Mangan

Zuletzt geprüft am

Spurenelemente

Manganese · Mn · Manganbisglycinat · Mangansulfat · Mangangluconat · Manganascorbat

H.P.N · Datenstand 2026-09-08 · 10 Zuschreibungen im Überblick

Auf einen Blick

Was es ist
Ein essenzielles Spurenelement und Cofaktor mehrerer Stoffwechselenzyme, unter anderem der Mangan-Superoxid-Dismutase (MnSOD) in den Mitochondrien und von Enzymen der Knorpel- und Bindegewebsbildung. Mangan kommt natürlicherweise vor allem in Vollkornprodukten, Nüssen, Hülsenfrüchten, grünem Blattgemüse, Tee und Gewürzen vor, die Aufnahme, Verteilung und Ausscheidung werden im Körper aktiv reguliert
Wirkform in Studien
In den zitierten Humanstudien als anorganisches Salz, als organisches Salz in Kombinationspräparaten (Mangan-Ascorbat, jeweils gemeinsam mit Glucosamin und Chondroitin) oder als Teil einer Mehrspurenelement-Ergänzung gemeinsam mit Zink, Kupfer und teils Kalzium. Eine placebokontrollierte Studie zu einem einzelnen, isolierten Mangan-Präparat ohne weitere Wirkstoffe liegt für keine der unten aufgeführten Wirkungen vor
Übliche Studiendosis
5,0 mg Mangan pro Tag über 2 Jahre in der zitierten Kombinationsstudie zur Knochendichte, 1,0 beziehungsweise 5,6 mg pro Tag über je 39 Tage in der zitierten Ernährungsstudie zu Zyklussymptomen, rund 228 beziehungsweise 304 mg Mangan-Ascorbat pro Tag (ein organisches Salz, seine Menge an elementarem Mangan ist nicht mit derselben Zahl gleichzusetzen) in den zitierten Kombinationspräparaten zur Kniegesundheit
Versorgungslage
Erwachsene in Deutschland nehmen über die normale Ernährung im Mittel schätzungsweise 2,7 bis 3,0 mg Mangan pro Tag auf, bei Vegetarierinnen und Vegetariern eher 3,0 bis 3,3 mg. Ein tatsächlicher Mangan-Mangel ist beim Menschen unter gewöhnlicher Ernährung ausgesprochen selten und wurde experimentell bislang nur unter einer eigens auf 0,11 mg pro Tag reduzierten Diät mit einer vorübergehenden Hautveränderung als einzigem beobachteten Symptom ausgelöst, siehe die Wirkungszeilen zu Knochendichte und Zyklussymptomen sowie Sicherheit
Rechtlicher Rahmen der Angaben
Vier zugelassene Angaben zu Mangan gelten nur für Lebensmittel, die die Bedingung "Quelle von Mangan" gemäß Anhang der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 erfüllen [19]. Diese Bedingung ist an den Nährstoffbezugswert (NRV) geknüpft, der laut Anhang XIII der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 bei 2 mg Mangan pro Tag liegt [18]. Als "Quelle von Mangan" gilt eine empfohlene Tagesportion ab 15 Prozent des NRV (0,3 mg), ein "hoher Gehalt" verlangt mindestens 30 Prozent (0,6 mg) [19]. Für Nahrungsergänzungsmittel schreibt zusätzlich Artikel 8 der Richtlinie 2002/46/EG vor, die Nährstoffmenge je empfohlener Tagesdosis auf der Kennzeichnung anzugeben [20]
Sicherheitshinweis
Die EFSA hat 2023 keinen klassischen Tolerable Upper Intake Level für Mangan festgelegt, sondern einen "sicheren Zufuhrwert" von 8 mg pro Tag für Erwachsene ab 18 Jahren einschließlich Schwangeren und Stillenden, gestaffelt niedriger für jüngere Altersgruppen, jeweils für die Gesamtzufuhr aus Nahrung, angereicherten Lebensmitteln, Getränken und Nahrungsergänzung zusammen. Das deutsche BfR empfiehlt daneben, gestützt auf eine ältere, eigens auf zusätzliche Zufuhr über Nahrungsergänzung bezogene Einschätzung der EFSA von 2009, eine deutlich niedrigere Höchstmenge von 0,5 mg Mangan pro Tagesverzehrempfehlung eines Nahrungsergänzungsmittels, das ist ein Vorschlag an den Gesetzgeber, keine geltende Rechtsnorm. Menschen mit chronischer Lebererkrankung oder eingeschränkter Gallenausscheidung sollten Mangan nur nach ärztlicher Rücksprache ergänzen, siehe Sicherheit

Was diesem Stoff zugesprochen wird

Was die Studien hergeben.

Jede Zuschreibung hat ihre eigene Bewertung. So liest Du die Studienlage.

  1. 01

    Normaler Energiestoffwechsel (behördliche Grundfunktion)

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Zugelassene EFSA-Angabe. Mangan trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei. Die Angabe beschreibt die physiologische Grundfunktion, keine zusätzliche Steigerung des Stoffwechsels bei bereits ausreichender Versorgung.

    Ausführlicher Nachweis

    Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung, Wortlaut laut Anhang der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 "Mangan trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei", zulässig nur für Lebensmittel, die die Bedingung "Quelle von Mangan" erfüllen, siehe Steckbrief [1]. Die Angabe beschreibt die normale physiologische Grundfunktion, nicht eine zusätzliche Steigerung des Energiestoffwechsels bei einer bereits ausreichenden Versorgung, dazu die eigenen Wirkungszeilen weiter unten [1]

    Quellen: 1

  2. 02

    Schutz der Zellen vor oxidativem Stress (behördliche Grundfunktion)

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Zugelassene EFSA-Angabe. Mangan trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen, als Cofaktor der Mangan-Superoxid-Dismutase. Die Angabe beschreibt die physiologische Grundfunktion, keinen zusätzlichen Schutz bei bereits ausreichender Versorgung.

    Ausführlicher Nachweis

    Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung, Wortlaut laut Anhang der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 "Mangan trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen", zulässig nur für Lebensmittel, die die Bedingung "Quelle von Mangan" erfüllen [1]. Grundlage ist die Funktion von Mangan als Cofaktor der mitochondrialen Mangan-Superoxid-Dismutase (MnSOD). Die Angabe beschreibt die normale physiologische Grundfunktion, nicht einen zusätzlichen Zellschutz bei einer bereits ausreichenden Versorgung, dazu die eigene Wirkungszeile zu Zellkultur- und Tiermodellen weiter unten [1]

    Quellen: 1

  3. 03

    Normale Bindegewebsbildung (behördliche Grundfunktion)

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Zugelassene EFSA-Angabe. Mangan trägt zu einer normalen Bindegewebsbildung bei. Die Angabe beschreibt die physiologische Grundfunktion, keine darüber hinausgehende Kollagenbildung oder beschleunigte Wundheilung.

    Ausführlicher Nachweis

    Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung, Wortlaut laut Anhang der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 "Mangan trägt zu einer normalen Bindegewebsbildung bei", zulässig nur für Lebensmittel, die die Bedingung "Quelle von Mangan" erfüllen [1]. Die Angabe beschreibt die normale physiologische Grundfunktion, nicht eine darüber hinausgehende, beschleunigte Wundheilung oder zusätzliche Kollagenbildung bei einer bereits ausreichenden Versorgung, dazu die eigene Wirkungszeile weiter unten [1]

    Quellen: 1

  4. 04

    Erhaltung normaler Knochen (behördliche Grundfunktion)

    Behördlich gesichert
    Einordnung und Einschränkungen

    Zugelassene EFSA-Angabe. Mangan trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei. Die Angabe beschreibt die physiologische Grundfunktion, keine zusätzliche Steigerung der Knochendichte bei bereits ausreichender Versorgung.

    Ausführlicher Nachweis

    Zugelassene Angabe nach abgeschlossener EFSA-Bewertung, Wortlaut laut Anhang der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 "Mangan trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei", zulässig nur für Lebensmittel, die die Bedingung "Quelle von Mangan" erfüllen [1]. Die Angabe beschreibt die normale physiologische Grundfunktion, nicht eine zusätzliche Steigerung der Knochendichte bei einer bereits ausreichenden Versorgung, dazu die eigene Wirkungszeile weiter unten [1]

    Quellen: 1

  5. 05

    Wirbelsäulen-Knochendichte bei postmenopausalen Frauen unter Kalzium und Spurenelementen (Zink, Mangan, Kupfer), Gruppenunterschied zu Placebo nur in der Kombination mit Kalzium nachgewiesen

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    In einer zweijährigen Studie an 59 postmenopausalen Frauen verlor nur die Placebogruppe deutlich Knochendichte an der Wirbelsäule. Ein statistisch abgesicherter Unterschied zur Placebogruppe bestand ausschließlich für die Kombination aus Kalzium und den drei Spurenelementen, nicht für die Spurenelemente allein.

    Ausführlicher Nachweis

    In einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Studie erhielten 59 gesunde postmenopausale Frauen (Durchschnittsalter 66 Jahre) über 2 Jahre entweder Placebo, Zink (15,0 mg pro Tag), Mangan (5,0 mg pro Tag) und Kupfer (2,5 mg pro Tag) allein, Kalzium allein (1000 mg elementares Kalzium als Kalzium-Zitrat-Malat) oder Kalzium gemeinsam mit denselben drei Spurenelementen [3]. Die Veränderung der Knochendichte an den Lendenwirbeln L2 bis L4 betrug minus 3,53 Prozent in der Placebogruppe, minus 1,89 Prozent unter den Spurenelementen allein, minus 1,25 Prozent unter Kalzium allein und plus 1,48 Prozent unter Kalzium mit Spurenelementen [3]. Der Rückgang gegenüber dem eigenen Ausgangswert war ausschließlich in der Placebogruppe statistisch abgesichert (p gleich 0,0061), und laut Abstract bestand der einzige statistisch abgesicherte Unterschied zwischen den vier Gruppen zwischen der Placebogruppe und der Gruppe mit Kalzium und Spurenelementen (p gleich 0,0099) [3]. Für die Spurenelemente allein gegenüber Placebo nennt die Arbeit keinen eigenen statistisch abgesicherten Gruppenunterschied. Getestet wurde eine Kombination aus drei Spurenelementen zusammen mit beziehungsweise ohne Kalzium, kein Mangan-Präparat allein, ein eigenständiger Beleg für Mangan lässt sich aus dieser Studie deshalb nicht ableiten. Dieselbe Arbeitsgruppe ordnet den Befund in einem Übersichtsartikel als Hinweis auf eine unzureichende Versorgung mit Kupfer, Mangan und Zink bei älteren Frauen ein, die die Wirkung von Kalzium auf den Knochen einschränke [4]. Ein tatsächlich gemessener Mangan-Mangel bei den Teilnehmerinnen wird in keiner der beiden Arbeiten berichtet, und ein Mangan-Mangel ist beim Menschen unter gewöhnlicher Ernährung ausgesprochen selten, siehe Steckbrief [6]. Angaben zu Förderung oder Interessenkonflikt liegen in den verfügbaren Abstracts nicht vor, ein freier Volltext war für die ältere Arbeit nicht auffindbar

    Quellen: 3, 4

  6. 06

    Stimmungs- und Schmerzsymptome in der prämenstruellen Phase unter niedriger im Vergleich zu höherer Mangan-Zufuhr in einer kontrollierten Ernährungsstudie

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    In einer kleinen kontrollierten Ernährungsstudie an 10 Frauen verstärkte eine niedrige Mangan-Zufuhr Stimmungs- und Schmerzsymptome vor der Regelblutung, unabhängig von der gleichzeitigen Kalzium-Menge. Es handelt sich um eine Diätsteuerung ohne echte Placebogruppe und eine sehr kleine Stichprobe.

    Ausführlicher Nachweis

    In einer 169-tägigen kontrollierten Ernährungsstudie im Latin-Square-Design lebten 10 Frauen mit normalem Zyklus in einer Stoffwechselstation und durchliefen doppelblind vier 39-tägige Ernährungsperioden mit 587 oder 1336 mg Kalzium sowie 1,0 oder 5,6 mg Mangan pro Tag in allen vier Kombinationen [5]. Eine höhere Kalzium-Zufuhr verringerte Stimmungs-, Konzentrations- und Verhaltenssymptome allgemein (p kleiner gleich 0,05), Schmerzen während der Regelblutung (p gleich 0,034) und Wassereinlagerung in der prämenstruellen Phase (p gleich 0,041) [5]. Unabhängig von der Kalzium-Menge erhöhte die niedrigere Mangan-Zufuhr von 1,0 mg pro Tag gegenüber 5,6 mg pro Tag Stimmungs- und Schmerzsymptome in der prämenstruellen Phase (p kleiner gleich 0,05) [5]. Die Arbeit ist eine Ernährungssteuerung mit vier aktiven Bedingungen und keiner echten Placebogruppe, die Stichprobe umfasst 10 Frauen, und ein Effektmass mit Konfidenzintervall nennt das verfügbare Abstract nicht. Die als niedrig geprüfte Menge von 1,0 mg pro Tag liegt bereits deutlich unter der geschätzten mittleren Zufuhr Erwachsener aus gewöhnlicher Kost von rund 3 mg pro Tag, ist damit aber noch klar über der Menge, mit der eine tatsächliche Mangel-Symptomatik beim Menschen bislang nur experimentell mit 0,11 mg pro Tag ausgelöst wurde, siehe Steckbrief [6]. Der Befund lässt sich deshalb eher als Wirkung einer vergleichsweise niedrigen im Vergleich zu einer höheren Zufuhr lesen, nicht als Beleg für einen zusätzlichen Nutzen einer Ergänzung über eine bereits ausreichende Versorgung hinaus. Angaben zu Förderung oder Interessenkonflikt nennt das verfügbare Abstract nicht

    Quellen: 5, 6

  7. 07

    Kniebeschwerden bei radiologisch leichtem bis mittelschwerem Knorpelverschleiß unter einer Kombination aus Glucosamin, Chondroitin und Mangan-Ascorbat, mit einer strengeren Neuauswertung derselben Daten ohne abgesicherten Unterschied

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Zwei kleine Studien mit dieser Dreifach-Kombination berichteten eine Besserung der Kniebeschwerden, eine erneute Auswertung derselben Militärstudie in einer systematischen Übersicht fand dagegen keinen statistisch abgesicherten Unterschied zu Placebo. Mangan ist in keiner der drei Arbeiten allein geprüft.

    Ausführlicher Nachweis

    In einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Crossover-Pilotstudie an 34 Marinesoldaten mit radiologisch gesichertem Knorpelverschleiß am Knie oder an der Lendenwirbelsäule wurde über 16 Wochen täglich eine Kombination aus 1500 mg Glucosamin-HCl, 1200 mg Chondroitinsulfat und 228 mg Mangan-Ascorbat gegen Placebo geprüft [7]. Die Arbeit berichtet eine Besserung des zusammengesetzten Beschwerde-Scores (minus 16,3 Prozent, p gleich 0,05), der Schmerz-Skala in der Klinik (minus 26,6 Prozent, p gleich 0,05) und im Tagebuch (minus 28,6 Prozent, p gleich 0,02) sowie des klinischen Untersuchungsbefunds (minus 43,3 Prozent, p gleich 0,01) [7]. Eine 2024 veröffentlichte systematische Übersicht zu Behandlungen bei Muskel-Skelett-Beschwerden im aktiven Militärdienst hat dieselbe Studie erneut mit einer standardisierten Mittelwertdifferenz zwischen den Gruppen ausgewertet und fand für den Knieschmerz keinen statistisch abgesicherten Unterschied zu Placebo (standardisierte Mittelwertdifferenz minus 0,41, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 1,02 bis plus 0,21) und ebenso wenig für die von den Teilnehmern selbst eingeschätzte Beeinträchtigung (minus 0,22, 95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,83 bis plus 0,39) [9]. Die in der Originalarbeit berichteten, knapp signifikanten Prozentwerte waren damit in einer strengeren, zwischen den Gruppen rechnenden Auswertung nicht mehr abgesichert. In einer zweiten, randomisierten, plazebokontrollierten Parallelgruppenstudie an 93 zivilen Teilnehmenden mit radiologisch leichtem bis mittelschwerem beziehungsweise schwerem Knorpelverschleiß am Knie besserte sich bei den 72 Personen mit leichtem bis mittelschwerem Befund unter zweimal täglich 1000 mg Glucosamin-HCl, 800 mg Chondroitinsulfat und 152 mg Mangan-Ascorbat der Lequesne-Schweregrad-Index nach 4 und 6 Monaten stärker als unter Placebo (p gleich 0,003 und p gleich 0,04), mit einer Ansprechrate von 52 Prozent gegenüber 28 Prozent unter Placebo [8]. Ob sich diese beiden p-Werte auf einen Vergleich zwischen den Gruppen oder auf eine Veränderung gegenüber dem eigenen Ausgangswert beziehen, geht aus dem verfügbaren Abstract nicht eindeutig hervor, allein die Ansprechrate ist eindeutig ein Gruppenvergleich, dafür nennt das Abstract kein eigenes Effektmass mit Konfidenzintervall. Bei den 21 Teilnehmenden mit schwerem Befund zeigte sich keine abgesicherte Besserung [8]. Alle drei Arbeiten prüfen ausschließlich die genannte Dreifach-Kombination, kein Mangan-Präparat allein, und Mangan-Ascorbat ist ein organisches Salz, dessen Gehalt an elementarem Mangan nicht mit der genannten Gesamtmenge des Salzes gleichzusetzen ist. Ein eigenständiger Beleg für Mangan lässt sich aus keiner der drei Arbeiten ableiten. Angaben zu Förderung oder Interessenkonflikt nennt keines der beiden verfügbaren Abstracts der Originalstudien, die systematische Übersicht selbst erklärt, keinen Interessenkonflikt zu haben [9]

    Quellen: 7, 8, 9

  8. 08

    Kognitive Leistungsfähigkeit in Bezug zur Mangan-Zufuhr über die Ernährung, in zwei Beobachtungsstudien an unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlichen Testverfahren

    Hinweise
    Einordnung und Einschränkungen

    Bei über 6800 älteren Erwachsenen in den USA bestand nach vollständiger Berücksichtigung anderer Einflussfaktoren kein Zusammenhang zwischen der Mangan-Zufuhr über die Ernährung und der kognitiven Leistung. Eine kleinere Studie in Spanien fand bei Frauen einen Zusammenhang zwischen höherer Mangan-Zufuhr und selteneren kognitiven Einschränkungen.

    Ausführlicher Nachweis

    In einer Querschnittsauswertung von 6863 Teilnehmenden der US-amerikanischen Health and Retirement Study (Durchschnittsalter 66,7 Jahre) wurde die über einen Ernährungsfragebogen geschätzte tägliche Mangan-Zufuhr (Mittelwert 3,3 mg, Standardabweichung 1,6 mg) einem 27 Punkte umfassenden Telefontest zur kognitiven Leistung gegenübergestellt [10]. In einem nur nach Alter, Alter zum Quadrat, Geschlecht und Herkunftsgruppe angepassten Modell war eine höhere Mangan-Zufuhr statistisch mit einer besseren kognitiven Leistung verknüpft (p für den Trend kleiner 0,001), nach vollständiger Anpassung an weitere Einflussfaktoren war dieser Zusammenhang nicht mehr abgesichert (p für den Trend gleich 0,368), mit einem Unterschied von 0,16 Punkten zwischen der höchsten und niedrigsten Zufuhr-Gruppe (95-Prozent-Konfidenzintervall minus 0,33 bis plus 0,65) [10]. In einer zweiten, kleineren Querschnittsstudie an 201 Erwachsenen in Spanien war eine höhere Mangan-Zufuhr über die Ernährung bei Frauen mit selteneren kognitiven Einschränkungen im Montreal Cognitive Assessment verbunden (Odds Ratio 0,33, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,12 bis 0,93), bei Männern zeigte sich kein entsprechender Zusammenhang [11]. Beide Arbeiten sind Beobachtungsstudien zur gewöhnlichen Ernährungszufuhr und keine Ergänzungs-Studien, ein ursächlicher Zusammenhang lässt sich aus ihnen nicht ableiten, eine allgemeine Ernährungsqualität oder andere, mit der Mangan-Zufuhr mitlaufende Faktoren können den beobachteten Zusammenhang ganz oder teilweise erklären. Die beiden Arbeiten unterscheiden sich zusätzlich in Stichprobengröße, Land, Testverfahren und Ergebnis zwischen den Geschlechtern, ein direkter Vergleich der Zahlen ist deshalb nicht möglich. Eine Ergänzung deutlich über die gewöhnliche Zufuhr hinaus ist durch keine der beiden Arbeiten untersucht, und eine Mangan-Überversorgung ist umgekehrt neurotoxisch für das Gehirn, siehe Sicherheit, sodass sich aus diesen Beobachtungsdaten keine Grundlage für eine Mehr-hilft-mehr-Lesart ableiten lässt

    Quellen: 10, 11

  9. 09

    Aktivität der Mangan-Superoxid-Dismutase und oxidativer Stress in Zellkultur- und Tiermodellen

    Nur Labor und Tier
    Einordnung und Einschränkungen

    In Zellkulturen sowie bei Ratten und Mäusen mit spezifischen Stoffwechsel-Erkrankungsmodellen stellte eine Mangan-Gabe die Aktivität der Mangan-Superoxid-Dismutase wieder her und senkte Marker für oxidativen Stress. Am gesunden Menschen ist das nicht untersucht.

    Ausführlicher Nachweis

    In kultivierten menschlichen Hautfibroblasten erhöhte eine steigende Mangan-Konzentration im Nährmedium die Aktivität der mitochondrialen Superoxid-Dismutase 2 (SOD2) in gealterten, seneszenten Zellreihen und senkte gleichzeitig die Bildungsrate von Superoxid-Anionen, in jungen Zellreihen veränderte sich die Aktivität nicht [12]. An diabetischen Zucker-Ratten erhöhte eine siebenwöchige orale Mangan-Gabe von 16 mg pro Kilogramm Körpergewicht das Hormon Adiponectin, senkte den Entzündungsmarker ICAM-1 und das Kreatinin im Blut sowie oxidativen Stress und die Aktivität der NADPH-Oxidase in der Leber, begleitet von passenden Befunden in menschlichen Nabelschnurvenen-Zellen und Fettzellen im Labor [13]. An Mäusen mit einem Gendefekt für eine erbliche Eisenspeicherkrankheit stellte eine Mangan-Gabe die durch den Eisenüberschuss verringerte Aktivität der Mangan-Superoxid-Dismutase wieder her und verbesserte Insulinausschüttung und Glukosetoleranz [14]. Alle drei Arbeiten wurden an Zellkulturen oder an Tieren mit einem spezifischen, seltenen Stoffwechselmodell durchgeführt, keine an gesunden Menschen, eine Übertragbarkeit auf die allgemeine Bevölkerung ist damit nicht gezeigt

    Quellen: 12, 13, 14

  10. 10

    Wundheilungsgeschwindigkeit beim Menschen über die behördliche Grundfunktion der Bindegewebsbildung hinaus

    Keine Studien gefunden
    Einordnung und Einschränkungen

    Wir haben gezielt gesucht und keine Ergänzungs-Studie am Menschen zur Wundheilungsgeschwindigkeit gefunden, nur Arbeiten zu manganhaltigen Wundauflagen und Zellkulturen.

    Ausführlicher Nachweis

    Eine gezielte Suche nach Mangan-Supplementierung und Wundheilung beim Menschen mit den PubMed-Suchbegriffen "manganese supplementation" "wound healing", alle Publikationstypen, ergab keinen einzigen Treffer. Eine breiter gefasste Suche allein nach Mangan und Wundheilung mit den PubMed-Suchbegriffen "manganese" "wound healing", alle Publikationstypen, fand 103 Treffer, in den 20 relevantesten davon überwiegend Arbeiten zu manganhaltigen Wundauflagen und Biomaterialien sowie zu Zellkultur-Modellen der Wundheilung, keine Interventionsstudie zur oralen Mangan-Einnahme und einer tatsächlichen Wundheilungsgeschwindigkeit oder -qualität beim Menschen. Die zugelassene EFSA-Angabe zur Bindegewebsbildung, siehe oben, deckt die normale physiologische Grundfunktion ab, nicht eine darüber hinausgehende, beschleunigte Wundheilung durch eine Ergänzung

Studien im Detail

Wirbelsäulen-Knochendichte bei postmenopausalen Frauen

Strause und Kollegen prüften 1994 in einer randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Studie an 59 gesunden postmenopausalen Frauen (Durchschnittsalter 66 Jahre) über 2 Jahre vier Bedingungen, Placebo, Zink, Mangan und Kupfer allein, Kalzium allein sowie Kalzium gemeinsam mit den drei Spurenelementen. Nur in der Placebogruppe verringerte sich die Knochendichte an den Lendenwirbeln L2 bis L4 gegenüber dem eigenen Ausgangswert statistisch abgesichert, um 3,53 Prozent. Der einzige laut Abstract statistisch abgesicherte Unterschied zwischen den vier Gruppen bestand zwischen der Placebogruppe und der Gruppe mit Kalzium und Spurenelementen zusammen.

Getestet wurde durchweg eine Kombination aus drei Spurenelementen, nicht Mangan allein, und die Arbeit selbst weist der Kombination mit Kalzium den einzigen abgesicherten Effekt zu. Dieselbe Arbeitsgruppe deutet den Befund in einem Übersichtsartikel als Hinweis auf eine im Alter unzureichende Versorgung mit diesen Spurenelementen, ohne dass eine tatsächliche Mangelversorgung der Teilnehmerinnen gemessen wurde. Ein Mangan-Mangel ist beim Menschen unter gewöhnlicher Ernährung insgesamt ausgesprochen selten.

Zyklussymptome unter niedriger im Vergleich zu höherer Mangan-Zufuhr

Penland und Johnson prüften 1993 an 10 Frauen mit normalem Zyklus in einer 169-tägigen, kontrollierten Ernährungsstudie mit vier Bedingungen aus zwei Kalzium- und zwei Mangan-Mengen. Eine höhere Kalzium-Zufuhr verringerte durchweg mehrere Zyklussymptome. Unabhängig davon erhöhte die niedrigere Mangan-Zufuhr von 1,0 mg pro Tag gegenüber 5,6 mg pro Tag Stimmungs- und Schmerzsymptome in der prämenstruellen Phase.

Die Arbeit ist eine reine Ernährungssteuerung ohne echte Placebogruppe, mit einer sehr kleinen Stichprobe. Die als niedrig geprüfte Menge liegt zwar unter der gewöhnlichen Zufuhr aus normaler Kost, aber deutlich über der Menge, mit der eine tatsächliche Mangel-Symptomatik beim Menschen experimentell ausgelöst wurde. Der Befund beschreibt damit eine niedrigere im Vergleich zu einer höheren Zufuhr innerhalb des üblichen Bereichs, kein Beleg für einen zusätzlichen Nutzen einer Ergänzung über eine bereits ausreichende Versorgung hinaus.

Kniebeschwerden unter Glucosamin, Chondroitin und Mangan-Ascorbat

Zu einer Dreifach-Kombination aus Glucosamin, Chondroitin und Mangan-Ascorbat liegen zwei kleine placebokontrollierte Studien mit positiv berichteten Ergebnissen vor, eine an 34 Marinesoldaten mit Knie- oder Rückenbeschwerden, eine an 93 zivilen Teilnehmenden mit radiologisch gesichertem Knorpelverschleiß am Knie. Eine 2024 veröffentlichte systematische Übersicht zu Behandlungen von Muskel-Skelett-Beschwerden im aktiven Militärdienst hat die Militärstudie erneut ausgewertet, mit einer zwischen den Gruppen rechnenden standardisierten Mittelwertdifferenz, und fand für Knieschmerz und Beeinträchtigung keinen statistisch abgesicherten Unterschied zu Placebo mehr.

Diese Neuauswertung zeigt anschaulich, dass eine knapp signifikante prozentuale Veränderung nicht automatisch ein gesicherter Gruppenunterschied ist. In allen drei Arbeiten wurde ausschließlich die Dreifach-Kombination geprüft, nie Mangan allein, und die enthaltene Menge an elementarem Mangan im verwendeten Mangan-Ascorbat lässt sich aus den Angaben nicht sicher bestimmen. Ein eigenständiger Beleg für Mangan ist aus diesen Arbeiten nicht ableitbar.

Kognitive Leistungsfähigkeit und Mangan-Zufuhr über die Ernährung

Zwei Querschnittsstudien haben die übliche Mangan-Zufuhr über die Ernährung mit der kognitiven Leistung in Verbindung gebracht, eine an fast 6900 älteren Erwachsenen in den USA ohne abgesicherten Zusammenhang nach vollständiger Anpassung an andere Einflussfaktoren, eine kleinere an 201 Erwachsenen in Spanien mit einem Zusammenhang zwischen höherer Zufuhr und selteneren kognitiven Einschränkungen bei Frauen. Beide Arbeiten sind Beobachtungsstudien zur gewöhnlichen Ernährung, keine Ergänzungs-Studien, und erlauben deshalb keine Aussage zu einer Wirkung von Mangan-Präparaten. Da eine Mangan-Überversorgung umgekehrt neurotoxisch für das Gehirn ist, lässt sich aus diesen Beobachtungsdaten ohnehin keine Mehr-hilft-mehr-Lesart ableiten.

Zellkultur- und Tierstudien

Zur Aktivität der Mangan-Superoxid-Dismutase und zu oxidativem Stress liegen ausschließlich Zellkultur- und Tierdaten vor. In gealterten menschlichen Hautfibroblasten stellte eine steigende Mangan-Konzentration im Nährmedium die Enzymaktivität wieder her und senkte die Bildung von Superoxid-Anionen, in jungen Zellen veränderte sich nichts. An diabetischen Ratten und in begleitenden Zellkultur-Versuchen an menschlichen Gefäß- und Fettzellen verbesserte eine orale Mangan-Gabe mehrere Marker für Entzündung und oxidativen Stress. An einem Mausmodell einer erblichen Eisenspeicherkrankheit stellte Mangan die durch den Eisenüberschuss gestörte Enzymaktivität sowie Insulinausschüttung und Glukosetoleranz wieder her.

Alle drei Arbeiten wurden ausschließlich an Zellkulturen oder an Tieren mit einem spezifischen, seltenen Stoffwechselmodell durchgeführt. Sie stützen mechanistisch die zugelassene EFSA-Angabe zum Zellschutz vor oxidativem Stress, zeigen aber keine eigene Wirkung beim gesunden Menschen.

Sicherheit und Wechselwirkungen

Bei Mangan ist eine Überversorgung ernster einzuschätzen als bei den meisten anderen Spurenelementen, weil sie das Nervensystem betreffen kann, und die verfügbaren Grenzwerte unterscheiden sich stark je nachdem, über welchen Weg Mangan aufgenommen wird. Am besten dokumentiert ist die sogenannte Manganismus-Symptomatik, eine der Parkinson-Krankheit ähnelnde Bewegungsstörung, bei Menschen mit langjähriger beruflicher Exposition durch Einatmen hoher Mangan-Mengen, etwa bei Schweißern und im Bergbau. Die EFSA weist in ihrer Stellungnahme von 2023 ausdrücklich darauf hin, dass sich solche Befunde aus dem Einatmen wegen unterschiedlicher Aufnahme- und Verteilungswege im Körper nicht ohne Weiteres auf die orale Aufnahme über Mund und Darm übertragen lassen [2].

Für die orale Zufuhr hat die EFSA 2023 keinen klassischen Tolerable Upper Intake Level (UL) festgelegt, weil die verfügbaren Human- und Tierdaten zur Mangan-bedingten Neurotoxizität nicht ausreichen, um eine Dosis-Wirkungs-Beziehung zu bestimmen. Stattdessen hat sie einen sogenannten sicheren Zufuhrwert abgeleitet, auf Basis der Hintergrund-Ernährungszufuhr (95. Perzentil) gut untersuchter, gesunder Bevölkerungsgruppen, bei der keine Hinweise auf Nebenwirkungen vorliegen. Dieser Wert bietet ausdrücklich eine schwächere Absicherung als ein klassischer UL, weil die Schwelle, ab der ein Risiko messbar ansteigt, unbekannt bleibt [2]. Er beträgt 8 mg pro Tag für Erwachsene ab 18 Jahren einschließlich Schwangeren und Stillenden, 7 mg für 14- bis unter 18-Jährige, 6 mg für 7- bis unter 14-Jährige, 5 mg für 3- bis unter 7-Jährige, 4 mg für 1- bis unter 3-Jährige und 2 mg für Säuglinge zwischen 4 Monaten und unter 1 Jahr, jeweils für die Gesamtzufuhr aus Lebensmitteln einschließlich angereicherter Lebensmittel, Getränken und Nahrungsergänzungsmitteln zusammen [2].

Ein besonderes Risiko besteht bei eingeschränkter Ausscheidung. Mangan wird normalerweise über die Galle in den Darm abgegeben und mit dem Stuhl ausgeschieden. Ist dieser Weg gestört, etwa bei einer chronischen Lebererkrankung, einer Cholestase oder unter langfristiger parenteraler Ernährung mit Standard-Spurenelementzusatz, kann sich Mangan im Körper und im Gehirn anreichern. Ein dokumentierter Fall bei einem Patienten nach Knochenmarktransplantation mit Cholestase zeigt genau dieses Muster, eine über Monate erhöhte Mangan-Konzentration im Blut nach langfristiger parenteraler Ernährung, sichtbare Mangan-Ablagerungen in den Basalganglien des Gehirns in der Bildgebung und eine dazu passende Bewegungsstörung [17]. Menschen mit chronischer Lebererkrankung oder bekannter Einschränkung der Gallenausscheidung sollten Mangan deshalb nur nach ärztlicher Rücksprache ergänzen.

In Deutschland liegt die übliche Mangan-Zufuhr über die normale Ernährung deutlich unter diesem sicheren Zufuhrwert. Eine im Auftrag des BfR erstellte Expositionsschätzung auf Basis der deutschen Pilot Total Diet Study beziffert die mittlere Zufuhr Erwachsener zwischen 14 und 80 Jahren auf rund 2,7 bis 3,0 mg pro Tag, mit einer 5. Perzentile von etwa 1,1 bis 1,4 mg und einer 95. Perzentile von etwa 5,5 bis 5,8 mg pro Tag, bei Vegetarierinnen und Vegetariern im Mittel etwas höher, rund 3,0 bis 3,3 mg, mit einer 95. Perzentile von 7,1 bis 7,5 mg pro Tag. Diese Schätzungen erfassen ausschließlich Lebensmittel, nicht Nahrungsergänzungsmittel. Nach dieser Untersuchung gibt es keine Hinweise, dass eine Mangan-Zufuhr in diesem Bereich mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch Mangel oder Überschuss verbunden ist [15].

Für Nahrungsergänzungsmittel schlägt das deutsche BfR eine deutlich strengere Höchstmenge vor als der allgemeine sichere Zufuhrwert der EFSA von 2023. Grundlage ist eine ältere, eigens auf die zusätzliche Zufuhr über Nahrungsergänzung und angereicherte Lebensmittel bezogene Einschätzung der EFSA von 2009, die sich ihrerseits auf einen von der britischen Expertengruppe für Vitamine und Mineralstoffe 2003 abgeleiteten Orientierungswert stützt, weil auch dort keine ausreichenden Daten für einen klassischen UL vorlagen. Dieser Orientierungswert liegt bei 4 mg zusätzlicher Mangan-Zufuhr pro Tag für die Allgemeinbevölkerung und bei 0,5 mg für ältere Menschen, ohne genauere Altersgrenze. Da unterschiedliche Höchstmengen je nach Alter bei einem Nahrungsergänzungsmittel praktisch schwer umsetzbar sind, schlägt das BfR vor, den niedrigeren Wert von 0,5 mg pro Tagesverzehrempfehlung für alle Erwachsenen anzusetzen [16]. Das ist ein Vorschlag an den Gesetzgeber, keine geltende Rechtsnorm, eine verbindliche Höchstmenge für Mangan in Nahrungsergänzungsmitteln gibt es in Deutschland bislang nicht. Als Grund für die besondere Vorsicht bei Nahrungsergänzung nennt die zugrundeliegende Risikobewertung, dass eine leicht lösliche Mangan-Verbindung als einzelne, konzentrierte Dosis anders aufgenommen werden kann als dieselbe Menge Mangan gebunden in einer normalen Mahlzeit, mit möglicherweise höherer Verfügbarkeit im Körper [15].

Einordnung der beiden Grenzwerte: Der sichere Zufuhrwert der EFSA von 2023 (8 mg für Erwachsene) begrenzt die Gesamtzufuhr aus allen Quellen zusammen und ist die aktuellere, umfassendere Bewertung. Der BfR-Vorschlag von 0,5 mg gilt ausdrücklich nur für die zusätzliche Zufuhr über ein einzelnes Nahrungsergänzungsmittel und beruht auf einer älteren, enger gefassten Einschätzung speziell zu Ergänzungsmitteln. Beide Werte beantworten unterschiedliche Fragen und sollten nicht gegeneinander aufgerechnet werden.

Ein tatsächlicher Mangan-Mangel ist beim Menschen unter gewöhnlicher Ernährung ausgesprochen selten und wurde bislang nur unter experimentellen Bedingungen mit einer eigens auf 0,11 mg pro Tag reduzierten Diät ausgelöst, siehe Steckbrief [6]. Zu Wechselwirkungen mit Medikamenten liegt uns keine eigene geprüfte Humanstudie vor.

Quellen zum Nachlesen

  1. 01

    Rechtsakt auf Grundlage abgeschlossener EFSA-Bewertungen · 2012

    Verordnung (EU) Nr. 432/2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel

    Europäische Kommission Amtsblatt der Europäischen Union

    Zur Zuschreibung: 01, 02, 03, 04

  2. 02

    Wissenschaftliche Stellungnahme, kein klassischer UL, sondern ein "safe level of intake" · 2023

    Scientific opinion on the tolerable upper intake level for manganese.

    EFSA Panel on Nutrition, Novel Foods and Food Allergens (NDA), et al. EFSA J

  3. 03

    RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, 4 Arme, n gleich 59, 2 Jahre · 1994

    Spinal bone loss in postmenopausal women supplemented with calcium and trace minerals.

    Strause L, et al. J Nutr

    Zur Zuschreibung: 05

  4. 04

    Übersichtsartikel derselben Arbeitsgruppe · 1993

    The role of trace minerals in osteoporosis.

    Saltman PD, Strause LG. J Am Coll Nutr

    Zur Zuschreibung: 05

  5. 05

    Kontrollierte Ernährungsstudie, Crossover im Latin-Square-Design, n gleich 10 · 1993

    Dietary calcium and manganese effects on menstrual cycle symptoms.

    Penland JG, Johnson PE. Am J Obstet Gynecol

    Zur Zuschreibung: 06

  6. 06

    Kontrollierte Ernährungsstudie mit experimenteller Mangan-Depletion, n gleich 7 · 1987

    Manganese balance and clinical observations in young men fed a manganese-deficient diet.

    Friedman BJ, et al. J Nutr

    Zur Zuschreibung: 06

  7. 07

    RCT, doppelblind, plazebokontrolliert, Crossover, n gleich 34 · 1999

    Glucosamine, chondroitin, and manganese ascorbate for degenerative joint disease of the knee or low back, a randomized, double-blind, placebo-controlled pilot study.

    Leffler CT, et al. Mil Med

    Zur Zuschreibung: 07

  8. 08

    RCT, plazebokontrolliert, n gleich 93 (72 in der leichten bis mittelschweren Untergruppe ausgewertet), 6 Monate · 2000

    Efficacy of a combination of FCHG49 glucosamine hydrochloride, TRH122 low molecular weight sodium chondroitin sulfate and manganese ascorbate in the management of knee osteoarthritis.

    Das A, Hammad TA. Osteoarthritis Cartilage

    Zur Zuschreibung: 07

  9. 09

    Systematische Übersicht, 19 randomisierte Studien, 1408 Teilnehmende · 2024

    Efficacy of Conservative Interventions for Musculoskeletal Conditions on Pain and Disability in Active Serving Military Personnel, A Systematic Review.

    Bounds CL, et al. Mil Med

    Zur Zuschreibung: 07

  10. 10

    Querschnittsstudie, n gleich 6863 · 2023

    Dietary Intake Levels of Iron, Copper, Zinc, and Manganese in Relation to Cognitive Function, A Cross-Sectional Study.

    Zhao D, et al. Nutrients

    Zur Zuschreibung: 08

  11. 11

    Querschnittsstudie, n gleich 201 · 2023

    Association between Mineral Intake and Cognition Evaluated by Montreal Cognitive Assessment (MoCA), A Cross-Sectional Study.

    Lorenzo-Mora AM, et al. Nutrients

    Zur Zuschreibung: 08

  12. 12

    Zellkultur-Studie an menschlichen Fibroblasten · 2016

    The kinetics of the effect of manganese supplementation on SOD2 activity in senescent human fibroblasts.

    Ghneim HK. Eur Rev Med Pharmacol Sci

    Zur Zuschreibung: 09

  13. 13

    Tierstudie an diabetischen Ratten, ergänzt durch Zellkultur-Experimente · 2017

    Manganese supplementation increases adiponectin and lowers ICAM-1 and creatinine blood levels in Zucker type 2 diabetic rats, and downregulates ICAM-1 by upregulating adiponectin multimerization protein (DsbA-L) in endothelial cells.

    Burlet E, Jain SK. Mol Cell Biochem

    Zur Zuschreibung: 09

  14. 14

    Tierstudie, Mausmodell einer erblichen Eisenspeicherkrankheit · 2008

    Iron-mediated inhibition of mitochondrial manganese uptake mediates mitochondrial dysfunction in a mouse model of hemochromatosis.

    Jouihan HA, et al. Mol Med

    Zur Zuschreibung: 09

  15. 15

    Expositionsschätzung und Risikobewertung im Auftrag des BfR · 2019

    Dietary Manganese Exposure in the Adult Population in Germany, What Does it Mean in Relation to Health Risks.

    Sachse B, et al. Mol Nutr Food Res

  16. 16

    Behördliche Stellungnahme · 2024

    Höchstmengenvorschläge für Mangan in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln, Anhang zur Stellungnahme 006/2024 vom 22.02.2024

    Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Stellungnahme des BfR

  17. 17

    Fallbericht, parenterale Ernährung bei Cholestase · 1995

    Extrapyramidal symptoms in a BMT recipient with hyperintense basal ganglia and elevated manganese.

    Fredstrom S, et al. Bone Marrow Transplant

  18. 18

    Rechtsakt · 2011

    Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel, Anhang XIII (Nährstoffbezugswerte)

    Europäisches Parlament und Rat Amtsblatt der Europäischen Union, konsolidierte Fassung vom 01.04.2025

  19. 19

    Rechtsakt · 2006

    Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel, Anhang (Bedingungen für "Quelle von"- und "hoher Gehalt an"-Angaben zu Vitaminen und Mineralstoffen)

    Europäisches Parlament und Rat Amtsblatt der Europäischen Union, konsolidierte Fassung

  20. 20

    Rechtsakt · 2002

    Richtlinie 2002/46/EG über Nahrungsergänzungsmittel, Artikel 8 (Kennzeichnung der Nährstoffmenge pro empfohlener Tagesdosis)

    Europäisches Parlament und Rat Amtsblatt der Europäischen Union, konsolidierte Fassung

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