Du hast nur ein Leben, lebe es so, wie Du es möchtest. Such Dir Dinge, die Dich erfüllen. Ob Familie, Job, Hobby, Umfeld, egal was es ist, Du benötigst eine „Lebensaufgabe“, die Dich motiviert, belebt und die Dich bewegt.
Wer sich beim Einschlafen auf den nächsten Tag freut, lebt das bestmögliche Leben.
Das sollte und darf man nicht vergessen!
Wir wollen ein GUTES Leben und DAZU ein langes Leben. Nicht ein LANGES Leben OHNE hohe Lebensqualität!
Für Alkohol ist die Grenze beziffert, ab der das Sterberisiko messbar steigt: mehr als zwei Getränke am Tag bei Frauen, mehr als drei bei Männern.
Das ist ein Preis und kein Verbot. Er steht hier, damit Du ihn kennst, bevor Du entscheidest.
Was macht DICH glücklich?
Die Frage der Fragen: Wie habe ich ein glückliches und erfülltes Leben?
Die Antwort: Das kann ich Dir leider nicht sagen. Jeder Mensch definiert Glück, Zufriedenheit und „ein gutes Leben“ für sich selbst. Ich kann hierbei nur unterstützen und vielleicht etwas motivieren. Jeder Mensch kann sich selbst verwirklichen, egal wie, egal wo und egal wann. Wir lassen uns viel zu oft von uns selbst (oder Anderen) bremsen und versuchen es oft gar nicht erst.
Das Leben ist eine Spielwiese und kann bzw sollte auch so betrachtet werden. Wir entscheiden täglich was wir mit unserem Leben machen und wie wir es gestalten, oft aber eben unbewusst. So wie die Ernährung bewusst gewählt werden sollte, sollte auch die Lebensgestaltung bewusst umgesetzt werden.
Somit glaub an Dich, traue Dich, sei mutig und finde den Weg zu Deinem Glück (das könnte auch ein Kalenderspruch sein).
Lebensqualität steht über einem langen Leben
All die Punkte vor diesem sind wertlos, wenn Du Dich unwohl fühlst. Es besteht eine eindeutige Korrelation zwischen einem erfüllten und glücklichen Leben und einem längeren Leben, als auch zwischen einem isolierten, einsamen Leben und einer verringerten Lebenszeit.
Longevity ist der Großteil Deiner Zeit, nicht Deine ganze Zeit
Longevity bedeutet nicht, dass Du nie ein Bierchen trinken, keine Tacos essen und an einem Tag nicht einmal richtig viel essen darfst. Es bedeutet, bewusst zu konsumieren. Wir machen das genauso. Wir setzen uns hin, essen etwas Geiles, trinken ein Bier dazu und wissen dabei ganz genau, was wir tun.
Der Unterschied steckt in dem einen Wort. Bewusst heißt, Du hast Dich entschieden. Nicht, der Abend ist so gelaufen. Du musst Dinge im Leben genießen, und Du sollst es bewusst tun.
Bei der Ernährung ist es dasselbe. Ist Deine Diätform sehr extrem, wird Deine Lebensqualität extrem leiden. Von allem ein bisschen, und das gut, ist in der Balance zwischen Lebensqualität und Gesundheit ziemlich ideal. Was Du finden musst, ist der Mittelweg, der für Dich passt, und sonst nichts.
Du brauchst eine Aufgabe, für die Du Dich hinsetzt
Wir streben alle danach, glücklich zu sein. Wir wollen etwas tun, was uns erfüllt, und das sollten wir mit Hingabe tun. Dann wird das Ergebnis auch besser. Wer seine Arbeit nebenbei macht, liefert vielleicht ein gutes Ergebnis ab, aber es wird nicht exzellent.
Dafür brauchst Du kein Coaching, kein Mentoring, kein Eisbad und keine Morgenroutine um vier Uhr. Du brauchst keinen, der Dir gegen Geld erzählt, dass Du an Dich glauben sollst. Du brauchst die Realisation, dass Du alles in Deinem Leben verändern kannst, wann Du es möchtest. Und zwar nicht morgen, sondern jetzt.
In welchem Feld das passiert, ist vollkommen gleich. Die Pflegekraft in der Nachtschicht, der Kollege, der nachts Deinen Asphalt legt, der Architekt, der Experte für altdeutsche Literatur. Jeder kann in seinem Feld gut werden, und es ist nie verschwendete Zeit und nie verschwendete Energie, in etwas sehr gut zu werden. Nicht jeder möchte dabei das Gleiche, so wie nicht jeder den gleichen Geschmack hat. Das ist vollkommen in Ordnung.
Die Datenlage dahinter
In der ganzen Longevity-Debatte stellt fast keiner die eine Frage: wofür eigentlich. Alles, was Dir dort verkauft wird, rechnet in Jahren. Mehr davon, später, länger. Jahre lassen sich zählen. Der Rest lässt sich schlechter verkaufen. Nur ist die Zahl am Ende Deines Lebens nicht die Zahl, die Dein Leben ausmacht.
Der Satz vom Einschlafen oben ist kein Wohlfühlsatz, er ist die Rangfolge. Jede Maßnahme auf der Prioritätenliste muss sich daran messen lassen. Eine Maßnahme, die Dir zehn Jahre verspricht und den Abend vorher nimmt, ist ein schlechtes Geschäft.
Verbieten ist einfach. Entscheiden ist die Arbeit.
Die bequemste Form von Gesundheitsberatung ist die Verbotsliste. Sie ist schnell geschrieben, sie klingt streng, und sie hält bei den meisten Menschen etwa drei Wochen.
Ich verbiete Dir nichts. Ich nenne Dir den Preis und überlasse Dir die Rechnung. Wenn Du Dich bewusst für die Flasche Rotwein entscheidest, ist das in Ordnung, mit dem Preisschild vor Augen. Danach federst Du ab.
Genuss wird hier nicht verurteilt. Er wird nur nicht in Gesundheit umbenannt.
Der Vorteil des einen Glases saß in der Vergleichsgruppe
Über Jahrzehnte galt: Ein Glas am Tag ist besser als keins. Diese Kurve ist inzwischen sehr genau untersucht worden. In der Auswertung von 107 Kohortenstudien mit rund 4,8 Millionen Menschen blieb, nachdem man für die verzerrenden Studienmerkmale korrigiert hatte, kein Überlebensvorteil für kleine Mengen übrig.
Der Grund für die alte Kurve ist banal und ärgerlich: In der Gruppe der Abstinenten stecken auch die, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr trinken. Die Nichttrinker sahen schlechter aus, weil ein Teil von ihnen schon krank war. Verglichen wurde also nicht Wein gegen keinen Wein, sondern Wein gegen eine Gruppe, in der ein Teil bereits eine Diagnose hatte.
Daraus folgt trotzdem keine Verbotsliste. Es folgt daraus: Die Entscheidung bleibt Deine, aber Du triffst sie ohne die Ausrede, dass es Dir guttut. Das ist der ganze Unterschied.
Beim Kaffee liegt das Bauchgefühl daneben
Und weil ich gerade beim Aufräumen bin, räume ich in beide Richtungen. Kaffee gilt in Deutschland traditionell als etwas, das man sich abgewöhnen sollte. Die Datenlage sagt das Gegenteil. In der Zusammenfassung von 201 Meta-Analysen zu Kaffee und Gesundheit lag die Gesamtsterblichkeit bei Kaffeetrinkern um 17 Prozent niedriger als bei Nichttrinkern, mit dem stärksten Effekt bei etwa drei Tassen am Tag.
Das sind Beobachtungsdaten, kein Beweis für Ursache und Wirkung. Und Kaffee heißt hier Kaffee. Das Getränk mit Sirup, Sahne und 400 Kilokalorien ist eine Mahlzeit und gehört in den Beitrag Ernährung optimieren, nicht hierher. Wann der Kaffee anfängt, Dir zu schaden, ist keine Mengenfrage, sondern eine Uhrzeitfrage, und die steht auf der Seite zu Schlaf.
Autophagie ist Biologie. Fasten ist eine Methode.
Der Zellreinigungs-Mechanismus, der überall als Grund fürs Fasten verkauft wird, existiert. Er ist ordentlich beschrieben. Nur ist „der Mechanismus existiert“ nicht dasselbe wie „das Ergebnis ist besser“.
In der Zusammenfassung randomisierter Studien schneidet Intervallfasten beim Gewichtsverlust und bei den Stoffwechsel-Markern etwa so ab wie eine gleichmäßige Kalorienreduktion. Also genauso gut. Das ist eine gute Nachricht, nur eine andere als die verkaufte: Fasten funktioniert für viele Menschen, weil ein Zeitfenster leichter einzuhalten ist als eine Zahl, nicht weil im Körper ein Ritual abläuft, für das jemand Geld verlangen dürfte.
Wenn Du mit 16 zu 8 besser durch den Tag kommst, mach es. Wenn Dich das Fenster abends in den Kühlschrank treibt, lass es. Beides ist dieselbe Bilanz.
In zwanzig Jahren zählt, ob Du zusagen kannst
Ein Freitagabend, irgendwann weit vorne. Jemand fragt, ob Du morgen mitkommst, und es ist etwas dabei, das Kraft kostet: ein Umzug, ein langer Weg, ein Tag auf den Beinen. Was in diesem Moment zählt, ist nicht die Liste, die Du zwanzig Jahre lang eingehalten oder gebrochen hast. Es zählt, ob Du zusagst, ohne vorher zu überschlagen, was Dich der Sonntag danach kostet.
Diese Reserve legst Du zwanzig Jahre vorher an, und sie entsteht unspektakulär. Du entscheidest bewusst, Du kennst den Preis, Du federst danach ab. Das ist anstrengender als jede Regel, weil es jedes Mal eine Entscheidung verlangt. Eine Regel hält drei Wochen. Eine Entscheidung hält, solange Du sie triffst.
Fast die Hälfte der Demenzfälle steht schon auf Deiner Prioritätenliste
Der Punkt, an dem gutes Leben und langes Leben sich treffen, ist der Kopf. Lebensjahre helfen Dir wenig, wenn Du sie nicht mehr mitbekommst.
Eine internationale Fachkommission hat 2024 vierzehn beeinflussbare Risikofaktoren zusammengestellt, hinter denen rechnerisch rund 45 Prozent der Demenzfälle stehen. Nichts davon ist neu, und nichts davon kostet 500 Euro im Monat. Die Liste ist ernüchternd unspektakulär: Blutdruck, Cholesterin, Hören, Bewegung, Zucker, Rauchen, Gewicht, Alkohol, Kontakt zu Menschen. Es ist im Wesentlichen dieselbe Liste, die auf der Prioritätenliste ohnehin steht.
Und die Einschränkung, die dazugehört, sonst wird die Zahl unehrlich: 45 Prozent ist eine Rechnung über eine ganze Bevölkerung, keine Versicherung für Dich. Wer alles richtig macht, kann trotzdem betroffen sein. Das Risiko deutlich senken ist alles, was zu haben ist, und es ist eine Menge.
Die Grundversorgung ist hier der kleinste Posten
An diesem Punkt kann ein Präparat am wenigsten, weil es hier nicht um Versorgung geht, sondern um Entscheidungen. Es gibt keine Kapsel, die Dir Freude am nächsten Tag macht, und keine, die eine Woche ohne Menschen ausgleicht.
Was ein Präparat kann, ist die Grundversorgung absichern, damit das Fundament trägt, das Du selbst baust.
Fang bei der Entscheidung an. Nimm die eine Sache, die Du diese Woche bewusst tust statt nebenbei, und leg vorher fest, wie Du danach abfederst. Steht von den sieben Grundlagen noch etwas offen, gehört Deine Woche dorthin. Erst der Bierdeckel, dann der Rest.
Mini-FAQ
Ein Glas Wein am Abend, ist das noch okay?
Wenn Du es bewusst willst, ja. Was nicht mehr geht, ist die Begründung, dass es gesund sei. Die aktuellste Auswertung findet für kleine Mengen keinen Überlebensvorteil, und die alte Kurve war ein Studieneffekt. Entscheide Dich, genieße es, federe danach ab. Wenn Du das Glas brauchst, um abends runterzukommen, ist das kein Wein-Thema, sondern eines von der Stress-Seite.
Muss ich auf Kaffee verzichten?
Nein, die Datenlage spricht sogar dafür. Über 201 Meta-Analysen zusammengefasst gingen etwa drei Tassen am Tag mit einer um 17 Prozent niedrigeren Gesamtsterblichkeit einher. Das sind Beobachtungsdaten, aber sie zeigen alle in dieselbe Richtung. Zwei Dinge bleiben: Der Kaffee mit Sirup und Sahne ist eine Mahlzeit. Und ab dem Nachmittag ist Koffein ein Schlaf-Thema.
Ich merke nichts. Woran soll ich sehen, dass es wirkt?
Bei fast allem auf dieser Seite gibt es keinen Effekt, den Du am selben Tag spürst. Das ist unbefriedigend und ehrlich. Ablesen kannst Du es an Deinem Schlaf über vier Wochen, an Deiner Kraft im Training, an zwei Blutwerten im Abstand von sechs Monaten. Wer Dir eine spürbare Wirkung ab Tag drei verspricht, verkauft Dir ein Gefühl und keine Prävention.
Schritt 7 von 7 Blutwerte, Diagnostik & Vorsorge Weiter mit Blutwerten, Diagnostik und Vorsorge.
Quellen und Studien, 4
- Kein Überlebensvorteil für geringen Alkoholkonsum nach Korrektur für verzerrende Studienmerkmale, 107 Kohortenstudien, rund 4,8 Millionen Teilnehmende, erhöhtes Risiko ab etwa mehr als 2 Getränken täglich bei Frauen und mehr als 3 bei Männern: Zhao J, Stockwell T, Naimi T, Churchill S, Clay J, Sherk A. Association Between Daily Alcohol Intake and Risk of All-Cause Mortality: A Systematic Review and Meta-analyses. JAMA Netw Open 2023;6(3):e236185. PMID 37000449. DOI 10.1001/jamanetworkopen.2023.6185. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37000449/
- Kaffee, Gesamtsterblichkeit relatives Risiko 0,83 (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,79 bis 0,88), größter Effekt bei etwa drei Tassen am Tag, Dachübersicht über 201 Meta-Analysen von Beobachtungsstudien und 17 Meta-Analysen randomisierter Studien: Poole R, Kennedy OJ, Roderick P, Fallowfield JA, Hayes PC, Parkes J. Coffee consumption and health: umbrella review of meta-analyses of multiple health outcomes. BMJ 2017;359:j5024. DOI 10.1136/bmj.j5024. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5765813/
- Intervallfasten gegenüber gleichmäßiger Kalorienreduktion ohne Überlegenheit bei Gewichtsverlust und kardiometabolischen Markern, Meta-Analyse randomisierter kontrollierter Studien: Cioffi I, Evangelista A, Ponzo V, et al. Intermittent versus continuous energy restriction on weight loss and cardiometabolic outcomes: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. J Transl Med 2018;16(1):371. PMID 30583725. DOI 10.1186/s12967-018-1748-4. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30583725/
- 14 beeinflussbare Risikofaktoren, rund 45 Prozent der Demenzfälle rechnerisch vermeidbar oder verzögerbar, neu aufgenommen 2024: unbehandelter Sehverlust und hohes LDL-Cholesterin: Livingston G, Huntley J, Liu KY, et al. Dementia prevention, intervention, and care: 2024 report of the Lancet standing Commission. Lancet 2024;404(10452):572-628. DOI 10.1016/S0140-6736(24)01296-0. https://www.thelancet.com/commissions-do/dementia-prevention-intervention-and-care
