontrolliert, Cross-over, n gleich 18, 4 Tage je Bedingung · 2025
Can Rhodiola rosea supplementation mitigate digital eye strain? A triple-blinded placebo-controlled study.
Lara PM, Vera J, Marcos-Frutos D, Alix-Fages C, Jiménez-Martínez P, García-Ramos A, Redondo B. Ophthalmic Physiol Opt
Zur Zuschreibung: 09
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09
Tierstudie, Ratten, isolierter Einzelstoff Rosiridin, 14 Tage · 2022
Rosiridin Attenuates Scopolamine-Induced Cognitive Impairments in Rats via Inhibition of Oxidative and Nitrative Stress Leaded Caspase-3/9 and TNF-alpha Signaling Pathways.
Afzal M, Alzarea SI, Alharbi KS, Alzarea AI, Alenezi SK, Alshammari MS, Alquraini AH, Kazmi I. Molecules
Zur Zuschreibung: 10
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