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Zucker gegen Süßstoffe
Alexander Friedrich
·31 Min
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Transkript Wort für Wort, zum Aufklappen.
Hallihallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Wissen nervt, eurem absoluten Lieblingsformat. Heute gibt es keine Witze über mich selbst, das könnt ihr wunderschön in der Kommentarspalte machen. Heute gibt es aber ein Thema, das sehr interessant und wahrscheinlich sehr kontrovers ist, obwohl es nicht kontrovers sein sollte: Süßstoffe gegen Zucker.
Ich weiß, dass sehr viele von meinen Schwurbelgegnern jetzt dasitzen und denken, gleich schreibe ich einen Kommentar. Gerne, macht das. Aber ich werde euch direkt von Anfang an etwas enttäuschen. Ich werde heute keinen Deep Dive Richtung Süßstoffe machen und erklären, das wird absorbiert, das wird nicht absorbiert, so wird Aspartam in Methanol umgewandelt und so weiter. Weil die Leute das eh wieder cherrypicken und dann sagen, Aspartam wird zu Methanol umgewandelt. Und dann beißen sie in ihre Tomate, die mehr Methanol enthält als die Cola Zero.
Deswegen halten wir das Thema primär bei Süßstoffe gegen Zucker. Nichtsdestotrotz erkläre ich Süßstoffe kurz, gerade den Unterschied zwischen klassischem Süßstoff und Zuckeralkohol, und vielleicht ein bisschen etwas zur Absorption. Aber wenn ich sehr in die Tiefe gehe, schalten alle ab, und darauf haben wir keine Lust. Wir wollen primär hervorheben, wieso Zucker fast immer, jetzt nehme ich die Pointe schon weg, schlechter ist als Süßstoff.
Kurz zu den Süßstoffen. Wir müssen unterteilen. Einmal die Zuckeralkohole, das ist so etwas wie Erythrit und Xylit. Und einmal die normalen Süßstoffe, so etwas wie Aspartam, Acesulfam-K und Sucralose. Aspartam wird absorbiert. Sucralose wird beispielsweise nicht absorbiert. Acesulfam-K wird absorbiert, aber nicht verstoffwechselt und einfach ausgeschieden. Aspartam wird verstoffwechselt, unter anderem in das böse Methanol.
Aber wie gesagt, das ist so verschwindend gering und hat überhaupt keinen Einfluss auf euch, das könnt ihr streichen. Und wenn euch angst und bange wird, wenn ihr Methanol hört, dann dürft ihr auch keine Tomaten mehr essen. Das ist ein so schönes Beispiel, es wurde schon tausendmal genannt, deswegen rede ich auch so schnell, damit wir das hinter uns lassen.
Bei den Zuckeralkoholen müssen wir ein bisschen schauen. Zuckeralkohole werden primär für Lebensmittel eingesetzt, nicht für Getränke. Deswegen assoziieren die meisten Menschen Süßstoffe mit Dingen wie Aspartam, weil die in Getränken genutzt werden. Und bei zuckerfreier Schokolade und so etwas werden Xylit und Erythrit genutzt. Auch gar nicht schlecht. Wohlgemerkt gibt es da relativ schnell Nebenwirkungen, wenn man zu viel davon isst. Das schlägt sich auf die Verdauung, beziehungsweise schlägt durch die Verdauung durch, sagen wir es mal so. Deswegen bei dem Proteinriegel, auch wenn er lecker schmeckt, vielleicht einen essen und nicht die ganze Packung. Das könnte zu einem bösen Erwachen führen.
Das nur mal ausgeklammert. Die Thematik ist aber eine anscheinend sehr kontroverse Sache, die ich bis heute nicht nachvollziehen kann. Also ich kann sie nicht nachvollziehen, aber ich kann mir herleiten, woher das kommt. Nämlich die Debatte Süßstoffe gegen Zucker. Und wie eingangs gesagt: Es ist eigentlich immer so, dass der Süßstoff besser als der Zucker ist.
Wieso sagt Räuber Hotzenplotz jetzt, dass das so ist? Das ist relativ einfach begründet. Wir haben in Deutschland ein großes Problem mit Übergewicht. Wir essen zu viele Kalorien. Übergewicht ist ziemlich einfach zu lösen, indem wir weniger essen. Zumindest auf dem Blatt Papier ist es einfach, die praktische Umsetzung ist schwieriger, als man es sich gerne vorstellt.
Das bedeutet: Alles, was wir nutzen können, um Übergewicht zu reduzieren und dabei die Lebensqualität aufrechtzuerhalten, ist automatisch besser als das Lebensmittel, das viele Kalorien mit sich bringt. Eine Zuckercola ist einer Zero-Cola also immer unterlegen, weil die Zero-Cola immer weniger Kalorien hat.
Es gibt die seltene Situation, dass ihr permanent im Kaloriendefizit seid und trotzdem unbedingt eine normale Zuckercola trinken möchtet. Dann wäre die Zuckercola sogar okay, gleichwertig mit der Süßstoffcola, wenn man es so nennen mag. Denn ihr seid ja immer noch im Kaloriendefizit. Hier könnte man argumentieren, das größere Defizit ist trotzdem besser. Aber das ist Haarspalterei.
Die Argumente, die dann immer gebracht werden, sind: Die Süßstoffe sind aber alle giftig. Weil es nicht sein kann, dass etwas wie Zucker schmeckt und dann kein Zucker ist. Ich glaube, in Amerika gab es mal I can't believe it's not butter, so eine Werbung. Ich glaube, das war Margarine. Egal, zurück zu den Süßstoffen.
Ich verstehe, dass das nicht logisch wirkt. Aber da müssen wir kurz erklären: Süßstoffe haben deshalb so wenige Kalorien, weil ihre Süßkraft so exorbitant viel stärker ist als die von Zucker. Deshalb wird so wenig davon eingesetzt, dass man auf dieselbe Süße kommt, ohne viel zu verwenden. Und da diese Dinge von Natur aus auch schon andere Kaloriengehalte haben, ist das noch besser.
Süßstoffe sind also der einfachste Weg, Kalorien zu sparen, wenn man sie einsetzen kann. Zuckeralkohole immer außen vor, weil Zuckeralkohol das Problem hat: Wenn man zu viel davon isst, wird es ein bisschen kritisch mit der Verdauung.
Damit ist diese Debatte eigentlich schon beendet. Höchstes Ziel: Kalorien. Esse ich zu viele Kalorien? Zero-Cola, immer die bessere Wahl. Immer. Esse ich immer zu wenige Kalorien? Debattierbar, vielleicht ist die Zuckercola vor dem Training sogar keine schlechte Idee. Aber dieser Zustand ist bei fast keinem gegeben, und deswegen müssen wir uns auf den Durchschnitt beziehen. Deswegen ist es ziemlich einfach zu sagen: Die Zero-Cola ist besser als die Zuckercola.
Und wenn man weitergeht, könnte man sagen, statt der Zuckercola könntest du lieber ein bisschen mehr richtiges Essen essen, was dir auch mehr Energie gibt. Aber gut, das wäre wieder Haarspalterei.
Heißt, dieses Konstrukt, beziehungsweise diese Fakten, denn es sind Fakten, auch wenn viele immer versuchen, das mit ihrem Fühli-Fühli abzuwehren und zu sagen, bei mir war das völlig anders, Süßstoffe sind nicht gesund. Auch wenn viele Leute das behaupten möchten, ist es faktisch nicht korrekt.
Und da wir uns von jeglichen Fakten entfernt haben und jeder jetzt alles im Internet sagen und sich damit auch noch eine große Gefolgschaft aneignen kann, sind wir jetzt hier: dass ich ein Video machen muss, in dem ich erklären muss, dass Süßstoffe fast immer besser sind als Zucker. Das ist schon ganz schön traurig. Denn die Datenlage ist dafür eindeutig.
Und dennoch schaffen es die Schwurbler durch Cherrypicking und Winkelargumente, Menschen so weit zu verunsichern, dass sie wirklich denken, Süßstoffe seien schlecht für die Bauchspeicheldrüse, sie ließen den Blutzucker ansteigen, du hättest eine harte Insulinantwort davon. Und die ganze Datenlage beweist genau das Gegenteil. Wir reden hier nicht von, oh, da gab es mal eine Studie. Wir reden von Meta-Analysen mit hunderten Studien und Kontrollen.
Ich verstehe die Skepsis, dass viele neuerdings sagen, trau keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht hast. Aber deswegen gibt es peer-reviewte Studien. Und die Leute werden immer angepisst, wenn ich dann sage, wie willst du das alles vertuschen? Wie willst du so viele Menschen schmieren und so viele Daten abwandeln, dass alle unter einer Decke stecken? Das ist ein bisschen schwer, vor allen Dingen, wenn die alle gefühlt nichts miteinander zu tun haben.
Heißt, wir sind postfaktisch angekommen. Wir sind also wieder bei Fühli-Fühli. Und da kommt immer das Argument: Ja, macht mir das Insulin kaputt, macht mir das kaputt. Ich vertrage keine Süßstoffe. Wenn ich Süßstoffe zu mir nehme, dreht sich mein Magen um.
Hier ist wieder so eine Sache, die für viele Menschen sehr logisch klingt. Ist sie aber nicht, denn es werden ganz viele Faktoren ausgelassen. Und ohne dass ich hier nur dumm rumklugscheißen will, versuche ich das zu erklären, weil ich mich freuen würde, wenn die Menschen die Komplexität dieser Dinge verstehen würden.
Wenn du sagst, ein Zero-Getränk verträgst du schlecht, dann kann das an ganz vielen Dingen innerhalb dieses Getränks liegen. Denn auch die Formel des Getränks ändert sich. Eine Cola Zero hat eine etwas andere Zusammensetzung als eine Zuckercola. Neben den Süßstoffen sind auch noch andere Dinge drin.
Es kann trotzdem sein, dass du bei irgendeinem Süßstoff eine Verdauungsreaktion hast. Das möchte ich niemandem absprechen. Aber es ist sehr schwer, das genau auf den Punkt zu treffen. Und oft ist es so, dass sich die Getränke total unterscheiden und man dann sagt, es liegt an den Süßstoffen, obwohl es gar nicht daran liegt. Das ist ein Cause and Effect, man baut sich eine Kausalität zusammen: Daran muss es liegen.
Auch das Argument, das immer gebracht wird, es führe zu einem Insulinausstoß, mein Blutzucker steigt: Das ist nicht so, und das hält sich trotzdem hartnäckig. Und selbst wenn es der Fall wäre, wäre es immer noch viel, viel weniger als beim Zuckeräquivalent. Wenn du eine Zuckercola gegen eine Zero-Cola stellst, und selbst wenn die Zero-Cola zu einem Insulinausstoß führen würde, dann wäre der immer noch extrem viel geringer als bei der Zuckervariante. Auch das wollen viele nicht verstehen.
Und dann kommt immer diese Debatte auf: Ja, dann trink doch einfach Wasser. Das ist korrekt. Wasser ist unterm Strich immer noch die gesündeste und beste Alternative, weil du eine Zero-Cola, in der noch Phosphorsäure ist, mit einfach nur Wasser vergleichst. Aber das ist Äpfel mit Birnen vergleichen. Wenn ich etwas Süßes trinken möchte, dann trinken viele eben nicht Wasser, sondern ein Zuckergetränk. Und wenn ich das Zuckergetränk gegen ein Süßstoffgetränk tauschen kann, dann spare ich sofort Kalorien.
Für sehr viele Menschen ist allein dieser Switch unfassbar viel wert. Und wenn wir diesen Menschen suggerieren, dass das, was sie da tun, nämlich von Zucker auf Zero zu wechseln, schlecht sei, dann schaden wir ihnen. Denn es gibt ganz viele Menschen, und ich beziehe es auf mich selbst, ich habe über ein Jahrzehnt gecoacht, fast zwölf Jahre am Stück. Ich hatte so viele Leute, die sich am Tag ein bis zwei Liter Zuckerplörre reingeschüttet haben. Und der einfachste Weg, ohne dass diese Menschen irgendetwas an ihrem Lebensstil ändern mussten, war, einfach von Zucker auf Zero umzusteigen.
Bei zwei Litern am Tag reden wir von 200 Gramm Zucker. Das sind 800 Kalorien. Die haben nur den Switch gemacht und plötzlich Gewicht verloren. Und dieser Aha-Moment war mehr wert als jedes Coaching. Allein diesen Schritt zu machen und zu verstehen, oh, mein Körper hat ja eine Reaktion. Es gibt wirklich einfach nur Kalorien rein gegen Kalorien raus.
Klar kann das deutlich schwieriger werden, wenn du erkrankt bist. Aber am Ende bleibt immer die Devise Kalorien rein gegen Kalorien raus. Und was dieses sinnlose Drecksargument, diese Diskussion immer wieder kaputtmacht, ist genau dieser Aha-Moment und diese Low-Hanging-Fruit, die für jeden, der so viele Zuckergetränke zu sich nimmt, sofort erreichbar wäre.
Wenn man den verunsichert und sagt, die Süßstoffe sind aber nicht gut, und ihm permanent sagt, du sollst aufhören, Zucker zu trinken, du musst Wasser trinken, der aber von zwei Litern sofort auf null gehen soll, dann ist das Quatsch. Und auf der anderen Seite: Wieso sollte er seine Lebensqualität so weit einschränken? Dafür sind diese Zero-Getränke doch da.
An der Stelle, ich werde nicht von Zero gesponsert. Ich trinke gerne Zero. Aber Witz wirklich außen vor: Das ist ein Thema, das mir ziemlich auf den Sack geht. Wenn wir das komplett in die Bevölkerung reinkriegen würden, dass wir Getränke von Zucker primär auf Zero umstellen, hätten wir einen gigantischen Effekt. Und dieses Übergewicht ist wirklich ein Problem. Es ist für Entzündungen Mist, für deine Gelenke Mist, für deine Herzkranzgefäße Mist. Für alles in deinem Körper ist es Mist.
Das ist das höchste Gut, das wir haben, dass wir einfach nicht überfetten. Und wenn es dann einfache Dinge gibt, die faktisch gar keine Nebenwirkungen haben, auch wenn immer kommt, oh, das macht deinen Darm kaputt. Nein, auch nicht. Dann kam wieder eine Studie raus, okay, das Darmmikrobiom wurde verändert. Hast du kurz nachgeguckt, was verändert wurde? Ja, es sind die guten Bakterien, die verändert wurden. Ach, scheiße.
Und so aufbrausend, weil es ein Thema ist, das so simpel und einfach ist, und trotzdem wird es emotional so aufgeladen, dass Menschen permanent verunsichert werden, damit man eine Lagerbildung hat. Und wieso hat man diese Lagerbildung? Damit du Scheiße kaufst. Das ist die Antwort. Diese ganze Debatte wird weiter befeuert, damit du mehr kaufst. Und zwar von beiden Seiten.
Diese Fehde führt dazu, dass darüber gesprochen wird. Die eine Seite sind Hardcore-Süßstoffe, die andere Hardcore-Zucker. Gut, die Wasserbros gibt es auch noch, aber die lassen wir außen vor. Und das Problem ist, dass keiner hinter die Kulissen schaut und versteht: Hier gibt es ein Incentive dahinter.
Auch dass irgendwelche holistischen Naturschwurbel-Gurus dir das erzählen, damit sie ihr holistisches Coaching verkaufen können. Und wenn du hier meinen Was-weiß-ich-Zucker nutzt, dann hast du keine Probleme mehr. Weil Kalorien kennen die eh nicht, Kalorien sind ja angeblich nur ein Konzept. Nein, es ist ein Gesetz. Kalorien rein gegen Kalorien raus. Dieses Gesetz kannst du nicht überbrücken. Du kannst ein Problem haben, dass du weniger Kalorien verbrennst, als du annimmst, aufgrund von ganz vielen Dingen, wenig Aktivität, Krankheiten. Aber am Ende ist es immer Kalorien rein gegen Kalorien raus.
Deswegen ist diese Debatte so sinnlos. Jedes Mal, wenn ich irgendwo eine Anzeige für irgendeinen alternativen Zucker sehe, nein, es ist kein Zucker, weil es aus Datteln kommt. Schön, du kannst dir deinen Zucker sonst wohin schieben. Am Ende hat das Ding trotzdem Kalorien, und damit ist es für 99 Prozent der Leute automatisch die schlechtere Wahl.
Und dass das nicht verstanden wird und mit Absicht in Winkelargumente geframt wird, nein, das darf man nicht sagen, das ist doof: Darauf habe ich keine Lust. Es ist Zeit, den Bullshit ad acta zu legen und einfach zu sagen: Wenn du übergewichtig bist, hör auf, Zucker zu trinken. Im Optimalfall trink Wasser. Wenn du aber etwas mit Geschmack trinken möchtest, trink ein Süßstoffgetränk. Fertig.
Ich frage mich bis heute, wieso sich keiner auf diese ganz simple Kommunikation eingelassen hat. Ich sehe im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, Süßstoffe seien nicht gut. Dasselbe beim Protein, das braucht eigentlich eine eigene Folge, wo dann einer sagt, Proteinpulver ist doof, und dann kloppen sie sich einen 850-Kalorien-Shake mit Erdnussbutter zusammen, der mit einem Proteinshake nichts mehr zu tun hat.
Das ist das Problem, das ich damit habe. Wieso muss das emotional so aufgeladen werden? Wir reden hier ja nicht von der Wissenschaft. Ich würde verstehen, wenn jemand sagen würde, pass auf, der Konsens passt mir nicht, ich habe Sorge, dass hier etwas ist. Denn diese Debatten wurden schon geführt, und es ist klipp und klar, dass diese Dinge kein Problem sind. Selbst wenn du sie in horrenden Mengen zu dir nimmst. Selbst wenn du am Tag drei Liter Zero trinkst, ist das nicht wirklich schlimm. Da passiert nichts, außer dass du dir höchstens die Geschmacksnerven wegbretterst. Oder dass du dir die Zähne wegschmirgelst, weil du dir den ganzen Tag Säure reinschüttest.
Aber dann kommen die Schwurbler mit ihrem Apfelessig-Zitronen-Mist um die Ecke, und dann schüttest du dir das rein. Damit frittierst du dir den Zahnschmelz genauso.
Und das ist eigentlich das Problem, weswegen das hier so ein Rant wird und wieso ich mich so aufrege. Wir haben uns komplett davon entfernt, was immer suggeriert wird, dass die Leute versuchen, jemandem zu helfen. Die helfen euch nicht. Die erzählen euch den ganzen Tag Scheiße, damit sie fünf Euro verdienen. Diese perfide Heuchelei geht mir wirklich gegen den Strich, weil das nichts mit Zahlen, Daten und Fakten zu tun hat.
Und das baden die Menschen aus, die sich dadurch verunsichern lassen. Wenn du da draußen jemanden hast, der schwer übergewichtig ist, der endlich sein Leben anpacken will, der aber keinen Strohhalm hat, an dem er sich greifen kann: Wenn du dem sagst, Süßstoffe sind scheiße, du musst jetzt nur Wasser trinken, du musst holistisch essen, du musst jeden Tag trainieren gehen, du musst jeden Tag Cardio machen. Der steht morgens auf und sagt sofort, schaffe ich nicht. Kann ich nicht. Und dann hast du den Menschen verloren.
Lass den sich zweimal aufrappeln, lass ihn sagen, ich mache jetzt was, ich ziehe durch. Dann fällt er zweimal auf die Nase, dann gibt er auf. Und dann geht er auf wie ein Ballon. Obwohl er den Initialreiz gehabt hat, obwohl er genug Willensstärke hatte anzufangen. Aber ihm wurde pausenlos ins Gehirn gekackt. Damit habe ich ein Problem. Und ich verstehe nicht, dass das immer noch eine Debatte ist.
Nochmal kurz zusammengefasst, auch zum Zucker. Zucker ist nicht per se schlecht. Weil das sind wieder die anderen Hardliner, die sagen, oh, Zucker. Nein, es gibt nichts, was per se schlecht ist von dem, was hier in Deutschland als Lebensmittel zugelassen ist. Es gibt natürlich Dinge, die schlecht sind, Alkohol, Zigaretten, darüber brauchen wir nicht zu reden. Aber Zucker ist nicht per se schlecht.
Zucker ist dann schlecht, wenn du zu viel davon nimmst, weil du dadurch wahrscheinlich zu viele Kalorien zu dir nimmst. Die Ableitung ist: Reduziere Zucker. Wo kann ich Zucker sparen? Bei Getränken. Schlecht sparen kannst du zum Beispiel, wenn du am Tag unbedingt ein Stück Schokolade essen möchtest. Das kannst du zwar mit Erythrit machen, aber am Ende sagst du, schmeckt mir nicht, ist okay. Dann ist das Stück Schokolade mit Zucker eben okay. Aber dann kannst du wenigstens die Zuckercola durch eine Zero-Cola ersetzen. Und schwupp, hast du vielleicht 400, 500 Kalorien eingespart. Vielleicht war das sogar der komplette Überschuss, den du hattest. Und schwupp, nimmst du nicht mehr zu.
Und auf einmal merkst du, ich nehme ja gar nicht mehr zu. Und dann kommt der Switch: Ich möchte gerne etwas machen, ich mache ein bisschen Aktivität, ich habe Bock, ein bisschen Sport zu machen. Dann hast du die ersten Erfolge. Und wenn du dann verstehst, wieso du die ersten Erfolge hast, dann kommst du aus dieser Ohnmacht raus.
Und wenn du verstanden hast, dass dein Körper dir gehorcht und nicht umgekehrt, dann bist du frei. Dann hast du geschnallt, ich kann meinen Körper modellieren, wann immer ich möchte. Ich kann auch mal schwerer werden, alles gut. Wenn ich sage, ich bin im Urlaub und will es mir gut gehen lassen, geil, ich esse alles, was ich finde, ich trinke zwei, drei Drinks. Ist doch okay. Du kommst nach Hause, hast vier Kilo zugenommen und denkst, das waren zwei geile Wochen. Und dann merkst du, die sollten wieder weg.
Da du aber weißt, was du tust, kannst du das sofort angehen. Du kannst sagen, okay, ich kann ohne Probleme ein halbes Kilo pro Woche verlieren und muss mich nicht kasteien. Ich kann auch ein Kilo die Woche verlieren, dann ist es anstrengender, und dann kriegt das vielleicht auch mein Umfeld mit, aber kann ich auch machen.
Dafür brauchst du aber Wissen. Dafür brauchst du nicht Leute, die dir mit Absicht Scheiße erzählen, damit du wieder irgendein anderes Drecksprodukt kaufst. Und das ist die Schlusslinie. Süßstoffe gegen Zucker ist ziemlich einfach zu beenden. Süßstoffe sind fast immer besser als Zucker. Zucker ist nicht per se schlecht. Zu viel Zucker ist schlecht. Zucker ist auch dann schlecht, wenn du durch den Zucker zu viele Kalorien zu dir nimmst. Damit ist die Debatte zu.
Da gibt es auch nichts mehr zu argumentieren, auch wenn in den Kommentaren gleich einiges kommt. Darauf habe ich keine Lust, weil ihr mit diesem Schwachsinn einfach nur Leute verunsichert und Mist erzählt. Dann sind wir wieder bei der Ebene, die das eigentlich Verwerfliche am ganzen Schwurbel ist. Ihr stellt euren eigenen Egoismus, eure Verblendung, eure Selbstbeweihräucherung über das Wohl der Allgemeinheit. Es geht nicht darum, etwas Gutes zu tun, sondern darum, dass Leute denken, dass ihr etwas Gutes tut.
Ihr wollt einfach nur diesen Status: Das ist der Ehrenmann, der hat uns aufgeklärt, der hat die Verschwörungen beleuchtet. Euch geht es nicht darum, gescheite Fakten zu liefern. Wenn ihr das wollen würdet, würdet ihr nicht den ganzen Tag Scheiß erzählen. Und das ist hoffentlich der Denkzettel, den diese Menschen hören sollten. Denn erst wenn ihr realisiert habt, dass ihr ganz schön egoistische Mistkerle seid, dass ihr Menschen mit Quatsch abziehen wollt und das dann auch noch als Gesundheit und neue Bewegung verkauft, dann seid ihr eine Sekte. Und Sekten sind nie gut. Außer man trinkt einen Sekt, das kann manchmal gut sein.
Deswegen: Lasst euch nicht verarschen. Auch alles, was ich hier gerade gesagt habe, checkt das. Wir leben in einem neuen Zeitalter, ihr habt Google, ihr habt KI. Ihr könnt mit genug Input und genug eigener Recherche solche Themen sehr kritisch hinterfragen und verstehen. Hört nicht auf irgendwelche Menschen im Internet. Überprüft das, schaut euch die Datenlage an.
Dabei gehört zur Datenlage aber auch, dass ihr diese Dinge richtig verstehen müsst. Gerade bei Confounding, bei der Frage, was ist eine Kausalität und was eine Korrelation. Das ist auch der Grund, wieso so viele Schwurbler diese Studien immer anführen: Weil das die wenigsten Menschen können. Wieso solltest du das auch können? Das ist nicht dein Alltag. Wieso musst du in deinem Alltag Studien bis auf das letzte Quäntchen analysieren und auseinanderpflücken können? Musst du nicht. Und selbst die, die es können, haben oft keinen Bock darauf.
Aus diesem Grund werden solche Dinge genutzt, um falsche Kausalitäten hervorzubringen und euch anzulügen, damit Meinungsmache und Kaufkraft generiert wird. Es ist immer das Gleiche. Und deswegen ist es keine Verschwörung, sondern die Realität. Denn das ist ganz klassisches Marketing. Es ist Selbstbeweihräucherung, Selbstinszenierung und Marketing.
Ich habe wahrscheinlich lang genug geredet, und ihr denkt euch jetzt, ich muss dieses YouTube-Video ausmachen, weil ich ansonsten mein Handy an die Wand schmeiße, da ich den ganzen Tag auf Social Media belogen werde. Entspannt euch. Wenn euch wieder irgendjemand erzählt, XYZ ist super schädlich: gemütlich durch die Hose atmen. Wenn euch jemand sagt, das ist der neue Gamechanger: gemütlich durch die Hose atmen. Lasst euch bei diesem Thema nicht so emotionalisieren wie ich. Geht da nüchtern dran, seid skeptisch, was so etwas angeht. Denn die meisten Heiligen sind nicht wirklich heilig, viele wollen euch einfach eine Menge Quatsch verkaufen.
Aber, und das muss ich an der Stelle sagen, nicht nur um meinen eigenen Hintern zu retten: Werbung und Marketing sind nicht per se schlecht. Denn es gibt auch gute Produkte, die gepusht werden möchten. Beispielsweise hat das, was ihr mit eurem Geldbeutel entschieden habt, nämlich wie viele Zero-Getränke ihr einkauft, dazu geführt, dass es plötzlich so viele Zero-Getränke gibt.
Und viele denken dann, jetzt will uns die Lebensmittelindustrie wieder manipulieren. Nein, ihr habt mit eurem Geldbeutel entschieden, was ihr kauft. Und wenn die Lebensmittelindustrie sieht, oh Mann, die kaufen unsere Zuckercola nicht mehr, die kaufen nur noch Süßstoffcola, lass mal drei Süßstoffcolas machen, weil dann haben wir einen besseren Marktanteil, dann habt ihr das geschafft.
Ihr habt die Macht, weil ihr entscheiden könnt, ob ihr diese Dinge kauft, und wenn ihr sie kauft, welche ihr kauft. Wenn ihr eine höhere Vielfalt an Zero-Produkten haben wollt, kauft Zero-Produkte. Wenn ihr keinen Bock auf Zero-Produkte habt, kauft keine. Und wenn ihr Bock auf Zuckerprodukte habt, kauft von mir aus Zuckerprodukte. Und wenn ihr dadurch nicht übermäßig fett werdet oder im Kaloriendefizit seid, so be it, damit habe ich kein Problem.
Du kannst auch deinen Fruchtsaft trinken, der ist auch cool. Ich habe noch keine Zero-Fruchtsäfte gefunden, die sehr lecker sind, ich trinke auch lieber einen richtigen Fruchtsaft. Der hat auch einen Haufen Zucker. Aber wenn ich morgens im Urlaub einen frisch gepressten Orangensaft haben möchte, dann zutsche ich mir den rein, aber garantiert.
Und löst euch von dieser harten Emotionalisierung, dieses, oh, das darf man nicht, das ist schlecht, das ist gut, das ist böse. Nein, es ist immer eine Relation.
In dem Sinne, ganz lieben Dank fürs Einschalten. Ich hoffe, ich konnte euch das Thema etwas näherbringen und euch beruhigen oder erzürnen, je nachdem. Und wir können diese Thematik Süßstoff gegen Zucker endlich hinter uns lassen. Das wäre schön, weil wir uns dann gemütlich auf das Richtige und Wichtige konzentrieren können. Die Basics machen, die ich gefühlt in jedem Video wiederhole.
Macht Sport, habt Aktivität, geht ein bisschen spazieren. Sucht euch eine Sportart, auf die ihr Bock habt. Ob Radfahren, Laufen, Squash, Basketball, egal. Irgendwas. Habt Spaß am Sport, Sport ist geil, das kann richtig Spaß machen. Bewegt euch, geht zwei-, dreimal die Woche ins Gym, bewegt ein bisschen Gewichte, schreibt euch das auf, habt ein Logbuch. Und merkt jedes Mal, wenn ihr ins Training geht, dass ihr stärker werdet. Das ist die geilste Sache, die euch widerfahren kann, weil ihr merkt, dass ihr Fortschritt macht.
Die Zeit und die Energie, die ihr da reinsteckt, kriegt ihr zurück, auch wenn ihr das Gefühl habt, ich mache keine großen Sprünge. Wenn du nur eine Wiederholung pro Training mehr machst, hast du dich gesteigert. Und das ist geil. Wenn du es darauf runterbrichst, wirst du auch Spaß daran haben. Und der Spaß führt zu einem besseren Training, das bessere Training führt dazu, dass es dir garantiert besser geht. Denn Muskulatur solltest du dir erhalten, gerade bis ins hohe Alter, damit du nicht auf die Nase fliegst und gesund bleibst.
Deswegen: Macht die Basics, esst gescheit, und vergesst dabei eure Lebensqualität nicht. Dem Wasserbruder sagen wir danke, und wenn ich Bock auf etwas mit Geschmack habe, dann trinke ich etwas mit Geschmack, dann ist gut. Trotzdem bitte genug Wasser trinken, das ist sowieso ein Thema für eine andere Show.
In dem Sinne, bleibt gesund, wir sehen uns in der nächsten Folge, macht's gut. Ach so, ja, ich sehe schon wieder den Mann hinter der Kamera. Abonnieren bitte, liken, kommentieren, und ganz wichtig, kauft bei H.P.N ein. Denn der ganze Mist kostet einen Haufen Geld, und ich brauche vor allem Schmerzensgeld für meine Nerven, die ich tagtäglich opfere. Vielen Dank, macht's gut, ciao.
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