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Du wirst auch manipuliert
Alexander Friedrich
·30 Min
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Transkript Wort für Wort, zum Aufklappen.
Du wirst manipuliert. Ja, das sind schlechte Nachrichten. Wahrscheinlich manipuliert dich deine Mama, dein Papa, dein Bruder, deine Schwester, dein Arbeitskollege, die Medien oder Social Media.
So reißerisch diese Hook auch sein mag, es ist tatsächlich ein Problem. Denn das heutige Thema ist Meinungsmache. Jetzt fragt sich der eine oder andere, du hast doch gerade Manipulation gesagt. Ist zwar eine Alliteration, beides mit M, aber irgendwie ist das nicht direkt miteinander verbunden. Habe ich schlechte Nachrichten? Wieder? Leider ja. Denn wir müssen heutzutage davon ausgehen, dass gefühlt alles, was wir da draußen sehen, Meinungsmache ist. Oder, um es sehr direkt zu sagen: Ihr werdet permanent mit Scheiße beworfen.
Meinungsmache ist in jedem Thema allgegenwärtig. Normalerweise dreht sich dieser Kanal primär um Ernährung, Gesundheit und Medizin. Heute müssen wir es ein bisschen größer fassen, weil Meinungsmache auch bei vielen anderen Themen vorhanden ist.
Wir müssen aber kurz unterscheiden: Ist Meinungsmache per se immer schlecht oder gut? Die Antwort darauf ist jein. Es kommt darauf an. Klar kann Manipulation genutzt werden, um versteckte Ziele und Agenden zu erreichen. Auf der anderen Seite gibt es auch eine gute Meinungsmache, in der Form von: Ich möchte die Wissenschaft vertreten, ich möchte Fakten und Daten vertreten.
Da wir mittlerweile in einer postfaktischen Welt leben, in der es gefühlt nicht mehr um Fakten und Daten geht, sondern nur noch um Fühli-Fühli und, mein Gefühl ist verletzt, ist es eigentlich etwas Gutes, wenn eine gute Meinungsmache darauf aufbaut zu sagen: Wir treten in einen Dialog, ich erkläre dir meine Meinung, meine Meinung ist fakten- und datenbasiert, und deine ist es nicht. Deswegen wird es Zeit, dass wir in eine Diskussion gehen, damit du deine Meinung vielleicht änderst. Das wäre ein Beispiel für Diskussion und Meinungsmache, die gut wäre. Ich nutze dieses Wort mit Absicht so spitz.
Aber ein wichtiger Punkt, weil wir uns hier viel über Schwurbel unterhalten: Es gibt sehr, sehr viele Meinungsmacher und Manipulationen, die irgendwo etwas verkaufen, promoten oder eine Bindung herstellen wollen. Wir sehen das in der Ernährung und Medizin mit den Schwurblern. Wir haben das aber auch in der Politik extrem.
Bevor sich der eine oder andere freut: Ich werde hier nicht über Politik reden. Damit verschone ich alle. Es ist an dieser Stelle nur relativ einfach gesagt, und da sind wir wieder bei der polemischen Aussage: Alle erzählen Scheiße. Ich weiß, dass das nicht cool ist und dass sich viele das anders wünschen. Ich würde es mir auch anders wünschen. Ist es aber nicht.
Deswegen müssen wir uns nüchtern damit auseinandersetzen, dass Meinungsmache omnipräsent ist. Andauernd erzählt dir jemand etwas, damit du ihm glaubst und dann etwas kaufst, ihn wählst, seine Meinung vertrittst und eventuell so emotional aufgeladen wirst, dass du andere Leute dafür kritisierst, dass sie eine andere Meinung haben.
Dieses Thema ist, dadurch dass es allgegenwärtig ist, auch sehr tief in uns verankert. Ich habe es schon angesprochen, mit einer gewissen Emotionalität. Es gibt sehr viele Themen, die auf der Fakten- und Datenlage sehr nüchtern sind, auf persönlicher Ebene aber sehr emotional. Und die Meinung bildet sich nun mal selten ausschließlich aus Daten und Fakten, sondern sehr stark aus Gefühlen.
Ein weiser Mensch hat mal gesagt: Meinungen sind wie Ärsche, jeder hat einen. Meinungsmache ist für mich aktuell eher ein Problem, weil wir das ganze Thema Fakten und Daten ein bisschen ad acta gelegt haben und dadurch ganz viel emotional betrachtet wird.
Um ein Beispiel zu nennen, damit wir nicht zu abstrakt werden, gehen wir wieder in die Ernährung. Da sagen Leute beispielsweise, die Lebensmittelindustrie will dich verarschen, du sollst krank sein. Das ist ein stilistisches Mittel, das bei der Meinungsmache fast immer genutzt wird. Ich versuche, euch damit nicht zu langweilen, sondern zu erklären, woher das kommt.
Es gibt ein paar einfache Trigger, mit denen man Menschen schnell auf die eigene Seite ziehen und emotionalisieren kann. Das Emotionalisieren ist das Einfachste. Zum Beispiel Neid, Unfairness, das Gefühl von Ohnmacht, und auf der anderen Seite eine gewisse Herdenwärme, eine Zugehörigkeit, eine Gruppierung. Das sind alles Dinge, die oft miteinander kombiniert werden, um Themen faktisch auszuhebeln.
Das heißt, wenn wir objektiv nüchterne Fakten haben, die eigentlich die Meinung prägen sollten, werden diese Fakten mit Absicht ignoriert, in die Ecke gestellt oder so geframt, dass man sie emotional aufladen kann. Das ist ganz beschissen. Dafür habe ich auch kein schöneres Wort. Das ist extrem doof.
Denn dadurch verlieren wir die Grundlage der klassischen Diskussion. Wir können uns nicht mehr auf Fakten und Daten beziehen. Und vor allen Dingen, das habe ich in den Videos davor schon kritisiert, haben wir dann einen Haufen Pseudo-Intellektueller, die denken, sie könnten Fakten und Daten verstehen. Lesen können sie sie. Verstehen ist wieder etwas anderes. Aber lautstark ihre Meinung äußern, das können sie sehr gut.
Und das ist eigentlich etwas sehr Gutes, wenn man es in eine Diskussion einbindet. Denn eine meinungsoffene Diskussion, also Meinungsfreiheit, ist essenziell dafür, dass wir im Kollektiv nicht zu sabbernden Neandertalern werden. Wir müssen uns durch Diskussion immer den Daten und Fakten annähern.
Die Lösung ist also, wenn sich jemand von Daten und Fakten entfernt, diese Person an den Tisch zu holen und zu sagen, wir müssen darüber reden, was machst du hier eigentlich. Und das ist etwas, was gefühlt nicht mehr gewollt ist und verloren gegangen ist. Auch wenn ich mich über die ganzen Schwurbler lustig mache: Wenn die wirklich faktisch belegte Dinge haben oder andere Blickwinkel auf Themen, würde ich mich mit ihnen immer in eine Diskussion stürzen.
Es ist natürlich sinnfrei, sich mit absoluten Vollidioten zu unterhalten. Wenn jemand sagt, es gibt keine Gravitation, muss ich mich nicht hinsetzen und mit ihm darüber reden, ob es Gravitation gibt.
Das Problem, das wir dadurch haben, dass diese Diskussionsgrundlage fehlt und alles hyperemotionalisiert ist: Wir werden im Kollektiv nicht nur dümmer, wir schaden uns im Kollektiv auch.
Als Beispiel Body Positivity. Im Kerngedanken war das ein sehr gutes Movement, eine sehr gute Idee. Das Problem ist, dass es von Menschen übernommen wurde, die es nach außen gekehrt haben, um von ihrem schlechten Lebensstil, den sie selbst verurteilen und selbst schlecht finden, aber nicht ändern können oder wollen, abzulenken und sich selbst gewissenstechnisch zu bereinigen. Wenn ich 200 Kilo schwer bin und mir einrede, dass ich gesund bin, dann lüge ich mich an.
Das hat nichts mit Fakten und Daten zu tun, es ist aber ein sehr emotional aufgeladenes Thema, weil es um Selbstwert geht, um die eigene Wahrnehmung. Und das ist nicht gut. Was lange vorgeherrscht hat: Wenn man das Movement kritisiert und gesagt hat, das ist ein bisschen heuchlerisch, es ist gut, dass ihr euch alle selbst liebt, das ist etwas ganz Wichtiges, da will niemand etwas absprechen. Ich glaube auch nicht, dass die Kritiker das den Leuten absprechen wollten. Aber es ist faktisch vollkommener Schwachsinn zu sagen, dass ihr gesund seid. Das ist einfach nicht so.
Und auch wenn jemand mit seiner persönlichen Erfahrung um die Ecke kommt und sagt, ich wiege 200 Kilo und habe gute Blutwerte: Cool. Man kann nicht unbedingt von sich selbst auf andere schließen, besonders nicht in der Makroperspektive.
Aber dort hat es dazu geführt, dass die Diskussionskultur wiederbelebt wurde, dass man die Kritik verstanden hat und sich zwei Lager gebildet haben. Die, die verstanden haben, ich belüge mich selbst. Und die, die weiterhin mit Scheuklappen durchs Wunderland laufen und sagen, nein, ich bin übrigens super gesund, und ich kann das nicht, weil XYZ.
Im Englischen gibt es den Begriff Ignorance is bliss: dass man sich in der eigenen Ignoranz suhlen und sich damit von Problemen lösen kann, sich vor allem nicht mehr damit befassen muss. Und das ist nie gut. Probleme wegschieben und sich nicht damit befassen ist keine Lösung, das sollte jedem bewusst sein. Es ist ein Mechanismus, um mit schweren Dingen umzugehen, dafür würde ich es verstehen. Aber auf Dauer ist es keine Lösung.
Da sind wir beim Thema: Das war ein sehr emotionales Thema, und es gab sehr viele Menschen, die Meinungsmache betrieben haben, auf allen Seiten. Leute, die dir gesagt haben, es ist vollkommen in Ordnung, dass du 30 Kilo Übergewicht hast, du bist ja garantiert gesund, du sollst dich selbst lieben. Und auf der anderen Seite viele Leute aus der Fitnessindustrie, die immer radikaler wurden und gesagt haben, du musst etwas tun. Und so schaukelt sich das hoch.
Das ist das Problem bei dieser Emotionalität und vor allem bei Meinungen. Weil Meinungen ursprünglich auf Fakten und Daten beruhen, aber stark verzerrt werden. Was logisch ist, denn es ist die Wahrnehmung, und die ist sehr individuell.
Das eigentliche Problem entsteht, wenn man weiß, dass man sich von den Daten und Fakten entfernt, und das mit Absicht ausnutzt. Nehmen wir das Beispiel aus unserer Ernährungs- und Fitnessecke: Leute, die dir mit Absicht Fehlinformationen ins Gesicht drücken und sagen, die Pharmaindustrie will dich umbringen, du musst mein Zitronenwasser trinken. E-Nummern sind schlecht, aber dann Supplemente mit reiner Ascorbinsäure verkaufen. Ja, ihr könnt mich mal.
Das ist nichts anderes als dieses klassische: Ich emotionalisiere Themen, um Meinung zu erzeugen. Und mit dieser Meinung kann ich eine große Gefolgschaft auf Social Media erwirken und im besten Fall auch noch monetarisieren.
Die Neuzeitpropheten haben also mit ihrem Geschwurbel eine Horde verwirrter Menschen hinter sich versammelt, indem sie ihnen Hoffnung gemacht und sie durch Manipulation und das Verzerren von Daten gefügig gemacht haben, um es sehr spitz zu sagen.
Wenn also jemand da draußen sagt, er schafft es nicht, gesund zu werden, abzunehmen, er hat Schmerzen, und man gibt ihm ein paar Wieseltipps, du musst das machen und dies und das, und dann kommt noch der gute alte Placebo-Effekt dazu, Gruppenzugehörigkeit, oh, ich mache ja etwas für mich, und dieser Person geht es besser: Dann hat man sie faktisch angelogen und ihr trotzdem indirekt geholfen.
Theoretisch könnte man sich jetzt als Robin Hood darstellen, was die rein zufällig auch alle machen. Aber man hat dem Menschen faktisch nicht geholfen. Ich gehe da nicht mit, nur weil sich jemand über Placebo plötzlich besser fühlt. Das ist für mich keine Errungenschaft. Du bist trotzdem ein Scam. Punkt. Sonst könntest du auch argumentieren, ich habe dem 100.000 Euro vom Konto gerupft, aber er fühlt sich jetzt gut. Wenn du dieses Fass aufmachst, sind wir ganz weit weg von Diskussion. Dann bist du einfach nur noch ein Scheißmensch.
Wie wird diese Emotionalität aufgebaut? Ich habe es am Anfang gesagt: Neid, Angstmarketing, Ohnmacht. Der Klassiker ist, so zu tun, als würde man für dich kämpfen, dieses klassische Robin Hood, er nimmt von den Reichen und gibt es den Armen. Können wir aktuell auch in der Politik sehen. Hat nur rein zufällig nie funktioniert. Wieso wohl, wo das Geld wohl versickert ist. Andere Themen, andere Folgen.
Das Problem ist, dass Menschen diese Manipulation akzeptieren, weil sie sehr perfide gestaltet wird. Wenn man kleinste Kleinigkeiten verbessert und dieses ganze Konstrukt richtig aufbaut, schafft man es, einen Guru- oder Sektenstatus zu bekommen. Ironischerweise machen wir uns immer über religiöse Sekten lustig und laufen dann in unser eigenes Verderben. Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es eine brutale Komödie.
Alle rufen, diese ganzen verrückten religiösen Sekten, wäre mir nie passiert. Ja, trinkst du Cola? Nein, nein, Süßstoffe sind pures Gift. Die gibt es. Auch wenn das maximal dumm ist, die gibt es ganz schön oft.
Und da kommen wir wieder zum essenziellen Punkt: Wir haben ein Problem mit der Bildung. Es ist gut, dass wir eine Meinung besitzen. Wir müssen sie aber irgendwie abgleichen, ob das, was wir glauben, wirklich korrekt ist. Dann sind wir in der Neuzeit angekommen, wo es immer wieder diese Thematik gibt mit Fake News und Fehlinformationen.
Jetzt muss ich etwas sagen, weil ich weiß, dass viele klatschen und sagen, ja, das ist gut. Es gibt nicht die Guten. Das ist ein Punkt, der mir sehr wichtig ist. Ihr dürft niemals blindlings alles glauben. Ihr müsst auch bei den Guten die Fakten und Daten genauso gut durchleuchten wie bei den Schlechten. Und wenn man das tut, vom professionellen Besserwisser und Klugscheißer aus gesagt, dann gibt es keine Guten. Weil die lügen euch alle an.
Es gibt ganz selten Leute, die von Grund auf ehrlich sind und wirklich etwas hinkriegen wollen. Aber auch die kriegen immer einen auf den Sack. Meistens heißt es dann, die wollen aber Geld verdienen. Ja, natürlich wollen die Geld verdienen. Die haben ja keinen Bock, gegen den ganzen Scheiß umsonst anzukämpfen, so wie ich. Ich setze mich ja nicht aus Spaß hier hin, ich habe nur Kopfschmerzen davon, wenn ich mich mit der ganzen Scheiße auseinandersetze. Ich hasse Social Media.
Tagtäglich gucke ich mir irgendeinen minderbemittelten Vollidioten im Internet an und versuche, ihn zu kommentieren, damit ihr erstens etwas zu lachen habt, zweitens realisiert, vielleicht hat der überhaupt kein Recht, und drittens denkt, Daten sind vielleicht ganz cool. Und im letzten Schritt denke ich mir, wenn wenigstens mein seelischer Schmerz dadurch bezahlt wird, dass du danach bei H.P.N die besten Produkte einkaufst, die du ja nachprüfen kannst, indem du die KI oder den Supplement-Experten deines Vertrauens fragst, dann ist es gut.
Und ich bin kein Einzelfall. Es gibt immer noch sehr viele tolle Dinge, seien es Unternehmer, aber auch Vereine, das muss nicht immer mit Geldverdienen zu tun haben, sondern auch mit Wertschätzung. Es gibt Leute da draußen, die reißen sich den Arsch auf, gerade auch in gemeinnützigen Organisationen. Obwohl das auch ein dunkles Thema ist, wo Spendengelder verschwinden, aber das ist zu pauschal, das mache ich hier nicht auf.
Man darf nicht die Hoffnung verlieren und sagen, alle sind korrupt. Man muss irgendwo an das Gute glauben, weil du sonst irgendwann aus dem Fenster springst.
Um zurückzukommen: Meinungsmache, um ein kleines Fazit zu ziehen. Das Fazit ist leider ernüchternd. Ich wünschte, ich könnte etwas Positives sagen, aber es ist nicht so. Ihr werdet tagtäglich angelogen, egal von wo, egal von welchem Medium. Die Chance, dass ein Medium etwas zu 100 Prozent wahrheitsgemäß wiedergibt, strebt gegen null. Wenn wir Glück haben, sind wir bei 80, 90 Prozent.
Dann hast du bei Medien, und Social Media sind auch Medien, das nächste Problem: Es ist immer subjektiv, niemals objektiv. Wenn du einen Artikel von einem Reporter liest oder ein Reel von jemandem siehst, der etwas zu einem Thema hochlädt, dann ist das immer mit seiner eigenen Meinung verbunden. Auch wenn Leute sagen, Journalismus ist objektiv. Hast du mal 2026 in die Zeitung geguckt? Von objektivem Journalismus sind wir meilenweit entfernt.
Bevor ich alle Journalisten in eine Tonne klopfe: Wenn sie zu 100 Prozent faktisch schreiben, werden sie dafür teilweise geteert und gefedert. Weil es Themen gibt, die emotional stark aufgeladen sind. Und dort sind die Dinge oft nicht rosig. Und wenn etwas nicht rosig ist, fühlen sich viele Menschen angegriffen.
Das Problem, das dadurch entsteht, ist dieses klassische Political Correctness, von dem ich einen absoluten Scheißdreck halte, weil wir alle zu große Weicheier geworden sind, die sich nicht mehr mit anderen Meinungen auseinandersetzen können. Jeder muss die gleiche Meinung haben. Wenn du nicht die gleiche Meinung hast, bist du schlecht.
Ich bin ja auch irgendwo ein Paradoxon. Ich mache mich über andere Leute lustig. Aber ich will es ihnen nicht verbieten. Ich würde niemals selbst den größten Schwurbelköpfen sagen, der darf nicht mehr, der muss ins Gefängnis. Nein, blamier den doch einfach. Der liefert andauernd Schwachsinn auf dem Silbertablett. Dann hast du etwas zu lachen, lernst etwas, und vor allem hast du die Lernerfahrung. Du weißt dann, wie du Müll erkennen kannst. Wenn du das nicht kannst, kriegst du weiterhin ungefiltert Meinungen ab, die nicht in deinem besten Interesse sind.
Zusammengefasst: Seid einfach skeptisch. Egal was euch jemand sagt. Wenn euch jemand sagt, pass auf, das, was du tust, ist falsch, das Auto, das du fährst, ist scheiße, das, was du isst, ist schlecht, du denkst falsch, das darfst du nicht sagen. Dann stellt sich mir immer die Frage: Wer sagt das? Gibt es ein Wahrheitsministerium? Haben wir uns darauf geeinigt, dass man nichts sagen und nichts denken darf, was abweichend ist? Nein.
Denn wie willst du sonst jemals eine Diskussion führen? Wie willst du schwierige Themen aus der Welt schaffen, wenn du nicht offen darüber redest? Wenn du Gedanken nicht äußern darfst und dich sehr eingeschränkt im Leben bewegst, dann werden Dinge irgendwann größer, als sie jemals werden sollten. Tabuthemen werden plötzlich wirklich groß, und dann sind wir beim Thema Radikalisierung.
Du darfst niemals schlechten Akteuren die Möglichkeit geben, sich in eine Opferrolle zu stellen. Du darfst, meiner Meinung nach, niemals Themen begraben, über die man nicht reden und über die man keine Witze machen darf. Das sind Dinge, die in meinen Augen brandgefährlich sind, weil sie dazu führen, dass du dich mit diesem Thema nicht vollständig auseinandersetzt. Und wenn eine Seite immer abgetrennt wird, dann ist das wie mit dem Sprichwort, das Gras ist auf der anderen Seite grüner. Es entwickelt ein Mysterium, eine Opferrolle, etwas, das diese wahrscheinlich hundertprozentig nicht gute Sache noch verstärkt.
Der einfachste Weg, und das ist das, was mich immer so komisch stimmt, ist Dialog und Diskussion. Ich habe bis heute nicht verstanden, wieso wir das nicht bis zum Maximum ausreizen. Wieso man nicht miteinander redet, wieso man Leute framet. Selbst die Schwurbeljungs. Selbst wenn der Kollege sich hinsetzt und sagt, meine Erde ist flach, es gibt keine Gravitation, Kalorien gibt es nicht, und wenn du morgens Wasser mit Zitrone trinkst, kannst du fliegen: Dann setz den doch dazu, dann reden wir doch darüber.
Diese klassische Meinungsmache, dieses, oh, das geht nicht, du darfst das nicht, wir sind die Guten und das sind die Schlechten, das spielt ja jeder. Und wenn es jeder spielt, dann macht es keiner richtig. Wenn jeder sagt, er ist der Gute und der andere der Böse, dann wird es schwierig.
Am Ende sollte man vielleicht sagen: Vielleicht wissen wir alle gar nicht, was Sache ist. Vielleicht sind wir alle nur Beifahrer. Und vielleicht sollten wir uns ein bisschen zurücknehmen. Ironisch, dass das von mir kommt, dem Besserwisser und Klugscheißer. Aber das ist tatsächlich eine wichtige Sache, die ich über die Jahre gelernt habe, gerade wenn du mit sehr vielen tollen Wissenschaftlern arbeitest, die alle sehr strikt faktenorientiert arbeiten.
Du kannst dich mit Leuten unterhalten, die unfassbar hoch akkreditiert sind, die alles Mögliche in ihrem Leben erreicht haben, wissenschaftliche Durchbrüche. Die werden dir alle sagen: Ich habe das Thema nicht vollkommen verstanden. Egal bei welchem Thema. Ob du dich mit Atomphysikern auseinandersetzt, mit Mathematikern, mit Ärzten. Die sagen: Ich habe Ahnung von dem, was ich hier tue. Habe ich alles verstanden? Nein, unmöglich.
Und so sollten wir vielleicht an die Sache rangehen. Haben wir alles verstanden? Nein. Gibt es jemanden, der neuen Input hat? Ja. Hören wir uns das an? Ja, müssen wir. Erzählt er Scheiße, weil er das nicht validieren kann? Ja. Gut, dann ist es Scheiße.
Aber wenn er es beweisen kann und neue Theorien hat, so funktioniert ja auch die wissenschaftliche Arbeitsweise, dann musst du das testen. Wenn dann plötzlich Zahlen, Daten und Fakten kommen, und du denkst, passt mir irgendwie nicht, weil das nicht meine Meinung ist, und ich finde das doof, aber er hat recht, weil er es belegen kann: Wenn du die Zahlen und die Daten dahinter prüfst und guckst, ist das geframt, ist das gecherrypickt, und du am Ende dastehst und sagst, Mist, der hat recht. Dann musst du so erwachsen sein und dir eingestehen, dass diese Person recht hat. Auch wenn es eine komplett andere Meinung ist als deine.
Wenn morgen jemand herauskommt und sagt, du sollst dich nur noch von Sonnenenergie ernähren, und alle sagen, so ein Quatsch, kann nicht sein, und er liefert dir Daten und Fakten, dass es so ist, dann kannst du sagen: Ja, sollten wir wirklich machen. Ich esse trotzdem lieber mein Stück Steak, aber faktisch hat er recht.
Und darauf müssen wir uns einigen. Wir müssen zu dem Punkt kommen, an dem wir sagen, gewisse Dinge sind korrekt oder inkorrekt. Es macht keinen Sinn zu sagen, wir wissen es besser, wir wissen es besser, um sich dann selbst reinzureiten. Und das ist in den Medien ganz oft der Fall. Zu allem kommt immer, wir wissen das so, aber eigentlich ist es so. Und dann kommen die Faktenchecker, und die Faktenchecker scheißen selbst ins Bett.
Das ist das Paradoxon, das ich selbst sehr verurteile. Ich mache das Maul auf, wenn ich wirklich weiß, was ich sage. Und ich würde mich nicht in Gebiete vorwagen, von denen ich keine Ahnung habe. Da würde ich immer sagen, davon habe ich keine Ahnung. Ich kann dir sagen, was ich weiß und was ich mir herleiten kann. Aber ich weiß es nicht zu 100 Prozent.
Und wenn jeder so vorgehen würde, dann hätten wir diese Debatte gar nicht. Weil dann könnte jeder sagen, ich habe mal gelesen, dass Sonneneinstrahlung auf den Hintern gut ist. Dann kommt jemand um die Ecke und sagt, nein, ist es nicht, hier sind Daten und Fakten. Dann sagt der: Okay, cool, war wohl falsch. Aber das ist die nächste Büchse, sich selbst einzugestehen, dass man einen Fehler gemacht hat. Das ist eine Lektion, die fürs Leben schwer ist. Sollte man machen, macht das Leben einfacher.
An dieser Stelle komme ich zum Ende, ich glaube, ich habe genug dazu gesagt. Das ist ein sehr heikles Thema, wir haben heute mal etwas völlig anderes gemacht. Wenn ihr es scheiße findet, schreibt es bitte in die Kommentare. Wenn es keinen interessiert, werde ich es an den Views sehen, auf diesem toten YouTube-Kanal.
Vielen Dank. In diesem Sinne, klickt auf Like, abonnieren, kommentieren. Irgendetwas drücken, damit dieser Kanal wieder aus der Versenkung hervorgeholt wird und wir im Kollektiv vielleicht nicht so blöd sind. In dem Sinne, tschüss.
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