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Gesunde Lebensmittel machen dich dick
Alexander Friedrich
·27 Min
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Transkript Wort für Wort, zum Aufklappen.
Olivenöl macht dich fett. Das war ein reißerischer Hook, mal gucken, ob er funktioniert. Denn wir haben tatsächlich ein Problem: Gesunde Lebensmittel machen dich dick. Ungesunde auch. Schwierig.
Wieso ist das so? Relativ logisch. Es gibt eigentlich keine per se gesunden und keine per se ungesunden Lebensmittel. Alle Lebensmittel haben Kalorien, und am Ende des Tages geht es um diese Kalorien.
Auch dein geliebtes Olivenöl kann dich, das muss ich so drastisch sagen, fett machen. Auch die Butter, genau das Gleiche. Auch die Avocado, die immer als magisches Gut angesehen wird, ist nicht so prickelnd. Damit kannst du deinen Kalorienrahmen relativ schnell sprengen. Du kannst ihn natürlich auch mit Pizza und Eiscreme sprengen. Aber die Avocado klassifizieren wir als gesund und die Pizza und die Eiscreme als ungesund.
Das Problem ist, dass es eigentlich gar nicht darum geht, was ungesund und was gesund ist, sondern explizit um die Kalorien. Und diese Debatte führen wir meiner Meinung nach zu wenig. Wir denken viel zu viel in Schubladen, nämlich, das ist gesund und das ist ungesund. Dabei verlieren wir die Menschen, die sich mit der Thematik nicht wirklich auseinandersetzen.
Im Optimalfall würde jeder da draußen verstehen, was Makronährstoffe sind, wie sie sich zusammensetzen, wie Kalorien funktionieren. Aber dem ist leider nicht so. Es ist eine Wunschvorstellung zu glauben, dass wir alle Menschen in Deutschland so weit belehren können, dass sie sich in kurzer Zeit ein umfangreiches Ernährungswissen aneignen.
Das heißt, wir müssen Dinge nutzen, auch in der Kommunikation, die auch ohne umfangreiches Wissen dazu führen, dass man vorwärtskommt. Daher kommt ursprünglich der Gedanke, es gebe gesunde und ungesunde Lebensmittel. Denn wenn wir mit gesunden Lebensmitteln etwas assoziieren, dann meist Gemüse, die Avocado, Monoprodukte. Und das ist eigentlich etwas sehr Gutes.
Das Problem ist, dass wir mittlerweile in verrückte Dinge hineinrennen, dass selbst die DGE sagt, Proteinshakes eignen sich nicht zum Abnehmen. Jetzt fragt sich jeder, das macht doch keinen Sinn. Normalerweise macht es keinen Sinn, aber unter dem Blickwinkel der DGE schon: Leute konsumieren Proteinshakes, weil sie denken, dass sie dadurch abnehmen.
Man nimmt mit Proteinshakes ab, weil man andere Lebensmittel durch sie ersetzt. Wenn du Proteinshakes zu deiner Chipspackung und deiner Tiefkühlpizza dazu nimmst, dann helfen sie nicht beim Abnehmen. Dann wirst du wegen des Proteinshakes sogar noch fetter. Das Problem ist, dass der Endkunde es tatsächlich so versteht: Ich muss jetzt Proteinshakes trinken, dann nehme ich ab, ohne dass ich irgendetwas ändere oder Sport mache.
Und wenn wir uns auf diese Ebene herunterwirtschaften, dann haben wir ein eklatantes Problem. Daher kommt auch diese Einordnung zwischen gesund und ungesund, weil das der verzweifelte Versuch war, Lebensmittel so zu kategorisieren, dass wir auch die Menschen abholen, die kein Konzept von Kalorien haben und auf Aussagen abfahren wie, Proteinshakes machen dich schlank. Leider haben wir das damit nicht wirklich geschafft.
Auf der anderen Seite haben wir die Leute, die denken, sie ernähren sich sehr gesund, aber keine Ahnung von Kalorien haben und gesunde Lebensmittel extrem überessen. Als Beispiel nehmen wir mal die Mutti.
Mutti achtet darauf, dass sie frisch kocht, weil das gesund ist. Guter Punkt. Sie achtet darauf, dass sie Monoprodukte nutzt. Bombenidee. Sie hat aber keine Ahnung von Kalorien und versucht natürlich, das leckerste Essen für ihre Familie zu kochen. Fett ist ein guter Geschmacksträger. Zucker wird minimiert, aber man hat auf Social Media gehört, dass Kokosblütenzucker, Pflaumenzucker oder Agavendicksaft besser und gesünder sei als Zucker. Und deswegen haut man davon jetzt 50 Milliliter in jedes Essen. Und Olivenöl ist ja auch gesund, das ist nachgewiesen. Also kommen 40 Milliliter in jedes Essen.
Ihr merkt, wo das Problem liegt. Wenn wir etwas per se als gesund labeln, ist das nur die halbe Wahrheit. Denn auch Mutti, die eigentlich super kocht und deren Essen sehr lecker schmeckt, hat dann in ihrem normalen Mittagessen plötzlich 1.200 Kalorien pro Portion. Dann gibt es noch ein Abendessen und ein Frühstück, und schwupp hast du über 3.000 Kalorien gegessen. Das ist für die meisten Menschen zu viel. Auf Dauer führt das dazu, dass alle zunehmen.
Und dann kommen immer dieselben Gespräche. Aber ich esse doch so gesund. Ich koche frisch. Ich esse viel Gemüse. Ich nutze gutes Olivenöl. Ich kaufe gescheiten Käse. Ich achte darauf, dass ich Bio-Sachen kaufe. Und trotzdem wird man immer dicker.
Das ist ein Problem, denn damit haben wir eine ganz wichtige Grundlage weggenommen, nämlich die, unsere Ernährung zu verstehen. Wir wollten eigentlich die Leute abholen, die das komplexe Konzept nicht mitbekommen oder sich nicht darum kümmern können. Und auf der anderen Seite haben wir ein weiteres Problem entwickelt: dass Menschen denken, sie ernähren sich gesund, aber genau das Gegenteil tun. Und das ist nicht gut, weil wir damit im Endeffekt niemandem geholfen haben.
Das Problem am Problem ist, dass ich keine Lösung dafür habe. Normalerweise wäre die Lösung, wir brauchen mehr Bildung. Aber Menschen flächendeckend so weit zu bilden, dass sie verstehen, was Kalorien sind, ist schwierig. Zumal das kein Thema ist, das man easy promoten kann. Dadurch wirst du nicht reich, dadurch hast du keine maßgeblichen Vorteile im Leben. Das sind Kalorien. Du weißt jetzt, dass deine Nüsse zu viele Kalorien haben und du nicht zwei Packungen essen solltest. Wow, toll. Das ist keine bahnbrechende Neuigkeit.
Heißt aber: Diese Klassifizierung in gesund und ungesund ist meiner Meinung nach keine gute Idee. Zumindest nicht ohne den Zusatz, dass wir Kalorien verstehen müssen. Deswegen ist diese Debatte auch immer groß, wenn Leute sagen, der Orangensaft ist aber ein tolles Lebensmittel, und ich dann sage, nein, die Cola Zero ist besser als der Orangensaft.
Wie kann der frisch gepresste Orangensaft schlechter sein als die Cola Zero? Wenn ich dir gegenübersitze und sehe, dass du ein bisschen zu viel auf den Rippen hast, dann ist die Cola Zero mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit die bessere Wahl für dich. Wieso? Weil du zu viel auf den Rippen hast und die Chance hoch ist, dass du zu viel isst.
Und auch wenn der Orangensaft eigentlich besser ist, weil er noch ein bisschen Vitamin C liefert, hat er ein essenzielles Problem: Er hat Kalorien. Die Cola Zero hat keine. Und das bisschen Vitamin C und Kalium wiegt die Kalorien nicht auf. Wenn du 300 oder 400 Milliliter Orangensaft trinkst, sind das laut Adam Riese so zwischen 30 und 40 Gramm Zucker. Das ist deutlich schlechter und kann nicht durch Vitamin C und ein bisschen Kalium kompensiert werden.
Die Cola Zero ist also das bessere Erfrischungsgetränk als der Orangensaft oder der Apfelsaft. Dass wir diese Debatte bei der Zuckercola mittlerweile nicht mehr führen müssen, ist super. Die Zuckercola ist der Cola Zero immer unterlegen, außer du hast ein gigantisches Kaloriendefizit, bist Sportler und hast jetzt Lust auf etwas mit Zucker. Kannst du ja immer selbst entscheiden.
Ich trinke auch gerne mal eine hausgemachte Limonade, wenn ich irgendwo im Restaurant bin. Da weiß ich, dass Zucker drin ist und dass sie ordentlich Kalorien hat. Ist eingepreist, würde der BWLer sagen. Das ist auch in Ordnung.
Aber dieses falsche Narrativ von gesund und ungesund führt zu nichts. Und es wird zum Riesenproblem, wenn es ad absurdum geführt wird, gerade bei Fett und Zucker. Davon müssen wir uns lösen. Ich habe es schon mal gesagt, man kann auch mit Pizza top aussehen. Das ist zwar keine coole Diätform, man wird definitiv mehr leiden als mit einer klassischen Diät aus vollwertigen Mahlzeiten, aber man kommt trotzdem an sein Ziel. Man kann das auch mit Chicken Nuggets machen, mit allem, was halbwegs brauchbar Protein bringt. Dadurch ist das Chicken Nugget nicht per se ungesund.
Das Problem hierbei sind wieder die Opportunitätskosten. Natürlich wäre es schlauer, Hähnchen mit Reis zu essen als Chicken Nuggets. Aber das bedeutet nicht, dass Hähnchen mit Reis per Definition gesund ist. Sondern die richtige Menge Hähnchen mit Reis ist besser als die richtige Menge Chicken Nuggets. Und diese Debatte wird mir viel zu wenig geführt.
Weil wir immer nur Schwarz und Weiß kennen. Das führt zwangsläufig dazu, dass die Lebensqualität leidet, die Kulinarik, die Geselligkeit, alles, was daran hängt. Denn wir verrennen uns in schwachsinnigen Aussagen, was von der holistischen Seite oft ad absurdum geführt wird, wenn dann jemand sagt, ich habe panische Angst vor Gluten, trinke aber immer Cola Zero. Ich habe Angst vor meinem Leitungswasser, habe aber das Gesicht voller Botox.
Das sind alles Dinge, bei denen ich grundsätzlich sage: Ich glaube, das machen Menschen nicht mit Absicht, weil sie doof sind, sondern weil sie in diesem Moment nicht die Datenlage haben und das große Ganze nicht sehen. Das soll auch gar nicht von oben herab sein. Im Gegenteil, ich sehe das eher als ein Problem der Gesellschaft, weil es immer so dargestellt wird und dir jeder von links und rechts etwas Neues erzählt.
Jeder sagt dir, das ist ein gesundes Lebensmittel, das ist ein ungesundes. Oh, die Beeren, die sind total toll. Ja, Blaubeeren sind ein Bombenlebensmittel, super. Die Chance, dass du dich damit fett frisst, ist sehr gering, deswegen kann man sie theoretisch als sehr gesundes Lebensmittel klassifizieren. Aber es wird da draußen jemanden geben, der vier Kilo davon am Tag isst. Und für den ist es kein gutes Lebensmittel.
Das ist die Perspektive, die ich zu beleuchten versuche. Wir müssen verstehen, was Kalorien sind, was wir brauchen, was die Anforderungen an unsere Ernährung sind. Und wenn wir das verstanden haben, dann haben wir auch nicht mehr das Problem von gesund und ungesund. Was darf ich essen, was darf ich nicht essen? Dann kommen wir alle mal vorwärts.
Aber wie kommen wir zu diesem Punkt? Schaffen wir es über die Bildung? Wir müssen so viel Arbeit leisten, um das überhaupt rüberzubringen. Wenn wir davon ausgehen, dass ein großer Teil der Menschen tatsächlich denkt, Proteinshakes helfen beim Abnehmen, und sie deswegen zusätzlich zu ihrer Ernährung trinken, dann ist das schwierig.
Man könnte hier ein bisschen Nihilismus an den Tag legen und sagen, gut, dann werden die eben fett, dann löst sich das Problem auf Dauer von allein. Um es sehr böse zu sagen. Auf der anderen Seite willst du die aber auch abholen. Ich habe dafür keine richtige Lösung.
Die richtige Lösung wäre meiner Meinung nach, überall Aufklärung zu haben, in der Schule, in Kantinen, von mir aus auch Flyer im Supermarkt. Leute, die dir das in die Hand drücken und sagen: Pass auf, du kannst hier alles kaufen. Du kannst die Schokolade holen, du kannst Pizza holen. Du solltest aber auch Brokkoli mitnehmen, du solltest ein bisschen Hähnchen essen, vielleicht auch mal Reis oder Kartoffeln. Du musst wissen, was du isst. Bewusstes Essen. Und daran fehlt es.
Aber ich habe eben auch keine eierlegende Wollmilchsau, wie wir das einfach lösen. Weil du Industrien dazwischen hast. Manche freuen sich natürlich, wenn man ein bisschen dämlich isst und dann am Tag zwei Pizzen isst und den Proteinshake noch dazu nimmt. Am besten gehört beides demselben Firmenkonglomerat, dann verdient man an allen Seiten. Das ist dann die nächste Ebene.
Aber das würde ich mir wünschen. Vielleicht kriegen wir es hin, das Komplettgremium an einen Tisch zu holen und zu fragen: Wie kriegen wir das wirklich an die Bevölkerung vermittelt? Das wäre gut, weil die DGE es meiner Meinung nach nicht ist. Das bedeutet nicht, dass die DGE doof ist. Ich muss das revidieren: Nicht die DGE ist per se doof, aber manche Aussagen, die sie trifft, sind teilweise richtig dämlich.
Auch da wird sich jemand hingesetzt und gedacht haben, wir müssen das so sagen, weil wir annehmen müssen, dass jemand da draußen sitzt, der es nicht versteht. Ich weiß trotzdem nicht, wieso man dann so niedrige Proteinmengen aufschreiben muss. Direkt an euch: Könnt ihr das nicht mal ändern? Können wir nicht wenigstens ein bisschen mehr Protein verankern, mal Ballaststoffe aufnehmen? Es wird alles Mögliche gerankt, außer der Fokus auf die Dinge, wo wir Defizite haben. Oder nebenbei Vitamine, auch mal Cholin mit reinbringen, das wären alles keine schlechten Sachen.
Aber auch da muss man sagen: Wie weit können sie das machen? Was sind die Ressourcen, was die Auflagen, was die Bürokratie? Das ist bei uns sowieso ein Riesenproblem. Deswegen ist das alles einfach zu kritisieren, aber schwer zu lösen.
Und da haben wir eigentlich nur den Hebel über Social Media. Dass Pappnasen wie ich hier sitzen und euch tagtäglich versuchen, diese Themen näherzubringen. Und zu sagen: Gesunde Lebensmittel, wie ihr sie kennt, gibt es, wenn sie richtig eingesetzt werden. Das ist das Aber, das nie genannt wird.
Man unterschätzt, wie viele Menschen diese Assoziation mit gesunden Lebensmitteln noch haben. Ich bin da selbst immer wieder, ich will nicht sagen schockiert, weil ich es mir mittlerweile schon denke. Von Köchen bis hin zu der Mutti, die ich angesprochen habe, weil das das perfekte Klischee ist.
Und die handeln mit wirklichem Wohlwollen. Die machen eklatante Fehler, in Anführungszeichen, und denken dabei, sie machen etwas sehr Gutes. Und das ist der Worst Case. Weil wenn du diesen Menschen dann vor den Kopf stößt und sagst, das, was du machst, ist nicht gut, dann sind die natürlich sofort sauer. Weil sie sagen, ich mache das seit 20 Jahren, ich koche Bombenessen, super gesund.
Und dann sagst du: Schön und gut. Du hast aber in den letzten 20 Jahren 20 Kilo zugenommen. Ja, das liegt am Alter. Das ist eine Ausrede, die leider nicht ganz korrekt ist. Das Alter ist nicht maßgeblich dafür verantwortlich, dass du auf einen Schlag magisch Kilos zunimmst, sondern dein Kalorienbedarf ist heruntergefahren, weil du wahrscheinlich auch weniger Aktivität hast. Und du isst mehr.
Wie schaffen wir es also an den Punkt? Wahrscheinlich nur über Social Media und Mundpropaganda. Wenn ihr da draußen verstanden habt, wie man Lebensmittel und Kalorien richtig einordnet, dann versucht das in eurem Umfeld zu etablieren. Ich weiß, dass das schwierig ist, denn man muss sich dann mit seinem Umfeld streiten. Und dann kommen wieder Neunmalkluge und sagen, ich habe jemanden gesehen, der hat gesagt, ich soll Zitronenwasser trinken, dann nehme ich magisch ab. Ja, was sagst du dem? Der, dem du zugehört hast, der ist ganz schön doof.
Und dass man einfach eine gewisse Awareness dafür schafft. Das ist ein Fehler, den ich allgemein im Bildungssystem sehe, dass wir zu wenig über diese Thematik reden. Denn wir reden immer über Prävention. Wir werden alle alt, wir werden alle klapprig, wir können nicht mehr arbeiten, und wir haben eine große Belastung im Gesundheitssystem.
Gut, okay. Ein Punkt, den wir verändern können, ist die Bildung zu verbessern. Dass Leute auf sich achten, nicht schwer übergewichtig werden und damit kein Problem haben. Beim Rauchen haben wir es hinbekommen. Das war eine tolle Kampagne, hat lange gebraucht und viel Geld gekostet, hat im Endeffekt aber mehr eingespart, als es gekostet hat. Hoffe ich zumindest, die Zahlen müsste ich prüfen. Aber über mehrere Generationen gesehen hatte es auf jeden Fall einen riesengroßen positiven Effekt.
Und genauso müssen wir das bei der Ernährung sehen. Man könnte debattieren, ob eine schlechte Ernährung genauso schädlich ist wie Rauchen. Gerade weil die Bandbreite so groß ist: Es rauchen nur wenige Leute, essen muss aber jeder. Und wenn wir uns angucken, wie viele Deutsche übergewichtig sind, ist die Zahl ganz schön erschreckend. Und sie wächst.
Vielleicht haben wir dank des Fitnesstrends ein bisschen dagegenhalten können. Aber unterm Strich sind wir noch lange nicht da, wo wir hinsollen. Das sollte Ansporn sein, dieses Verständnis für Ernährung, Lebensmittel, Kalorien und Gesundheit weiterzutragen.
Bevor jetzt einer sagt, das ist ja nicht im Sinne von denen, die wollen ja, dass du krank bist: Nein. Der deutsche Staat will, dass du so gesund wie möglich so lange wie möglich arbeiten kannst. Punkt. Genauso ist es in einem Unternehmen. Wenn dein Unternehmen 70 Prozent Anwesenheitsquote und 30 Prozent Krankenstand hat, dann ist der einfachste Weg, die Produktivität anzuheben, den Krankenstand zu senken.
Und kein Mensch will, dass seine Mitarbeiter krank sind. Kranke Mitarbeiter fühlen sich unwohl, müssen sich auskurieren, fallen aus, und haben dadurch, gerade wenn sie Verantwortung tragen, unglaublich viel Druck. Das ist das Beschissenste, was passieren kann: Ein Mensch, auf den du sehr baust, fällt aus, liegt daheim, versucht halb krank noch seine Arbeit zu machen, weil sie sonst liegen bleibt, und dann kriegst du halbgare Arbeit. Der Kollege fühlt sich nicht wohl, muss aber abliefern, und das ganze System ist scheiße.
Selbst aus diesem Blickwinkel: Es ist nie gut, dass Krankentage entstehen oder dass Leute ungesund durchs Leben gehen. Nie. Auch die Pharmaindustrie profitiert nicht magisch davon. Wenn ich das höre, kriege ich Kopfschmerzen. Denn die meisten Erkrankungen da draußen werden ohne die Pharmaindustrie auskuriert.
Habt ihr euch mal gefragt, was das für eine schwachsinnige Aussage ist? Die Pharmaindustrie profitiert davon, dass du krank bist. Was hast du bei deiner letzten Erkältung an Medikamenten genommen? Ein Erkältungspulver für vier Euro, das du übrigens sein lassen kannst, weil es nichts bringt. Boah, jetzt kriege ich eine Abmahnung.
Nein, was hast du wahrscheinlich gemacht? Du saßt auf deinem Hintern, lagst im Bett und hast dich vier, fünf Tage auskuriert. Und hast nebenbei vielleicht ein bisschen Hühnersuppe gegessen. Das ist die Verschwörung der Hühnersuppenindustrie. Die will, dass du krank bist, damit du mal Hühnersuppe isst.
Selbst bei einfachem logischen Nachdenken: Wo ist denn da der Mehrwert? Es geht ja nicht darum, Langzeiterkrankungen auszumergeln. Wenn du eine Autoimmunerkrankung hast, die kriegst du auch nicht mit einer Bombenernährung gelöst. Du kannst sie dadurch vielleicht abmildern, was ein guter Punkt und stark unterschätzt ist.
Auch Globalisierung und internationale Unternehmen hat man dann nicht verstanden. Wenn in Deutschland Leute krank werden und Medikamente aus anderen Ländern nehmen, die von anderen Firmen gefertigt wurden, dann kriegt man dafür ja gar keine Steuereinnahmen. Aber der deutsche Staat will, dass du krank bist. Alles klar.
Wir brauchen Bildung. Sehr viel Bildung, hier wie in anderen Gebieten. Dann komme ich zum gleichen Fazit: Wir haben keine Chance, außer wir machen uns über diese Dinge lustig, schaffen damit eine Art Entertainment und können irgendwo etwas Wissen verbreiten. Dann müssen wir uns das aneignen wie eine halbe Sekte und missionieren, unser Umfeld so lange nerven, bis alle verstehen, was Kalorien sind und wie man sich richtig ernährt.
Also, meine Jünger, geht missionieren. Die Ernährungskreuzzüge, hätte ich beinahe gesagt. Ich weiß zwar nicht gegen wen, die Ernährungskreuzzüge gegen die überflüssigen Kalorien.
In dem Sinne, jetzt kommt glaube ich nur noch Quatsch. Ihr habt es verstanden: Gesund ist nicht gleich gesund, ungesund ist nicht gleich ungesund. Du bist der entscheidende Faktor. Esst das, worauf ihr Bock habt, erforscht die Kulinarik, lernt kochen, das hilft ungemein. Und geht missionieren, meine Jünger.
Liken, kommentieren, abonnieren und, wie gesagt, missionieren. In dem Sinne, bis zum nächsten Video. Ciao.
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